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On Suebian expansion westwards into Germania (the Wild Hunt?)

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  • tgpedersen
    Kuhn: Germanen und Kelten am Rhein in der Zeit um Christi Geburt, in Völker zwischen Germanen und Kelten, p. 56 Im ersten nachchristlichen Jahrhundert
    Message 1 of 2 , Aug 30, 2007
      Kuhn: Germanen und Kelten am Rhein in der Zeit um Christi Geburt, in
      Völker zwischen Germanen und Kelten, p. 56
      "
      Im ersten nachchristlichen Jahrhundert reicht das Siedlungsgebiet der
      suebischen Kultgemeinschaft von der Niederelbe im Norden, den
      Wohnsitzen der Langobarden, bis ins Gebiet der Donaunebenflüsse March,
      Waag und Eipel im Süden, den Wohnsitzen der Quaden. Archäologisch
      bildet dies Gebiet eine relativ geschlossene Einheit, faßbar an
      vielerlei Merkmalen der Grabsitte, erkennbar aber auch an der
      materiellen Kultur. Die alte Meinung, diese sogenannte
      "elbgermanische" Kultur der Übergangszeit und des ersten
      nachchristlichen Jahrhunderts sei suebisch, läßt sich also in vollem
      Umfang bestätigen. Schon im letzten vorchristlichen Jahrhundert
      zeichnet sich diese Kulturgruppe auf wesentlich kleinerem Raum
      deutlich ab, und für die Gebiete, die sie in der Zwischenzeit
      hinzugewann, ist literarisch die Einwanderung suebischer Stämme
      belegt. Die Markomannen, die Livius noch für die Zeit des Drusus als
      wahrscheinlich östliche Nachbarn der Chatten kannte (Orosius VI, 21;
      Florus II 30), erscheinen in Böhmen (Vellejus Pat. II 108; Tacitus,
      Germ. 42), die suebischen Quaden machen sich in Mähren und in der
      Westslowakei breit (Tacitus, Germ. 42; Ann. II 63) (vgl. unten S. 85).
      In diesem einen Falle ergibt sich also mehr als eine flüchtige
      Berührung zwischen der Interpretation literarischer Quellen und der
      Auswertung archäologischer Funde. Suebische Kultgemeinschaft und
      "elbgermanische" Kultur sind weitgehend identisch. Dieser Tatbestand
      scheint jedoch kein Einzelfall zu sein. Auch die Kultgenossenschaften
      der Lugier und der Vandilier lassen sich für beide Jahrhunderte um
      Christi Geburt im archäologischen Fundgut nachweisen76.
      Für die Bevölkerungsverhältnisse am Rhein in der Zeit um Christi
      Geburt ergeben sich damit festere Grundlagen. Das Grab von Gladbach,
      Kreis Neuwied (Taf. 9, 1-7), gehört seinem kulturellen Habitus nach
      zur "elbgermanischen" Kultur. Klarer als man es in manchen anderen
      Fällen sagen kann, läßt sich hier feststellen: In diesem Grab wurde
      eine Angehörige der suebischen Kultgemeinschaft bestattet. Ähnliches
      kann man für eine Anzahl gleichartiger Bestattungen feststellen77, und
      Formengut, das zur "elbgermanischen" Kultur gehört oder ihr zumindest
      sehr nahe steht, läßt sich auch außerhalb der gesicherten Grabfunde im
      Gebiet westlich der Leine und Weser ausmachen (vgl. Karte 7). Eine
      Zuwanderung suebischer Bevölkerungsteile ist damit archäologisch
      deutlich zu fassen, und auch hier fehlt die Bestätigung durch die
      literarischen Quellen nicht.
      Seit Poseidonios treten die Sueben ins Blickfeld der Römer, seit
      Caesar werden einzelne Aktionen suebischer Stämme näher bezeichnet.
      Unter den Stämmen, die Ariovist begleiteten, nennt Caesar die Sueben
      und die Markomannen (B. G. I 37 u. 51); Sueben vertrieben die Usipeter
      und die Tenkterer (B. G. IV 1 ff.), siedelten östlich der Cherusker
      (B. G. VI 10) und machten die Ubier zinspflichtig (B. G. IV 3). Daß
      Sueben damals schon Raum nach dem Westen gewannen, ergibt sich nicht
      nur aus dem Abzug der Usipeter und Tenkterer. Caesar berichtet
      nämlich, daß im westlichen Grenzgebiet der Sueben weite Landstriche
      unbesiedelt seien, weil die dort ursprünglich ansässige Bevölkerung
      dem Druck der Sueben nachgegeben habe und abgewandert sei (B. G. IV
      3)78. In der Zeit nach Caesars Weggang aus Gallien wurde der Druck
      offenbar noch größer. Es ist anzunehmen, daß es der zunehmende Terror
      der Sueben war, der die Ubier 38 vor Chr. Geb. veranlaßte, Agrippa um
      Siedlungsraum westlich des Rheins zu bitten (Strabo IV 194; Dio Cass.
      48,49). Elf Jahre später drangen Sueben erstmals über den Rhein,
      wurden aber von C. Carrina abgewehrt (Dio Cass. 51,21). Auch Drusus
      hatte gegen suebische Stämme, unter anderen Markomannen, zu kämpfen
      (Orosius VI 21). Um das Jahr 3 vor Chr. Geb. stieß Domitius
      Ahenobarbus auf wandernde Hermunduren, die er im „Markomannenlande"
      ansässig machte (Dio. Cass. 55,10). Noch Tiberius traf am Rhein neben
      Sigambrern zunächst auf Sueben (Sueton, Augustus 21). Er besiegte sie
      und siedelte sie dann zusammen mit Sigambrern links des Rheins an79.
      Nicht alle diese aus dem Osten vordringenden Suebengruppen haben in
      der Nähe des Rheins festen Fuß fassen können. Man darf deswegen nicht
      erwarten, für jede Erwähnung von Sueben Zeugnisse im archäologischen
      Fundstoff anzutreffen. Das gilt natürlich auch für andere,
      nichtsuebische Gruppen auf der Wanderschaft. Umgekehrt hat nicht jede
      Einwanderergruppe, auch solche nicht, die in Rheinnähe ansässig wurde,
      in der schriftlichen Dokumentation der Römer ihren Niederschlag
      gefunden. Keine Nachricht liegt beispielsweise für jene kleine
      Fremdgruppe vor, die sich in der Mitte des letzten Jahrhunderts in der
      Wetterau ansässig machte (s. oben S. 36 f.). Dies war ja keine
      Suebengruppe, sondern ein Bevölkerungssplitter, der zur lugischen
      Kultgemeinschaft gehörte.



      76 Vgl. R. Hachmann, Archaeologia geogr. 6 (1957) 55 f. zum Begriff
      "Ostgermanen".
      77 K.=W. Kaiser, Mitt. d. hist. Vereins d. Pfalz 58 (1960) 35 ff.,
      Abb. 1-7; Chr. Peschock, Bayer. Vorgeschichtsbl. 25 (1960) 75 ff.
      78 Die wesentliche Aussage dieses vielzitierten Absatzes liegt im
      zweiten Satz: "Hac re significari magnum numerum civitatum suam vim
      sustinere non posse."
      79 Beachtenswert ist der Gedanke E. Obermeiers, daß ein großer Teil
      der Nachrichten des Ptolemaios aus der Zeit bald nach Caesar stamme;
      vgl. E. Obermeier, Die Sueben in der antiken Literatur (1948) 25 ff. -
      Die langobardischen Sueben südlich von den Sigambrern (Ptolemaios II
      11, 6) sind in der Tat nur für die Zeit vor dem Herrschaftsbeginn des
      Marbod in Böhmen verständlich.
      "


      Torsten
    • tgpedersen
      ... Oops, correction, the quote was from Rolf Hachmann: Germanen und Kelten am Rhein in der Zeit um Christi Geburt, in Kuhn, Hachmann, Kossack: Völker
      Message 2 of 2 , Aug 30, 2007
        --- In cybalist@yahoogroups.com, "tgpedersen" <tgpedersen@...> wrote:
        >
        Oops, correction, the quote was from

        Rolf Hachmann: Germanen und Kelten am Rhein in der Zeit um Christi
        Geburt, in
        Kuhn, Hachmann, Kossack: Völker zwischen Germanen und Kelten, p. 56


        Hachmann and Kossack are archaeologists.



        Torsten
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