Loading ...
Sorry, an error occurred while loading the content.

Buchbesprechung "Die Seele der Pflanzen ..." von Wolf-Dieter STORL

Expand Messages
  • Gilbert
    In Wolf-Dieter STORLs 2009 bei Franckh-Kosmos verlegtem Buch (ISBN 9783440115657) finden neue wissenschaftliche Erkenntnisse über Empfindungsfähigkeit,
    Message 1 of 1 , Jul 5, 2011
    • 0 Attachment
      In Wolf-Dieter STORLs 2009 bei Franckh-Kosmos verlegtem Buch
      (ISBN 9783440115657) finden neue wissenschaftliche Erkenntnisse über Empfindungsfähigkeit, Kommunikation und Intelligenz der Pflanzen ebenso Erwähnung wie althergebrachtes Wissen z.B. über Heilkräfte und -anwendungen sowie Hinweise auf die ökologische Bedeutung einzelner Pflanzen, z.B. als unverzichtbare Futterpflanze der Raupen einer seltenen Schmetterlingsart. Aber auch auf die spirituelle Bedeutung und Verknüpfung einiger Pflanzenarten in vorwiegend polytheistischen Zusammenhängen geht STORL in typisch liebevoller und zugleich unterhaltsamer Weise ein.

      Persönlich sehe ich die Stellungsnahmen STORLs zu Neophyten und Archäophyten kritisch.
      Neophyten würden oder könnten sich seiner Meinung nach mit einiger Eingewöhnungszeit ins ökologische Gefüge einbinden, ohne störend zu wirken. Aus Neophyten würden Archäophyten, "Alteinwanderer".

      In einer Welt begrenzter Restflächen für die Natur ist jedoch schon die Eingewöhnungsphase der Neophyten schädlich für die endemischen Lebewesen.
      Oftmals findet sogar gar keine Eingewöhnung statt: In Berlin, Brandenburg und Polen östlich der Oder dominiert der "Archäophyt" Robinie die Waldränder, wo einheimische Birken, Espen, Pappeln und Kätzchenweiden stehen sollten. Unsere Tiere, z.B. die größten Schmetterlingsarten Großer Fuchs, Trauermantel und Großer Eisvogel, sind auf diese Waldrandbäume als Raupenfutterpflanzen angewiesen. Mit der Robinie könne sie nichts anfangen. Ihr ohnehin knapp gewordener Lebensraum wurde von ihr überwuchert.

      Dies ist nur ein Beispiel von vielen.
      Naturschützer sollten eben schon zwischen natürlich gewachsener Natur und vom Menschen absichtlich oder versehentlich durch Einschleppung geschaffener ("anthropogener") Ersatznatur unterscheiden. So sind Neo- und Archäophyten eben i.d.R. in Wirklichkeit gar keine Neu- oder Alt-"Einwanderer". weil sie sich nicht von alleine verbreitet haben, sondern vom Menschen eingeführt wurden.

      Die gute, ergänzende, die Lebensvielfalt fördernde "Integration" von Neophyten bleibt die Ausnahme. Sie mag z.B. für den Sommerflieder zutreffen, aber auch nur dort, wo die Winter zu kalt für ihn sind. Sonst verdrängt er einheimisches Gebüsch.

      Darüber hinaus sollte man nicht vergessen, das Landschaften von der Vegetation geprägt werden. Ebenen, Hügel, spitze und flache Berge gibt es, vereinfacht gesagt, überall. Durch ihren Bewuchs entfalten sie ihren jeweils charakteristischen Ausdruck in erhaltens- und schützenswerter Vielfalt. Deshalb sehen deutsche Mittelgebirge anders aus als chinesische.

      Das sieht eigentlich auch STORL ein, indem er typische und markante Landschaftsprägungen durch landschaftstypische Vegetation z.B. in Nordamerika, der Mittelmeerregion, Mitteleuropas und Australiens erwähnt und jede Naturlandschaft als ein Gesicht der Weltenseele bezeichnet, die "man einst als die Große Göttin verehrte".
      Zutreffend erwähnt er, dass man manch einem Neophyten schon intuitiv ansieht, wo er wohl herkommt (S. 129 ff.) - weil er in diese jeweilige Natur und Landschaft gehört und nicht in eine fremde, möchte ich ergänzen.
      Aus naturschützerischer Sicht ist es bedauerlich, dass STORL hier eher beschwichtigt als zu mahnen.

      Da dies aber der einzige sich aufdrängende Kritikpunkt ist, vermittelt STORLs Buch insgesamt ein Lesevergnügen ungewöhnlicher Art. Es eröffnet dem auch nur oberflächlich Interessierten einen unerwartet emotionalen, persönlichen und neuartigen Blickwinkel auf unsere pflanzlichen Mitgeschöpfe und mag hoffentlich dazu beitragen, die Achtung der Menschen vor ihnen zu erwecken oder zu vermehren.

      Aus dem Umschlagtext:
      "Pflanzen sind innig mit uns verbunden, Pflanzen können sprechen. Warum sonst verschenken wir Blumen, wenn wir Gefühle und Seelenverbindungen ausdrücken wollen?
      Warum sonst rührt eine duftende Wiese ganz tief in uns etwas an, was wir häufig nicht in Worte fassen können? Warum sonst können Pflanzen uns heilen?
      Das persönlichste Buch des Erfolgsautors Wolf-Dieter Storl, der sich seit Jahrzehnten mit Pflanzenheilkunde, Ethnobotanik und vergleichender Völkerkunde beschäftigt, die Essenz seiner tiefen Verbindung mit fünfzig Pflanzenpersönlichkeiten. Außergewöhnliche Fotografien von Frank Brunke.

      Kaum jemand weiß über unsere Heilpflanzen so viel zu erzählen wie Wolf-Dieter Storl - weil er sich intuitiv mit ihnen verbinden kann, weil er ein Freund und Verbündeter dieser Wesen ist. Er öffnet sich den Seelen unserer grünen Verwandten, er spricht mit ihnen, schwingt sich ein auf ihre Persönlichkeit. So entstand dieses einzigartige Buch über ihre Sprache und ihre geheimen Botschaften."
    Your message has been successfully submitted and would be delivered to recipients shortly.