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MBS Vocabularius sancti Galli, 85x85mm, year 790

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  • arnobernoarno
    Facsimile: http://www.e-codices.unifr.ch/de/csg/0913 best greetings Arno St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 913 Pergament · 206 pp. · 8.5 x 8.5 cm ·
    Message 1 of 1 , Aug 24 7:54 AM
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      Facsimile: http://www.e-codices.unifr.ch/de/csg/0913

      best greetings
      Arno

      St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 913

      Pergament · 206 pp. · 8.5 x 8.5 cm · Deutschland · um 790

      Vocabularius S. Galli

      Der Vocabularius sancti Galli – Wörterbuch eines Missionars in althochdeutscher Sprache, geschrieben 150 Jahre nach dem Tod des heiligen Gallus. Kleinformatige Sammelhandschrift als eine Art von Diarium eines in angelsächsischer Tradition gebildeten Schreiber, mit Texten zu Missionsfragen, theologischen Lesefrüchten sowie das Schulwissen betreffend, geschrieben um 790 in Deutschland. Am Ende des Bandes ein nach Sachgruppen gegliedertes lateinisch-althochdeutsches Wörterbuch, der in der St. Galler Tradition so genannte Vocabularius sancti Galli

      St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 913
      Gustav Scherrer, Verzeichniss der Handschriften der Stiftsbibliothek von St. Gallen, Halle 1875, S. 331-333.
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      Handschriftentitel: Vocabularius S. Galli
      Entstehungszeit: s. VII/VIII
      Beschreibstoff: Pgm.
      Umfang: 206 Seiten
      Format: 16° (c. 8 ½ C. hoch und ebenso breit, mit einzelnen noch kleinern Blättern)
      Lagenstruktur: Der ganze Codicillus besteht aus 13 Lagen zu 8 Blättern, die erste mit einem Blättchen mehr, das als Decke vorgeheftet ist; die letzte hat nur 5 Blätter.
      Zustand: Das dicke starre Pergament ist Ausschuss, wie gewöhnlich bei solchen klienen Büchern zum Privatgebrauch, mit Löchern und fehlenden Ecken, an einigen Stellen fliessend, so dass sie unbeschrieben bleiben musste, gebräunt durch Schmutz oder Alter.
      Seiteneinrichtung: zu 10-11 Zeilen.
      Schrift und Hände: Die Schrift, eine deutliche irische Cursiv mit einzelnen Uncialen (R, S), hat ein besonderes klein e, das in der Form der Ziffer 6 vor m und n höher über der Zeile ragt als alle Consonanten, und ein kleines d in der Form von cl.
      Sehr unvollkommen ist die Worttrennung z. B. cu marte statt cum arte u. dgl. Facsimile's bei Keller in Zürch. Ant. Mitth. VII Tab. XI No. 11 und Hattemer I Taf. II unten aus S. 139 der Handschrift.
      Einband: In modernem Einband.
      Hauptsprache: Althochdeutsch
      Inhaltsangabe:

      * S. 3 , die erste des Codex ist eine unbeschriebene, gebräunte Aussenseite;
      * S. 4 ebenfalls leer.
      * S. 5 (ohne Ueberschrift): Frater Ambrosius tu muscula (i. e. tua munuscula) perferens detullit ...-... etc. - bis: esse moriturum Finit (Hieronymi Epistola ad Paulinum No. 50 Opp. I, 268 Vallarsi).
      * S. 71 Susciperat pacem mons iste etc. (vom Wesen Gottes).
      * S. 80 Item qr. (quaeritur) q(id) sit matiria (Naturphilosophie).
      * S. 89 Te canit adcelebratque ...-... etc. - bis: axem (zwei Hexameter, die alle Buchstaben des Alphabets enthalten).
      * S. 90 Interrogatio sci Agustini quaestionibus: voluntate pater genuit filium an necessitate etc.
      * S. 93 Incipit epistola Hieronimi de gradu Romanorum. Decanus sub quo X homines fiunt etc.
      * S. 99 geumetrica ars unde primitus inventa est.
      * S. 104 Incensum domini in templo ex IIII holeribus etc.
      * S. 105 Namenerklärungen: philosi (l. pilosi) silvestri homines. ulule genera avium. sirine monstra etc.
      * S. 105-115 Issiodorus de litteris. Litterae sunt indices ...-... etc. - bis: nomina scilicet greca finit (Isidor Orig. I c. 3 bis 4 Mitte).
      * S. 115 Hieronimus prs. in bethlem iuda toto mundo claruit etc.
      * S. 117 Crucis Christi adoremus originem etc.
      * S. 118-120 Varia ... observantia opiniorum (sic) paschalis festivitatis interdum errorem gignit etc.
      * S. 124 Ab Adam primo homine usque ad diluvium duo milia etc. (6 Weltalter).
      * S. 125 Junius Julius hora III etc. (Horologium).
      * S. 127 Longitudo Adae fuit etc.
      * S. 129 Christus funis triplex etc.
      * S. 131 Ab hora nona usque ad solis occasum etc. (Tageseintheilung).
      * S. 132 Aleph doctrina etc. (Erklärung der hebräischen Buchstabennamen).
      * S. 139 Cherogillus animal etc. (Erklärung von Thiernamen aus Leviticus XI, mit deutschen Glossen, wie raredumlae (Rohrdommel), greshuppae (Heuschreck), adexan (Eidechsen) und der Angabe, welche Thiere auch in Britannia oder apud nos (bei uns Irländern) vorkommen).
      * S. 145 Jesus in ebreico soter etc.
      * S. 146 Zeiteintheilung (4 Zeilen).
      * S. 147 Quando vena adaperienda sit etc.
      * S. 148 ist zur Hälfte unbeschrieben. Die einzelnen Stücke dieser kleinen theologischen Encyklopädie folgen sich zum Theil ohne Absatz oder grössere Anfangsbuchstaben.
      Textgeschichte: Der Auszug p. 105 aus Isidor († 636) beweist, dass das Büchlein nicht dem h. Gallus gehört haben kann, der ein Zeitgenoss Isidor's und vielleicht schon vor diesem gestorben war. Der S. 118 erwähnte Paschastreit, der bis a° 718 währte, wird zwar als noch fortdauernd bezeichnet, dies kann jedoch aus einer andern ältern Hs. kopirt sein. Den Abschnitt über die Thiernamen im Leviticus siehe bei Hattemer im I. Bde.
      * S. 149-180 Quod tempore adnuntiavit Gabrihel archangelus sctae Mariae adventum Christi ? etc. Eine Frage aus der Profangeschichte ist S. 158 Quis aedificavit Romam ? Ebendaselbst: Quis primus papa in Rome ? scs Petrus (siehe Greith altir. K. S. 430). Diese Abtheilung beginnt mit einem grossen schwarzen Anfangsbuchstaben (Q) in wunderlicher Gestalt, dem einzigen im ganzen Codex, ausser dem auf der ersten Seite. Es ist ein Fragebüchlein nach Art der Joca monachorum in Cod. 908; vgl. Müllenhoff und Scherer Denkm. p. 342.
      * S. 181-206 Vocabularius S. Galli Surculus zui Folia laup etc. Die Seiten 202-205 sind theilweise erloschen, die 206te oder letzte Seite so gut wie ganz unlesbar. Die Wörter sind je in zwei Paaren neben einander gesetzt, mithin vierspaltig geschrieben, wobei die Columnen durch keineswegs gerade Linien abgetheilt sind.
      * S. 201-204 hat wegen der schmälern Blättchen nur zwei Spalten. Das Vocabular ist ein nach Materien geordnetes, nicht alphabetisches Sachwörterbuch, lateinisch-deutsch, also zum Gebrauch bei der Gründung klösterlicher Niederlassungen der Irländer unter Deutschen. Abdrücke bei Lachmann Specimen ling. franc. (1825) p. 1; Greith Spicilegium (1838) p. 34; Hattemer Denkm. I p. 5-14; dazu Berichtigungen von E. Sievers in Haupt's Zeitschr. 1870. XV p. 119.
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