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Einige Gedanken anlässlich Silvester 2011, Teil 6

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  • Gilbert
    Der neue Trend: Feuerwerksbatterien! Das erzählen uns Medien und Werbung nun schon seit 20 Jahren! Als die großen Batterien erstmals erschienen, war ich
    Message 1 of 1 , Oct 24, 2012
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      "Der neue Trend: Feuerwerksbatterien!"

      Das erzählen uns Medien und Werbung nun schon seit 20 Jahren!

      Als die großen Batterien erstmals erschienen, war ich auch begeistert, doch nach ein paar Jahren kannte ich die Effekte und wollte wieder mehr aktiven Spaß: anreiben, schmeißen, abschießen, Romantisches, Elegantes usw.

      Persönlich glaube ich, dass immer mehr Silvesterfeuerwerker zum Feuerwerksspaß zurück wollen. Sie suchen Alternativen zu Batterien, den normalen Knaller, kleine Standgeräte, einzelne Raketen, alles, was man in der Hand halten kann. Das fiel mir auch beim Verkaufen im Laden auf. Vor einigen Jahren verkaufte ich fast nur D-Böller und Batterien, mittlerweile wollen die Käufer häufig wieder etwas anderes.
      2009 noch stellte ich mein Mitternachtsraketenschießen ein, weil kurz nach Mitternacht der Himmel so voller Batteriezerlegern hing, dass meine darüber steigenden Raketen nicht mehr zu sehen waren.
      2010 hatte ich mich darauf vorbereitet, später mit dem Raketenschießen anzufangen. Doch erwies sich das Warten als unnötig. Es wurde ordentlich geknallt, aber nur wenige Batterien wurden abgebrannt. Letztes Silvester, 2011/12, waren es wieder etwas mehr. Ich erklärte mir das mit den vielen Neuheiten der neuen Anbieter. Einige Batterien, wie z.B. die vielhundertschüssigen Luftheulerorgeln, erkannte ich auch deutlich. Dennoch wurde mein Raketenschießen nicht gestört.

      Man versucht im Sinne des Kommerzes einen Trend herbeizureden. Zum Glück funktioniert das noch nicht oder nicht mehr so ganz, und die Leute machen doch lieber das, was sie selbst wollen.

      *

      Die Wiederentdeckung vergessener Schätze

      Die klassischen 400-er Pfennigschärmer ("Ladycracker") fielen mir bei meinen Silvestervorbereitungen ebenso wieder in die Hände wie die größeren 20-er Knallmatten. Knaller der letztgenannten Größe findet man mittlerweile ja schon in Ketten von 200 bis 2000 Stück, glaube ich.
      Natürlich hatte ich auch lange Knallketten ausprobiert, wenn auch in meinem Falle nur die 200-er. Den Beschwerden über zu langsames Abbrennen vermag ich mich nicht anzuschließen; ich habe es gerne, wenn es lange knallt.
      Auf die Erde legen wollte ich die 200-er Ketten aber nicht. Also hing ich sie mit einem Stück Schnur an ein Straßenschild. Eine andere verband ich mit weiteren Ketten, die ich morgens um 6 über einen Zaun drapierte.
      Der Abbrand der kombinierten Kette veranlasste eine Frau, mich aus ihrem Auto heraus anzubrüllen, zu beleidigen und mir den "Scheibenwischer" zu zeigen. Da ich sie schlecht verstand, aber irgendetwas von Kindern hörte, antwortete ich, heftig nickend und mit freundlichstem Lächeln langgezogen: "Ja, ja, für die Kinder!"
      Ihrem Gesichtsausdruck nach stand sie kurz vorm Explodieren, und mit quietschenden Reifen raste sie davon.

      Bei allem Spaß an solchen Effekten: Es kostet Zeit. Man kann die Ketten nicht einfach werfen, insbesondere, wenn es zu Silvester feucht, voller Pfützen oder tief verschneit ist - es wäre schade um sie.
      Die 20-er Knallmatten dagegen warf ich aus dem Rückhandwurf unausgepackt. Lediglich die Lunte hatte ich zum Anzünden freigelegt. So segelten sie schön durch die Luft und zerlegten sich mit enervierendem Geknatter lange bevor sie den Boden erreichten.
      Bei den 400-er Pfennigschwärmern ersparte ich mir den verlustreichen Abbrand ganzer Päckchen. Stattdessen nahm ich die Matten mit den Lunten nach hinten in die linke Hand, in der ich auch meinen "Feuerwerksanzünder farbig", mit eineinhalb Stunden Brenndauer, zwischendurch löschbar, hielt. Mit der Rechten griff ich eine Matte heraus, führte ihre Lunte an den Glutpunkt und warf. So erzeugte ich ein vom 4. Stockwerk bis zum Boden reichendes, hübsch blitzendes Knallgewitter, und ich muss sagen: Ich war von der Lautstärke und dem Lärm angenehm überrascht. So laut hatte ich die kleinen Pfennigschwärmer gar nicht in Erinnerung. Zukünftig werde ich sie wohl wieder öfter einsetzen.

      Mein Pfennigschwärmer-Geknattere rief eine Dame auf ihren Balkon, die lauthals räsönierte: "Das fällt alles auf die Autos!"
      Je nun, es sah danach aus wie nach einem alliierten Fliegerangriff auf eine deutsche Nachschubstraße in der Normandie 1944, rauchende Fahrzeugtrümmer überall.
      Nein, natürlich ist den Autos nichts passiert. Sonst gäbe es ja jährlich nach Silvester etliche Autos weniger. Schließlich fällt vieles von dem, was auch immer auf Straßen und Plätzen gezündet wird, auf geparkte Autos: zurückfallende Raketen, allerlei Böller, jede Menge Hülsen aus Batterien. Das ist unvermeidlich, und es geschieht nicht viel. Eine Wunderkerze könnte vielleicht einen Lackschaden anrichten.
      Der Dame habe "auch ich einen guten Rutsch" gewünscht. Ich höre halt schlecht beim Knallen.

      *

      Begeistert haben mich erneut meine schönen Keller-Frösche B und die Titan-Funken-Böller von Weco.

      http://www.feuerwerksvitrine.de/silvesterfeuerwerk/neuheiten-2010/titan-boeller-3-er-dt-kanonenschlaege-a-3338.html

      Seit Silvester 2010/2011 erwiesen die sich bei mir als die lautesten in Deutschland zulässigen, aktuell noch hergestellten Knallkörper NACH den unübertrefflichen Kubischen Kanonenschlägen C von Nico. Allerdings hatte ich diesmal keine aktuellen Weco-Kanonenschläge groß zum Vergleichen.
      Sehr schön war auch das Titanfunkenbukett. Der Effekt entsprach fast einer kleinen Feuerwerksbombe.
      Den Preis sind sie allemal wert.
      Vielleicht sollte man sich damit eindecken, bevor Weco die Herstellung wieder aufgibt, weil Handelsketten wie Lidl die deutsche Ware offenbar boykottieren.
      Bemerkenswert ist die auf der Dreierpackung angegebene Satzmenge. Mit "4,89 Gramm" wäre sie je Stück geringer als bei machen deutschen Reibzündkrachern.

      Die erwähnten (chinesischen) Kubischen Kanonenschläge

      http://www.feuerwerksvitrine.de/silvesterfeuerwerk/knallkoerper/kub-kanonenschlag-c-a-368.html

      von Nico erregten manch ungläubiges Erstaunen und manchmal den wohlgemeinten, manchmal den denunziatorisch-boshaften Verdacht, man zünde Polenböller.
      Allerdings klingt ihr satter Schwarzpulverknall viel dumpfer als bei Knallkörpern mit "Blitzknallsatz". Entzückt haben sie mich auch als Schwärmerersatz, da ihre Sicherheitszündschnur verschwenderisch golden sprüht. Beim goldregenähnlichen Abbrennen dieser Lunte sind sogar ein paar Silberfünkchen wahzunehmen. Man hat sich da mal richtig Mühe gegeben, dem Silvester- und Feuerwerksfreund eine Freude zu machen. Hoffen wir, dass es so bleibt! Im Gegensatz zu früher neigen die kub. Kanonenschläge auch nicht mehr dazu, beim Aufschlagen nach weitem Wurf oder aus großer Höhe unmotiviert einfach auszugehen.
      Fazit: Mit diesen kubischen Kanonenschlägen will ich mich fürs diesjährige Silvester, 2011, richtig eindecken!
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