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*kant-/*kunt-, harbor, hide and hunt

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  • tgpedersen
    Arnaud pointed out the similarity Engl. hunt ~Mordv. kunda catch . It seems to be bigger than that. UEW kanta1 Baumstumpf - Grund, Basis, Stand, Ständer,
    Message 1 of 21 , Jan 19, 2009
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      Arnaud pointed out the similarity Engl. hunt ~Mordv. kunda "catch".
      It seems to be bigger than that.

      UEW
      kanta1 'Baumstumpf -> 'Grund, Basis, Stand, Ständer, Halter'
      finnisch-ugrisch
      Finnisch kanta (Gen. kannan) 'Grund, Fuß, Basis; Stand; Stengel,
      Stiel; Absatz; Ferse; vorragender eckiger Teil', kantapää 'Ferse',
      kannas (Gen. kannaksen) 'trädstam; Baumstamm; Landenge; Ende der
      Schlittenkufe'
      (> lappisch
      norwegisch-lappischer Dialekt gad'do 'back of the knee',
      Kola-Dialekt Ter-Dialekt ka:nta,
      Kildin-Dialekt kant,
      Notozero-Dialekt ka:tt 'Ferse'),
      kanto (Gen. kannon) 'Baumstumpf, Stumpf; Stubbe'
      (? > lappisch Wefsen-Dialekt ka,`ttV 'Baumstamm; bes. Pfahl (an den
      ein Rentier in Einfriedigung festgebunden werden kann)';

      est. kand (Gen. kanna) 'Ferse, Fuß, Fußgestell, Unter-, Hinterteil;
      Öse, Henkel',
      kand (Gen. kannu) 'Baumstumpf, Stamm, Wurzelstock' |
      lapp. norwegisch-lappischer Dialekt guoddo, gud'du- 'stump (of tree)',
      Lule-Dialekt kuotto:i '»Rohn«, umgefallener Baum, Baumstamm',
      ? norwegisch-lappischer Dialekt gad'de -dd- 'bank, shore, dry land;
      (Adv. gadde) along the shore',
      ? Lule-Dialekt kadde: 'Ufer, Strand; Kante, Rand' |

      mord. erzä-mordwinisch kando, mokscha-mordwinisch kanda umgefallener
      Baum, Windbruch' |

      ? syrjänisch
      Sysola-Dialekt Luza-Dialekt gid 'Sensenwurf, Flußkrümmung (S),
      sackartiger mittlerer Teil des Zugnetzes (Luza-Dialekt)' |

      ostjakisch (315)
      Vasjugan-Dialekt kant : c^om&lk. 'an dem Pfosten des Waldspeichers
      befestigter waagerechter Balken, auf den der ganze Speicher gebaut
      wird (es sind davon zwei, einer an jedem Fuß vorhanden)',
      Dialekt an der unteren Demjanka (Gewährsmann Tailakov) xont 'Gitter,
      das um den Fuß des auf einem Pfosten stehenden Waldspeichers gemacht
      und auf dem der Fußboden angebracht wird; (hypokor.) Hinterbeine des
      Bären',
      Kazym-Dialekt xont 'Fuß, Pfeiler des Speichers od. Waldspeichers' [

      wogulisch (WV 102)
      Pelymka-Dialekt ke:nt,
      Dialekt an der oberen Lozva xa:nta 'Speicherpfahl', (Kann.—Liim.:
      MSFOu. 109: 327, 750)
      ? Dialekt an der unteren Konda xant< kö:l xantn& 'an die Wand',
      Dialekt an der mittleren Konda kant: e:xt&skant. .. sö:t us ' sieben
      Städte nahe am Stein'.

      Im Finnischen und Lappischen ist wohl eine Wortspaltung eingetreten:
      finnisch kanta 'Grund', est. kand (Gen. kanna) 'Ferse',
      ? lappisch
      norwegisch-lappischer Dialekt gad'de 'bank' usw. ~ finnisch kanto
      'Baumstumpf, est. kand (Gen. kannu) id., lappisch
      norwegisch-lappischer Dialekt guoddo id. Im SKES werden die finnischen
      Wörter kanta und kanto getrennt. Das scheint semantisch nicht
      begründet zu sein.
      Die Zuordnung des lappischen norwegisch-lappischer Dialekt gad'de
      'bank' stößt auf lautliche und semantische Schwierigkeiten. Es kann
      nur dann hierher gestellt werden, wenn ein Bedeutungswandel 'Grund' ->
      'Rand' -> 'Ufer' eingetreten ist; s. auch *kanta 'Rand, Kante, Ufer'
      finnisch-ugrisch.
      Die Zugehörigkeit des syrjänischen Wortes ist aus lautlichen und
      semantischen Gründen unsicher.
      Die Bedeutung der obugrischen Wörter beruht darauf, daß die
      Waldspeicher meistens auf Stümpfen umgefallener oder gefällter
      Baumstämme gebaut wurde.
      Die Zugehörigkeit des wogulisch Dialekt an der unteren Konda xant-,
      Dialekt an der mittleren Konda kant- ist wegen der erschließbaren
      Bedeutung 'Rand' unsicher; s. auch *kanV 'Rand, Ufer' Uralic bzw.
      *kanta 'Rand, Ufer' finnisch-ugrisch.
      Die Zugehörigkeit dieser Wortsippe zur Wortfamilie von *kanta-
      'tragen' Uralic (finnisch kanta 'tragen' usw.) (Mészöly: SzegF 3:
      117—120; Hakulinen: Vir. 1950: 106-109) ist unsicher.
      Die Zuordnung von finnisch kontti 'Schenkelbein' (Kannisto: Nyr.
      59:64) kann aus lautlichen und semantischen Gründen nicht akzeptiert
      werden.


      kanta2 'Rand, Kante, Ufer' finnisch-ugrisch
      ? Lappisch
      norwegisch-lappischer Dialekt gad'de -dd- 'bank, shore, dry land;
      (adv. gadde) 'along the shore',
      Lule-Dialekt kadde: 'Ufer, Strand, Kante, Rand' | ?

      wogulisch (Kann.—Liim.: MSFOu. 109:327, 750)
      Dialekt an der unteren Konda xant-: kö:l xantn& 'an die Wand',
      Dialekt an der mittleren Konda kant-: e:kt&skant... sö:t us 'sieben
      Städte nahe am Stein'.

      Die Gleichung ist einerseits wegen der fernen Entsprechungen,
      andererseits deshalb unsicher, weil beide Wörter auch zu einer oder
      mehreren anderen Etymologien gehören können; s. *kanta 'Baumstumpf;
      Grund, Basis, Stand, Ständer, Halter' finnisch-ugrisch bzw. *kanV
      'Rand, Ufer' Uralic


      kanV1 'Rand, Ufer' Uralic

      ? Syrjänisch (Wol.—Réd.)
      permjakisch (Usolje) kan 'bok' |

      ? ostjakisch (310)
      Vach-Dialekt kan&n,,
      Dialekt an der oberen Demjanka (Gewährsmann Narygin) xon&n,,
      Kazym-Dialekt xon&n, 'Rand (Vach-Dialekt Dialekt an der oberen
      Demjanka (Gewährsmann Narygin) Kazym-Dialekt),
      Ufer (Vach-Dialekt Dialekt an der oberen Demjanka (Gewährsmann
      Narygin)), Saum (Vach-Dialekt Kazym-Dialekt)'
      (> selk. Ta. k,ánang, Baicha-Dialekt kaneng 'Rand, Strand)|
      ? wogulisch (Kann.—Liim.: MSFOu. 109 : 327, 750)
      Dialekt an der unteren Konda xant: päs&nm& köl xantn& lak säptil&m
      'ich schiebe den Tisch an die Wand',
      Dialekt an der mittleren Konda kant: e:kt&sk., n´o:rk. .. . söt us
      sieben Städte nahe am Stein, nahe am Ural' |

      ?? ungarisch (dial.) hany 'Moossumpf, Sumpf; Sumpfwiese' ||

      ? [sam. jurakisch(186)
      Obdorsk-Dialekt xi:?'neben (wohin?)', xi:na 'neben (wo?)';

      selk.
      Ket-Dialekt N konné,
      Ket-Dialekt konnéä 'hinauf (in den Wald, auf das Ufer, in den hinteren
      Teil der Stube),
      (Donn. Mskr.) Dialekt am mittleren Tas Tym-Dialekt konä 'nach oben'].

      Ostjakisch n, ist ein Ableitungssuffix, né, ä im selk. Wort ein Dativ-
      oder Lativfsuffix. Die Zugehörigkeit des syrjänischen Wortes ist wegen
      seines seltenen Vorkommens unsicher. Das wogulisch Wort gehört nur
      dann hierher, wenn sein Element t ein Ableitungssuffix ist. Der Wandel
      n>ny im Auslaut des ungarischen Wortes trat im Mittelung ein. Die
      selk. Entsprechung ist wegen des palatalen k unregelmäßig.
      Das ungarische Wort gehört nur im Falle eines Bedeutungswandels 'Rand,
      Ufer' -> Uferseite eines Flusses' -> 'sumpfiges Ufer' -> 'Sumpf,
      feuchte Wiese' hierher.
      Zu dem wogulisch Wort (falls sein t zum Stamm gehört) s. auch *kanta
      'Baumstumpf; Grund, Basis, Stand, Ständer, Halter' finnisch-ugrisch
      bzw. *kanta 'Rand, Kante, Ufer' finnisch-ugrisch.


      kan,V- (kan,kV-) 'klettern, steigen' ugrisch, ?finnisch-ugrisch

      ? Syrjänisch
      Sysola-Dialekt permjakisch ka,j- 'aufsteigen, aufgehen,
      hinaufklettern, klettern, sich erheben', ostpermjakisch karj-
      'steigen, hinaufgehen' |

      ostjakisch (OL 96)
      Vach-Dialekt kan,Vt-,
      Dialekt an der oberen Demjanka (Gewährsmann Narygin) xon,x-,
      Obdorsk-Dialekt xon,- 'klettern; bergauf gehen, stromaufwärts fahren',
      Dialekt an der oberen Demjanka (Gewährsmann Narygin) xan,tep,
      Obdorsk-Dialekt xan,tep 'Treppe, Leiter' |

      wogulisch (WV 100)
      Tavda-Dialekt (Dorf Janyc^kova) kVnk-,
      Dialekt an der unteren Konda Sosva-Dialekt xa:n,x--
      Dialekt an der oberen Konda ke:n,k-,
      Pelymka-Dialekt kan,k- 'klettern, aufklettern' |

      ungarisch hág- 'treten, steigen, schreiten; (Tier) decken, beschälen',
      hágcsó 'Auftritt, Tritt; Trittleiter'.

      Das syrjänische Wort gehört nur im Falle eines finnisch-ugrischen
      Wandels *n,>j hierher. Das ist aber in Wörtern mit velaren Vokalen
      ungewöhnlich. Im Syrjänischen könnte man einen Lautwandel +a > *ä > a
      — unter dem Einfluß des j — annehmen.
      Das von Setälä (FUF 2:277) und Steinitz (OstjChr.2 139) hierher
      gestellte finnische kapua- 'klettern' gehört wegen seines inlautenden
      *w nicht hierher.

      kattV- 'dringen, (vorwärts)gehen, rücken' U

      ?[Wotjakisch
      Sarapul-Dialekt kut- 'ergreifen, in die Hand nehmen; halten,
      beobachten, erfüllen; beherrschen, regieren; anfangen', (Wichm.)
      Glazov-Dialekt kutî.- 'ergreifen, nehmen' |

      syrjänisch
      Sysola-Dialekt permjakisch kut- 'halten; anhalten, aufhalten,
      zurückhalten; ergreifen, fassen, fangen, auffangen
      (Sysola-Dialekt P); besitzen, beherrschen; anfangen, beginnen (S),
      ostpermjakisch kut- 'ergreifen, fassen; anfangen' ||

      ostjakisch (363)
      Vach-Dialekt kat- 'sich heranschleichen',
      Dialekt an der oberen Demjanka (Gewährsmann Narygin) xatt&- 'bewegen,
      verschieben, vorwärts­schieben, stoßen',
      Obdorsk-Dialekt xat- 'sich an einen anderen Platz bewegen, (vorwärts,
      rückwärts, seitwärts) rücken' |

      ungarisch hat- 'wirken; dringen; (altungarisch) können; (altungarisch)
      hineindrin­gen, (altungarisch) besitzen', -hat-, -het- 'können;
      dürfen', hatalom 'Macht, Gewalt' ||

      sam. selk. (Erd.) Ta. qati- 'detIcja, devatIcja; wohin geraten'.

      kawa- 'steigen' finnisch-ugrisch
      ? Finnisch kapua-, kavua-, (dial., kapi-, kapu-, kapaa- ~ kavaa-)
      'klettern, klimmen, steigen' (>est. dial. kabu-), kavahta-
      'aufspringen, auffahren' |

      ? ostjakisch (289, 288)
      Vasjugan-Dialekt kaGaG&l-,
      Dialekt an der oberen Demjanka (Gewährsmann Narygin) xow&t- 'mit dem
      Wasser aufsteigen',
      Obdorsk-Dialekt xowl&- 'an die Oberfläche steigen, aufsteigen (Fett
      beim Kochen, Schweiß)'.

      Finnisch ua (*uða), i, u, ht und ostjakisch G&l, t, l& sind
      Ableitungssuffixe.
      Das p in finnisch kapua- ist in Analogie zu den Verbalstämmen mit
      Stufenwechsel p ~ v aus v entstanden (vgl. kavua-, kavaa-).
      Die ostjakischen interdialektale Vokalentsprechung ist mit einem
      urostjakischen Wechsel *o ~ *a zu erklären.
      Im Ostjakischen ist eine Bedeutungseinengung 'steigen' -> 'an die
      Oberfläche steigen' eingetreten. Die Gleichung ist auch wegen der
      entfernten Verwandtschaft unsicher.
      Finnisch kavahta- 'sich hüten, sich in Acht nehmen' (SKES mit ?)
      gehört aus semantischen Gründen nicht hierher, es ist eine Ableitung
      von kavala 'hinterlistig, heimtückisch'.
      Lappisch norwegisch-lappischer Dialekt go,w'do- -wd- 'float' (PD 459)
      kann wegen seiner inlautenden Konsonantenver­bindung nicht hierher
      gestellt werden.
      Zu dem irrtümlich hierher gestellten ungarischen hág 'treten, steigen'
      und zu seiner Familie (Setälä: FUF 2: 277; Steinitz, OstjChr.2139 mit
      ?) s. *kan,V- (*kan,kV-) 'klettern' U, ? finnisch-ugrisch.

      Die perm. Wörter können nur im Falle einer Bedeutungsentwicklung
      *dringen' -> *'reichen, erreichen' -> 'fangen, ergreifen' ->
      'anfangen, beginnen' hierher gestellt werden.
      Im Ung. ist eine Bedeutungsentwicklung 'dringen, vorwärtsgehen' ->
      'können, imstande sein' -> 'Macht haben' -> 'besitzen' vor sich
      gegangen. Die heutige Bedeutung 'wirken' kann sich aus der Bedeutung
      'Macht haben' entwickelt haben.
      Die Zuordnung von finnisch kohta 'gegenüber liegende Stelle' (Setälä:
      Vir. 1935: 59) stehen semantische Schwierigkeiten im Wege. Im SKES
      werden die perm. Wörter mit ? zum finnischen kunne 'Spur eines
      Druckes' gestellt. Zu dem finnischen Wort s. *kunta- 'ergreifen,
      fangen; (eine Beute) finden' finnisch-ugrisch, ? U.

      kunc^V ~ kuc^V2 'Kraft, Stärke' finnisch-ugrisch
      ?| Finnisch kunto 'Körperkraft, Geistesvermögen, Fähigkeit,
      Geschicklichkeit; Tüchtig­keit, Tauglichkeit; Ordnung, Stand; Form,
      Kondition' (> lappisch norwegisch-lappischer Dialekt gun'do 'courage,
      enterprise', norwegisch-lappischer Dialekt gud´dâ -dd- 'capacity,
      efficiency, being of use'); est. kunnatu, konnatu 'nicht geheuer,
      abscheblich, greulich, schändlich'] |

      ? wotjakisch
      Sarapul-Dialekt kužim,
      Kazan-Dialekt kuž&^m (kužm-) 'Kraft, Stärke, Macht',
      (Wichm.) Glazov-Dialekt kužî.m 'Kraft' |

      ? ostjakisch (351)
      D (folk.) xac^ax : x. ent tajtan 'du hast keine Kräfte(?) (ent tajtan
      'du hast nicht'),
      Kaz. xas^ax an taj&l 'er hat nichts zum Leben (d. h. er hat kein Brot
      und keine Kleider und kann nichts verdienen)',
      xas^axli 'schlecht, in Not lebend'.

      Finnisch o, wotjakisch m und ostjakisch x, xli sind Ableitungssuffixe.
      Finnisch kunto kann auch eine Ableitung von kunta : kansakunta
      'Nation' (kansa 'Volk'), yhteiskunta 'Gesellschaft' (yhteinen
      'gemeinsam') usw. sein: 'joukko, ryhmä; Schar, Gruppe' -> 'rivi;
      Reihe' -> 'järjestys; Ordnung' -> 'kunnossaolo, voimassaanolo; Ordung,
      Kondition'; vgl. finn, väki 'Volk, Leute' ~ 'Kraft, Stärke'; s. unter
      *kunta 'Geschlecht, Sippe, Gemeinschaft' finnisch-ugrisch.
      Wegen seiner unsicheren Bedeutung ist es fraglich, ob das ostjakische
      Wort hierher gehört. Im Finnischen ist mit *nc^, im Wotjakischen und
      Ostjakischen mit *c^ zu rechnen.
      Zu dem irrtümlich hierher gestellten Wörtern wotjakisch kid 'Verstand,
      Sinn' und syrjänisch Sysola-Dialekt kid: mil kid 'Verstand, Vernunft'
      (Wichmann, WotjChr. 68) s. *kintV (*küntV) 'Nebel, Dampf, Rauch' U.
      Zu dem irrtümlich hierher gestellten ostjakisch (352) Dialekt an der
      oberen Demjanka (Gewährsmann Narygin) xos^- 'können, verstehen'
      (Setälä: FUF 2: 224) s. *kac^V- (*koc^V-) 'verstehen, wissen'
      finnisch-ugrisch.
      Wogulisch (WV 70) Tavda-Dialekt (Dorf Janyc^kova) kVn´c´- 'wissen'
      (Setälä: FUF 2: 224) gehört wegen der inlautenden
      Konsonantenverbindung *n´c´ nicht hierher.

      kunta1 'Geschlecht, Sippe, Gemeinschaft' finnisch-ugrisch, ? U
      Finnisch kunta (Gen. kunnan): kansakunta 'Nation' (kansa 'Volk'),
      kyläkunta 'Dorfge­meinde' (kylä 'Dorf), maakunta 'Landschaft, Provinz'
      (maa 'Land'), perhekunta 'Familie, Hausstand' (perhe 'Familie'),
      yhteiskunta 'Gesellschaft' (yhteinen 'Gemeinsam');
      est. kond (Gen. konna): emakond 'die sämtlicher Kinder einer Familie'
      (ema 'Mutter'), kodakond 'Hausgenossenschaft' (koda 'Haus')
      (>lappisch R kunde '-kunta') |
      lappisch
      norwegisch-lappischer Dialekt -go,d'de: bV:râhgo,d'de -dd- 'family;
      relations (collectively)' (bV:râs^ 'family'),
      Kola-Dialekt (557)
      Ter-Dialekt kon,t: iemn´e-k. 'Gegend' (iemn´e 'Erde, Land' |

      ? mord. (Paas.: Suomi 1897/3/13: 15-6) mokscha-mordwinisch kon´dä,
      kun´dä 'Freund, Kamerad' |

      ? ostjakisch (317)
      Vach-Dialekt kant&G jaG 'die Ostjaken' (jaG 'Volk'),
      Dialekt an der oberen Demjanka (Gewährsmann Narygin) xant&,
      Obdorsk-Dialekt xanti 'Ostjake
      (Dialekt an der oberen Demjanka (Gewährsmann Narygin) Obdorsk-Dialekt),
      Mensch (Dialekt an der oberen Demjanka (Gewährsmann Narygin)),
      ostjakisch (Obdorsk-Dialekt)' |

      wogulisch (ÁKE 316)
      Tavda-Dialekt khå:nt,
      nordwogulisch xå:nt 'Heer, Armee, Schar; Krieg, Schlacht',
      Pelymka-Dialekt kho:nt-pøn,k 'Heerführer' (pøn,k 'Kopf),
      (Kann. Mskr.) Tavda-Dialekt (Dorf Janyc^kova) ka:nt 'Krieg, Kriegschar;
      (Kann., mitg.: Lim.: MSFOu. 127:126, Kann.—Limm.: MSFOu. 101:376, 109:7)
      Dialekt an der unteren Konda xo:nt,
      Pelymka-Dialekt kõnt 'Krieg, Kriegsheer',
      (Kann.—Liim.: MSFOu. 111: 167)
      Tavda-Dialekt ka:ntla:kt- 'Kriegführen'
      (> ostjakisch Reg., Pápay nordwogulisch kant, xå:nt 'Heerschar') |

      ungarisch had 'Heer; Krieg; Rotte, Bande; (altungarisch) Sippe,
      Geschlecht', hadakoz- 'Krieg führen, streiten, kämpfen' ||

      ? sam. Jenissei-samojedisch (Donn.—Joki: JSFOu. 58/1: 13) kode 'Stamm,
      Geschlecht'.

      Ostjakisch auslautendes &y, i und & sind wohl denom. Nominalsuffixe.
      Es ist unsicher, ob das ostjakische Wort hierher gehört, weil es nicht
      bekannt ist, ob dieses Ableitungssuffix eine Funktion mit der
      Bedeutung 'zu einer Gemeinschaft (Sippe) gehörend' hat.
      Die Anwendung von finnisch -kunta in geographischen Namen läßt sich
      durch germanischen Einfluß erklären (vgl. altuppländisches schwed.
      -hunda).
      Wegen der inlautenden palatalisierten Konsonantenverbindung und des
      auslautenden palatalen Vokals ist es unsicher, ob das mord. Wort
      hierher gehört.
      Die Bedeutung 'Krieg, Heer' des wogulischen und ungarischen Wortes ist
      sekundär.
      Das Wort ist nur in einer sam. Sprache belegt, deshalb ist es
      unsicher, ob es hierher gehört.

      kunta-3 'fangen; (eine Beute) finden' finnisch-ugrisch, ? U
      Finnisch kunne (Gen. kunteen) 'intryckning, spår efter tryckning; Spur
      eines Druckes; Beute, Vertiefung', (E Itk., LpChr. 117) kunti-
      'fassen, genau pflücken (Beeren)' |
      lappisch
      norwegisch-lappischer Dialekt go,d'de- 'kill, murder, slaughter; fish
      (for), catch (salmon),
      Lule-Dialekt kådde:-,
      Kola-Dialekt (245) Kildin-Dialekt Akkala-Dialekt ko,nte-,
      Notozero-Dialekt ko,tte- 'töten' |
      mord. erzä-mordwinisch mokscha-mordwinisch kunda- 'anfassen,
      ergreifen; langen, unternehmen, anfangen' |
      wogulisch (Kann., mitg. Set.: Vir. 1928 : 255)
      Tavda-Dialekt (Dorf Janyc^kova) kant-,
      Dialekt an der unteren Konda xont-,
      Pelymka-Dialekt kont-,
      Sosva-Dialekt xo:nt-,'löytää; finden; (TJKU)nähdä; sehen' ||

      ? sam. jurakisch(171)
      O O xan´je- Wild jagen';
      Jenissei-samojedisch Chantaika-Dialekt. Baicha-Dialekt kad'a:-
      'fangen, jagen'.

      Finnisch kunne ist eine Ableitung von einem Verb *kunta- 'greifen,
      anfassen' mit dem deverb. Nominalsuffix e (<*ek). Das i in kunti- ist
      ein Verbalsuffix.
      Jurakisch je ist ein Ableitungssuffix. Jen. d' läßt sich auch durch
      den palatalisierenden Einfluß eines ausgefallenen Ableitungssuffixes
      *j erklärten.
      Die sam. Wörter gehören nur im Falle eines Lautwandels *nt
      >jurakischakisch *n > n´ bzw. *nt > Jenissei-samojedisch *dd > d
      (unter den Einfluß des Ableitungssuffixes *j) hierher.
      Siehe noch *kunta-lV- 'hören, horchen' ugrisch, ? finnisch-ugrisch.
      Im SKES werden die Verben wotjakisch kuti- 'ergreifen' und syrjänisch
      kut- 'fangen' mit ? zu finnisch kunne gestellt. Wegen ihres
      inlautenden t können sie nicht hierher gehören; zu den perm. Wörtern
      s. *kattV- 'dringen, (vorwärts)gehen, rücken' Uralic

      kansa 'Volk, Leute; Genosse, Freund' finnisch-permisch
      ?| F i n n. kansa 'Volk, Nation, Leute', kanssa (Postp.) 'mit, samt';
      e s t. kaasa (dial. ka:s) 'Genosse, Gefährte, Gatte, Gattin', -ga
      (Kasussuffix) 'mit, samt' j ?
      lappisch
      norwegisch-lappischer Dialekt ga3'3e -33- 'household (often in
      opposition to a single individual); (considerable) assembly of people',
      Wefsen-Dialekt (596) Gätts'V: nuo`r`V g. 'das junge Geschlecht',
      Kola-Dialekt (254)
      Ter-Dialekt kaince,
      Kildin-Dialekt ka:inc,
      Akkala-Dialekt kainc 'Genosse' ||
      ? [wotjakisch
      Sarapul-Dialekt kuz,
      K kùz 'Paar',
      Sarapul-Dialekt Glazov-Dialekt kuzo,
      K ku:zo 'ein Paar bildend, paarig' |

      syrjänisch
      Sysola-Dialekt permjakisch goz 'Paar',
      ostpermjakisch guz 'para',
      Sysola-Dialekt permjakisch gozja 'paarig, gepaart; Ehepaar',
      ostpermjakisch guzja 'c^eta, muz^ s z^enoj'].

      Die Zugehörigkeit des lappischen Wortes ist wegen des a der ersten
      Silbe unsicher.
      Im Finnischen wurde das Wort zur Postposition mit komitativer
      Funktion, im Est. zum Kasussuffix.
      Zum Bedeutungverhältnis finnisch 'Volk, Leute' ~ est. 'Genosse,
      Gefährte' vgl. finnisch seura 'Gesellschaft'~ est. sõber 'Freund',
      finnisch kunta 'Gemeinde'~ ?mord. mokscha-mordwinisch kon´d'ä, kuñd'ä
      'Freund, Kamerad'. Zu den perm. Bedeutungen 'Paar, Ehepaar' vgl. est.
      kaasa 'Gatte, Gattin'.
      Die Zusammenstellung ist unsicher, weil die finnischen und lappischen
      Wörter auch Entlehnungen aus dem Germ. sein können ( < frühurgerm.
      *xansa: < germ. *hanso: > got. hansa 'Schar, Menge', ahd. hansa
      'Kriegerschar').
      lappisch norwegisch-lappischer Dialekt guos'se -ss- 'guest, stranger'
      (Bergsland: Vir. 1965:153) kann wegen der abweichenden Bedeutung nicht
      hiermit verbunden werden.


      kuttV- (kottV-) 'laufen' finnisch-permisch

      ? Tscher.
      KB k&^ðala-,
      U B kuðala- 'mit einem Pferde schnell dahineilen (reitend od. mit
      Fuhrwerk)
      (KB U), laufen (von vierfüßigen Tieren)
      (KB U B), fahren (mit einem Pferd) (B)' |

      ? syrjänisch
      Sysola-Dialekt koter-: koteren 'laufend',
      Sysola-Dialekt permjakisch kotert-,
      ostpermjakisch ko•tørt- 'laufen, fließen',
      Sysola-Dialekt kotral- 'laufen'.

      Tscher. la und syrjänisch r sind Ableitungssuffixe.
      Der erschließbaren inlautenden *tt kann im Tscher. sporadisch auch ð
      entsprechen.
      Der Vokal der ersten Silbe dürfte *u oder *o gewesen sein. Diesen
      Lauten kann ein urpermisches *o (> syrjänisch o) nur als Ausnahme
      entsprechen.
      Das in ESK hiermit verbundene selk. koptiri- 'springen, hin und der
      hüpfen, fortspringen' paßt wegen des inlautenden pt nicht in diesen
      Zusammenhang.


      http://tech.groups.yahoo.com/group/cybalist/message/59612
      http://tech.groups.yahoo.com/group/cybalist/message/57913
      http://tech.groups.yahoo.com/group/cybalist/message/57904
      http://tech.groups.yahoo.com/group/cybalist/message/56135
      http://tech.groups.yahoo.com/group/cybalist/message/55551

      cf. Engl. haunt < (supposedly) F hant-
      Skeat: origin disputed.
      and all the catch/chase words, and pls. disregard the usual derivation
      from Latin capta:re
      http://tech.groups.yahoo.com/group/cybalist/message/41500
      Skeat also has a Dutch kaets- "catch", cf. the un-Dutch -ts- also in
      bots-, kwets-.

      I was pleased to discover that the lexicographers of UEW have had
      exactly the same qualms in Uralic about the two separate meanings of
      this complex as I had in IE (and they were the same two), without me
      having read the UEW.

      It is interesting that while North European IE and Uralic share the
      words and meanings of "(community around) river harbor", Uralic has
      the semantic predecessor, namely "tree stump, support" implied in
      harbor building.

      That seems to point to Uralic being the donor.
      Note Latin (from Gallic) cai- (/kãI-/?) "barrier, bannister", Lat.
      cancelli (/kanc^-/?) -> Fr. quai, Du. kaai "quay, wharf"

      New guess what the connection "(river) side), harbor"/"hunt" is (note
      same division in Fr. cacher, Eng. catch): those places were summer
      camps, from which they hunted (cf. the Eskimos)? Does this make sense
      with the archaeology of Uralic-speakers? Anybody knows the answer?


      Torsten
    • tgpedersen
      Here s the English version Arnaud pointed out the similarity Engl. hunt ~ Mordv. kunda catch . It seems to be bigger than that. UEW kanta1 tree stump -
      Message 2 of 21 , Jan 20, 2009
      View Source
      • 0 Attachment
        Here's the English version


        Arnaud pointed out the similarity Engl. hunt ~ Mordv. kunda "catch".
        It seems to be bigger than that.

        UEW
        kanta1 'tree stump -> 'ground, base, stand, support, handle' Finno-Ugric
        Finnish kanta (Gen. kannan) 'ground, foot, base; stand; stem; (shoe)
        heel; prominent angular part', kantapää 'heel', kannas (Gen.
        kannaksen) 'tree trunk; isthmus; end of the sled runner'
        (> Saami
        Norwegian Saami gad'do 'back of the knee',
        Kola Saami Ter Saami ka:nta,
        Kildin Saami kant,
        Notozero Saami ka:tt 'heel'),
        kanto (Gen. kannon) 'tree stump, stub'
        (? > Saami Wefsen Saami ka,`ttV 'tree trunk; special post (to which a
        reindeer in the enclosure can be tied)';

        Estonian kand (Gen. kanna) 'heel, foot, footing, lower part, back
        part; lug, handle',
        kand (Gen. kannu) 'tree stump, trunk' |
        Saami
        Norwegian Saami guoddo, gud'du- 'stump (of tree)',
        Lule Saami kuotto:i '»Rohn«, fallen tree, tree trunk',
        ? Norwegian Saami gad'de -dd- 'bank, shore, dry land; (Adv. gadde)
        along the shore',
        ? Lule Saami kadde: 'river bank, beach; edge' |

        Mordvin Erzya kando, Moksha kanda umgefallener Baum, windfall' |

        ? Komi
        Sysola Luza gid 'main part of scythe, river bend (S), sacklike middle
        part of the draught net (Luza)' |

        Khanty (315)
        Vasjugan kant : c^om&lk. 'horizontal beam fastened to the supporting
        base post of the forest storage hut, on top of which the entire
        storage hut is constructed (there are two of them, one on each
        available support)',
        Lower Derjanka (informant Tailakov) xont 'grid built around the foot
        of each forest storage hut on a supporting base post and on top of
        which the floor is placed; (hypochor.) hind legs of the bear',
        Kazym xont 'foot, post of the storage or forest storage hut' |

        Mansi (WV 102)
        Pelymka ke:nt,
        Upper Lozva xa:nta 'storage post', (...)
        ? Lower Konda xant < kö:l xantn& 'to the wall',
        Middle Konda kant: e:xt&skant. .. sö:t us ' seven cities near the rock'.

        In Finnish and Saami a word split has probably occurred:
        Finnish kanta 'Grund', Estonian kand (Gen. kanna) 'heel',
        ? Saami
        Norwegian Saami gad'de 'bank' usw. ~ Finnish kanto 'tree stump,
        Estonian kand (Gen. kannu) id., Saami Norwegian Saami guoddo id. In
        SKES the Finnish words kanta and kanto are separated. This seems not
        to be warranted semantically.
        The inclusion of the Saami Norwegian Saami gad'de 'bank' runs into
        phonological and semantic difficulties. It can only be admitted if a
        semantic change 'ground' -> 'edge' -> 'river bank' has taken place;
        see also *kanta 'edge, river bank' Finno-Ugric.
        For phonological and semantic reasons it is unclear whether the Komi
        word belongs here.
        The sense of the Ob-Ugrian words stems from the fact that the forest
        storage hut mostly was built on fallen or felled tree trunks.
        It is unclear whether Mansi Lower Konda xant-, Middle Konda kant-
        belongs here because of the deducible sense 'edge'; see also *kanV
        'edge, river bank' Uralic and *kanta 'edge, river bank' Finno-Ugric.
        It is unclear whether this word family is related to the word family
        of *kanta- 'carry' Uralic (Finnish kanta 'carry' usw.) (...).
        The inclusion of Finnish kontti 'thighbone' (...) is unacceptable for
        phonological and semantic reasons.


        kanta2 'edge, river bank' Finno-Ugric
        ? Saami
        Norwegian Saami gad'de -dd- 'bank, shore, dry land; (adv. gadde)
        'along the shore',
        Lule Saami kadde: 'river bank, beach, edge' |

        ? Mansi (...)
        Lower Konda xant-: kö:l xantn& 'to the wall',
        Middle Konda kant-: e:kt&skant... sö:t us 'seven cities near the rock'.

        The equation is unclear partly because of the remote correspondences,
        partly because both words could belong to one or several other
        etymologies; see *kanta 'ground, base, stand, support, handle'
        Finno-Ugric and *kanV 'edge, river bank' Uralic


        kanV1 'edge, river bank' Uralic

        ? Komi (Wol.—Réd.)
        Permian (Usolje) kan 'bok' |

        ? Khanty (310)
        Vach kan&n,,
        Upper Demjanka (informant Narygin) xon&n,,
        Kazym xon&n,
        'edge (Vach Upper Demjanka (informant Narygin) Kazym),
        river bank (Vach Upper Demjanka (informant Narygin)),
        seam, edge (Vach Kazym)'
        (> Selkup
        Tas k,ánang,
        Baicha kaneng 'edge, beach)|

        ? Mansi (...)
        Lower Konda xant: päs&nm& köl xantn& lak säptil&m 'I push the table to
        the wall',
        Middle Konda kant: e:kt&sk., n´o:rk. .. . söt us 'seven cities close
        to the rock, close to Ural' |

        ?? Hungarian (dial.) hany 'swamp (meadow)' ||

        ? [Samoyed
        Nenets(186)
        Obdorsk xi:?'(towards) next to', xi:na '(at) next to';

        Selkup
        Ket Dialect N konné,
        Ket Dialect konnéä 'up (into the forest, onto the river bank, into the
        innermost part of room),
        (Donn. Mskr.) Middle Tas Tym-Dialekt konä 'upwards'].

        Khanty n, is a derivational suffix, né, ä in the Selkup word a dative
        or lative suffix. Whether the Komi word belongs here is unclear
        because of its rare occurrence. The Mansi word belongs here only if
        its element t is a derivational suffix. The change n > ny in auslaut
        of the Hungarian word took place in Middle Hungarian. The Selkup
        correspondence is irregular because of the palatal k.
        The Hungarian word belongs here only in the case of a semantic change
        'edge' -> 'river bank' -> 'swampy river bank' -> 'swamp, wet meadow'.
        On the Mansi word (if its t belongs to the stem) see also *kanta 'tree
        stump -> 'ground, base, stand, support, handle' Finno-Ugric bzw.
        *kanta 'edge, river bank' Finno-Ugric.


        kan,V- (kan,kV-) 'climb, rise' Ugrian, ?Finno-Ugric

        ? Komi
        Sysola Permian ka,j- 'rise, go up, climb (up), get up', Eastern
        Permian karj- 'rise, go up' |

        Khanty (OL 96)
        Vach kan,Vt-,
        Upper Demjanka (informant Narygin) xon,x-,
        Obdorsk xon,- 'climb; go up the mountain, go upstream',
        Upper Demjanka (informant Narygin) xan,tep,
        Obdorsk xan,tep 'stairs, ladder' |

        Mansi (WV 100)
        Tavda (village Janyc^kova) kVnk-,
        Lower Konda Sosva xa:n,x--
        Upper Konda ke:n,k-,
        Pelymka kan,k- 'climb (up)' |

        Hungarian hág- 'kick, rise, walk; (animal) service', hágcsó 'footfall;
        stepladder'.

        The Komi word belongs here only in the case of a Finno-Ugric rule
        *n, > j. That is however unusual in words with velar vowels. In Komi
        one might assume a rule +a > *ä > a - under the influence of j.
        The Finnish kapua- "climb" placed here by of Setälä (FUF 2:277) and
        Steinitz (OstjChr.2 139) does not belong here because of its *w in inlaut.

        kattV- 'push, go (forwards)' U

        ?[Udmurt
        Sarapul kut- 'grab; hold, observe, fulfill; master, rule; begin',
        (Wichm.)
        Glazov kutî.- 'grab, take' |

        Komi
        Sysola Permian kut-
        'hold; stop, detain; grasp, grab, catch (Sysola Permian);
        possess, control; begin (Sysola),
        Eastern Permian kut- 'grasp, grab; begin' ||

        Khanty (363)
        Vach kat- 'sneak up on',
        Upper Demjanka (informant Narygin) xatt&- 'move, push (forwards)',
        Obdorsk xat- 'go elsewhere, move (forwards, backwards, sideways)' |

        Hungarian hat- 'effect; push;
        (Old Hungarian) be able to;
        (Old Hungarian) penetrate into,
        (Old Hungarian) possess',
        -hat-, -het- 'be capable of; be permitted to',
        hatalom 'power, force' ||

        Samoyed
        Selkup (...) Tas qati- 'detIsja, devatIsja; get somewhere'.

        kawa- 'rise' Finno-Ugric
        ? Finnish kapua-, kavua-, (dial., kapi-, kapu-, kapaa- ~ kavaa-)
        'climb, rise' (> Estonian dial. kabu-), kavahta- 'jump up, become
        angry' |

        ? Khanty (289, 288)
        Vasjugan kaGaG&l-,
        Upper Demjanka (informant Narygin) xow&t- 'rise with the water',
        Obdorsk xowl&- 'rise to the surface, rise up (fat when cooking, sweat)'.

        Finnish ua (*uða), i, u, ht and Khanty G&l, t, l& are derivational
        suffixes.
        The p in Finnish kapua- has appeared in analogy to the verbal stems
        with Stufenwechsel p ~ v from v (cf. kavua-, kavaa-).
        The Khanty interdialectal vowel correspondence should be explained
        with a Proto-Khanty alternation *o ~ *a.
        In Khanty a semantic narrowing 'rise' -> 'rise to the surface' has
        taken place. The equation is also uncertain because of the remote
        relationship.
        Finnish kavahta- 'take care, be cautious' (SKES with ?) doesn't belong
        here, for semantic reasons, it is a derivation of kavala 'sneaky,
        insidious'.
        Saami Norwegian Saami go,w'do- -wd- 'float' (PD 459) can because of
        its inlauting consonant sequence not be placed here.
        On the Hungarian hág 'step, rise' erroneously placed here and its
        relatives (...) see *kan,V- (*kan,kV-) 'climb' Uralic, ? Finno-Ugric.

        The Permian words can only be placed here in the case of a semantic
        development *'push forwards' -> *'reach, obtain' -> 'catch, grasp' ->
        'begin'.
        In Hungarian a semantic development 'push, go forwards' -> 'be capable
        of' -> 'have power' -> 'possess' has taken place. The present sense
        'effect' may have developed from the sense 'have power'.
        The inclusion of Finnish kohta 'place opposite' (...) faces semantic
        hurdles. In SKES the Permian words are connected with ? with Finnish
        kunne 'pressure mark'. On the Finnish word see *kunta- 'catch; find (a
        prey)' Finno-Ugric, ? Uralic.

        kunc^V ~ kuc^V2 'power, strength' Finno-Ugric?|
        Finnish kunto 'physical strength, mental capacity, ability, skill;
        efficiency; order, state; form, state'
        (> Saami
        Norwegian Saami gun'do 'courage, enterprise',
        Norwegian Saami gud´dâ -dd- 'capacity, efficiency, being of use');
        Estonian kunnatu, konnatu 'frightening, disgusting, cruel, scandalous'] |

        ? Udmurt
        Sarapul kuz^im,
        Kazan kuz^&^m (kuz^m-) 'power, strength, Macht',
        (Wichm.) Glazov kuz^î.m 'power' |

        ? Khanty (351)
        Demjanka (folk.) xac^ax : x. ent tajtan 'you have no powers(?) (ent
        tajtan 'you don't have'),
        Kazym xas^ax an taj&l 'he has nothing for living (ie. he has no bread
        and no clothes and can't work profitably)',
        xas^axli 'bad, living in misery'.

        Finnish o, Udmurt m und Khanty x, xli are derivational suffixes.
        Finnish kunto may also be a derivation of kunta : kansakunta 'nation'
        (kansa 'people'), yhteiskunta 'company' (yhtan 'common') etc.n:
        'troop, group' -> 'row' -> 'order' -> 'order, shape'; cf. finn. väki
        'people' ~ 'power, strength'; see under *kunta '(extended) family,
        community' Finno-Ugric.
        Because of the unvertain sense it is a queation whether the Khanty
        word belongs here. For Finnish *nc^ should be posited, for Udmurt and
        Khanty *c^.
        On the words Udmurt kid 'sense, mind' and Komi Sysola kid: mil kid
        'sense, reason' (...) erroneously placed here see *kintV (*küntV)
        'fog, steam, smoke' Uralic.
        On the Khanty (352) Upper Demjanka (informant Narygin) xos^- 'be
        capable of, understand' (...) erroneously placed here see *kac^V-
        (*koc^V-) 'understand, know' Finno-Ugric.
        Mansi (WV 70) Tavda (village Janyc^kova) kVn´c´- 'know' (...) because
        of the inlauting consonant sequence *n´c´ does not belong here.

        kunta1 '(extended) family, community' Finno-Ugric, ? U
        Finnish kunta (Gen. kunnan): kansakunta 'nation' (kansa 'people'),
        kyläkunta 'village community' (kylä 'village), maakunta 'landscape,
        province' (maa 'land'), perhekunta '(core) family' (perhe 'family'),
        yhteiskunta 'company' (yhtan 'common');

        Estonian kond (Gen. konna): emakond 'all of the children of a family'
        (ema 'Mutter'), kodakond 'house community' (koda 'Haus')
        (>Saami R kunde '-kunta') |

        Saami
        Norwegian Saami -go,d'de: bV:râhgo,d'de -dd- 'family; relations
        (collectively)' (bV:râs^ 'family'),
        Kola Saami (557)
        Ter Saami kon,t: iemn´e-k. 'landscape' (iemn´e 'earth, land' |

        ? Mordvin (Paas.: Suomi 1897/3/13: 15-6) Moksha kon´dä, kun´dä
        'friend, mate' |

        ? Khanty (317)
        Vach kant&G jaG 'the Khanty' (jaG 'people'),
        Upper Demjanka (informant Narygin) xant&,
        Obdorsk xanti 'Khantye
        (Upper Demjanka (informant Narygin) Obdorsk),
        human (Upper Demjanka (informant Narygin)),
        Khanty (Obdorsk)' |

        Mansi (ÁKE 316)
        Tavda khå:nt,
        Northern Mansi xå:nt 'army, troop; war, battle',
        Pelymka kho:nt-pøn,k 'army leader' (pøn,k 'Kopf),
        (...) Tavda (village Janyc^kova) ka:nt 'war, war troop;
        (...)
        Lower Konda xo:nt,
        Pelymka kõnt 'war, war party',
        (...)
        Tavda ka:ntla:kt- 'warführen'
        (> Khanty Reg., Pápay Northern Mansi kant, xå:nt 'army troop') |

        Hungarian had 'army; war; troop, gang; (Old Hungarian) (extended)
        family', hadakoz- 'wage war, struggle, fight' ||

        ? Samoyed
        Enets (...) kode 'tribe, family'.

        Khanty &y, i and & in auslaut are prob. denom. nominal suffixes. It is
        unclear whether the Khanty word belongs here, since it is not known
        whether this derivational suffix has a function with the sense
        'belonging to a community (family)'.
        The use of Finnish -kunta in geographical names might be explained by
        Germanic influence (cf. Old Uppland Swedish -hunda).
        Because of the inlauting palatalized consonant sequence and the
        auslauting palatal vowel it is unclear whether the Mordvin word
        belongs here.
        The sense 'war, army' of the Mansi and Hungarian word is secondary.
        The word is only documented in a Samoyed language, therefore it is
        uncertain whether belongs here.

        kunta-3 'catch; find (a prey)' Finno-Ugric, ? Uralic
        Finnish kunne (Gen. kunteen) 'pressure mark; prey, dent', (...) kunti-
        'grab, pick meticulously (berries)' |
        Saami
        Norwegian Saami go,d'de- 'kill, murder, slaughter; fish (for), catch
        (salmon),
        Lule Saami kådde:-,
        Kola Saami (245) Kildin Saami Akkala Saami ko,nte-,
        Notozero Saami ko,tte- 'kill' |

        Mordvin
        Erzya Moksha kunda- 'grab, grasp; hand over, undertake, begin' |

        Mansi (...)
        Tavda (village Janyc^kova) kant-,
        Lower Konda xont-,
        Pelymka kont-,
        Sosva xo:nt-,'find; (...) see' ||

        ? Samoyed
        Nenets(171) Upper Ob xan´je- 'hunt game';
        Enets Chantaika Baicha kad'a:- 'catch, hunt'.

        Finnish kunne is a derivation of a verb *kunta- 'grab, grasp' with the
        deverb. nominal suffix e (<*ek). The i in kunti- is a verbal suffix.
        Nenets je is a derivational suffix. Enets d' may be explained as the
        palatalizing influence of a lost derivational suffix *j.
        The Samoyed words belong here only in the case of a change
        *nt >Nenets *n > n´ and *nt > Enets *dd > d (under the influence of
        the derivational suffixess *j).
        See also *kunta-lV- 'hear, listen' Ugrian, ? Finno-Ugric.
        In the SKES the verbs Udmurt kuti- 'grasp' and Komi kut- 'catch' are
        connected with ? to Finnish kunne. Because of their inlauting t they
        can't belong here; on the Permian words see *kattV- 'push, go
        (forwards), move' Uralic

        kansa 'people; mate, friend' Finno-Permian
        ?| Finn. kansa 'people, nation', kanssa (postp.) 'with';
        Estonian kaasa (dial. ka:s) 'mate, companion, spouse', -ga (case
        suffix) 'with' |
        ? Saami
        Norwegian Saami ga3'3e -33- 'household (often in opposition to a
        single individual); (considerable) assembly of people',
        Wefsen Saami (596) Gätts'V: nuo`r`V g. 'the young family',
        Kola Saami (254)
        Ter Saami kaince,
        Kildin Saami ka:inc,
        Akkala Saami kainc 'mate' ||

        ? [Udmurt
        Sarapul kuz,
        Kazan kùz 'pair',
        Sarapul Glazov kuzo,
        Kazan ku:zo 'forming a pair' |

        Komi
        Sysola Permian goz 'pair',
        Eastern Permian guz 'pair',
        Sysola Permian gozja 'forming a pair, paired; married couple',
        Eastern Permian guzja 'c^eta, muz^ s z^enoj'].

        Because of the a of the first syllable it is uncertain whether the
        Sami word belongs here.
        In Finnish the word became a postposition with comitative function, in
        Estonian a case suffix.
        On the semantic relationship Finnish 'people' ~ Estonian 'mate,
        companion' cf. Finnish seura 'company'~ Estonian sõber 'friend',
        Finnish kunta 'community'~ ?Mordvin Moksha kon´d'ä, kuñd'ä 'friend,
        mate'. On the Permian senses '(married) couple' cf. Estonian kaasa
        'spouse'.
        The set of words uncertain, since the Finnish and Saami words also can
        be loans from Germanic ( < early Proto-Germanic *xansa: < Germanic.
        *hanso: > Gothic hansa 'troop, crowd', OHG hansa 'warrior troop').
        Saami Norwegian Saami guos'se -ss- 'guest, stranger' (Bergsland: Vir.
        1965:153) can because of the too distant sense not be placed here.


        kuttV- (kottV-) 'run' Finno-Permian

        ? Mari
        Kozmodemjansk (Mountain) k&^ðala-,
        Urz^um Birsk kuðala- 'go fast by horse (horseback or carriage)
        (Kozmodemjansk (Mountain) Urz^um), run (of quadrupeds)
        (Kozmodemjansk (Mountain) Urz^um Birsk), go (by horse) (Birsk)' |

        ? Komi
        Sysola koter-: koteren 'running',
        Sysola Permian kotert-,
        Eastern Permian ko•tørt- 'run, flow',
        Sysola kotral- 'run'.

        Mari la and Komi r are derivational suffixes.
        The deduced inlauting *tt can in Mari sporadically correspond to ð.
        The vowel of the ersten syllable was probably *u or *o. These phonemes
        may correspond to Proto-Permian *o (> Komi o) only as an exception.
        The Selkup koptiri- 'jump (about, forward)' which ESK connects here
        does not fit because of the inlauting pt.'


        http://tech.groups.yahoo.com/group/cybalis/message/59612
        http://tech.groups.yahoo.com/group/cybalis/message/57913
        http://tech.groups.yahoo.com/group/cybalis/message/57904
        http://tech.groups.yahoo.com/group/cybalis/message/56135
        http://tech.groups.yahoo.com/group/cybalis/message/55551

        cf. Engl. haunt < (supposedly) F hant-
        Skeat: origin disputed.
        and all the catch/chase words, and pls. disregard the usual derivation
        from Latin capta:re
        http://tech.groups.yahoo.com/group/cybalis/message/41500
        Skeat also has a Dutch kaets- "catch", cf. the un-Dutch -ts- also in
        bots-, kwets-.


        It is interesting that while North European IE and Uralic share the
        words and meanings of "(community around) river harbor", Uralic has
        the semantic predecessor, namely "tree stump, support" implied in
        harbor building.
        That seems to point to Uralic being the donor.
        Note Latin (from Gallic) cai- (/kãI-/?) "barrier, banniser", Lat.
        cancelli (/kanc^-/?) -> Fr. quai, Du. kaai "quay, wharf"

        New guess what the connection "(river) side), harbor"/"hunt" is (note
        same division in Fr. cacher, Eng. catch): those places were summer
        camps, from which they hunted (cf. the Eskimos)?

        Note also district names
        Est. -kond ~ Uppland Swed. -hunda ~ Pre-Dutch -hant- (Twente, Drenthe)


        Torsten
      • tgpedersen
        ... Arnaud pointed out the similarity Engl. hunt ~ Mordv. kunda catch . It seems to be bigger than that. UEW kanta1 tree stump - ground, base, stand,
        Message 3 of 21 , Jan 21, 2009
        View Source
        • 0 Attachment
          --- In cybalist@yahoogroups.com, "tgpedersen" <tgpedersen@...> wrote:
          >
          >
          > Here's the English version
          >
          >
          Arnaud pointed out the similarity Engl. hunt ~ Mordv. kunda "catch".
          It seems to be bigger than that.

          UEW
          kanta1 'tree stump -> 'ground, base, stand, support, handle'
          Finno-Ugric
          Finnish kanta (Gen. kannan) 'ground, foot, base; stand; stem; (shoe)
          heel; prominent angular part', kantapää 'heel', kannas (Gen.
          kannaksen) 'tree trunk; isthmus; end of the sled runner'
          (> Saami
          Norwegian Saami gad'do 'back of the knee',
          Kola Saami Ter Saami ka:nta,
          Kildin Saami kant,
          Notozero Saami ka:tt 'heel'),
          kanto (Gen. kannon) 'tree stump, stub'
          (? > Saami Wefsen Saami ka,`ttV 'tree trunk; special post (to which a
          reindeer in the enclosure can be tied)';

          Estonian kand (Gen. kanna) 'heel, foot, footing, lower part, back
          part; lug, handle',
          kand (Gen. kannu) 'tree stump, trunk' |
          Saami
          Norwegian Saami guoddo, gud'du- 'stump (of tree)',
          Lule Saami kuotto:i '»Rohn«, fallen tree, tree trunk',
          ? Norwegian Saami gad'de -dd- 'bank, shore, dry land; (Adv. gadde)
          along the shore',
          ? Lule Saami kadde: 'river bank, beach; edge' |

          Mordvin Erzya kando, Moksha kanda fallen tree, windfall' |

          ? Komi
          Sysola Luza gid 'main part of scythe, river bend (S), sacklike middle
          part of the draught net (Luza)' |

          Khanty (315)
          Vasjugan kant : c^om&lk. 'horizontal beam fastened to the supporting
          base post of the forest storage hut, on top of which the entire
          storage hut is constructed (there are two of them, one on each
          available support)',
          Lower Derjanka (informant Tailakov) xont 'grid built around the foot
          of each forest storage hut on a supporting base post and on top of
          which the floor is placed; (hypochor.) hind legs of the bear',
          Kazym xont 'foot, post of the storage or forest storage hut' |

          Mansi (WV 102)
          Pelymka ke:nt,
          Upper Lozva xa:nta 'storage post', (...)
          ? Lower Konda xant < kö:l xantn& 'to the wall',
          Middle Konda kant:
          e:xt&skant. .. sö:t us 'seven cities near the rock'.

          In Finnish and Saami a word split has probably occurred:
          Finnish kanta 'Grund', Estonian kand (Gen. kanna) 'heel',
          ? Saami
          Norwegian Saami gad'de 'bank' usw. ~ Finnish kanto 'tree stump,
          Estonian kand (Gen. kannu) id., Saami Norwegian Saami guoddo id. In
          SKES the Finnish words kanta and kanto are separated. This seems not
          to be warranted semantically.
          The inclusion of the Saami Norwegian Saami gad'de 'bank' runs into
          phonological and semantic difficulties. It can only be admitted if a
          semantic change 'ground' -> 'edge' -> 'river bank' has taken place;
          see also *kanta 'edge, river bank' Finno-Ugric.
          For phonological and semantic reasons it is unclear whether the Komi
          word belongs here.
          The sense of the Ob-Ugrian words stems from the fact that the forest
          storage hut mostly was built on fallen or felled tree trunks.
          It is unclear whether Mansi Lower Konda xant-, Middle Konda kant-
          belongs here because of the deducible sense 'edge'; see also *kanV
          'edge, river bank' Uralic and *kanta 'edge, river bank' Finno-Ugric.
          It is unclear whether this word family is related to the word family
          of *kanta- 'carry' Uralic (Finnish kanta 'carry' usw.) (...).
          The inclusion of Finnish kontti 'thighbone' (...) is unacceptable for
          phonological and semantic reasons.


          kanta2 'edge, river bank' Finno-Ugric
          ? Saami
          Norwegian Saami gad'de -dd- 'bank, shore, dry land; (adv. gadde)
          'along the shore',
          Lule Saami kadde: 'river bank, beach, edge' |

          ? Mansi (...)
          Lower Konda xant-: kö:l xantn& 'to the wall',
          Middle Konda kant-:
          e:kt&skant... sö:t us 'seven cities near the rock'.

          The equation is unclear partly because of the remote correspondences,
          partly because both words could belong to one or several other
          etymologies; see *kanta 'ground, base, stand, support, handle'
          Finno-Ugric and *kanV 'edge, river bank' Uralic


          kanV1 'edge, river bank' Uralic

          ? Komi (Wol.—Réd.)
          Permian (Usolje) kan 'bok' |

          ? Khanty (310)
          Vach kan&n,,
          Upper Demjanka (informant Narygin) xon&n,,
          Kazym xon&n,
          'edge (Vach Upper Demjanka (informant Narygin) Kazym),
          river bank (Vach Upper Demjanka (informant Narygin)),
          seam, edge (Vach Kazym)'
          (> Selkup
          Tas k,ánang,
          Baicha kaneng 'edge, beach)|

          ? Mansi (...)
          Lower Konda xant: päs&nm& köl xantn& lak säptil&m 'I push the table to
          the wall',
          Middle Konda kant: e:kt&sk., n´o:rk. .. . söt us 'seven cities close
          to the rock, close to Ural' |

          ?? Hungarian (dial.) hany 'swamp (meadow)' ||

          ? [Samoyed
          Nenets(186)
          Obdorsk xi:?'(towards) next to', xi:na '(at) next to';

          Selkup
          Ket Dialect N konné,
          Ket Dialect konnéä 'up (into the forest, onto the river bank, into the
          innermost part of room),
          (Donn. Mskr.) Middle Tas Tym-Dialekt konä 'upwards'].

          Khanty n, is a derivational suffix, né, ä in the Selkup word a dative
          or lative suffix. Whether the Komi word belongs here is unclear
          because of its rare occurrence. The Mansi word belongs here only if
          its element t is a derivational suffix. The change n > ny in auslaut
          of the Hungarian word took place in Middle Hungarian. The Selkup
          correspondence is irregular because of the palatal k.
          The Hungarian word belongs here only in the case of a semantic change
          'edge' -> 'river bank' -> 'swampy river bank' -> 'swamp, wet meadow'.
          On the Mansi word (if its t belongs to the stem) see also *kanta 'tree
          stump -> 'ground, base, stand, support, handle' Finno-Ugric and*kanta
          'edge, river bank' Finno-Ugric.


          kan,V- (kan,kV-) 'climb, rise' Ugrian, ?Finno-Ugric

          ? Komi
          Sysola Permian ka,j- 'rise, go up, climb (up), get up', Eastern
          Permian karj- 'rise, go up' |

          Khanty (OL 96)
          Vach kan,Vt-,
          Upper Demjanka (informant Narygin) xon,x-,
          Obdorsk xon,- 'climb; go up the mountain, go upstream',
          Upper Demjanka (informant Narygin) xan,tep,
          Obdorsk xan,tep 'stairs, ladder' |

          Mansi (WV 100)
          Tavda (village Janyc^kova) kVnk-,
          Lower Konda Sosva xa:n,x--
          Upper Konda ke:n,k-,
          Pelymka kan,k- 'climb (up)' |

          Hungarian hág- 'kick, rise, walk; (animal) service', hágcsó 'footfall;
          stepladder'.

          The Komi word belongs here only in the case of a Finno-Ugric rule *n,
          > j. That is however unusual in words with velar vowels. In Komi one
          might assume a rule +a > *ä > a - under the influence of j.
          The Finnish kapua- "climb" placed here by of Setälä (FUF 2:277) and
          Steinitz (OstjChr.2 139) does not belong here because of its *w in inlaut.

          kattV- 'push, go (forwards)' U

          ?[Udmurt
          Sarapul kut- 'grab; hold, observe, fulfill; master, rule; begin',
          (Wichm.)
          Glazov kutî.- 'grab, take' |

          Komi
          Sysola Permian kut-
          'hold; stop, detain; grasp, grab, catch (Sysola Permian);
          possess, control; begin (Sysola),
          Eastern Permian kut- 'grasp, grab; begin' ||

          Khanty (363)
          Vach kat- 'sneak up on',
          Upper Demjanka (informant Narygin) xatt&- 'move, push (forwards)',
          Obdorsk xat- 'go elsewhere, move (forwards, backwards, sideways)' |

          Hungarian hat- 'effect; push;
          (Old Hungarian) be able to;
          (Old Hungarian) penetrate into,
          (Old Hungarian) possess',
          -hat-, -het- 'be capable of; be permitted to',
          hatalom 'power, force' ||

          Samoyed
          Selkup (...) Tas qati- 'detIsja, devatIsja; get somewhere'.

          kawa- 'rise' Finno-Ugric
          ? Finnish kapua-, kavua-, (dial., kapi-, kapu-, kapaa- ~ kavaa-)
          'climb, rise' (> Estonian dial. kabu-), kavahta- 'jump up, become
          angry' |

          ? Khanty (289, 288)
          Vasjugan kaGaG&l-,
          Upper Demjanka (informant Narygin) xow&t- 'rise with the water',
          Obdorsk xowl&- 'rise to the surface, rise up (fat when cooking, sweat)'.

          Finnish ua (*uða), i, u, ht and Khanty G&l, t, l& are derivational
          suffixes.
          The p in Finnish kapua- has appeared in analogy to the verbal stems
          with Stufenwechsel p ~ v from v (cf. kavua-, kavaa-).
          The Khanty interdialectal vowel correspondence should be explained
          with a Proto-Khanty alternation *o ~ *a.
          In Khanty a semantic narrowing 'rise' -> 'rise to the surface' has
          taken place. The equation is also uncertain because of the remote
          relationship.
          Finnish kavahta- 'take care, be cautious' (SKES with ?) doesn't belong
          here, for semantic reasons, it is a derivation of kavala 'sneaky,
          insidious'.
          Saami Norwegian Saami go,w'do- -wd- 'float' (PD 459) can because of
          its inlauting consonant sequence not be placed here.
          On the Hungarian hág 'step, rise' erroneously placed here and its
          relatives (...) see *kan,V- (*kan,kV-) 'climb' Uralic, ? Finno-Ugric.

          The Permian words can only be placed here in the case of a semantic
          development *'push forwards' -> *'reach, obtain' -> 'catch, grasp' ->
          'begin'.
          In Hungarian a semantic development 'push, go forwards' -> 'be capable
          of' -> 'have power' -> 'possess' has taken place. The present sense
          'effect' may have developed from the sense 'have power'.
          The inclusion of Finnish kohta 'place opposite' (...) faces semantic
          hurdles. In SKES the Permian words are connected with ? with Finnish
          kunne 'pressure mark'. On the Finnish word see *kunta- 'catch; find (a
          prey)' Finno-Ugric, ? Uralic.

          kunc^V ~ kuc^V2 'power, strength' Finno-Ugric?|
          Finnish kunto 'physical strength, mental capacity, ability, skill;
          efficiency; order, state; form, state'
          (> Saami
          Norwegian Saami gun'do 'courage, enterprise',
          Norwegian Saami gud´dâ -dd- 'capacity, efficiency, being of use');
          Estonian kunnatu, konnatu 'frightening, disgusting, cruel, scandalous'] |

          ? Udmurt
          Sarapul kuz^im,
          Kazan kuz^&^m (kuz^m-) 'power, strength, Macht',
          (Wichm.) Glazov kuz^î.m 'power' |

          ? Khanty (351)
          Demjanka (folk.) xac^ax : x. ent tajtan 'you have no powers(?) (ent
          tajtan 'you don't have'),
          Kazym xas^ax an taj&l 'he has nothing for living (ie. he has no bread
          and no clothes and can't work profitably)',
          xas^axli 'bad, living in misery'.

          Finnish o, Udmurt m und Khanty x, xli are derivational suffixes.
          Finnish kunto may also be a derivation of kunta : kansakunta 'nation'
          (kansa 'people'), yhteiskunta 'company' (yhtan 'common') etc.n:
          'troop, group' -> 'row' -> 'order' -> 'order, shape'; cf. finn. väki
          'people' ~ 'power, strength'; see under *kunta '(extended) family,
          community' Finno-Ugric.
          Because of the unvertain sense it is a question whether the Khanty
          word belongs here. For Finnish *nc^ should be posited, for Udmurt and
          Khanty *c^.
          On the words Udmurt kid 'sense, mind' and Komi Sysola kid: mil kid
          'sense, reason' (...) erroneously placed here see *kintV (*küntV)
          'fog, steam, smoke' Uralic.
          On the Khanty (352) Upper Demjanka (informant Narygin) xos^- 'be
          capable of, understand' (...) erroneously placed here see *kac^V-
          (*koc^V-) 'understand, know' Finno-Ugric.
          Mansi (WV 70) Tavda (village Janyc^kova) kVn´c´- 'know' (...) because
          of the inlauting consonant sequence *n´c´ does not belong here.

          kunta1 '(extended) family, community' Finno-Ugric, ? U
          Finnish kunta (Gen. kunnan): kansakunta 'nation' (kansa 'people'),
          kyläkunta 'village community' (kylä 'village), maakunta 'landscape,
          province' (maa 'land'), perhekunta '(core) family' (perhe 'family'),
          yhteiskunta 'company' (yhtan 'common');

          Estonian kond (Gen. konna): emakond 'all of the children of a family'
          (ema 'mother'), kodakond 'house community' (koda 'house')
          (>Saami R kunde '-kunta') |

          Saami
          Norwegian Saami -go,d'de: bV:râhgo,d'de -dd- 'family; relations
          (collectively)' (bV:râs^ 'family'),
          Kola Saami (557)
          Ter Saami kon,t: iemn´e-k. 'landscape' (iemn´e 'earth, land' |

          ? Mordvin (Paas.: Suomi 1897/3/13: 15-6)
          Moksha kon´dä, kun´dä 'friend, mate' |

          ? Khanty (317)
          Vach kant&G jaG 'the Khanty' (jaG 'people'),
          Upper Demjanka (informant Narygin) xant&,
          Obdorsk xanti
          'Khanty (Upper Demjanka (informant Narygin) Obdorsk),
          human (Upper Demjanka (informant Narygin)),
          Khanty (Obdorsk)' |

          Mansi (ÁKE 316)
          Tavda khå:nt,
          Northern Mansi xå:nt 'army, troop; war, battle',
          Pelymka kho:nt-pøn,k 'army leader' (pøn,k 'head'),
          (...) Tavda (village Janyc^kova) ka:nt 'war, war troop;
          (...)
          Lower Konda xo:nt,
          Pelymka kõnt 'war, war party',
          (...)
          Tavda ka:ntla:kt- 'wage war'
          (> Khanty Reg., Pápay Northern Mansi kant, xå:nt 'army troop') |

          Hungarian had 'army; war; troop, gang; (Old Hungarian) (extended)
          family', hadakoz- 'wage war, struggle, fight' ||

          ? Samoyed
          Enets (...) kode 'tribe, family'.

          Khanty &y, i and & in auslaut are prob. denom. nominal suffixes. It is
          unclear whether the Khanty word belongs here, since it is not known
          whether this derivational suffix has a function with the sense
          'belonging to a community (family)'.
          The use of Finnish -kunta in geographical names might be explained by
          Germanic influence (cf. Old Uppland Swedish -hunda).
          Because of the inlauting palatalized consonant sequence and the
          auslauting palatal vowel it is unclear whether the Mordvin word
          belongs here.
          The sense 'war, army' of the Mansi and Hungarian word is secondary.
          The word is only documented in a Samoyed language, therefore it is
          uncertain whether belongs here.

          kunta-3 'catch; find (a prey)' Finno-Ugric, ? Uralic
          Finnish kunne (Gen. kunteen) 'pressure mark; prey, dent', (...) kunti-
          'grab, pick meticulously (berries)' |
          Saami
          Norwegian Saami go,d'de- 'kill, murder, slaughter; fish (for), catch
          (salmon),
          Lule Saami kådde:-,
          Kola Saami (245) Kildin Saami Akkala Saami ko,nte-,
          Notozero Saami ko,tte- 'kill' |

          Mordvin
          Erzya Moksha kunda- 'grab, grasp; hand over, undertake, begin' |

          Mansi (...)
          Tavda (village Janyc^kova) kant-,
          Lower Konda xont-,
          Pelymka kont-,
          Sosva xo:nt-,'find; (...) see' ||

          ? Samoyed
          Nenets(171) Upper Ob xan´je- 'hunt game';
          Enets Chantaika Baicha kad'a:- 'catch, hunt'.

          Finnish kunne is a derivation of a verb *kunta- 'grab, grasp' with the
          deverb. nominal suffix e (<*ek). The i in kunti- is a verbal suffix.
          Nenets je is a derivational suffix. Enets d' may be explained as the
          palatalizing influence of a lost derivational suffix *j.
          The Samoyed words belong here only in the case of a change *nt >Nenets
          *n > n´ and *nt > Enets *dd > d (under the influence of the
          derivational suffixess *j).
          See also *kunta-lV- 'hear, listen' Ugrian, ? Finno-Ugric.
          In the SKES the verbs Udmurt kuti- 'grasp' and Komi kut- 'catch' are
          connected with ? to Finnish kunne. Because of their inlauting t they
          can't belong here; on the Permian words see *kattV- 'push, go
          (forwards), move' Uralic

          kansa 'people; mate, friend' Finno-Permian?|
          Finn. kansa 'people, nation', kanssa (postp.) 'with';
          Estonian kaasa (dial. ka:s) 'mate, companion, spouse', -ga (case
          suffix) 'with' |

          ? Saami
          Norwegian Saami ga3'3e -33- 'household (often in opposition to a
          single individual); (considerable) assembly of people',
          Wefsen Saami (596) Gätts'V: nuo`r`V g. 'the young family',
          Kola Saami (254)
          Ter Saami kaince,
          Kildin Saami ka:inc,
          Akkala Saami kainc 'mate' ||

          ? [Udmurt
          Sarapul kuz,
          Kazan kùz 'pair',
          Sarapul Glazov kuzo,
          Kazan ku:zo 'forming a pair' |

          Komi
          Sysola Permian goz 'pair',
          Eastern Permian guz 'pair',
          Sysola Permian gozja 'forming a pair, paired; married couple',
          Eastern Permian guzja 'c^eta, muz^ s z^enoj'].

          Because of the a of the first syllable it is uncertain whether the
          Sami word belongs here.
          In Finnish the word became a postposition with comitative function, in
          Estonian a case suffix.
          On the semantic relationship Finnish 'people' ~ Estonian 'mate,
          companion' cf. Finnish seura 'company' ~ Estonian sõber 'friend',
          Finnish kunta 'community'~ ?Mordvin Moksha kon´d'ä, kuñd'ä 'friend,
          mate'. On the Permian senses '(married) couple' cf. Estonian kaasa
          'spouse'.
          The set of words uncertain, since the Finnish and Saami words also can
          be loans from Germanic ( < early Proto-Germanic *xansa: < Germanic.
          *hanso: > Gothic hansa 'troop, crowd', OHG hansa 'warrior troop').
          Saami Norwegian Saami guos'se -ss- 'guest, stranger' (Bergsland: Vir.
          1965:153) can because of the too distant sense not be placed here.


          kuttV- (kottV-) 'run' Finno-Permian

          ? Mari
          Kozmodemjansk (Mountain) k&^ðala-,
          Urz^um Birsk kuðala- 'go fast by horse (horseback or carriage)
          (Kozmodemjansk (Mountain) Urz^um), run (of quadrupeds)
          (Kozmodemjansk (Mountain) Urz^um Birsk), go (by horse) (Birsk)' |

          ? Komi
          Sysola koter-: koteren 'running',
          Sysola Permian kotert-,
          Eastern Permian ko•tørt- 'run, flow',
          Sysola kotral- 'run'.

          Mari la and Komi r are derivational suffixes.
          The deduced inlauting *tt can in Mari sporadically correspond to ð.
          The vowel of the first syllable was probably *u or *o. These phonemes
          may correspond to Proto-Permian *o (> Komi o) only as an exception.
          The Selkup koptiri- 'jump (about, forward)' which ESK connects here
          does not fit because of the inlauting pt.'


          http://tech.groups.yahoo.com/group/cybalis/message/59612
          http://tech.groups.yahoo.com/group/cybalis/message/57913
          http://tech.groups.yahoo.com/group/cybalis/message/57904
          http://tech.groups.yahoo.com/group/cybalis/message/56135
          http://tech.groups.yahoo.com/group/cybalis/message/55551

          cf. Engl. haunt < (supposedly) F hant-
          Skeat: origin disputed.
          and all the catch/chase words, and pls. disregard the usual derivation
          from Latin capta:re
          http://tech.groups.yahoo.com/group/cybalis/message/41500
          Skeat also has a Dutch kaets- "catch", cf. the un-Dutch -ts- also in
          bots-, kwets-.


          It is interesting that while North European IE and Uralic share the
          words and meanings of "(community around) river harbor", Uralic has
          the semantic predecessor, namely "tree stump, support" implied in
          harbor building.
          That seems to point to Uralic being the donor.
          Note Latin (from Gallic) cai- (/kãI-/?) "barrier, banniser", Lat.
          cancelli (/kanc^-/?) -> Fr. quai, Du. kaai "quay, wharf"

          New guess what the connection "(river) side), harbor"/"hunt" is (note
          same division in Fr. cacher, Eng. catch): those places were summer
          camps, from which they hunted (cf. the Eskimos)?

          Note also district names
          Est. -kond ~ Uppland Swed. -hunda ~ Pre-Dutch -hant- (Twente, Drenthe)


          And of course, it's not complete without this one:
          UEW
          'kota 'tent, hut, house' FU
          Finnish kota 'tent, Saami hut, field kitchen';
          Estonian koda (gen. koa) 'house, building, porch, farmer summer
          kitchen' |

          lapp.
          Norwegian Saami. goatte -ð- 'tent; Lapp hut',
          Lule Saami kå:hte,
          Kola Saami (161)
          Ter Saami kiø,tte,
          Kildin Saami kuø,tt,
          Notozero Saami kuo,ht,
          Akkala Saami kø,t 'id.; pocket, purse' |

          Mordvin
          Erzya kudo,
          Moksha kud 'house, living room' |

          Mari
          Kozmodemjansk (Mountain) kuð&^,
          Urz^um kuðo 'the Mari summer hut',
          Birsk kuðo 'a house on the homested used as kitchen in the summer' |

          Udmurtka, ko:
          Sarapul kor-ka 'house' (kor 'beam'), vu-ko 'mill' (vu 'water'), kwa,
          Kazan kwala 'wotjakische sommer hut',
          Glazov korka 'house, cottage' |

          Komi ka, ko, ku:
          Sysola ker-ka,
          Permyak ker-ku,
          Permyak ke•r-ku, kò•r-ku (ker 'beam'),
          Sysola vic´-ko,
          Permyak vic´-ku 'church' (vi3´ 'fasting') |

          Khanty (OL 90)
          Vach kat,
          Upper Demjanka (informant Narygin) xot,
          Obdorsk xat 'house' |

          Hungarian ház (Akk. házat) 'house; familie; (Old Hungarian) room',
          ëgyház 'church', haza 'home(wards); home country', házas 'married'.


          >< ? IE: *kata-:
          Av. kata- '(storage) chamber, cellar',
          Persian kad 'house'.

          Ancient Wanderwort (cf.
          Turk. kota 'house',
          Mong. qota(n) 'enclosure, village, city, house',
          Ainu kot '(house) site',
          Tamil kut.i 'hut, house').
          Cf. also Skr. kut.a- 'fortress', kut.i- 'hut'.

          The Hungarian derivation házas has by several researchers (Wichmann:
          FUF 11: 214; Setälä: FUF 13:376 with ?; Toivonen: FUF 19:205; Zsirai:
          MNy. 22:185) erroneously been joined with Finnish kansa 'people' and
          its word family. On the Finnish word kansa see under *kansa 'people' FP.
          '

          With that sort of global distribution of the word, there doesn't seem
          to be much need to send the Germani to pay a visit to the Yenisseian
          speakers
          http://tech.groups.yahoo.com/group/cybalist/message/62559


          Torsten
        • Arnaud Fournet
          ... From: tgpedersen To: Sent: Thursday, January 22, 2009 12:47 AM Subject: [tied] Re: *kant-/*kunt-,
          Message 4 of 21 , Jan 21, 2009
          View Source
          • 0 Attachment
            ----- Original Message -----
            From: "tgpedersen" <tgpedersen@...>
            To: <cybalist@yahoogroups.com>
            Sent: Thursday, January 22, 2009 12:47 AM
            Subject: [tied] Re: *kant-/*kunt-, harbor, hide and hunt



            --- In cybalist@yahoogroups.com, "tgpedersen" <tgpedersen@...> wrote:
            >
            >
            > Here's the English version
            >
            >
            Arnaud pointed out the similarity Engl. hunt ~ Mordv. kunda "catch".
            It seems to be bigger than that.

            UEW
            [...]
            With that sort of global distribution of the word, there doesn't seem
            to be much need to send the Germani to pay a visit to the Yenisseian
            speakers
            http://tech.groups.yahoo.com/group/cybalist/message/62559

            Torsten

            ======

            I really wonder what you want to show with that kind of long list of words
            with no analysis and no coherence,
            it amounts to nothing.
            Your conclusion is just propaganda with no support and no data.

            A.
          • tgpedersen
            ... I can see the data are beginning to get to you. Torsten
            Message 5 of 21 , Jan 21, 2009
            View Source
            • 0 Attachment
              >
              > --- In cybalist@yahoogroups.com, "tgpedersen" <tgpedersen@> wrote:
              > >
              > >
              > > Here's the English version
              > >
              > >
              > Arnaud pointed out the similarity Engl. hunt ~ Mordv. kunda "catch".
              > It seems to be bigger than that.
              >
              > UEW
              > [...]
              > With that sort of global distribution of the word, there doesn't
              > seem to be much need to send the Germani to pay a visit to the
              > Yenisseian speakers
              > http://tech.groups.yahoo.com/group/cybalist/message/62559
              >
              > Torsten
              >
              > ======
              >
              > I really wonder what you want to show with that kind of long list
              > of words with no analysis and no coherence,
              > it amounts to nothing.
              > Your conclusion is just propaganda with no support and no data.
              >

              I can see the data are beginning to get to you.


              Torsten
            • tgpedersen
              ... In the kant-/katt-/kunt- etc list the internal connections are two 1) a semantic development from words having to do with hunting storage hut, side of the
              Message 6 of 21 , Jan 22, 2009
              View Source
              • 0 Attachment
                --- In cybalist@yahoogroups.com, "Arnaud Fournet" <fournet.arnaud@...>
                wrote:
                >
                > ----- Original Message -----
                > From: "tgpedersen" <tgpedersen@...>
                >
                > --- In cybalist@yahoogroups.com, "tgpedersen" <tgpedersen@> wrote:
                > >
                > >
                > > Here's the English version
                > >
                > >
                > Arnaud pointed out the similarity Engl. hunt ~ Mordv. kunda "catch".
                > It seems to be bigger than that.
                >
                > UEW
                > [...]
                > With that sort of global distribution of the word, there doesn't
                > seem to be much need to send the Germani to pay a visit to the
                > Yenisseian speakers
                > http://tech.groups.yahoo.com/group/cybalist/message/62559
                >
                > Torsten
                >
                > ======
                >
                > I really wonder what you want to show with that kind of long list
                > of words with no analysis and no coherence,

                In the kant-/katt-/kunt- etc list the internal connections are two

                1) a semantic development from words having to do with hunting storage
                hut, side of the river, harbor building, to community, 'Hundertschaft,
                ie an administrative division; a deveolpment from frontier conditions
                to semi-civilization.

                2) Morphophonetically the words are related by two types of alternation:

                a) alternation between single/geminate/prenasalized stop (in casu
                -t-/-nt-/-tt-); this is the mark of Schrijver's 'language of geminates'
                b) a/u root vowel alternation; this is the mark of Kuhn's ar-/ur-
                language.

                It would seem that the word complex belonged to these two languages,
                which therefore will be the same language. Also the geographical
                extension of the word complex fits the geographical distribution of
                the two languages as described by Schrijver and Kuhn. Uralic it ain't,
                or UEW and others would have found ways of relating them
                derivationally within that language family.

                > it amounts to nothing.

                > Your conclusion is just propaganda

                Propaganda?

                > with no support and no data.

                I thought you said there was too much data?


                Torsten
              • Arnaud Fournet
                ... ====== It would take too much of my time to try to make sense with all these words you have thrown on the table. I suppose it s up to you to sort that
                Message 7 of 21 , Jan 22, 2009
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                • 0 Attachment
                  >>
                  >> I really wonder what you want to show with that kind of long list
                  >> of words with no analysis and no coherence,
                  >> it amounts to nothing.
                  >> Your conclusion is just propaganda with no support and no data.
                  >>
                  >
                  > I can see the data are beginning to get to you.
                  > Torsten
                  >
                  ======

                  It would take too much of my time to try to make sense with all these words
                  you have thrown on the table.
                  I suppose it's up to you to sort that heap.

                  A.
                • tgpedersen
                  ... I just did. Torsten
                  Message 8 of 21 , Jan 22, 2009
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                  • 0 Attachment
                    --- In cybalist@yahoogroups.com, "Arnaud Fournet" <fournet.arnaud@...>
                    wrote:
                    >
                    > >>
                    > >> I really wonder what you want to show with that kind of long list
                    > >> of words with no analysis and no coherence,
                    > >> it amounts to nothing.
                    > >> Your conclusion is just propaganda with no support and no data.
                    > >>
                    > >
                    > > I can see the data are beginning to get to you.
                    > > Torsten
                    > >
                    > ======
                    >
                    > It would take too much of my time to try to make sense with all
                    > these words
                    > you have thrown on the table.
                    > I suppose it's up to you to sort that heap.

                    I just did.


                    Torsten
                  • Arnaud Fournet
                    ... ======== From your previous mail, Norwegian Saami gad de bank usw. ~ Finnish kanto tree stump, Estonian kand (Gen. kannu) id., Saami Norwegian Saami
                    Message 9 of 21 , Jan 22, 2009
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                    • 0 Attachment
                      >> I really wonder what you want to show with that kind of long list
                      >> of words with no analysis and no coherence,
                      >
                      > In the kant-/katt-/kunt- etc list the internal connections are two
                      >
                      > 1) a semantic development from words having to do with hunting storage
                      > hut, side of the river, harbor building, to community, 'Hundertschaft,
                      > ie an administrative division; a deveolpment from frontier conditions
                      > to semi-civilization.

                      ========
                      From your previous mail,
                      Norwegian Saami gad'de 'bank' usw. ~ Finnish kanto 'tree stump,
                      Estonian kand (Gen. kannu) id., Saami Norwegian Saami guoddo id. In
                      SKES the Finnish words kanta and kanto are separated. This seems not
                      to be warranted semantically.

                      It definitely is warranted semantically that these words are to be
                      separated.

                      A.
                      =======

                      >> with no support and no data.
                      >
                      > I thought you said there was too much data?
                      > > Torsten
                      >
                      =======

                      You can paste all the pages of the UEW with words sounding like K_T
                      This is not data.
                      Do you understand the word "relevant" ?

                      A.
                    • tgpedersen
                      Oops, and I am tempted to add Gmc. xund-/Lat. canis dog ; it matches both the semantic criterion (being connected with hunting) and the morphophonemic one
                      Message 10 of 21 , Jan 22, 2009
                      View Source
                      • 0 Attachment
                        Oops, and I am tempted to add Gmc. xund-/Lat. canis "dog"; it matches
                        both the semantic criterion (being connected with hunting) and the
                        morphophonemic one (the Gmc -d and the Latin -a- are unexplained).
                        German 'hunzen' "treat badly" is usually explained as "treat like a
                        dog", but formally it corresponds to Eng. 'hunt'.

                        > In the kant-/katt-/kunt- etc list the internal connections are two
                        >
                        > 1) a semantic development from words having to do with hunting
                        > storage hut, side of the river, harbor building, to community,
                        > 'Hundertschaft', ie an administrative division; a development from
                        > frontier conditions to semi-civilization.
                        >
                        > 2) Morphophonetically the words are related by two types of
                        > alternation:
                        >
                        > a) alternation between single/geminate/prenasalized stop (in casu
                        > -t-/-nt-/-tt-); this is the mark of Schrijver's 'language of
                        > geminates'

                        see
                        http://tech.groups.yahoo.com/group/cybalist/message/48657

                        > b) a/u root vowel alternation; this is the mark of Kuhn's ar-/ur-
                        > language.

                        Here's is Kuhn's last article on the subject, it's long and in German,
                        but it's the best I can do; I might translate it, but it takes days.

                        Das letzte Indogermanisch
                        Das Indogermanische ist die längst ausgestorbene und nur erschlossene
                        Sprache, die den vielen Zweigen der jetzt größten Sprachfamilie des
                        Erd­balls zugrundeliegt und durch deren Vergleichung in wesentlichen
                        Zügen rekonstruiert werden konnte. Diese Sprachen reichten im Altertum
                        nicht nur, wie der gewählte Name sagen soll, vom Indischen bis zum
                        Germanischen, sondern sowohl im Osten wie im Westen noch darüber
                        hinaus, und heute ist kein Erdteil von ihnen frei. Wir kennen einige
                        von ihnen schon im 2. Jahr­tausend vor Christus - das Indische,
                        Hethitische (in Kleinasien) und Grie­chische -. Sie waren schon damals
                        weit vom Grundstock abgetrennt und hatten auch schon eine starke
                        eigene Entwicklung hinter sich. Die Grund­sprache, die wir
                        hauptsächlich mit ihrer Hilfe erschließen können, muß in der mittleren
                        und vor allem jüngeren Steinzeit gesprochen worden sein, da jedoch,
                        trotz der Weiträumigkeit der primitiven Kulturen und der großen
                        Beweglichkeit ihrer zumeist noch nicht seßhaften Menschen, gewiß noch
                        auf einem viel engeren Raum, der sich aber ständig erweitert haben
                        wird. Da die westlichen Indogermanengruppen offenkundig noch lange
                        zusammen­blieben, als sich im Osten die ersten großen Gruppen schon
                        abgetrennt hatten, kann das Indogermanische kaum in einem einzigen
                        Zuge in seine vielen Teile auseinandergebrochen sein. Es wird daher,
                        als sich die genannten östlichen Gruppen - und gewiß noch weitere -
                        schon abgespalten hatten, noch ein Indogermanisch gegeben haben, das
                        noch nicht den Charakter einer abge­sprengten Tochtersprache hatte,
                        ein Spät- oder Restindogermanisch, das zugleich wohl ein
                        Westindogermanisch war. Es geht mir hier darum, ob es gelingt, diesem
                        letzten Indogermanisch näherzukommen und etwas darüber auszumachen, wo
                        und bis wann es gesprochen wurde, und auf welcher Ent­wicklungsstufe
                        es gestanden haben mag, und wie es beschaffen war.
                        Da die uns mehr oder weniger bekannten westindogermanischen Gruppen
                        der Frühzeit - Kelten und Germanen, die beiden italischen Gruppen,
                        Illyrer und Veneter - nach den herrschenden Lehren anfangs in den
                        Ländern nördlich und nordöstlich der Alpen saßen und kein Grund zu
                        bestehen scheint, dies in Zweifel zu ziehn, so liegt es am nächsten,
                        dort auch die Heimat des Spätindogermanischen zu suchen, aus dem ihre
                        Sprachen hervorgegangen sind. Im Westen dieses Raumes haben meine
                        Untersuchungen nun in Orts- und auch Personennamen, wie in Wörtern,
                        die ins Frühgermanische eingegangen sind, Überreste eines
                        Indogermanischen zutage gebracht, die wir keiner der Nachfolgesprachen
                        zuweisen können, die aber dennoch man­cherlei Verwandtschaft mit den
                        meisten von ihnen — wie auch den baltischen Sprachen im Osten —
                        erkennen lassen. Als ihr Kerngebiet ergab sich der „Nordwestblock",
                        die Landschaften im Südwesten von Unterweser und Aller und im Süden
                        nach Thüringen und Hessen hinein und weiter bis zu Taunus und Eifel
                        und etwa an Oise und Somme. Diese Landschaften haben, so ist meine
                        These, zu den Heimatländern des letzten Indogermanischen gehört, ihr
                        Südwestteil aber, so scheint es, nur sehr eingeschränkt.
                        Die Namenforschung hielt es bis vor wenigen Jahrzehnten kaum für
                        möglich, mit ihrem Stoffe in den Ländern nördlich der Alpen vor die
                        dort bezeugten indogermanischen Gruppen zurückzukommen. Sie machte
                        auch nur selten den Versuch und rechnete im allgemeinen nur mit
                        solchen Völker­verschiebungen, die in den wenigen Quellenwerken, die
                        uns zur Verfügung stehn, behauptet oder erwähnt sind. Da diese Quellen
                        nun ein Vordringen der Germanen gegen die Kelten in Westen und
                        Südwesten bezeugen, so hielt sie weithin eine Unterschicht keltischer
                        Namen unter den germanischen für möglich oder auch sicher, kam aber
                        kaum darauf, in den einst keltischen Ländern mit einer nichtkeltischen
                        Substratschicht zu rechnen. So ergab es sich fast selbstverständlich,
                        daß z. B. der Name Weser, da er auch aus den alten keltischen Ländern
                        bekannt ist, dem Keltischen zugesprochen und dar­aus dann gefolgert
                        wurde, daß die Kelten einmal bis mindestens an die Weser gesessen hatten.
                        Die Wendung kam hier erst, seit etwa 1950, mit den Arbeiten Hans
                        Krahes, die eine einheitliche Flußnamenschicht, die „Alteuropäische
                        Hydronomie", zutage brachten, welche über weite Teile Europas reicht,
                        und zwar, wie er als sicher nahm, indogermanisch ist, sich aber über
                        viel weitere Gebiete erstreckt, als es in der Frühzeit ein einzelner
                        Zweig der indogermanischen Sprachen getan haben kann. Da nun auf der
                        anderen Seite die Länder der früh abgetrennten ostindogermanischen
                        Gruppen, das Griechische eingeschlos­sen, so gut wie keinen Anteil an
                        diesen Namengruppen haben, so schloß Krahe, daß die westlichen
                        Indogermanen, als diese Hydronomie entstand, trotz der Weite des
                        Raums, den diese überdeckt, noch eine Einheit waren oder wenigstens
                        noch stark zusammenhingen (sieh hierüber vor allem die Zusammenfassung
                        in Krahes letztem Werke „Unsere ältesten Flußnamen", 1964, S. 32 ff.),
                        nahm jedoch als sicher, daß diese Namen in die Länder südlich der
                        Alpenkette (und ihrer Verlängerung nach Osten und Westen) erst von den
                        abwandernden Einzelgruppen eingeführt wurden (a.a.O. S. 31 u. 87). Es
                        ist aber nichts, das diese Grenzziehung fordert und die ganze
                        Ländermasse nördlich der Alpenlinie (auch die Britischen Inseln und
                        Skandi­navien eingeschlossen?) als die Heimat der westindogermanischen
                        Einheit sichert. Doch dürfen wir wohl als sehr wahrscheinlich gelten
                        lassen, daß sich der Kern und Ausgangsraum der erörterten Hydronomie
                        im wesentlichen mit den von mir gesuchten Sitzen der noch
                        einheitlichen westindogermani­schen Restgruppe deckt.
                        Krahes Nachweise und Schlüsse ruhen auf sorgfältiger und mühevoller
                        Kleinarbeit und sind für uns äußerst wichtig. Sie führen uns endlich
                        vor die geschichtlichen Einzelsprachen zurück, legen viel weitere
                        Zusammenhängt! klar, als die Namenforschung zuvor für möglich hielt,
                        und stopfen die Quellen vieler Fehler. Solchen Folgerungen, wie sie
                        aus dem Namen der Weser gezogen waren, ist nunmehr der Boden entzogen.
                        Aber es war Krahe nicht vergönnt, fertig zu werden - wer wird dies
                        schon? —. Manches ist nicht zu Ende gedacht, viele Einzelfragen, die
                        sich melden mußten, auch wichtige blieben ohne Antwort oder wurden
                        kaum gestellt — es mag sein, daß er sie vorerst von sich schob —. Ihm
                        glückte ein großer und wichtiger Schritt, aber er kam nicht über
                        diesen einen hinaus und setzte nun dort die Grenze fest:, die früher
                        bei den uns mit Namen bekannten Gruppen festgelegen hatte (vgl. hierzu
                        meine Besprechung des genannten Büchleins im AfdA. 78, 1967, S. 1-22,
                        = Kl. Schr. III, S. 320-43). Dies letzte ergab sich daraus, daß Krahe
                        dessen sicher war, daß es zwar in den Ländern südlich der Alpen
                        vorindo­germanische Namen gebe, nicht dagegen in Mitteleuropa. Dies
                        gleicht: in seiner Unbeweisbarkeit einem Axiom. Wie er daran kam, habe
                        ich nicht zu klären versucht. Von dieser Überzeugung aus ist seine
                        folgenschwere Behauptung zu verstehen, die Flußnamen seiner Reihen
                        seien nördlich der Alpen die absolut ältesten Namen, die da für uns
                        erreichbar sind (a.a.O. S. 87), oder auf jeden Fall ein Teil dieser
                        ältesten Schicht (so S. 33 und 106). Da er nun aber, wie schon
                        bemerkt, in den Mittelmeerländern im Gegensatz hierzu das Dasein
                        vorindogermanischer Substrate willig anerkannte, so gab dies seiner
                        These, daß das „Kern- und Ursprungsland" seiner Hydronomie im Norden
                        der Alpenlinie gelegen habe (S. 81) einen, wie er glaubte, sicheren
                        Boden. Der Gegensatz, von dem er da ausgeht, wäre, wenn er wirklich
                        besteht, jedoch schon daraus genügend erklärbar, daß die weitaus
                        meisten alten Namen im Norden seiner alten Grenze wesentlich später
                        und damit in viel jüngeren und stärker an die Sprachen, die dort in
                        den geschichtlichen Perioden herrschten, angepaßten Formen bezeugt
                        sind als ein starker Kern der südeuropäischen Namen. Es wäre aber
                        trotzdem verwunderlich, wenn die Menschen, die in dem langen Zeitraum
                        vom Ende der letzten Eiszeit bis ins 2. Jahrtausend vor Christus, dem
                        Krahe seine Flußnamen zuspricht, in Mitteleuropa hausten - und die als
                        Indogermancn in Anspruch zu nehmen waghalsig ist -, keinerlei Namen
                        hinterlassen hätten, derer wir noch habhaft werden können. Es kommt
                        noch hinzu, daß Krahe im allerletzten Satze seiner genannten Arbeit
                        selber einräumt, die Namen der großen Flüsse Mittel­europas, die nicht
                        zu seiner Hydronomie gehören, seien jenen gegenüber eher älter als
                        jünger. Außerdem sind es nicht die Flüsse allein, unter deren Namen
                        sich solche von vorgeschichtlichem Alter erhalten haben. Zum mindesten
                        bei denen der größeren Berge und Inseln steht es wenig anders. Sie
                        sind nur weil ungleichmäßiger über die Länder verteilt.
                        Auch auf der anderen Seite, in den Ländern südlich der Alpen, sieht es
                        für den von Krahe behaupteten Gegensatz nicht so günstig aus, wie er
                        glauben mochte. Da der Begriff des Indogermanischen den Alten fremd
                        war, hat kein noch so gelehrter Autor der Antike von einem Volke sagen
                        können, daß seine Sprache nicht indogermanisch war, und das Wenige,
                        das auf euro­päischem Hoden in fremdartigen Sprachen aufgezeichnet
                        wurde und erhalten blieb, lullt uns nicht weit. Unter den Massen dort
                        bekannter, alter Völker und Stämme sind daher nur wenige, die mit
                        Sicherheit nicht indogermanisch waren. Um Teile der Vorbewohner
                        Griechenlands geht in dieser Frage ein schon lange währender Streit,
                        und auch bei den Ligurern sind wir nicht sicher. Die schwerlich
                        indogermanischen Etrusker sind, aus der Ägäis her, erst später als die
                        indogermanischen Umbrer nach Italien gekommen. Ganz sicher nicht
                        indogermanisch ist wohl nur der baskische Sprachstamm. Aber wir wissen
                        nicht, wie weit er vor der Ankunft der Kelten über Aquitanien und
                        Krahes Scheidelinie hinaus ostwärts gereicht haben kann. Leo
                        Weisgerber fand in den römerzeitlichen Namen im Umkreis der Ardennen
                        Spuren, die auf einen Zusammenhang mit dem Aquitanischen zu deuten
                        scheinen (Ann, d. hist. Vereins f. d. Niederrhein 155/156, S. 47-81,
                        sieh AfdA. 83, 115), und für den Fluß- und Bachnamen Itter, der bei
                        uns von Brabant bis nach Nordhessen verstreut ist (insgesamt 8 mal),
                        fand ich eine Erklärung nur im baskischen iturri ,Quelle' (Abh. d.
                        Mainzer Ak., 1963, S. 563, = Kl. Schr. III, 271). Krahe sagt auch
                        nichts darüber, wie es in den indogermanisch ge­wordenen Ländern
                        Südeuropas mit fremden Flußnamen stehen soll. Er nennt: keinen
                        einzigen und auch keinen solchen Bildungstyp und ebensowenig eine
                        Untersuchung, in der solche schlüssig nachgewiesen worden sind. Für
                        Krahes Zweiteilung hätten auch nur Namen oder Namenbildungen Wert, von
                        denen er mit großer Sicherheit behaupten darf, daß sie unter den
                        Tausenden alter Gewässernamen Mittel- und Nordeuropas keine Verwandten
                        haben. Wo sind diese?
                        Vor rund 15 Jahren glückte es mir, einen zweiten großen und alten
                        Flußnamenkomplex aufzuspüren, der sich durch ähnliche Merkmale verrät
                        wie Krahes Hydronomie: die Verbreitung über sehr große Räume und die
                        Beschränkung auf bestimmte, in weiter Streuung wiederkehrende
                        Wort-stämme wie auch Ableitungselemente, dazu eine noch stärkere
                        Begrenzung im Lautstand. Es ist vor allem die Lautfolge ur, daneben
                        aber auch ar und ir, in den Stammsilben, die diesen Namenreihen ihr
                        Gepräge gibt und sie zu­sammenhält. Es sind Stämme wie Ur-, Dur-, Kur-
                        und Stur-, dazu mit Suffixkonsonanten Durs- und Murs-, Urk- und Burk-
                        und dergleichen mehr. Mit dem Kraheschen System ist dies Neue nicht
                        nur allgemein durch die Beschränkung auf wenige Stämme und den
                        Gebrauch bestimmter Ableitungs-inittel verwandt, sondern ganz
                        besonders durch das Fehlen oder die große Seltenheit der
                        indogermanischen Grundvokale e und o. Dies rückt die beiden nahe
                        aneinander. Doch ist in Krahes Reihen a der weitaus häufigste und u
                        der seltenste der drei Vokale, während in den neuentdeckten u
                        vorherrscht; und a erst in einigem Abstand folgt. Die auffallende
                        Beschränkung meiner Reihen nicht nur auf die Stammvokale u, a und i,
                        sondern darüber hinaus auch ihre Stellung vor r, bestätigt, so scheint
                        mir, zugleich meine Überzeu­gung, daß auch für Krahes Hydronomie der
                        begrenzte Lautbestand ein wesentliches Merkmal ist - Krahe stritt dies
                        entschieden ab -. Die beiden Systeme scheinen sich auch darin
                        unterschieden zu haben, daß bei Krahe die Suffixe durchweg mit einem
                        Vokal begannen (Typ Sal-usia und Sal-ika), bei mir aber die meisten
                        gleich mit dem Konsonanten (Dur-s-, Ur-k- usw.) Ich wies auf das
                        „ur-/ar-System", wie ich es nenne, zuerst nur kurz in der Besprechung
                        des hier mehrfach genannten Buches Krahes hin (AfdA. 78, S.4 6), und
                        etwas ausführlicher dann in Namn och Bygd 59 (1971, S. 52-70).
                        Hier beschränke ich mich nunmehr auf das, was für mein jetziges Thema,
                        wichtig ist.
                        Dies ist zunächst das Verbreitungsgebiet. Es ist größer als das der
                        Krahe­schen Namengruppen und scheint weithin die Grenzen Europas, die
                        ich in meine Arbeiten einbezog, zu überschreiten. Es reicht sowohl im
                        Norden und Westen wie im Süden bis an die Außenküsten unseres
                        Erdteils, und im Süd­osten bis mindestens in die Länder um das
                        Schwarze Meer. Eine Ostgrenze ist mir gänzlich dunkel. In den meisten
                        Ländern sind diese Namen, soweit ich sehe, dünn gestreut. In einigen
                        großen Landschaften fehlen sie so gut wie ganz, in anderen aber geht
                        ihre Häufung weit über den Durchschnitt hinaus. Dieser starke Wechsel
                        gehörte zum ersten, was meine Aufmerksamkeit auf die ur-/ar-Namen
                        lenkte. Der nach meiner Kenntnis an ihnen reichste Raum ist der weite
                        Umkreis der Ardennen. Er läßt sich mit vier Urk-Namen ungefähr
                        umreißen: im Westen die Ource (zur oberen Seine) und die Ourcq zur
                        Marne), im Norden die alte Insel Urk (in der Zuidersee) und im Osten
                        die Orke (zur Eder in Nordhessen, vgl. NoB. 59, S. 55). Urk als
                        Inselname zeigt uns, wie auch das nun Folgende, zugleich, daß die
                        erörterten Namen nicht auf Flüsse eingeschränkt waren - es sind viele
                        Inselnamen unter ihnen, von Griechenland bis Norwegen hin -.
                        Die hiermit im Groben festgelegte, an ur-/ar-Namen besonders reiche
                        Landschaft reicht im Nordosten bis an eine Linie, die ich die
                        Borken-Grenze nenne, da sie ungefähr von der Insel Borkum bis nach
                        Borken in Nordhessen läuft und in ihrer Nähe noch vier andere Orte mit
                        Burk-Namen liegen (s. NoB. 59, 56). Jenseits von ihr folgt dann ein
                        sich tief nach Osten er­streckender Raum, der, von einem schmalen
                        Streifen an der Wasserkante abgesehn, von ur-/ar-Namen nahezu frei ist.
                        Meine nächste Frage ist nun, zu welchem Sprachstamm die Völkerschaften
                        gehörten, welche die ur-/ar-Namen gaben. Die oben genannten Merkmale,
                        welche dieses System mit dem Kraheschen gemeinsam hat, machen es sehr
                        wahrscheinlich, daß sie aus miteinander nahverwandten Sprachen
                        hervor­gegangen sind. Aus den erwähnten Voraussetzungen, von denen
                        Krahe aus­ging, ergibt sich fast selbstverständlich, daß er seine
                        Hydronomie für rein indogermanisch hielt. Er betont wiederholt, daß
                        alle ihre Elemente, Stämme wie Suffixe, als indogermanisch nachweisbar
                        sind (a.a.O. S. 32 und öfter), hätte aber nur behaupten dürfen, daß
                        sie alle aus dem Indogermanischen -oder indogermanischen
                        Tochtersprachen - erklärt werden können - Namen­stämme, bei denen dies
                        nicht glückte, schloß er aus! —. Er erkannte nicht, daß fast alles
                        kaum schlechter aus nichtindogermanischen Wurzeln erklärt werden kann
                        und seine Namenreihen als Ganzes wesentliche Elemente ent­halten, die
                        das Altindogermanische nicht zu erklären vermag. Am wichtig­sten ist
                        da das schon berührte auffallende Überwiegen des Vokales a — und
                        daneben i und u — in allen Silben gegenüber einer großen Seltenheit,
                        wenn nicht völligem Fehlen, der altindogermanischen Haupt- und
                        Grundvokale e und o, das seine Hydronomie, wie schon gesagt, den
                        ur-/ar-Namen nahe-rückt. Da ich als gut indogermanisch an Krahes
                        Namensystem fast allein das Gebiet ihrer Verbreitung anerkennen
                        konnte, kam ich zu der Folgerung, daß die westlichen Indogermanen die
                        Grundlagen dieser Hydronomie von Vorbewohnern übernommen, dann
                        fortentwickelt und über die Länder, die sie besetzten, verbreitet
                        haben, daß ihre Grundlagen aber dem ur-/ar-System sehr nahe gestanden
                        haben werden. Hierbei achtete ich nicht darauf, daß die Indogermanen
                        den überreichen Gebrauch von a, wie ich selber nach­gewiesen habe, in
                        der jüngeren Steinzeit in ihre Sprache, vornehmlich ihre Wortbildung,
                        aufgenommen hatten, dies allerdings mit großer Wahrschein­lichkeit aus
                        einer fremden Sprachfamilie (KZ. 71, S. 143 ff., = Kl. Schr. I, S. 230
                        ff.), ihn nun aber in den Namen, die sie bildeten, ohne ein weiteres
                        fremdes Vorbild anwenden konnten. Trotzdem ist die Verwandtschaft ihres
                        Systems mit dem zweiten, auf das ich aufmerksam wurde, so groß, daß
                        ich an die Unabhängigkeit der beiden voneinander nicht glauben kann.
                        Ich denke hier vor allem an das uns schwer verständliche Prinzip, die
                        Namen­stämme nicht schlicht nach ihrer Bedeutung zu wählen, sondern
                        ihrer Laut­form dabei zum mindesten ein großes Mitspracherecht, wenn
                        nicht gar das Alleinrecht, einzuräumen.
                        An meinem „zweiten Alteuropa" sehe ich nichts, das auf ein
                        Indogermanentum der Namengeber deutet. Die Lautfolge ur war dem
                        Frühindogerma­nischen ähnlich ungewohnt wie das a allgemein und damit
                        auch ar, und auch mit ir wird es ähnlich gewesen sein. Auch
                        endungslose Nominative, wie sie in Dur (in Irland) und Nar (in
                        Mittelitalien) bezeugt sind, waren dem Indo­germanischen fremd. Ebenso
                        wie dieses spricht das skizzierte Verbreitungs­gebiet des
                        ur-/ar-Systems, soweit ich es kenne, gegen Indogermanen als seine
                        Schöpfer und Verbreiter. Da, wo wir die frühesten Sitze der westlichen
                        Indo-germanengruppe am sichersten suchen dürfen, im östlichen und auch
                        mittleren Mitteleuropa, sind die ur-/ar-Namen innerhalb meines
                        Arbeitsfeldes am seltensten. Die beiden alten Systeme schließen sich
                        zwar, soweit das Krahe-sche vorgedrungen ist, im allgemeinen nicht
                        aus, aber im Großen ist es doch so, daß sich die Länder mit stärkerem
                        Anteil an -ur- in einem weiten Bogen um die früh indogermanisch
                        gewordenen Kerngebiete der Namenreihen Krahes legen. Die Erklärung
                        dieses Kartenbildes wie auch des übrigen Bei­gebrachten liegt, so
                        denke ich, nah: die ur-/ar-Namen sind die älteren und waren, scheint
                        es, einmal in den weitesten Teilen Europas (und auch noch darüber
                        hinaus) im Gebrauch. Dann brachen von Osten Indogermanen ein, eigneten
                        sich das Flußnamensystem, das sie vorfanden, an, formten es um und
                        erweiterten es und führten es in den Ländern ein, die sie gewannen. So
                        wurde der Geltungsraum der älteren Namenreihen ausgehöhlt und weit­hin
                        gegen die Randgebiete und Küsten wie auch in Bergländer abgedrängt.
                        Dabei scheinen sie anfangs so gut wie alle Namen des älteren Systems
                        an ihr neues angepaßt oder anders ersetzt, später aber mehr und mehr
                        von ihnen bestehen gelassen zu haben. So bildeten sich breite Misch-
                        und Übergangs­säume, streckenweise — am ehesten wohl da, wo die Grenze
                        lange festlag -aber ziemlich klare Scheiden. So ist es nach meinem
                        Stoffe an der schon erwähnten Borken-Grenze und im westlichen
                        Dänemark, dazu am Ober­rhein zwischen Bodensee und Vogesen, im
                        obersten Pogebiet und wohl auch an der unteren Rhone (vgl. aber unten
                        S. 23 f. über die Entstehung der beiden zuerst genannten
                        Grenzabschnitte). Allen diesen Grenzscheiden ist gemein­sam daß die
                        ur-/ar-Namen auf derjenigen Seite liegen, die dem mittel­europäischen
                        Kernraum jener Namen ferner ist. Das ist doch schwerlich Zufall und
                        bestätigt mir, daß ihre Zurückdrängung aus dem Osten kam. 10
                        Ist dies im wesentlichen richtig, dann war mein Nordwestblock, den ich
                        glaube zu den Heimatländern des letzten Indogermanischen rechnen zu
                        dürfen, nicht sehr lange in ihrem Besitz, und er war außerdem von der
                        wichtigen Borkengrenze durchschnitten. Schon eh ich auf die
                        ur-/ar-Namen und ihre dortige Grenze aufmerksam wurde, war mir diese
                        Linie dadurch aufgefallen, daß sich einige andere Namen und
                        Bildungselemente, die gleich­falls nicht indogermanischer Herkunft
                        verdächtig sind, von Westen oder Südwesten her an ungefähr dieselbe
                        Grenze halten, und ich vermutete schon damals, daß dort eine wichtige
                        Grenze vorindogermanischer Namengebung gelegen habe (Abh. d. Mainzer
                        Ak. 1963, S. 562-68). Selbst eine Verbindung, die entlang der Nordsee
                        zu verwandten Namen hoch im Norden führte, fing da schon an sich
                        abzuzeichnen. Aber ich konnte damals auch schon ein paar Beispiele
                        dafür bringen, daß es auch im Nordostteil des Nordwestblocks nicht
                        ganz an Namen einer vorindogermanischen Substratsprache fehlt. Das
                        meiste hiervon wurde dann kurz darauf von der Masse der ur-/ar-Namen
                        in einem unerwarteten Ausmaß ergänzt und auch, so glaube ich,
                        bestätigt. Doch darf hier, wenigstens was die Borkengrenze angeht, nur
                        von den Namen — und dann vielleicht den Sprachen — geredet werden
                        (vgl. hierzu unten S. 23 f.). Die Vorgeschichte weiß von dieser Grenze
                        nichts.
                        Für die Aufgabe, die ich mir hier stellte, hat das jetzt Ausgeführte
                        vor allem die Bedeutung, daß das letzte Indogermanisch in dem einzigen
                        Raum, in dem wir Nennenswertes von ihm fassen, auf fremdem Substrat
                        ruht. Wir dürfen es wohl als sicher nehmen, daß aus ihnen mancherlei
                        in das Indo­germanische, das sich dort durchsetzte, eingegangen ist.
                        Dies wird, so glaube ich, von einigen lautlichen Erscheinungen
                        bestätigt, die sein Nachlaß erken­nen läßt (vgl. hierzu Kuhn, Festg.
                        f. L. L. Hammerich, 1962, S. 122 f., = Kl. Schr. I, S. 398 f.,
                        Gedenkschrift f. W. Foerste, 1970, S. 50 f. und Festschr. f. K.
                        Bischoff, 1975, S. 7, 19, 21 u. 26). Das Fremde, das schon von früh an
                        auf vielerlei Wegen ins Indogermanische eingegangen sein muß, wird
                        hier deshalb noch einmal verstärkt worden sein. Vor allem aber werden
                        unter den Namengleichungen, mit denen ich versuchen will, einen Anteil
                        unsres Nordwestens an den Südwanderungen westindogermanischer Gruppen
                        dazutun und damit dann zu sichern, daß dieser zum Wohn­gebiet der
                        letzten Indogermanen gehörte, allerlei nichtindogermanische Bildungen
                        sein, die von den westwärts dringenden indogermanischen Gruppen
                        übernommen worden waren. Ihr Zusammenhang mit südeuro­päischen Namen
                        beruht z. T. vielleicht aber auf schon vorindogermanischen
                        verwandtschaftlichen Beziehungen. Eine weitere Fehlerquelle liegt
                        darin, daß viele Namen des Nordwestblocks, die da irgendwo in
                        Südeuropa nahe Verwandte haben, vielleicht auch in den östlicheren,
                        uns nicht mehr zugänglichen Teilen der mitteleuropäischen Heimat der
                        westlichen Indogermanengruppen bestanden haben und von da in den Süden
                        gekommen sind. Dies sind Unsicherheitsfaktoren, an denen nur schwer
                        vorbeizukommen ist. Zu ihnen kommen dann die allgemeinen, namentlich
                        die zufälligen und meist erst sekundären Ähnlichkeiten - der ältesten
                        Formen der Namen sind wir ja nur selten sicher -. Ich rechne daher,
                        wie schon immer, damit, daß mir allerlei falsche Kombinationen
                        unterlaufen, und ich weiß, daß möglichst viele Parallelen
                        zusammenkommen müssen, damit falsche, die darunter sind, kei­nen
                        nennenswerten Schaden tun. Auf der anderen Seite weiß ich aber auch,
                        daß es nur kleine Reste des einstigen Bestandes sind, die wir noch zu
                        fassen bekommen und für Vergleiche verwenden können. Es kommt hinzu,
                        daß ich nur an ziemlich kleine Teile der noch vorhandenen oder
                        erreichbaren alten Namen herangekommen bin, und dies auf beiden
                        Seiten. Es kommt kaum mehr als Stichproben gleich, doch brachten die
                        meisten von ihnen mehr als ich erwartet hatte.
                        Ich komme nun zu den Namen, die einen Anteil des Nordwestblocks an den
                        indogermanischen Wanderungen in die Mittelmeerländer sicher oder doch
                        wahrscheinlich machen, kann da aber, obwohl mein Material, wie
                        erwähnt, noch sehr lückenhaft ist, nicht alles vorlegen, dessen ich
                        habhaft wurde, und wähle nur drei kleine Landschaften aus, die
                        erheblich stärker beteiligt scheinen als der Durchschnitt. Als erste
                        nehme ich das Gebiet der Marsi im Gebirge östlich Rom, weil schon ihr
                        Name, da er im alten Westfalen wiederkehrt, besonders starke
                        Beziehungen zu unserem Nordwestblock erwarten läßt. Ich weiß, daß
                        dieser Name auf der italischen Seite, wegen einer vereinzel­ten
                        Schreibung Martses (Dat. plur.) in einer Inschrift, aus *martii
                        erklärt wird. Aber diese Inschrift kommt aus einer römischen Kolonie,
                        in der der Name zu lat. Mars/Gen. Martis gestellt worden sein kann.
                        Ein Actia in derselben Inschrift sowie auch der Name der auch
                        marsischen Göttin Angitia (vgl. unten) haben den vermeinten Wandel
                        nicht mitgemacht. Die spärlichen übrigen Zeugnisse für ihn gehören
                        südlicheren Landschaften an. In dieser Lage scheint es mir nicht
                        erlaubt, die beiden Marsi-Namen auseinander-zureißen.
                        Aus dem kleinen Siedlungsraum der italischen Marsi sind, soweit ich
                        fest­stellen konnte, im Altertum 11 nicht lateinische geographische
                        Namen über­liefert. Von ihnen haben mindestens 6 Stammverwandte auf
                        deutschem Boden. Es sind
                        Antinum (Ort): Anten (Antunum, nw. Osnabrück) und Enzen (2mal in
                        Ripuarien)
                        Aternus (Fluß): die Atter (bei Osnabrück)
                        lacus Fucinus: Vochene (jetzt Vochem, zu Brühl, s. Köln), dazu (Alba)
                        Fucens/Fucentia (Ort): Vochentz (Vögnitz, sö. Schweinfurt), vgl. auch
                        Fohhences-heim
                        Glanis/Clanis (Fluß, = Liris): Glan/Glane (vgl. AfdA. 78,21)
                        mons Imeus : Ihme (zur Leine bei Hannover) oder Imen (jetzt Ehmen, nö.
                        Braunschweig)
                        Marruvium (Ort): Marvingi (Stamm).
                        Den Ortsnamen Alba (Fucens) habe ich fortgelassen, da es mir zu
                        unsicher ist, ob er mit dem auch bei uns nicht seltenen Flußnamenstamm
                        Alb- (in Elbe usw.) oder dem Bergnamen Alb zusammenhängt, und ebenso
                        Cerfennia (Ort) neben der Sippe von Carvium (jetzt Herwen; vgl. Rhein.
                        Vjbll. 37,297 f.). Dagegen hat der in dem marsischen Ortsnamen
                        lucus/fanum Angitiae ge­nannte Name einer Göttin in Norddeutschland
                        überraschende Parallelen. In Osnabrück ist der Frauenname Engize
                        bezeugt, und in Köln eine Engezen-gazze, dazu dann der Ortsname
                        Enget-here (jetzt Engter, n. Osnabrück). Dazu Schlaug, Studien zu den
                        altsächsischen Personennamen des 11. und 12. Jahrhunderts, S. 193 f.,
                        Gysseling, Toponymisch Woordenboek, S. 320. Plinius nennt außerdem in
                        einer anderen Landschaft den Einwohnernamen Abellinates und bezeichnet
                        sie als Marsi. Dieser Name kann mit dem auch von Plinius bezeugten
                        Namen der germanischen Bernsteininsel Abalus zu­sammenhängen. Keine
                        Anknüpfungsmöglichkeit besteht, soweit ich sehe, allein bei den
                        marsischen - aber nicht nur marsischen - Flußnamen Liris und Pitonius
                        und dem Einwohnernamen Anxatini.
                        Es ist mir klar, daß keine dieser einzelnen Gleichungen auf festen
                        Füßen steht, ebenso aber auch, daß der Zufall selten so viele
                        Ähnlichkeiten anhäuft. Dies gilt namentlich vom Osnabrückschen. Da
                        kommen von den deutschen Namen, die zusammen waren, nicht nur Anten,
                        Atter, Engize (samt Engter und Glane, diese mehrfach) zusammen,
                        sondern auch der Name Marsi selbst hat dort einen Verwandten, den
                        Ortsnamen Marsunon/Marsene (jetzt Merzen geschrieben, nw. Osnabrück).
                        Doch hat Marsi bei uns auch noch manche weitere Angehörige, die
                        meisten in den Niederlanden, wo im Altertum die Marsaci saßen und im
                        Mittelalter ein Gau an der Maasmündung Marsum hieß. Aber auch von den
                        anderen jetzt wiederholten Namen ist keiner auf dies Gebiet
                        beschränkt. Diese Lage warnt davor, auf der Grundlage solcher
                        Beziehungen ohne weitere Anhaltspunkte einzelnen Auswanderergruppen
                        eine bestimmte Heimatlandschaft zuzusprechen.
                        Da das Osnabrücker Land und insbesondere das Gebiet um die Hase
                        nördlich der Bergkette hier so stark in den Vordergrund rückte, prüfte
                        ich darauf, ob dort noch weitere alte Namen auf Beziehungen zu Italien
                        weisen, und fand unter anderem noch einiges, das mir besondere
                        Aufmerksamkeit zu verdienen scheint. Dem Namen der Hase kann ein
                        vorgermanisch Kosa zugrundeliegen. Cosa heißt aber auch ein kleiner
                        Fluß in Latium nah an der Grenze zu den Marsi. An ihr sind im Altertum
                        zwei Orte bezeugt, Aletrium und Frusino. Der erste dieser Namen hat in
                        Elidrun/Elderun, jetzt Eltern (das d statt t ist Corveyer Schreibung)
                        einen Vetter an unserer Hase. Es gibt in Mittelitalien aber auch eine
                        Ortschaft Cosa. Sie liegt in der Gemarkung der alten Etruskerstadt
                        Volci (nw. Rom). Volci aber scheint dasselbe zu sein wie der keltische
                        Stammesname Volcae - oder doch aufs engste mit ihm verwandt-, und
                        damit zugleich auch wie germanisch *Falho:s (mit F- aus W-), das
                        spätere Falen. Die Landschaft um die Hase aber gehörte sehr
                        wahrschein­lich zu den ältesten Sitzen deren westlicher Gruppe, der
                        Westfalen (sieh zu diesen Fragen Kuhn, Westf. Forsch. 27, 1975, S.
                        1-7). Bei uns also die Hase mit Eltern und Falen, und in Mittelitalien
                        Cosa mit Aletrium und Volci. Gegen die Zufälligkeit der bisher
                        genannten Gleichungen spricht noch, daß die Cosa-Namen in Italien eine
                        isolierte Gruppe bilden (s. unten).
                        Ein zweites Beispiel: In dem kleinen Flußgebiet der Alme, die nahe
                        Pader­born von Süden in die Lippe mündet, fielen mir 8 Namen auf, die
                        A- als Anlaut gehabt haben werden, einen ungermanischen Eindruck
                        machen und ebenfalls mit A- im Stamm allesamt Stammverwandte im Süden
                        Europas zu haben scheinen. Es sind die Flußnamen Alme, Altenau und
                        Afte und die Ortsnamen Elsen, Ahden und Alfen, Etteln und Atteln.
                        Neben Alme (alt Almana) stehen Almana, Ort in Makedonien, Alma, Fluß
                        in Etrurien, Almo, kleiner Fluß bei Rom, neben Altenau Altanum, Ort in
                        Bruttium, und Altinum in Venetien, dazu auch Altis in Olympia (vgl. zu
                        diesem Namenstamm Kuhn, Westf. Forsch. 12, S. 20 f., = Kl. Schr. III,
                        S. 137 f.), neben Afte der Ortsname Aptara/Aptera auf Kreta, neben
                        Elsen Alsium in Etrurien, Alsa, Fluß in Venetien, Aleísion in Elis und
                        Alpheiós in Lakonien, neben Ahden (alt Adana — samt Ober und Nieder
                        Aden bei Kamen) das siebenmalige gr. Atha~nai/Athe:~nai samt Adana in
                        Kilikien, neben Alfen die vielen schon berührten Städte namens Alba
                        (und auch Albium) in Italien, aber auch die Flußnamen Albinia in
                        Etrurien, Albula (= Tiber) und Alpheiós auf der Peloponnes, neben
                        Etteln (alt Etlinon) und Atteln (alt Atlon) steht Atella, Stadt in
                        Kampanien, und die römische gens Atilia, dazu Attalia als Name zweier
                        Städte in Kleinasien.
                        An den südlichen Gegenstücken der 7 erörterten alten Namenstämmc mit
                        altem A-Anlaut im Almeraum, die ich nennen konnte, sind sowohl Italien
                        wie Griechenland in mindestens 5 Fällen beteiligt. Von diesen
                        griechischen Namen stehen 3 schon im Schiffskatalog der Ilias
                        (Aleísion , Athe:~nai und Alpheiós). Ich betone dies, weil die
                        herrschende Lehre dem Germanischen und Griechi­schen nennenswerte
                        verwandtschaftliche Beziehungen abspricht, obwohl die normale
                        Steigerung der Adjektiva auf beiden Seiten gleich ist und gr. kei~nos
                        (ekei~nos) und ke:~nos ,jener' nur in den altnordischen Pronomina hinn
                        und bann Entsprechungen zu haben scheinen. In den Namen kann es sich
                        jedoch überall um Beziehungen handeln, die schon vorindogermanischen
                        Schichten angehören. Als ziemlich sichere Fälle dieser Art erwähne ich
                        noch die grie­chischen Inselnamen Kárnos und Súrnos neben den
                        norwegischen Hern und Surn-øy, die zu den Gruppen der ur-/ar-Namen
                        gehören. Auch zur Erklärung der Apellativa mit p-Anlaut, die aus einer
                        Substratsprache ins Germanische übernommen sind (ZfMaf. 28, S. 3-10, =
                        Kl. Schr. I, S. 363-370), kam ich ohne griechische Hilfe nicht aus
                        (sieh Nr. 13 peþil-, 19 purs-, 31 pa:g-, 32 po:l -und 34 platt-).
                        Auf der italischen Seite ist es wichtig, daß die verwandtschaftlichen
                        Beziehungen unserer ältesten Namen viel öfter zur Mitte des Landes und
                        auch seinem Süden gehen als zu seinem Norden. Dies wird am
                        deutlichsten in einigen Fällen, in denen der südliche Verwandte
                        mehrfach bezeugt ist. So ist es bei den zwei Cosa, zu denen in Cora
                        (sö. Rom) wahrscheinlich noch ein dritter Fall (mit lateinisch -s- >
                        -r-) hinzukommt. Auch der Flußname Glanis/Clanis ist noch zwei weitere
                        Male da — in Etrurien (zur Tiber) und in Kampanien —. Das gleichfalls
                        genannte Volci hat in Lukanien noch ein Volcei neben sich. Unserem
                        falis ,Fels', dessen Kerngebiet der große Umkreis der Ardennen gewesen
                        sein wird und das als falaise auch ins Französische gegangen ist,
                        begegnen wir in Mittelitalien 3 mal wieder, in Falesia, an der
                        etruskischen Küste, der alten Felsenstadt Falerii (n. Rom), mit dem
                        Ein­wohnernamen Falisci (vgl. Westf. Forsch. 12, S. 43, = Kl. Schr.
                        III, S. 171), und in ager Falernus im nördlichsten Kampanien, dazu
                        wohl aber auch im norditalischen Felsina, dem älteren Namen Bolognas,
                        sowie in Phalasíai in Arkadien und Phalasía (oder Phalassía) Akra auf
                        Euböa. Nah dem ager Falernus ist der mons Massicus, dessen Mass- in
                        dem Ortsnamen Massa Veternensis in Etrurien wiederkehren wird und wohl
                        mit dem althessischen Mattium zusammenhängt (Kuhn, Festschr. f. K.
                        Bischoff, 1975, S. 7 f.).
                        Gleichungen, wie diese letzten, machen es, obwohl auch hier nicht
                        alles sicher ist, in ihrer Häufung doch wohl sicher, daß zwischen dem
                        vorgeschicht­lichen deutschen und dem alten mittel- und auch
                        süditalischen Namengut eine besonders enge Beziehung besteht, die wir
                        (wenn auch vorindogerma­nische Bildungen darunter sind) wohl nur
                        daraus erklären können, daß erhebliche Teile der in die Mitte und den
                        Süden Italiens eingewanderten Indogermanen aus unserem Norden gekommen
                        sind. Wieweit sie aus dem Nordwestblock kamen, der uns die
                        Namenparallelen liefert, und nicht aus den östlichen Teilen der
                        einstigen Heimat der letzten Indogermanen, ist eine andere Frage (vgl.
                        oben). Wir können dies mit einiger Zuversicht wohl nur da behaupten,
                        wo die Namen auf beiden Seiten in derselben Kombination erscheinen,
                        oder es wahrscheinlich ist, daß sie bei uns nur im Westteil des
                        Nordwestblocks heimisch waren.
                        Ich kenne zwar viele Namen oder Namenelemente, die bei uns auf den
                        Westteil des Nordwestblocks beschränkt erscheinen und doch auch in den
                        indogermanischen Ländern Südeuropas bezeugt sind, aber die meisten
                        können, wie schon berührt, auf beiden Seiten zum Nachlaß
                        vorindogennanischer Substrate gehören, und viele tun dies mit großer
                        Wahrscheinlichkeit - so etwa mancherlei Glieder des ur-/ar-Systems —.
                        Auch den gemeinsamen Besitz von Namen der Kraheschen Hydronomie wird
                        kaum noch jemand ohne weiteres mit einer späten und direkten
                        Übertragung von einem Fluß auf den anderen erklären. Ganz anders steht
                        es mit dem Flußnamenstamme Glan-, den wir im mittleren Italien 3 mal
                        und im weiteren Umkreis der Hase 4 mal kennen. Sein
                        Dichtigkeitszentrum ist der Westen des Nordwestblocks (Kuhn AfdA. 78,
                        S. 28), doch ist er auch in den einst keltischen Ländern verstreut.
                        Über die Weser geht er nur mit einer vereinzelten Glene (zur mittleren
                        Leine, Hydr. Germ. 8, S. 35). Der Stamm wird indogermanisch sein,
                        nicht jedoch, wie noch Krahe glaubte, keltisch (a.a.O. S. 88 f.). Da
                        die einst keltischen Landschaften Norditaliens ohne ein Glan- sind,
                        und auch Südfrankreich kaum beteiligt ist, sind die drei im
                        südlicheren Italien sehr wahrscheinlich mit den vielen anderen Namen
                        aus Norddeutschland ge­kommen. Doch kommt da als Ausgangsraum kaum
                        andres als der Westteil des Nordwestblocks in Frage. Ähnlich ist es
                        mit dem lacus Prilius, wie die Lagunen vor der Umbro-Mündung in
                        Etrurien im Altertum hießen. Pril­ ist offenkundig dasselbe wie ndd.
                        und ndl. Priel als Bezeichnung der Rinnen, durch welche die Flut im
                        Wattenmeer ein- und ausläuft. Da unserem Wort die germanische
                        Lautverschiebung fehlt, muß es im Nordwestblock über­nommen und wird
                        auch von ihm ausgegangen sein. Das ist bei einem derart
                        landschaftsgebundenen Wort von vornherein wahrscheinlich. Ähnlich
                        steht es mit dem schon herangezogenen fales- ,Fels', dessen Heimat
                        eindeutig im Südwesten des Nordwestblocks lag und das von dort nach
                        Italien - und auch Griechenland — gelangt sein wird. Ich nehme zwar
                        an, daß sowohl pril- wie fales- vorindogermanischen Ursprungs sind,
                        aber sie werden doch erst von Indogermanen nach Italien verpflanzt
                        worden sein. Dann ist da noch der Ortsname Aefula mit dem mons
                        Aeflanus in Latium, der doch wohl aus der Eifel (alt Eifla u. ä.)
                        gekommen ist, es sei denn daß Eifla (mit hochdeutscher
                        Lautverschiebung) auf Aipula od. ä. zurückgeht und zu der dunklen
                        Sippe von gr. aipos; (n.) ,steile Höhe' gehört. Auf den Nordwestblock
                        wird auch der Gewässernamenstamm man- oder mann- begrenzt gewesen
                        sein, der da, abgesehn von Holtismenni an der Oberweser (heute
                        Holzminden), etwa 10 mal im Gebiet zwischen Dortmund und Kassel
                        bezeugt ist und nur in lat. ma:na:re ,fließen' einen Verwandten zu
                        haben scheint (Kuhn, Festschr. f. K. Bischoff, S. 25). Das Lateinische
                        wird es aus dem genannten Abschnitt des Nordwestblocks erhalten haben.
                        Doch macht der Wechsel von man(n)-und man- vorindogermanische Herkunft
                        auch dieses Worts wahrscheinlich (vgl. Kuhn, Festg. f. Hammerich,
                        1962, S. 122 f.).
                        Obschon es mir im wesentlichen darum geht, daß die alten Namen einen
                        starken Zusammenhang zwischen großen Teilen der indogermanischen
                        Länder südlich der Alpen und dem Norden Deutschlands bestätigen, ist
                        es mir trotz­dem wichtig zu sichern, daß unser Nordwestblock, der
                        allein uns auf unserer Seite einen tiefen Einblick in Namenschichten
                        längst vergangener Zeiten gewährt, und vor allen Dingen sein am
                        spätesten indogermanisch gewordener Südwestteil, aktiv an dieser
                        Übertragung von Namen oder Namenwörtern Anteil hatte. Denn es würde
                        doch wohl aussagen, daß diese Gebiete damals, als dies geschah, schon
                        in indogermanischen Händen, wenn vielleicht auch sprachlich noch nicht
                        gänzlich eingeschmolzen waren. Da an den Namen­gleichungen, die am
                        ehesten für den erörterten Anteil Zeugnis geben, auch Etrurien
                        beteiligt ist (mit mindestens Glanis, Prilius und Falesia), die
                        Indo­germanen dorthin aber gekommen sein müssen, eh die Landschaft in
                        die Hände der Etrusker fiel, so ergibt sich der wichtige Schluß, daß
                        der Süd­westteil des Nordwestblocks indogermanisch geworden sein muß,
                        noch bevor Etrurien etruskisch wurde (vgl. u. S. 24). Doch muß ich, um
                        dem einen festeren Boden zu geben, noch etwas ausholen.
                        Seit Johannes Schmidt 1872 die Verwandtschaftsverhältnisse der
                        indo­germanischen Sprachzweige untereinander mit dem Bilde vieler sich
                        über­schneidender Wellenringe erklärte (der Wellentheorie), und sich
                        diese Theorie unter anderem an den verwandtschaftlichen Beziehungen
                        der deutschen Mundarten bewährte, wurde wieder und wieder versucht,
                        aus solchen Be­ziehungen das ursprüngliche Lageverhältnis der
                        Siedlungsgebiete einzelner Sprach- und Mundartgruppen zu erschließen:
                        zwei solche Gruppen, denen wichtige Neuerungen gemeinsam sind, müssen
                        einstmals Nachbarn gewesen sein. Nimmt man all die Nachbarschaften,
                        die sich ergeben, zusammen, dann ' wird sich der einstige
                        Siedlungsplan der Gesamtheit Waben gleich zusammen­setzen lassen.
                        „Nachbarschaft" ist daher ein wichtiges Kennwort dieses Ver­fahrens.
                        Auch H. Krahe hing ihm an, und in seinem Buche über „Sprache und
                        Vorzeit", in dem er es unternahm, die Wege der westindogermanischen
                        Sprachen von der gemeinsamen Grundlage bis in ihre späteren Sitze zu
                        ver­folgen, spricht er wohl 15 bis 20 mal von solchen einstigen
                        Nachbarschaften. Aber bei den verwickelten Verhältnissen zwischen den
                        zwei italischen und zwei keltischen Untergruppen (S. 83-98) versagt
                        ihm dieser Weg, und er greift zu der eigenartigen These, diese beiden
                        Gruppen seien aus einem gemeinsamen Ursprungsgebiet hervorgegangen, in
                        dem die mundartliche Entwicklung noch unfertig war (S. 88 f. u. 96 f.,
                        dazu 92) und das offene Grenzen hatte (S. 91).
                        Hier versagt die Wellentheorie mitsamt den Nachbarschaften. Das
                        wundert mich nicht. Denn sie setzt neben anderem voraus, daß die
                        sprachlichen Ein­heiten, die bei abgewanderten Gruppen greifbar
                        werden, auch schon vor der Abtrennung, d. h. im noch geschlossenen
                        Gefüge des alten Siedlungsraums, als Untereinheiten vorgebildet waren,
                        und daß sie in ihrer Zusammensetzung im wesentlichen unverändert
                        blieben, so daß Kelten, Illyrer usw. zum min­desten als Keimzellen und
                        zugleich mit den Grundzügen ihrer späteren Sprachen schon innerhalb
                        des einstigen größeren Verbands existierten. Über diese allgemeine
                        Voraussetzung fand ich nirgends eine Rechtfertigung. Ich bin
                        überzeugt, daß sie nur ziemlich selten erfüllt war. Seit wir Einblick
                        in derlei Wanderbewegungen haben, und das ist seit den frühesten
                        germanischen Zügen gegen Süden, pflegte es ganz anders zuzugehen. So
                        hatte Ariovist in seinem Heere außer Sweben auch Haruden, Markomannen,
                        Triboker, Van­gionen, Nemeter und Sedusier (Caesar, B. G. I, 51). Wäre
                        ihnen im Elsaß die Ansiedlung geglückt, dann wären sie wahrscheinlich
                        bald zu einem neuen Stamme zusammengewachsen, und die meisten Frauen,
                        und damit die Mütter ihrer Kinder, hätten sie sich obendrein dort in
                        der Fremde gesucht. Der Historiker R. Wenskus zeigte 1961 an einem
                        riesigen Stoffe, daß die in der Völkerwanderung ausziehenden Gruppen,
                        wennschon sie ihrem Grundbe­stand und auch Namen nach einem einzelnen
                        Stamm angehörten, auf ihren Wegen doch bald auch Andersstämmige
                        aufzunehmen pflegten, bis zu Fremd­völkischen hin, und sich in der
                        neuen Heimat dazu mit Teilen der älteren Bevölkerung mischten
                        (Stammesbildung und Verfassung). Er braucht das gute Bild der
                        Wanderlawine. Noch klarer wird dies in der Wikingerzeit, bei der
                        deutschen Ostsiedlung im Mittelalter und in den überseeischen Kolonien
                        der Neuzeit. Es hat, und das ist hier das Wichtigste,
                        selbstverständlich auch zu vielerlei Mundart- und Sprachmischungen
                        führen müssen.
                        Es ist von vornherein unwahrscheinlich, daß es in der dunklen
                        vorgeschicht­lichen Zeit durchweg anders zuzugehen pflegte als
                        späterhin. Die Verhältnisse in den italischen und keltischen
                        Untergruppen, für welche Krahe unter seinen Voraussetzungen keine
                        einleuchtende Erklärung geben konnte, werden leicht verständlich, wenn
                        wir davon ausgehn, daß sie sich zum Teil aus den Gebieten derselben
                        schon auseinandergewachsenen Mundarten der älteren Heimat
                        rekrutierten, der Ausgleich zwischen diesen die entstehenden neuen
                        Einheiten oder Untereinheiten dann aber verschiedene Wege führte. Aber
                        auch da, wo wir dem Anschein nach mit Nachbarschaftsbeziehungen
                        aus­kommen können, wird es meist nicht anders gewesen sein. Darauf
                        deuten unter anderem viele Unregelmäßigkeiten im Lautstand des
                        Lateinischen, in dem allerdings zumeist der bequeme aber durchweg
                        unkontrollierbare Ausweg bleibt, ihn einem der anderen italischen
                        Dialekte in die Schuhe zu schieben. Aber im Germanischen haben wir
                        keine solche Hintertür und trotzdem kaum weniger Wortformen, die sich
                        nicht aus seiner normalen Entwicklung erklären lassen, wohl dagegen
                        aus der in anderen Zweigen des Westindo­germanischen. Krahe hat auf
                        diese Einzelgänger nicht im geringsten geachtet. Hätte er es getan und
                        ein Bündel solcher Fälle in seine Untersuchung auf­genommen, dann
                        würde er die Nachbarschaftsthese wahrscheinlich in einen engen Winkel
                        verwiesen haben. Aber sie verdienen nicht weniger Rücksicht als jene
                        Formen, welche die Grammatik als regelmäßig anerkennt. Ich halte mich
                        hier vor allem an die Entwicklung der indogermanischen Labiovelare.
                        Sie müssen etwas schwierige Laute gewesen sein, sind im Lautvorrat der
                        Sprachen selten und haben im großen wie im kleinen zu vielerlei
                        Verwirrung geführt. Sie haben auch den Hauptanteil an den
                        Schwierigkeiten, die Krahe mit dem Keltischen und Italischen hatte. Im
                        Germanischen wechseln in ihrer Nachfolge einfache Gutturale und
                        Labiale miteinander, angeblich laut­gesetzlich geregelt - und dann
                        durch analogischen Ausgleich gründlich ge­stört -, in Wirklichkeit
                        wahrscheinlich ohne jede Regel. So stehn bei uns denn nebeneinander
                        kriechen und nd. krupen,
                        streichen und streifen,
                        tauchen und taufen,
                        nd. Siek und Siepen ,feuchte Bodensenke',
                        engl. shrink und hd. schrumpfen,
                        Strunk und Strumpf,
                        got. *auhns/ altschw. ugn und dt. Ofen,
                        an. ylgr .Wölfin' und ulfr ,Wolf,
                        dt. leihen und bleiben und dergleichen mehr.
                        Der seltenere - und daher im ganzen als unregelmäßig geltende - Labial
                        hat sich in einigen wichtigen germanischen Wortstämmen ganz
                        durchgesetzt, so im Zahlwort vier (got. fidwo:r) gegenüber lat.
                        quattuor, aber auch im Inlaut von fünf (got. fimf, statt *finh > *
                        fi:h), und dies entspricht mit seinen zwei Labialen osk. *pompe (und
                        gall. *pempe), während unser Wolf mit seinem f lat. lupus (und an.
                        ylgr ,Wölfin' gr. lúkos) entspricht. Die indo­germanische Grundform
                        von fünf ist penque. Aber im Lateinischen und Keltischen ist anlautend
                        p-, wenn ihm qu folgte, auch zu qu- geworden. Daher heißt es im
                        Lateinischen quinque, und ähnlich, etwas weiter gebildet, coquo
                        ,kochen', zu idg. pequ-/poqu- ,kochen, backen'. Hier haben wir nun
                        auch bei uns in kak-/ko:k- ,Kuchen' (an. *kaka, oder *ko,kva, ahd.
                        kuocho) eine klare Entsprechung mit derselben, dem Germanischen sonst
                        fremden Grundform. Wegen der Lautfolge Tenuis + Vokal + Tenuis können
                        diese Stämme nicht ordnungsgemäß aus dem Indogermanischen geerbt
                        (Kuhn, Festg. f. L. L. Hammerich, 1962, S. 118) und wegen des
                        Übergangs von o > a und des Wechsels von a und o auch nicht aus dem
                        Lateinischen ent­lehnt sein. Es bleibt als Erklärung nur, daß die
                        Wörter ihre gemeinsame Grundform - vielleicht auch schon mit *quequ- >
                        *koqu-, aber es gab im Griechischen auch, mit o im Stamm, das
                        nahverwandte pópanon ,Gebäck' schon aus einer Mundart in der
                        westindogermanischen Heimat beider Sprachen erhalten haben, und dies,
                        wegen des Fehlens der Lautverschiebung auf der germanischen Seite,
                        sehr wahrscheinlich im Raume des Nordwestblocks. Dagegen zeigen die
                        übrigen genannten Fälle (kriechen, krupen usw., samt vier und fünf)
                        durch die Teilnahme an der germanischen Lautverschiebung, daß diese
                        Entwicklung nicht nur im Gebiet des Nordwestblocks stattgefun­den hat.
                        Im Lateinischen ist u in der Stellung zwischen l und b oder p zum Teil
                        zu i geworden (libet neben lubet, clipeus neben clupeus u. a.). Dies
                        Nebenein­ander ist früh bezeugt und wahrscheinlich schon nach Italien
                        mitgebracht. Denn wir haben eine genaue Entsprechung in unserem
                        Flußnamen Lippe, den die Römer nur als Lupia (u. ä.) kannten. Aber
                        keine germanische oder deutsche Lautregel kann erklären, wie daraus
                        Lippe wurde (zuerst Lippa beim Geo-graphen von Ravenna). Aber auch die
                        Stadt Lecce in Kalabrien -- das von Illyrern besetzt sein soll - hieß
                        im Altertum Lupiae oder Lupia, scheint aber schon früh auch Lipia o.
                        ä. geschrieben zu sein, so wie die heutige Form es voraussetzt. Es ist
                        also ein altwestindogermanischer mundartlicher Laut-übergang, und wir
                        können ihn dieses Mal auf den Nordwestblock festlegen. Vielleicht hieß
                        der Fluß einmal im Unterlauf, wo die Römer ihn kennen­lernten, Lupia,
                        oberhalb der Borkengrenze, die ihn kreuzt, dagegen Lipia.
                        Krahe war sich dessen wohl bewußt, daß die vielen gleichen oder
                        eng­verwandten Neuerungen in mehreren später voneinander getrennten
                        Zweigen des Westindogermanischen in der Regel zur Voraussetzung haben,
                        daß diese Neuerungen schon in der gemeinsamen Heimat nördlich der
                        Alpen vor­gebildet waren — dies ist ja eine wesentliche Grundlage
                        seines Verwandtschafts-schemas -, und er erkennt damit an, daß in der
                        älteren Heimat .schon eine starke mundartliche Aufspaltung der
                        ererbten Sprache bestanden haben muß. Die artverwandten
                        Formendoppelungen innerhalb einzelner dieser Zweige, die aber doch
                        auch in anderen Zweigen Parallelen haben, von denen ich einige
                        Beispiele nannte, fügen noch mancherlei Weiteres bei. Die auffallend
                        starke mundartliche Zerrissenheit des Westindogermanischen, die sich
                        hier­aus ergibt, wird noch dadurch ergänzt und betont, daß wir keine
                        lautliche oder grammatische Neuerung kennen, welche die Gesamtheit
                        dieses Teils des Indogermanischen erfaßt hat und diesen Hauptteil
                        gegenüber den vor langem ausgeschiedenen östlichen Gruppen zu einer
                        Einheit macht. Das Westindo­germanische war danach, als die großen
                        neuen Abwanderungen kamen, schon so weit zerfallen, daß wir zögern
                        müssen, es noch als eine Sprache anzu­erkennen.
                        Es sind nicht nur geringfügige lautliche Verschiebungen um die es hier
                        geht. Auf eine, der eine erhebliche Bedeutung zukam, machte ich ZfMaf.
                        28, S. 13 aufmerksam: den Übergang der Tenues zu Medien. Allein 7 der
                        ins Ger­manische übernommenen alten Wörter mit p-Anlaut, die ich am
                        angeführten Ort zusammenstellte, haben Nebenformen mit anlautendem b-.
                        Ich habe inzwischen beträchtlich mehr von solchen Fällen gesammelt,
                        die meisten aus dem Germanischen. Hier haben wir u. a. dragan ,ziehen'
                        neben lat. trahere, dro:g-/dru:g-/drukn- ,trocken' neben got. þaursus
                        ,dürr' aus tr.s-), digr- ,dick' neben þikw-, das Präfix ga- aus idg.
                        kom-, dazu vielleicht bergan ,bergen' neben lat. parcere ,schonen' und
                        geban ,geben' (samt kelt. gab- ,geben' und ,nehmen') neben lat.
                        capere. Im Lateinischen fielen mir auf bibere ,trinken' zum
                        indogermanischen Stamm po:-, gladius ,Schwert' neben cla:des
                        Ver­letzung' und sagitta ,Pfeil' neben secare ,schneiden'. Schon
                        vorindogerma­nisch werden die Doppelformen sein, die wir in der Sippe
                        von germ. perk-,Pferch' gegenüber unserem Barre haben.
                        Die Namenparallelen zwischen Norden und Süden, die ich kenne, steuern
                        nur wenig zu der Frage bei, ob die Abgewanderten in geschlossenen
                        lands-männischen Verbänden oder in durcheinandergewürfelten Haufen in
                        die neue Heimat zu kommen pflegten. Die Fälle, in denen mehrere im
                        Norden benachbarte Namen auch im Süden wieder als Nachbarn erscheinen,
                        sind allzu selten und sagen auch nur wenig aus. Daß größere
                        Namengruppen des Nordens in einer geschlossenen Landschaft des Südens
                        eine Parallele haben, wie die herrschende Theorie vermuten läßt,
                        darauf deutet, soweit ich sehe, kaum etwas. Hätte diese Lehre recht,
                        dann müßte sich zum Beispiel im Umkreis des oben erwähnten lacus
                        Prilius ein Volksstamm angesiedelt haben, der von unserer Nordseeküste
                        kam. Es hat jedoch genug sein müssen, daß unter den Ankömmlingen
                        Einzelne waren, die in der großen Lagune an der Umbromündung, für
                        welche die übrigen kaum eine Bezeichnung wissen konn­ten, einen
                        Verwandten des an Prielen reichen Wattenmeers erkannten. Noch viel
                        deutlicher sagen einige Übertragungen anderer Art, was ich meine. In
                        der Val Camonica (nördlich Brescia) sind Mengen von Felsritzungcn
                        gefunden, die mit den bekannten nordischen der Bronzezeit aufs engste
                        zusammen­hängen müssen. Die Sprache der Inschriften auf einigen von
                        ihnen aber ist italisch. Die Erklärung kann nur sein, daß unter denen,
                        die in das Alpen-tal verschlagen wurden, einige mit der Kunst der
                        Felsritzungen vertraute Skandinavier waren, die die Eignung des
                        dortigen Felsmaterials für diesen Zweck erkannten und ihren heimischen
                        Brauch in das Tal verpflanzten. Wäre das Tal von einer geschlossenen
                        nordischen Einheit besetzt, dann würde die Sprache der zugehörigen
                        Inschriften kaum italisch sein. Die Auslegung, die z. B. Krahe gibt,
                        die Felsritzer müßten in nächster Nähe der Germanen gewohnt haben, die
                        später nach Schweden gingen (Die Indogermanisierung Griechenlands und
                        Italiens, 1949, S. 52), ist ein Unding. Oder wir müßten in dieser Nähe
                        solches Gestein und solche Ritzungen kennen. Die Zeit der späteren
                        germanischen Wanderungen liefert hierzu noch eine willkommene
                        Parallele. Der Wortschatz der nordgermanischen und der
                        alemannisch-alpinen Almwirtschaft hat einige wichtige Termini
                        gemeinsam, obschon in dem wei­ten Zwischenland von dieser
                        Wirtschaftsform nichts bekannt ist und die Bedingungen für sie auch
                        sehr schlecht sind. Ich habe die Frage, wie dies möglich war, in einer
                        Besprechung von Eduard Kolb, Alemannisch-nordgerma­nisches Wortgut, im
                        AfdA. 70 (1957/58), S. 147 f., erörtert und die Antwort da schon in
                        derselben Richtung gesucht wie im Falle der Felszeichnungen (vgl. Kl.
                        Schr. I, S. 321 f.).
                        Es ergab sich mit großer Wahrscheinlichkeit, daß das letzte
                        Indogermanisch dort gesprochen wurde, wo die Forschung seit langem die
                        Heimat der west-oder restindogermanischen Teilvölker suchte: im
                        nördlichen und auch östlichen Mitteleuropa, und daß sie meinen
                        „Nordwestblock", oder zum mindesten seine größten Teile, einschloß.
                        Jedoch ist in ihm in allen seinen Teilen ein nichtindogermanisches
                        Substrat erkennbar, und in seinem Südwestteil tritt dies so stark
                        zutage, daß wir in ihm entweder mit einer sehr späten oder aber nur
                        einer oberflächlichen Indogermanisierung rechnen müssen, Es ist jedoch
                        auch unerweislich und auch sehr unwahrscheinlich, daß das
                        Indo­germanische in den übrigen - den östlichen - Gebieten, in denen
                        es noch nach der Ablösung der letzten größeren Teilgruppen
                        fortbestand, urautochthon gewesen ist. Ich erinnere nur daran, daß das
                        nichtindogermanische System der ur-/ar-Namen sich um den Kernraum der
                        indogermanischen „alteuropäischen Hydronomie" zum mindesten im Norden,
                        Westen und Süden herumgelegt und seine Mitte an jene verloren haben
                        wird. Wenig­stens im Westen müssen wir auf jeden Fall einer starken
                        Beimischung neu hinzugekommener fremder Elemente sicher sein. Auch im
                        übrigen war das letzte Indogermanisch keine Einheit mehr, sondern
                        dialektisch sehr zerspalten und auch, soweit erkennbar, ohne eine
                        Fortentwicklung, die es als Einheit erweist. Es fand seinen Untergang
                        aber nicht durch die Auflösung in selb­ständig werdende Untergruppen,
                        sondern erlag am Ende vielmehr zweien seiner früher abgespaltenen
                        Teile, im Osten dem Germanischen, im Westen dem Latein. Welche
                        Bedeutung der baltischen Gruppe dabei zugekommen sein mag, wird wohl
                        dunkel bleiben.
                        Es bleibt nun noch zu erörtern, was wir über die Zeit der vielen
                        Ereignisse, die mein Thema berühren, erschließen können. Wann sich die
                        ersten Gruppen vom indogermanischen Grundstock trennten, liegt im
                        Dunkeln. Später als um 2000 vor Christus kann es aber kaum geschehen
                        sein. Denn es dauerte dann nicht mehr lange, bis wir im Osten und
                        Südosten auf die ersten Spuren indogermanischer Völker stoßen, und
                        spätestens um die Mitte des 2. Jahr­tausends tauchen dann auch die
                        ersten sprachlichen Zeugnisse auf (in Indien, bei den Hethitern und in
                        Griechenland). In die erste Hälfte des genannten Jahrtausends setzte
                        Krahe auch die Blüte seiner Hydronomie. Da das Aus­scheiden der
                        genannten großen östlichen Untergruppen dieser vorausgegangen sein muß
                        und die „a-Mode", das Wuchern des Vokales a, in ihr am stärksten
                        wirksam war, diese aber in der jüngeren Steinzeit und Bronzezeit
                        geherrscht haben muß (Kuhn, K. Z. 71, 1954, S. 143-161, = Kl. Schr. I,
                        S. 230-245), so wird Krahes zeitliche Zuordnung, die ja großen
                        Spielraum läßt, wohl richtig sein.
                        Etwa um 2000 vor Christus hilft uns aber die Vorgeschichtsforschung
                        noch in einer eigenartigen Weise mit einem wichtigen Datum. Kurz
                        vorher hatten sich Teile der sogenannten Schnurkeramiker - auch
                        Streitaxtleute genannt -im inneren Jütland inmitten der dortigen
                        älteren Bevölkerung festgesetzt, wahrscheinlich bald die Herrschaft an
                        sich gerissen und die Kultur der Riesen­steingräber zu Fall gebracht.
                        Dies gilt als der erste Einbruch von Indo­germanen in den
                        nordgermanischen Raum. In den östlichen Teilen Däne­marks, vor allem
                        auf den Inseln, wurden Riesensteingräber dagegen noch rund zwei
                        weitere Jahrhunderte angelegt, von etwa 2000 bis 1800, und erst dann
                        wurden auch diese Gebiete von schnurkeramischen Gruppen — die
                        größtenteils von der unteren Oder kamen - unterworfen. Die westliche
                        Grenze dieser jüngeren Riesensteingräber, die da, im ganzen von Norden
                        nach Süden, durch Dänemark zieht und kaum einmal von der Natur
                        ge­gebenen Scheiden folgt, fällt nun in einer so auffallenden Art mit
                        der Ost­grenze der ur-/ar-Namen zusammen, die in der Fortsetzung der
                        Borken-grenze (sich oben) nahe der Nordseeküste durch Holstein und
                        Schleswig nordwärts läuft (sieh die Kartenskizze in NoB. 59, 1971, S.
                        63), daß es kein Zufall sein kann. Waren nun diejenigen, die da in das
                        westdänische ur-/ar-Gebiet einbrachen, Indogermanen, ihre Nachbarn im
                        Osten aber keine, dann sind hier die Fron­ten vertauscht. Trotzdem
                        kann - und wird - es so richtig sein. Auch die meisten anderen
                        ur-/ar-Landschaften Europas sind ja indogermanisch ge­worden.
                        Entscheidend ist hier, wieweit dabei das ältere Namengut der
                        Land­schaft verschont blieb. Der Nordwestblock verdankt seine
                        ungewöhnliche Bedeutung für die Namenforschung dem nördlich der Alpen
                        seltenen Glück, daß mindestens seit seiner Indogermanisierung kein
                        Bevölkerungseinstrom und Sprachwechsel mit allen älteren Namen derart
                        aufgeräumt hat, daß von ihnen nur noch schwache Spuren blieben, und in
                        seiner südwestlichen Hälfte wurden auch schon die letzten
                        vorindogermanischen Namenschich­ten weitgehend geschont, während
                        östlich von ihm in den wilden Jahr­hunderten der letzten germanischen
                        Wanderungen, die weithin dazu führten, daß große Landschaften
                        zeitweilig nahezu menschenleer lagen, fast das ganze ältere Namengut
                        verloren ging. Begnügten sich die Eroberer im wesentlichen damit, sich
                        als eine neue Herrenschicht über die ältere Bevölkerung zu setzen,
                        dann konnte der alte Bestand an Namen auch dann zum größten Teil
                        er­halten bleiben, wenn der Unterwerfung die Annahme der Sprache der
                        neuen Herren folgte. So muß es im Südwesten des Nordwestblocks
                        wenigstens zweimal geschehen sein, sowohl als er indogermanisch wie
                        auch als er ger­manisch wurde, und in seinem Nordosten bei der
                        Germanisierung. Beide Male verschont wurde offensichtlich aber auch
                        die Bevölkerung im Westteil Däne­marks, wie beim ersten
                        Herrschaftswechsel ja schon die Ansiedlung der Eroberer zwischen den
                        alten Siedlungen bezeugt (sieh oben). Aber die alte Herrenklasse,
                        welcher die Riesensteingräber dienten, wurde natürlich zer­schlagen,
                        während sie in der östlichen Landeshälfte die Macht behielt und solche
                        Grabmäler weiter errichtete, bis dann andere Schnurkeramiker kamen und
                        allem ein Ende machten. Dies scheint mit der rohesten Gewalt geschehn
                        zu sein, so daß die alte Bevölkerung ausgerottet wurde oder aus dem
                        Lande floh und auch ihre Namen untergingen. Aber in der Zwischenzeit
                        baue sich die Grenze zwischen den beiden Landeshälften gefestigt, so
                        daß sich an ihr nun starke Reste der älteren Namenschichten im Westen
                        und die jüngeren Riesensteingräber im Osten gegenüberstehn. So wird
                        die eigenartige Grenze, die da hervortrat, zu erklären sein.
                        Die westdänischen ur-/ar-Namen bilden eine Brücke zwischen den west-
                        (und süd-)europäischen und den nicht seltenen norwegischen. Es
                        schließen sich ihnen in dieser Funktion aber auch einzelne weitere
                        sehr alte und weil verbreitete Namen und Bildungsarten an, so vor
                        allem Dubr- (Dover) und Bildungen mit einem -st-Suffix. Die ersten
                        reichen in Norwegen bis zum bekannten Dovre-fjell und die zweiten bis
                        zu der Insel Alsten (alt Alo,st), 300 km nördlich Drontheim.
                        Bleibt in der Erklärung der Grenzen zwischen ur-/ar-Namen und jüngeren
                        Riesensteingräbern in Dänemark auch manches ungesichert, so ist doch
                        klar, daß diese schon von etwa 2000 bis 1800 vor Christus bestand, und
                        also das ur-/ar-System spätestens damals schon da war, und es ist sehr
                        wahrscheinlich, daß die Indogermanen da, wie längst angenommen, schon
                        im mittleren Norddeutschland standen und auch nach Dänemark
                        übergegriffen hatten. Außerdem warnt es uns, einseitige Namengrenzen,
                        d. h. solche, die zwar unbestreitbar sein können, aber doch nur von
                        der einen Seite her als solche bestimmbar sind, ohne weitere Argumente
                        als alte Sprach- und Völkergrenzen zu nehmen. Denn es kann ja sein,
                        daß die Zerstörung des älteren Namen­bestandes auf der Gegenseite
                        einmal an dieser Linie halt gemacht hat. (Vgl. zu diesem Fragenkreis
                        Abh. der Mainzer Ak. 1963, S. 546 f. u. 548, = Kl. Schr. III, 257 u. 259.)
                        Aus dem großen Mittelteil des zweiten vorchristlichen Jahrtausends
                        weiß ich keinen zeitlichen Anhaltspunkt zu nennen, der mein Thema
                        angeht. In das letzte Jahrtausend vor Christus fällt nach dem Zeugnis
                        der Boden­fundc die Entstehung der Unterweser-Aller-Grenze zwischen
                        dem schon germanischen Nordosten und dem noch nicht germanischen
                        Nordwestblock (sieh Westf. Forsch. 12, S. 23 f. = Kl. Schr. III, 140
                        f.). Um 1200 sollen dann die großen Wanderungen erfolgt sein, welche
                        die größten Teile der Illyrer, Veneter und Italiker in ihre späteren
                        südeuropäischen Sitze brachten. Dies wird aus Kulturbewegungen
                        geschlossen, welche die Grabungsforschung ver­folgen kann. Doch kann
                        hier in eins genommen sein, was sich durch lange Jahrhunderte hinzog.
                        Wollen wir zum Vergleich die Schicksale der großen ostgermanischen
                        Stämme in unserer Völkerwanderung nur mit der Hilfe der Funde
                        rekonstruieren, dann müssen wir scheitern. Auch von der Einwande­rung
                        der Etrusker in Mittelitalien, die für mich als ein terminus post quem
                        für die Festsetzung der Umbrer in Etrurien Bedeutung hat (sieh oben),
                        scheinen wir mit einiger Sicherheit nur behaupten zu können, daß sie
                        Gründung Roms (um 750) um eine Weile vorausgegangen sein muß.
                        Die gemeinsamen Neuerungen des Lateinischen und Germanischen sind
                        derart groß und mannigfach, und sie wirken zum Teil so jung, daß ich
                        nicht daran glauben kann, daß die Verbindungen zwischen ihnen schon um
                        1200 vor Christus oder wenig später zerrissen. Ich sehe auch nichts,
                        was zu dieser Annahme zwingen kann. Da die Römer selbst noch die im
                        Kern germanischen Kimbern und Teutonen, die um 100 vor Christus in
                        ihre Welt hereinbrachen, damals uneingeschränkt für Kelten hielten, so
                        könnten unter den Galliern, die fast 300 Jahre vorher bis nach Rom
                        gelangten, auch Ger­manen und Scharen aus dem namenlosen Volk des
                        Zwischenlands gewesen sein, und von ihnen schlugen sich womöglich
                        manche in Mittelitalien nieder und gingen in den Römern oder anderen
                        Italikern auf. Auf eine ähnliche Weise mag in den Jahrhunderten vorher
                        noch allerlei anderer indogerma­nischer Zuzug aus dem Norden in den
                        Süden gekommen sein. Vielleicht ist es so, daß das Einströmen
                        indogermanischen Bevölkerungsüberschusses nach Italien fast ein
                        Dauerzustand war, der bis ans Ende unserer Völker­wanderung währte und
                        nur in der langen Periode der starken römischen Militärmacht
                        unterbrochen war.
                        Da eine sorgfältige Suche noch manche Spuren westindogermanischer
                        Mundartspaltung ans Licht bringen konnte, bin ich auch überzeugt, daß
                        lat. fluere ,fließen' sein f- statt p- sowie das lateinische Pronomen
                        hic und das Verb habe:re ihr h- statt k- einem Vorläufer der
                        germanischen Laut­verschiebung verdanken. Am Stamme hab- hatte neben
                        den anderen italischen Sprachzweigen augenscheinlich auch das
                        Illyrische teil. Denn die Hesych-Glosse ill. abeis = ékheis bedeutet
                        doch wohl nicht ,Schlangen', sondern das viel geläufigere ,du hast'.
                        Nun bleiben noch die Fragen zu erörtern, wie es mit dem letzten
                        Indo­germanischen zu Ende ging und wann und wo das geschah. In meinem
                        ersten Aufsatz zu alledem, was mit dem Nordwestblock zu tun hat
                        (Westf. Forsch. 12, 1959, S. 5-44), kam ich zu dem Ergebnis, daß das
                        Germanische während des letzten Jahrtausends vor Christus lange vor
                        der Urstromniederung von Unterweser und Aller, das damals auch eine
                        tiefe Kulturscheide war, fest­gelegen hat, auf den Flügeln an der
                        Nordseeküste und durch Thüringen und Hessen hindurch aber schon so
                        früh gegen Westen und Südwesten durchstieß, daß Caesar um die Mitte
                        des letzten vorchristlichen Jahrhunderts sowohl in Belgien wie im
                        Oberelsaß auf germanische Stämme oder Heere traf, während in den
                        dazwischenliegenden Landschaften nach dem Zeugnis der Namen noch
                        indogermanische Restmundarten gesprochen sein müssen. Diese Gebiete
                        waren in den Augen der Römer in ihrer Zeit zwar auch schon einheitlich
                        germanisch, doch war die Germanisierung in den Jahrzehnten der
                        Römerkriege noch schwerlich weit gekommen. Es waren vielleicht gerade
                        diese zerstörenden Kriege, die über die Germanisierung des Kerns der
                        rechts­rheinischen Teile entschieden, während die Gebiete links des
                        Rheins der all­gemeinen Romanisierung zum Opfer fielen (sieh Kossack
                        in Hackmann, Kossack, Kuhn, Völker zwischen Germanen und Kelten, S.
                        104). Doch haben Restmundarten des letzten Indogermanischen in den
                        inneren und zumal den gebirgigen Landschaften rechts des Rheins
                        vielleicht noch Jahrhunderte fortvegetiert, bis es mit ihnen ganz
                        vorbei war. So endete dies letzte Indo­germanisch nicht durch die
                        Entwicklung neuer Untergruppen, sondern als die Beute zweier der
                        längst mächtig und selbständig gewordenen und schon weit von ihr
                        fortentwickelten Tochtersprachen, die aus ihr hervorgegangen waren.'



                        > It would seem that the word complex belonged to these two languages,
                        > which therefore will be the same language. Also the geographical
                        > extension of the word complex fits the geographical distribution of
                        > the two languages as described by Schrijver and Kuhn. Uralic it
                        > ain't, or UEW and others would have found ways of relating them
                        > derivationally within that language family.


                        Torsten
                      • tgpedersen
                        ... Now I face a tough choice: who should I believe? You or UEW? ... The authors of UEW will be saddened to hear that. ... I think I do. Actually, I am
                        Message 11 of 21 , Jan 22, 2009
                        View Source
                        • 0 Attachment
                          --- In cybalist@yahoogroups.com, "Arnaud Fournet" <fournet.arnaud@...>
                          wrote:
                          >
                          >
                          > >> I really wonder what you want to show with that kind of long list
                          > >> of words with no analysis and no coherence,
                          > >
                          > > In the kant-/katt-/kunt- etc list the internal connections are two
                          > >
                          > > 1) a semantic development from words having to do with hunting
                          > > storage hut, side of the river, harbor building, to community,
                          > > 'Hundertschaft', ie an administrative division; a development
                          > > from frontier conditions to semi-civilization.
                          >
                          > ========
                          > From your previous mail,
                          > Norwegian Saami gad'de 'bank' usw. ~ Finnish kanto 'tree stump,
                          > Estonian kand (Gen. kannu) id., Saami Norwegian Saami guoddo id. In
                          > SKES the Finnish words kanta and kanto are separated. This seems not
                          > to be warranted semantically.
                          >
                          > It definitely is warranted semantically that these words are to be
                          > separated.
                          >
                          Now I face a tough choice: who should I believe? You or UEW?

                          > >> with no support and no data.
                          > >
                          > > I thought you said there was too much data?
                          > > > Torsten
                          > >
                          > =======
                          >
                          > You can paste all the pages of the UEW with words sounding like K_T
                          > This is not data.

                          The authors of UEW will be saddened to hear that.

                          > Do you understand the word "relevant" ?

                          I think I do. Actually, I am applying it right now.


                          Torsten
                        • tgpedersen
                          ... In this one he actually provides examples of the ar-/ur-language in place names, so ... enjoy. EIN ZWEITES ALTEUROPA [Namn och Bygd 59, 1971, S. 52—66;
                          Message 12 of 21 , Jan 24, 2009
                          View Source
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                            --- In cybalist@yahoogroups.com, "tgpedersen" <tgpedersen@...> wrote:
                            >
                            >
                            > Oops, and I am tempted to add Gmc. xund-/Lat. canis "dog"; it
                            > matches both the semantic criterion (being connected with hunting)
                            > and the morphophonemic one (the Gmc -d and the Latin -a- are
                            > unexplained).
                            > German 'hunzen' "treat badly" is usually explained as "treat like a
                            > dog", but formally it corresponds to Eng. 'hunt'.
                            >
                            > > In the kant-/katt-/kunt- etc list the internal connections are two
                            > >
                            > > 1) a semantic development from words having to do with hunting
                            > > storage hut, side of the river, harbor building, to community,
                            > > 'Hundertschaft', ie an administrative division; a development
                            > > from frontier conditions to semi-civilization.
                            > >
                            > > 2) Morphophonetically the words are related by two types of
                            > > alternation:
                            > >
                            > > a) alternation between single/geminate/prenasalized stop (in casu
                            > > -t-/-nt-/-tt-); this is the mark of Schrijver's 'language of
                            > > geminates'
                            >
                            > see
                            > http://tech.groups.yahoo.com/group/cybalist/message/48657
                            >
                            > > b) a/u root vowel alternation; this is the mark of Kuhn's ar-/ur-
                            > > language.
                            >
                            > Here's is Kuhn's last article on the subject, it's long and in
                            > German, but it's the best I can do; I might translate it, but it
                            > takes days.
                            >

                            In this one he actually provides examples of the ar-/ur-language in
                            place names, so ... enjoy.


                            'EIN ZWEITES ALTEUROPA
                            [Namn och Bygd 59, 1971, S. 52—66; Druckfassung eines Vortrags,
                            gehalten auf dem VI. Nordiske navneforskerkongres (Helsingør, 23.—26.
                            8.1971)]
                            Der Titel meines Vortrags setzt voraus, daß es für den Namenforscher
                            schon ein Alteuropa gibt, das ich anerkenne. Es ist das, welches Hans
                            Krahe als das Alteuropäische Flußnamensystem hinterlassen hat und
                            dessen Bedeu­tung für die nordischen Länder eins der Hauptthemen
                            dieses Kongresses ist. Aber meine Anerkennung dieses "Alteuropas" ist
                            mit vielen Einschränkungen und Modifikationen verknüpft. Von ihnen
                            haben hier namentlich die drei Bedeutung, daß Krahes System nicht die
                            zentrale Stellung zukommt, die er ihm zusprach, daß die Grenzen, die
                            er ihm, immer wieder ändernd, gezogen hat, schwerlich richtig sind und
                            daß es nicht die älteste Schicht der Fluß­namen bildet, die uns
                            greifbar werden (vgl. Kuhn, Anzeiger f. dt. Altertum [AfdA] 78, 1—22
                            [s. Bd. III, 320 ff.]). Es gibt noch sehr viel andere Flußnamen aus
                            vorgeschichtlicher Zeit, und ein Teil von ihnen bildet eine ziem­lich
                            einheitliche Gruppe, die mit ähnlichem Recht ein System zu heißen
                            verdient wie der Kern der großen Namengruppen, die Krahe gesammelt und
                            geordnet hat. Dies ist das "zweite Alteuropa", von dem hier gesprochen
                            werden soll.
                            Wir müssen in den nordischen Ländern kaum weniger als in den andern
                            germanischen mit vorgeschichtlichen Namen rechnen, die nicht allein
                            nicht germanisch, sondern auch nicht indogermanisch sind. Denn auch in
                            ihnen haben ja, wie wohlbekannt, vor dem Eindringen der Indogermanen
                            schon seit Jahrtausenden Menschen gehaust und selbstverständlich auch
                            Namen gegeben. Aber die lange quellenlose Zeit und besonders die
                            radikale Um­wandlung der nordischen Sprachen vor dem Beginn der
                            literarischen Epoche mußten deren meisten Spuren verwischen, so daß es
                            fast aussichtslos scheint, etwas davon fest in die Hand zu bekommen.
                            Trotzdem fiel mir, als ich mich, vor rund 15 Jahren, diesen
                            Fragenkreisen zuzuwenden anfing, auch in Skandinavien, zumeist in
                            Norwegen, eine langsam steigende Zahl von Namen auf, die sich durch
                            ihren Lautstand, ihre Bildungsweise oder die Ver­breitung ihres
                            Wortstamms als schon vorgermanisch zu erweisen schienen. Ganze Gruppen
                            von ihnen auszusondern, in denen ein Fall die anderen stützt, wird
                            jedoch nur dann gelingen, wenn wir den ältesten nordischen Namenstoff
                            systematisch mit demjenigen anderer Länder vergleichen, namentlich
                            solcher, die sich als besonders reich an sehr altem Namengut er­wiesen
                            haben. Dieses habe ich an einem klar umgrenzten Stoff versucht. Ich
                            bin hierbei, etwas zufällig und ohne zunächst an den Norden zu denken,
                            von Dur- ausgegangen, einem der in Europa am weitesten ver­breiteten
                            alten Flußnamenstämme, zu dem unter anderm der Durius (Duero) in
                            Spanien, der Duranius (Dordogne) in Südfrankreich und zwei Duria
                            (Dora) in Oberitalien gehören. Da die Lautfolge ur in alten Namen im
                            allgemeinen selten ist, so fiel es mir auf, daß das oberste Po-Gebiet
                            außer den beiden Duria auch mehrere Flüsse des Namens Stura hat, dazu
                            Nure, Curone und noch weiteres. Zu ihnen gesellen sich, mit a oder i
                            als Stamm­vokal, Taro, Ira und Stirone. Das ir dieser letzten ist in
                            den Namen noch weit seltener als ur (und ar). Eine besonders
                            eindrucksvolle Gruppe solcher Namen fand ich etwas östlicher um den
                            Corner See. Dieser hieß im Altertum lacus Larius, und in ihn mündet
                            eine Maria (Mera) und in diese ein Liro, Kurz westlich von Como aber
                            fließt eine Lura. Also Lur-, Lar- und Lir· nah beieinander. Dies
                            schien es mir zu erlauben, auch das Nebeneinander der vorher genannten
                            Stura und Stirone für bedeutsam zu halten.
                            Aber auch Dur- ist nah vom Corner See bezeugt. An seiner Westseite
                            heißt ein hoher Berg Monte Duria. Es waren also wohl nicht nur
                            Gewässer, denen Namen des beobachteten Typs gegeben wurden. Dies gilt
                            im übrigen auch von Krahes System, so daß seine Meinung, die meisten
                            seiner Namen« stämme seien "Wasserwörter" gewesen, schon deshalb nicht
                            zu halten ist. Auch Landschaft und Wohn- oder Lagerstätten hatten
                            selbstverständlich von früh an Namen, die mit denselben Mitteln
                            gebildet sein konnten, und auch von ihnen kann manches die
                            Jahrtausende überdauert haben.
                            Dem kurz skizzierten Zustand in den höheren und gebirgigen Teilen des
                            Pogebiets steht, soweit meine Kenntnis reicht, in seinen unteren und
                            offeneren Teilen ein gänzliches Fehlen von Flußnamen der erörterten
                            Bil­dungsweise gegenüber. Dies hat mein Interesse an ihnen wesentlich
                            ver­größert. In Südfrankreich scheint zwischen der Rhone-Niederung und
                            dem im Westen anschließenden Gebirgsland ein ähnlicher Gegensatz zu
                            bestehen. Eine dritte an -ur- und -ar-Namen reiche Landschaft ist das
                            Bergland der nördlichen Schweiz, insbesondre im Gebiet der Aare. Dort
                            ist eine Dura (die Thur, zum Rhein) und dann Aare (zum Rhein) und
                            Suhre (zur Aare) sowie der Jura (das Gebirge), dazu eine große Gruppe
                            zugehöriger Bildungen mit einer konsonantischen Ableitung oder
                            Weiterbildung. Da ist eine Orbe (zum Neuenburger See) und eine Surb
                            (zur Aare), die Urnäsch (zur Sitten zur Thur), die Uerke (zur Suhre)
                            und die Stadt Murten (am Murtensee), dann die Sorne (zur Birs zum
                            Rhein), die Sarine (frz. Name der Saane) und der Ort Samen (mit dem
                            Sarner See) samt Uri (mit dem Urnersee), und schließlich 5mal der
                            Flußname Murg, der zwar als keltisch gilt, es aber nicht überall sein
                            kann. Die meisten dieser Weiterbildungen sind nach ihrer Lage so
                            deutlich mit den Grundformen Dur-, Sur-, Ur- usw. verknüpft, daß wir
                            sie zu ihrer Gruppe rechnen dürfen. Auch das obere Poland hat an
                            solchen Bildungen Anteil, unter anderm mit dem Flußnamen Urbis (Orbe),
                            der mit dem Orbe in der Schweiz wie auch einem Orb in Südfrankreich
                            und einem in Hessen samt dem Ortsnamen Urb im Rheinland identisch sein
                            wird. Die Schweiz scheint sonst nur Dur- (Thur) mit dem Po-Gebiet
                            gemeinsam zu haben. Doch sind ihre meisten Bildungen auch in anderen
                            verwandten Räumen bezeugt.
                            Die Lage der -ur-/-ar-Namen in der Schweiz ist der in Oberitalien
                            verwandt. Auch hier grenzen, im Norden und Nordosten, offenere
                            Land­schaften an, die an solchen Namen äußerst arm sind. O. Springer,
                            Die Fluß­namen Württembergs und Badens (1930), enthält außer Murg nur
                            je einmal Murr und Morre, dazu vielleicht Würm (aus Wirm). Auf der
                            anderen Seite scheinen die besprochenen Namen in der Schweiz nur wenig
                            ins Hoch­gebirge hineinzureichen. Nehmen wir die italienische (und die
                            südfran­zösische) Gruppe hinzu, dann entsteht der Eindruck einer
                            Relikt- oder Rückzugslage in relativ früh besiedlungsfähig gewordenen
                            Berglandschaften.
                            Ich fand -ur-, -ar- und -ir-Namen in allen Ländern Europas, in denen
                            ich suchte, meist, so scheint es, sehr dünn gestreut, hier und da aber
                            ähnlich gehäuft wie in den erörterten Gebieten. Dies trifft
                            insbesondre einen großen Raum in Nordfrankreich, Belgien, Luxemburg,
                            den Niederlanden und Nord­westdeutschland beiderseits des Rheins, mit
                            dem Schwerpunkt um die Berg- und Waldlandschaften der Ardennen und der
                            Eifel (der "Fünfländerraum"). Er enthält Hunderte von Namen der
                            behandelten Typen, stellenweise in auffallend dichter Lage. So münden
                            in die Mosel oberhalb von Trier in kurzen Abständen Saar, Su:r (Sauer)
                            und Sir (Syr), und in diese Su:r eine Ur (Our, mit der Ortschaft Urb),
                            und in diese wieder eine Irsen und Iren (Ihrenbach). Wir haben in
                            diesen Gebieten, meist mehrfach oder gar oft, die Stämme Ur-, Ar- und
                            Ir-, Sur-, Sar- und Sir-, Dur-, Fur-, Mur-, und Rur- samt weiteren,
                            meist in Ableitungen der oben genannten Typen. Es scheint, als habe da
                            im Westen weithin die Neigung bestanden, die kurzen Stämme der
                            Grundschicht zu verlängern, und zwar vor allem auf eine vierfache Art,
                            mit -s-, -k- und -n-Suffixen sowie (wohl erst spät) mit -apa. Das
                            erste geschah besonders in der Nähe des Rheins. Es gibt dort Namen mit
                            den Stammformen Urs-, Burs-, Durs-, Murs-, Nurs-, Surs- und Wurs-,
                            dazu Ars-, Bars-, Fars-, Kars-, Mars- und Nars- samt Irs-. Ich nehme
                            hier aber keine Rücksicht darauf, daß einem vielleicht großen Teil
                            dieser Stämme eine Form des Typs *Duris- zugrunde liegen kann.
                            Die Gruppe mit der -k-Ableitung ist weiter verbreitet und auch
                            bedeu­tender. Sie ist am stärksten in den Niederlanden, reicht jedoch
                            über fast das ganze Gebiet der jetzt erörterten Namen und ist wohl ihr
                            eindrucksvollstes Merkmal. Man kann den Fünfländerraum im groben mit
                            Bildungen des Stammes Urk- umgrenzen: von der Ourcq (zur Marne) im
                            Westen bis zur Orke (zur Eder zur Weser) im Osten und von der Ource
                            (zur oberen Seine) im Süden bis zur Insel Urk (in der Zuidersee) im
                            Norden. Die Namen­stämme, die diese Gruppe bilden, sind Urk-, Burk-,
                            Kurk-, Lurk- und Murk-, Ark-, Bark-, Kark-, Mark-, Sark- und Wark-.
                            Von dem guten Dutzend alter Inselnamen an den südlichen Nordseeküsten
                            gehören drei, 380 Borkum, Marken und Urk, zu dieser Bildungsgruppe,
                            während drei weitere, Marne, Voorne und das nicht mehr bestehende
                            Voorn, mit einem -n-Suffix gebildet sind. Auch diese Bildungsart ist
                            sehr weit verbreitet, tritt aber nicht so stark hervor wie der Typ mit
                            dem -k-.
                            Die genannten Ableitungsformen tragen zwar, zumal durch ihre
                            Häufigkeit, sehr dazu bei, dem Namenbestand des Fünfländerraums sein
                            besonderes Gesicht zu geben, sind jedoch nicht auf ihn beschränkt.
                            Auch die vierte und wahrscheinlich jüngste Form der Weiterbildung, die
                            ich erwähnte, die auf -apa — Or-pe/Ur-f, Dor-pe, Sor-pe und Lor-fe,
                            Ar-pe, Mar-pe und Sar-pe — hat, obschon sie fast ganz auf das Bergland
                            rechts des Rheins begrenzt ist, Parallelen in großer Ferne (lit.
                            Dumpis, Nurupis, Surupis, Urkupis usw.). Fast ganz auf unseren Raum
                            beschränkt sind bisher, von Einzelbildungen abgesehn, nur die
                            Stammformen Fur- und Rur-. Die zweite gehört dem Binnenlande an, die
                            erste dem Küstenraum.
                            Es ist, soweit ich sehe, auf den meisten Seiten kaum möglich, die
                            Grenzen des nun erörterten großen Raumes einigermaßen klar und sicher
                            anzugeben. Aber nach Nordwesten zeichnet sich eine deutliche Grenze
                            ab. Sie kann mit sechs der sonst nur sehr seltenen Burk-Namen
                            bezeichnet werden: von der Insel Borkum vor der Emsmündung über Borken
                            an der unteren wie auch westlich von Münster (in Westf.), die
                            Borken-berge bei Haltern (an der Lippe) und Bork nördlich von Dortmund
                            nach Borken ssw. von Kassel. Nördlich und östlich dieser ungefähren
                            Linie werden Bildungen der verfolgten Typen äußerst selten. Ich komme
                            auf diese "Bor­kengrenze" zurück. Doch zieht sich eine dünne Kette
                            solcher Namen an der Nordseeküste entlang zur Jütischen Halbinsel hin.
                            Da sind ein Stuhr bei Bremen und die Sturia (Stör) zur Elbe in
                            Holstein, die Egi-dora (Eider) mit der Sorge (älter Sorke) und mehrere
                            Marne oder Marren. Auch der Inselname Föhr gehört wohl dazu. Diese
                            Kette führt zu einer bemerkens­werten stärkeren Gruppe solcher
                            Bildungen im Süden, Westen und Norden Jütlands, deren meiste nahe
                            Verwandte oder volle Entsprechungen in den südlicheren
                            Vorkommensräumen dieser Namentypen haben, aber auch in Norwegen und
                            auch Schweden, während die dänischen Inseln fast leer sind, Vergleiche
                            hierzu die unten gebrachte Kartenskizze mit der zugehörigen Namenliste.
                            Ich stehe hiermit vor der Frage des skandinavischen Anteils an den
                            erörterten Namengruppen. Vorher aber einiges Methodische. Es ist mir
                            klar, daß ich viele Namen falsch eingeordnet haben werde und daß
                            viele, viel­leicht eine Mehrheit, auch anders befriedigend erklärt
                            werden können — und zumal im Norden anders erklärt zu werden pflegen
                            —. Dies ist in so alten Namenschichten unvermeidbar, und es trifft
                            ähnlich die Namenreiheu Krahes. Ich bin jedoch überzeugt davon ausgehn
                            zu dürfen, daß Namen oder Namenstämme, die in ähnlichen Gruppen und
                            Verwendungen über verschiedene (alte) Sprachräume verbreitet sind und
                            denen spezifische Merkmale später oder lokaler Entstehung fehlen, im
                            allgemeinen auch dann zusammenhängen, wenn sie sich in einzelnen der
                            beteiligten Länder oder Landesteile aus deren (heutiger) Sprache
                            erklären lassen. Man kann den Flußnamen Su:r bei uns wohl leicht als
                            ,die Saure' deuten, nicht aber so die Inselnamen norw. Surn-øy und
                            griech. Syrie:, Sy:ros und Syrnos. Bei den von mir vorgelegten
                            Namentypen ist es außerdem die eigenartige Lagerung und
                            Gruppenbildung, die bei einem solchen Erklärungsverfahren rätselhaft
                            bleibt. Es kommt noch hinzu, daß diese Arbeitsweise noch viel zu wenig
                            auf die Bildungsart der Namen zu achten pflegt. Trotzdem ist es
                            selbstverständlich, daß, um bei dem gewählten Beispiel zu bleiben,
                            einzelne germanische Flüsse den Su:r-Namen doch auf dem anderen Wege
                            erhalten haben können. Dies nehme ich in Kauf, in der Gewißheit, daß
                            sich das eigentümliche Gesamtbild, das vor uns liegt, nie und nimmer
                            ergeben hätte, wenn sich das meiste aus ziemlich zufälligen
                            Übereinstimmungen und Ähnlichkeiten sehr verschiede­nen Ursprungs
                            zusammensetzte. Dasselbe gilt von der weiteren schweren Fehlerquelle,
                            daß wir bei keinem vorgeschichtlichen Namen sicher sind, seine älteste
                            Form zu kennen, und bei vielen gewiß sein dürfen, sie n i c h t zu
                            kennen. Selbst wenn ein Drittel oder gar die Hälfte der von mir
                            gesammel­ten und gutgeheißenen Namen ausgeschieden werden müßte, so
                            bliebe doch genug, um meine Schlüsse zu rechtfertigen. Auch die
                            Unvollständigkeit des Stoffes wird das Gesamtbild nur wenig verfälschen.
                            Eins der schwierigsten Probleme ist das der Lautentsprechungen. Dies
                            gilt sowohl allgemein — wieweit dürfen wir zum Beispiel Murg- und
                            Murk- (samt Morg- und Mork-) oder Dur- und Tur- als eins behandeln? —
                            wie ganz besonders im Verhältnis zur germanischen Lautverschiebung.
                            Daß diese, verglichen mit den südlicheren Parallelen, in den
                            herangezogenen Namen der Schweiz und auch des Nordwestraums dem
                            Anschein nach nur vereinzelt wirksam gewesen ist, braucht uns nicht zu
                            stören. Denn diese Gebiete sind erst sehr spät germanisch geworden.
                            Aber im Hauptteil der nordischen Länder versagt eine solche Erklärung.
                            Daß ihre meisten hergehöligen Namen, deren Konsonantenstand
                            unverschoben erscheint, dorthin erst nach dem Abschluß der
                            Lautverschiebung gelangt sind, ist, von einzelnen Fällen vielleicht
                            abgesehen, völlig unwahrscheinlich. Oder hat diese Sprachbewe­gung sie
                            unberührt gelassen? Dies ist tatsächlich möglich. Doch würde die
                            Erklärung dafür so viel Raum verlangen, daß ich hier, zum mindesten
                            zunächst, darauf verzichten und das Fehlen unserer Lautverschiebung in
                            den allermeisten nordischen Namen, mit denen ich hier operiere, als
                            ein Faktum behandeln muß, das wir nicht gut leugnen können.
                            Ich komme nun zu der Lage in Norwegen, wo der wichtigste Teil des
                            Namenstoffs besonders gut und übersichtlich gesammelt und geordnet
                            vor­liegt. Es sind hier kaum weniger die Namen der Inseln als der
                            Flüsse, welche Parallelen zu den untersuchten Bildungen der
                            südlicheren Länder enthalten. Das ergibt sich aus der Natur des Landes
                            und dem besonders hohen Alter der Siedlung an seinen Küsten. Aus O.
                            Ryghs großen Namen­werken kommen Hunderte von Bildungen zusammen, die
                            entweder volle Entsprechungen oder doch Verwandte in den -ur- und
                            -ar-Namen haben, die sich für die skizzierten südlichen Gebiete als
                            typisch erwiesen. Es sind da im Süden nicht viele charakteristische
                            Stämme und Bildungsarten, an denen Norwegen keinen Anteil hat (oder zu
                            haben scheint). Es ist nicht möglich, hier viele der Parallelen
                            anzuführen, und so beschränke ich mich auf einige Fälle, in denen
                            Jütland die verbindende Brücke schlägt.
                            Zuerst die schon genannten Stämme Urk- und Burk-. Jütland hat den
                            zweiten in Bork (am Ringkøbing Fjord), den ersten wahrscheinlich in
                            Vork (w. Vejle) und Orke-krog (an der Solkær Å, sö. Kolding). In
                            Norwegen nenne ich mit diesem Stamm nur Ork, den alten Namen des
                            Flusses im Orkdal, und den Yrkefjord (ö. Haugesund). Schweden steuert
                            hier wohl mindestens den Seenamen Örken bei (Småland). Burk- steckt
                            unter anderm im norwegischen Flußnamen Borkn (Bortna, Gauldal) und dem
                            Seenamen Borken in Östergötland. Dann Urt-. Frankreich hat den
                            Flußnamen Orthe (zur Sarthe) und Belgien Ourthe (zur Maas), die
                            Niederlande den alten Ortsnamen Orten und Niedersachsen Ohrte,
                            Dänemark Orten (nw. Varde) und Orte (Westfyn) und dazu ein Orte-krog
                            (an der Uge Å, sw. Åbenrå) und Yrt (im Sundeved), Norwegen unter
                            anderm Orten und Urter als Inselnamen und zweimal Ørteren als Namen
                            eines Sees, und ebenso Schwe­den Örten. Zum Stamme Murs- gehört ein
                            Mursa samt Mursila und Mursella im alten Pannonien, am Niederrhein der
                            alte Gewässername Mörs, in Jütland der Inselname Mors und in Norwegen
                            Mors (Moss am Oslofjord), auch dies der alte Name eines Flusses.
                            Die oben kurz erwähnten niederländischen Fur- (und Fu:r-) Namen haben
                            im Norden viele Verwandte, auf der Jütischen Halbinsel im Insel­namen
                            Fur (und wohl auch schon in Föhr), in Norwegen in den häufigen
                            Flußnamen For/Fora, Fura und Forn, in Schweden wohl wenigstens im
                            Seenamen Furen und dem bekannten Flußnamen Fyres-å. Die Inselnamen
                            Voorn und Voorne im Westen scheinen in dem westnorwegischen Fonn eine
                            genaue Entsprechung zu haben. Auch Dur-, der Namenstamm, von dem ich
                            ausging, ist in den norwegischen Flußnamen nicht ganz selten (s. NE 33
                            und 35 f.). In Jütland ist es anders. Dort fand ich diesen Stamm, von
                            Egi­dora abgesehn, nur in den Ableitungen Dørken (bei Give) und Dorf
                            (Vendsyssel). Zu Dorf vergleiche man die alten Flußnamen Durbia
                            (Frank­reich) und Durbis (Britannien) sowie wahrscheinlich Dyrfa in
                            Westnorwegen (NG 11, 599). Dørken scheint nur im Westen einige
                            Verwandte zu haben (in den Niederlanden de Durk, in Westengland ein
                            Fluß Dork).
                            Einer der interessantesten unter den von mir verfolgten Namenstäm­men
                            ist das Sir-, das im Moselraum mit Sur- und Sar- gekuppelt ist. Von
                            den wenigen alten Namenstämmen, die ir enthalten, ist es der
                            verbreitetste. Norwegen hat ihn in dem Inselnamen Si:ri (Utsira, vor
                            Haugesund) und den Flüssen Sira (Agder) und Sire-å (Hallingdal), dazu
                            in zwei *Si:r-vin, Schwe­den anscheinend im Inselnamen Sirk-ön (im
                            Åsnen, Småland), Dänemark im Ortsnamen Sir oder Sire (n. Holstebro)
                            und dem Inselnamen Sejer-ø (alt Syr-ø). Es folgt dann in den
                            Niederlanden ein untergegangenes Sier auf der Insel Ameland, wohl
                            selbst einmal ein Inselname, der Bachname Sire-beke (Zierbeek) bei
                            Brüssel, die genannte Sir (Syr) in Luxemburg und wenig südlicher
                            (schon in Lothringen) der Ortsname Sierck, der sicher auch einem Bach
                            gehört hat, in der Schweiz (Thurgau) ein Sirn-ach und weiter in
                            Süditalien die Inseln Sirenes (vor Kampanien) und der Fluß Siris
                            (Lukanien) sowie vor Kreta die Inseln Sirnides. Dazu kommen noch
                            manche andere Namen. Sir- (und Si:r-) ist also wenigstens 6mal, von
                            Norwegen und Schweden bis Italien und Griechenland, an Inseln
                            geknüpft, und noch öfter und ähnlich gelagert an Wasserläufe. Dies
                            sichert die Ver­wandtschaft der Namen und verbietet uns, den Stamm,
                            wie es in Norwegen geschah, aus einer der geschichtlichen
                            Einzelsprachen und mit dem Blick auf nur eine seiner Verwendungen zu
                            erklären. Ähnlich wie mit Sir- wird es mit dem nahestehenden Sur-
                            bestellt sein (vgl. oben).
                            Der starke Anteil am Stamme Fur- sowie an den -k- und -s-Ableitungen —
                            allein in Jütland in Bork, Vork, Orke-krog und Dørken, Bars-ø, Mors,
                            Nors und Ørs — bezeugt die engere Verwandtschaft der nordischen
                            -ur-/-ar-Namen mit denen Westdeutschlands und seiner Nachbarländer,
                            während anderes, wie gezeigt, auf viel weitere Zusammenhänge hinweist.
                            Die Beispiele, die ich brachte, werden zugleich genügen, um deutlich
                            zu machen, daß es neben dem Kraheschen System, auch über große Teile
                            Europas verbreitet, viele alte Namen, vor allem Flußnamen, gegeben hat
                            und gibt, die sowohl in der Lautform der Stämme wie den
                            Ableitungs­mitteln nah miteinander verwandt sind und sich auch in der
                            landschaftlichen Verteilung als zusammengehörig erweisen, so daß wir
                            sie mit demselben Recht (oder Unrecht) als ein System zusammenfassen
                            dürfen wie Krahes Namenreihen. Es gilt auch für beide Seiten, daß da
                            noch sehr viel zu tun ist, weitaus mehr, als bisher getan, eh wir der
                            erreichbaren Erkenntnis nahe kommen. Zumal in den nordischen Ländern
                            liegt das allermeiste noch vor uns. Solange nicht alle (anscheinend)
                            zugehörigen Namen gesammelt und geordnet — und auch kartiert — sind,
                            dürfen wir nicht hoffen, die wichtig­sten Fragen einigermaßen
                            zuverlässig lösen zu können. Das eine aber ist nach meiner Überzeugung
                            jetzt schon klar, daß es zwei in manchem ver­wandte, in anderem aber
                            grundverschiedene Systeme in dem ältesten Namen­stoff Europas gibt und
                            daß auch die nordischen Länder an ihnen Anteil haben, wenigstens an
                            dem zweiten sogar einen großen.
                            Ich will nun versuchen, etwas über das Verhältnis dieser beiden
                            Namen­systeme zueinander zu sagen. Beide müssen Modeerscheinungen
                            sein, die durch lange Zeiträume wirksam waren und auch lange
                            nachgewirkt haben können. Sie unterscheiden sich von unseren späteren
                            Namenmoden nament­lich darin, daß diese durchweg nur auf die
                            Gleichheit der Suffixe oder zweiten Namenglieder und dazu vielleicht
                            auf sachliche Gleichartigkeit der Stämme oder ersten Glieder (etwa
                            Personennamen) gerichtet sind, jene hingegen offenkundig vor allem auf
                            die lautliche Ähnlichkeit der Namen384 stämme und eine begrenzte
                            Auswahl von Ableitungsmitteln. Dies kann mit einem weitgetriebenen
                            Verzicht auf eine sinnvolle Bedeutung der einzelnen Namen verbunden
                            gewesen sein. Aber Namen sollen etwas bezeichnen und brauchen nichts
                            zu bedeuten, so daß auch solche Systeme ihre Aufgabe gut erfüllen
                            konnten. Diese uns fremde Art der Namengebung wird wohl der
                            Entwicklungsstufe ihrer Zeit entsprochen haben.
                            In den Mitteln, deren sich die beiden Systeme bedienten, ist der
                            Unter­schied groß, jedoch nicht absolut. Am auffallendsten ist wohl,
                            daß beide sich fast ganz auf die drei Vokale a, i und u beschränken,
                            während e und o, die wichtigsten Grundvokale des Indogermanischen,
                            nahezu fehlen. Hierbei ist in Krahes Reihen a am weitaus häufigsten
                            und u am seltensten, in meinen Gruppen aber steht u an der Spitze und
                            i an der dritten Stelle. Krahe zählt zu seinen Stämmen keinen mit der
                            Lautfolge ur, die den Kern des anderen Systemes bildet. Dagegen kommt
                            der Lautfolge ar auf beiden Seiten große Bedeutung zu. Krahes Reihen
                            enthalten — in praxi, nicht in der Theorie — die Stämme ar- (mit
                            arg-), kar-, mar-, nar-, sar-, tar- und war-, die ich großenteils für
                            mein System in Anspruch nahm. Dies ist bei ar- und sar- offensichtlich
                            berechtigt, und wahrscheinlich auch bei den selteneren nar- und tar-.
                            Denn sie sind fast ganz auf die Länder beschränkt, in denen die
                            -ur-Formen heimisch sind, und stehen zum Teil in deutlicher Beziehung
                            zu solchen. Das Nebeneinander von Sar und Sur an der Mosel, das ich
                            mehrmals erwähnte, hat manche Parallelen. Demgegenüber scheinen kar-
                            und vor allem war- weit überwiegend auf Krahes Seite zu gehören. Es
                            gibt neben ihnen auch nur ganz wenige kur- und wur- mit typischen
                            Merkmalen des zweiten Systems, und ihrer Verbreitung sind keine
                            solchen Grenzen gesetzt wie etwa ar- und sar-. Der letzte -ar-Stamm,
                            der noch bleibt, mar-, war, so scheint es, von früh an in beiden
                            Systemen heimisch. Doch bleibt hier wohl noch manches zurechtzurücken,
                            und es lassen sich auch Einzelheiten nennen, die eine Mischung der
                            zwei Systeme zu bezeugen scheinen. Es würde mich nicht überraschen,
                            wenn die sorgfältigere Unter­suchung, die besonders auf die
                            landschaftliche Verbreitung der einzelnen Aufbauelemente gerichtet
                            ist, die Annahme nahe legte, daß die Systeme anfangs klarer geschieden
                            waren und ihr meister Gemeinbesitz an Stämmen und Bildungsmitteln erst
                            das Produkt eines Austausches war.
                            Für die Erkenntnis, wie die beiden verglichenen Systeme zueinander
                            stehen, ist selbstverständlich auch ihre Verbreitung von großer
                            Bedeutung. Krahe hat diejenige seiner Namen wenigstens im groben
                            abgesteckt. Es reicht über die größten Teile Europas, und fast nur
                            Randgebiete im Süden und Osten bleiben draußen, so daß er sein System
                            mit gutem Recht euro­päisch nannte. Doch ist auch hier noch einiges zu
                            korrigieren und wohl noch mehr zu ergänzen. Krahe achtete insbesondre
                            erst sehr wenig auf den großen Wechsel in der Dichtigkeit seiner
                            Namen. Mein Eindruck ist, daß diese dort merklich abzunehmen pflegt,
                            wo das andre System am stärksten ist. Dies nun ist ebenfalls sehr weit
                            verbreitet, aber noch viel ungleichmäßiger und, wie schon betont, mit
                            großen Lücken. Am dichtesten liegen seine Namen, soweit mein Überblick
                            reicht, in den meisten Randgebieten Europas, die von denen Krahes nur
                            schwach oder kaum erreicht worden sind. Sie gehen auch nach Kleinasien
                            hinüber und wohl noch weiter. Über ihre Ver­breitung im inneren Europa
                            ist das Wichtigste, das ich zu sagen vermag, schon erwähnt. Im Osten
                            hat mindestens Litauen großen Anteil, und ähnlich nach den alten
                            Quellen wohl der ganze Umkreis des Schwarzen Meeres. Im übrigen weiß
                            ich über die Lage in Osteuropa nur sehr wenig.
                            Die These, zu der mich dies lückenhafte Gesamtbild von der
                            Ver­breitung der Das "zweite Alteuropa" und die Riesensteingräber der
                            späteren Jungsteinzeit in Dänemark. -ur-/-ar-Namen geführt hat, ist
                            die folgende: Diese Namen waren einmal im allergrößten Teil Europas
                            und zum Teil auch über seine Grenzen hinaus im Gebrauch. Dann aber
                            drang in seiner Mitte das System Krahes durch, ersetzte da den größten
                            Teil der Bildungen des andern Systems, unterband dessen weitere
                            Entwicklung und Entfaltung und drängte es weit nach Westen und Süden
                            und zumal in die schwerer zugänglichen Berglandschaften zurück. Doch
                            faßte es später auch in vielen oder den meisten Ländern und
                            Landschaften Fuß, in denen die Namen des zweiten Systems sich bislang
                            hatten behaupten und festere Wurzeln schlagen können. Das meiste,
                            worauf diese Theorie sich stützt, ist oben gesagt oder angedeutet.
                            Doch sind noch einige Ergänzungen nötig. Dort, wo mir ein
                            Nebeneinander an -ur-Namen besonders reicher und armer Landschaften
                            auffiel — in Oberitalien, Südfrankreich, der Schweiz,
                            Nordwestdeutschland und seinen Nachbarländern und auch Dänemark —,
                            grenzen die armen im Osten oder Nordosten an. Aus dieser Richtung wird
                            die Zerstörung gekommen sein, wenigstens in der westlichen Hälfte
                            Europas. Daß mein Namensystem einst weiter verbreitet war, darauf
                            weisen auch vereinzelte Vorkommen außer­halb der abgrenzbaren Räume,
                            meist in entlegeneren Strichen. Auch die dänischen Inseln haben daran
                            Teil. Ich kenne auf ihnen drei hergehörige Bildungen, alle an ihren
                            Rändern gelegen, die schon erwähnten Orte (auf Fyn) und Sejer-ø und
                            dann der Seename Fure-sø bei Kopenhagen, auf den mich J. Kousgård
                            Sørensen hinwies. Die meisten Vorkommen dieser Art sind, so scheint es
                            mir, Relikte eines älteren Verbreitungsgebiets.
                            Die Verhältnisse in Dänemark sind noch aus einem anderen Grunde
                            bemerkenswert. Lassen wir die abgelegenen Sejer-ø und Fure-sø
                            beiseite, dann ergibt sich für die 22 übrigen Bildungen des
                            -ur-/-ar-/-ir-Systems eine geschlossene Verbreitung in der westlichen
                            Hälfte des Landes, deren Grenze zunächst sehr zufällig aussieht, da
                            sie sowohl Jütland wie auch Fyn in zwei Teile trennt, die jedoch so
                            auffallend gut zu der Westgrenze des Ver­breitungsgebiets der
                            Riesensteingräber (jættestuer) der späteren Jungsteinzeit stimmt, daß
                            ein Zufall ganz unwahrscheinlich ist (sieh die beigefügte Karte). In
                            diesem Zeitraum, nach J. Brøndsted den ersten Jahrhunderten des 2.
                            Jahr­tausends vor Christus, oder jedenfalls nicht lange nach ihm,
                            scheint sich hiernach die Ostgrenze der untersuchten Namen in Dänemark
                            gebildet oder gefestigt zu haben. Es gibt auch noch andere sehr alte
                            Namentypen, die auf die so begrenzte Westhälfte des Landes beschränkt
                            sind (so die Inselnamen auf -s und der Name Dover).
                            Meine nächste Frage ist, ob es Anhaltspunkte dafür gibt, um eins der
                            alten Namensysteme oder auch beide mit einer bestimmten Sprach- oder
                            Völkergruppe zu verbinden. Solche Indizien sind da, und sie sind so
                            stark, daß ich versuchen darf, eine Antwort zu geben. Sie geht dahin,
                            daß die -ur-Namen von nicht indogermanisch sprechenden Völkern gegeben
                            sein müssen. Viele der Länder, die an ihnen großen Anteil haben — so
                            der Hauptteil der Pyrenäenhalbinsel, Ligurien, Griechenland und die
                            größten Teile Klein­asiens —, sind erst spät oder nie indogermanisch
                            geworden, und die griechi­schen Namen dieser Typen werden wenigstens
                            zu | einem großen Teil der schwerlich indogermanischen Vorbevölkerung
                            zugesprochen. Ähnliches gilt vom Namenstamm Dur-, der seine fremde
                            Herkunft im übrigen schon dadurch verraten wird, daß da die
                            unindogermanische Nominativform Dur bezeugt ist (in Irland). Auch der
                            Nar (zum Tiber) hatte eine solche Namen­form. Zu diesem allen kommt,
                            daß die norddeutsche "Borkengrenze" zu der Nordostgrenze einer kleinen
                            Gruppe anderer Namen oder Namenelemente stimmt, die mit Sicherheit
                            oder großer Wahrscheinlichkeit nicht indogerma­nisch sind (Kuhn, Abh.
                            d. Mainzer Ak., 1963, 562-68 [III, 270-276]), und daß im größten Teile
                            des Fünfländerraumes alte indogermanische, aber nicht erst keltische,
                            germanische oder römische Namen äußerst selten sind, so daß wir mit
                            einer erst sehr späten Indogermanisierung dieser Gebiete rechnen
                            müssen (vgl. Kuhn, AfdA 78, 4 f. und BNF NF 3, 332 [III, 324 und hier
                            352 f.]).
                            Auf der anderen Seite war Krahe fest überzeugt, daß seine Flußnamen
                            indogermanisch sind. Die stärkste Stütze dafür war und ist ihr oben
                            an­gedeutetes Verbreitungsgebiet. Es kam hinzu, daß sich die meisten
                            ihrer Elemente aus indogermanischen Sprachen erklären lassen oder zu
                            lassen scheinen. Eine andere Frage ist, ob sie alle auch solchen
                            Ursprungs sind. Hiergegen habe ich schwere Bedenken geltend gemacht
                            (AfdA 78, 7 ff. [III, 326 ff.]). Wir dürfen aber wohl trotzdem darauf
                            bauen, daß es im wesentlichen indogermanische Stämme oder Völker
                            waren, welche Krahes Flußnamensystem verbreiteten. Ich füge noch ein
                            wenn auch schwaches Argument hinzu. Die Indogermanen waren, nach dem
                            Zeugnis ihrer Sprache, im Anfang Binnenlandbewohner ohne Kenntnis
                            eines Meeres. Hierzu paßt es, daß sich das andere Namensystem ringsum
                            an den Küsten der Nordsee, des Ozeans und des Mittelmeers besonders
                            gut gehalten zu haben scheint, so als hätten die neuen Namen und damit
                            das neue Volk vor ihnen halt gemacht. Es ist deshalb wohl so, daß sich
                            im Einbruch des Kraheschen Namensystems und im Rückzug des zweiten die
                            Indogermanisierung der Kerngebiete Europas spiegelt und hinter diesen
                            Wandlungen daher zu großen Teilen Völkerbewegungen stehn.
                            Es muß dann wohl auch möglich sein, die erörterten Vorgänge zeitlich
                            ungefähr festzulegen. Krahe setzte die Ausbildung und Herrschaft
                            seines Systems in das 2. vorchristliche Jahrtausend. Dies läßt sich,
                            wenigstens für die Anfangszeit, auch mit starken Argumenten stützen,
                            auf die er nicht geachtet hat (sieh Kuhn, Zeitschr. f. vgl. Sprachf.
                            71, 1954, 129—61, und AfdA 78, 13 [I, 219 ff. und III, 333 f.]), und
                            es wird mit dieser Einschrän­kung richtig sein. Viele Elemente seiner
                            Bildungen haben aber weithin noch lange fortgelebt, und viele der
                            Namen sind mit Sicherheit jünger. Im übrigen sind wir für die Klärung
                            der Altersfragen namentlich auf die Hilfe der vorgeschichtlichen
                            Forschung angewiesen. Der Fall der durch Dänemark laufenden alten
                            Namengrenze zeigt, daß wir von ihrer Mitwirkung viel erwarten dürfen.
                            Für die "Borkengrenze" gibt sie uns jedoch, so scheint es, keine
                            Erklärung.
                            Selbst wenn die vielen Hunderte alter Namen, von denen ich hier Proben
                            vorgelegt habe, keine zusammengehörende Gruppe bildeten, so würden sie
                            dennoch genügen, den Anspruch Krahes, seine Namen seien die Grund-
                            und Kernschicht der Gewässernamen in den meisten beteiligten Ländern,
                            ad absurdum zu führen. Es ist ja auch offenkundig und von ihm selber
                            anerkannt, daß von den größten Flüssen Europas kaum einer einen Namen
                            trägt, der zu seiner Hydronymie gehört. Das zweite System er­scheint,
                            was dies betrifft, ein wenig besser gestellt, aber der Abstand ist nur
                            gering. Ich brauche hier nur an Po, Rhein und Mosel zu erinnern, deren
                            Zuflußgebiete so besonders reich an -ur- und -ar-Namen sind. Daher
                            denke ich nicht daran, nun mein System an der Seite oder der Stelle
                            des Kraheschen an den Anfang der europäischen Flußnamengebung zu
                            setzen. Es gibt neben ihnen noch viele Hunderte altertümlicher
                            Gewässernamen, die anders gebil­det sind und von denen sich kaum mehr
                            als ein kleiner Teil zu einem dritten oder noch weiteren Systemen
                            zusammenschließen lassen wird, und die von ähnlichem Alter und
                            großenteils sogar erheblich älter sein können. Es sind auch durchaus
                            nicht nur die Namen von Flüssen und andern Gewässern. Auch an diesen
                            verbleibenden Resten haben die nordischen Länder ihren großen Anteil.'


                            Torsten
                          • Arnaud Fournet
                            Dies trifft insbesondre einen großen Raum in Nordfrankreich, Belgien, Luxemburg, den Niederlanden und Nord­westdeutschland beiderseits des Rheins, mit dem
                            Message 13 of 21 , Jan 25, 2009
                            View Source
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                              Dies trifft
                              insbesondre einen großen Raum in Nordfrankreich, Belgien, Luxemburg,
                              den Niederlanden und Nord­westdeutschland beiderseits des Rheins, mit
                              dem Schwerpunkt um die Berg- und Waldlandschaften der Ardennen und der
                              Eifel (der "Fünfländerraum"). Er enthält Hunderte von Namen der
                              behandelten Typen, stellenweise in auffallend dichter Lage. So münden
                              in die Mosel oberhalb von Trier in kurzen Abständen Saar, Su:r (Sauer)
                              und Sir (Syr), und in diese Su:r eine Ur (Our, mit der Ortschaft Urb),
                              und in diese wieder eine Irsen und Iren (Ihrenbach). Wir haben in
                              diesen Gebieten, meist mehrfach oder gar oft, die Stämme Ur-, Ar- und
                              Ir-, Sur-, Sar- und Sir-, Dur-, Fur-, Mur-, und Rur- samt weiteren,
                              meist in Ableitungen der oben genannten Typen. Es scheint, als habe da
                              im Westen weithin die Neigung bestanden, die kurzen Stämme der
                              Grundschicht zu verlängern, und zwar vor allem auf eine vierfache Art,
                              mit -s-, -k- und -n-Suffixen sowie (wohl erst spät) mit -apa. Das
                              erste geschah besonders in der Nähe des Rheins. Es gibt dort Namen mit
                              den Stammformen Urs-, Burs-, Durs-, Murs-, Nurs-, Surs- und Wurs-,
                              dazu Ars-, Bars-, Fars-, Kars-, Mars- und Nars- samt Irs-.
                              Torsten

                              =======

                              What is un-indo-european about these hydronyms ?

                              burs quick one
                              durs long one

                              More complex with r < d
                              and s (written z) < r (bascoid rules)

                              murs/murg *ma?-d-r. "humid"
                              urs *udr. "water"
                              nurs *g^heud-r. "flow"

                              urs is basically *udr. with a different phonetics.

                              A.
                            • tgpedersen
                              ... The a/u/i alternation. -u- should have had ablaut forms -eu-, -ou-. -i- should have had ablaut forms -ei-, -oi-. ... Well, that one I can agree on. Torsten
                              Message 14 of 21 , Jan 25, 2009
                              View Source
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                                --- In cybalist@yahoogroups.com, "Arnaud Fournet" <fournet.arnaud@...>
                                wrote:
                                >
                                >
                                > Dies trifft
                                > insbesondre einen großen Raum in Nordfrankreich, Belgien, Luxemburg,
                                > den Niederlanden und Nord­westdeutschland beiderseits des Rheins, mit
                                > dem Schwerpunkt um die Berg- und Waldlandschaften der Ardennen und
                                > der Eifel (der "Fünfländerraum"). Er enthält Hunderte von Namen der
                                > behandelten Typen, stellenweise in auffallend dichter Lage. So
                                > münden in die Mosel oberhalb von Trier in kurzen Abständen Saar,
                                > Su:r (Sauer) und Sir (Syr), und in diese Su:r eine Ur (Our, mit der
                                > Ortschaft Urb), und in diese wieder eine Irsen und Iren
                                > (Ihrenbach). Wir haben in diesen Gebieten, meist mehrfach oder gar
                                > oft, die Stämme Ur-, Ar- und Ir-, Sur-, Sar- und Sir-, Dur-, Fur-,
                                > Mur-, und Rur- samt weiteren, meist in Ableitungen der oben
                                > genannten Typen. Es scheint, als habe da im Westen weithin die
                                > Neigung bestanden, die kurzen Stämme der Grundschicht zu
                                > verlängern, und zwar vor allem auf eine vierfache Art, mit -s-, -k-
                                > und -n-Suffixen sowie (wohl erst spät) mit -apa. Das erste geschah
                                > besonders in der Nähe des Rheins. Es gibt dort Namen mit den
                                > Stammformen Urs-, Burs-, Durs-, Murs-, Nurs-, Surs- und Wurs-,
                                > dazu Ars-, Bars-, Fars-, Kars-, Mars- und Nars- samt Irs-.

                                >
                                > What is un-indo-european about these hydronyms ?

                                The a/u/i alternation.
                                -u- should have had ablaut forms -eu-, -ou-.
                                -i- should have had ablaut forms -ei-, -oi-.

                                > burs quick one
                                > durs long one
                                >
                                > More complex with r < d
                                > and s (written z) < r (bascoid rules)
                                >
                                > murs/murg *ma?-d-r. "humid"
                                > urs *udr. "water"
                                > nurs *g^heud-r. "flow"
                                >
                                > urs is basically *udr. with a different phonetics.

                                Well, that one I can agree on.



                                Torsten
                              • Arnaud Fournet
                                ... The a/u/i alternation. -u- should have had ablaut forms -eu-, -ou-. -i- should have had ablaut forms -ei-, -oi-. ====== LAtin is not Indo-European ? A. ...
                                Message 15 of 21 , Jan 25, 2009
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                                  >
                                  > What is un-indo-european about these hydronyms ?

                                  The a/u/i alternation.
                                  -u- should have had ablaut forms -eu-, -ou-.
                                  -i- should have had ablaut forms -ei-, -oi-.

                                  ======

                                  LAtin is not Indo-European ?

                                  A.

                                  =======

                                  > burs quick one
                                  > durs long one
                                  >
                                  > More complex with r < d
                                  > and s (written z) < r (bascoid rules)
                                  >
                                  > murs/murg *ma?-d-r. "humid"
                                  > urs *udr. "water"
                                  > nurs *g^heud-r. "flow"
                                  >
                                  > urs is basically *udr. with a different phonetics.

                                  Well, that one I can agree on.



                                  Torsten



                                  ------------------------------------

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                                • tgpedersen
                                  ... Latin has a/u/i alternation/ablaut? Please explain. Torsten
                                  Message 16 of 21 , Jan 25, 2009
                                  View Source
                                  • 0 Attachment
                                    >
                                    > >
                                    > > What is un-indo-european about these hydronyms ?
                                    >
                                    > The a/u/i alternation.
                                    > -u- should have had ablaut forms -eu-, -ou-.
                                    > -i- should have had ablaut forms -ei-, -oi-.
                                    >
                                    > ======
                                    >
                                    > LAtin is not Indo-European ?

                                    > A.
                                    >
                                    Latin has a/u/i alternation/ablaut?
                                    Please explain.


                                    Torsten
                                  • Arnaud Fournet
                                    ... From: tgpedersen To: ... ======= ... And as far as a/u/i is concerned : *deik to show *deuk to
                                    Message 17 of 21 , Jan 25, 2009
                                    View Source
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                                      ----- Original Message -----
                                      From: "tgpedersen" <tgpedersen@...>
                                      To: <cybalist@yahoogroups.com>
                                      >> >
                                      >> > What is un-indo-european about these hydronyms ?
                                      >>
                                      >> The a/u/i alternation.
                                      >> -u- should have had ablaut forms -eu-, -ou-.
                                      >> -i- should have had ablaut forms -ei-, -oi-.
                                      >>
                                      >> ======
                                      >>
                                      >> LAtin is not Indo-European ?
                                      >
                                      >> A.
                                      >>
                                      > Latin has a/u/i alternation/ablaut?
                                      > Please explain.
                                      >
                                      > Torsten
                                      >
                                      =======

                                      Latin does not have this :
                                      >> -u- should have had ablaut forms -eu-, -ou-.
                                      >> -i- should have had ablaut forms -ei-, -oi-.

                                      And as far as a/u/i is concerned :
                                      *deik "to show" *deuk "to lead" and Greek dak-tylos "finger" are only one
                                      root.

                                      A.

                                      ======
                                    • tgpedersen
                                      ... Even if that were one root, it would be in a minority of roots having that ablaut pattern in PIE, and therefore suspected of being a substrate loan.
                                      Message 18 of 21 , Jan 25, 2009
                                      View Source
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                                        --- In cybalist@yahoogroups.com, "Arnaud Fournet" <fournet.arnaud@...>
                                        wrote:
                                        >
                                        >
                                        > ----- Original Message -----
                                        > From: "tgpedersen" <tgpedersen@...>
                                        > To: <cybalist@yahoogroups.com>
                                        > >> >
                                        > >> > What is un-indo-european about these hydronyms ?
                                        > >>
                                        > >> The a/u/i alternation.
                                        > >> -u- should have had ablaut forms -eu-, -ou-.
                                        > >> -i- should have had ablaut forms -ei-, -oi-.
                                        > >>
                                        > >> ======
                                        > >>
                                        > >> LAtin is not Indo-European ?
                                        > >
                                        > >> A.
                                        > >>
                                        > > Latin has a/u/i alternation/ablaut?
                                        > > Please explain.
                                        > >
                                        > > Torsten
                                        > >
                                        > =======
                                        >
                                        > Latin does not have this :
                                        > >> -u- should have had ablaut forms -eu-, -ou-.
                                        > >> -i- should have had ablaut forms -ei-, -oi-.
                                        >
                                        > And as far as a/u/i is concerned :
                                        > *deik "to show" *deuk "to lead" and Greek dak-tylos "finger" are
                                        > only one root.
                                        >
                                        > A.
                                        >

                                        Even if that were one root, it would be in a minority of roots having
                                        that ablaut pattern in PIE, and therefore suspected of being a
                                        substrate loan.


                                        Torsten
                                      • Arnaud Fournet
                                        ... ======= Absurd, The verb H1es to be is the only one of its kind, This certainly does not make it a loan. The small number of a particular ablaut may just
                                        Message 19 of 21 , Jan 25, 2009
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                                          >
                                          > Even if that were one root, it would be in a minority of roots having
                                          > that ablaut pattern in PIE, and therefore suspected of being a
                                          > substrate loan.
                                          >
                                          > Torsten
                                          >
                                          >
                                          =======

                                          Absurd,

                                          The verb H1es "to be" is the only one of its kind,
                                          This certainly does not make it a loan.
                                          The small number of a particular ablaut may just be a result of more
                                          productive ablauts having replaced old "dead" ablauts.
                                          Something like a/u/i must definitely be old (and inherited).

                                          Arnaud
                                        • dgkilday57
                                          ... matches ... Burrow derived (Old L. nom. sg., like and ) from an IE root *kan- small found also in Indo-Iranian; this
                                          Message 20 of 21 , Jan 26, 2009
                                          View Source
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                                            --- In cybalist@yahoogroups.com, "tgpedersen" <tgpedersen@...> wrote:
                                            >
                                            > Oops, and I am tempted to add Gmc. xund-/Lat. canis "dog"; it
                                            matches
                                            > both the semantic criterion (being connected with hunting) and the
                                            > morphophonemic one (the Gmc -d and the Latin -a- are unexplained).
                                            > German 'hunzen' "treat badly" is usually explained as "treat like a
                                            > dog", but formally it corresponds to Eng. 'hunt'.

                                            Burrow derived <canis> (Old L. <cane:s> nom. sg., like <fe:le:s> and
                                            <me:le:s>) from an IE root *kan- 'small' found also in Indo-Iranian;
                                            this neatly sidesteps the serious problems involved with shoehorning
                                            <canis> into the form of Gr. <kuo:n>, etc. The semantic
                                            development 'small (animal)' > 'whelp, puppy' > 'dog' is found
                                            elsewhere, see Umb. <katel> 'dog' = L. <catulus> 'whelp'.

                                            > > In the kant-/katt-/kunt- etc list the internal connections are two
                                            > >
                                            > > 1) a semantic development from words having to do with hunting
                                            > > storage hut, side of the river, harbor building, to community,
                                            > > 'Hundertschaft', ie an administrative division; a development
                                            from
                                            > > frontier conditions to semi-civilization.
                                            > >
                                            > > 2) Morphophonetically the words are related by two types of
                                            > > alternation:
                                            > >
                                            > > a) alternation between single/geminate/prenasalized stop (in casu
                                            > > -t-/-nt-/-tt-); this is the mark of Schrijver's 'language of
                                            > > geminates'
                                            >
                                            > see
                                            > http://tech.groups.yahoo.com/group/cybalist/message/48657
                                            >
                                            > > b) a/u root vowel alternation; this is the mark of Kuhn's ar-/ur-
                                            > > language.
                                            >
                                            > Here's is Kuhn's last article on the subject, it's long and in
                                            German,
                                            > but it's the best I can do; I might translate it, but it takes days.
                                            >
                                            Thanks for posting this. I have only brief comments on one paragraph
                                            for now.
                                            >
                                            > [...]
                                            >
                                            > Auf der italischen Seite ist es wichtig, daß die
                                            verwandtschaftlichen
                                            > Beziehungen unserer ältesten Namen viel öfter zur Mitte des Landes
                                            und
                                            > auch seinem Süden gehen als zu seinem Norden. Dies wird am
                                            > deutlichsten in einigen Fällen, in denen der südliche Verwandte
                                            > mehrfach bezeugt ist. So ist es bei den zwei Cosa, zu denen in Cora
                                            > (sö. Rom) wahrscheinlich noch ein dritter Fall (mit lateinisch -s- >
                                            > -r-) hinzukommt. Auch der Flußname Glanis/Clanis ist noch zwei
                                            weitere
                                            > Male da — in Etrurien (zur Tiber) und in Kampanien —. Das
                                            gleichfalls
                                            > genannte Volci hat in Lukanien noch ein Volcei neben sich. Unserem
                                            > falis ,Fels', dessen Kerngebiet der große Umkreis der Ardennen
                                            gewesen
                                            > sein wird und das als falaise auch ins Französische gegangen ist,
                                            > begegnen wir in Mittelitalien 3 mal wieder, in Falesia, an der
                                            > etruskischen Küste, der alten Felsenstadt Falerii (n. Rom), mit dem
                                            > Ein­wohnernamen Falisci (vgl. Westf. Forsch. 12, S. 43, = Kl. Schr.
                                            > III, S. 171), und in ager Falernus im nördlichsten Kampanien, dazu
                                            > wohl aber auch im norditalischen Felsina, dem älteren Namen
                                            Bolognas,
                                            > sowie in Phalasíai in Arkadien und Phalasía (oder Phalassía) Akra
                                            auf
                                            > Euböa. Nah dem ager Falernus ist der mons Massicus, dessen Mass- in
                                            > dem Ortsnamen Massa Veternensis in Etrurien wiederkehren wird und
                                            wohl
                                            > mit dem althessischen Mattium zusammenhängt (Kuhn, Festschr. f. K.
                                            > Bischoff, 1975, S. 7 f.).

                                            <Felsina> is likely not native Etruscan, but involves *pels- borrowed
                                            into E. from an IE lg., so it is indirectly related to G. <Fels>,
                                            Mac. <pella> 'stone', etc. The same initial shift is found in E.
                                            <Fufluns> 'Dionysus' from P-Italic *Poplons, and E. *fnestra 'window'
                                            (whence L. <fenestra> etc.) from *pneustrom vel sim. 'breathing hole'
                                            in some IE lg. Apparently the initial /p/ was heard as [ph] by Proto-
                                            Etruscans, and this regularly became [f] in this position in
                                            historical (recent) Etruscan.

                                            The Gr. toponyms in Phal- are unlikely to be related to the Italic
                                            ones in Fal-. Whether <Fales-> is an Etruscanized form of *Pales- is
                                            not clear; the L. appellative <falere> 'tall grass' is part of this
                                            difficult question.

                                            DGK
                                          • tgpedersen
                                            ... Of course it can, cf Gmc. gast-, Lat. hostis ... Alexander Vovin Did the Xiong-nu Speak a Yeniseian Language? p. 92 Thus, lexical evidence suggests that
                                            Message 21 of 21 , Jun 12, 2009
                                            View Source
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                                              --- In cybalist@yahoogroups.com, "tgpedersen" <tgpedersen@...> wrote:
                                              >
                                              >
                                              > Arnaud pointed out the similarity Engl. hunt ~Mordv. kunda "catch".
                                              > It seems to be bigger than that.
                                              >
                                              > UEW
                                              > kanta1 'Baumstumpf -> 'Grund, Basis, Stand, Ständer, Halter'
                                              > finnisch-ugrisch
                                              > Finnisch kanta (Gen. kannan) 'Grund, Fuß, Basis; Stand; Stengel,
                                              > Stiel; Absatz; Ferse; vorragender eckiger Teil',
                                              > kantapää 'Ferse',
                                              > kannas (Gen. kannaksen) 'trädstam; Baumstamm; Landenge; Ende der
                                              > Schlittenkufe'
                                              > (> lappisch
                                              > norwegisch-lappischer Dialekt gad'do 'back of the knee',
                                              > Kola-Dialekt Ter-Dialekt ka:nta,
                                              > Kildin-Dialekt kant,
                                              > Notozero-Dialekt ka:tt 'Ferse'),
                                              > kanto (Gen. kannon) 'Baumstumpf, Stumpf; Stubbe'
                                              > (? > lappisch Wefsen-Dialekt ka,`ttV 'Baumstamm; bes. Pfahl (an den
                                              > ein Rentier in Einfriedigung festgebunden werden kann)';
                                              >
                                              > est. kand (Gen. kanna)
                                              > 'Ferse, Fuß, Fußgestell, Unter-, Hinterteil; Öse, Henkel',
                                              > kand (Gen. kannu) 'Baumstumpf, Stamm, Wurzelstock' |
                                              > lapp. norwegisch-lappischer Dialekt
                                              > guoddo, gud'du- 'stump (of tree)',
                                              > Lule-Dialekt kuotto:i '»Rohn«, umgefallener Baum, Baumstamm',
                                              > ? norwegisch-lappischer Dialekt gad'de -dd- 'bank, shore, dry land;
                                              > (Adv. gadde) along the shore',
                                              > ? Lule-Dialekt kadde: 'Ufer, Strand; Kante, Rand' |
                                              >
                                              > mord.
                                              > erzä-mordwinisch kando,
                                              > mokscha-mordwinisch kanda
                                              > 'umgefallener Baum, Windbruch' |
                                              >
                                              > ? syrjänisch
                                              > Sysola-Dialekt Luza-Dialekt gid 'Sensenwurf, Flußkrümmung (S),
                                              > sackartiger mittlerer Teil des Zugnetzes (Luza-Dialekt)' |
                                              >
                                              > ostjakisch (315)
                                              > Vasjugan-Dialekt kant : c^om&lk. 'an dem Pfosten des Waldspeichers
                                              > befestigter waagerechter Balken, auf den der ganze Speicher gebaut
                                              > wird (es sind davon zwei, einer an jedem Fuß vorhanden)',
                                              > Dialekt an der unteren Demjanka (Gewährsmann Tailakov) xont 'Gitter,
                                              > das um den Fuß des auf einem Pfosten stehenden Waldspeichers gemacht
                                              > und auf dem der Fußboden angebracht wird; (hypokor.) Hinterbeine des
                                              > Bären',
                                              > Kazym-Dialekt xont 'Fuß, Pfeiler des Speichers od. Waldspeichers' [
                                              >
                                              > wogulisch (WV 102)
                                              > Pelymka-Dialekt ke:nt,
                                              > Dialekt an der oberen Lozva xa:nta 'Speicherpfahl', (Kann.—Liim.:
                                              > MSFOu. 109: 327, 750)
                                              > ? Dialekt an der unteren Konda xant< kö:l xantn& 'an die Wand',
                                              > Dialekt an der mittleren Konda kant: e:xt&skant. .. sö:t us ' sieben
                                              > Städte nahe am Stein'.
                                              >
                                              > Im Finnischen und Lappischen ist wohl eine Wortspaltung
                                              > eingetreten:
                                              > finnisch kanta 'Grund', est. kand (Gen. kanna) 'Ferse',
                                              > ? lappisch
                                              > norwegisch-lappischer Dialekt gad'de 'bank' usw. ~
                                              > finnisch kanto 'Baumstumpf',
                                              > est. kand (Gen. kannu) id.,
                                              > lappisch
                                              > norwegisch-lappischer Dialekt guoddo id.
                                              >
                                              > Im SKES werden die finnischen Wörter kanta und kanto getrennt.
                                              > Das scheint semantisch nicht begründet zu sein.
                                              > Die Zuordnung des lappischen norwegisch-lappischer Dialekt gad'de
                                              > 'bank' stößt auf lautliche und semantische Schwierigkeiten. Es kann
                                              > nur dann hierher gestellt werden, wenn ein Bedeutungswandel 'Grund'
                                              > -> 'Rand' -> 'Ufer' eingetreten ist; s. auch *kanta 'Rand, Kante,
                                              > Ufer' finnisch-ugrisch.
                                              > Die Zugehörigkeit des syrjänischen Wortes ist aus lautlichen und
                                              > semantischen Gründen unsicher.
                                              > Die Bedeutung der obugrischen Wörter beruht darauf, daß die
                                              > Waldspeicher meistens auf Stümpfen umgefallener oder gefällter
                                              > Baumstämme gebaut wurde.
                                              > Die Zugehörigkeit des wogulisch Dialekt an der unteren Konda xant-,
                                              > Dialekt an der mittleren Konda kant- ist wegen der erschließbaren
                                              > Bedeutung 'Rand' unsicher; s. auch *kanV 'Rand, Ufer' Uralic bzw.
                                              > *kanta 'Rand, Ufer' finnisch-ugrisch.
                                              > Die Zugehörigkeit dieser Wortsippe zur Wortfamilie von *kanta-
                                              > 'tragen' Uralic (finnisch kanta 'tragen' usw.) (Mészöly: SzegF 3:
                                              > 117—120; Hakulinen: Vir. 1950: 106-109) ist unsicher.
                                              > Die Zuordnung von finnisch kontti 'Schenkelbein' (Kannisto: Nyr.
                                              > 59:64) kann aus lautlichen und semantischen Gründen nicht akzeptiert
                                              > werden.
                                              >
                                              >
                                              > kanta2 'Rand, Kante, Ufer' finnisch-ugrisch
                                              > ? Lappisch
                                              > norwegisch-lappischer Dialekt gad'de -dd- 'bank, shore, dry land;
                                              > (adv. gadde) 'along the shore',
                                              > Lule-Dialekt kadde: 'Ufer, Strand, Kante, Rand' | ?
                                              >
                                              > wogulisch (Kann.—Liim.: MSFOu. 109:327, 750)
                                              > Dialekt an der unteren Konda xant-: kö:l xantn& 'an die Wand',
                                              > Dialekt an der mittleren Konda kant-: e:kt&skant... sö:t us 'sieben
                                              > Städte nahe am Stein'.
                                              >
                                              > Die Gleichung ist einerseits wegen der fernen Entsprechungen,
                                              > andererseits deshalb unsicher, weil beide Wörter auch zu einer oder
                                              > mehreren anderen Etymologien gehören können; s.
                                              > *kanta 'Baumstumpf; Grund, Basis, Stand, Ständer, Halter'
                                              > finnisch-ugrisch bzw.
                                              > *kanV 'Rand, Ufer' uralisch
                                              >
                                              >
                                              > kanV1 'Rand, Ufer' uralisch
                                              >
                                              > ? Syrjänisch (Wol.—Réd.)
                                              > permjakisch (Usolje) kan 'bok' |
                                              >
                                              > ? ostjakisch (310)
                                              > Vach-Dialekt kan&n,,
                                              > Dialekt an der oberen Demjanka (Gewährsmann Narygin) xon&n,,
                                              > Kazym-Dialekt xon&n, 'Rand (Vach-Dialekt Dialekt an der oberen
                                              > Demjanka (Gewährsmann Narygin) Kazym-Dialekt),
                                              > Ufer (Vach-Dialekt Dialekt an der oberen Demjanka (Gewährsmann
                                              > Narygin)), Saum (Vach-Dialekt Kazym-Dialekt)'
                                              > (> selk. Ta. k,ánang, Baicha-Dialekt kaneng 'Rand, Strand)|
                                              > ? wogulisch (Kann.—Liim.: MSFOu. 109 : 327, 750)
                                              > Dialekt an der unteren Konda xant: päs&nm& köl xantn& lak säptil&m
                                              > 'ich schiebe den Tisch an die Wand',
                                              > Dialekt an der mittleren Konda kant: e:kt&sk., n´o:rk. .. . söt us
                                              > sieben Städte nahe am Stein, nahe am Ural' |
                                              >
                                              > ?? ungarisch (dial.) hany 'Moossumpf, Sumpf; Sumpfwiese' ||
                                              >
                                              > ? [sam. jurakisch(186)
                                              > Obdorsk-Dialekt xi:?'neben (wohin?)', xi:na 'neben (wo?)';
                                              >
                                              > selk.
                                              > Ket-Dialekt N konné,
                                              > Ket-Dialekt konnéä 'hinauf (in den Wald, auf das Ufer, in den
                                              > hinteren Teil der Stube),
                                              > (Donn. Mskr.) Dialekt am mittleren Tas, Tym-Dialekt
                                              > konä 'nach oben'].
                                              >
                                              > Ostjakisch n, ist ein Ableitungssuffix, né, ä im selk. Wort ein
                                              > Dativ- oder Lativfsuffix. Die Zugehörigkeit des syrjänischen Wortes
                                              > ist wegen seines seltenen Vorkommens unsicher. Das wogulisch Wort
                                              > gehört nur dann hierher, wenn sein Element t ein Ableitungssuffix
                                              > ist. Der Wandel n > ny im Auslaut des ungarischen Wortes trat im
                                              > Mittelung ein. Die selk. Entsprechung ist wegen des palatalen k
                                              > unregelmäßig.
                                              > Das ungarische Wort gehört nur im Falle eines Bedeutungswandels
                                              > 'Rand, Ufer' -> 'Uferseite eines Flusses' -> 'sumpfiges Ufer' ->
                                              > 'Sumpf, feuchte Wiese' hierher.
                                              > Zu dem wogulischen Wort (falls sein t zum Stamm gehört) s. auch
                                              > *kanta 'Baumstumpf; Grund, Basis, Stand, Ständer, Halter'
                                              > finnisch-ugrisch
                                              > bzw. *kanta 'Rand, Kante, Ufer' finnisch-ugrisch.
                                              >
                                              >
                                              > kan,V- (kan,kV-) 'klettern, steigen' ugrisch, ?finnisch-ugrisch
                                              >
                                              > ? Syrjänisch
                                              > Sysola-Dialekt permjakisch ka,j- 'aufsteigen, aufgehen,
                                              > hinaufklettern, klettern, sich erheben', ostpermjakisch karj-
                                              > 'steigen, hinaufgehen' |
                                              >
                                              > ostjakisch (OL 96)
                                              > Vach-Dialekt kan,Vt-,
                                              > Dialekt an der oberen Demjanka (Gewährsmann Narygin) xon,x-,
                                              > Obdorsk-Dialekt xon,- 'klettern; bergauf gehen, stromaufwärts
                                              > fahren',
                                              > Dialekt an der oberen Demjanka (Gewährsmann Narygin) xan,tep,
                                              > Obdorsk-Dialekt xan,tep 'Treppe, Leiter' |
                                              >
                                              > wogulisch (WV 100)
                                              > Tavda-Dialekt (Dorf Janyc^kova) kVnk-,
                                              > Dialekt an der unteren Konda Sosva-Dialekt xa:n,x--
                                              > Dialekt an der oberen Konda ke:n,k-,
                                              > Pelymka-Dialekt kan,k- 'klettern, aufklettern' |
                                              >
                                              > ungarisch hág- 'treten, steigen, schreiten;
                                              > (Tier) decken, beschälen',
                                              > hágcsó 'Auftritt, Tritt; Trittleiter'.
                                              >
                                              > Das syrjänische Wort gehört nur im Falle eines finnisch-ugrischen
                                              > Wandels *n,>j hierher. Das ist aber in Wörtern mit velaren Vokalen
                                              > ungewöhnlich. Im Syrjänischen könnte man einen Lautwandel +a > *ä > a
                                              > — unter dem Einfluß des j — annehmen.
                                              > Das von Setälä (FUF 2:277) und Steinitz (OstjChr.2 139) hierher
                                              > gestellte finnische kapua- 'klettern' gehört wegen seines
                                              > inlautenden *w nicht hierher.
                                              >
                                              > kattV- 'dringen, (vorwärts)gehen, rücken' U
                                              >
                                              > ?[Wotjakisch
                                              > Sarapul-Dialekt kut- 'ergreifen, in die Hand nehmen; halten,
                                              > beobachten, erfüllen; beherrschen, regieren; anfangen', (Wichm.)
                                              > Glazov-Dialekt kutî.- 'ergreifen, nehmen' |
                                              >
                                              > syrjänisch
                                              > Sysola-Dialekt permjakisch kut- 'halten; anhalten, aufhalten,
                                              > zurückhalten; ergreifen, fassen, fangen, auffangen
                                              > (Sysola-Dialekt P); besitzen, beherrschen; anfangen, beginnen (S),
                                              > ostpermjakisch kut- 'ergreifen, fassen; anfangen' ||
                                              >
                                              > ostjakisch (363)
                                              > Vach-Dialekt kat- 'sich heranschleichen',
                                              > Dialekt an der oberen Demjanka (Gewährsmann Narygin) xatt&-
                                              > 'bewegen, verschieben, vorwärts­schieben, stoßen',
                                              > Obdorsk-Dialekt xat- 'sich an einen anderen Platz bewegen,
                                              > (vorwärts, rückwärts, seitwärts) rücken' |
                                              >
                                              > ungarisch hat- 'wirken; dringen;
                                              > (altungarisch) können;
                                              > (altungarisch) hineindrin­gen,
                                              > (altungarisch) besitzen',
                                              > -hat-, -het- 'können; dürfen',
                                              > hatalom 'Macht, Gewalt' ||
                                              >
                                              > sam. selk. (Erd.) Ta. qati- 'detIcja, devatIcja; wohin geraten'.
                                              >
                                              > kawa- 'steigen' finnisch-ugrisch
                                              > ? Finnisch kapua-, kavua-, (dial., kapi-, kapu-, kapaa- ~ kavaa-)
                                              > 'klettern, klimmen, steigen' (>est. dial. kabu-), kavahta-
                                              > 'aufspringen, auffahren' |
                                              >
                                              > ? ostjakisch (289, 288)
                                              > Vasjugan-Dialekt kaGaG&l-,
                                              > Dialekt an der oberen Demjanka (Gewährsmann Narygin) xow&t- 'mit dem
                                              > Wasser aufsteigen',
                                              > Obdorsk-Dialekt xowl&- 'an die Oberfläche steigen, aufsteigen (Fett
                                              > beim Kochen, Schweiß)'.
                                              >
                                              > Finnisch ua (*uða), i, u, ht und ostjakisch G&l, t, l& sind
                                              > Ableitungssuffixe.
                                              > Das p in finnisch kapua- ist in Analogie zu den Verbalstämmen mit
                                              > Stufenwechsel p ~ v aus v entstanden (vgl. kavua-, kavaa-).
                                              > Die ostjakischen interdialektale Vokalentsprechung ist mit einem
                                              > urostjakischen Wechsel *o ~ *a zu erklären.
                                              > Im Ostjakischen ist eine Bedeutungseinengung 'steigen' -> 'an die
                                              > Oberfläche steigen' eingetreten. Die Gleichung ist auch wegen der
                                              > entfernten Verwandtschaft unsicher.
                                              > Finnisch kavahta- 'sich hüten, sich in Acht nehmen' (SKES mit ?)
                                              > gehört aus semantischen Gründen nicht hierher, es ist eine Ableitung
                                              > von kavala 'hinterlistig, heimtückisch'.
                                              > Lappisch norwegisch-lappischer Dialekt go,w'do- -wd- 'float' ...
                                              > kann wegen seiner inlautenden Konsonantenver­bindung nicht hierher
                                              > gestellt werden.
                                              > Zu dem irrtümlich hierher gestellten ungarischen hág 'treten,
                                              > steigen' und zu seiner Familie (Setälä: FUF 2: 277; Steinitz,
                                              > OstjChr.2139 mit ?) s. *kan,V- (*kan,kV-) 'klettern' U, ?
                                              > finnisch-ugrisch.
                                              >
                                              > Die perm. Wörter können nur im Falle einer Bedeutungsentwicklung
                                              > *dringen' -> *'reichen, erreichen' -> 'fangen, ergreifen' ->
                                              > 'anfangen, beginnen' hierher gestellt werden.
                                              > Im Ung. ist eine Bedeutungsentwicklung 'dringen, vorwärtsgehen' ->
                                              > 'können, imstande sein' -> 'Macht haben' -> 'besitzen' vor sich
                                              > gegangen. Die heutige Bedeutung 'wirken' kann sich aus der Bedeutung
                                              > 'Macht haben' entwickelt haben.
                                              > Die Zuordnung von finnisch kohta 'gegenüber liegende Stelle'
                                              > (Setälä: Vir. 1935: 59) stehen semantische Schwierigkeiten im Wege.
                                              > Im SKES werden die perm. Wörter mit ? zum finnischen kunne 'Spur
                                              > eines Druckes' gestellt. Zu dem finnischen Wort s. *kunta-
                                              > 'ergreifen, fangen; (eine Beute) finden' finnisch-ugrisch,
                                              > ? uralisch.
                                              >
                                              > kunc^V ~ kuc^V2 'Kraft, Stärke' finnisch-ugrisch
                                              > ?[ Finnisch kunto 'Körperkraft, Geistesvermögen, Fähigkeit,
                                              > Geschicklichkeit; Tüchtig­keit, Tauglichkeit; Ordnung, Stand; Form,
                                              > Kondition'
                                              > (> lappisch norwegisch-lappischer Dialekt gun'do
                                              > 'courage, enterprise',
                                              > norwegisch-lappischer Dialekt gud´dâ -dd-
                                              > 'capacity, efficiency, being of use');

                                              > est. kunnatu, konnatu 'nicht geheuer, abscheblich, greulich,
                                              > schändlich'] |
                                              >
                                              > ? wotjakisch
                                              > Sarapul-Dialekt kužim,
                                              > Kazan-Dialekt kuž&^m (kužm-) 'Kraft, Stärke, Macht',
                                              > (Wichm.) Glazov-Dialekt kužî.m 'Kraft' |
                                              >
                                              > ? ostjakisch (351)
                                              > D (folk.) xac^ax : x. ent tajtan 'du hast keine Kräfte(?)
                                              > (ent tajtan 'du hast nicht'),
                                              > Kaz. xas^ax an taj&l 'er hat nichts zum Leben (d. h. er hat kein
                                              > Brot und keine Kleider und kann nichts verdienen)',
                                              > xas^axli 'schlecht, in Not lebend'.
                                              >
                                              > Finnisch o, wotjakisch m und ostjakisch x, xli sind
                                              > Ableitungssuffixe.
                                              > Finnisch kunto kann auch eine Ableitung von
                                              > kunta :
                                              > kansakunta 'Nation' (kansa 'Volk'),
                                              > yhteiskunta 'Gesellschaft' (yhteinen 'gemeinsam') usw. sein:
                                              > 'joukko, ryhmä; Schar, Gruppe' ->
                                              > 'rivi; Reihe' ->
                                              > 'järjestys; Ordnung' ->
                                              > 'kunnossaolo, voimassaanolo; Ordung, Kondition';
                                              > vgl. finn, väki 'Volk, Leute' ~ 'Kraft, Stärke'; s. unter
                                              > *kunta 'Geschlecht, Sippe, Gemeinschaft' finnisch-ugrisch.
                                              > Wegen seiner unsicheren Bedeutung ist es fraglich, ob das
                                              > ostjakische Wort hierher gehört. Im Finnischen ist mit *nc^, im
                                              > Wotjakischen und Ostjakischen mit *c^ zu rechnen.
                                              > Zu dem irrtümlich hierher gestellten Wörtern
                                              > wotjakisch kid 'Verstand, Sinn' und
                                              > syrjänisch Sysola-Dialekt kid: mil kid 'Verstand, Vernunft'
                                              > (Wichmann, WotjChr. 68) s. *kintV (*küntV) 'Nebel, Dampf, Rauch'
                                              > uralisch.
                                              > Zu dem irrtümlich hierher gestellten
                                              > ostjakisch (352) Dialekt an der oberen Demjanka
                                              > (Gewährsmann Narygin) xos^- 'können, verstehen'
                                              > (Setälä: FUF 2: 224) s.
                                              > *kac^V- (*koc^V-) 'verstehen, wissen' finnisch-ugrisch.
                                              > Wogulisch (WV 70) Tavda-Dialekt (Dorf Janyc^kova) kVn´c´- 'wissen'
                                              > (Setälä: FUF 2: 224) gehört wegen der inlautenden
                                              > Konsonantenverbindung *n´c´ nicht hierher.
                                              >
                                              > kunta1 'Geschlecht, Sippe, Gemeinschaft' finnisch-ugrisch, ? U
                                              > Finnisch kunta (Gen. kunnan):
                                              > kansakunta 'Nation' (kansa 'Volk'),
                                              > kyläkunta 'Dorfge­meinde' (kylä 'Dorf),
                                              > maakunta 'Landschaft, Provinz' (maa 'Land'),
                                              > perhekunta 'Familie, Hausstand' (perhe 'Familie'),
                                              > yhteiskunta 'Gesellschaft' (yhteinen 'Gemeinsam');
                                              > est. kond (Gen. konna):
                                              > emakond 'die sämtlicher Kinder einer Familie'(ema 'Mutter'),
                                              > kodakond 'Hausgenossenschaft' (koda 'Haus')
                                              > (>lappisch R kunde '-kunta') |
                                              > lappisch
                                              > norwegisch-lappischer Dialekt -go,d'de:
                                              > bV:râhgo,d'de -dd- 'family; relations (collectively)'
                                              > (bV:râs^ 'family'),
                                              > Kola-Dialekt (557)
                                              > Ter-Dialekt kon,t: iemn´e-k. 'Gegend' (iemn´e 'Erde, Land' |
                                              >
                                              > ? mord. (Paas.: Suomi 1897/3/13: 15-6)
                                              > mokscha-mordwinisch kon´dä, kun´dä 'Freund, Kamerad' |
                                              >
                                              > ? ostjakisch (317)
                                              > Vach-Dialekt kant&G jaG 'die Ostjaken' (jaG 'Volk'),
                                              > Dialekt an der oberen Demjanka (Gewährsmann Narygin) xant&,
                                              > Obdorsk-Dialekt xanti 'Ostjake
                                              > (Dialekt an der oberen Demjanka (Gewährsmann Narygin),
                                              > Obdorsk-Dialekt),
                                              > Mensch (Dialekt an der oberen Demjanka (Gewährsmann Narygin)),
                                              > ostjakisch (Obdorsk-Dialekt)' |
                                              >
                                              > wogulisch (ÁKE 316)
                                              > Tavda-Dialekt khå:nt,
                                              > nordwogulisch xå:nt 'Heer, Armee, Schar; Krieg, Schlacht',
                                              > Pelymka-Dialekt kho:nt-pøn,k 'Heerführer' (pøn,k 'Kopf),
                                              > (Kann. Mskr.) Tavda-Dialekt (Dorf Janyc^kova) ka:nt 'Krieg,
                                              > Kriegschar;
                                              > ...
                                              > Dialekt an der unteren Konda xo:nt,
                                              > Pelymka-Dialekt kõnt 'Krieg, Kriegsheer',
                                              > (Kann.—Liim.: MSFOu. 111: 167)
                                              > Tavda-Dialekt ka:ntla:kt- 'Kriegführen'
                                              > (> ostjakisch Reg., Pápay nordwogulisch kant, xå:nt 'Heerschar') |
                                              >
                                              > ungarisch had 'Heer; Krieg; Rotte, Bande;
                                              > (altungarisch) Sippe, Geschlecht',
                                              > hadakoz- 'Krieg führen, streiten, kämpfen' ||
                                              >
                                              > ? sam. Jenissei-samojedisch (Donn.—Joki: JSFOu. 58/1: 13) kode
                                              > 'Stamm, Geschlecht'.
                                              >
                                              > Ostjakisch auslautendes &y, i und & sind wohl denom. Nominalsuffixe.
                                              > Es ist unsicher, ob das ostjakische Wort hierher gehört, weil es
                                              > nicht bekannt ist, ob dieses Ableitungssuffix eine Funktion mit der
                                              > Bedeutung 'zu einer Gemeinschaft (Sippe) gehörend' hat.
                                              > Die Anwendung von finnisch -kunta in geographischen Namen läßt sich
                                              > durch germanischen Einfluß erklären (vgl. altuppländisches schwed.
                                              > -hunda).
                                              > Wegen der inlautenden palatalisierten Konsonantenverbindung und des
                                              > auslautenden palatalen Vokals ist es unsicher, ob das mord. Wort
                                              > hierher gehört.
                                              > Die Bedeutung 'Krieg, Heer' des wogulischen und ungarischen Wortes
                                              > ist sekundär.
                                              > Das Wort ist nur in einer sam. Sprache belegt, deshalb ist es
                                              > unsicher, ob es hierher gehört.
                                              >
                                              > kunta-3 'fangen; (eine Beute) finden' finnisch-ugrisch, ? U
                                              > Finnisch kunne (Gen. kunteen) 'intryckning, spår efter tryckning;
                                              > Spur eines Druckes; Beute, Vertiefung', (E Itk., LpChr. 117) kunti-
                                              > 'fassen, genau pflücken (Beeren)' |
                                              > lappisch
                                              > norwegisch-lappischer Dialekt go,d'de- 'kill, murder, slaughter;
                                              > fish (for), catch (salmon),
                                              > Lule-Dialekt kådde:-,
                                              > Kola-Dialekt (245) Kildin-Dialekt Akkala-Dialekt ko,nte-,
                                              > Notozero-Dialekt ko,tte- 'töten' |
                                              > mord. erzä-mordwinisch mokscha-mordwinisch kunda- 'anfassen,
                                              > ergreifen; langen, unternehmen, anfangen' |
                                              > wogulisch (Kann., mitg. Set.: Vir. 1928 : 255)
                                              > Tavda-Dialekt (Dorf Janyc^kova) kant-,
                                              > Dialekt an der unteren Konda xont-,
                                              > Pelymka-Dialekt kont-,
                                              > Sosva-Dialekt xo:nt-,'löytää; finden; (TJKU)nähdä; sehen' ||
                                              >
                                              > ? sam. jurakisch(171)
                                              > O O xan´je- Wild jagen';
                                              > Jenissei-samojedisch Chantaika-Dialekt. Baicha-Dialekt kad'a:-
                                              > 'fangen, jagen'.
                                              >
                                              > Finnisch kunne ist eine Ableitung von einem Verb *kunta- 'greifen,
                                              > anfassen' mit dem deverb. Nominalsuffix e (<*ek). Das i in kunti-
                                              > ist ein Verbalsuffix.
                                              > Jurakisch je ist ein Ableitungssuffix. Jen. d' läßt sich auch durch
                                              > den palatalisierenden Einfluß eines ausgefallenen Ableitungssuffixes
                                              > *j erklärten.
                                              > Die sam. Wörter gehören nur im Falle eines Lautwandels *nt
                                              > >jurakischakisch *n > n´ bzw. *nt > Jenissei-samojedisch *dd > d
                                              > (unter den Einfluß des Ableitungssuffixes *j) hierher.
                                              > Siehe noch *kunta-lV- 'hören, horchen' ugrisch, ? finnisch-ugrisch.
                                              > Im SKES werden die Verben
                                              > wotjakisch kuti- 'ergreifen' und
                                              > syrjänisch kut- 'fangen'
                                              > mit ? zu finnisch kunne gestellt. Wegen ihres inlautenden t können
                                              > sie nicht hierher gehören; zu den perm. Wörtern s.
                                              > *kattV- 'dringen, (vorwärts)gehen, rücken' uralisch
                                              >
                                              > kansa 'Volk, Leute; Genosse, Freund' finnisch-permisch
                                              > ?| Finn.
                                              > kansa 'Volk, Nation, Leute',
                                              > kanssa (Postp.) 'mit, samt';
                                              > est. kaasa (dial. ka:s) 'Genosse, Gefährte, Gatte, Gattin',
                                              > -ga (Kasussuffix) 'mit, samt' |
                                              > ? lappisch
                                              > norwegisch-lappischer Dialekt ga3'3e -33-
                                              > 'household (often in opposition to a single individual);
                                              > (considerable) assembly of people',
                                              > Wefsen-Dialekt (596) Gätts'V: nuo`r`V g. 'das junge Geschlecht',
                                              > Kola-Dialekt (254)
                                              > Ter-Dialekt kaince,
                                              > Kildin-Dialekt ka:inc,
                                              > Akkala-Dialekt kainc 'Genosse' ||
                                              > ? [wotjakisch
                                              > Sarapul-Dialekt kuz,
                                              > K kùz 'Paar',
                                              > Sarapul-Dialekt Glazov-Dialekt kuzo,
                                              > K ku:zo 'ein Paar bildend, paarig' |
                                              >
                                              > syrjänisch
                                              > Sysola-Dialekt permjakisch goz 'Paar',
                                              > ostpermjakisch guz 'para',
                                              > Sysola-Dialekt permjakisch gozja 'paarig, gepaart; Ehepaar',
                                              > ostpermjakisch guzja 'c^eta, muz^ s z^enoj'].
                                              >
                                              > Die Zugehörigkeit des lappischen Wortes ist wegen des a der ersten
                                              > Silbe unsicher.
                                              > Im Finnischen wurde das Wort zur Postposition mit komitativer
                                              > Funktion, im Est. zum Kasussuffix.
                                              > Zum Bedeutungverhältnis
                                              > finnisch 'Volk, Leute' ~
                                              > est. 'Genosse, Gefährte' vgl.
                                              > finnisch seura 'Gesellschaft' ~
                                              > est. sõber 'Freund',
                                              > finnisch kunta 'Gemeinde' ~
                                              > ?mord. mokscha-mordwinisch kon´d'ä, kuñd'ä 'Freund, Kamerad'.
                                              > Zu den perm. Bedeutungen 'Paar, Ehepaar' vgl. est.
                                              > kaasa 'Gatte, Gattin'.
                                              > Die Zusammenstellung ist unsicher, weil die finnischen und
                                              > lappischen Wörter auch Entlehnungen aus dem Germ. sein können ( <
                                              > frühurgerm.
                                              > *xansa: < germ. *hanso: > got. hansa 'Schar, Menge', ahd. hansa
                                              > 'Kriegerschar').
                                              > lappisch norwegisch-lappischer Dialekt guos'se -ss-
                                              > 'guest, stranger'
                                              > (Bergsland: Vir. 1965:153) kann wegen der abweichenden Bedeutung
                                              > nicht hiermit verbunden werden.

                                              Of course it can, cf Gmc. gast-, Lat. hostis
                                              >
                                              > kuttV- (kottV-) 'laufen' finnisch-permisch
                                              >
                                              > ? Tscher.
                                              > KB k&^ðala-,
                                              > U B kuðala- 'mit einem Pferde schnell dahineilen (reitend od. mit
                                              > Fuhrwerk)
                                              > (KB U), laufen (von vierfüßigen Tieren)
                                              > (KB U B), fahren (mit einem Pferd) (B)' |
                                              >
                                              > ? syrjänisch
                                              > Sysola-Dialekt koter-: koteren 'laufend',
                                              > Sysola-Dialekt permjakisch kotert-,
                                              > ostpermjakisch ko•tørt- 'laufen, fließen',
                                              > Sysola-Dialekt kotral- 'laufen'.
                                              >
                                              > Tscher. la und syrjänisch r sind Ableitungssuffixe.
                                              > Der erschließbaren inlautenden *tt kann im Tscher. sporadisch auch ð
                                              > entsprechen.
                                              > Der Vokal der ersten Silbe dürfte *u oder *o gewesen sein. Diesen
                                              > Lauten kann ein urpermisches *o (> syrjänisch o) nur als Ausnahme
                                              > entsprechen.
                                              > Das in ESK hiermit verbundene selk. koptiri- 'springen, hin und der
                                              > hüpfen, fortspringen' paßt wegen des inlautenden pt nicht in diesen
                                              > Zusammenhang.
                                              >
                                              >
                                              > http://tech.groups.yahoo.com/group/cybalist/message/59612
                                              > http://tech.groups.yahoo.com/group/cybalist/message/57913
                                              > http://tech.groups.yahoo.com/group/cybalist/message/57904
                                              > http://tech.groups.yahoo.com/group/cybalist/message/56135
                                              > http://tech.groups.yahoo.com/group/cybalist/message/55551
                                              >
                                              > cf. Engl. haunt < (supposedly) F hant-
                                              > Skeat: origin disputed.
                                              > and all the catch/chase words, and pls. disregard the usual
                                              > derivation from Latin capta:re
                                              > http://tech.groups.yahoo.com/group/cybalist/message/41500
                                              > Skeat also has a Dutch kaets- "catch", cf. the un-Dutch -ts- also
                                              > in bots-, kwets-.
                                              >
                                              > I was pleased to discover that the lexicographers of UEW have had
                                              > exactly the same qualms in Uralic about the two separate meanings of
                                              > this complex as I had in IE (and they were the same two), without me
                                              > having read the UEW.
                                              >
                                              > It is interesting that while North European IE and Uralic share the
                                              > words and meanings of "(community around) river harbor", Uralic has
                                              > the semantic predecessor, namely "tree stump, support" implied in
                                              > harbor building.
                                              >
                                              > That seems to point to Uralic being the donor.
                                              > Note Latin (from Gallic) cai- (/kãI-/?) "barrier, bannister", Lat.
                                              > cancelli (/kanc^-/?) -> Fr. quai, Du. kaai "quay, wharf"
                                              >
                                              > New guess what the connection "(river) side), harbor"/"hunt" is
                                              > (note same division in Fr. cacher, Eng. catch): those places were
                                              > summer camps, from which they hunted (cf. the Eskimos)?
                                              > Does this make sense with the archaeology of Uralic-speakers?
                                              > Anybody know the answer?

                                              Alexander Vovin
                                              Did the Xiong-nu Speak a Yeniseian Language?
                                              p. 92
                                              'Thus, lexical evidence suggests that the Xiong-nu language is a Yeniseian language, but speaking in mathematical terms this type of evidence is necessary, but not sufficient. For the sufficient evidence we must again look elsewhere. Fortunately, there is a short poem in Jie (< *ket (.. ..)) language, that is believed to be a variety of Xiong-nu. '
                                              p. 100
                                              'On the basis of these reconstructions by Georgii Starostin I believe it is possible to provide the following analysis of the two verbal forms in the Jie poem:
                                              .. .. .. = *thij?-re(ts)-kang = *t-i-r-ek-ang "went out"
                                              preverb *t- + *-i- conjugation marker + perfective *-r- + *-ek-, stem + an, 3pp
                                              Cf. also stem *-ek- and Proto-Yeniseian *-jaq- "come/go"
                                              .. .. .. = *Ko-thok-tang = *k-o-t-o-kt-ang
                                              preverb *k- + o? + object marker *-t- + conjugation marker *-o- + *-kt- "to catch" + an, 3pp
                                              Morphology seems to fit almost perfectly with Proto-Yeniseian morphology reconstructed by Georgii Starostin. Moreover, at least one of the verbal roots, *-kt- "to catch" can be paralleled by Ket -kas- "to take", "to catch" attested in literature in the following forms:
                                              dkasaGus "he takes him",
                                              dkasanem "he took him" (Vail & Kanakin 1990: 51),
                                              dkasanem "I caught" (Vail & Kanakin 1900: 67).
                                              Ralf Stefan Georg also kindly elicited for me numerous forms from his Ket informant, Zoia Maksiunova that are all based on the stem, -qos`- "to take", e.g. qos`-abAt "I take (all the time)." It was mentioned earlier that Xiong-nu, like Pumpokol, has -t- corresponding to sibilants in other Yeniseian languages, so we should expect something like *-kat- in Xiong-nu.'


                                              Torsten
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