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Silvesterimpressionen 2004 (Vorsicht, langer Aufsatz)

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  • Amü
    Silvester liegt hinter uns - fast ein Jahr müssen wir warten, bis wir uns wieder in der von uns geliebten Weise mit Feuerwerk amüsieren können. Seit
    Message 1 of 1 , Jan 10, 2005
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      Silvester liegt hinter uns - fast ein Jahr müssen wir warten, bis wir
      uns wieder in der von uns geliebten Weise mit Feuerwerk amüsieren
      können.
      Seit Karl-Heinz Böhms unsäglicher "Brot statt Böller"-Kampagne in den
      80-ern wurde die Lage für uns Feuerwerksfreunde immer schwieriger.
      Mit einem Mal wurde die moralische Keule geschwungen: Wie können wir
      nur angesichts des Elends in der Welt Feuerwerk abbrennen!?
      Natürlich ist eine solche Assoziation blanker Unsinn. Aber sie
      erscheint vielen eingängig und einleuchtend.
      Wie können Sie ins Theater gehen angesichts des Elends in der Welt?
      Wie Geld für eine Musik-CD ausgeben, wie essen gehen, wie zu Fasching
      eine Luftschlange aufhängen?
      Danach fragt keiner.
      Elend in der Welt hat es immer gegeben - Feuerwerk bzw. seine
      Vorläufer auch, und wenn in Zusammenhang, dann höchstens zum
      Ausgleich des Elends durch Freude.
      Es geht lediglich darum, uns die Freude zu verderben und durch ein
      Verbot noch mehr Unfreiheit und Kontrolle zu schaffen.

      Die Argumentation mit dem Elend ist das Moralin, das die Süchtigen
      sich in die Venen ihrer sauertöpfischen Seelen spritzen, um sich im
      Rausche ihres vermeintlichen Gutseins besser zu dünken als andere!

      Meine diesbezüglichen Warnungen werden leider auch von
      Feuerwerksfreunden manchmal belächelt, aber ich prophezeie Euch
      Feuerwerksverbote in Deutschland noch für dieses Jahrzehnt.
      Anfangen wird es mit Verboten in den Innenstädten, wie z.B. Berlin-
      Mitte.
      Die Tendenz geht einfach in diese Richtung:
      In den 50-ern war Feuerwerk in der BRD noch frei. Kataloge aus dieser
      Zeit zeigen beim Sommerfest im Garten spielende Kinder mit
      eindeutigem "Klasse-II"-Feuerwerk.
      In den 60-ern wohl wurde das Abgabeverbot an Personen unter 18 Jahren
      eingeführt. Die Abgabe wurde vom 1. - 26. Dezember unter dem
      Motto: "Schutz der Vorweihnachtszeit" verboten. Anfang der 70-er
      wurde das Verbot ausgedehnt auf den Zeitraum vom 1.11. bis 28.12.,
      schließlich ganzjährig bis auf die letzten drei verkaufsoffenen Tage
      des Jahres.
      Hinzu kamen willkürliche zeitliche Beschränkungen für das Abbrennen
      von "Feuerwerkskörpern mit ausschließlicher Knallwirkung", obwohl wir
      alle wissen, dass andere Feuerwerkskörper viel lauter sein können.
      Die Zulassungsbestimmungen verschärften sich: Schwärmer durften
      plötzlich nur noch einen Meter steigen, mittlerweile nur noch 30 cm.
      Wo sind die Toten und Verletzten durch höher steigende Schwärmer?
      Knallkörper müssen weich sein und nicht zu dick umhüllt, es sei, sie
      sind gewickelt: Während man deutscher und europäischer Produktion
      Zulassungshürden ohne Ende entgegenstellte, wurde Chinesisches
      großzügig gestattet, z.B. eine Goldflitter- oder Blumenrakete, die
      aufgrund ihrer zwei unzureichend gewichtsausgleichenden Stäbchen
      oftmals kreuz und quer umherflog, nur nicht nach oben, oder
      Batterien, die zum Umkippen neigen und die Umstehenden lustig unter
      Beschuss nehmen. Aber ein deutscher Schwärmer oder gar ein
      Doppelschlag, nein, das sind der Hölle Ausgeburten von höchster
      Gefahr!
      Das alles ist absurd und nicht rational begründbar. Es handelt sich,
      für jeden Kenner ersichtlich, offenbar um Scheinargumente, damit Hass
      und Ablehnung des Feuerwerks und der friedlichen Freude, die wir
      damit haben, begründet werden können.
      Die Kampagnen der verlogenen Medien zeigen indes ihre Wirkung: In den
      80-ern schon wurden Feuerwerksfreunde von jemandem, der sich an der
      Knallerei störte, erschossen! In Berlin-Kreuzberg wurde ein auf der
      Fahrbahn Raketen zündender Feuerwerksfreund einfach über den Haufen
      gefahren: Was hat er auch auf der Fahrbahn zu suchen und was macht er
      überhaupt Feuerwerk?
      Ein Freund von mir wurde dieses Silvester viermal mit Schlägen
      bedroht, weil er legal Feuerwerk abbrannte:
      Gegen vier Uhr früh hörte ich es in meiner Straße, lauter als das
      Feuerwerk, lyrisch brüllen: "Du Penner, du Arschloch, ick hau´ dir
      auf die Fresse, du Penner, du Arschloch, ick hau dir auf die
      Fresse!", als ein Freund unten seine Reste verknallte.
      Mich, schon im Schlafanzug, veranlasste das natürlich, unter meinen
      Resten einen schweren Böller zu suchen und ihn als Akt der
      Solidarität vom Balkon fallen zu lassen. Am Neujahrsabend gegen 22
      Uhr brannte dieser Freund "in verbrecherischer Absicht" einen Kl. I-
      Silberregen auf einem öffentlichen, verwaisten, gepflasterten
      Universitätsparkplatz ohne Schranken und Zugangsbeschränkung ab. Ein
      Beflissener wies ihn darauf hin, dass dies Privatgelände sei
      (rechtlich einfach unzutreffend) und dass er gehen solle und er die
      Polizei holen würde.
      Wir eilten zu acht auf diesen Parkplatz, unseren Freund munter mit
      Klasse II-Optik-Feuerwerk bis 24 Uhr unterstützend: Komischerweise
      gab es keine Beschwerden mehr. Auch die Polizei, ihren Funkwagen dort
      parkend und offenbar eine Fußstreife antretend, guckte (in einem
      anderen Jahr) unserem bunten und legalem Feuerwerk zu und ging weiter.

      Wir haben vor zehn Jahren geflunkert, einst als alte Männer durch die
      Stadt gehetzt zu werden, nachdem wir einen Goldregen abgebrannt
      hätten. Es ist schon beinahe so weit, ohne dass wir alte Männer wären!

      Ich kann bloß alle Feuerwerksfreunde auffordern: Wehrt Euch und nehmt
      Eure Rechte wahr! Wer seine Rechte nicht wahrnimmt, wird eines Tages
      keine mehr haben!

      Es sind immer die gleichen Mechanismen! Es sind diejenigen, mit denen
      schon immer gegen missliebige Minderheiten vorgegangen wurde: Man
      diskreditiert sie als unmoralisch und verworfen, schließlich als
      rücksichtslos und Ausgeburt des Bösen selbst. Früher einmal waren es
      Hexen und Zauberer, später Homosexuelle. So langsam kommen wir
      Feuerwerksfreunde ran! Ein jeder bildet sich schon ein, uns
      Vorschriften und Verbote aufdrücken zu können. Er weiß ja aus den
      Medien, auf der "guten" Seite zu stehen, während wir "das Böse" sind.
      So funktioniert Verfolgung: Die Masse schätzt sich glücklich, "ja
      nicht zu dieser Sorte Leute zu gehören". Aber die Masse täuscht sich.
      Im Moment geht die Hetze gegen Feuerwerk los und diejenigen, die es
      "trotzdem" abbrennen - natürlich nur gegen selbst abgebranntes
      Feuerwerk, nicht gegen die teuren Angeberfeuerwerke zum passiven
      Zuschauen. Denn so hätten sie uns gerne: Brav staunend und dankbar
      für das, was uns geboten wird, nur nicht kreativ und selbständig
      denkend und handelnd.
      Aber man fängt auch schon an, gegen Raucher zu hetzen, und als
      nächste sind vielleicht diejenigen dran, die Süßigkeiten essen:
      Schließlich belasten sie die Sozialsysteme, die Krankenversorgung,
      durch ihre Verdauungsstörungen oder durch ihr Übergewicht.
      In einem gesellschaftlichen Klima der Repression ist irgendwann jeder
      fällig, denn niemand ist "lasterfrei".
      Bei unserem Straßenfeuerwerk vor Mitternacht wurden wir ständig zu
      Unterbrechungen aufgefordert. "Können Sie mal zwei Minuten aufhören;
      wir haben ein Baby dabei."
      Impulsiv stimmten wir zu und brannten nur einen Vulkan ab, was die
      auf der anderen Straßenseite (!) Vorbeigehenden aber auch schon
      ärgerlich werden ließ!
      Aber ich wurde hellhörig! "Nein, ich kann nicht aufhören", entgegnete
      ich den nächsten, die in der Silvesternacht ihren Säugling
      umhertragen mussten, "ich habe nämlich nur von 18 bis 7 Uhr Zeit und
      vergeude keine 2 Minuten Freude und Lebenszeit völlig grundlos. Was
      soll denn Ihrem Säugling passieren, wenn sie gegenüber vorbei gehen?
      Ich war auch mal Baby und es wurde Feuerwerk gemacht und es geht mir
      gut. Und ich hatte auch mal ein Baby und das ist auch nicht
      explodiert oder plötzlich verendet, weil ich Feuerwerk gemacht habe!"
      Diese Antwort gab Gesichter auf der anderen Seite!
      Hier wurde versucht, uns das Feuerwerk zu verbieten, weiter nichts!
      Es ist doch völlig wurscht, ob ich auf einer Straßenseite Knaller
      loslasse, wenn auf der anderen Seite Menschen mit Kindern vorbei
      gehen! Es passiert doch nichts! Ich werfe doch nicht mit Bomben, also
      lasst mich doch in Ruhe! Noch unverständlicher ist: "Hören sie doch
      mal auf, ich will vorbei!"
      Meine Antwort war einfach nur: "Dann gehen Sie doch vorbei."
      Ich halte doch niemanden auf!? Ich stehe länger und dichter neben
      meinem Feuerwerk, als jeder, der an mir vorbei geht!
      Und siehe an: fünf Finger! Müssten mir nicht sämtliche Gliedmaßen
      fehlen?
      Was soll das alles? Wirkung, Dezibelstärke und Inhaltsstoffe unseres
      Klasse II-Feuerwerks sind dermaßen eingeschränkt, dass bei
      einigermaßen bestimmungsmäßiger Anwendung nichts passieren kann.
      Ich wohne in einer Nebenstraße. Würde ich in einer Hauptstraße jedes
      Mal mein Feuerwerk unterbrechen, weil jemand vorbei geht, seinen
      Säugling vorbei trägt oder seine Oma ausführt, könnte ich überhaupt
      kein Feuerwerk mehr machen! Aber genau das wollen die "Gutmenschen"
      ja eigentlich nur. Ihre vermeintlich berechtigten Anliegen dienen
      Ihnen nur als Vorwand!
      Ein Freund kommentierte berechtigterweise erschüttert: "Sie tragen
      ihre Babies wie Kruzifixe vor sich her!"

      Natürlich nehme ich Rücksicht: Läuft jemand auf der einen Seite,
      werfe ich auf die andere. Nie habe ich Feuerwerk nach Menschen, Autos
      (obwohl denen nichts passiert, weil sie nämlich aus Metall sind und
      die Böller aus Papier) und schon gar nicht nach Tieren geworfen. Aber
      es ist eigentlich eine Schande, mich genötigt zu sehen, derartige
      Selbstverständlichkeiten hier darlegen zu müssen!
      Jedes Jahr gibt es irgendeine Katastrophe oder einen Krieg, der zum
      Vorwand genommen wird, gegen das Feuerwerk zu hetzen. Ja, dann sollen
      sie doch ihre Kriege lassen, verdammt noch mal!
      Es ist absurd: Mir soll mein Feuerwerk verboten werden und die da
      oben dürfen im Namen der Menschenrechte fremde Städte bombardieren!

      Feuerwerksfreunde, lasst Euch nicht einlullen! Nehmt Euer
      Feuerwerksrecht wahr und vertretet es!
      Schließt Euch gegen gewalttätige Bedrohungen zusammen!
      Nehmt zugleich Rücksicht auf Unbeteiligte und widersprecht Vorwürfen
      höflich, aber deutlich!
      Fragt Kollegen, die Euch moralisch unter Druck setzen, ob sie
      vielleicht in Zukunft nicht besser nur noch Eintopf essen wollen!
      Sagt Passanten, sie könnten vorbei gehen, denn es passiert ihnen
      nichts. Schließlich stündet ihr daneben und es passiert auch Euch
      nichts!
      Fragt die Gefahren Beschwörenden, wieso sie denn die Polen für ein
      arbeitsames und fleißiges Volk halten. Polen dürften doch gar nicht
      mehr zur Arbeit fähig sein - bei den dort üblichen Böllern müssten
      sie sich doch schon längst die Hände weggesprengt haben!
      Wehrt Euch gegen die Hetze, die dieses Jahr wohl ihren bisherigen
      Höhepunkt erreicht hat!
      Sonst ist es bald vorbei mit unserer Feuerwerksfreude - oder wir
      müssen ins Ausland ausweichen, solange es im "europäischen
      Einigungsprozess" noch welches gibt!

      Doch nun genug meiner Empörung. Ich sehe einige schon grinsen. Nun,
      ich fürchte, sie werden noch an meine Worte denken. Es besitzt
      einfach nicht jeder die gleiche Sensibilität für gesellschaftliche
      Strömungen und Fehlentwicklungen.

      Doch nun zu vielleicht Erfreulicherem, zu meinen Erfahrungen mit
      Feuerwerkskörpern 2004. Ich habe hierbei die Batterien ausgeklammert.
      Zum Verbundfeuerwerk können Freunde wie Bliiboo oder Mysaddestday
      viel mehr sagen als ich, da ich es vorziehe, herkömmlich "zu knallen"
      oder Raketen zu starten. Es macht mir persönlich einfach mehr Spaß,
      und der Spaß ist mir wichtiger als der Effekt.

      Knallkörper

      Begeistert haben mich die Nico-Kanonenschläge D aus neuer Produktion
      ("q" für Silberhütte). Sie sind m.E. das Lauteste, was der legale
      Markt zu bieten hatte.
      Auch die Kanonenschläge A von Weco und Nico aus letzter Produktion
      waren recht ordentlich, aber leider kaum noch erhältlich. Letzte
      Perplex-Schläge von Depyfag waren ebenfalls sehr laut, wenn auch
      etwas leiser als die Kanonenschläge C von Weco. Alle aber waren, und
      das ist neu, lauter als jeder China-Böller D.
      Leider konnte ich Kanonenschläge C von Nico nicht austesten.
      Dieses Jahr waren selbst die Harzer von Nico lauter als China D von
      Keller 2003 und 2004. Ich habe noch nie so schlechte D-Böller gehabt!
      Ihre Explosion glich eher einem Platschen oder Klatschen als einem
      Knall.
      Auch meine China-Böller C (Keller), im letzten Jahr noch richtig gut,
      waren eine Enttäuschung. Ein Freund allerdings verfügte über ein
      Umpack aus gleicher Quelle, das der Vorjahresqualität entsprach.
      Reibekracher machen mir sowieso mehr Spaß; ich ziehe sie mittlerweile
      den China-Böllern vor. Scheinbar stehe ich damit nicht alleine da:
      Mein Neujahrsspaziergang vermittelte mir den Eindruck, es läge
      ungefähr ein Viertel weniger China-Böller-Papier herum, dafür aber
      bestimmt doppelt bis dreifach so viele Reibekracher-Überreste wie im
      Vorjahr, und das im ehem. Westteil Berlins! Vor der Wiedervereinigung
      war es Neujahr fast eine Sensation, ein paar Reibekracherhülsen zu
      finden.
      Erstaunlicherweise fand ich kaum Überreste zylindrischer
      Kanonenschläge. Aber vielleicht wurden diese ja regelmäßig zerfetzt,
      was für ihre Qualität spricht. Früher sprangen sie nur seitlich auf.
      Oftmals blieb sogar die ganze Papphülse rund und unbeschädigt zurück.
      Die bessere Qualität der Kanonenschläge machte auch Zusatzverdämmung
      wieder sinnvoll. Ich sprengte die Überreste von Batterie-Rohren mit
      ihnen weg und erzeugte dadurch eine Lautstärke, die ich sonst nur von
      den Erprobungen im polnischen Nachbarland her kannte.
      Mit diesem Erfolg hatte ich nicht gerechnet!
      Hierbei ist Vorsicht geboten: Als ich einen Kanonenschlag in die
      ausgebrannte Hülse einer FF-Herkules-Fontäne steckte und einfach
      weiter ging, schockierte mich der Knall, der mich in ca. 10 m
      Entfernung erreichte. Noch mehr schockierte mich der Schmerz an der
      linken Schläfe: Mit voller Wucht hatte mich dort ein Sprengstück der
      Fontäne getroffen. Eine Rötung und minutenlanges Brennen waren die
      Folge. Also aufgepasst: Das hätte ins Auge gehen können!

      Die besten Reibekracher, die ich hatte, waren wieder die Comet-
      Knaller (Blizzard), gefolgt von den Harzern aus Silberhütte (Nico).
      Die von Weco für Pyro-Art gefertigten Teufels-Schläge waren nur halb
      so laut wie die Harzer. Dafür gab jeder einen anderen Ton, was recht
      unterhaltsam war. Außerdem gingen sie im Gegensatz zu früher alle an,
      während von jeder 20-er Harzer-Schachtel ca. drei Stück ausgingen,
      was für deutsche Qualität sehr ärgerlich ist, zumal sie i.d.R.
      teuerer waren als die Teufels-Schläge.
      Bei den Kubischen Kanonenschlägen überraschten die chinesischen
      (Weco), die es bei Lidl gab. Sie waren dumpf im Knall und laut wie
      die zylindrischen Kanonenschläge C von Weco: ein ordentlicher "Rumms"
      mit Nachhall. Ich hatte sie gar nicht mehr gekauft, da die "China-
      Kubaner" regelmäßig leiser waren als D-Böller und manchmal sogar
      extrem leise, ungefähr wie ein alter Weco-Karacho - und das bei den
      Fantasiepreisen!
      Nun soll das aber nicht heißen, sich nächstes Jahr mit den chin. Kub.
      Kanonenschlägen einzudecken! Wir wissen ja aus Erfahrung, dass China-
      Ware von Jahr zu Jahr und Charge zu Charge unterschiedlich ist.
      Dieses Jahr könnten sie möglicherweise schon wieder die "bekannte"
      Qualität aufweisen. Man denke nur an die Römischen Lichter, an
      Feuerbatterien (Silberschuss), Blizzard-Fontänen oder
      Kometentrommeln: Bei ihrer
      Einführung sensationell wurden sie von Jahr zu Jahr schwächer und
      schlechter! Es ist ja egal: Man kauft aufgrund der
      Vorjahreserfahrung - und am Silvesterabend ist es dann zu spät ...
      Deutsche Kubische Kanonenschläge hatte ich von Weco im Kaliber B und
      C (Gigant). Es bestätigte sich meine Vorjahreserfahrung, nach der
      Kal. B lauter war als C. Beide aber wurden nur vom Nico-Kanonenschlag
      D übertroffen.
      Im Gegensatz zu früher, also z.B. den 80-ern, erschienen mir alle
      Kanonenschläge sturzsicher. Damals noch gingen sie nach Werfen vom
      Balkon beim Aufprall oft aus. Man fand Neujahr entsprechend viele
      Kubische, die mit einer Wunderkerze notdürftig repariert werden
      konnten ...
      "Gefangen" hatten sich die "Shogun", die Kanonenschläge A von
      Diamond. In den Vorjahren unauffällig leise, erwarb ich dennoch
      wenige, da mir ihre hübsche Form gefiel. Dieses Jahr entsprachen sie
      in ihrem A-Böller-Format immerhin den schlechten China-Böllern D.
      Ihren Tiefpunkt überwunden zu haben scheinen die Knallfrösche. Ihre
      Knalllautstärke entsprach vielleicht den Teufelsschlägen, aber sie
      sprangen am Platz mit hübschem Schwarzpulverblitz und sie brannten
      meist bis zum Schluss durch. Anfang der 90-er noch "verendeten" sie
      oft nach trockenem, zwei- bis dreimaligem Hüsteln ohne sich vom Fleck
      zu rühren.
      Pfennigschwärmer (40-er Matten) und 20-er Knallmatten von Weco
      erwiesen sich, richtig angewendet, als enorm ruhestörend. Man musste
      nur vermeiden, dass sie auf den nassen Boden fielen. Die Knallmatten
      sollte man im Papier belassen und nur die Zündschnur herausholen. Sie
      lassen sich so viel besser werfen und gehen auch bei Kontakt mit dem
      nassen Boden nicht aus.

      Raketen

      Viel Freude hatten wir an den letzten Comet-Raketen und denen der
      "Star"-Serie der Fa. Nico. Mir fiel auf, dass bei der Golden-Star-
      Rakete zu Goldkometen und blauen Leuchtkugeln noch intensives
      Goldfunkeln bzw. -blinken trat. Die echten Jet-Star-Raketen
      brillierten durch enorm hohen Aufstieg und ein lange anhaltendes
      Goldkometen-Palmenbukett. Im Gegensatz zu früher entwickelten sich
      wirklich blaue Spitzen, d.h., blaue Leuchtkugeln zogen die
      Goldkometen hinter sich her! Solch kompliziert zu fertigende Sterne
      findet man in keiner China-Rakete, dafür aber weiße Blitzknallsterne
      ohne Ende! Das muss da irgendwie billig sein ...
      Bei der Jet-Star-Rak. ist es wichtig, diejenige mit Papphütchen zu
      erhalten; diejenige mit Plastehütchen und roter Aufschrift "Jet-Star"
      wirft nur goldenes Gefunkel und blaue Sterne mit ungefähr halber
      Brenndauer aus.
      Leider ist die Produktion dieser Raketen natürlich eingestellt worden!

      Komme ich zu den schlechtesten Raketen 2004: Ich erwarb für ca. 7
      Euro ein 7-er Sortiment "Giant Maxx" der Fa. Pyromaxx für Testzwecke.
      Misstrauisch war ich ja angesichts der dort enthaltenen Brummer mit
      Riesenfüllungshülsen. Nun, mein Misstrauen bestätigte sich in vollem
      Umfang! Keine Rakete besaß einen Schweif, keine eine wiedererkennbare
      Füllung, nur indifferentes, buntes, vielfarbiges, knallsterniges
      China-Gewitter. Allein eine Sorte wies interessante goldene Sterne
      (nicht Kometen!) auf - wobei sich allerdings die Frage stellt, ob
      eine zweite Rakete derselben Sorte noch die gleiche Füllung hätte.
      Scheinbar wird in China eingefüllt, was immer das Ausfegen der
      Fabrikhalle hergibt. Die Steighöhen der Raketen waren gut, man könnte
      sie aber in der Silvesternacht aufgrund fehlenden Schweifs schnell
      aus den Augen verlieren.
      Pyromaxx (was für eine einfältige Namensgebung schon) hätte von der
      Anzahl der Sterne bzw. dem Ausmaß des Buketts eigentlich bequem auf
      die Füllungshülsen verzichten können - aber dann hätten die Raketen
      ja normal ausgesehen. Die "Mogelpackungen", viel Luft in leeren
      Hülsen, glauben die Manager-Typen den "Verbrauchern" wohl eher
      verkaufen zu können. Vielleicht täuschen sie sich, und wir sind nicht
      ganz so dumm.

      Mit viel Spannung verschoss ich die teueren, neuen Einzelraketen, die
      Nico anzubieten wusste.
      Zwar waren sie viel schöner als die von Pyromaxx, doch war meine
      Enttäuschung angesichts hoher Erwartungen an die Fa. Nico genauso
      groß.
      Immerhin mit Schweifaufstieg - wenn auch nicht mit imposanten
      Goldschweifen wie früher und nur mit mittlerer Höhe - warfen sie
      Buketts aus, die wohl auch in eine alte Silber- oder Topas-Rakete
      gepasst hätten und die Beschreibungen nicht wiedererkennen ließen.
      Dabei kosten diese Raketen ein Geld, als wären sie hier produziert
      worden!
      Nico schießt sich - seinen Managern, die wahrscheinlich noch nie im
      Leben Feuerwerk gemacht haben, sei Dank - mit diesen Raketen außer
      Konkurrenz. Ich tausche jede neue Nico-Rakete gegen zwei aus den
      Sortimenten Dolce Vita (21 Rak.) oder Big 19 mit China-Raketen von
      Weco! Allerdings habe ich für die Nico-Raketen mehr als das vierfache
      bezahlt - dieses Jahr, aber nie wieder!
      Es ist schon interessant, den Zusammenhang zwischen reißerischer
      Namensgebung, gerne mit Anglizismen (Giant Maxx) und miesem Inhalt
      wahrzunehmen: Die dümmlichen Namen stehen meist im proportionalen
      Verhältnis zur Qualität der Raketen. Das ist wenigstens ehrlich. Man
      muss nur erst mal dahinter kommen!
      So testete ich die
      "Helium Blink"
      von Nico. Was zuerst toll klingt, ist einfach nur dumm: Helium brennt
      nicht. Nach dem Hindenburg-Unglück in den 30-er Jahren in New York
      hat man die Luftschiffe gerade deswegen mit Helium statt mit
      Wasserstoff befüllt. Übrigens gibt es eine ganze Nico-Raketen-Serie
      mit Edelgas-Namen wie Krypton, Argon u.s.w.
      Ob wohl die Raketen so reaktionsarm wie diese Edelgase sind?
      Jedenfalls stiegen meine sechs "Helium Blink" enttäuschend niedrig
      mit mäßigem Goldschweif auf. Oben zerfielen sie in viel zu schnell
      blinkende, weiße Sterne kurzer Brenndauer und für die große Hülse
      viel zu niedriger Anzahl. Jede Blink-Star-Rakete, selbst die letzte
      Version, war besser! Das hektische Blinken war auch dicht am
      Geflacker; ein richtiges Blinkbukett bedarf langer Intervalle.
      Jahrelang versäumt hatte ich die Erprobung der
      Silberfisch-Rakete
      (Silverfish natürlich, als ob das Englische etwas daran ändern würde,
      warum nicht gleich Schaben-Rakete, Tse-Tse-Rakete, Assel- oder
      Grillen-Rakete - nun, letzteres klänge ja fast noch nett und
      interessant). Lange Gesichter gab es beim genauen Ansehen:
      I.: Nico!
      Wir wussten gar nicht, dass auch diese "ältere" Nico-Rakete, die
      gemäß eines Großhändlers die Golden-Star (Skorpion-Rak.) ersetzen
      sollte (!!???!!) chinesischer Herkunft war.
      Nun, während wir die "Fische", also am Firmament umherzuckende weiß-
      silberne Schwärmer, erwarteten, die wir von "Fremdabschüssen" von vor
      zwei, drei Jahren kannten, bestätigten sich unsere Erfahrungen mit
      dem schönen China-Feuerwerk: Bei Einführung mit den "Fischen"
      beeindruckend, spart man diese nach Marktakzeptanz einfach ein. Der
      dämliche Feuerwerker wird die Rakete schon in gleicher Anzahl kaufen,
      weil er sie als gut erinnert, und man verdient sich eine goldene
      Nase, indem man ein paar Cent pro Stück einspart.
      Mit einfacheren Worten: silbern-weiße Schwärmer? Fehlanzeige! Im
      besten Fall hob etwas weiß an umherzuflitzen, ging aber nach der
      ersten Kurve und vielleicht einem Meter klang- und sanglos aus.
      Es sei darauf hingewiesen, dass ich liebevoll, beheizt und
      luftumströmt lagere - daran kann es also nicht gelegen haben. Zu den
      kleinen Jungfischchen gesellten sich ein paar verlorene, grüne
      Leuchtkugeln, der Aufstieg war so lala, also gut, 50 Ct. wäre die
      Rakete wert gewesen.
      Aber ich hatte ja noch die tolle Nico-Diamant-Rakete!
      Die musste ja gut sein! Ehrfurchtsvoll fühlte sich ein gedienter
      Freund an eine Panzerfaust erinnert, als er ihre Spitze sah. Nun, die
      Gesichter wurden länger, als ich die hübsche Spitze vorsichtig abzog
      und feststellte, dass nichts drin war. Der Treiber hat einen kleinen,
      zylindrischen Füllungsaufsatz, die aggressiv-schöne
      Sechskant-Spitzhülse dient also nur der Zierde, Verbrauchertäuschung
      und Produktverteuerung. Aber wir wissen ja, dass das nichts zu sagen
      hat: Zerlegerladung hieß das Zauberwort, dass uns erwartungsvoll
      unsere Hälse nach oben recken ließ: Ja, ein Schweifaufstieg und:
      blobb. Nix Zerleger!Dafür aber: "crackling", Blitzknallsterne, ich
      kann es nicht mehr hören, rote und silberne Knattersterne, immerhin
      eine knappe Sekunde lang. Na, das lohnt sich doch!
      Und nun haltet Euch fest! Es folgen die unverbindlichen Richtpreise
      (empfohlenen Verkaufspreise) für diese Raketen:

      Silberfisch 2,75, also ca. DM 5,50
      Helium Blink (falsche Schreibweise übernommen) 2,85, also fast DM 5,70
      Diamant 3,65, also fast DM 7,30.

      Ja, bei diesen günstigen Preisen lohnt es sich schon, die deutsche
      Produktion einzustellen ... Ich denke, Nico hat sich, zumindest was
      sein Raketenangebot angeht, damit das eigene Grab geschaufelt.
      Einen Trost hätte für einen Richtpreis von 1,50 die neue
      Donnerhall-Rakete
      bieten können. Trotz des zusätzlich aufgeschmierten Schriftzuges
      "Thunder" sah sie noch einigermaßen gut aus, wenn auch die Beklebung
      krumm und schief und die Hülse nicht mehr ganz so ebenmäßig war wie
      bei der Donnerhall aus Silberhütte. Immerhin war das Format gleich
      geblieben. Und ja, sie stieg steil mit mäßigem Goldschweif auf - und
      explodierte halb so laut wie die gerade vergleichsweise abgeschossene
      Original-Donnerhall, deutlich übertrumpft von der Comet-Knallrakete
      B, die wir danach abschossen.
      Was bleibt, ist die Erinnerung an einstmals schöne Raketen und das
      beruhigende Wissen, dass ich genügend Jet-Star, Skorpion (Golden
      Star) u.s.w. gebunkert habe, um mir jedes Jahr meines zukünftigen
      Lebens eine gönnen zu können ... Schade für die Nachgeborenen, denen
      so etwas Schönes nie zuteil werden wird. Die haben dann dafür China-
      Crackling-Gespotze.
      Ausnahmen unter den China-Raketen bilden die Leuchtkugel-Rakete und
      die Blitz-Rakete von Keller. Beide haben die selben, sortierten
      Füllungen: Silbern-weiße Blinksterne, Blitzknallgewitter oder Uni-
      Leuchtkugeln zu Gold, jeweils nach hohem Aufstieg mit bemerkenswertem
      Goldschweif. Das etwas kleinere Bukett der Leuchtkugelraketen wird
      durch einen Effektwechsel beim Aufstieg ausgeglichen: Das letzte
      Fünftel der Steighöhe wird mit einem Pfeifer bewältigt! Allerdings
      ist dieser kurz nach Mitternacht kaum zu hören; er geht im fröhlichen
      Lärm unter. Bemerkenswert preiswert sind diese Raketen: Die
      Leuchtkugelrakete kostet deutlich unter 50 Ct., die Blitzrakete um 70
      Ct.
      Zu meinen neuen Lieblingsraketen gehört die Keller-Bomben-Rakete
      ("Stars of Trinidad"). Man sollte das Sechserpack erwerben, es ist
      viel billiger als das größere Sortiment. Die Bomben-Raketen haben
      einen enorm hohen und relativ lange dauernden Schweifaufstieg. Sie
      zerlegen wirklich mit heftigem Knall zu einem Bukett, das Kugelform
      erahnen lässt und das großfeuerwerksartigste ist, das ich bei Klasse
      II-Raketen bisher gesehen habe. Sensationell ist der Preis von um
      1,50 pro Stück.

      Optische Feuerwerkskörper

      Enttäuschend waren die aufgekauften Restbestände von Herkules-
      Fontänen. Feistel wurde mit diesen seinem Ruf als Importeur von
      Qualitätsfeuerwerk nicht gerecht. Sie ähnelte, bei halber Wirkung in
      Effekt und Dauer, der viel billiger gewordenen Cuckoo-Fontäne.

      Angenehm überrascht war ich von den Kleinen Feuerwerksbomben von
      Keller. Unsere diesjährige Charge zündete alle drei Buketts
      vollständig durch, was nicht immer der Fall war. Die Füllung stieg
      hoch und steil auf und kippte nicht, wie früher gelegentlich, vor dem
      Zerplatzen Richtung Zuschauer. Des Rätsels Lösung zeigte mir
      begeistert ein Feuerwerksfreund: Die Treibladung des kleinen
      Standgeräts war so heftig, dass sie nicht nur vernehmlich knallte,
      sondern auch den Plastestandfuß nach unten zerschlug! Hoffen wir,
      dass Keller diese Qualität mit der 2005-er-Ware beibehält!

      Der für mich schönste optische Feuerwerkskörper ist die Goldrausch-
      Bombette (ch.) von Nico. Für Preise unter 8 Euro gewährt sie einen
      röhrenden Abschussknall und eine sehr hoch steigende Bombette, die in
      einem Goldkometen- und -funkelbukett zerplatzt, das den Himmel füllt
      und Großfeuerwerk in nichts nachsteht. Ich hätte diesen Effekt trotz
      aller Erfahrungen mit Batterien niemals der Klasse II zugeordnet.

      Empfehlenswert, aber selten erhältlich sind die großen Römischen
      Lichter (Jumbo Candle) von Diamond mit 8 Leuchtkugeln. Sie brennen
      mit Goldregen zwischen den Abschüssen ab, die Leuchtkugeln plumpsen
      nicht heraus, sondern steigen enorm hoch auf, sind großvolumig und
      lange brennend, und sie werden mit gleichmäßiger, nicht zu schneller
      Kadenz verschossen. Von der Qualität her entspricht das Jumbo Candle
      fast schon den RL 8 von Silberhütte und Nico, die nur einen
      intensiveren Goldregen und etwas sattere Leuchtkugeln haben. Bei dem
      Preis von um
      2,50 hätte man allerdings auch bei den deutschen Produkten mit ihrer
      perfekteren, kleineren Hülse bleiben können.
      Damit nicht vergleichbar, aber besser geworden sind die von Jahr zu
      Jahr billiger werdenden RL 20 von Keller. Zwar spotzen sie chinesisch
      ungleichmäßig vor sich hin und verballern die 20 Schuss in kurzer
      Zeit ohne Goldregen zwischen den Abschüssen, doch zünden mittlerweile
      die Leuchtkugeln fast alle. Auch rollen sie nicht mehr gelegentlich
      wie Murmeln aus dem Papprohr u. stürzen sogleich zu Boden, sondern
      steigen alle ordentlich auf. Ich verschieße immer 10 Stück aus einem
      Gebinde auf einmal, indem ich zuvor die Zündschnüre freilege und mit
      einem Bengalholz oder einer Wunderkerze über sie streiche - das ist
      billiger und genauso effektvoll wie die viel beworbenen 200-Schuss-
      Leuchtkugelrohre, die auch nur aus Röm. Lichtern bestehen.

      So, liebe Feuerwerksfreunde, damit sei es genug für meinen Bericht
      anlässlich Silvester 2004! Ich hoffe, uns Feuerwerksfreunden aus der
      Seele gesprochen und niemanden über Gebühr angestrengt zu haben.
      Meinen Dank allen, die sich Zeit und Muße nahmen, bis zum Schluss zu
      lesen.
      Euer
      Amuefw
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