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OT: Debug 69 ab heute am Kiosk

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  • sascha
    Hi, in einem Akt dezenter Selbstwerbung. Hier die Info zu unserem neuen Baby, das ab heute mit folgenden Theman an in den Kiosken steht.... MUSIK John Tejada
    Message 1 of 1 , Feb 28, 2003
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      Hi,

      in einem Akt dezenter Selbstwerbung. Hier die Info zu unserem
      neuen Baby, das ab heute mit folgenden Theman an in den Kiosken
      steht....


      MUSIK

      John Tejada
      John Tejada ist nicht zu fassen. Der kalifornische Techno-Produzent
      bewegt sich nicht ZWISCHEN den Feldern House, Elektronika, Drum and
      Bass. Er bewegt sich IN jedem dieser Felder so, als wäre es sein
      einziges. Mit extrem unterschiedlichen Alben in der Pipeline setzt er
      ein Statement gegen Cross Over und für die Nicht-Fixierbarkeit des
      Produzentensubjekts.

      Jacek Sienkiewicz
      Wenn jemand dreidimensionales Ballern mit Format, Haifischzähnen und
      Basswumme drauf hat, dann ist es Polens Technoproduzent Jacek
      Sienkiewicz. Nicht nur Sven Väths frisch geschärftes Ohr hat er damit
      erweicht, auch alle Tanzböden, die eher an der Zuspitzung der Tradition
      als an der Aufweichung von 4/4 interessiert sind.

      Terre Thaemlitz
      Der Drag-Konzeptualist Terre Thaemlitz verarbeitet mit zerhacktem
      Audiofootage seinen ?Best Piss of his Life? mit unseren Vorstellungen
      von Liebe, Apartheid und ?House-Nation? zu einer Politik über die Rolle
      des Vergessens in historischen Prozessen. Wieso "Love" kaum an dem
      Suffix "bomb" vorbeikommt, diskutiert er aus seinem Wahlwohnort Japan
      mit Aljoscha Weskott.

      René Breitbarth
      René Breitbarth hievt sich aus der Sackgasse, in die er mit
      Gitarrenmusik und Frickelkram geraten war. Sein Album "Solar" bricht
      durch zu sonnig verspielten Flächen, die Verkrampfung gegen Harmonie
      einlösen. Techno bekämpft das HB-Männchen.

      Erlend Oye
      Stetig besucht der skandinavisch-introvertierte Erlend Øye das garstig
      kühle Berlin und erwärmt uns mit seiner bebrillten Herzzerissenheit.
      Dass er bei einem Auftritt zur ?Sinead O?Connor im
      Schafspelz?-Heulbojen-Nummer gezwungen wurde, war aber eigentlich keine
      Absicht.

      Mense Reents
      In Hamburg vermischen sich die Szenen und die Musiker zwischen
      Soli-Techno und Style-Punk wie sonst nirgends. Immer vornweg in
      Jesuslatschen und wehendem Schwangerschaftskittel (zumindest auf der
      Goldies-Gala) Mense Reents, Tänzer auf vielen Tänzen. Jetzt macht er
      "Aus freien Stücken" den Eintänzer.

      Mira Calix
      Denken wir mal an die schmackhafte Vegan-Küche (ihr wisst, Essen ohne
      Tier), zwei Stücke Seefeel-Tofu über Piano Magic-Blüten, ein guter
      Schuss Boards of Canada-Soße mit einem bisschen Erik Satie-Geschmack
      und fertig ist ein Gericht, dass ? wäre es ein Album ? ?Skimskitta?
      heißen müsste. Ersetzen wir dann noch das Fleisch-Substitut durch
      Musik, nennen wir es Mira Calix, sollten wir eigentlich öfter mal vegan
      Essen gehen.

      Common
      Der vom Hip Hop-Macker-Saulus zum korrekten Sonic Fiction-Paulus
      gewandelte Common kurvt mit seinem Album ?Electric Circus? zwischen Sun
      Ra, Jimi Hendrix und Wassermann jenseits des normalen Rap-Highways.

      Anders Ilar
      Der normaleuropäische Schwede Anders Ilar behält von seiner Terasse den
      distanzierten Überblick, um Ambient von Höhensonne unterscheiden zu
      können. Ambient war viel zu lange Kuschelersatz für Singlehaushalte.
      Jetzt ist es wieder Kühlaggregat für SciFi-Gemeinschaften.

      Shawn Rudiman
      Die Soundtracks eines individuell gelebten Lebens klingen gut. So hält
      Shawn Rudiman, the Pittsburg based Techno-Pitcher, seine Website und
      sein Leben under Construction. Er lebt auf gepackten Koffern: Berlin
      oder Rotterdam? Neapel oder Sheffield? Oder sonstwo?

      Shy fx and T.power
      Die Credibility-Träger Shy FX und T Power haben genug von
      schlechtgelaunten, unrasierten, selbst ernannten Rebellen im Drum and
      Bass. Deshalb treiben sie mit ihrem gemeinsamen Album "Set it off" den
      Balearic-Geist in die Drum and Bass-Flasche. Operation gelungen? Shy
      FX' Freundin sagt ja.

      Iso 68
      iso68 erfinden auf ihrem neuen Album ihre ganz persönlichen
      Filmmusiken, die, gleichberechtigt mit Sampler und akustischen
      Instrumenten eingespielt, einem das Regenwetter schmackhaft machen.
      Eine sanfte, vorsichtige Reise in eine Welt, über die man viel zu
      selten nachdenkt.

      Pulseprogramming
      Das Multimedia-Ensemble Pulseprogramming tritt mit "Tulsa for one
      second" an, allen emüdeten Indietronics-Hörern mit deepem Landhonig den
      Glauben wiederzugeben. Wenn Indietronictown nicht zerstört werden darf,
      weil es einen Gerechten gibt, dann sei Pulseprogramming Dank.

      Susanne Brokesch
      Eine Wienerin in New York vertieft sich in Menschen und Musik und
      taucht Bhangra-gewaschen mit "New Age Jazz" wieder auf. Susanne
      Brokesch hat sich mit ihrem zweiten Album "So easy, hard to practise"
      fünf Jahre Zeit gelassen, um dieses Mal ihre Bekannten nicht wieder zu
      verschrecken.

      Marke B
      Die elektronischen Produktionsverhältnisse schreien nach
      Repräsentation, ökonomischer Relevanz, Öffentlichkeit: Messen und
      Kongresse sollen kompakte Sichtbarkeit schaffen; neben der bröckeligen
      Popkomm sind es in Berlin Musik & Maschine und Bärenmarken/ MarkeB. In
      einem Email-Interview kommentieren Thomas Fehlmann, Gudrun Gut und
      Verleger der zugehörigen Publikation Jörg Sundermaier ihr Event Marke B.

      Mocky
      Sweet aber bocky.

      DAF
      13 neue lieder oldschool Biber.




      KRIEG

      network centric warfare 1
      Statt über den "Cyberwar" zu philosophieren und unblutige
      Hackerauseinandersetzungen zu zitieren, nutzt das Militär die
      Digitalisierung des Krieges, um automatisierte Waffen zu entwickeln.
      Die lassen sich bequem vom Internetcafe, äh, von ihrem autorisierten
      Knotenpunkt aus abfeuern - und sammeln nebenbei gefechtsrelevante
      Informationen zur Vernetzung. Anton Waldt führt durch die Grundlinien
      des "Network Centric Warfare".

      network centric warfare 2
      Angst haben stört die Kampfhandlungen und behindert im Krieg den
      gewünschten Fortgang des Tötens und Eroberns nachhaltig. Deshalb werden
      vom US-Militär munter Kriegsroboter entwickelt, die fliegen, fahren,
      tauchen und töten, zu Lande, zu Wasser und in der Luft.

      network centric warfare 3
      Trotz bestehender eigener Landesdomain wurde im Irak noch nie eine
      Adresse mit der offiziellen Endung ".IQ" vergeben. Die Domain liegt
      offiziell in den Händen einer Firma, die von den US-Behörden aus
      Terrorverdacht 5 Tage vor dem 11. September lahmgelegt wurden. Nicht
      mal Andy Müller Maguhn kann das erklären.

      network centric warfare 4
      Nachrichten und Information haben die Stimmungen um Kriege schon immer
      gewaltig beeinflusst. Mit Al-Jazeera hat sich jetzt neben CNN ein
      Sender etabliert, der auch im Westen ernstgenommen wird. Deshalb rüstet
      man auf.

      Krieg und Simulation
      Vergiss Videokonsolen: Der Irakkrieg wurde schon mehrmals mit echten
      Soldaten durchgezockt. Nur: Warum nimmt die USA die High Scores nicht
      ernst?


      MEDIEN

      Fernsehen wird Digital
      Das Fernsehen wird digital und wir alle sind dabei. Bis 2010 ist die
      Umstellung von analog auf digital abgeschlossen. Was das bringt, steht
      noch strobowolkig im Raum. Niemand weiß Genaues. Einige Vermutungen.

      Solaris
      Soderberghs "Solaris" lebt vom Mythos seiner Vorlagen. Gewohnt visuell
      perfekt, kühl und unaufgeregt inszeniert, streift Soderbergh leider
      doch nur das Potenzial des Science Fiction Klassikers. Ingrid Arnold
      deckt das mal auf.

      Quantencomputer
      Ungefähr alle drei Jahre brauchen wir neue Computer, weil sich die
      Dinger so beschleunigen. Etwas unbemerkt im Hintergrund rollt seit
      einiger Zeit allerdings etwas an, das unsere Maschinen in ihrem Kernel
      auf den Kopf stellen wird: der Quantencomputer. Mit den kleinen Quanten
      wären die diskreten Zeiten von null und eins vorbei. Alles wird
      verwirrender, aber auch schneller. Hofft man. Physiker Martin Sachwitz
      erklärt die Materie mit Hilfe von Ostseewellen und Sportstudiowänden.

      Safari
      Safari kommt aus dem Arabischen und bedeutet dort einfach nur "Reise".
      So heißt er nun, der neue Webbrowser von Apple Computer Inc. Ein
      bisschen wie mit den TV-Dokumentationen Bilder der Welt auf den Schirm
      kommen. Safari ist nämlich fast so flüssig wie Fernsehen, und die
      metallische Monitor-im-Monitor-Oberfläche ist so auf das Wesentliche
      reduziert, dass kaum mehr Repräsentationsgrade die Interaktion mit den
      Angeboten behindern als bei der üblichen Fernbedienung.


      THEORIE

      Yo, Entfremdung
      Neue Produktivkräfte erfordern neue Strategien des Widerstands. Die
      bisherige Konzeption von Arbeit und Eigentum gerät in Zeiten, in denen
      "geistiges Eigentum" immer wichtiger wird, an ihre Grenzen, ob in
      Justiz, in Ökonomie oder bei sowas wie "kreativer Praxis". Mercedes
      Bunz lugt unter den Teppich des Kapitalismus und beschließt, dass es
      Zeit dafür ist, die kapitalistische Entfremdung zur neuen Waffe zu
      machen.


      KUNST

      Jon Haddock
      Vor allem sind sie so seltsam schön, wie befremdlich: die Screenshots
      des amerikanischen Künstlers John Haddock. Ob Auseinandersetzungen mit
      Copyright oder dem Nachbau von Fernsehbildern als Skulptur, immer
      wieder kreist Haddock um Bilder, die wir wiederholt gesehen haben und
      kennen, an die wir uns gewöhnt haben. Übertragen in ein neues oftmals
      verniedlichtes Format (Comic, Game, Spielzeug) lässt uns Haddocks
      Arbeit alles nochmal neu und drastisch sehen.

      Valie Export
      Export ist sowas wie die Oma der Medienkunst. Eine Ausstellung in
      Berlin zeigt warum.

      Eva Gronbach
      Die Kölnerin Eva Gronbach hat ihr Schneiderhandwerk bereits für
      Yamamoto und Galliano unter Beweis gestellt. Sie will mit einer
      unverlangten ?Liebeserklärung an Deutschland" und ihrer eigenen
      Schwarz-Rot-Gold-Kollektion zwar keine politische Mode unters Volk
      jubeln, sie versteht sie aber als ?bekennende Mode". Als, äh, was?
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