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Feuerwerksvorschriften fremder Länder

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  • Amü
    Oft stellt sich uns Feuerwerksfreunden die Frage nach Feuerwerksvorschriften fremder Länder. Deren Vorschriften sind nicht nur für Urlaube oder
    Message 1 of 1 , Feb 2, 2005
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      Oft stellt sich uns Feuerwerksfreunden die Frage nach
      Feuerwerksvorschriften fremder Länder. Deren Vorschriften sind nicht
      nur für Urlaube oder Kurzaufenthalte interessant, sondern auch im
      Vergleich zu unserem Recht und den bei uns verkündeten Weisheiten
      über die Gefährlichkeit des Feuerwerks, die Notwendigkeit der
      Vorschriften u.s.w.
      Gerade Berufspyrotechniker mahnen bei uns strenge Vorschriften an.
      Scheinbar wollen sie damit Ihre wirtschaftliche Situation sichern.
      Ihr Gedankengang erscheint mir dabei kurzsichtig. Auch in Ländern in
      denen der Kl. IV entsprechendes Feuerwerk frei zugänglich ist, sind
      es Berufsfeuerwerker, die Feuerwerke durchführen. Schließlich haben
      nur sie die Erfahrung und die Kenntnisse, um statt einer fröhlichen
      Abbrennerei ein beeindruckendes Feuerwerk aufzuführen. Dazu gehören
      schon die genaue Kenntnis der Effekte und choreographische
      Fähigkeiten.
      Außerdem muss der Feuerwerkskunde sein Feuerwerk ja irgendwo kaufen.
      Ab einer bestimmten Summe werden das professionelle Abbrennen, die
      nötigen Anmeldungen und Sicherheitsmaßnahmen gewiss im Kauf des
      Feuerwerks eingeschlossen sein.
      So führen die Bemühungen deutscher Berufsfeuerwerker, strenge
      Vorschriften zu fordern und durchzusetzen sowie ständig die
      angebliche Unfähigkeit von Amateurfeuerwerkern und die Gefährlichkeit
      von Amateurfeuerwerken zu betonen vielleicht nur zu einer allgemein
      feindlichen bis verängstigten Stimmung gegenüber Feuerwerk. Diese
      nimmt in Deutschland immer mehr zu. Die Aufrufe zu Spenden statt
      Feuerwerk, die zunehmenden Verbote (18-Jahres-Begrenzung,
      Verkaufszeitbegrenzung, Doppelschläge, Luftböller, DDR-Feuerwerk,
      aufsteigende Feuerkreisel, Schwärmer, sonstige Pyro-Munition bzw.
      deren Verwendung und demnächst Luftheuler) sollten langsam alle
      Feuerwerksfreunde beunruhigen und zu Gegenmaßnahmen, insbesondere
      Aufklärung und Propaganda sowie zur Wahrnehmung ihrer verbliebenen
      Rechte herausfordern. Leider ist oftmals das Gegenteil der Fall. In
      anderen Foren machen sich Feuerwerksfreunde (?) für noch stärkere
      Einschränkungen stark.

      Der Vergleich zu anderen Ländern wirkt bezüglich der in Deutschland
      von den Medien verbreiteten Einstellungen recht befremdlich. Polen,
      Tschechen und Belgier beispielsweise sind uns ethnisch so sehr
      verwandt, dass wir mit Sicherheit davon ausgehen können, dass sie
      nicht durchschnittlich über dickere Haut oder festere Knochen
      verfügen als wir.
      Wieso sind entsprechende Feuerwerkskörper dann nur für Deutsche so
      gefährlich? In Belgien, der Tschechischen Republik oder Polen sieht
      man deren Gefährlichkeit offenbar ganz anders. Und in der Tat haben
      diese Länder beispielsweise, wie wir auch, allgemeine Wehrpflicht und
      trauen ihren Bürgern somit den Umgang mit viel gefährlicheren
      Gegenständen als Feuerwerkskörpern zu. Man hört auch niemals, dass
      Polen, Tschechen, Flamen oder Wallonen sich massenweise Hände und
      Finger absprengen oder die Hütten in die Luft jagen würden.
      Wir aber dürfen mit 17 zur Bundeswehr, jedoch nicht zu Silvester
      einen Harzer anreiben!
      Wenn ich einen Polenböller auf den Boden stelle, mit gestrecktem Arm
      entzünde u. mich rasch entferne, unterliege ich kaum einer
      Verletzungsgefahr. Ich habe in Nachbarländern schon hunderte solcher
      Böller losgelassen.
      Aber natürlich ist ein Polenböller gefährlich - ein Küchenmesser
      auch. Wann werden uns schneidende Messer verboten?
      Im Straßenverkehr kommen in Deutschland jährlich ca. 6000 Menschen
      ums Leben. Wann wird das Autofahren verboten? 16 1/2 Tote fordert der
      Straßenverkehr durchschnittlich täglich. Zu welchem Silvester sind so
      viele Menschen durch Feuerwerk umgekommen?
      Die Bestrebungen, uns zunehmend zu entmündigen, vor uns selbst zu
      beschützen und uns in Watte zu verpacken werden sich m.E.
      kontraproduktiv auswirken. Wer den Umgang mit Gefährlichem nicht
      erlernt, wird eher Schaden nehmen. Nicht alle Gefahrenquellen lassen
      sich aus dem Alltag verbannen.
      Als nächstes wird man wohl Kindern unter 12 Jahren verbieten, Kl. I-
      Feuerwerk abzubrennen. Statt also von ihren Eltern behutsam ans
      Feuerwerk herangeführt zu werden, dürfen sie sich dann zum 12.
      Geburtstag an Wunderkerzen die Hände verbrennen und ihrem Kumpel den
      Bodenwirbel in die Kapuze stecken. Den Einzelhändler, der einem 11
      1/2-Jährigen einen Goldregen verkauft hat, kann man endlich
      bestrafen, wie auch den Vater, der seine Kinder unter seiner Aufsicht
      Kl. I-Artikel abbrennen lässt. Das klingt unglaubwürdig? Für Kl. II
      ist das bereits die geltende Rechtslage! Und warum das alles? Weil
      sich hunderte kleiner Kinder an Kl I-Feuerwerk verletzen? Das wäre
      mir neu!

      Doch nun genug der bitteren Worte. Ich will damit ja einerseits
      wachrütteln und andererseits Argumente zur Verfügung stellen.
      Kommen wir zu den Vorschriften fremder Länder. Ich habe sie
      größtenteils nur stichpunktartig in Erfahrung bringen können und
      werde sie entsprechend stichpunktartig auflisten. Was ich offenlasse,
      nicht nenne, weiß ich nicht. Ich habe es nicht herausfinden können.

      Polen: Verkauf und Abbrennen ganzjährig erlaubt

      Tschechei: Verkauf und Abbrennen ganzjährig erlaubt,
      Altersbeschränkung 18

      Luxemburg: Abbrennen ganzjährig außerorts erlaubt ab 18 Jahren

      Belgien: Abbrennen u. Verkauf ganzjährig erlaubt, einzelne
      Knallkörper unterliegen einer Dezibel-Begrenzung: 153 Db (!)

      Niederlande: Verkauf drei Tage vor Silvester, Abbrennen nur vom
      31.12., 10 Uhr bis 1.1., 2 Uhr, Altersbeschränkung: 16

      Dänemark: Abbrennen nur am 31.12., Verkauf ganzjährig, ab 18,
      Knallkörper sind verboten (etwas grotesk, da sehr große Raketen und
      Bombetten mit Riesemknall erlaubt sind)

      Großbritannien: Das Vereinigte Königreich ist ein Land bizarrer
      Rechtsvorschriften, die seit dem Mittelalter gewachsen sind. So sind
      auch die Feuerwerksbestimmungen schlichtweg erstaunlich. Der Verkauf
      ist ganzjährig gestattet, das Abbrennen auch. Es soll nur "bis 23
      Uhr" Feuerwerk abbrannt werden - eine Sollvorschrift, bei der mir
      einfällt, dass 1 Uhr nachts VOR 23 Uhr ist ... Es gibt jede Menge
      Einzelvorschriften über die Steighöhen von Raketen und die Brenndauer
      von Sonnen bis hin zur Brenndauer von Wunderkerzen.
      Überdurchschnittlich hoch steigende Raketen kommen in eine besondere
      Klasse, die aber auch jeder erwerben und zünden darf. Sonnen dürfen
      nur 60 Sekunden brennen, manche Wunderkerzen nur 40 Sekunden. Und da
      sagt man von uns, der Amtsschimmel würde wiehern! IN GB wälzt er sich
      scheinbar vor Lachen auf dem Boden.

      Frankreich: Abbrennen erlaubt am 14.7. und am 31.12., Verkauf
      ganzjährig

      Schweiz: Knallkörper größer als Pfennigschwärmer sind verboten.
      Abrennen am 1.8. u. 31.12, je nach Kanton auch an zusätzlichen Tagen
      wie z.B. am Funkensonntag. Verkaufszeit nach Kantonsvorschriften,
      teilweise ganzjährig, für Feuerwerkskörper ähnlich unserer Kl. II
      Abgabeempfehlung: ab 12 Jahren.

      Spanien: Verkauf und Abbrennen offenbar ganzjährig erlaubt, d.h., ich
      fand keine einschränkenden Vorschriften

      Österreich: Verkauf ganzjährig, Abbrennen ganzjährig außerorts
      erlaubt, am 31.12. überall

      Schweden: Verkauf ganzjährig, ab 18, Abbrennen am 1.5. u. 31.12.

      Italien: Abgabe an Personen ab 14 erlaubt, Kategorie V (dazu zählen
      Böller mit Blitzsatz) ab 18. Es gibt Gesetze, die jedes Abbrennen
      verbieten, aber man scheint eine levantinische Rechtsauffassung zu
      haben, nach der das verbotswidrige Abbrennen geduldet wird, wenn es
      niemanden stört. Eine zeitliche Abgabebeschränkung scheint es nicht
      zu geben.

      Kroatien: Ich konnte nichts ermitteln, habe dort aber vor einigen
      Jahren im Sommer kleine Knallkörper gekauft.

      Türkei: Nach Auskunft der Herstellerfirma Koscun gibt es keine
      Vorschriften über Verwendung und Verkauf; beides wäre also ganzjährig
      erlaubt.

      Darüber hinaus ist mir bekannt, dass es in Russland, Weißrussland,
      der Ukraine, der Slowakei, in Griechenland und in Slowenien Feuerwerk
      gibt - mehr weiß ich nicht.
      In den USA ist Feuerwerk zweimal jährlich üblich, zum
      Nationalfeiertag und zu Silvester. Die Vorschriften scheinen in den
      einzelnen Staaten unterschiedlich zu sein.
      Die Republik Malta gilt als sehr feuerwerksfreundlich. Ich kenne von
      dort allerdings nur veranstaltete Großfeuerwerke.
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