"Aktion 302 - Rettet eure Nachbarn" lautet die gemeinsame Aktion von Amnesty International – Asylgruppe Münster - und der GGUA Flüchtlingshilfe gegen die geplanten Abschiebungen Münsterscher Roma. Es ist der Auftakt einer Veranstaltungsreihe des Aktionsbündnisses, mit dem Ziel, die breite Öffentlichkeit auf die brisante Sitution der hier lebenden Roma aufmerksam zu machen und viel Unterstützung im Kampf der Roma für ihr Bleiberecht zu erhalten.
Nach einem Rückübernahmeabkommen zwischen der Republik Kosovo und Deutschland sollen zahlreiche Roma in den Kosovo abgeschoben werden – 30.000 in ganz Deutschland, 302 in Münster. Als ethnische Minderheit durften sie bislang in Deutschland bleiben, da ihnen im Kosovo Verfolgung und Unterdrückung drohte. "Mit dem neuen Abkommen ist dieser Schutz weggefallen, obwohl sich an ihrer Lebenssituation im Kosovo nichts geändert hat", stellt die ai-Gruppe Münster fest. "Wir haben große Angst, im Kosovo zu leben" hieß es auch auf einem Plakat, das auf der Münsterschen Roma-Demonstration vor zwei Wochen zu sehen war.
"Hinzu kommt, dass vielen dieser Menschen der Kosovo fremd ist, denn: Das Rückübernahmeabkommen - welches noch gar nicht unterzeichnet ist, aber bereits in Niedersachen, Hessen und NRW umgesetzt wird - betrifft Roma, die zum Teil 15 Jahre oder länger in Münster leben, deren Kinder hier geboren wurden und hier zur Schule gehen. Sie kennen nur Deutschland, sie sprechen deutsch und haben deutsche Freunde", so Claudius Voigt von der GGUA Flüchtlingshilfe.
Die Stadt Münster und all ihre Einwohnerinnen und Einwohner sind aufgerufen, sich für ihre hier lebenden Nachbarn einzusetzen: Am kommenden Samstag, 18.07.2009, protestiert das Aktionsbündnis von 10-16 Uhr gemeinsam mit Roma-Vertretern auf dem Lambertikirchplatz gegen Abschiebungen in den Kosovo. Alle Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen, mit ihrer Unterschrift ein klares "NEIN" zu Abschiebungen zum Ausdruck zu bringen.
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