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Faunen- und Florenfremdlinge gefährden Natur und Artenvielfalt.

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  • Amü
    Liebe Naturschutzfreunde, auf der MSN-Seite http://wissen.de.msn.com/article.aspx?cp-documentid=15764390&imageindex=1 wurde ein Artikel veröffentlicht, der
    Message 1 of 1 , Apr 7, 2009
      Liebe Naturschutzfreunde,

      auf der MSN-Seite

      http://wissen.de.msn.com/article.aspx?cp-documentid=15764390&imageindex=1

      wurde ein Artikel veröffentlicht, der eine grobe Übersicht über die sich für den Naturschutz und die ökologischen Gefüge ergebenden Probleme aus der Ansiedlung nicht einheimischer Lebewesen, Pflanzen und Tiere, vermittelt.

      Neophyten - "invasive" Pflanzenarten, z.B. aus Zentralasien oder Amerika, verdrängen einheimische Pflanzen, u.a. weil sie hier keine natürlichen Fraßfeinde haben. Einheimische Pflanzen sind aber als Produzenten Grundlage des ökologischen Systems.
      Es ist keinesfalls egal, welches "Grün" irgendwo sprießt.

      Als Beispiel sei hier die Robinie, Robinia pseudoakazia, erwähnt, auch fälschlich Akazie genannt.
      Gerade in Brandenburg überwuchert sie Waldränder, an denen normalerweise Birken, Espen und Weiden selten gewordenen einheimischen Tierarten Lebensraum bieten würden.
      An der Robinie frisst keine Schmetterlingsraupe und kaum ein Käfer. Kaum ein Vogel nistet in ihr. Über ihre Wurzeln sondert sie angeblich einen Stoff ab, der andere Pflanzen verdrängt. Wo sich Robinien ansiedeln, wächst nach einigen Jahren kaum noch etwas anderes; langweilige Monokulturen entstehen.

      Probleme bereiten auch Zuchtprimeln, die die einheimischen Frühjahrs-Glockenblumen genetisch verunreinigen, sodass sie gleich diesen Wegwerfprimeln aus Garten- und Baumärkten nach der Blüte eingehen, obwohl es sich eigentlich um mehrjährige Stauden handelt.

      Die Verkreuzung unserer einheimischen Schwarzpappel mit der Kanadischen Pappel zu einem schnellwüchsigen Hybriden führt zum Aussterben des größten einheimischen Tagfalters, des ohnehin seltenen Großen Eisvogels. Das Weibchen legt die Eier an die "richtig" riechenden Hybridpappeln, die geschlüpften Raupen können aber die dickeren Blätter nicht verzehren und verhungern elendig.

      Eine mögliche Gefahr bereitet der Irische Efeu mit seinen weißgemusterten Blatträndern. Bei einer Rückkreuzung mit unserem einheimischen nur grünen Efeu könnte dieser seine Frostfestigkeit verlieren und in harten Wintern absterben.

      Die Natur wehrt sich auf ihre Weise gegen "Neophyten", doch kann das Jahrhunderte dauern. Wir erleben diese ausgleichende Funktion der Natur derzeitig bei den Rosskastanien. Die Rosskastanienminiermotte, in der südosteuropäischen Heimat kein Problem für den Baum, gefährdet hier möglicherweise die Bestände. Sie hat als Neuzuwanderer - bzw. Nachwanderer der Rosskastanie - noch keinen spezialisierten Fressfeind wie etwa eine Schlupfwespe, die das ökologische Gleichgewicht gewährleistet. Man kann einen spezialisierten Fressfeind (Predator) auch nicht einfach importieren, da er sich in anderer Umgebung, im fremden Ökosystem, also bei uns, möglicherweise ganz anders verhält als "zu Hause" und z.B. seltene einheimische Arten gefährden könnte, die in seiner Heimat nicht auf seiner "Speisekarte" stehen.

      Unter den invasiven Tierarten ist in Deutschland der amerikanische Ochsenfrosch bekannt, der die ohnehin bedrohten einheimischen Amphibien gefährdet, indem er sie frisst und ihre Lebensräume okkupiert.
      Von Australien ist bekannt, dass das eingeschleppte Kaninchen sich massenhaft vermehrt und die einheimischen Tiere, besonders Beuteltiere und Reptilien, durch Konkurrenzdruck gefährdet.

      Nicht alle Floren- oder Faunenfremdlinge schaden der einheimischen Natur unmittelbar. Eins haben sie aber gemeinsam: Sie nehmen Platz, Lebensraum, weg in einer Landschaft, in der für Natur nur noch Resträume vorhanden sind. Und wo bereits eine Thuja- oder Cottoneaster-Hecke angepflanzt ist, kann eben kein einheimischer Weißdorn mehr wachsen; wo Conifaeren stehen ist kein Platz mehr für Kätzchenweiden.

      Als Einzelner kann man der bedrohten Restnatur helfen, indem man für Garten oder sogar Balkon standortgerechte einheimische Pflanzen und möglichst keine verzüchteten Formen oder Zuchtrassen auswählt. Einen ästhetischen Verlust wird man nicht erleiden, da einheimische Pflanzen in großer Artenzahl zur Verfügung stehen und oftmals sehr attraktiv sind. Darüber hinaus wird man eher etwas Ungewöhnliches im Garten haben als mit Gebüsch aus China, das mittlerweile jeder hat oder mit der Thuja-Hecke aus dem Baumarkt.
      Wer hat schon eine Schlehe im Garten, blühendes Seifenkraut, Kornblumen, vielblütige Wildrosen und frühjahrsblühende Buschwindröschen, Lerchensporn oder Leberblümchen unterm Gebüsch?

      AgNAD-Freunde beraten Sie bei Interesse diesbezüglich gerne und kompetent.
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