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VON SILVESTER 2006, Teil 2

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  • Amü
    FEUERWERKER EROBERN SICH DIE NACHT ZURÜCK! Nun zurück zum Beginn der Silvesternacht! Kaum stand ich mit einigen Freuden auf der Straße und erfreute mich an
    Message 1 of 1 , Apr 15, 2007
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      FEUERWERKER EROBERN SICH DIE NACHT ZURÜCK!

      Nun zurück zum Beginn der Silvesternacht!
      Kaum stand ich mit einigen Freuden auf der Straße und erfreute mich an
      wirklich harmlosem Klasse-II-Feuerwerk, als auch schon eine Frau von einem Balkon zu toben begann.
      Es störte dabei scheinbar niemanden, dass ihr Geschrei durchaus lauter
      war als unsere Knaller.
      "Geht vor euer eigenes Haus", riet sie uns in sich hysterisch
      überschlagendem Diskant, und ein Freund wusste spontan eine gescheite Antwort: "Ich habe kein Haus!"
      Ich nickte nur vor mich hin und empfahl meinen Freunden leise, die
      etwas größeren Kaliber zum Einsatz zu bringen.
      Der tobenden Frau rief ich freundlich zu: "Ich wünsche Ihnen auch
      einen guten Rutsch!"
      Na ja, ich konnte ja aufgrund der Knallerei nicht mehr so gut hören ...
      Sodann zündeten wir die dicken Teile, Batterien und anderes, was
      richtig in der Straße dröhnt - und sie war weg und war´s wohl zufrieden?!

      Mir war tatsächlich schon mehrere Jahre lang aufgefallen, dass
      einzelne Leute meckern, toben und beleidigen, wenn ich nach 18 Uhr
      normale, kleine Feuerwerkskörper abbrenne, Harzer z.B., Luftheuler,
      kleine Schwärmer und so.
      Regelmäßig reagierte ich darauf durch das Zünden weitaus heftigerer
      Knallkörper.
      Die Proteste der Spießer verstärken sich dann aber seltsamerweise nicht.
      Im Gegenteil: Die Fenster gehen zu und es herrscht für den Rest der
      Silvesternacht von dieser Seite "Ruhe" - keine Beschwerden mehr!
      Ich weiß nicht, woran das liegt, aber es funktioniert wirklich!

      Es ist wohl so, dass man seine Rechte verteidigen muss, sonst werden
      sie einem genommen.

      Zögen wir uns zurück, würden die Spießer nächstes Jahr wohl schon
      durchdrehen, stünden wir auch nur mit einer Bengalfackel in der Straße!

      Ähnliches vernahm ich von Feuerwerksfreunden, die im sauerländischen
      Neheim feierten.
      Als sie zur zulässigen Zeit mit dem Abbrennen des Feuerwerks begannen,
      hagelte es Proteste von Anwohnern.
      Es wäre noch nicht 12, kündete es aggressiv.
      Nun kann man Feuerwerk ja nicht nur um 12 machen, denn "12" wäre ja
      schon vorbei, bevor man auch nur einen Feuerwerkskörper angezündet
      bekommen hätte.
      Unsere Freunde jedenfalls zogen sich auf einen großen Parkplatz
      zurück, wo sie, in einigem Abstand von wohnenden Menschen, ihrer
      Leidenschaft und der Silvestertradition frönen konnten.

      Aber kann das so richtig sein?

      Noch als Schüler erlebte ich Silvester so, dass auf den Straßen, auf
      den Plätzen, von Balkonen und Dächern sowie sogar aus Fenstern überall
      und die ganze Nacht Feuerwerk gezündet wurde!
      Proteste wären völlig sinnlos gewesen, man hätte sie ja gleichzeitig
      in sämtliche Richtungen äußern müssen.
      Und heute?
      Neujahr fiel mir auf, wo sich Überreste von Feuerwerkskörpern häuften:
      auf Brücken, auf großen, freien Plätzen und in Parkanlagen.

      Wollen wir Silvester-Feuerwerker uns wirklich von Menschen, die nicht
      einmal so viel Kultur besitzen, Silvester zu feiern, sondern meinen,
      jeden Tag und jede Nacht ihren schnöden Alltag leben zu müssen, ins
      Asyl verdrängen lassen?
      In der DDR hieß Silvesterfeuerwerk auch zutreffend "Straßenfeuerwerk".
      Es gehört schon aus Umweltschutzgründen in die Straße! Was sollen die
      Flussgeister mit abgebrannten Raketen, die, von Brücken aus
      verschossen, ins Wasser fallen? Wer will schon zum Jahreswechsel
      Flussgeister gegen sich erzürnen? :)
      Und ganz ernsthaft: In Grünanlagen hat Feuerwerk viel weniger zu
      suchen als in Straßen. Immerhin verschmutzen die Überreste die
      Grünanlagen, und wenn dann zwischen Sträuchern gefegt werden muss,
      wird in der Regel der ganze Rohkompost mit herausgefegt, zum Schaden
      von Bodenfruchtbarkeit und Pflanzengesundheit.
      Es wird sich niemand die Mühe machen, das wertvolle Falllaub liegen zu
      lassen und nur die Feuerwerksüberreste herauszuklauben.
      Das sind vernünftige Argumente dafür, uns nicht von der Straße
      verdrängen zu lassen.
      Leisten wir Widerstand und feiern wir, wo es uns gefällt, nicht dort,
      wohin man uns verdrängt!

      WIEDER ANGRIFF AUF FEUERWERKER

      In Berlin wurden auch 2006 wieder Freunde aus unserer Feuerwerksgruppe
      zusammengeschlagen, weil sie zu Silvester Feuerwerk machten! Zumindest
      ein Freund trug ein "blaues Auge" davon.
      Ich selbst war letztes Jahr einem entsprechenden Angriff ausgesetzt.

      Deshalb will ich nachstehend einige Verhaltenshinweise und
      Empfehlungen niederschreiben:

      Feiert möglichst mit Freunden oder Verwandten, auch, wenn sie selbst
      kein Feuerwerk machen.
      Seht zu, dass Menschen in Eurer Nähe sind, die Euch ggf. beistehen
      oder Zeugen sind.

      Geht beim Abbrennen des Feuerwerks ein bisschen auseinander, sodass
      Aggressive nie wissen, mit wie vielen sie es zu tun haben.
      Im Falle von Protesten gegen einen zündet der andere, vielleicht 20 m
      entfernt, etwas Heftiges.
      Im Falle von Bedrohungen rückt von allen Seiten zusammen zu dem, der
      bedroht wird, und im Falle von Übergriffen wie Körperverletzung, auch
      schon versuchter, merkt Euch Kfz-Kennzeichen und -Typ, Zeit und Ort
      oder nehmt den Schläger fest, bis die Polizei eintrifft
      (Jedermannsrecht nach § 127 Strafprozessordnung).

      ERSTATTET AUF ALLE FÄLLE ANZEIGE; GGF: AUCH GEGEN UNBEKANNT -
      VERZICHTET IHR DARAUF "GIBT ES KEINE ÜBERGRIFFE" GEGEN FEUERWERKER, da
      sie nicht bekannt und statistisch erfasst werden.

      Ihr könnt Eure Anzeigen unter Angabe von
      Tatzeit,
      Tatort,
      Personalien der Geschädigten (Angegriffenen)
      und Zeugen
      sowie Täterbeschreibungen
      auch später verfassen, sogar handschriftlich, und bei der Polizei
      abgeben oder hinschicken.

      Werdet Ihr angegriffen, haltet Euch zurück, ruft lauthals: "Lassen Sie
      mich in Ruhe" usw. und ggf. durchaus auch "Hilfe!".
      Es gibt immer Zeugen, die im Nachhinein ermittelt werden, und vor
      Gericht gewinnt Ihr durch nachweisbar defensives Verhalten.

      Bei der Abwehr eines Angriffes setzt niemals nach, wenn der Angriff
      aufhört. Das ist erstens primitiv und verroht und zweitens kriminell.
      Wer also, nachdem er einen von Euch angegriffen und geschlagen hat
      oder versucht hat, einen von uns mit Schlägen zu treffen, seine Nase
      nach einem von uns gelandeten Treffer hält und jammert, kann
      festgehalten, aber selbstverständlich nicht weiter geschlagen werden -
      denn er greift ja nicht mehr an. Rechtlich wäre solches "Nachsetzen"
      so genannte "Notwehrüberschreitung" und ebenso strafbar wie das
      Verhalten des Angreifers.
      Seid überlegen, diszipliniert und beherrscht, aber wehrt Euch auch,
      denn Ihr seid im Recht!

      Sicherlich empfiehlt es sich auch, ein Reizstoffsprühgerät bei sich zu
      tragen, um einer Schlägerei aus dem Wege zu gehen. Wenn Ihr,
      zurückweichend, dem Angreifer Tränengas oder Pfefferspray ins Gesicht
      sprüht, ist es mit seinem Angriff in spätestens zwei, drei Sekunden
      vorbei. Ich empfehle dazu dringend, sich der Sprühdosen zu bedienen
      und nicht etwa PTB-Waffen, deren Führen ja verboten ist und die auch
      längst nicht so wirkungsvoll sind.
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