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#321 From: "Honestly Concerned e.V." <post@...>
Date: Sun Dec 6, 2009 8:00 pm
Subject: "SONDERAUSGABE" - Pressespiegel zum Schweizer Minarettverbot...
honestlyconc...
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S O N D E R A U S G A B E

Pressespiegel zum Schweizer Minarettverbot...
 


INHALTSANGABE

EIN WICHTIGER AUFRUF AN ALLE LESER... Kostenlos heißt nicht "Kosten-frei"... 
       
Honestly Concerned e.V. ist ein gemeinnütziger Verein. Wir werden weder staatlich, parteilich, oder sonst durch eine bestimmte Organisation, religiöse Gemeinschaft oder andere Quelle finanziell unterstützt. Wir sind allein auf die Hilfe unserer Leser, Freunde und Förderer angewiesen. Leider werden unsere Kosten hierbei all zu oft unterschätzt. Jede Aussendung ist mit viel persönlichem Engagement, aber auch Ausgaben verbunden. Bitte helfen Sie uns diese abzudecken. Ermöglichen Sie uns durch Ihre regelmäßigen monatlichen Spenden unsere Arbeit fortzusetzen und weiter auszubauen. Wir sind auf Ihre Hilfe angewiesen!
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Weitere Infos auch unter: http://honestlyconcerned.info/spenden.html

Noch einige Hinweise zu unserer Mailingliste...

1.      Unsere Mails lassen sich am besten im "Traditionellen" Format lesen. Um auf dieses Format umzustellen, einfach hier klicken "Switch format to Traditional" und abschicken...

2.      Bei unserem TÄGLICHEN Pressespiegel legen wir viel Wert auf Vollständigkeit. Wem dies zu viel ist, empfehlen wir auf unsere WÖCHENTLICHEN Mails umzustellen, oder sich ggf. nur auf die Sonderausgaben zu begrenzen…

3.      Die nachfolgende Sonderausgabe soll dazu beitragen ein möglichst WAHRHAFTIGES Bild über alles Rund um die Themen "Innenpolitik/Antisemitismus" und dem "Nahostkonflikt" zu bekommen. Die hier veröffentlichten Artikel und Links repräsentieren nicht unbedingt die Meinungen der Redaktion, oder der restlichen Mitglieder der Honestly Concerned Mailingliste.

JEDE WEITERVERÖFFENTLICHUNG DER BEI UNS VERÖFFENTLICHTEN BRIEFE ODER KOMMENTARE, OHNE VORHERIGE GENEHMIGUNG DER URSPRÜNGLICHEN ABSENDER ODER DER REDAKTION, IST STRIKT UNTERSAGT!


TEIL 1 – THEMA DER WOCHE: MINARETTVERBOT IN DER SCHWEIZ...  
 

  1. Geteiltes Medienecho zum Minarettverbot  
    BERLINER MORGENPOST - Innenminister fordern von Muslimen Zurückhaltung
    Der Sprecher der Unions-Innenminister, Volker Bouffier, hat Muslime in Deutschland dazu aufgefordert, beim Bau von von Moscheen künftig Zurückhaltung walten zu lassen. Dominante Bauwerke in könnten Ängste vor einer Islamisierung schüren, erklärte Bouffier. Die Innenministerkonferenz werde sich mit dem Thema befassen.
    Muslime im Land nach Minarettbeschluss besorgt
    Foto: dpa  - Das Minarett der noch nicht fertig gebauten Moschee in Esslingen (Baden-Württemberg) überragt die Kuppel der daneben gelegenen Kirche "Mariä Verkündigung"
    Vor dem Hintergrund des Schweizer Minarett-Verbots hat der hessische Innenminister Volker Bouffier den muslimischen Gemeinden in Deutschland mehr Zurückhaltung beim Bau von Moscheen empfohlen. Die Muslime in Deutschland hätten zwar selbstverständlich ein Recht darauf, Moscheen zu bauen, sagte der Sprecher der unionsgeführten Innenressorts der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. „Sie sollten aber darauf achten, die deutsche Bevölkerung damit nicht zu überfordern“, mahnte der CDU-Politiker.
    Minarette oder Kuppeln einer Moschee, die wegen ihrer Größe eine Stadt oder ein Dorf dominierten, schürten Ängste vor einer Islamisierung und lösten Proteste aus, sagte Bouffier.  
    Die Innenministerkonferenz werde sich auf ihrer Tagung in Bremen des Themas annehmen und an die muslimischen Verbände appellieren, im eigenen Interesse auf allzu dominante Bauwerke zu verzichten, auch wenn diese baurechtlich vielleicht zulässig wären.  
    Zugleich wollten die Innenminister sich auf ihrer bis Freitag andauernden Tagung dafür aussprechen, „den Dialog mit den Muslimen in Deutschland weiter zu intensivieren“, erklärte Bouffier. Die Islamkonferenz sei ein Erfolgsmodell. „Sie muss fortgesetzt und möglichst ausgebaut werden.“ Nur so ließen sich die Ängste und Sorgen weiter abbauen.     
     


  1. Deutsche Stimmen...
    NEWS.DE
    -
    Penisneid bei Plasberg
    Auf die Größe kommt es an - zumindest bei der Moschee: Wie eine ARD-Talkrunde das Schweizer Minarett-Votum aufarbeitet.
  2. SPIEGEL - Wirre Logik des Minarettverbots - Wie du mir, so ich dir
    Wir gegen die: So versteht Europas Rechte das Schweizer Minarettverbot - schließlich ergehe es den Christen in der islamischen Welt nicht besser. Doch in diesem Argument offenbart sich die geballte Macht der Denkfaulheit. Die beiden Gruppen lassen sich keineswegs gleichsetzen.
    Es ist erstaunlich, wie viele Menschen glauben, die Christen des Nahen Ostens seien von Kreuzrittern bekehrt worden. Aber Jesus wurde in Betlehem geboren, nicht in Bern. Die meisten Christen, die heute in der arabischen und islamischen Welt leben, sind Nachfahren von Jesus-Anhängern aus Zeiten der Urkirche. Als der Islam sich von Saudi-Arabien ausgehend ausdehnte, da sank ihre Zahl zunächst um jene, die sich zu der neuen Religion bekehrten. Viele taten das damals übrigens aus Steuergründen, Gewaltkonversionen blieben die Ausnahme. Heute liegt ihr Anteil, nicht zuletzt wegen massiver Auswanderungsbewegungen, nur noch bei wenigen Prozent. Und selbst Betlehem hat vermutlich keine christliche Mehrheit mehr.
    Das Zusammenspiel mit den islamischen Herrschern war nie spannungsfrei. Es bewegte sich zwischen wechselseitigem Respekt und offener Diskriminierung der Christen. Bis heute ist die Lage der Christen in der islamischen Welt unterschiedlich. In Afghanistan, in Saudi-Arabien, in Iran ist es im Grunde ein Verbrechen, Christ zu sein. In Jordanien, in Syrien, in Palästina kreisen Konflikte eher um die Frage, ob es angemessen ist, wenn Kirchenglocken den Gebetsruf aus der Moschee durchbrechen - oder andersherum.
    Eines ist aber ist immer gleich: In der muslimischen Welt sind die Christen fast nie Migranten. Im Gegenteil: Sie waren schon vor den Muslimen da. Ihre alten Kirchen sind älter als die ältesten Moscheen. Und schon deshalb ist die Lage der Muslime im Westen nicht mit der Situation der Christen in der islamischen Welt vergleichbar. Kulturell steht ein jordanischer Katholik einem libanesischen Sunniten näher als beide einem Schweizer Protestanten.

  3. BERLINER MORGENPOST - In Europa wächst Skepsis gegenüber Migranten
    Der German Marshall Fund hat untersucht, wie Europäer und Amerikaner ihre Einwanderer beurteilen. Ergebnis: Immer mehr Menschen stehen Migranten skeptisch gegenüber. Wenn es Probleme bei der Integration gibt, sehen viele die Einwanderer in der Pflicht. Diese Meinung ist vor allem in Deutschland verbreitet.
    Frauen mit Kopftuch in Duisburg
    Foto: AP -
    Frauen mit Kopftuch in Duisburg. Die Mehrheit der Deutschen findet, dass Einwanderer für die Integration verantwortlich sind
    Das Minarettverbot in der Schweiz mit einer irrationalen Angst vor dem Fremden zu erklären, wäre zu kurz gegriffen. Neben dem klassischen Nein aus dem rechten Milieu sei auch die Wahrnehmung des Islam wichtig, um das Abstimmungsergebnis zu verstehen, sagt der Züricher Politologe Michael Hermann.
    Als Beispiel dafür nennt er die große Anzahl der Frauen, die für das Verbot gestimmt haben. „Das weibliche Ja zum Verbot richtet sich vor allem gegen die als aggressiv männlich wahrgenommene Kultur des Islam“, sagte Hermann Morgenpost Online.
    Wie Immigranten in Europa und den USA wahrgenommen werden, untersucht eine aktuelle Studie des German Marshall Funds. Die repräsentative Studie zeigt, dass politische und kulturelle Vorprägungen die Einstellung gegenüber Einwanderern stärker beeinflussen als zum Beispiel wirtschaftliche Faktoren. Die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise schlagen sich demnach kaum in einer größeren Angst vor Zuwanderung nieder.
    Das zeigt der Vergleich mit der entsprechenden Studie aus dem Vorjahr, die noch vor der Weltwirtschaftskrise erhoben wurde. In beiden Jahren wurden gezielt Einwandererstaaten mit unterschiedlichen Migrationsgeschichten ausgewählt; darunter Staaten, deren Einwanderungspolitik lange von ihrer Kolonialgeschichte geprägt waren: zum Beispiel Frankreich, Großbritannien und die Niederlande. 

  4. SPIEGEL - Fatales Signal für die Christen
    Die türkische Regierung avanciert zum Wortführer gegen das Minarettverbot in der Schweiz. Religiöse Minderheiten hätten in seinem Land mehr Rechte als in Europa, behauptet Premier Erdogan - die tatsächliche Lage ist anders. Christen kämpfen im Alltag mit vielen Problemen.

  5. WADINET - Grosse Demokraten
    Der Daniel Cohn-Bendit erklaert hier den Schweizern sein Demokratieverstaendnis und fordert zudem noch Laender wie Saudi Arabien auf (in denen, das nur noch mal zur Erinnerung, der Bau von Kirchen verboten ist, aber das stellt die geringste aller dort begangenen institutionellen Menschenrechtsverletzungen dar), mal ein bisschen aktiv zu werden. Ich haette jetzt gerne einen schwyzerdeutschen Begriff fuer total gaga parat, mit dem dies zu kommentieren waere:
    Daniel Cohn-Bendit rät reichen Muslimen, ihr Geld von den Schweizer Banken abzuziehen. Dies wäre die grossartigste aller Antworten auf das Minarett-Verbot, sagte der Fraktionspräsident der Grünen im EU-Parlament in einem Interview der Westschweizer Tageszeitung «Le Temps». «Die Kassen der Eidgenossenschaft leeren: das ist es, was man tun müsste». Auf dass Saudiarabien oder die Vereinigten Arabischen Emirate Euren Finanzplatz verlassen», sagte Cohn-Bendit und erinnerte an Druck des US-Fiskus in der UBS-Affäre. Wenn diese Abstimmung wirtschaftliche Konsequenzen habe, würden es die Schweizer verstehen. Aufgabe der politischen Elite sei es, die Bevölkerung für eine neue Abstimmung zu mobilisieren. Vor der Angst im Volk zu kapitulieren, wäre eine Niederlage für alle Demokraten. «Die Schweizer müssen nochmals abstimmen», sagte Cohn-Bendit. 


  6. Das Referendum der Schweizer zum Minarettverbot am vergangenen Sonntag hat deutschlandweit für Aufruhr gesorgt. Die Meinungen zum Abstimmungsergebnis gehen dabei auseinander. "Das Minarettverbot ist kein Desaster", urteilt der Chefredakteur der Tageszeitung "Die Welt" Thomas Schmid. Die "taz" warnt davor, dass das Ergebnis die Initiatoren zu weiteren Schritten gegen Muslime veranlasse. pro hat die wichtigsten Pressestimmen zusammengefasst.
    Der in der Schweiz in religiösen Fragen erzielte Kompromiss sei wohlerwogen, befindet Thomas Schmid. "Die Art des Zusammenlebens, die sie gefunden und erkämpft haben, halten sie für gut und bewahrenswert." In dem kantonal geprägten Staat gelte Veränderung nicht als etwas Erstrebenswertes und die Bevölkerung zögere den Status quo zur Disposition zu stellen. Selbst falls fremdenfeindliche Motive beim Votum eine Rolle gespielt haben könnten, sei die Schweiz ein Staat, dessen Bürger ihr Gemeinwesen ernst nähmen.
    "Man sollte aber anerkennen, dass hier eine Frage aufgeworfen wurde, die nicht überall eine Chance hat, in den öffentlichen Raum der Argumentation vorzudringen: die Frage, ob ein in Europa auf herkömmliche Weise inszenierter Islam nicht auch eine Gefahr für das prekäre Gleichgewicht aller säkularisierten Gesellschaften darstellen kann", sagt Schmid, ob hinter dem Votum nicht auch Erwägenswertes stehen könnte.
    "Tagesspiegel"-Redakteur Jost Müller-Neuhof sieht den Medienrummel kritisch: "Wie kann es sein, dass wir ein Minarettverbot als Verstoß gegen die Religionsfreiheit in der Schweiz kritisieren, wir uns aber andererseits von den Kirchen vorschreiben lassen müssen, wie besinnlich die Adventssonntage in Berlin zu bleiben haben?" Damit verweist er auf das jüngste Urteil des Bundesverfassungsgerichts in Karlsruhe. Die Richter hatten entschieden, dass die Ladenöffnung an Sonntagen nur eine Ausnahme vom grundgesetzlichen Sonntagsschutz darstellt und nicht zur Regel werden dürfe.
    Sehr islamkritisch kommentiert der Münchner Politikwissenschaftler Hamed Abdel-Samad das Thema im "Tagesspiegel": "Europa hat Angst vor dem Islam, und Moslems wissen nicht, wie sie darauf reagieren können. Die Maulkörbe, die die Muslime den Islamkritikern zu verpassen versuchten, bewirkten genau das Gegenteil. Die islamische Überempfindlichkeit gegenüber Kritik führte zur Entstehung einer verkrampften Streitkultur, wo deutliche Meinungen unerwünscht waren."
    Asymmetrie beim Verbot von Religionen
    Aus Sicht des Journalisten Henryk M. Broder habe sich die Schweiz als erste europäische Nation in einer freien Abstimmung gegen die "Islamisierung ihres Landes" entschieden. "Aber nicht gegen die Religionsfreiheit oder den Islam als Religion. Nur gegen eine Asymmetrie der Verbote für Religionen im Orient und Okzident." Und damit, wie Broder schreibt, gegen eine Asymmetrie, die auch in anderen Ländern als naturgewollt hingenommen wird.
    Die wirklichen Verlierer der Abstimmung seien nicht die Moslems, die weiterhin ihre Religion praktizieren könnten. Die wirklichen Verlierer seien die "Gutmenschen, die eine andere Kultur immer verteidigenswerter finden als die eigene, und die Trittbrettfahrer, die schon immer für totalitäre Versuchungen anfällig waren."
    FAZ-Redakteur Jürg Altwegg stellt in Frage, ob die Abstimmung letzten Endes verfassungsrechtlich durchsetzbar sein wird. Aus seiner Sicht sei das "idiotische Ansinnen eine reine Provokation zur Profilierung der Schweizerischen Volkspartei (SVP)" gewesen. "Ich bin aber auch der Überzeugung, dass es keine vom Volk abgesegnete permanente und pauschale Baubewilligung braucht." Genauso wie man von Minderheiten in der Fremde eine gewisse Zurückhaltung erwarte, sollten sie als "Zeichen ihrer Integration und aus Sorgen um den innenpolitischen Frieden ihrer neuen Heimat freiwillig auf den Bau von Minaretten verzichten", so Altwegg.
    Tiefe Kluft zwischen öffentlicher und veröffentlichter Meinung
    Die Frage nach der Integration und den bestehenden Realitäten sei "eine landesweite Debatte wert, nicht aber der Bau von Minaretten, von denen es in der Schweiz im Übrigen nur vier gibt", schreibt der Redakteur der "Frankfurter Rundschau" Thomas Schmid.
    Aus Sicht von Hans-Jürgen Jakobs, "Süddeutsche Zeitung", zeige das Abstimmungsergebnis die "tiefe Kluft zwischen veröffentlichter und öffentlicher Meinung, zwischen dem politisch für vernünftig Gehaltenen und der wirklichen Meinung der Leute. Der Staat tickt anders, als jene, die den Staat ausmachen."
    Für Andreas Zumach, UN-Korrespondent der Tageszeitung "taz" in Genf, ist dies eine Initiative, die auf eine zunehmend verunsicherte Schweizer Bevölkerung gemünzt ist." Die Initiative für das Minarettverbot habe ein "kommodes Feindbild", das die Initiatoren zu weiteren Schritten veranlassen werde. "Und auch in anderen Ländern Europas dürfte die Hetze gegen den Islam, gegen Muslime und Musliminnen nach dieser traurigen Schweizer Vorleistung zunehmen."
    Knapp 58 Prozent der Schweizer Bevölkerung hatten den Neubau von Minaretten in der Volksabstimmung abgelehnt. Damit unterstützten sie die Volksinitiative der Schweizerischen Volkspartei (SVP) und der Eidgenössisch-Demokratischen Union (EDU). In den vergangenen Monaten war der Volksabstimmung eine breite gesellschaftliche Debatte vorausgegangen. (pro)  
     


    1. PRO - "Bild" über die Gefahr, Christ zu sein
      Das Minarett-Verbot in der Schweiz hat viel Kritik seitens islamischer Gemeinschaften ausgelöst. Doch wie steht es um die Religionsfreiheit in islamischen Ländern? Dieser Frage geht der Theologe Thomas Schirrmacher in der "Bild"-Zeitung nach.
      Das Minarett-Votum in der Schweiz hat Empörung ausgelöst. In vielen arabischen Ländern aber werden Christen unterdrückt. 
      Das Minarett-Votum in der Schweiz hat Empörung ausgelöst. In vielen arabischen Ländern aber werden Christen unterdrückt. - Quelle:
      Mckay Savage
      "Die Türkei, Malaysia, Iran, Jordanien, Saudi-Arabien, Marokko sind - in verschiedenen Abstufungen - noch immer meilenweit von religiöser Toleranz entfernt, wie wir sie in Mitteleuropa kennen", sagt Schirrmacher in der aktuellen Ausgabe der "Bild". "Die wenigsten islamischen Länder kennen echte Religionsfreiheit." In der Türkei herrsche offiziell Religionsfreiheit, aber eben nur auf dem Papier. Oft würden Christen in der Türkei "behindert, verfolgt, bespitzelt und in seltenen Fällen sogar mit dem Tode bedroht", schreibt "Bild".
      Zudem sei es christlichen Gemeinden in der Türkei verboten, sich Grundstücke oder Häuser zu kaufen. Aus diesem Grund müsse die deutsche evangelische Gemeinde in Ankara ihre Gottesdienste auf dem Gelände der Deutschen Botschaft halten. Bereits "bestehende Einrichtungen werden systematische dem Verfall preisgegeben", sagt Schirrmacher.
      In Saudi-Arabien sei es sogar verboten, ein Kreuz oder eine Bibel mit sich zu führen. Auch in der eigenen Wohnung sei das Beten nicht erlaubt, so "Bild". Wer hingegen im Iran zum Christentum konvertiere oder für das Christentum "werbe", könne mit dem Tode bestraft werden. Aus diesem Grund treffen sich die Christen dort in Verstecken.  

    2. PRO - Auge um Auge
      "Wie du mir, so ich dir" scheinen viele zu denken, die das Minarett-Urteil in der Schweiz gut heißen. Auch wenn ein gewisser Vorbehalt gegen den Bau von Moscheetürmen im Nachbarland angebracht sein mag - ein Vergleich der Schweizer Muslime mit unterdrückten Christen in der arabischen Welt, sollte nicht als Grundlage einer politischen Entscheidung dienen.
     
  • BASLERZEITUNG UND WEITERE STIMMEN AUS DER SCHWEIZ...
    BASLERZEITUNG
    -
    «Unser Krieg wird weitergehen»
    Moscheen statt Motorräder: Schweizer Websites werden nach dem Ja zum Minarettverbot Opfer virtueller Schmierereien. Bundesbern «beobachtet die Entwicklung ganz genau».
     
    Moscheen statt Motorräder: Die gehackte Site Harley-davidson-club.ch. - Foto: Harley-davidson-club.ch
    bazonline.ch/Newsnetz-Leser Arthur Meyer staunte heute Morgen nicht schlecht. Als er wie gewohnt auf seinem Computer die Startseite der Dampfbahn Furka-Bergstrecke aufrief, bekam er statt eines winterlichen Bergpanoramas eine Moschee mit vielen Minaretten zu Gesicht: Die Site wurde von islamistischen Hackern angegriffen.
    Ebenfalls ins Visier von Cyberkriminellen ist die Site Harley-davidson-club.ch geraten. Laut einem Bericht von Zisch.ch geht seit dem späten Vormittag auch auf der Homepage der SVP des Kantons Luzern nichts mehr. Sie wurde im Namen einer «1923 Turk-Grup» geentert (siehe Diashow).
    Defacements haben Tradition
    Sie sind die neuesten Opfer frustrierter Webkrimineller, welche seit Anfang Woche rund 300 Websites attackiert haben, wie 20min.ch herausgefunden hat. Laut diesem Bericht sind Seiten wie Boutiq.ch, Fruitcake.ch oder Bahnhoefli-bar.ch betroffen. Die Sites werden von Kreativ Media GmbH in Zürich gehostet. Das Unternehmen wollte zu diesem Problem auf Anfrage von bazonline.ch/Newsnetz keine Stellung nehmen.
       
     


    1. Die Aufrufe verschiedener Politiker, nach dem Minarett-Verbot Geld von den Schweizer Banken abzuziehen, könnte Folgen haben. Zumindest gibt es entsprechende Befürchtungen.
      Schlechte Nachrichten für den Finanzplatz: Zürcher Paradeplatz. 
      Schlechte Nachrichten für den Finanzplatz: Zürcher Paradeplatz. - Bild: Keystone
      Die Schweizerische Bankiervereinigung (SBVg) fürchtet, dass gewisse muslimische Kunden die Bank oder den Finanzplatz wechseln könnten. Das sagte SBVg-Geschäftsführer Urs Roth am Donnerstag im Nachgang zur Annahme des Minarett-Verbots in der Schweiz. Es sei allerdings zu früh abzuschätzen, wie sich die Situation entwickeln werde, erklärte Roth vor Schweizer Medienschaffenden weiter.
      Am Mittwoch hatte der türkische Europaminister Egemen Bagis wohlhabende Muslime in aller Welt aufgerufen, ihre Vermögen aus der Schweiz abzuziehen und in der Türkei anzulegen. Ähnliche Äusserungen machten der grüne Europapolitiker Daniel Cohn-Bendit und andere Politiker. Heute erklärte Bagis, er hoffe, dass die Schweiz das Abstimmungsresultat korrigieren werde. «Ich glaube nicht, dass grundlegende Menschenrechte einer demokratischen Volksabstimmung unterzogen werden sollten. Ich denke, das ist dumm», wird Bagis von der österreichischen Presseagentur APA zitiert.
      Das Votum, bei dem sich am Sonntag eine Mehrheit der Schweizer für ein Bauverbot von Minaretten ausgesprochen hat, stehe nicht in der Tradition der Schweiz, sagte Bagis. «Ich hoffe, die Schweiz wird nicht ein Freilichtmuseum der Intoleranz im Herzen Europas.» 
       
       

      1. Noch sind es erst Drohungen: Doch die Aufrufe, die Schweiz wirtschaftlich zu schädigen, werden lauter. Es geht um 14 Milliarden an Exporten und fast 50 Milliarden an Kundengeldern auf Banken.
        Der Bundesrat warnte bereits im Frühling, dass ein Ja zur Anti-Minarett-Initiative auch wirtschaftliche Folgen haben könnte. «Für die Standortpromotion sowie die Exportförderung bestehen gewisse Risiken hinsichtlich eines Imageverlustes der Schweiz», betonte die Landesregierung anlässlich einer Antwort auf eine Interpellation von Nationalrätin Kathy Riklin (CVP, ZH).  
        Es lasse sich nicht ausschliessen, dass muslimische Länder wirtschaftliche Vergeltungsmassnahmen gegen die Schweiz oder Schweizer Unternehmen ergreifen oder dass muslimische Konsumentinnen und Konsumenten Schweizer Produkte boykottieren.
         
        Türkei, Syrien 
         
        Dieses Szenario wird immer realistischer, wie die Reaktionen der letzten Tage aus muslimischen Ländern zeigen. Die arabischen Staaten reagierten wegen der mehrtägigen Ferien zum islamischen Opferfest erst etwas verspätet auf die Abstimmung. Doch der Tonfall wird immer schärfer.  
        So ruft der türkische Europaminister Egemen Bagis wohlhabende Muslime in aller Welt dazu auf, ihre Vermögen aus der Schweiz abzuziehen und in der Türkei anzulegen. Würden sich sämtliche angesprochenen Muslime an diese Weisung halten, würde dies einen Abfluss von fast 50 Milliarden Franken zur Folge haben (siehe Tabelle). Zu einer Kampagne gegen die Schweiz rief auch die Führung der syrischen Republik, die ebenso wie die Türkei eigentlich eine säkularer Staat ist. Samira al-Maslame, die Chefredaktorin der regierungsnahen syrischen Tageszeitung «Teshreen», fordert einen arabischen Boykott von Schweizer Waren. 

         
      2. BASLER ZEITUNG -«Die Kassen der Schweiz leeren: Das ist es, was man tun müsste»
        Nach dem Minarett-Verbot schimpft der linke Europapolitiker Daniel Cohn-Bendit über die Schweiz. Er fordert eine neue Abstimmung und hat einen Rat für reiche Muslime.
        «Die Schweizer müssen nochmals abstimmen»: Daniel Cohn-Bendit.
        «Die Schweizer müssen nochmals abstimmen»: Daniel Cohn-Bendit. - Bild: Keystone
        Daniel Cohn-Bendit rät reichen Muslimen, ihr Geld von den Schweizer Banken abzuziehen. «Dies wäre die grossartigste aller Antworten auf das Minarett-Verbot», sagte der Fraktionspräsident der Grünen im EU-Parlament und frühere Studentenführer in einem Interview der Westschweizer Tageszeitung «Le Temps». «Die Kassen der Eidgenossenschaft leeren: Das ist es, was man tun müsste. Auf dass Saudiarabien oder die Vereinigten Arabischen Emirate Euren Finanzplatz verlassen.» Cohn-Bendit erinnerte an Druck des US-Fiskus in der UBS-Affäre. Wenn diese Abstimmung wirtschaftliche Konsequenzen habe, würden es die Schweizer verstehen.
        Aufgabe der politischen Elite sei es, die Bevölkerung für eine neue Abstimmung zu mobilisieren. Vor der Angst im Volk zu kapitulieren, wäre eine Niederlage für alle Demokraten. «Die Schweizer müssen nochmals abstimmen», forderte Cohn-Bendit. Jetzt sei in der Schweiz der Moment für eine grosse Debatte über die Einwanderung gekommen.
        Egoismus der Reichen
        Nach Ansicht von Cohn-Bendit darf das Minarett-Verbot von der EU nicht ignoriert werden. «Man kann die bilateralen Beziehungen nicht weiterführen, als ob nichts geschehen wäre.» Wenn die neue EU-Aussenministerin Catherine Ashton für die Religionsfreiheit in Europa einstehe, so wie sie es tun sollte, müsse sie deutlich Stellung beziehen gegen das Schweizer Minarett-Verbot. 

      3. 20minuten - Ein Wirtschafts-Jihad kostet Milliarden
        Sechs Prozent der Schweizer Pharmaexporte gehen in muslimische Länder, wobei die Türkei, Saudi-Arabien und der Iran die wichtigsten Abnehmer sind. ...

      4. DiePresse.com - Minarettverbot: Boykottaufrufe machen Schweiz langsam nervös
        Für die Wirtschaft steht viel auf dem Spiel. Allein vergangenes Jahr wurden Waren im Wert von rund zehn Milliarden Euro in islamische Länder exportiert. ...

    2. Welt Online - Die Schweiz und die Religionsfreiheit
      Seit Monaten etwa sitzt die Führungsriege der Bahai im Ursprungsland dieser Weltreligion, im Iran, unter obskuren Anschuldigen in Haft, ohne dass dies mehr ...

    3. BASLERZEITUNG - «Die Schweiz ist eine vorbildliche Demokratie»
      Der ägyptische Bestsellerautor Alaa Al-Aswani sieht die Ursache für das Ja zur Minarett-Initiative bei den Muslimen. Es sei falsch, zu denken, die Hälfte der Schweizer seien Rassisten.
      Alaa Al-Aswani (52) ist von Beruf Zahnarzt. Bekannt wurde er 2002 durch seinen Roman «Der Jakoubijan-Bau». Das Werk zeichnet einen Mikrokosmos von der ägyptischen Gesellschaft, die von Unterdrückung und Machtmissbrauch geprägt ist. Das Buch wurde in der arabischen Welt zu einem Bestseller und ist auch ins Deutsche übersetzt.  
      Alaa Al-Aswani (52) ist von Beruf Zahnarzt. Bekannt wurde er 2002 durch seinen Roman «Der Jakoubijan-Bau». Das Werk zeichnet einen Mikrokosmos von der ägyptischen Gesellschaft, die von Unterdrückung und Machtmissbrauch geprägt ist. Das Buch wurde in der arabischen Welt zu einem Bestseller und ist auch ins Deutsche übersetzt. 
       
      Herr Aswani, die Schweizer haben per Referendum den Bau von Minaretten mit überraschend klarer Mehrheit verboten. Was bedeutet diese Entscheidung?
      Ich bin nicht überrascht. Ich war erst kürzlich in der Schweiz zu einer Lesung. Es ist falsch, zu denken, die Hälfte der dortigen Bürger seien Rassisten. Sie haben vielmehr Angst vor einer Religion, von der sie praktisch nichts wissen, und die in den Medien nur noch in Verbindung gebracht wird mit Terrorismus und Bomben. Zudem wird das Bild des Islam in Europa sehr geprägt von der wahhabitischen Strömung aus Saudiarabien, die extrem engstirnig und aggressiv ist. Wir übrigen Muslime haben bei der Aufgabe versagt, das wirkliche Gesicht des Islam zu vermitteln, seine Toleranz und seine Offenheit.
       
      Ist die Schweizer Entscheidung Indiz für wachsende anti-islamische Ressentiments?
      Wir müssen diese Abstimmung sehr ernst nehmen. Die Schweiz ist ein multikulturelles Land im Herzen von Europa. Hier leben Menschen in vier Sprachen zusammen. Die Schweiz ist eine vorbildliche Demokratie. Insofern zeigt das Votum klar, wie die Menschen in Europa inzwischen denken. Was in der Schweiz geschehen ist, kann in jedem anderen Land passieren. Ich habe keinen Zweifel, in Deutschland hätten noch mehr Leute gegen Minarette gestimmt. 
       
      Was müssen die Muslime besser machen?
      Man kann von niemandem in Europa erwarten, dass er sich in seinem Leben genaue Kenntnisse über den Islam aneignet. Wie der Islam in der Welt wahrgenommen wird, das ist primär unsere Verantwortung.
      Ich habe den Mufti von Ägypten vor Wochen aufgefordert, einen Professor für islamische Zivilisation in die Schweiz zu schicken, damit er den Menschen dort die Bedeutung des Minaretts erklärt. Minarett bedeutet in der arabischen Sprache ‹Ort des Lichtes›, es ist kein Kriegssymbol und hat nichts mit Gewalt zu tun.
       
      Was war die Reaktion des Muftis?
      Nichts. Er hat einen Beobachter für das Referendum entsandt, der Mann traf am Sonntag in der Schweiz ein - sozusagen nach der Abstimmung. Zum Referendum gab es ein Plakat mit Minaretten als Raketen und mit einer Frau, die voll verschleiert ist. Wir müssen dem Schweizer Volk erklären, dass die Verschleierung von Frauen nichts mit dem Islam zu tun hat. Das sind Traditionen aus der Wüste. Der Islam hat Frauen niemals vorgeschrieben, ihr Gesicht zu verdecken.
       
      Wie aber soll diese Aufklärung Europas konkret stattfinden? Muss es mehr Zentren für islamische Kultur geben, mehr Institute für interreligiösen Dialog?
      Wenn das die arabischen Regierungen machen, wird daraus nichts. Sie sind viel zu bürokratisch und korrupt. Es gibt ja schon viele Moscheen und muslimische Zentren in Europa, aber die sind dominiert von wahhabitischen Strömungen und finanziert von saudischem Ölgeld.  
       

    4. WOZ - Minarettverbot - Zum Schutz von Weib und Kind? - Von Dorothee Wilhelms
      Was uns das Votum der Stimmbevölkerung sagt.
      «Die direkte Demokratie spiegelt die gesellschaftlichen Verhältnisse, sie ist nicht ihre Ursache», sagt Martin Bühler, Generalsekretär von IRI Europe, einem transnationalen Thinktank für direkte Demokratie. Nach der Minarettverbotsabstimmung vom letzten Wochenende. muss das laut gesagt werden.
      Die Mehrheit der abstimmenden Stimmbevölkerung hat auf demokratischem Weg die muslimische Minderheit diskriminiert, die im gesamten Ausland als gemäs­sigt bekannt ist. In der Schweiz scheint das anders zu sein, denn hier hat vielleicht das Pamphlet der Frauenliteraturautorin Julia Onken sogar das Stimmverhalten von Feminis­tinnen und anderen Frauen beeinflusst, die sonst nicht ausländerfeindlich abstimmen. Dagegen hatte sich etwa der feministische interreligiöse Thinktank (www.interrelthinktank.ch) gewendet, aber wohl erfolglos. Noch sind die Analysen nicht veröffentlicht, nur die Befürchtungen.
      Wieso sind Onkens Brandsätze über die inferiore Stellung der Frau im Islam, die durch Minarette zementiert würde, überhaupt veröffentlicht worden? Onken schreibt in der Sonderausgabe ihres Newsletter 11-2009: «Der Koran, der für Moslems als Gesetzesquelle gilt, schreibt frauenfeindliche und Frauen verachtende Regeln vor, zum Beispiel Verhüllung des ganzen Körpers ausser Hände und Gesicht, Zwangsheirat, Ehrenmord, Züchtigung durch den Ehemann bei Ungehorsam. Moscheen sind Männerhäuser, Minarette sind männliche Machtsymbole. Mit dem Bau von Minaretten wird gleichzeitig ein sichtbares Zeichen für die staatliche Akzeptanz der Unterdrückung der Frau gesetzt.» 


    5. FR-online.de - Der nächste Volksentscheid Schweiz will Burka verbieten
      Die Burka sei "gleichbedeutend mit islamischem Fundamentalismus", sagte CVP-Parteichef Christophe Darbellay der "Basler Zeitung". Zwar gibt er zu, ...


      1. BASLERZEITUNG - «Ein Verbot der Burka finde ich selbstverständlich»
        Das Minarett-Verbot macht im Ausland keineswegs bloss Rechtspopulisten hellhörig. Feministin Alice Schwarzer glaubt, dass der Entscheid für Europa Signalwirkung haben wird. Und sie weiss, was noch zu tun ist gegen die Islamisierung.
        «Der Kampf beginnt bei der Akzeptanz der Demokratie und ungeschränkter Menschenrechte für alle»: Frauen in Afghanistan.
        «Der Kampf beginnt bei der Akzeptanz der Demokratie und ungeschränkter Menschenrechte für alle»: Frauen in Afghanistan. - Bild: Keystone
        Frau Schwarzer, das Schweizer Volk entschied am vergangenen Wochenende, den Bau weiterer Minarette zu verbieten. War dieser Entscheid richtig?
        Alice Schwarzer: So weit konnte es überhaupt nur kommen, weil alle Parteien in der Schweiz, von links bis rechts, das berechtigte Unbehagen der Menschen über die fortschreitende Islamisierung ignorieren. Ich persönlich finde das Verbot der Minarette heikel – die Debatte über deren Funktion jedoch richtig.
        <b>Alice Schwarzer, </b>66, ist seit über 30 Jahren Deutschlands einflussreichste Feministin. 1975 veröffentlichte sie den Bestseller «Der kleine Unterschied - und seine grosse Folgen». 1977 gründete Schwarzer die feministische Zeitschrift «Emma», deren Chefredaktorin und Verlegerin sie bis heute ist. Schwarzer ist eine frühe und unerschrockene Warnerin vor dem Islamismus, in dem sie den «Faschismus des 21. Jahrhunderts» erkennt. 
        Alice Schwarzer, 66, ist seit über 30 Jahren Deutschlands einflussreichste Feministin. 1975 veröffentlichte sie den Bestseller «Der kleine Unterschied - und seine grosse Folgen». 1977 gründete Schwarzer die feministische Zeitschrift «Emma», deren Chefredaktorin und Verlegerin sie bis heute ist. Schwarzer ist eine frühe und unerschrockene Warnerin vor dem Islamismus, in dem sie den «Faschismus des 21. Jahrhunderts» erkennt. (Bild: Keystone)
        Denken Sie, dass dem Schweizer Verbot eine Signalwirkung zukommt? Dass in weiteren europäischen Ländern ähnliche Schritte zu erwarten sind?
        Der politisierte Islam unterscheidet nicht zwischen Staat und Religion, er entrechtet nicht nur die Frauen und agitiert offensiv. Das ist auch und vor allem für die Mehrheit der MuslimInnen ein Problem. Ich gehe also davon aus, dass die Stimmung in Deutschland ganz ähnlich ist wie die in der Schweiz. Doch auch hierzulande ist eine kritische Debatte über diese Entwicklung leider weitgehend tabuisiert. Was sich rächt, wie wir sehen. Denn dann schlägt die Stunde der Populisten.
        Sie nennen den Islamismus, also den fundamentalistischen Islam, den «Faschismus des 21. Jahrhunderts». Sollen weitere Verbote erlassen werden: ein Burka-Verbot? Oder ein Verbot von Kopftüchern in Schulen oder am Arbeitsplatz?
        Der Kampf beginnt bei der Akzeptanz der Demokratie und ungeschränkter Menschenrechte für alle. Das Verbot der Burka in unseren Ländern finde ich selbstverständlich, es ist schon tragisch genug, dass die Frauen in den islamistischen Ländern sie tragen müssen. Und was das Kopftuch für Schülerinnen angeht: Dessen Verbot, also Freiheit für alle Schülerinnen wenigstens in der Schule, hat die Zeitschrift «Emma» gerade in einer Titelgeschichte gefordert.
         
        1. Badische Zeitung - Burka-Verbot soll folgen

  • STIMMEN AUS ÖSTERREICH... 
    STANDARD -
    "Der Islam verletzt Rechte der Frauen" - Die prominente Schweizer Feministin Julia Onken in einem Interview mit der "Welt"
    Das Minarett ist ein politisches Symbol für eine Rechtsordnung, in der Frauenrechte nicht vorkommen, und somit ein Zeichen für staatliche Akzeptanz der Unterdrückung der Frau. (...) Eine Lehrerin etwa darf nicht sagen, dass es sie stört, wenn ein muslimischer Junge ihr antwortet, Du hast mir nichts zu befehlen. du bist eine Frau. Eine Sozialarbeiterin darf nicht sagen, dass es sie kränkt, wenn ein muslimischer Mann ihr nicht die Hand geben will. Ein Polizist darf nicht sagen, welche Nation für ein Verbrechen in Frage kommt. Deshalb hat sich etwas zusammengebraut. Hier wird ein ethischer Grundwert verletzt. Nämlich der Grundwert der Wahrhaftigkeit. Menschen möchten das sagen können, was sie empfinden. aber jeder, der dazu ansetzte, wurde gleich in die fremdenfeindliche ecke gestellt. Deswegen haben sie geschwiegen und die Faust im Sack geballt....   
     


    1. STANDARD - "Piratenchef" fordert Respekt für die Schweiz - Aus einem Blog-eintrag des Parteivorsitzenden der deutschen "Piratenpartei" Aaron König
      Wer aus dem deutlichen Ergebnis des Volksentscheides folgert, dass die absolute Mehrheit der Schweizer aus "Ausländerfeinden" und "Rassisten" besteht, macht es sich zu einfach - und beleidigt damit unsere Schweizer Nachbarn. Es mag solche bedauernswerten Menschen geben, denen alles Fremde suspekt ist und die andere Kulturen und Lebensweisen nicht respektieren - aber ich denke, sie sind eine kleine Minderheit, nicht nur in der Schweiz..
      Es ging bei diesem Schweizer Volksabstimmung natürlich auch nicht wirklich um Bauwerke, die sind lediglich Symbole. In der Mehrheitsentscheidung der Eidgenossen drückt sich vielmehr ein Unbehagen gegen eine politische Bewegung mit Allmachtsanspruch aus, die die Gleichberechtigung der Geschlechter, die pluralistische Gesellschaft und die Demokratie explizit ablehnt. 
       

    2. STANDARD - Eine vernüftige Entscheidung - Die Toleranz ist nur so viel wert wie ihre Motive - von Waltraud Prothmann
      Eine Freundin, Hebamme im LKH Salzburg, beklagte sich bitter über das anmaßende Auftreten werdender Väter, wenn ihre Ehefrauen zur Entbindung kommen. Den Frauen werde verboten, mit dem Arzt oder der Hebamme selbst zu sprechen; der Mann beantworte die Fragen. Oft wäre den Frauen auch gar nicht möglich, ihre Symptome zu beschreiben, weil sie kein Wort einer gängigen Sprache beherrschten.
      Warum haben gebildetere Leute eine solche Scheu, zu ihrer - vielleicht doch berechtigten - Befremdung zu stehen, wenn Immigranten, die hier leben möchten, sich den Gepflogenheiten unserer westlichen Demokratie gegenüber völlig unangemessen verhalten? Warum artikulieren und diskutieren wir unsere Wünsche und Vorstellungen nicht eingehend und ausdauernd mit den zugezogenen Menschen aus Ägypten, Indonesien, den arabischen Emiraten, etc. auf entsprechendem Niveau? Warum geschieht das so unzureichend und verklemmt?
      'Wir können es uns nicht leisten und auch nicht verantworten, diese Auseinandersetzung einer niederträchtig agierenden, hemmungslos nationalistischen Truppe zu überlassen, die dieses diffuse Unbehagen für ihre fragwürdigen Ziele missbraucht. Wer mit diesem Pack nichts zu tun haben will, darf dennoch einigen hysterisch vor sich hinfrömmelnden Muslimen eine zeitgemäße Aufklärung entgegensetzen. Ich glaube nicht, dass sich die Schweizer vor einer "Islamisierung" fürchten und ich glaube auch nicht, dass dies in Deutschland oder Österreich der Fall ist. Es geht um etwas anderes, psychologisch recht einfach zu Erklärendes: Es kann gar nicht anders sein, als dass man unangenehm und aufdringlich empfindet, wenn Menschen aus einem anderen Kulturkreis gleich schon mal das Recht auf eine unübersehbare, die einheimischen Bürger belästigende Ausübung ihrer religiösen Überzeugungen fordern. Was ist von Muslimen zu halten, die ein "Zeichen des Hasses" darin erblicken und mit " blanker Wut" darauf reagieren, dass ein Land, das sie aufgenommen hat, mehrheitlich den legitimen Wunsch verteidigt, von ihrer Religiosität nicht bedrängt zu werden. Was ist so beleidigend an dem Wunsch, sie möge ein wenig diskreter ausgeübt werden? Das Minarett ist die Plattform für den Muezzin und den politischen Islam, der sich zu einer brutalen Unterdrückung der Frauenrechte verstiegen hat, wie es das Christentum zum Glück seit dem Mittelalter nicht mehr wagt. Es scheint eine vernünftige und ethisch durchaus vertretbare Entscheidung der Schweizer zu sein, solche Projekte zu verhindern. 

    3. DIE PRESSE - Fischer: Minarett-Verbot wäre verfassungswidrig
      Bundespräsident Fischer will mit allen Möglichkeiten darauf achten, dass die Glaubensfreiheit respektiert wird. Ein Minarettverbot in Österreich wäre seiner Ansicht nach ebenso rechtswidrig wie ein Kirchturmverbot.
      Bundespräsident Heinz Fischer hat sich in die Debatte um das Schweizer Minarett-Verbot eingeschalten. Er sieht sich als Hüter der Religionsfreiheit. Fischer will "mit allen meinen Möglichkeiten" darauf achten, dass die verfassungsrechtlichen Garantien für die Glaubensgemeinschaften respektiert werden, wie er bei der Präsentation des Integrationsprojekts "projektXchange" am Mittwoch in Wien betonte.

    4. Salzburger Nachrichten - Klare Mehrheit in Österreich gegen Minarett-Verbot
      Die iranische Regierung zitierte indes am Samstag als Reaktion auf die schweizerische Volksabstimmung über ein Minarettverbot den Schweizer Botschafter in ...

    5. DiePresse.com - Niederösterreich: Freiheitliche wollen Minarettverbot
      St. Pölten (APA). Die niederösterreichischen Freiheitlichen fordern eine „Neuregelung hinsichtlich Bauten von außergewöhnlicher Architektur oder Größe sowie ...
  • Französische Stimmen...
    RP ONLINE -
    Islam beunruhigt fast jeden zweiten Franzosen
    Beflügelt durch das Schweizer Minarett-Verbot häufen sich die rechtsradikalen Einträge auf einer von der Regierung eingerichteten Internet-Seite. ...


    1. derStandard.at - Sarkozy äußert Verständnis für Minarett-Verbot
      Die Schweizer Regierung zeigte sich am Dienstag nach dem Entscheid für ein Minarettverbot ratlos und mit Schadensbegrenzung beschäftigt. ...

    2. Basler Zeitung - Nun streiten Franzosen über Minarette
      ... den Puls des Volkes zu fühlen, und siehe da: 46 Prozent der befragten Franzosen sind ebenfalls für ein Minarettverbot, nur 40 Prozent dagegen. ...

    3. derStandard.at - Indirekte Wege zum Minarettverbot
      Bern/Wien - In Frankreich sorgt nach dem Votum zum Minarettverbot in der Schweiz eine repräsentative Umfrage für Aufsehen: 42 Prozent der Franzosen lehnen ...
  • Reaktionen aus dem Iran...
    YNET
    - Iran warns Swiss over minaret ban - Iranian foreign minister warns Swiss of 'consequences' over minaret ban; 'values such as tolerance, dialogue and respecting others’ religions should never be put to referendum,' he says
    Iran warned Switzerland on Saturday of “consequences” over a referendum banning the building of new mosque minarets and urged Bern not to enforce the ban, the official IRNA news agency reported.
    The vote went “against the prestige of a country which claims to be an advocate of democracy and human rights,” Foreign Minister Manouchehr Mottaki told Swiss counterpart Micheline Calmy-Rey in a telephone call, quoted by IRNA.
    Mottaki said last week’s referendum would “damage Switzerland’s image as a pioneer of respecting human rights among Muslims’ public opinion.”
    “Values such as tolerance, dialogue and respecting others’ religions should never be put to referendum,” he argued, warning Switzerland of the “consequences” of anti-Islamic acts, IRNA reported...


    1. AFP - Iran kritisiert Schweiz wegen Minarett-Referendums
      Teheran — Der Iran hat scharfe Kritik am Schweizer Minarett-Verbot geübt, für das sich die Mehrheit der Bevölkerung am vergangenen Sonntag ausgesprochen ...
  • Reaktionen aus Lybien...
    BASLERZEITUNG - Libyen: Uno soll Schweizer Standort aufgeben
    Libyen hat die Vereinten Nationen aufgefordert, ihren europäischen Hauptsitz von der Schweiz in ein anderes Land zu verlegen – wegen der Abstimmung zur Minarett-Initiative.
    Will den Druck auf die Schweiz erhöhen: Muammar al-Ghadhafi. 
    Will den Druck auf die Schweiz erhöhen: Muammar al-Ghadhafi. (Bild: Keystone)
    Nach dem Nein des Schweizervolks zu Minaretten findet Tripolis den Uno-Standort Genf nicht mehr angebracht. Das Begehren wurde am Donnerstag in der arabischen Zeitung «Al-Sharq al-Awsat» veröffentlicht und stammt vom Generalsekretariat des internationalen islamischen Volkskommandos – einer Instanz, die vom libyschen Machthaber Muammar al-Ghadhafi dirigiert wird.
    Ein offizielles Begehren sei bei der Uno deponiert worden, heisst es im Communiqué des Volkskommandos. Libyen hatte bereits in diesem Herbst die Uno aufgefordert, den «Schurkenstaat» Schweiz aufzulösen und das Gebiet an die Nachbarländer zu verteilen. Das Begehren wurde abgewiesen, weil es gegen die Charta der Vereinten Nationen verstösst.  
  • Reaktionen aus der Türkei...
    TURKISHPRESS
    -
    Minarett-Verbot löst Pöbeleien aus - Das Schweizer Votum gegen den Bau von Minaretten, hat weltweit einen Proteststurm ausgelöst.
    Ministerpräsident Erdogan kritisierte die Entscheidung als "zunehmende rassistische und faschistische Haltung in Europa". Die UNO-Menschrechtskommisarin Navi Pillay, wohlgemerkt keine Türkin, findet die Schuld in einer fremdenfeindlichen Panikmache. Der amtierende EU-Ratspräsident Carl Bildt, wieder erwarten kein Türke, sondern ein Schwede, erwartet sogar eine UNO-Einmischung und findet die Schweizer Präsidentschaftsperiode in dem Ministerkomitee für Menschenrechte in der UNO bemerkenswert.
    Schweizer die sich mit einem NEIN gegen das Votum gestellt hatten, finden noch deutlichere Worte: es Grenze an Rassismus, sogar von Rechtsradikalität und einem heiligen Krieg gegen Andersgläubige ist die Rede. Nur die Medien in Deutschland finden es absolut gerechtfertigt, dass allenfalls Erdogan in den Titelseiten namentlich erwähnt wird. Der Ministerpräsident eines Landes, dessen Religionsfreiheit doch so im argen liegt. Dieser Ministerpräsident kritisiert Europa bzw. die Schweiz. Unrechtmäßig und provokant, in den Augen der deutschen Redaktionsbüros und insbesondere in der "Mehrheitsgesellschaft". Es ist aber auch das einzige, was die Medien aufbieten können. Extremere Ansichten über Europa oder die Schweiz in Sachen Minarett-Verbot kann man aus der muslimischen Ecke kaum wahrnehmen. Keine Massendemonstrationen, keine Fahnen die brennen, kein verfolgter Schweizer in einem islamischen Land, der seinen Kopf für das Schweizer-Votum herhalten muss. Stattdessen ein türkischer Europaminister Bagis der fordert, dass die muslimischen Brüder Schweizer Konten überdenken. Nahezu krampfhaft wird dann versucht über Titel und Kurztext den Inhalt halbwegs reisserisch zu halten und als Topmeldung in den Nachrichtenverkehr zu bringen.
  • Reaktionen aus Jordanien...
    Basler Zeitung
    -
    Beschwerde aus Jordanien an den Schweizer Botschafter
    Nach dem Iran forderte auch die grösste Partei von Jordanien, dass die Schweiz das Minarett-Verbot wieder für ungültig erklärt. ...
  • Reaktionen aus Indonesien...
    Nachrichten.ch -
    Indonesien kritisiert Minarette-Bauverbot
    Fortsetzung Bus mit Pilgern in Damaskus explodiert - mehrere Tote Damaskus - Bei der Explosion eines iranischen Pilgerbusses an einer Tankstelle in der ...

     
  • Auswirkungen auf Juden....
    JTA -  Swiss leader calls for Jewish cemetery ban
    BERLIN (JTA) -- A mainstream Swiss political leader is calling for a ban on separate Muslim and Jewish cemeteries.
    Christophe Darbellay, president of the Christian Democratic People's Party of Switzerland, made the statement in a television interview Tuesday, two days after Swiss voters passed an initiative to ban minarets.
    The anti-minaret initiative came from the opposition ultra-conservative Swiss People's Party and other right-wing political organizations. Critics say Darbellay is starting a "crusade" to attract voters by proposing similarly xenophobic measures.
    Mainstream politicians and religious leaders across Europe have reacted with dismay to the anti-minaret vote.
    According to the Swiss online daily Tagesanzeiger, Darbellay also wants to ban the wearing of burkas, head-to-toe veils worn by some fundamentalist Muslim women.
    Darbellay reportedly said that existing cemeteries would not be affected by a ban, but that there should be no separate cemeteries in the future.
    The Swiss People's Party called for crackdowns on expressions of Muslim fundamentalism in 2006. Observers said the demand for separate  cemeteries is an escalation.


    1. 'I don't imagine that in this country, every religion or sect can have a separate cemetery in every town.'
    2. Blick Online - Darbellay entschuldigt sich in offenem Brief
      In einem Interview mit dem Aargauer Lokalsender «Tele M1» sagte CVP-Parteipräsident Christophe Darbellay, man sollte bei der Friedhofs-Frage «keine ...
      1. Tages-Anzeiger Online - Darbellay macht tiefen Bückling
  • Sonstige Reaktionen von jüdischer Seite...
    YNET -
    'Jews may be next target'
    European rabbis worried about rise in right-wing sentiment in wake of Swiss ban on building minarets; 'It's not just Muslims who are going to be targeted by extreme right,' rabbi conference official says
    Switzerland's ban on building minarets will fuel xenophobia and risks making Jews the next target of religious intolerance, according to European rabbis meeting in Moscow.
    The Conference of European Rabbis condemned the outcome of last Sunday's Swiss referendum in a resolution passed during their two-day meeting, international relations director Philip Carmel told Reuters on Thursday.
    "We don't have a situation of the extreme right in Europe attacking Jews because they are content to attack Muslims," he said. "But the Swiss example is classic: it's not just Muslims who are going to be targeted by the extreme right."
    Swiss voters approved a ban on building new minarets in a referendum, defying the government and parliament which had rejected the right-wing initiative as violating the Swiss constitution, freedom of religion and a cherished tradition of tolerance.
    Speaking after the conference ended, Carmel said any movement towards xenophobia or extreme nationalist sentiment was "bad for Jews", adding: "The growth of the far right legitimizes xenophobic opinion."
    The Conference, which represents over 800 rabbis in more than 40 countries, was concerned that Jews might be the next targets of a rise in right-wing sentiment aroused by the minaret ban, he said. 
     


    1. HA'ARETZ - Swiss Muslims gain support from unexpected source - rabbis
      Conference of European Rabbis condemn Swiss proposal to ban building of minarets.  


      1. YNET - European rabbis slam Swiss minaret ban  - During Moscow summit members of Conference of European Rabbis issue censure of Swiss referendum results endorsing ban on construction of minarets. 'Europe cannot beat radical Islam by knocking down minarets; moderate elements should be supported,' Rabbi Aba Dunner says
        Members of the Conference of European Rabbis (CER) issued a condemnation Wednesday of a minaret ban endorsed by the Swiss public. During a meeting in Moscow the rabbis declared the decision to be undemocratic for violating freedom of religion.
        Executive director of the CER Rabbi Aba Dunner commented on the rabbis' statement and noted that he opposed the ban not only due to the legal issues it posed, but since it reflected a fear of radical Islam....

    2. JÜDISCHE GEMEINDE ZU BERLIN - Presseerklärung Minarette
      Die Jüdische Gemeinde zu Berlin ist über das Votum der Schweiz, den Bau von Minaretten gesetzlich zu verbieten, beunruhigt.
      „Auch wenn wir in Deutschland nie wieder die staatlich gelenkte Diskriminierung bestimmter Bevölkerungsgruppen erleben werden, so ist es gerade für uns Juden auch weiterhin eine zentrale Aufgabe den Dialog und das Miteinander aller Menschen zu Fördern und zu Stärken. Vom Minarett-Verbot darf keine Signalwirkung nach Europa ausgehen!“ So Lala Süsskind.
      Ebenso lautet die Stellungnahme der Schweizer Jüdischen Gemeinschaften:
      Zürich, 1. Dezember 2009
      Der Schweizerische Israelitische Gemeindebund (SIG) und die Plattform der Liberalen Juden der Schweiz (PLJS) bedauern den Ausgang der Abstimmung über die Anti-Minarett-Initiative.
      Der SIG und die PLJS respektieren den Ausgang der Abstimmung über die Anti-Minarett-Initiative. Gleichzeitig drücken die beiden Dachverbände ihre Enttäuschung über die Annahme der Initiative aus und befürchten, dass diese zu einer Polarisierung in unserer Gesellschaft und zu einer Gefährdung des Religionsfriedens führen könnte.
      Mit der Annahme der Initiative wird die Religionsfreiheit verletzt. Die Initianten und ihnen nahe stehende Kreise nehmen den Ausgang der Abstimmung möglicherweise zum Anlass, weitere Vorstöße zu unternehmen, welche zu Einschränkungen der Religionsfreiheit führen können. Gegen solche Bestrebungen gilt es, Widerstand zu leisten.
      Die nun angenommene Verfassungsänderung löst keine Probleme, schon gar nicht jene, die zu den in der Bevölkerung bestehenden Ängste und Verunsicherungen Anlass geben. Diese Probleme müssen im ernsthaften politischen und interreligiösen Dialog angegangen werden auf der Grundlage der Werteordnung unseres Rechtsstaates.
    3. WJC - Condemnation around the world for Swiss vote to ban minarets
      Political leaders around the world, especially in Muslim countries, have condemned the decision by Swiss voters to ban the construction of minarets. UN High Commissioner for Human Rights Navi Pillay said the ban was "deeply divisive" and "clearly discriminatory", and it was at odds with Switzerland's international legal obligations. Sweden’s Foreign Minister Carl Bildt, who currently holds the presidency of the EU Council of Minister, wrote in his blog: "Questions could very well be raised within the UN about holding meetings and activities in Switzerland, even if the Geneva canton belonged to those which voted against the ban.” On Sunday, 57.5 percent of Swiss citizens voted in favor of a proposal that enshrines such in ban in the Swiss constitution.
      Turkey’s President Abdullah Gül called it a disgrace for Switzerland. “It is an example of the increasing hostility towards Muslims in the West,” he said. Turkish Prime Minister Erdogan said the referendum vote reflected an increasingly “racist and fascist stance” in Europe. Islamophobia was a "crime against humanity," just like anti-Semitism, he said. In Cairo, Egypt's Grand Mufti Ali Gomaa said the ban was an attack on freedom of religion and an attempt to "hurt the feelings of the Islamic community inside and outside Switzerland." He called on Muslims in Switzerland to take legal action to try and reverse the ban.
      Swiss Foreign Minister Micheline Calmy-Rey also expressed unease about Sunday’s vote and said the Swiss government was "very concerned" about the ban. "Each limitation on the co-existence of different cultures and religions also endangers our security," she said at an OSCE meeting in Athens, Greece, adding: "Provocation risks triggering other provocation and risks inflaming extremism.”
      Meanwhile, members of the Dutch parliament rejected a motion tabled by representatives of an orthodox Christian party calling for a minaret ban in the Netherlands

    4. ADL - Religious Freedom A Concern in Switzerland
      Religious Freedom A Concern in Switzerland
      Following a Swiss popular referendum that amended its constitution to ban the construction of minarets, the League urged the Swiss government to be vigilant in its commitment to ensuring freedom of religion. In a statement, Robert G. Sugarman, ADL National Chair and Abraham H. Foxman, ADL National Director said the “Swiss Muslim community fell victim to a populist political campaign of religious intolerance” and reiterated concern that those who initiated the anti-minaret campaign could try to further erode religious freedom through similar means

    5. 20Minunten - Jüdische Empörung hält sich in Grenzen
      Zu den prominenten Gegnern der Anti-Minarett-Initiative gehörten auch die Dachorganisationen der Schweizer Juden. Doch der jüdische Aufschrei nach dem Volks-Ja blieb aus. Im Interview mit 20 Minuten Online erklärt SIG-Chef Herbert Winter, wieso die Schweizer Juden trotzdem «wachsam» bleiben.
      Haben Schweizer Juden für oder gegen ein Verbot von Minaretten gestimmt?
      Die Dachverbände der Schweizer Juden haben sich klar gegen das Minarettverbot ausgesprochen. Es gibt aber sicher Schweizer Juden, die für das Minarettverbot gestimmt haben.
      Können Sie sich erklären, warum diese Minderheit für das Verbot war?
      Dahinter stehen wohl die gleichen Sorgen und Ängste wie bei nicht-jüdischen Befürwortern der Initiative. Neben den Ängsten vor einer angeblichen Gefahr der Islamisierung der Schweiz besteht offenbar in weiten Kreisen eine allgemeine Verunsicherung aus ganz verschiedenem Anlass: Die Diskussion um die Personenfreizügigkeit, die Libyen-Affäre, die Krise des Schweizer Bankgeheimnisses: Man wollte allgemein ein Zeichen setzen...


  • Sonstige Stimmen...
    suedkurier.de - Wort des Jahres: Minarett-Verbot
    „Minarett-Verbot“ ist zum eidgenössischen Sprachexport und zum Wort des Jahres gewählt worden. Das Schweizer Unwort des Jahres 2009 heißt übrigens ...


    1. APIC - Vatikan: Minarett-Verbot wirft grundsätzliche Fragen auf
      Rom, 3.12.09 (Kipa) Das Schweizer Minarett-Verbot wirft nach Ansicht des vatikanischen Dialogministers, Kardinal Jean-Louis Tauran, die Frage nach der ...

    2. domradio - Bischöfe: Minarettverbot trifft alle Religionen
      Das landesweite Minarettverbot hat nach Auffassung der Schweizer Bischöfe auch negative Auswirkungen auf die Kirche. Es werde andere Folgen haben, ...

    3. 20minuten - Hacker rächen sich für Minarett-Verbot
      von Henning Steier und Rupen Boyadjian «Unser Krieg gegen die Gegner der wahren Religion Islam wird weitergehen», verbreiten Cyberkriminelle auf Webseiten ...
    4. Hessischer Bote - Niederländische Rechte eifern Schweizern nach
      Von Jörg S. Carl Das in der Schweiz per Volksabstimmung beschlossene Minarettverbot sorgt weiter für heftige, meist emotional geprägte Debatten. ...

    5. Spiegel Online - Fatih Akin sagt Schweiz-Premiere ab
      Er fühle sich vom Minarettverbot des Landes "persönlich betroffen." Der Grund für die Entscheidung der Eidgenossen könne nur Angst sein. ...

    6. APIC - Rassistische Äusserungen im Nachgang der Minarett-Abstimmung
      Zürich, 3.12.09 (Kipa) Der Abstimmungskampf um das Verbot von Minarett-Initiativen wirkt nach: Das Internet-Forum zur Sendung "Minarettverbot ...

    7. "NETT"
      ZEIT ONLINE
       - Minarett-Streit "Wir dürfen nicht mehr schweigen"
      Der Islamwissenschaftler Tariq Ramadan ruft nach dem Schweizer Minarett-Verbot die Muslime auf, sich endlich in die Politik einzumischen. ...

    8. Tages-Anzeiger Online - «Es wird keine Fatwa gegen die SVP geben»
      Die arabischen Zeitungen sind enttäuscht über das Minarettverbot. Alle Kommentare sehen das Ergebnis als Resultat rechtsextremer Populisten. ...

  • ACHGUT KOMMENTIERT...
    ACHGUT -
    Die Schweizer haben Multikulturalität gewählt
    Der Begriff der Multikulturellen Gesellschaft wird üblicherweise verwandt als Vorstellung, die Gesellschaft müsse sich nur aus genügend vielen Randgruppen zusammensetzen, auf die man herabblicken kann, so dass man vor der Gesellschaft keine Angst mehr zu haben braucht. Der Islam mitsamt islamistischer Gewalt gilt als Auswuchs der Spaßgesellschaft und irgendwo als Alternative zum verhassten Staat. Es wundert nicht, dass der Islam besonders von denjenigen verteidigt wird, die ohnehin den Staat als illegitim ansehen.
    Es wäre an der Zeit, Wörter und Begriffe zurückzuerobern, warum nicht auch den Quatschbegriff Multikulturelle Gesellschaft. Versteht man ihn wörtlich, muss man feststellen, dass der Islam den Gegenentwurf dazu darstellt. Wo der Islam hinkommt, wird die Kultur weniger. Es gilt daher, die multikulturelle Gesellschaft gegen die Dominanz des Islam zu verteidigen. Die Schweizer haben den Anfang gemacht.   
     


    1. ACHGUT - “Eine echte Herausforderung”
      Hoffnungen, der Europäische Menschengerichtshof werde das Schweizer Minarett-Verbot kippen, haben einen Dämpfer erlitten. Jean-Paul Costa, der Präsident des Straßburger Gerichts, sagte in Brüssel: „Es wäre das erste Mal, dass ein Referendum - die Entscheidung eines ganzen Volkes – angefochten würde.“ Die Zweifel, ob das juristisch überhaupt möglich ist, seien erheblich. http://www.derwesten.de/nachrichten/politik/2009/12/1/news-142325959/detail.html

    2. ACHGUT - The Swiss Vote As Seen From Jakarta
      As a democracy with the largest Muslim population worldwide, Indonesia must take the lead in the global campaign to change the perception in the West, formed largely by the 9/11 terrorist attacks on the US in 2001, which associated Islam with violence and terrorism. The ensuing terrorist attacks in Jakarta, Bali, the Philippines, Madrid, London, Mumbai and other places have only widened the gap between the West and the Islamic world. The Swiss vote is a reflection of the growing anti-Islam sentiment.
      http://www.thejakartapost.com/news/2009/12/02/thanking-swiss-vote.html

    3. ACHGUT - Democracy vs the Muslim Bayonet
      The question though is why should non-Muslim countries be expected to grant rights and privileges to Muslims, that Muslims are not willing to grant to non-Muslims? Why should France and Germany respect the Burka while Christian schoolgirls are whipped in Sudan for wearing to the knee skirts? Why should Christian and Jewish countries guarantee equal rights to Muslims, when Muslim countries treat their Christians and Jews as second class citizens? Why should Muslim guest workers in Germany have rights, when Asian guest workers in Dubai are treated like cattle? Why should Muslims be able to have mosques in Jerusalem and Rome, when no non-Muslim is even granted access to Mecca since Mohammed’s original ethnic cleansing of the region? Why should Muslims in Switzerland be able to erect their minarets, while churches are being torched in Yugoslavia? And finally and above all else, if non-Muslims cannot live in peace and equality …

    4. ACHGUT - Ein Brief an Sebastian Edathy
      Sehr geehrter Herr Abgeordneter,
      mein Schweizer Freund, Herr Urs Schmidlin, hat mir seinen mail-Wechsel mit Ihnen zur Kenntnis gebracht. Ich empfinde Ihre Reaktion gelinde gesagt ziemlich arrogant, doch entspricht sie damit grundsätzlich dem Verhalten vieler Deutscher dem kleinen Nachbarn Schweiz gegenüber und passt insofern ins Bild. Das ist nicht neu. 
      Mich beschwert allerdings, dass Sie die demokratische Entscheidung des Schweizervolks, einer uralten Demokratie, zu einer Verletzung der Menschenrechte erklären. So einfach ist das nicht: es gibt ein Menschenrecht auf freie Religionsausübung, aber es gibt nicht das Recht auf den Bau von Minaretten. Bekanntlich ist in unserem Land das sog. Kruzifix-Urteil gefällt worden, das ebenfalls die Grenzen religiöser Symbolik festgelegt hat. Es gibt also kein Recht auf Kruzifixe im Klassenzimmer oder im Gerichtssaal. Das war mal anders, ist aber im Zuge der Veränderung unserer Gesellschaft zu Recht so entschieden worden. Die gewohnte Religionsausübung der christlichen Mehrheit in …

    5. ACHGUT - Moslems, kauft nicht beim Schwyzer!
      Man kann mit Fug und Recht darüber streiten, ob ein u.U. demnächst in der Schweizer Verfassung verankertes sog. “Minarettverbot” die angemessene Form der Auseinandersetzung mit dem politischen Islam nicht nur in der Heimat Wilhelm Tells ist. Schließlich gibt es m.E. architektonisch durchaus gelungene Minarette, die sogar die ansonsten wunderschöne Schweizer Landschaft noch zu bereichern imstande sind. Und wer sich über den i.d.R. fünfmal am Tag zum Gebet rufenden Muezzin aufregt, der sollte die z.T. erhebliche Lärmbelästigung durch Kuhglocken und Kirchengeläut gleichfalls nicht außer Acht lassen.
      Allerdings scheint es - zumindest in der muslimischen Welt - keine, wie man heute so schön sagt, “ergebnisoffene Diskussion” über einen eventuellen Boykott der Schweiz im ökonomischen Bereich zu geben.
      Im Gegenteil:
      Eine derartige Aktion nach dem Motto “Moslems, kauft nicht beim Schwyzer!” scheint dem Common sense in der muslimischen Welt zu entsprechen. Lediglich die Frage nach der möglichst …

    6. ACHGUT - Das Sonett vom Minarett 
      Für alle üblichen Verdächtigen
      -Ihr unterstellt uns ernsthaft „keine Toleranz“
      Weil man euch nicht erlaubt, ein Minarett zu bauen?
      In Euren Ländern, muss man sagen, glaubt kein Schwanz
      An uns’re Werte, Freiheit für die Frauen.
      -Die Wahrheit ist: Man kann auch ohne Kirchturm beten.
      Drum tut nicht so, als hätt’ man euch beraubt;
      Man hört, an euren eignen Universitäten
      Sei’s Kopftuchtragen nicht einmal erlaubt.
      -Ach Leute, hört doch auf mit Eurem ewigem Gemecker!
      Wir leben in modernen Zeiten, oder nicht?
      Was braucht’s da einen Muezzin? Ihr habt doch alle Wecker.
      Wer das zum Anlass nimmt, der ist ein armer Wicht.
      -Was ist mit Euch? Ihr stört Euch nicht an Toten
      solang ein Muslim nur den Meuchelmord verübt’.
      Das ist okay, …

    7. ACHGUT - Warum die Türkei der Schweiz in Sachen Religionsfreiheit überlegen ist
      In the city of Samsun on the north coast of Turkey, the beleaguered congregation of the Agape Church Association struggles against local Islamic hostility toward its presence. In the last three years Agape church members have endured false allegations and verbal abuse from Muslim and nationalist locals. Their pastor has received death threats, and their building has been vandalized, all in an attempt to stop the 30 or so Christians from meeting.
      http://www.rightsidenews.com/200812153001/culture-wars/regulations-hobble-turkeys-protestant-churches.html
      “Doch muss die immer noch unbefriedigende Situation für Christen in der Türkei den Muslimen in Europa tatsächlich mit gleicher Münze heimgezahlt werden? Auge um Auge, Zahn um Zahn? Davor warnt der evangelische Geistliche Holger Nollmann, der die kleine “evangelische Gemeinde deutscher Sprache” in Istanbul leitet. Er glaubt, dass die türkische Gesellschaft ja gerade erst dabei ist, sich zu demokratisieren und die Regierung für ihre Verhältnisse schon Gewaltiges geleistet habe: Dass etwa das … 

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    #320 From: "Honestly Concerned e.V." <post@...>
    Date: Tue Nov 24, 2009 11:03 pm
    Subject: "SONDERAUSGABE" - EXKLUSIV: Zusammenfassung der heute stattgefundenen Pressekonferenz «Al Fateh» - Eine Kinderwebseite der Hamas und ihr Einfluss auf arabisch-sprachige Kinder in Deutschland: Indoktrination zu Hass, Vernichtung und Selbstmord
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    S O N D E R A U S G A B E

    EXKLUSIV:
    Zusammenfassung der heute stattgefundenen 
    Pressekonferenz
     
    des
    Institute for Monitoring Peace and Cultural Tolerance in School Education IMPACT-SE in Kooperation mit Realite-EU

     

    « Al Fateh »
    Eine Kinderwebseite der Hamas und ihr Einfluss auf arabisch-sprachige Kinder in Deutschland:

    Indoktrination zu Hass, Vernichtung und Selbstmord

     


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    TEIL 1 – "Al Fateh" Präsentation zum DOWNLOAD...  
     

    « Al Fateh »
    Eine Kinderwebseite der Hamas und ihr Einfluss auf arabisch-sprachige Kinder in Deutschland:
    Indoktrination zu Hass, Vernichtung und Selbstmord

     


    Die Hamas verbreitet ihre Propaganda durch das Internet und zielt darauf ab, Kinder mit einer Kultur des Hasses und der Verachtung des Westens zu indoktrinieren. Die beiden Experten Dr. Tawfik Hamid und David Oman haben den alarmierenden Einfluss extremistischer Webseiten auf unsere Kinder in Deutschland und Europa dargestellt. Sie erläuterten die Einstellung von Extremisten zu Frieden, Toleranz, Geschichte und Religion aus einer Insiderperspektive und zeigen wie diese Haltung in Schulbüchern im Nahen Osten  (inkl. dem Iran) und mit Hilfe des Internets und neuer Technologien weltweit verbreitet wird.

     

    Es ist uns eine besondere Ehre an dieser Stelle exklusiv die Präsentation von David Oman zum Download anbieten zu können:

    ·        Hamas’ Educational Approach: A Study of Indoctrination to Hatred, Violence, and Extremism


    Hier einige Screenshots aus der Präsentation:
    ·            



    REDNER
    :

     

    ·        Einleitung von Prof. Gert Weisskirchen
     
    Mitglied des Bundestages bis 2009 und von 2004 bis 2008 Persönlicher Beauftragter des OSZE-Vorsitzenden zur Bekämpfung des Antisemitismus

     

    ·        David Oman
     
    David Oman hat die Ergebnisse von sechs Jahren Forschung zu der Einstellung der Hamas gegenüber “Anderen” und zum Frieden präsentiert, die sich in dem Bildungsansatz der Hamas und in ihrem Kindermagazin "Al Fateh" im Internet darstellt. Dieser Bildungsansatz steht in eklatantem Widerspruch zu internationalen pädagogischen Standards und zur UN-Kinderrechtskonvention. Diese Kultur des Hasses ist eine der größten Herausforderungen für die Zukunft eines palästinensischen Staates, Israels, des Friedensprozesses, für zukünftige Generationen und für die regionale, wie auch internationale Stabilität. Aufgrund der weltweiten Verbreitung dieses Materials durch Internet, Satelliten-TV und anderer Technologien sind die Studien von David Oman und seinen Kollegen wichtiger denn je.

     

    ·        Dr. Tawfik Hamid
     
    Dr. Tawfik Hamid (alias Tarek Abdelhamid) ist ein islamischer Intellektueller und Reformer. Er ist ein ehemaliger Extremist und war Mitglied der islamistischen Terrororganisation Islamischer Jihad. Vor mehr als fünfundzwanzig Jahren verstand er die Gefahr, die von dem radikalen Islam ausgeht und die Notwendigkeit einer Reform basierend auf einer modernen, friedlichen Interpretation der klassischen islamischen Schriften. Dr. Hamid entwickelte ein innovatives pädagogisches Model. Zur Zeit ist Dr. Hamid Senior Fellow und Studienleiter für radikalen Islam am Potomac Institute for Policy Studies. 

     

     


    Die neusten Studien von IMPACT-SE und weitere Hintergrundinformationen, inkl. der vollständigen "Al-Fateh"-Studie, finden sie hier:

    • Hamas Web Magazine for Children Incites to Terror, Annihilation and Self-Destruction
      May 2009 Update
      IMPACT-SE recently completed its report on Al-Fateh (
      http://al-fateh.net), the Hamas web magazine for Children, which serves as its internet educational instrument, supports its ideology and terrorist activities, and serves as a platform for Hamas propaganda and indoctrination, especially of Palestinian, and more generally, Arab and Muslim, children. Politically, the website’s consistent message is a call for the destruction of Israel and the establishment of an Islamic state in its stead, and an armed struggle of violence and terror against all who are defined as the enemies of Islam, including the West in general. The site indoctrinates children to adopt the concepts of jihad and martyrdom and aspire to become not just fighters but suicidal martyrs, effectively preparing them to serve as the next generation of sacrificial instruments in the war of terror and annihilation waged by Hamas.
      Read the Full Report:
          
      English (pdf, 1.13 mb)
    • "IMPACT-SE: How Schools Teach about 'The Other'" (radio interview, mp3, 10.4 mb)
      Radio Sefarad, June 13, 2009
      David Oman of IMPACT-SE speaks to Radio Sefarad on the institute’s research, methods, achievements and vision.
    • Palestinian Schoolbooks: An Updated Conclusion
      Dr. Arnon Groiss, October 2009
      IMPACT-SE has studied the Palestinian Authority schoolbooks used in the current school year (2009-2010), and has come to the conclusion that although positive changes have occurred in the books during the last two years, they still do not amount to forming a clear departure from the negative fundamentals in PA schoolbooks regarding the attitude to the Jewish and Israeli “other” and to peaceful resolution of the Middle Eastern conflict.
      Read more...
    • Peace and the "Other" in Tunisian Schoolbooks: A Concise Final Report
      By Dr. Arnon Groiss, November 2009
      IMPACT-SE has concluded a report on Tunisia's schoolbooks. The results are extraordinary: following reforms of revolutionary proportions carried out by the Ministry of Education, the Tunisian schoolbooks, in stark contrast with most Middle Eastern curricula, emphasize the importance of tolerance, peace and dialog with the “other,” equality between all human groups, openness toward the “other” and its culture (that is, the West), use of religion for universal rapprochement, and restriction of the ideals of (militant) jihad and martyrdom to historical events.
      Read more...
       

    About The Institute for Monitoring Peace and Cultural Tolerance in School Education (IMPACT-SE, formerly CMIP)
    The Institute for Monitoring Peace and Cultural Tolerance in School Education (IMPACT-SE) is a registered nonprofit, non-partisan research institute dedicated to peacemaking between peoples and nations by encouraging acceptance of the “other” and rejection of violent conflict resolution. To this end, it analyzes school curricula in the Middle East and worldwide to ascertain whether the material conforms to international educational standards in the fields of education for tolerance and peace, whether the “other” is recognized and accepted or stereotyped and demonized, and, if a conflict exists, whether peaceful conflict resolution is advocated. This is done using strict academic research criteria, based on UNESCO Resolutions and declarations. The findings of its research are published and used to affect change in curricula through policy makers, international organizations, civil society and public opinion. For additional information on IMPACT’s activities and reports please visit our Website: http://www.impact-se.org    

     


    Über Realite-EU

    Realite-EU ist eine Online-Publikation für Journalisten, Führungskräfte und Analysten. Die Webseite setzt sich vorwiegend mit Umwälzungen und Entwicklungen im Nahen Osten auseinander, die gleichzeitig eine Gefahr für Europa und den Rest der Welt darstellen. Zusätzliche Informationen finden Sie auf unsere Webseite: http://www.realite-eu.org

     


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    TEIL 2 - Bisherige Berichterstattung über die heutige Pressekonferenz...  


    1. AFPStudie: Hamas sucht mit Kinderseite künftige Attentäter im Internet
      Berlin — Die radikalislamische Hamas versucht einer Studie zufolge mit einer Kinderseite im Internet künftige Selbstmordattentäter für den Kampf gegen Israel zu rekrutieren. Die Webseite "El Fateh" (Der Eroberer) preise den Märtyrerkult an und trage zur Ausbildung der "nächsten Generation von Selbstmordbombern" bei, heißt es in der am Dienstag in Berlin vorgestellten Untersuchung der Israel-nahen Nichtregierungsorganisation IMPACT-SE. Nach Angaben von Sprecher David Oman wird die Seite auch von arabischsprachigen Kindern in Deutschland gelesen.
      Die Website ist auf den ersten Blick ein farbenfrohes Internetmagazin mit Comic-Zeichnungen und Schriftzügen in arabischer Sprache. Dahinter verberge sich aber ein "erzieherisches Instrument" der Hamas, sagte Oman. Die Seite "dämonisiere" den Westen und rufe zum Kampf gegen den Staat Israel auf. In den Rubriken würden "heldenhafte Geschichten" von Selbstmordattentätern erzählt, antisemitische Illustrationen schürten den Hass gegen Juden. Das Maskottchen der Seite ist ein Kind, das mit gezogenem Säbel in die Schlacht reitet.
      Der frühere außenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Gert Weisskirchen, sagte bei der Vorstellung der Studie, es gebe im Zeitalter des Internets ein "Problem der Aus- und Einstrahlung von Erziehungsprogrammen". Die modernen Technologien hätten dazu geführt, dass auch Kinder und Jugendliche in Deutschland und Europa dieser "Indoktrinierung" ausgesetzt seien.
      Die Seite werde nach eigenen Angaben millionenfach aufgerufen, sagte Oman. Von unabhängiger Seite seien diese Zahlen aber nicht zu bestätigen. Auch zu der Leserschaft außerhalb der Palästinensergebiete gebe es keine genauen Zahlen. In dem Gästebuch der Seite stünden aber Einträge von Lesern aus aller Welt, darunter auch aus Deutschland und anderen europäischen Ländern.
      IMPACT-SE ist eine Nichtregierungsorganisation, die Bildungsmaterialien aus dem Nahen Osten mit internationalen Standards abgleicht. Die aktuelle Studie basiert auf einer inhaltlichen Untersuchung von "El Fateh" seit dem Start im September 2002 bis vergangenen April. Die Internetseite war den Angaben zufolge zufolge zunächst im Libanon eingetragen, mittlerweile gibt "El Fateh" seinen Sitz in London an. Der Standort des Servers mit den Daten der Seite habe in den vergangenen Jahren immer wieder gewechselt. Zuletzt sei "El Fateh" auf einem Server in Malaysia gespeichert gewesen, auf dem auch andere Hamas-nahe Internetseiten lägen.

      1. FREIE PRESSE - Studie: Hamas sucht mit Kinderseite künftige Attentäter im Internet - Auch Kinder in Deutschland unter den Lesern

      2. Ostthüringer Zeitung - Studie: Hamas sucht mit Kinderseite künftige Attentäter im Internet

      3. ZEITONG - Studie: Hamas sucht mit Kinderseite künftige Attentäter im Internet

      4. TLZ - Studie: Hamas sucht mit Kinderseite künftige Attentäter im Internet

      5. t-online.de - Hamas sucht Attentäter im Internet

      6. gmx.net - Attentätersuche im Internet

      7. YAHOO/AFP - Studie: Hamas sucht mit Kinderseite künftige Attentäter im Internet

    2. APA/STANDARD - Hamas sucht mit Kinderseite künftige Attentäter - Auch Kinder in Deutschland unter den Lesern
      Die radikalislamische Hamas versucht einer Studie zufolge mit einer Kinderseite im Internet künftige Selbstmordattentäter für den Kampf gegen Israel zu rekrutieren. Die Webseite "Al-Fateh" (Der Eroberer) preise den Märtyrerkult an und trage zur Ausbildung der "nächsten Generation von Selbstmordbombern" bei, heißt es in der am Dienstag in Berlin vorgestellten Untersuchung der Israel-nahen Nichtregierungsorganisation IMPACT-SE. Nach Angaben von Sprecher David Oman wird die Seite auch von arabischsprachigen Kindern in Deutschland gelesen.
      Hass
      Die Website ist auf den ersten Blick ein farbenfrohes Internetmagazin mit Comic-Zeichnungen und Schriftzügen in arabischer Sprache. Dahinter verberge sich aber ein "erzieherisches Instrument" der Hamas, sagte Oman. Die Seite "dämonisiere" den Westen und rufe zum Kampf gegen den Staat Israel auf. In den Rubriken würden "heldenhafte Geschichten" von Selbstmordattentätern erzählt, antisemitische Illustrationen schürten den Hass gegen Juden. Das Maskottchen der Seite ist ein Kind, das mit gezogenem Säbel in die Schlacht reitet.
      Der frühere außenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Gert Weisskirchen, sagte bei der Vorstellung der Studie, es gebe im Zeitalter des Internets ein "Problem der Aus- und Einstrahlung von Erziehungsprogrammen". Die modernen Technologien hätten dazu geführt, dass auch Kinder und Jugendliche in Deutschland und Europa dieser "Indoktrinierung" ausgesetzt seien.
      Zahlreiche Besucher
      Die Seite werde nach eigenen Angaben millionenfach aufgerufen, sagte Oman. Von unabhängiger Seite seien diese Zahlen aber nicht zu bestätigen. Auch zu der Leserschaft außerhalb der Palästinensergebiete gebe es keine genauen Zahlen. In dem Gästebuch der Seite stünden aber Einträge von Lesern aus aller Welt, darunter auch aus Deutschland und anderen europäischen Ländern.
      IMPACT-SE ist eine Nichtregierungsorganisation, die Bildungsmaterialien aus dem Nahen Osten mit internationalen Standards abgleicht. Die aktuelle Studie basiert auf einer inhaltlichen Untersuchung von "Al-Fateh" seit dem Start im September 2002 bis vergangenen April. Die Internetseite war den Angaben zufolge zufolge zunächst im Libanon eingetragen, mittlerweile gibt "Al-Fateh" seinen Sitz in London an. Der Standort des Servers mit den Daten der Seite habe in den vergangenen Jahren immer wieder gewechselt. Zuletzt sei "Al-Fateh" auf einem Server in Malaysia gespeichert gewesen, auf dem auch andere Hamas-nahe Internetseiten lägen. (APA)

    3. tt.com - Hamas sucht mit Kinderseite künftige Attentäter im Internet - Laut einer Studie sollen auch Kinder aus Deutschland und anderer europäischer Länder unter den Lesern der betroffenen Internet-Seite sein.
      Berlin - Die radikalislamische Hamas versucht einer Studie zufolge mit einer Kinderseite im Internet künftige Selbstmordattentäter für den Kampf gegen Israel zu rekrutieren. Die Webseite "Al-Fateh" (Der Eroberer) preise den Märtyrerkult an und trage zur Ausbildung der "nächsten Generation von Selbstmordbombern" bei, heißt es in der am Dienstag in Berlin vorgestellten Untersuchung der Israel-nahen Nichtregierungsorganisation IMPACT-SE. Nach Angaben von Sprecher David Oman wird die Seite auch von arabischsprachigen Kindern in Deutschland gelesen.
      hamaskids.1(1spbreit)
      Die Hamas geht mit einer Kinderseite im Internet auf Attentäter-Fang. Bild: Screenshot
      Die Website ist auf den ersten Blick ein farbenfrohes Internetmagazin mit Comic-Zeichnungen und Schriftzügen in arabischer Sprache. Dahinter verberge sich aber ein "erzieherisches Instrument" der Hamas, sagte Oman. Die Seite "dämonisiere" den Westen und rufe zum Kampf gegen den Staat Israel auf. In den Rubriken würden "heldenhafte Geschichten" von Selbstmordattentätern erzählt, antisemitische Illustrationen schürten den Hass gegen Juden. Das Maskottchen der Seite ist ein Kind, das mit gezogenem Säbel in die Schlacht reitet.
      Kinder sind "Indoktrinierung" ausgesetzt
      Der frühere außenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Gert Weisskirchen, sagte bei der Vorstellung der Studie, es gebe im Zeitalter des Internets ein "Problem der Aus- und Einstrahlung von Erziehungsprogrammen". Die modernen Technologien hätten dazu geführt, dass auch Kinder und Jugendliche in Deutschland und Europa dieser "Indoktrinierung" ausgesetzt seien....

    4. krone.at - Hamas sucht mit Kinder-Website künftige Attentäter

      Die radikalislamische Hamas versucht einer Studie zufolge mit einer Kinderseite im Internet künftige Selbstmordattentäter für den Kampf gegen Israel zu rekrutieren. Demnach preise die Website "Al-Fateh" (Der Eroberer, Bild) den Märtyrerkult an und trage zur Ausbildung der "nächsten Generation von Selbstmordbombern" bei.
      Die Website ist auf den ersten Blick ein farbenfrohes Internetmagazin mit Comic-Zeichnungen und Schriftzügen in arabischer Sprache. Dahinter verberge sich aber ein "erzieherisches Instrument" der Hamas, sagte David Oman von der Israel-nahen Nichtregierungsorganisation IMPACT-SE bei der Präsentation der Studie am Dienstag in Berlin.
      Kind mit Säbel als Maskottchen
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    5. BILD - Hamas sucht Attentäter im Internet
      Die radikalislamische Hamas versucht einer Studie zufolge mit einer Kinderseite im Internet künftige Selbstmordattentäter für den Kampf gegen Israel zu rekrutieren. Die Webseite „El Fateh“ (Der Eroberer) preise den Märtyrerkult an und trage zur Ausbildung der „nächsten Generation von Selbstmordbombern“ bei, heißt es in der in Berlin vorgestellten Untersuchung der Israel-nahen Nichtregierungsorganisation IMPACT-SE. Nach Angaben von Sprecher David Oman wird die Seite auch von arabischsprachigen Kindern in Deutschland gelesen.

    6. Ausschnitt sonstiger aktueller Berichterstattung über die Studie:

      1. Totally Jewish - How Hamas Fills Kids With Hate
      2. Reuters - The Fatah-run Palestinian Authority: A Moderate Entity?
      3. Jewish Chronicle - Hamas education website slammed by Unesco 

         
           

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    #319 From: "Honestly Concerned e.V." <post@...>
    Date: Tue Nov 10, 2009 2:35 am
    Subject: "SONDERAUSGABE" - Redetexte von Prof. Dr. Salomon Korn und Dr. Dieter Graumann anläßlich Gedenkstunden zum 9. November, ein Essay zum Thema Antisemitismus und Deutsche Medien und mehr...
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    S O N D E R A U S G A B E

    Redetexte von Prof. Dr. Salomon Korn und Dr. Dieter Graumann anläßlich Gedenkstunden zum 9. November,
    ein Essay zum Thema Antisemitismus und Deutsche Medien
    und mehr
    ...
     


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    TEIL 1 – Redetext von Dr. Dieter Graumann, anläßlich der Gedenkstunde zum 9. November, vom 9.11.2009, aus der Paulskirche in Frankfurt am Main...  

    Redetext von Dr. Dieter Graumann
    (Vizepräsident des Zentralrates der Juden)
    anläßlich der diesjährigen Gedenkstunde zum 9. November

    aus der Paulskirche in Frankfurt am Main



    Doppelt Unterwegs:
    Pluraler und Normaler



    Die jüdische Gemeinschaft in Deutschland ändert sich ganz gewaltig – und kaum einer merkt’s.

    Ihr Gesicht hat sich in den letzten 20 Jahren dramatisch gewandelt – seit so viele jüdische Menschen aus der ehemaligen Sowjetunion zu uns gekommen sind.

    Das Judentum in Deutschland spricht mittlerweile weit überwiegend russisch - und das zu fast 90%!

     

    Das große Thema dieser Zuwanderung und ihrer radikal nachhaltigen Folgen für das Judentum in Deutschland – ist gewiss gewaltig, gewichtig, mächtig, aber natürlich auch ziemlich kompliziert.

    Was denn auch sonst?

    Was im jüdischen Leben wäre denn schon jemals einfach gewesen?

     

    Aber das Thema ist andererseits auch viel zu wichtig, um sich davor zu drücken.

    Wie sagt Ernst Bloch:

    „Wer sich NICHT in Gefahr begibt, kommt darin um.“

     

    Ich selbst glaube jedenfalls fest:

    Dieser Zuzug ist, alles zusammen genommen, eine echte, eine grandiose Erfolgsstory.

     

    Natürlich: Jede Geschichte hat immer auch ihre weniger aufregenden und weniger eindrucksvollen Seiten, ja: sogar auch ihre Schattenseiten.

     

    Und: Ob diese ganze Story am Ende wirklich zu einem traumhaft perfekten, geradezu Hollywood-reifen Happy-End führt, sozusagen zu einem „Finale Grande“, kann heute natürlich niemand sicher sagen.

     

    Aber den absolut totalen Erfolg gibt es im wirklichen Leben doch ohnehin nur höchst selten.

    Allenfalls, und wenn überhaupt, in der Liebe, und sogar und selbst da auch nicht immer für immer.

     

    Und doch:

    Wenn wir nun Zwischenbilanz ziehen, sehen wir denn doch einen großartigen Erfolg, einen wirklichen Gewinn, persönlich und politisch und menschlich und jüdisch gesehen für alle Beteiligte.

     

    Und gerade aus der Sicht derer, die schon hier waren, ist zu sagen:

    Unsere neuen Mitglieder sind für uns alle ein Glück, ein Geschenk, eine Gnade, ein Segen.

    Ohne sie wäre unsere Gemeinschaft inzwischen vergreist, verkümmert und fast verwelkt.

    Wir wären heute hier längst im Status einer Liquidations-Gemeinschaft und müssten uns womöglich schon bald überlegen, wer denn am Ende das Licht ausschaltet.

    Denn: Die neue Zahl schlägt hier rasch in frische Substanz und in neue Zukunft um.

    Haben wir so doch überhaupt erst die numerische Basis bekommen, um den Aufbau jüdischen Lebens in Deutschland auf eine ganz neue Ebene katapultieren zu können.

    Nur deshalb können wir doch in diesen Jahren eine ganze Serie von neuen jüdischen Gemeinden, von neue jüdischen Zentren und Synagogen bejubeln.

     

    Wir haben so einen frischen, kraftvollen Schub bekommen an Vitalität, an Dynamik, an Substanz, an Zukunft. 

    Unsere neuen Mitglieder haben uns menschlich enorm bereichert und perspektivisch gestärkt.

    Wir haben sie aber nicht nur gebraucht – nein: wir haben sie auch ausdrücklich gewollt.

    Gerade deshalb haben wir hier ja auch mächtig und leidenschaftlich darum gekämpft, dass sie kommen konnten und hoffentlich auch noch kommen werden.

     

    Aber gerade auch aus Sicht der nicht-jüdischen Gesellschaft in Deutschland sind die jüdischen Zuwanderer keineswegs eine Belastung, sondern ein großer Gewinn.

    Juden waren in der ehemaligen Sowjet-Union immer absolute Bildungselite.

    Mit ihrer tiefen Kultur, ihrem Wissen, ihren besonderen Lebenserfahrungen bereichern die jüdischen Zuwanderer uns alle hier, und ihre Kinder sind oft angetrieben von einem ehrgeizigen Bildungshunger und einer strebsamen Lernbeflissenheit, wie wir sie bei anderen Kindern hier, die oft schon saturierter scheinen, nicht immer ohne weiteres finden.

    Und außerdem: Es ist doch nach allem, was war, ein enormes Kompliment, wenn heute wieder jüdische Menschen ihre Zukunft und die Zukunft ihrer Kinder diesem Land und seinen Menschen hier anvertrauen wollen.

    Kann es denn überhaupt jemals einen größeren Vertrauensbeweis geben?

     

    Und wenn denn gelegentlich, da und dort auch provozierend, danach gefragt wird, weshalb die neue Mehrheit in unseren Gremien politisch, vor allem in den Spitzenpositionen, noch unter-repräsentiert ist, so kann ich alle beruhigen: Geduld, wartet doch nur noch ein Weilchen.

    Denn auch hier wird mit Sicherheit das Gesetz der Zahlen zuverlässig wirken, am Ende funktioniert denn doch die kalte Mechanik von Zahl und Mehrheit: Führung braucht Mehrheit, Mehrheit wiederum begründet Führung.

    Das ist so sicher wie das Amen in der Synagoge.

     

    Inzwischen müssen wir uns aber gemeinsam den Veränderungen und den Herausforderungen, denen wir ausgesetzt sind, auch wirklich stellen

    -  aktiv, offensiv, kreativ und resolut.

     

    Die jüdische Gemeinschaft hier formiert sich ganz neu, sie wächst neu, sie muss auch ganz neu zusammen wachsen.

    Was wird am Ende entstehen?

    Eine ganz neue, frische Mischung, sicherlich.

    Und mehr als das.

    Ich glaube, was hier allmählich wächst, das ist:

    das plurale neue deutsche Judentum der Zukunft.

    Das ist spannend, das ist eine wundersame Chance, eine gewaltige Herausforderung obendrein – und wir sind sogar schon längst mittendrin.

     

    Dieses Plurale Neue Deutsche Judentum -

    es wird bestimmt ganz anders sein als das große deutsche Judentum von früher, das sich so schrecklich deutsch wähnte, das verzweifelt, ja zwanghaft dem immer unerfüllten und immer unerfüllbar gewesenen Traum von deutsch-jüdischer Symbiose nachjagte.

    Dieses träumerische, naive - und: gescheiterte -  deutsche Judentum, erfüllt und getragen von der stets einseitig und unerwidert gebliebenen Liebe zu Deutschland, gibt es nicht mehr – und wird es so gewiss nie mehr geben.

     

    Die Stärkung des Judentums in Deutschland muss künftig ganz anders und neu von innen kommen.

    Es muss seinen eigenen Weg suchen:

    kreativ, kommunikativ, innovativ, plural und phantasievoll.

     

    Gemeinsam müssen wir uns schwierige Fragen stellen:

    Was und wie wollen wir denn überhaupt sein als Juden hierzulande?

    Wir müssen hier in Deutschland ganz gewiss nicht das Judentum generell ganz neu erfinden.

    Wohl aber müssen wir uns selbst neu finden, uns neu positionieren, uns neu verorten.

    Mit Respekt für unsere neue Vielfalt müssen wir uns aufmachen zu einer neuen, gemeinsamen Identitätssuche.

     

    Natürlich bleibt die Bewahrung der Erinnerung an die Shoah für immer unsere gemeinsame Verpflichtung, ja ganz bestimmt auch ein Stück unsere moralische Mission.

    Und auch die Menschen aus der ehemaligen Sowjetunion werden diese Fackel des Gedenkens ganz sicher weiter tragen:

    Zwar stammen sie selbst oft nicht, wie wir, aus den sprichwörtlichen „Holocaust-Familien“, sondern haben oft ganz andere, wenn auch gleichfalls dramatische Familienbiografien.

    Aber ganz sicher ist: Die Erinnerung an den Holocaust ist inzwischen in das kollektive Gedächtnis und in die gemeinsame Gefühlswelt aller Juden auf der Welt fest eingebrannt – und niemand sollte sich sorgen, oder etwa hoffen, dass dieses Gedenken mit der Zeit verwässert wird.

     

    Wir beobachten vielmehr das genaue Gegenteil:

    Die Erinnerung wird schwächer, aber das Gedenken wird sogar noch stärker.

     

    Das ist eine uralte, starke Tradition und immer wieder intensiv ausgelebte Erfahrung in der langen jüdischen Geschichte.

     

    Freilich:

    Das Selbstverständnis der Juden darf sich in Zukunft aber eben doch nicht primär auf Verfolgungsgeschichte und alleine auf den Kampf gegen den Antisemitismus gründen – und schon gar nicht dürfen wir selbst es etwa darauf verengen und begrenzen.

     

    Wir Juden sind eben nicht nur Opfer, und nicht einmal in erster Linie Opfer, sondern vor allem Träger einer außergewöhnlich wertvollen, kostbaren Religion, Tradition, Geschichte, Gedankenwelt und Kultur.

    Dieses Bewusstsein muss bei allen wachsen, wieder ganz neu wachsen – gerade aber auch erst einmal bei uns selbst.

     

    Shoah und Antisemitismus bleiben natürlich für immer für uns ganz wichtige Themen, ja: absolute Herzenssache.

    Aber niemals dürfen sie zur ERSATZIDENTITÄT werden

    – schon gar nicht etwa zur ERSATZRELIGION.

     

    Das Judentum verfügt schließlich über eine eigenständige, außergewöhnliche Stärke.

    Judentum ist eine religiöse, eine philosophische, eine moralische, eine emotionale, eine spirituelle Kraftquelle.

     

    Das müssen wir überall, gerade aber unseren jungen Menschen, vermitteln.

    Gerade auch den Kindern unserer neuen Mitglieder, die das Judentum dann ihrerseits, andersherum als früher, von sich aus in ihre Familien transportieren.

    Und es selbst später weitertragen sollen, wie es nun immerhin schon über 100 Generationen von Juden vor uns getan haben.

     

    In einer solchen Zeit der Veränderung muss sich natürlich dann auch irgendwann einmal die politische Vertretung der Juden in Deutschland, der ZENTRALRAT, eines fernen Tages eventuell neu besinnen und die eigene Rolle dann offen und selbstkritisch und frisch überdenken.

    Dabei wissen wir natürlich selbst ganz genau, dass es hier eine frische Wunsch-Veränderungsperspektive geben muss - irgendwann.

     

    Vom tristen, ewig ungeliebten Dauermahner und vom chronisch brummigen Dauer-Warner zum putzmunteren Antreiber und Impulsgeber,

    Phantasie statt Rituale,

    weniger sauertöpfische Übellaunigkeit und mehr frischer Einfallsreichtum,

    weniger oberlehrerhafte, moralinsaure Besserwisserei und mehr offener, aber durchaus auch kontroverser Dialog,

    weniger Empörungsmaschinerie, weniger Empörungsroutine und mehr quicklebendige Kreativität,

    entschlossener Einsatz für die gemeinsame jüdische Einheit mit Phantasie und Begeisterung und mit Leidenschaft, gepaart mit glaubwürdigem Respekt für unsere neue Vielfalt und deren Wurzeln,

    nicht nur immerzu laut hinaus schreiend, wogegen wir Juden sind, sondern auch einmal endlich: wofür eigentlich,

    endlich heraus aus der bleischweren Rolle des Moralwächters, heraus aus der Dauer-Mecker-Ecke und auch aus der so unendlich traurigen Opferrolle überhaupt

    und mitten hinein ins bunte Feld von leidenschaftlicher Debatte, von frischer Diskussion, von lebendiger Kultur und dem neugierigen Forschen nach den vielen, wertvollen, positiven Schätzen, die das bunte Judentums auch heute anzubieten hat.

     

    Hier gibt es also für uns selbst Veränderungsbedarf, aber auch die gemeinsame Veränderungsperspektive, die wir alle uns nur wünschen können.

     

    Allerdings: Von Ignatz Bubis haben wir alle aber auch gelernt:

    Dass wir Juden hierzulande auch gelegentlich den offenen, auch harten Streit, die Kontroverse, den Konflikt in Kauf nehmen und dann aber auch wirklich annehmen müssen:

    Kämpferisch, resolut, mit Herz und Feuer und Leidenschaft und ohne Furcht.

    Das ist nicht immer so schrecklich bequem, ein behaglicher, lauwarmer Kuschel-Kurs wäre schon oft viel komfortabler.

     

    Aber wir machen nicht, was wir tun, um Popularitätswettbewerbe zu gewinnen.

    Wer immer nur lächelt, wird niemals zubeißen können.

    Und wer niemals zubeißen kann, der wird am Ende auch nicht respektiert.

     

    Und ehrliches Engagement tut manchmal eben auch weh – allen Beteiligten. Damit werden wir, und andere, wohl leben müssen.

     

    Wir Juden in Deutschland wollen ganz gewiss keine Krawallmacher sein.

    Und wir müssen mit Sicherheit auch keine Konflikte suchen.

    Vielmehr gilt: Die Konflikte suchen und finden uns schon, und das sogar noch viel öfter, als uns das oft lieb wäre.

     

    Wenn wir selbst aber nicht für uns sind – wer soll denn dann überhaupt noch für uns sein?

    Den couragierten, kämpferischen Einsatz für uns selbst können und dürfen und werden wir niemals einfach an andere delegieren.

    Wir freuen uns zwar über jeden Freund und jeden Verbündeten von Herzen. Aber die mächtigen Gefühle, die uns bewegen – und das sind als Juden in diesem Land noch immer zu oft zu komplizierte Gefühle – haben eben doch nur wir selbst, sie treiben, sie bewegen, oft quälen sie uns sogar. 

    Und gar nicht so selten beherrschen sie uns noch mehr als wir sie.

     

    Unsere neue Zukunft hier wird und muss natürlich auch die neue Vielfalt im Judentum in Deutschland widerspiegeln:

    Pluralität ist neue jüdische Normalität.

    Es wird daher eine ganz bunte, lebendige, frische Mischung sein aus sehr Vielem: aus Deutschem natürlich, aber auch aus Russischen, aus Ukrainischem, Israelischem und Anderem, sie wird orthodox sein und progressiv, konservativ und liberal, traditionell und modern.

     

    Egal, jedenfalls- plural.

    Und : Hauptsache – Jüdisch!

    Denn jüdisch wird sie sein und jüdisch muss sie sein.

     

    Und die neue Pluralität im Judentum lebt, wie das neue jüdische Leben eben inzwischen plural geworden ist – speziell hier in Deutschland, wo uns die sehr diversen Wurzeln und die wertvollen Traditionen unserer neuen Mitglieder ganz besonders stärken und nun eine frische, neue Zukunft versprechen.

     

    Wir haben von der Pluralität auch überhaupt gar nichts zu befürchten.

     

    Außerdem: Wir können ja auch nicht als jüdische Gemeinschaft immer wieder laut und kämpferisch die Pluralität in der gesamten Gesellschaft einfordern – und eben genau diese Pluralität innerhalb unserer eigenen Gemeinschaft dann plötzlich etwa verweigern.

    Das wäre absolut inkonsequent und unglaubwürdig.

     

    Und Pluralität – statt Uniformität -  ist ja gerade oft ein Zeichen und ein Indikator für die Frische, die Lebendigkeit, die Lebenskraft, die Energie, die Vitalität, die Zukunftsfähigkeit  einer Gemeinschaft.

     

    Vielfalt müssen wir nicht etwa ertragen, so wie man einen Schnupfen nun mal erträgt, weil es eben sein muss - nein wir sollten gemeinsam die neue jüdische Vielfalt im Land als kreativ und kraftvoll empfinden und würdigen und schätzen, als ein munteres Schwungrad, das uns alle lebendig hält,  und uns alle enorm bereichert.

     

    Freilich: Was uns verbindet, muss natürlich allemal immer viel stärker als alles, was uns trennen mag.

    In Würdigung unserer Vielfalt  müssen wir daher auch das Gemeinsame hüten und pflegen und schützen und beschützen.

     

    Denn: Die zentrifugalen Kräfte, die uns Juden in Deutschland politisch auseinander treiben, und manchmal auch auseinander treiben wollen, werden stärker.

     

    Unsere Gemeinschaft ist viel größer geworden.

    Aber auch viel heterogener.

     

    Es wird in den nächsten Jahren einer enormen, gewaltigen Kraftanstrengung bedürfen, um die jüdische Gemeinschaft politisch zusammen zu halten.

     

    Zusammen halten und zusammen führen ist hier auch allemal mühsamer, aber denn doch so viel wichtiger als bloßes zorniges Zuspitzen.

     

    Wir Juden in Deutschland wollen politisch aber mit einer Stimme sprechen.

    Wir dürfen uns nicht aufspalten.

    Wir müssen unsere Kräfte bündeln.

    Bei uns muss politisch zusammen bleiben, was politisch zusammen gehört.

     

    Dann, und nur dann, behalten wir auch unsere politische Kraft

    Gemeinsam, als Einheit in der Vielfalt, haben wir alle aber alles zu gewinnen:

     

    Die Vielfalt im Sinn und das Gemeinsame im Herzen.

    Das müssen wir alle verstehen, verinnerlichen und auch vorleben.

     

    Unterdessen stellen wir fest:

    Juden können sich in Deutschland inzwischen immer mehr tatsächlich auch heimisch fühlen, allen ärgerlichen Aufregungen und hässlichen Irritationen zum Trotz, wie sie leider immer wieder und denn doch viel zu häufig auftreten - und mit denen ich mich heute einmal gar nicht beschäftigen werde.

     

    Das Gefühl, hier nicht nur Bleibe sondern wirklich Zuhause empfinden zu können, kam für viele von uns selbst häufig überraschend:

    Der entscheidende Impuls mag zwar individuell höchst unterschiedlich gewesen sein, aber zur eigenen Verblüffung wuchs in den letzten Jahren die Einsicht bei uns behutsam mehr und mehr:

    Wir sind hier doch wieder zuhause.

    Und es verbleibt allerdings noch reichlich Raum zum weiteren Anwachsen und zur weiteren Festigung dieses noch höchst frischen und fragilen Gefühls.

     

    Sind wir Juden hier somit jetzt gerade im Übergangs-Stadium, im Zustand des Provisoriums?

    Nun wissen wir aus der langen jüdischen Geschichte:

    Selten im Leben gibt es etwas Dauerhafteres als ein Provisorium.

     

    Und unsere besondere Erfahrung sagt uns auch:

    Wir müssen gelegentlich einiges ändern, manchmal sogar auch ein klein wenig uns selbst, gerade um die jüdische Substanz zu bewahren.

     

    Das gilt generell natürlich, aber auch im sehr Speziellen, zum Beispiel auch für den ZENTRALRAT, über den in diesen Wochen doch so häufig und auch so heftig geschrieben wurde.

    Denn: Auch den Zentralrat werden wir am Ende nur bewahren können, nicht: obwohl, sondern INDEM wie ihn gemeinsam entschlossen ein Stück verändern.

     

    Wir Juden in Deutschland sind also kräftig unterwegs und mitten in einem  spannenden Wandel.

     

    Wir sind sozusagen doppelt unterwegs:

    Auf dem Weg zum pluralen neuen deutschen Judentum – und zugleich schon seit einiger Zeit im Transit auf dem Weg zur vielfach beschworenen Normalität.

     

    Freilich: Eine Sache ist, allem ungeduldigen Drängen zum Trotz, ganz bestimmt noch nicht normal, wenn ständig hektisch und nervös danach gefragt wird, ob sie denn normal sei.

    Eine verordnete Normalität wird es jedenfalls bestimmt niemals geben.

    Wenn man nicht mehr nach ihr fragte, nie mehr nach ihr fragen müsste – dann, ja dann erst wäre sie wirklich erreicht.

    So weit sind wir aber denn doch noch nicht.

    Denn: Nach den schweren Brüchen, den schmerzhaften Verletzungen, die noch so lange schmerzen werden, dem Menschheitsverbrechen schlechthin wird es noch dauern und muss es sogar noch dauern – alles andere wäre gerade un-normal.

     

    Das Judentum der Zukunft hier wird jedenfalls geprägt sein von sehr viel mehr bunter, munterer , frischer Pluralität nach innen und von neuer, stetig anwachsender Normalität im Verhältnis zur nicht-jüdischen Gesellschaft in Deutschland.

     

    Es wird also sein:

    Pluraler und normaler.

     

    Diese Veränderung erreichen wir gewiss nicht auf einen Schlag oder an einem womöglich sogar präzise zu bestimmenden Datum.

    Auf einen festen Fahrplan mit fixen Ankunftszeiten werden alle peniblen - soll man sagen: typisch deutsch-pedantischen? - Ordnungsfanatiker leider verzichten müssen.

    Es ist auch mehr ein ganz gleitender Übergang

    - kein paukenschlagmäßig einsetzendes "fortissimo", vielmehr ein ziemlich sachtes, feines "glissando".

     

    Die frische Etappe auf der langen, so dramatisch windungsreichen und schicksalsträchtigen Reise des Judentums in Deutschland hat daher doch schon längst begonnen.

    Gegen alle Gesetze der Wahrscheinlichkeit – und allen düsteren Ereignissen um den 9. November 1938 und dem noch viel Schlimmeren, was dann erst noch folgte, zum Trotz - gibt sie uns nun begründete Hoffnung auf eine erneuerte Zukunft.

    Diese neue Zukunft wird nun freilich nicht einfach blind über uns hereinbrechen.

    Sie wird vielmehr am Ende genau das sein, was wir selbst nun gemeinsam aus ihr machen werden.

      


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    TEIL 2 - Redetext von Prof. Dr. Salomon Korn, anläßlich der Gedenkstunde zum 9. November, vom 9.11.2009, aus der Westendsynagoge in Frankfurt am Main...  
     

    Die Spuren der „Reichskristallnacht“

     

    Ansprache, gehalten am 9. November 2009

    in der Westendsynagoge Frankfurt am Main

     

    Von Prof. Dr. Salomon Korn

     

     

    Seit dem Tod meiner Mutter im Dezember 2008 gehe ich frühmorgens in die Synagoge, um dort das Kaddisch der Trauernden zu sagen. Auf meinem Weg fielen mir zunächst schöne Altbauten beidseits der Straße auf. Noch vor einigen Monaten hatte ich im Vorbeifahren deren Detailreichtum nie wahrgenommen. Je öfter ich an ihnen vorüberging und je häufiger ich hinsah, desto schärfer wurde meine Wahrnehmung. Schließlich erblickte ich Fassaden, die dem dahinterliegenden Baukörper kulissenhaft vorgeblendet sind und hinter denen sich unansehnliche Nachkriegsbauten verbergen. Was zu Beginn meiner morgendlichen Spaziergänge harmonische Straßenbilder zu sein schienen, verwandelte sich bei genauerem Hinsehen in Spuren, die der letzte Weltkrieg in Frankfurt hinterlassen hat.

     

    Sein Beginn liegt nun siebzig Jahre zurück. Und dennoch kann wer will,  dessen Langzeitfolgen hinter der Geschäftigkeit des Alltags an vielen Stellen noch heute wahrnehmen: die sichtbaren und weniger sichtbaren Spuren des von Deutschland einst ausgegangenen Zweiten Weltkriegs.

     

    Auf meinem täglichen Weg zur Synagoge fallen mir vor dem einen und anderen Altbau sogenannte „Stolpersteine“ im Bürgersteig auf. Darauf sind Namen jener Frankfurter Bürger und Bürgerinnen jüdischen Glaubens verzeichnet, die bis zu ihrer Deportation in Konzentrations- und Vernichtungslager hier wohnten. Hinter jedem der in den Gehweg eingelassenen metallischen Gedenksteine verbirgt sich eine menschliche Tragödie. Was mag den heutigen Bewohnern durch den Kopf gehen, wenn sie täglich über diese stummen Monumente hinweg das Haus verlassen oder betreten. Rückt dann die sich hier einst abgespielte, auf den „Stolpersteinen“ nur angedeutete Geschichte ihnen buchstäblich auf den Leib? Oder werden diese Menetekel in der Alltagsroutine kaum noch wahrgenommen?

     

    Sichtbare und weniger sichtbare Spuren – siebzig Jahre nach Kriegsbeginn.

     

    Für die deutschen Juden begann dieser Krieg 1933 und erreichte einen ersten Höhepunkt am

    9. und 10. November 1938. Mit der Zerstörung von über 1400 Synagogen während und nach der „Reichskristallnacht“ verschwand eine deutsche Baugattung nahezu vollständig aus dem Bewusstsein der Deutschen. Die Schuldigen wurden nie bestraft.

     

     

    Das 1949 verabschiedete erste Straffreiheitsgesetz für Verbrechen unter dem Nationalsozialismus erging vor allem zugunsten jener Täter, die während der „Reichskristallnacht“ Verbrechen begangen hatten. Unmittelbar nach dem Novemberpogrom war – mit Ausnahme jener, die „Rassenschande“ wegen Vergewaltigungen jüdischer Frauen begangen hatten – kein Täter der „Reichskristallnacht“ zur Rechenschaft gezogen worden. Und nach dem Amnestiegesetz von 1949 blieb ein Großteil der während des 9. und 10. November 1938 begangenen Verbrechen ungesühnt. Mitte der fünfziger Jahre musste fast niemand mehr befürchten, wegen seiner NS-Vergangenheit angeklagt zu werden.

     

    Während zahlreiche Nationalsozialisten über die Amnestiegesetze von 1949, 1951 und das Straf-

    freiheitsgesetz von 1954 wieder zu Amt und Würden kamen und ihre großzügig bemessenen Pensionsansprüche erhielten, machten viele überlebende Opfer bei Beantragung von Wiedergutmachungs- und Entschädigungsansprüchen bittere Erfahrungen: Derselbe Finanzbeamte, welcher vor 1945 die finanzielle Ausplünderung organisiert hatte, trat nun als scheinbar neutraler Sachverständiger in den „Wiedergutmachungs“-Verfahren auf; dasselbe Personal, das einst die „Arisierung“ jüdischen Vermögens und jüdischer Wertsachen im Auftrag des nationalsozialistischen Staates durchgeführt hatte, verzögerte, verschleppte und sabotierte jetzt die materielle „Wiedergutmachung“ an den Opfern des Nationalsozialismus.

     

    Ein Unrechtsbewusstsein im Hinblick auf die „Arisierung“ und millionenfache Ausplünderung  jüdischer Nachbarn war bei der großen Schar der Schnäppchenjäger, Profiteure und „Ariseure“ nicht vorhanden, zumal die „Ariseure“ weder von Gesetzes wegen kriminalisiert noch gesellschaftlich geächtet waren – und es bis heute nicht sind.

     

    Sichtbare und weniger sichtbare Spuren des Krieges: weniger sichtbar, ja, oft unsichtbar für die noch lebenden einstigen Profiteure und deren Nachkommen, schmerzlich sichtbar für die überlebenden Opfer und deren Nachkommen, mit allen daraus entstandenen, transgenerationell wirksam gebliebenen seelischen Folgen.

     

    Ich war elf Jahre alt, als ich an jenem Sommertag des Jahres 1954 in den Keller unseres Hauses im Frankfurter Westend hinabstieg. Eine Kiste mit Büchern weckte mein Interesse. Ich wühlte darin herum, bis ich ein Buch aufschlug, dessen Bilder mich auf abstoßende Weise anzogen: Ausgemergelte Gestalten in längsgestreiften Anzügen und Mützen schoben Leichen auf fahrbaren Gestellen. Männer hatten mit überlangen Zangen Skelette gepackt, die sie hinter sich herzogen. Vor Verbrennungsöfen standen Häftlinge: aus dem Buch heraus starrten sie mich an. Was fraß sich damals in die schutzlose Kinderseele?

     

    Später habe ich gehört und gelesen, dass nicht nur Nachfahren der überlebenden Opfer der nationalsozialistischen Verbrechen mit Traumata kämpfen müssen. Auch Erfahrungen in „Täterfamilien“ hatten in Kindern pathogene Spuren hinterlassen. Es hat in Deutschland einer nahezu fünf Jahrzehnte dauernden „Latenzzeit des Schweigens“ bedurft, bis über dieses unter dem Verdacht der Schuldaufrechnung stehende Thema angstfrei gesprochen werden konnte.

     

    Von einigen meiner nichtjüdischen Freunde hatte ich erfahren: ihre Väter waren als Soldaten und Offiziere überzeugte Nationalsozialisten gewesen. Unserer Freundschaft tat dies keinen Abbruch – im Gegenteil: Ihre kritische Distanz zur Vergangenheit der eigenen Familie und ein rationaler  Umgang damit ist einer der Gründe für unsere Freundschaft. Daraus erwachsene seelische Schäden habe ich bei ihnen nie wahrgenommen – vermutlich wegen ihres aufrichtigen Zugangs zur eigenen Familiengeschichte. Gegenteiliges habe ich vor einigen Jahren bei einer etwa fünfzigjährigen Frau erlebt. Während eines Abendessens in kleinem Kreis erzählte sie von ihrem Vater, einem hohen, einflussreichen SS-Offizier. Seine Vergangenheit hatte er ihr gegenüber hinter eisigem Schweigen verborgen. Auch nach einer 15jährigen, immer noch fortdauernden Psychotherapie – so schilderte sie uns in sympathischer Offenheit – hielt ihre psychische Deformation an, sei es ihr nicht gelungen, aus dem kalten Schatten des übermächtigen Vaters herauszutreten.

     

    Die meist verdrängten Spuren des nationalsozialistischen Menschheitsverbrechens in den Seelen von Nachkommen der Opfer, Profiteure und Täter – siebzig Jahre nach Kriegsbeginn.

     

    In der „Zentralen Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen“ in Ludwigsburg sind auf knapp 1,7 Millionen Karteikarten Täter, Tatorte und Zeugen verzeichnet. Gegen 106.000 Beschuldigte ist wegen NS-Verbrechen ermittelt worden, aber es gab nur 6.498 Urteile. Die Fahnder von Ludwigsburg sammeln sämtliches Material über nationalsozialistische Gräueltaten und bemühen sich, mutmaßliche Verbrecher ausfindig zu machen. Sind die Vorermittlungen abgeschlossen, wird das zusammengetragene Beweismaterial an die zuständige Staatsanwaltschaft geleitet. So auch jüngst im Fall von Iwan „John“ Demjanjuk. Im Juli 2009 wurde er wegen des Vorwurfs der Beihilfe zum Mord in 27.900 Fällen in München angeklagt.

     

    Der in Kürze anstehende Prozess gegen den fast 90-jährigen Demjanjuk hinterlässt bereits heute einen bitteren Nachgeschmack. Gleichgültig, wie das Verfahren gegen ihn ausgehen mag: wie die große Mehrheit der Nazi-Verbrecher hatte er ein insgesamt gutes Leben. Die meisten Überlebenden des von Deutschen verübten nationalsozialistischen Menschheitsverbrechens dagegen leiden bis heute an Traumatisierung, seelischen Schäden und leben nicht zuletzt in materieller Not.

     

    Es gibt zu denken, wenn dem Ukrainer Demjanjuk mit großem Aufwand der Prozess wegen mutmaßlichen Massenmords in Deutschland gemacht wird, Massenmörder, Profiteure und Nazirichter in ihrer Mehrheit nie vor Gericht gestellt wurden.

     

    Siebzig Jahre nach Kriegsende hat die Gerechtigkeit nur schwache Spuren hinterlassen, während  neonazistische Hetze im Internet umso deutlichere hinterlässt .

     

    Dem Jahresbericht von „jugendschutz.net“ zufolge wächst die braune Online-Szene. Das Internet wird immer attraktiver für rechtsextreme Propaganda, weil sich günstig und mit geringem Aufwand viele Menschen, vor allem Jugendliche, erreichen lassen. Seit dem Start der Videoplattform You Tube stellen Nazis zunehmend Videos ins Netz: Hitler-Reden oder indizierte Hass-Musik konnten auf diese Weise für jeden zugänglich gemacht werden. Plattformen finden sich seit geraumer Zeit immer wieder Videos mit rassistischen, antisemitischen oder volksverhetzenden Inhalten. (?)

     

    Die virtuellen Spuren des Antisemitismus im Worldwideweb – 70 Jahre nach Kriegsbeginn.

     

    Deutschland ist eine stabile Demokratie. Undenkbar, dass sich wiederholen könnte, was zwischen 1933 – 1945 im nationalsozialistischen Herrschaftsbereich geschah. Doch Deutschland ist, gemessen an den meisten seiner westlichen Nachbarn, eine junge Demokratie – eine, in der als Folge einer Geschichte permanenter Krisen und militärischer Niederlagen das Nationalbewusstsein nach wie vor von Fragilität gekennzeichnet ist – der Fahnenpatriotismus, ein häufig beschworener kritischer Patriotismus und Appelle, die in forcierter Vaterlandsliebe münden, sind Belege dafür. Die im Raum stehende Frage lautet daher: wie wird sich angesichts dieses immer noch ungefestigten Nationalbewusstseins die Mehrzahl der Deutschen gegenüber religiösen, ethnischen und nationalen Minderheiten verhalten, wenn in Zukunft die Wirtschafts- und Finanzkrise bedrohlicher werden sollte? Wird dann eine wachsende wirtschaftliche Instabilität Auswirkungen auf die mentale Stabilität der Deutschen und auf ihr bisheriges Demokratiebewusstsein haben? Lassen die Ergebnisse der letzten Bundestagswahl nicht auf erste Anzeichen von Gleichgültigkeit und politischem Verdruss schließen, wenn es darum geht, in wirtschaftlich schwierigen Zeiten demokratische Mündigkeit und Verantwortung für das Gemeinwesen zu zeigen?

     

    Siebzig Jahre nach Kriegsbeginn wächst erneut Verunsicherung: Wohin gehen wir?

     

    Wenn ich nach dem täglichen Morgengebet die Synagoge verlasse, führt mein Weg mich zuweilen an dem Haus Liebigstraße 27 b vorbei. In den Gehweg davor sind neun „Stolpersteine“ eingelassen. Mehrere jüdische Familien haben vor dem Krieg oder während der ersten Kriegsjahre in diesem Haus gewohnt, darunter von April 1941 bis zum 18. August 1942 das Ehepaar Elise und Meier Grünbaum. Kurz vor ihrer Deportation versteckten die Grünbaums das Letzte, was ihnen geblieben war, hinter einer Wandverkleidung: Briefe, Dokumente, Fotos und Ausgaben des Jüdischen Nachrichtenblattes. Elise und Meier Grünbaum wurden am 18. August 1942 mit mehr als tausend anderen Juden von der Frankfurter Großmarkthalle aus nach Theresienstadt deportiert und dort am 3. beziehungsweise 22. September 1942 ermordet.

     

    Ende der achtziger Jahre stießen Handwerker bei Sanierungsarbeiten an einem Fenster auf die Schriftstücke. Auf einer undatierten Notiz von Meier Grünbaum, vermutlich aus dem Jahre 1942, heißt es: „Leute, ich bin ja so unglücklich, Ihr wisst gar nicht wie unglücklich ich bin! Ich war doch immer ein rechtschaffener Mann und nun habe ich so ein Leben! Was soll ich noch leben, am besten ich wäre tot. Leute, wo kann ich Rat suchen. Leute, ich bin ja so unglücklich.“

     

    67 Jahre nach der Ermordung des Ehepaares Elise und Meier Grünbaum, 70 Jahre nach Beginn des Zweiten Weltkriegs und 71 Jahre nach dem 9. November 1938 nehme ich auf meinem morgendlichen Weg zur Synagoge Spuren der „Reichskristallnacht“ und Spuren des Krieges wahr. Gleich jenen schönen Altbaufassaden, die mit den hinter ihnen liegenden unansehnlichen Nachkriegsbauten auf den ersten Blick eine Einheit zu bilden scheinen, sind diese Spuren als Teil unserer täglichen Wahrnehmung weitgehend unsichtbar geworden.

     

    Wer unter der Oberfläche des Alltags sie und ihre Langzeitfolgen dennoch sehen will, kann sie in unmittelbarer Nachbarschaft, im Stadtbild aber auch weit darüber hinaus nach wie vor erkennen.


        

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    TEIL 3 - Essay: Propagieren deutsche Medien antisemitische Einstellungen?... 


    Der folgende Beitrag basiert auf dem Beitrag „Deutsche Mainstream-Medien als Propagierer antisemitischer Einstellungen am Beispiel des Nahost-Konlikts?“, veröffentlicht in Berger/Römer-Hillebrecht (Hrsg.), „Juden und Militär in Deutschland“, 2009.

    cover


     

    Propagieren deutsche Medien antisemitische Einstellungen?

     

     

    Sacha Stawski, Frankfurt
    (Honestly Concerned e.V.; Koordinierungsrat deutscher Nichtregierungsorganisationen gegen Antisemitismus)

     

     

    Die Verbreitung antisemitischer Vorurteile, geschichtsrevisionistischer Positionen und des sekundären Antisemitismus sind ohne Massen-Medien undenkbar. Via Satellit wird antisemitische islamistische Propaganda in die Wohnzimmer, zum Bespiel der Migranten transportiert. Deren Kinder sehen weder ZDF noch ARD, sondern deren „heimische“ Medien und werden entsprechend vorprogrammiert. Mit den »Neuen Medien«, dem Internet, erreichen Antisemiten weltweit ein Publikum, das von sich aus keinen antisemitischen Zeitungen oder Flugblättern begegnen würde. Antisemitische Reden wurden in Hinterzimmern gehalten. Die entsprechenden Vereine führten eher ein Schattendasein. Deren Hetze wird inzwischen jedoch von einer breiten Öffentlichkeit »konsumiert«. Über relevante Schlagworte bei der Internetrecherche ist es heute Antisemiten möglich, völlig »unbedarfte Leser« zu erreichen. Etwa wenn ein Schüler ein Referat zum Thema »Jüdische Feiertage« schreiben muss[1], oder ein künftiger Bundeswehrsoldat, der sich über den Traditionsbruch zwischen Wehrmacht und der „Inneren Führung“ der Bundeswehr informieren will. Der Schüler wird unweigerlich auf Ritualmordlegenden zum jüdischen Pessachfest stoßen. Der Soldat wird auf rechtextreme Foren mit »Diskussionen« über die »judaisierte« Bundeswehr gelenkt. Oder er stößt auf »neurechte« Beiträge von ehemaligen Soldaten über fehlenden deutschen Patriotismus, weil man die Vergangenheit wegen der von »den« Juden »diktierten« Schulderinnerungskultur noch nicht »bewältigt« habe. Die Wehrmacht sei wegen »vereinzelter Verbrechen« in Bausch und Bogen für traditionsunwürdig erklärt worden. Für jede noch so obskure antisemitische Position findet man ein Internetforum. Mit der Eingabe von sogenannten „Tags“ und einer Vielzahl von Schlagworten sorgen Spezialisten dafür, dass die einschlägigen Seiten der Suchmaschinen hoch im Kurs stehen und als erste angegeben werden, während seriöse Seiten ohne politische Absichten bei den Tausenden „Treffern“ ins Abseits rücken.

    Vergleichbares wird in den seriösen Medien nicht geboten. Meinungsvielfalt und »Mediendemokratie« haben im Internetzeitalter auch ihre Schattenseiten...

    Neben den direkten antisemitischen Beeinflussungsversuchen eines Publikums, das nur über eine Satellitenschüssel oder einen Internetanschluss verfügt, formen auch »Mainstream-Medien« unsere Sicht auf die politischen Geschehnisse dieser Welt. Die Massenmedien filtern für die Meinungsbildung „wichtige Informationen und beeinflussen so das Bewusstsein der Menschen, für die sich die gesellschaftliche Realität zunehmend über die Medienrezeption erschließt.“[2] „In der modernen Kommunikationsgesellschaft leben wir in einer Welt von künstlich erzeugten Bildern. Sie definieren das, was wir für die Realität halten und wonach wir unser Denken, Meinen, Fühlen und Handeln ausrichten.“[3] Kommunikation wird so zum „strategischen Spiel“[4]. Verlierer ist, wer seine Sicht der »Wirklichkeit« nicht transportieren kann. Bei unendlich vielen realen politischen Fragen kommt es darauf an, ein politisches Problembewusstsein zu schaffen. Ebenso muss die eigene Sicht als vorherrschende Meinung zu der aktuellen Frage diktiert werden.

    Als Illustration kann das am Beispiel des Nahostkonflikts verdeutlicht werden: Die Häufigkeit der Berichterstattung über den Nahostkonflikt, wo mit „bemerkenswerter Akribie“[5] fast jeder Tote, und jedes noch so unwahre „Massaker“[6] vermeldet wird, steht im krassen Gegensatz zu der „Gleichgültigkeit, mit weit blutigeren Konflikten auf der Welt – vom anhaltenden Völkermord in Darfur mit seinen 400 000 Tote und mindesten 2,5 Millionen Flüchtlingen, dem Krieg im Kongo mit über vier Millionen Toten und Vertriebenen bis nach Tschetschenien, wo geschätzte 150.000 – 200.000 gestorben sind und bis zu einem Drittel der Bevölkerung vom russischen Militär vertrieben wurde. ... Ginge es bei dem Nahostkonflikt um Streit unter Palästinensern und anderen Arabern, Moslems oder anderen Gegnern, hätte er nur einen Bruchteil des Interesses gefunden.“[7] Offenbar ist der israelisch-palästinensische Konflikt Teil eines politischen Interessenschwerpunktes.. Andere Konflikte jedoch nicht.

    Es gibt viele Begründungen für das auffällige Interesse ausgerechnet am Nahostkonflikt. Die mediale Aufmerksamkeit führt bei unterschiedlichen Interessengruppen und Konfliktparteien zu einem »Kommunikationszwang«: Sie müssen geradezu Position zu diesem Konflikt beziehen. Selbst ihr Schweigen wird noch interpretiert.

    Der dadurch verursachte Kommunikationszwang führt zum „Kampf um Vorteile in der öffentlichkeitswirksamen und mehrheitsbildenden Definition“[8] der »Wirklichkeit«. Was die Bewertung des Nahostkonflikts betrifft, bestätigten mehrere Untersuchungen[9] eine Tendenz, wonach die deutsche Presse zunächst ein durchgehend positives Israelbild zeichnete. Ab 1973 erfolgte eine Differenzierung und partielle pro-arabische Orientierung. Ab 1982, mit dem ersten Libanonkrieg, kam nachhaltige Kritik an Israel zum Tragen.

    Den nicht parteigebundenen Medien kommt eine besondere Verpflichtung zur neutralen Berichterstattung zu. Die wird aber durch zahlreiche Faktoren durchbrochen: Im Kampf um Zuschauerquoten zählen aufsehenerregende Bilder mehr als Hintergrundberichte, durch die notwendige Kenntnisse zum Verständnis der komplexen Sachverhalte vermittelt werden.[10] Die Verwendung von »Sensationsbildern« führt zu einer unwillkürlichen Parteinahme: So werden in der Berichterstattung über den Nahostkonflikt regelmäßig palästinensische Opfer gezeigt. Die werden von der palästinensischen Seite den Medien »verfügbar« gemacht, während israelische Opfer aus ethischen Rücksichten in der Regel nicht vor den Kameras präsentiert werden.[11]

    Da westliche Medien auf »inländische« Journalisten oder deren Bildmaterial zurück greifen, ist die Neutralität der Berichterstattung nicht gewährleistet, zumal die verantwortlichen westlichen Korrespondenten aus unterschiedlichen Gründen nicht „vor Ort“ sein können, weil sie befürchten müssen, von der Hamas im Gazastreifen entführt zu werden, oder weil Israel sie auch „Sicherheitsgründen“ nicht mehr in den Gazastreifen einreisen lässt.

    Die Überprüfung der Richtigkeit der Informationen in der schnelllebigen Nachrichtenwelt kann erfahrungsgemäß nicht mit der gebotenen Zeit und Sorgfalt erfolgen.[12] Die zahlreichen, regelmäßigen Skandale um gestellte oder gefälschte Bilder und Nachrichten aus den Palästinensergebieten oder dem Libanon, mitsamt der emotionalen Vereinnahmung des Zuschauers (getötete Kinder, zerstörte Gebäude etc.), führen jedoch nach der Entdeckung einer Fälschung nur in wenigen Fällen zu einer Richtigstellung. Nachdem im Jahr 2002 ein angebliches Massaker der Israelis an hunderten und gar Tausenden Palästinensern im Flüchtlingslager von Dschenin große Schlagzeilen gemacht hat, wen interessiert es dann noch, dass dort 23 israelische Soldaten und 52 Palästinenser getötete wurden, von denen zwei Drittel Kämpfer waren, die sich noch dazu der „Kriegsverbrechen“ schuldig gemacht haben?[13]

    Ein ähnliches Phänomen gab es 2006 im Libanon, als in Kana angeblich durch einen israelischen Luftangriff 50, 60 oder gar 80 Zivilisten im Keller eines vermeintlichen Wohngebäudes ums Leben kamen. Wie sich später herausstellte, wurden Tote aus den Leichenkammern des Krankenhauses von Tyros antransportiert, um sie in die Kameras zu halten. Das IKRK wusste schon an jenem Sonntag, dass es „nur“ 28 Tote gab. Als aber erst am Donnerstag die amerikanische Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch tatsächlich die Namensliste der 28 Toten veröffentlichte (wobei eine alte Frau aus Kana zufällig im Hospital von Tyros an einem Herzversagen verstorben und auch noch fälschlich bei den Opfern des israelischen Angriffs mitgezählt worden war) sahen sich die internationalen Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, ap und andere nicht mehr veranlasst, die eigenen, zuvor veröffentlichten falschen Zahlen nach unten zu korrigieren.

    Gefälschte Fotos und Nachrichten[14] beeinflussen die reale Erinnerung des Publikums. Islamistische Terrororganisationen achten tunlichst darauf, medial nie als aktive Kämpfer in Erscheinung zu treten, sondern nur als Opfer oder als unterlegener palästinensischer jugendlicher Steinewerfer gegen einen israelischen Panzer. Andererseits lässt die israelische Armee die Presse zu. So entsteht beim Publikum zwangsläufig das unzutreffende Bild vom Aggressor Israel. Deutsche Medien räumen ab und zu durchaus selbstkritisch ein, dass auf diese Weise Fehleindrücke vermittelt werden.[15]

    Massenmedien filtern für die Meinungsbildung wichtige Informationen. Mit den Prinzipien neutraler Berichterstattung ist das oft nicht vereinbar. So beeinflussen sie die Einstellung der Menschen, für die sich die eigene gesellschaftliche Realität zunehmend über die Medienrezeption erschließt.

    Die kundengerechte Aufbereitung von Sachverhalten führt zudem zu »systemimmanenten« Vereinfachungen in der Berichterstattung. Das bietet Anknüpfungspunkte für antiisraelische Klischees und antisemitische Vorurteile. Eine solche Vereinfachung trifft für die vereinfachend-verfälschende Berichterstattung über die »Apartheitsmauer«[16] zu, jenem gegen Terrorismus errichteten Schutzzaun Israels. Man sieht es auch bei der angeblich für den Zuschauer »griffige«, aber zutiefst antijüdische Charakterisierung der Konfliktparteien gemäß dem »David-Goliath-Prinzip«, bei dem »der« Israeli immer der »Vergeltende«, der aktive wie rachsüchtige Kriegstreiber und militärisch überlegene Unterdrücker ist. Ähnlich ist der Konflikt von einer barbarischen »Auge-um-Auge«-Ethik des »Alten« Testament geprägt. Die Verwendung solcher antijüdischer Stereotype erfolgt häufig unbewusst. Vielen Journalisten sind der antisemitische Hintergrund und die Kontinuität dieser aus dem Frühchristentum stammenden Profilierungsabsicht des Christentums gar nicht bewusst.

    Zu dem Begriff „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ erklärt das Alte Testament, dass „Wenn der Herr seinem Sklaven ein Auge ausschlägt, der Herr dem Sklaven die Freiheit gewähren muss“. Das hat nichts mit Rache zu tun, sondern der Herr erhält eine Geldstrafe, weil er sich einen neuen Sklaven kaufen muss. Der geschädigte Skla­ve jedoch erhält die höchste damals denkbare Entschädigung, nämlich Freiheit.

    Als Antithese zur christlichen Ethik der Nächstenliebe wurde dem Judentum eine vermeintlich rachsüchtige Ethik zugeschrieben. Reaktionen Israels auf den Terror werden in den »Schlagzeilen« so dargestellt, dass danach die israelischen Soldaten als die aktiven Gewalttäter erscheinen[17]. Grund oder Anlass für israelische Militäraktionen werden einfach weggelassen oder bestenfalls nach der Aktionsschilderung erwähnt.[18] Pauschale Schilderungen sprechen von »jüdischen« Siedlungen statt von israelischen Siedlungen. Mit der zusätzlichen Qualifizierung „gemäß internationalem Recht illegalen jüdischen Siedlungen“ wird suggeriert, es  gebe ein Völkerrecht, das speziell Juden verbietet, in bestimmten Gebieten zu wohnen.

    Artikel 49 der Genfer Konvention von 1949, formuliert aufgrund der Erfahrungen mit Nazideutschland, sieht vor, dass der Besetzer nicht seine eigene Bevölkerung in das besetzte Land „deportieren oder verschleppen“ darf (deport oder transfer). Manche sagen, dass danach die so genannten „jüdischen“ Siedlungen, in denen auch christliche und sogar muslimische Familien „siedeln“, als völkerrechtswidrige Einrichtungen anzusehen seien. Gleichwohl hat wohl noch niemand ernsthaft behauptet, dass die israelischen Siedler mitsamt ihrer „radikalen“ Ideologie „deportiert oder verschleppt“ worden seien. Wenn umgekehrt argumentiert wird, dass in Israel ein blutiger Bürgerkrieg ausbrechen könnte, falls die Regierung es wagen sollte, diese vermeintlich „deportierten und verschleppten“ Siedler wieder in das Staatsgebiet Israels zurückzuführen, wird damit die gegen Israel gerichtete Deportationsthese deutlich widerlegt.

    Wahrheitswidrig wird ebenso behauptet, dass es sich bei der Mehrzahl der israelischer Einwohner im Gebiet jenseits der Demarkationslinie von 1949 um eine schießwütige, ultrarechte und von einer archaischen Ethik getriebene Radikalengruppe handele, die schutzlose Palästinenser unterdrücke. So ist es kein Wunder, wenn über die Hälfte der Befragten der seit 2002 jährlich durchgeführten Studie »Deutsche Zustände« kontinuierlich der folgenden Aussage zustimmen: »Was der Staat Israel heute mit den Palästinensern macht, ist im Prinzip auch nichts anderes als das, was die Nazis im Dritten Reich mit den Juden gemacht haben«.  Bei einigen Befragten dient hier die Holocaust-Relativierung zur Entlastung der eigenen, oft fälschlich als Kollektivschuld empfundenen Zugehörigkeit zum »Tätervolks«. Diese »Erinnerungsabwehr« ist ein Phänomen des „sekundären Antisemitismus“.

    In Israel, der einzigen echten Demokratie in Nahost, gibt es einen lebhaften Diskurs über die Operationsführung der israelischen Armee. Kritik an der staatlichen Politik ist völlig legitim. Die innerisraelische Bewertung der Lösungsansätze einer »Zwei-Staatenlösung« ist Teil der heftig diskutierten Kontroverse um die eigene Zukunft. Sie hat nichts mit der von anderen betriebenen Dämonisierung Israels als »zionistischem Aggressor« und »imperialistischem Brückenkopf« oder als Exponent des von der »Ostküste der USA« gesteuerten Imperialismus zu tun. Einer derartigen »antizionistischen« Denkweise entspricht im Gegenbild häufig die „Idealisierung“ eines angeblich seit Jahrhunderten »judenfreien« Palästinas. Das Ziel der Argumentation ist dabei die Eliminierung der »jüdischen Kolonie« oder des »zionistischen Staatsgebildes«. In dieser Gut-Böse-Dichotomisierung wird »den« Juden als »unnatürlichem Volk« die Berechtigung auf ein eigenes Staatswesen abgesprochen.[19] Hier wird die Grenze zum Antisemitismus[20] deutlich überschritten.

     

    Diese Sichtweise ist oft mit einer Relativierung der Schoah durch einen Vergleich der israelischen Palästinenserpolitik mit der Judenverfolgung durch das NS-Regime verbunden. Es werden doppelte Standards angewendet, indem das israelische Verhalten nach anderen Maßstäben als die Politik anderer Staaten beurteilt wird. Es ist purer Antisemitismus, wenn antisemitische Stereotype auf den Staat Israel übertragen werden oder umgekehrt Kritik an Israel allen Juden in der Welt angelastet wird.[21]

    Derartige antisemitische Untertöne und Bewertungsverzerrungen werden nicht selten in die Berichterstattung aufgenommen, auch dadurch, dass die Auswahl von „Experten“ und kompetenten Augenzeugen auf bestimmte Persönlichkeiten beschränkt wird. Die deutschen Medien bedienen sich dafür z. B. gerne solcher Juden oder Israelis, die innerhalb der jüdischen Gemeinschaften oder Israels nur eine Minderheitsmeinung vertreten, aber die in Deutschland vorhandenen Vorurteile bestätigen. Immer wieder befragt werden linksextreme oder »postzionistische« Israelis, deren Gewicht und Bedeutung in der heterogenen jüdischen Diskurskultur bestenfalls im Promillebereich liegen. Einer der populärsten Interviewpartner in den deutschen Medien gestand einmal, seine ideologischen Anhänger in Israel in einer Telefonzelle versammeln zu können. Auch andere vielzitierte israelische „Experten“ gelten in ihrem Land als wenig beachtete Extremisten, deren Ansichten für die Gesamtbevölkerung als so repräsentativ angesehen werden wie etwa diejenigen eines Horst Mahler für Deutschland. Gleichwohl werden sie häufig in den Printmedien zitiert und fast täglich gebeten, die „tatsächliche“ Stimmung in Israel darzustellen.

    So entsteht auch mit Hilfe ausgewählter „israelkritischer“ jüdischer Globalisierungsgegner ein überzeichnetes, negatives Israelbild. Antisemitische Positionen können unter Berufung auf diese »Experten« dann mit einer scheinbar unwiderlegbaren Legitimation versehen werden.

    Ähnliches trifft auf »Expertenmeinungen« deutscher, nicht-jüdischer Interviewpartner und prominenter Talkshowgäste zu, die ihre kaum verdeckten antisemitischen Einstellungen oft unwidersprochen äußern dürfen.[22] Wenn angebliche Experten und Politiker sich über die Umwegkommunikation einer antiisraelischen Kritik offen antisemitisch präsentieren, treten Medien als Verstärker von Vorurteilen und nicht als Übermittler von Tatsachen zum Nahostgeschehen auf. Dieser »Diskurs« eines Teils der Medieneliten erzeugt einen »Handlungsbedarf«, der dann von den antisemitischen Vertretern an den »Stammtischen« eingeklagt wird. Vielleicht wird ein derartiges Vorgehen der Dramaturgie im Kampf um Zuschauerquote oder Auflagenstärke gerecht. Mit einer unvoreingenommenen Annäherung an die Wirklichkeit und einer sachlichen Auseinandersetzung hat es allerdings nichts zu tun.

    Die Mechanismen heutiger Berichterstattung und das vor Ort zur Verfügung stehende Pressepersonal haben häufig - gewollt oder ungewollt - eine, tendenziell antiisraelische Berichterstattung zur Folge. Manche Journalisten schöpfen zudem unreflektiert aus dem Jahrtausende alten antijüdischen Motivvorrat. Sie müssen sich dabei nur der verbreiteten Negativklischees gegenüber den Juden bedienen.

    Oft unbewusst, manchmal aber bewusst transportierte antijüdische Vorurteile verstärken so beim Publikum die Negativsicht »des« Israeli, bzw. »des« Juden.[23] Die dabei zu erkennenden Wirkungsmechanismen sind im  Einzelnen nicht immer leicht zu erfassen. „Die Medienwirkungsforschung hat es schwer, den Einfluss der veröffentlichten Meinung in den Massenmedien auf die Meinung und das Verhalten der Bürger nachzuweisen.“[24] Plausible Annahmen zu den Ursachenketten sind aber durchaus  möglich.

    Massenmedien können einen Vorurteilskomplex zumindest verstärken: Die Übertragung antiisraelischer Einstellungen auf »das« Judentum ist ein kontinuierlich in der Praxis bewiesener Tatbestand. Ein Beispiel: Während des »Gaza-Kriegs« 2009 wurde während des Endspiels eines Fußball-Jugendturniers in Frankfurt die A-Jugend des jüdischen Vereins Makkabi Frankfurt von den Zuschauern als »Kindermörder« und »Besatzer« ausgebuht.[25] Auf so genannten »Friedensdemonstrationen« gegen die israelische Militäroperation im Gazastreifen Ende 2008/Anfang 2009 schrieen Demonstranten »Juden ins Gas«[26], »Vergast die Juden«[27] oder »Tötet die Juden«[28]. Diese Übertragung der Verantwortung für das Vorgehen Israels auf das Kollektiv der Juden wird auch empirisch bestätigt: 44 Prozent der Befragten der Umfrage »Deutsche Zustände« (2004) stimmten der Aussage zu, angesichts der israelischen Politik könnten sie verstehen, wenn man etwas gegen Juden habe. Verschwörungstheoretische Bilder vom »Weltjudentum« wurden auf den Nahostkonflikt übertragen.

    Diese Interpretation entspricht auch der Vorstellung „Jews are more loyal to Israel than to their country”. Das ergab eine Erhebung der „Anti-Defamation League“ (ADL) im Dezember 2008 und Januar 2009 in sieben europäischen Staaten auch für Deutschland. 53 Prozent der deutschen Befragten stimmten zu. Übertroffen wurde dieser Prozentsatz nur noch durch Polen und Spanien.[29]

    Alle empirischen Untersuchungen im letzten Jahrzehnt zeigen einen signifikanten Zusammenhang zwischen klassischem Antisemitismus und antiisraelischen Einstellungen. Das legt offen, dass der so genannte Antizionismus sehr häufig nur eine Chiffre für Antisemitismus ist. In einer Überblicksstudie der EU-Agentur für Grundrechte (FRA) in Wien wurde die Frage gestellt, ob Gewalt gegen Juden in Europa eher antiisraelisch oder antisemitisch motiviert sei. Eine klare Mehrheit antwortete auf diese Frage, dass der Grund im Hass auf Juden zu suchen sei. Dies belegt die Befunde früherer Umfragen, wonach zwar äußere Anlässe im Nahost-Konflikt die Zahl antisemitischer Straftaten anwachsen lässt, dahinter aber grundsätzlich antisemitische Dispositionen zu vermuten sind.[30]

    Mit Gewissheit ist die allgemeine Berichterstattung in Deutschland nicht pauschal antiisraelisch oder gar antisemitisch. Die Medienberichterstattung kann aber durch antisemitische »Untertöne« in ihrer Berichterstattung, durch die Auswahl der Interviewpartner und Bilder sowie durch die leichtfertige Übernahme von unzuverlässigen und gefälschten Informationen zur Bekräftigung und Verfestigung antisemitischer Vorurteile bei Zeitungslesern, Fernsehzuschauern und Radiohörern beitragen. Ihr Beitrag zur Sachaufklärung hält sich demgegenüber eher in Grenzen.

    Untersuchungen im Rahmen der Kultivierungshypothese[31] deuten auf eine gegenseitige Verstärkung der TV-Rezeption und der stereotypen Überzeugungen hin.

    Ein bescheidenes Korrektiv bieten in diesem Zusammenhang etwa die Anti Defamation League, MEMRI (Middle Eastern Media Research Institut, mit dem Schwerpunkt arabische Medien) und die deutsche Initiative Honestly Concerned.

    Der Presserat und vor allem die Journalistenschulen sollten in der Wahrnehmung und Bekämpfung von Antisemitismus vorbeugende Pressearbeit leisten: Nicht allein die Aufklärung über rechtsradikale Glatzköpfe, sondern die kritische, kontinuierlich begleitende Analyse der eigenen Arbeit sollten dabei die Grundlage bilden.

    Der Skinhead steht offen, für jeden erkennbar, zu seinen rechtsradikalen Ansichten. Die viel größere Gefahr kommt aus der Mitte unserer Gesellschaft, von all jenen Gutmenschen, die ihren Antisemitismus als Antizionismus tarnen. „Ausgewogenheit“ bedeutet keineswegs, genauso oft einen Israeli abzubilden wie einen Palästinenser, wenn dabei nicht der entsprechende Kontext beachtet wird[32]. Typisch dafür war eine Untersuchung der „Ausgewogenheit“ der Fernsehberichterstattung vor einigen Jahren. Die öffentlich-rechtlichen Sender bescheinigten sich darin eine angeblich unangreifbare Ausgewogenheit, weil sie Arafat und Scharon in Sekunden gerechnet fast genauso lang gezeigt hätten. Nicht geprüft wurde jedoch, wie diese beiden Kontrahenten gezeigt wurden. Wenn Arafat stets nur als Friedensaktivist dargestellt wird, während Scharon in der Berichterstattung für „Vergeltungsschläge“ zu (nicht gezeigten) Terroranschlägen steht, dann kann man nicht von „Ausgewogenheit“ sprechen.  

    Unwissenheit kann keine Entschuldigung für Multiplikatoren mit Verantwortung sein – weder in den Medien, noch in der Politik.



    [1]      David Gall, Gleichgültig? Unerfahren? Hilflos? Antisemitismus und Neue Medien, in: hagalil.com 05-02-2004.

    [2]      Christoph Butterwegge, Das Thema Migration in deutschen Massenmedien. Medienberichterstattung - Abbau oder Verstärkung von Vorurteilen?, in: Landeszentrale der politischen Bildung Baden-Württemberg (Hrsg.), Zeitschrift Zuwanderung und Integration, 56. Jahrgang, Heft 4 2006, 254-259, 254.

    [3]      Richard Münch, Dynamik der Kommunikationsgesellschaft, Frankfurt am Main, 1995, 101.

    [4]      Richard Münch, a. a. O., 83.

    [5]      Ulrich Sahm, Deutsche Medien und der Nahostkonflikt, in: Klaus Faber/Julius H. Schoeps/Sacha Stawski (Hrsg.), Neu-alter Judenhass. Antisemitismus, arabisch-israelischer Konflikt und europäische Politik, Berlin, 2. Auflage, 2007, 133-144, 135.

    [7]      Efraim Karsh, Israels Krieg gegen die Hamas und ein altes Vorurteil des Westens, in: Jerusalem Center for Public Affairs, Strategische Informationen zur Außen- und Sicherheitspolitik Israels, Jerusalem, 2009.

    [8]      Richard Münch, a. a. O., 84.

    [9]      Vgl. u. a. Hannah Bloch, Hochgerüstete High-tech-armee gegen ziellose Guerilla-truppe? Synchronisation der Berichterstattung deutscher Zeitungen über den Libanonkrieg, Wissenschaftliche Arbeit zur Erlangung des akademischen Grades Magister Artium im Fach Publizistik- und Kommunikationswissenschaft der Freien Universität Berlin, München, 2006 sowie Astrid Hub, Das Image Israels in deutschen Medien zwischen 1956 und 1982, Frankfurt am Main, Berlin, Bern, New York, Paris, Wien, 1998 sowie Margot Sonnenberg, Die Friedenspolitik des Staates Israel und ihre Darstellung in der überregionalen Presse der Bundesrepublik Deutschland. Von der EG-Deklaration in Venedig, Juni 1980, bis Ende der ersten Amtsperiode Ministerpräsident Begins am 30. Juni 1981, Dissertation, Aachen, 1982.

    [10]     So berichtet der langjährige Nahost-Korrespondent und Journalist Sahm über die Mutter eines palästinensischen Selbstmordattentäters: „Die lachenden Kinder neben der Mutter sind ein Hinweis dafür, das an der Szene etwas nicht stimmte. Unglaubwürdig wird die »Trauer« dieser Mutter zudem, wenn man später in Nachrichtenagenturen lesen kann, wie sie die »Heldentat« ihres Sohnes lobt und sich wünscht, dass auch ihre anderen Kinder zum »Schahid« (Märtyrer) werden mögen. »Ich habe den Auftrag, ein emotionales Stück zu machen« sagte die Redakteurin eines deutschen Fernsehsenders. Deshalb waren für sie nur die Bilder der gestellten »Trauer« brauchbar. Der Wunsch, andere Kinder in den Tod zu schicken, passte »nicht ins Konzept«.“ Ulrich Sahm, Antisemitische Stereotypen in der Nahost-Berichterstattung, in: JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis (Hrsg.), D-A-S-H Dossier #7: Analysen und Statements zum Nahostkonflikt aus deutscher Sicht, München, 2005.

    [11]     Ulrich Sahm, a. a. O.: „Die Mentalität der Konfliktparteien führt zu unterschiedlich »starken Bildern« trotz identischer Wirklichkeit. So bemühen sich die Israelis, ihre eigenen Opfer möglichst nicht abzubilden. Kameras werden nicht in Krankenhäuser zugelassen, wenn blutüberströmte Verletzte behandelt werden. Bei Anschlägen bemühen sich die Kameraleute, allzu »grafische« Aufnahmen zu vermeiden. Bilder der Toten wurden nur in Ausnahmefällen freigegeben. … Die Palästinenser kennen keine Pietät gegenüber ihren Toten. TV-Kameras werden in Operationssäle der Krankenhäuser eingelassen, wo die Ärzte zur Seite rücken, damit der eintretende Tod gefilmt werden kann. Angehörige werden nicht gefragt, ob »ihr« Toter für politische Zwecke instrumentalisiert werden dürfe. Kameras filmen bei den Kühlschränken der Totenkammern. Im palästinensischen Fernsehen werden Nahaufnahme tödlicher Wunden in ständiger Wiederholung gesendet. Für die Palästinenser sind diese grausigen Bilder eine Stärkung des Kampfgeistes.“

    [12]     So berichtete der Norddeutscher Rundfunk/Fernsehen am 09. August 2006 selbstkritisch unter der Überschrift »Wahrheit und Fälschung. Bilderflut vom Krieg«: Eine Bilderflut überschwemmt täglich die Medien. Aber welchem Bild kann man noch trauen? Reuters musste bereits gefälschte Fotos zurückziehen. Über Inszenierungen und Instrumentalisierungen wird spätestens seit den Angriffen auf Kana und die Bilder der Kinderleichen spekuliert. Journalisten und Redaktionen sind geradezu hilflos, wenn es darum geht, Quellen zu überprüfen und Sachverhalte differenziert darzustellen.“

    [13]     Vgl. Tobias Kaufmann, In Blüms Dschenin. Journalisten und Politiker fördern durch Fahrlässigkeit, Unterlassung und Vorsatz die israelfeindliche Haltung deutscher Medienkonsumenten, in: Klaus Faber/Julius H. Schoeps/Sacha Stawski (Hrsg.), Neu-alter Judenhass. Antisemitismus, arabisch-israelischer Konflikt und europäische Politik, Berlin, 2. Auflage, 2007, 91-105, insbes. 98-99.

    [14]     Siehe z,B. Honestly Concerned e.V., “Pallywood 3 – Eine fast perfekte Inszenierung der Hamas”; http://honestlyconcerned.info/bin/articles.cgi?ID=PR16908&Category=pr&Subcategory=16

    [15]     Norddeutscher Rundfunk/Fernsehen am 09. August 2006 selbstkritisch unter der Überschrift »Wahrheit und Fälschung. Bilderflut vom Krieg«: „Sehr viele Zuschauer werfen uns vor, wir würden Hofberichterstattung leisten für die USA und für Israel. Wir würden einseitig zugunsten Israels berichten und wir würden das Vorgehen der israelischen Armee verharmlosen. Das ist eigentlich der Haupttenor der Rückmeldungen, die wir hier bekommen. Ganz sicher eine falsche Rückmeldung. Vielleicht die Folge von Bildern, die nur die israelischen Truppen in Aktion zeigen. Ihre Gegner, die Hisbollah-Kämpfer bleiben unsichtbar.“

    [16]     Vgl. Georg M. Hafner, Antisemitismus in den Medien? Der Nahostkonflikt und die westliche Presse, Vortrag zur Eröffnung der 22. Woche der Begegnung mit dem Judentum in Hamm am 12. März 2006, 4: „»Berliner Mauer«, »Schandmauer« oder »Apartheid-Mauer« lesen und hören wir, und die Bilder belegen das jeweils eindrucksvoll. Dass aber von den geplanten 640 km nur 37 km (5,3%) aus Beton sein werden, erfährt der Leser nicht. Der Zaun wird als Kriegsverbrechen gebrandmarkt, als Verletzung der Menschenrechte, als sei über Nacht der alte DDR-Sperrzaun wiedererrichtet und spalte ein einig Volk von Brüdern und Schwestern. Dabei ist der Zaun ein Zaun und er kann abgebaut oder verändert werden, alle Optionen sind offen. Die durch Selbstmordanschläge getöteten Menschen dagegen werden nie mehr ins Leben zurückfinden können. Und dass die Zahl palästinensischer Selbstmordanschläge durch den Zaunbau deutlich zurückgegangen ist, interessiert in diesem Zusammenhang die wenigsten. Wird anderswo ein vergleichbarer Zaun errichtet, bringt das keinen Journalisten in ernsthafte Wallung. Der Zaun zwischen Pakistan und Indien ist fast auf den Kilometer genau so lang wie der israelische, bestückt mit Minen und Sensoren, und er schafft einseitig Fakten, er bringt ebenfalls Beschlagnahmung von Land und die Separierung unschuldiger Bauern von ihrem Boden mit sich. Aber ein vergleichbarer Aufschrei ist mir nicht bekannt, eben so wenig bei der Sperrmauer zwischen Katholiken und Protestanten im nordirischen Belfast, auch sie meterhoch und Territorien zerschneidend. Und wenn sich die spanischen Enklaven Ceuta und Melilla gegen schwarze Emigranten aus Mali und Niger abschotten, mit Stacheldraht und Minen und mit bis an die Zähne bewaffneten Soldaten, dann gibt ist es Europa diskreten Beifall dafür und die Flüchtlinge, die bereits an dieser Grenze verblutet sind, werden als tragische, aber keineswegs unschuldige Opfer betrachtet. Schließlich gibt es kein Recht auf ein besseres Leben.“

    [17]     Vgl. Sacha Stawski, Das Bild Israels in den Köpfen der Menschen. Antisemitismus, Nahostkonflikt, Medienberichterstattung und Medienkritik seit Beginn der Al-Aqsa-Intifada, in: Klaus Faber/Julius H. Schoeps/Sacha Stawski (Hrsg.), Neu-alter Judenhass. Antisemitismus, arabisch-israelischer Konflikt und europäische Politik, Berlin, 2. Auflage, 2007, 117-131.

    [18]     Vgl. Esther Schapira/Georg M. Hafner, Entlastungsantisemitismus in Deutschland, in: Klaus Faber/Julius H. Schoeps/Sacha Stawski (Hrsg.), Neu-alter Judenhass. Antisemitismus, arabisch-israelischer Konflikt und europäische Politik, Berlin, 2. Auflage, 2007, 73-83, insbes.: 78-79.

    [19]     Vgl. ausführlich Lars Rensmann, Demokratie und Judenbild. Antisemitismus in der politischen Kultur der Bundesrepublik, Wiesbaden, 2004, insbes. 318-321.

    [20]     Eine relativ einfache Faustregel zum Thema "Antisemitismus" stellte Nathan Scharansky auf: „Der Kampf gegen Antisemitismus ist keine genaue Wissenschaft. [...] Dazu müssen klare Kriterien entwickelt werden. Ich schlage dazu die Kriterien vor:
    Der Antisemitismus war immer an der Dämonisierung von Juden zu erkennen, dem Doppelstandard, mit dem Juden gemessen wurden, und der Delegitimierung von Juden. Tritt der Antisemitismus heute im Deckmäntelchen antiisraelischer Kritik auf, lässt er sich mit Hilfe dieser Kriterien von legitimer Israel-Kritik klar unterscheiden. Wird Israel dämonisiert, mit doppeltem Maßstab gemessen oder stereotyp delegitimiert? Dann ist es keine politische Kritik, sondern Antisemitismus, der sich "political correct" gebärden will…“; WELT - "Der Feind unterscheidet nicht zwischen Israelis und Juden", http://www.welt.de/print-welt/article310400/Der_Feind_unterscheidet_nicht_zwischen_Israelis_und_Juden.html.
    Eine wesentlich genauere „Working Definition“ von Antisemitismus kann auf den Seiten der European Union Agency for Fundamental Rights (ehemals EUMC) nachgelesen werden, siehe dazu auch http://honestlyconcerned.info/was_ist_antisemitismus.html.

    [21]     Vgl. Aribert Heyder/Julia Iser/Peter Schmidt, Israelkritik oder Antisemitismus? Meinungsbildung zwischen Öffentlichkeit, Medien und Tabus, in: Werner Heitmeyer (Hrsg.), Deutsche Zustände, Folge 3, Frankfurt/Main 2005, 144-165, 146-147.

    [22]     Vgl. hierzu Esther Schapira/Georg M. Hafner, a. a. O., etwa über Udo Steinbach, ehemaliger Leiter des Orientinstituts, 77-78.

    [23]     Vgl. Siegfried Jäger/Margarete Jäger, Medienbild Israel. Zwischen Solidarität und Antisemitismus, Münster-Hamburg-Berlin-Wien-London, 2003 sowie dazu Andrea D. Bührmann, Chancen und Risiken angewandter Diskursforschung, in: http://www.lrz-muenchen.de/~Diskursanalyse/doc/Vortrag_buehrmann.pdf, April 2004.

    [24]     Richard Münch, a. a. O., 85 zum generellen Problem.

    [25]     Hans Riebsamen, Auf dem Fußballplatz als „Kindermörder“ beschimpft, in: Rhein-Main-Zeitung vom 11. Februar 2009.

    [26]     Vgl. Sarah Maria Brech, Europas Antisemiten leben ihren Judenhass aus, in: Welt-Online, Politik, vom 7. Januar 2009.

    [27]     Honestly Concerned e.V., Januar 3, 2009 - Hamas Fahnen, "Vergast die Juden" und "Allah-U-Akbar"-Rufe auf Frankfurts Straßen und mehr... - Fotos und Audio Aufnahmen, http://honestlyconcerned.info/bin/articles.cgi?ID=PR21609&Category=pr&Subcategory=16.

    [28]     Vgl. Landesamt für Verfassungsschutz Baden-Württemberg, 02/2009 - IGMG organisiert deutschlandweit Demonstrationen gegen Gaza-Operation Israels, 2.

    [29]     Vgl. Anti-Defamation League, Attitudes toward Jews in seven European countries, New York, 2009.

    [30]     Vgl. European Union Agency for Fundamental Rights, „Antisemitism Summary overview of the situation in the European Union 2001-2008”, Wien, 2009.

    [31]     Insbesondere Dauerkonsumenten des Fernsehens werden nach dieser These durch das Fernsehen kultiviert und sehen die Welt so, wie sie im Fernsehen vermittelt wird. Derartige Kultivierungseffekte durch Fernsehkonsum wurden in mittlerweile mehr als 300 Studien nachgewiesen. Mit Sicherheit muss allerdings von mehreren Einflussfaktoren und Korrelationen ausgegangen werden. Vgl. George Gerbner/Larry Gross, Living with Television: The Violence Profil, in: Journal of Communication. 26 (2), 1976, 173-199.

    [32]     Ulrich W. Sahm, „Weg von der Erbsenzählerei“, Evangelischer Arbeitskreis Kirche und Israel in Hessen und Dassau, http://www.lomdim.de/md2003/04/0403_12.htm

      
      
          

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    TEIL 4 - Vier Beiträge zum Thema Mauer nicht gleich Mauer...  
      

    1. Medienspiegel der Deutschen Botschaft Tel Aviv, 05.11.2009 / JEDIOTH ACHRONOT - (S. 21, Eldad Beck) – Propaganda: Die Mauer zerstören (2)

      Das Festival internationaler Ereignisse zum 20. Jahrestag des Falls der Berliner Mauer, das schon begonnen hat, verleiht der gut geölten palästinensischen Propaganda-Maschine einen neuen Anstoß gegen die Existenz des Trennzauns zwischen Israel und den Gebieten – einem System das weltweit breite Anerkennung findet.

      Der Trennzaun ist schon längst im vereinfachten Bewusstsein vieler Europäer eine Neuauflage der Berliner Mauer geworden, und so entstand ein ziemlich breiter Konsens, zum Sturz der „israelischen Mauer“ aufzurufen, im Namen der Prinzipien der Bruderschaft zwischen den Völkern und der Freiheit der Menschen. Angesichts dieses globalen Angriffs ist es eine Pflicht, eine Sache zu betonen, die eigentlich selbstverständlich sein müsste, die jedoch von vielen Menschen auf der Welt lieber ignoriert wird: Außer einer gewissen visuellen Ähnlichkeit gibt es und wird es keine Verbindung zwischen der Berliner Mauer und dem Trennzaun geben.

      Die Berliner Mauer trennte zwei Teile eines Volkes, die – in gewisser, wenn auch verschiedener Weise – danach strebten, sich im Rahmen eines gemeinsamen politischen Rahmens wieder zu vereinen. Der Trennzaun ist– in gewisser Weise – der Verlauf einer zukünftigen Grenze zwischen zwei Völkern, die nicht gemeinsam in einem Land leben wollen, sondern gewillt sind, ihr gemeinsames Land in zwei separate Länder zu teilen.

      Es ist schon überraschend, dass ausgerechnet diejenigen, die Jahre lang um das Recht der Palästinenser auf ihr eigenes Land gekämpft haben, nun fordern, den Trennzaun abzubauen.

      … Die Anschuldigungen, die formuliert werden wie in „Apartheid Zaun“, enthüllen die wahren Absichten der Palästinenser und ihrer Unterstützer, die gar keine Teilung des Landes und Koexistenz mit Israel wollen, sondern die Macht im ganzen Land übernehmen wollen.

      Es gibt eine andere Mauer im Nahen Osten, die Gegner des Trennzauns weigern sich jedoch, sie zu sehen, und wollen sie schon gar nicht bekämpfen, obwohl sie den Konflikt zwischen Juden und Arabern auf ewige Zeiten verankert: Die Mauer des Boykotts und der Isolierung, die von der Mehrheit der arabischen Welt seit der Staatsgründung über Israel verlegt wurde.

      … Nur der Sturz der Mauer, die Israel isoliert, wird den Friedensprozess voran treiben. Nur das wird eine Versöhnung zwischen Israelis und Arabern, zwischen Juden, Muslimen und Christen ermöglichen.

      … Jeder, der behauptet, dass es sein ehrlicher Wunsch ist, den Frieden zu fördern, muss sich für den Sturz der Mauer einsetzen, die Israel isoliert, als Vorbedingung für jeden seriösen Versöhnungsversuch. Denn das ist die wahre Erbin der Berliner Mauer.

    2. READERS EDITION - Überblick: Antisemitismus, Mauerfall, Rabin-Gedenken
      Antisemitismus im 21. Jahrhundert: Was sind die bedeutensten und signifikantesten Eigenschaften der derzeitigen Angriffe gegen den Staat Israel und jüdische Gemeinden weltweit? Robert Wistrich, Direktor des Vidal Sassoon International Center for the Study of Antisemitism an der Hebräischen Universität Jerusalem stellt Schlüsseleigenschaften dieses Wandels und dieser Bedrohung heraus, welche auf den neuen Antisemitismus beruhen, inclusive dessen Verbindung zum globalen Islamismus. Er schlägt zudem mögliche Antworten und Strategien vor, um mit dieser Bedrohung umzugehen.
      Bizarres Mauerfall-Gedenken
      Pünktlich zum 20 jährigen Jubiläum des Mauerfalls darf auch in den Medien der Vergleich zwischen der Berliner Mauer und der „Mauer in Palästina“ nicht fehlen. Gestern abend nach Wetten dass…?, also zur besten Sendezeit, strahlte das ZDF-Heute-Journal einen Bericht über ein bizarres Mauerprojekt des Goethe-Instituts aus mit dem Namen Mauerreise aus, welches künstlerisch gestaltete Mauern aus den Orten der Welt für eine Ausstellung nach Berlin holt, wo auch heute noch Mauern stehen. Zu diesen, so Klaus Kleber, gehörten Mauern aus „Zypern, Yemen, Palästina und Korea“. Am 9. November sollen diese wie Dominosteine in sich zusammen fallen. Es sei eine „schöne Idee und eine Gelegenheit unsere eigene Geschichte mit den Augen Anderer zu sehen“, so Kleber weiter.
      Der Bericht fängt mit einer Ortsbesprechung in Südkorea an und geht weiter nach Palästina, wo die Mauer für die Palästinenserin Rana wie ein Gefängnis sei, die sie von den Dingen trennen würde, die sie liebe. „Es ist etwas, das wir nicht mögen und dem wir nicht zustimmen“, so Rana. „Unser Konzept war es, Ähnlichkeit zwischen der Mauer in Palästina und der Mauer in Berlin zu zeigen, die bereits gefallen ist“. Die Reporterin resümiert, dass Rana und ihre Freunde den Stein nach Berlin schicken, da sie sich wünschen, dass die Mauer, die sie umgibt fällt und es keine Grenzen zwischen ihren Familien mehr gäbe.... 

    3. ULRICH W. SAHM – Kommentar: Mauer ist nicht gleich Mauer
      Jerusalem, 7. November 2009 - 20 Jahre Fall der Berliner Mauer sind Anlass für pro-palästinensische „Friedensaktivisten“ in Deutschland und Österreich, das Augenmerk auf die „Mauer“ in Nahost zu richten und ihren Abriss zu fordern, als gäbe es keine anderen Mauern in der Welt, an den Außengrenzen der EU, eine saudische Mauer auf jemenitischem Territorium, entlang der Grenzen Indiens und entlang der amerikanischen Grenze zu Mexiko. Die Bollwerke sollen Feinde, Terroristen oder arbeitssuchende Fremde aussperren, während die Berliner Mauer errichtet worden ist, um die Bevölkerung von einem Ausbruch aus ihrem DDR-Gefängnis abzuhalten.
      Die Berliner Mauer fiel zusammen mit dem Eisernen Vorhang. Nur in Korea wird bis heute noch ein Volk durch eine Mauer gespalten. Der Fall der Berliner Mauer ist ein Symbol für viel gewaltigere Vorgänge: das Ende des Kalten Krieges und die Wiedervereinigung Deutschlands. Solange die Europäer nicht bereit sind, sich mit Millionen Afrikanern überschwemmen zu lassen und die Israelis nicht wieder in Stadtbussen gesprengt werden wollen, ist es illusorisch, allein den Fall der Sperrwälle zu fordern, die Ursachen für deren Errichtung aber zu ignorieren. Nicht die Berliner Mauer verhinderte den „Frieden“, sondern die Teilung Deutschlands und der kommunistische Staat in der „sowjetischen Besatzungszone“.
      Es gibt weitere Gründe, weshalb die Berliner Mauer nicht mit der Mauer in Nahost verglichen werden kann. Israel und die Palästinenser führen miteinander Krieg. Sogar im Goldstone-Report wird den Palästinensern ein Recht auf bewaffneten Widerstand, Krieg gegen Israel, zugestanden. Die israelische Regierung jedoch hält es für ihre Pflicht, das Leben ihrer Bürger zu schützen. Die Palästinenser kämpfen seit der ersten Intifada ab 1987 für eine Grenze zwischen ihrem künftigen Staat und Israel. Und so wie die Zonengrenze niemals eine „international anerkannte Grenze“ war, gibt es zwischen Israel und den besetzten Gebieten nur „Waffenstillstandlinien“ aus dem Jahr 1949. Der Grenzverlauf muss noch ausgehandelt werden. Nicht die Mauer ist ein Hindernis für den Frieden, sondern der Krieg. Die Mauer hatte zu einem Ende der Intifada geführt und nach mehrjährigem Blutvergießen wieder Gespräche zwischen der Autonomiebehörde und Israel unter Ehud Olmert ermöglicht.


      • ULRICH W. SAHM Israels Mauer und Zaun
        Jerusalem, 29. Oktober 2009 - Die Berliner Mauer war einst eine Touristenattraktion wie kein anderes Monument in der geteilten Hauptstadt Deutschlands. Heute begrüßt das israelische Tourismusministerium Pilger und Touristen auf dem Weg zur Geburtskirche in Bethlehem mit einem 10 Meter hohen Plakat an der Mauer mit dem Spruch: „Friede sei mit Euch.“ Nicht minder geschmacklos sind Graffiti, mit denen „Künstler“ die Mauer schmücken. Neben meterhohen Portraits von Arafat gibt es praktische Hinweise „Hier die Bombe ansetzen“ oder „Gott wird die Mauer zerstören“ und „Jesus weinte“. Palästinensische Geschäftemacher lassen sich Liebesverse und Protestparolen zuschicken und spritzen die gebührenpflichtig auf die graue Betonmauer. Die Mauer machte den ehemaligen palästinensischen Ministerpräsidenten Ahmad Qureia zum Multimillionär. Er lieferte den Zement für die 10 Meter hohen Segmente.
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        Friede sei mit Euch
        Die DDR nannte ihre Mauer seinerzeit zynisch „anti-faschistischer Wall“, als ob faschistische Westdeutsche in das sozialistische Paradies stürmen wollten. Genauso reden Palästinenser von einer „Berliner Mauer“, als ob der jüdische Staat seine Bürger bremsen müsse, in das palästinensische Paradies, etwa im Gazastreifen, zu fliehen. Auch Bezeichnungen wie „Apartheidmauer“ sind keine Reflektion der Wirklichkeit. Mit Rassismus hat der Wall wenig zu tun. Östlich der Mauer leben neben den von Israel ausgesperrten palästinensischen Bürgern der Autonomiebehörde auch 300.000 israelische Siedler, die meisten von ihnen Juden. Westlich der Mauer gibt es neben der jüdischen Mehrheit Israels auch noch 1,2 Millionen arabische Bürger des jüdischen Staates.
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        Abu Dis -
        Die Mauersegmente liegen bereit um aufgestellt zu werden; Eingemauert ist nur noch die Baumspitze zu sehen
         
        Katholische wie protestantische Bischöfe aus Deutschland lassen sich gerne vor den Propagandakarren rund um die „Mauer“ spannen. Ebenso Politiker aus aller Welt. So wurde Ramallah mit dem „Warschauer Ghetto“ verglichen, während zu Weihnachten aus dem „ummauerten Bethlehem“ berichtet wird. Dabei ist die Trennmauer zwischen Jerusalem und Bethlehem gerade mal einen Kilometer lang, während nach Osten und Süden alles offen ist. Inzwischen sind auch die meisten Straßensperren weggeräumt. Als eine deutsche Journalistengruppe zu einem Treffen mit der palästinensischen Tourismusministerin Choulud Daibes kam, ohne die Mauer zu passieren, und Daibes mit ihrem Klagelied über das „völlig ummauerte Bethlehem“ anhob, meinte eine Journalistin, dass sie gar keine Mauer gesehen habe. Daibes fragte den ortskundigen Reiseleiter, über welchen Weg die Gruppe zu ihrem Büro gelangt sei. Der antwortete: „Über Walladsche“. Daibes konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen, meinte jedoch: „Das ist aber nicht nett.“
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        Das Tor zwischen Jerusalem und Bethlehem
        Während die Palästinenser teilweise zurecht und teilweise mit Übertreibungen nur über die Folgen der Mauer reden, von „Landraub“, „Wasserklau“ und einer Einschränkung ihrer Bewegungsfreiheit, redet das offizielle Israel von einem „Anti-Terror-Sperrwall“. Von geplanten 790 Kilometern sind etwa 500 Kilometer fertig gestellt. Nur etwa 5 Prozent sind Mauer, der Rest Zäune mit Patrouillenstraße, Gräben und elektronischer Überwachung. Die „Folge“ des Mauerbaus, aus israelischer Sicht, ist das Ende der Selbstmordattacken in israelischen Städten. Im Jahr 2002 ließ sich Ministerpräsident Ariel Scharon überzeugen, die Palästinenser mit physischen Sperren aus Israel fernzuhalten. Weil Selbstmordattentate kaum mehr durchführbar sind, beendete Scharon so die El Aksa Intifada. Sie hatte über 5000 Palästinensern das Leben gekostet und fast 1400 Israelis.
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        Eine „Grenze“, eigentlich nur eine Waffenstillstandslinie, verlief zwischen 1949 und 1967 mitten durch Palästina/Groß-Israel. Diese Linie verwischte sich völlig, bis die Palästinenser während der ersten Intifada ab 1987 forderten, dass Israel diese Linie wieder mit einem Zaun versehen möge. Linksgerichtete israelische Minister schlugen nach den Osloer Verträgen 1993 vor, die Grenze zu markieren, um den Palästinensern ihren „guten Willen“ in Richtung Zwei-Staaten-Lösung zu beweisen. Das Kabinett lehnte ab, weil das einem Vorgriff auf künftige Verhandlungen über den Grenzverlauf gleichgekommen wäre. Ohne mehr auf Verhandlungen zu warten, errichtete Scharon infolge des Terrors dann Zaun/Mauer und bestimmte ihren Verlauf gemäß seinen politischen, militärischen und anderen Interessen.
        Vor Allem rechtsgerichtete Politiker und Aktivisten auf beiden Seiten kritisieren die Existenz der Mauer, weil sie Palästinenser daran hindert Tel Aviv, Jaffo oder Ramle im „besetzten Palästina“ zu besuchen, und umgekehrt, weil sie Juden den Weg zu heiligen Stätten im biblischen Heimatland versperrt.
         
        (Fotos Copyright: Ulrich W. Sahm)

      • Mauern in der Welt
        Seit Limes und chinesischer Mauer, der Maginot-Linie und dem Eisernen Vorhang, schwer befestigten entmilitarisierten Zonen in Vietnam und Korea, werden in aller Welt fleißig weitere Mauern und Zäune hochgezogen, nicht nur um Vorgärten und Gefängnisse. Sie dienen, je nach Geographie, zum Ein- oder Aussperren.  Die nachfolgende Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
        Marokko - 2720 Km „Verteidigungsmauer“ gegen Polisario
        Südkorea – „Barriere“ gegen Nordkorea
        Botswana - elektrischer Zaun an Grenze zu Zimbabwe. Offiziell gegen Maul und Klauenseuche, tatsächlich, um Flüchtlinge ethnischer Säuberungs-Massaker fernzuhalten
        Saudi Arabien – Barriere, sieben Kilometer tief auf jemenitischem Territorium, gegen “Infiltrationen”
        Saudi Arabien - 700 Kilometer moderne Barriere entlang Grenze zu Irak
        Zypern – Mauer und Zaun zwischen türkischem Norden und griechischem Süden
        Thailand - ab 2007, 75 Kilometer Barriere an Grenze zu Malaysia gegen Eindringen von Terroristen
        Pakistan – 2400 Km Barriere an Grenze zu Afghanistan
        Indien – Barrieren an Grenzen zu: Bangladesch, Kaschmir, Pakistan, Myanmar, teilweise auf „feindlichem Territorium“ errichtet.
        Usbekistan – Barriere zu Tadschikistan
        Vereinigte Arabische Emirate – Barriere an Grenze zu Oman
        Kuwait – 215 Km Barriere zu Irak
        USA – Barriere an Grenze zu Mexiko, um Arbeitssuchende fernzuhalten
        Europa/Spanien – befestigter Zaun um Ceuta und Mellila, um hungernde Afrikaner aus Europa fernzuhalten
        Irland, Belfast – Mauern trennen zwischen Protestanten und Katholiken
         
         


      • AUSSERDEM:
        In der Vergangenheit haben wir, Honestly Concerned, mehrere
        Sonderausgaben dem Thema "Sicherheitszaun" gewidmet, zuletzt unter dem Titel "SONDERAUSGABE - zum Thema "Der Sicherheitszaun revisited"". Unter anderem haben wir auch Bilder von einer ausgiebigen Tour entlang des Sicherheitszaunes veröffentlicht, genauso wie wir viele Artikel und Präsentationen hinsichtlich der verschiedenen Aspekte betreffend des Zaunes veröffentlicht haben. Immer wieder waren wir darum bemüht darauf hinzuweisen, daß die von den Medien zumeist als "Mauer" bezeichnete Sicherheitsgrenze nur ca. 3% der Gesamtstrecke ausmacht. Unter anderem haben wir hierzu auch die Erklärungen bezüglich des sehr leicht rechtfertigbaren "Mauer"-abschnitts entlang "Highway 6" bei Tulkarem, sowie über den Abschnitt bei Kalkilja, von dem aus oft Anschläge verübt wurden, veröffentlicht. Auch heute bleibt es ein Fakt, daß nur einer sehr kleiner Teil dieser Sicherheitsgrenze aus Beton besteht. Der größte Teil (97%) besteht aus Zäunen und es gibt viele Maßnahmen, um den Durchgang von einer Seite auf die andere zu ermöglichen. Allerdings gibt es eben auch Abschnitte die aus Beton sind und dies hat erhebliche Auswirkungen auf das Leben der Menschen, die unmittelbar in der Nähe von diesen Abschnitten leben, i.B. in der Nähe von Jerusalem.
        Bei der Mauer in Jerusalem gibt es viele Aspekte die man berücksichtigen muß. Vor allem, muß man bei allen Überlegungen immer im Hinterkopf behalten, wie es zur Konzeptionierung und zum Bau der "Mauer" gekommen ist. Der "Zaun" wurde als Abwehrmaßnahme gegen den von Palästinensischen Terroristen geführten Krieg gegen die Israelische Zivilbevölkerung erbaut und tatsächlich beweisen Statistiken, daß diese Maßnahme sehr erfolgreich war und die Entscheidung zum Bau somit richtig war. Gleichwohl kann man und muß man natürlich immer wieder über den Verlauf nachdenken, der zumindest in Jerusalem sehr stark von politischen und weniger von menschlichen Überlegungen bestimmt zu werden scheint. Bei allem muß man aber auch immer wieder darauf hinweisen, daß es sich bei der heutigen "Sicherheitsgrenze" nicht um eine endgültige Staatsgrenze handelt. Von Israelischer Seite wird immer wieder darauf hingewiesen, daß dies eine vorläufige Maßnahme zur Unterbindung von Terror ist. Der Verlauf kann genauso geändert werden (wie ja auch schon mehrfach bewiesen wurde), wie ein Abriß in der Zukunft nicht ausgeschlossen ist.

     

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    TEIL 5 - SONSTIGES...
     

    1. NEWS ADHOC - Zentralrat der Juden besorgt
      Der Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland, Stephan Kramer, fordert anlässlich des Jahrestages der Reichpogromnacht am 9. November ein verstärktes Vorgehen gegen den Antisemitismus. Kramer sagte am Sonntag der Nachrichtenagentur ddp, «Judenhass» genieße in vielen Kreisen der deutschen Gesellschaft «Salonfähigkeit». Dies sei ein Anlass zur Sorge und belaste die Demokratie.
      Kramer warnte zugleich, der Mauerfall am 9. November 1989 sei zwar Grund zur Freude. Er dürfe aber niemals das Gedenken an die Reichspogromnacht im Jahr 1938 verdrängen und schon gar nicht zu einem «Feiertag 9. November» führen. Kramer fügte hinzu: «Für die jüdische Gemeinschaft ist der 9. November kein Tag für Bierzelte, Bratwurststände und Konzerte, sondern ein Tag der Erinnerung an die Millionen Toten der Shoa, des nationalsozialistischen Holocausts».
      Der 9. November 1938 sei der «Meilenstein auf dem Weg zur staatlich organisierten Entrechtung, Deportation und fabrikmäßigen Vernichtung des europäischen Judentums». Kramer verwies darauf, dass damals in ganz Deutschland Geschäfte und Wohnungen jüdischer Menschen geplündert und zerstört sowie zahlreiche Synagogen verbrannt wurden. Er fügte hinzu: «In dieser einzigen Nacht starben mehr als tausend Menschen durch den randalierenden, staatlich organisierten Mob.»
      Blicke man in die deutsche Gegenwart, so müsse «man feststellen, dass viele, aber nicht alle aus der Vergangenheit die nötigen Lehren gezogen haben». Die Bundesrepublik sei zwar nicht die Weimarer Republik. Man dürfe aber nicht vergessen, dass die erste deutsche Demokratie nicht an zu vielen Nazis, sondern an zu wenigen Demokraten zu Grunde gegangen sei. Kramer kritisierte: «Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Antisemitismus sind immer noch an der Tagesordnung.»
      ...
    2. DW - Zentralrat der Juden fordert mehr Beachtung für 9.11.1938
      MÜNCHEN: Die Präsidentin des Zentralrats der Juden, Charlotte Knobloch, hat eine stärkere Beachtung des Jahrestages der Pogromnacht am 9. November 1938 gefordert. In diesem Jahr werde das Gedenken von der Freude über 20 Jahre Mauerfall überlagert. In Zukunft müsse ein Weg gefunden werden, um beiden Ereignissen in angemessener Form zu gedenken. Bundespräsident Horst Köhler betonte, beide geschichtliche Ereignisse seien miteinander verbunden. 1938 sei aus der Diskriminierung der Juden eine systematische Verfolgung bis hin zum Massenmord geworden. Die Teilung Deutschlands habe 1989 auch deshalb überwunden werden können, weil die Deutschen die nötigen Lehren aus ihrer jüngeren Geschichte gezogen hätten. Darum habe die Welt Deutschland 1989 vertraut.
       
       
      1. RP ONLINE - Knobloch vermisst Pogrom-Gedenken
      2. SWR Nachrichten - Gedenken an den 9. November 1938 - Knobloch mahnt: Pogromnacht nicht vergessen
      3. tagesschau.de - Knobloch ermahnt: Pogromnacht 1938 nicht vergessen
      4. Yahoo! Nachrichten - Knobloch beklagt Jubelfeiern ohne Pogrom-Gedenken
      5. haGalil onLine - 9. November 1938 darf nicht in Vergessenheit geraten

    3. IKG - Synagoge in Dresden mit Hakenkreuzen beschmiert - Ermittlungen wegen Volksverhetzung
      Dresden (APA/AFP) - Das Gemeindezentrum der Neuen Synagoge in Dresden ist in der Nacht zum Sonntag mit Hakenkreuzen und verfassungsfeindlichen Parolen beschmiert worden. Die Schriftzüge richteten sich gegen die Jüdische Gemeinde, wie das Landeskriminalamt Sachsen mitteilte. Unbekannte hätten die Mauer auf einer Länge von neun Metern mit schwarzem Stift beschmiert.
      Eine Streife der Dresdner Polizei habe die Straftat in der Früh bemerkt, nach der Spurensicherung seien die Schmierereien im Laufe des Tages beseitigt worden. Nach ersten Ermittlungen durch die Dresdner Polizei übernahm die Sonderkommission Rechtsextremismus des Landeskriminalamtes Sachsen den Fall. Ermittelt wird unter anderem wegen Volksverhetzung.
      Die Neue Synagoge der sächsischen Landeshauptstadt war im November 2001 eingeweiht worden, 63 Jahre nach der Zerstörung des alten Gotteshauses durch die Nationalsozialisten in der Pogromnacht vom 9. November 1938.



      1. EJP - Synagogue defaced with swastikas in eastern Germany
        Synagogue defaced with swastikas in eastern Germany
        Swastikas have been daubed on the wall of the new synagogue of Dresden on the eve of the anniversary of the Nazi's 1938 Kristallnacht pogrom.
      2. MDR - Antisemitismus - Dresdner Synagoge mit Hakenkreuz beschmiert
        Das Gemeindezentrum der Neuen Synagoge in Dresden ist in der Nacht zum Sonntag mit antisemitischen und antiisraelischen Parolen in englischer Sprache beschmiert worden. Nach Informationen von MDR 1 RADIO SACHSEN wurde auf die Außenmauer des Gotteshauses auch ein Hakenkreuz gezeichnet. Der Vorsitzende des Landesverbandes der jüdischen Gemeinden in Sachsen, Heinz-Joachim Aris, zeigte sich entsetzt, dass eine solche Tat zum Jahrestag der Pogromnacht in Deutschland möglich sei.
        Synagoge Dresden
        Die Neue Synagoge in Dresden 
        Sonderkommission Rechtextremismus ermittelt 
        Nach Angaben von Paul Scholz, dem Chef des Landeskriminalamtes Sachsen, hat inzwischen die "Sonderkommission Rechtextremismus" (Soko-Rex) die Ermittlungen aufgenommen. Gegenwärtig würden Spuren gesichert und die angebrachten Schriftzüge bewertet. "Es ist etwas übles, was die Täter gemacht haben. Wir zeigen deshalb, dass wird das nicht dulden und mit aller Kraft ermitteln", sagte Scholz MDR 1 RADIO SACHSEN. Die Neue Synagoge wird mit Video-Kameras überwacht, deren Aufzeichnungen will die Polizei so schnell wie möglich auswerten. Die Ermittler vermuten Jugendliche hinter den Schmierereien.
        Die Neue Synagoge Dresden wurde im Jahr 2001 fertig gestellt. Sie befindet sich auf dem Grundstück der 1839/40 von Gottfried Semper errichteten Alten Synagoge. Das Gotteshaus war 1938 zerstört worden. In der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 hatte im Deutschen Reich die radikale Phase der Judenverfolgung durch das NS-Regime begonnen. Die Nationalsozialisten gingen zur offenen Gewalt gegen die jüdische Minderheit über. Nach Schätzungen von Historikern kamen während der Reichspogromnacht mehrere hundert Juden ums Leben. Die Mehrzahl der Synagogen und jüdischen Gebetshäuser ging in Flammen auf. 
      3. ddp - «Diese Tat ist ein ungeheurer Frevel»
        Der Dresdner Bischof Joachim Reinelt hat die Hakenkreuz-Schmierereien an der Synagoge in der Stadt aufs Heftigste verurteilt. «Diese Tat ist ein ungeheurer Frevel», sagte Reinelt am Montag in Dresden. Es sei unfassbar, wie «feige, schändlich und verabscheuungswürdig» in der Stadt unmittelbar vor dem Jahrestag der Pogromnacht die Gefühle aller Dresdner verletzt würden. Mehr »
    4. SUEDKURIER - Konstanz - Eklat bei Gedenkfeier auf jüdischem Friedhof - Heftiger Streit bei der Feier zum 9. November: Die Konstanzer Israelitische Kultusgemeinde hat ihre Teilnahme für die Zukunft aufgekündigt. Hintergrund sind Streitigkeiten mit dem Dachverband, unter anderem um den Bau der neuen Synagoge.
      Schuldzuweisungen und Missbrauchsvorwürfe haben die Gedenkfeier zu den Judenpogromen am 9. November 1938 überschattet. Auf dem jüdischen Friedhof attackierte Peter Stiefel, Vorsitzender der Israelitischen Kultusgemeinde, erneut den Dachverband IRG und die Landesregierung. Minia Joneck, Vorsitzende der anderen Gemeinde, und Schirmherr Pfarrer Holger Müller zeigten sich empört. Auslöser des Streit war die Rede von Peter Stiefel und die nachfolgende öffentliche Kritik Holger Müllers. Der Pfarrer hatte Stiefel vorgeworfen, das Gedenken an die Pogrom-Opfer für persönliche Streitigkeiten zu missbrauchen. So hatte Steifel den Dachverband heftig kritisiert und zugleich für ein umstrittenes Projekt der Familie Nissenbaum geworben, die die Kultusgemeinde derzeit aus Privatmitteln finanziert...
    5. AUFMACHER - Emma und die Juden

    6. DIE JÜDISCHE - "Kristallnacht" und darüber hinaus - Von Robert Wistrich -Bild 

      Am 9. November 1938 fand noch zu Friedenszeiten ein gewaltiges antijüdisches Pogrom im gesamten Territorium des Dritten Reiches statt. Der Vorwand für diese Orgie der Gewalt gegen die deutschen Juden war das Attentat Herschel Grynszpans, eines 17jährigen polnisch-jüdischen Flüchtlings, auf den deutschen Diplomaten Ernst vom Rath in Paris.
      Das staatlich organisierte, von Hitler und Joseph Goebbels angestachelte Pogrom resultierte im in der Niederbrennung oder Beschädigung von mehr als 1000 Synagogen; dem Plündern von etwa 7500 Geschäften, der Ermordung von mindestens 91 Juden und der Deportation von weiteren 30 000 männlichen Juden in die Konzentrationslager Dachau, Buchenwald und Sachsenhausen.
      Der mörderische Angriff gegen das deutsche Judentum - von den Nazis zynisch als "Kristallnacht" bezeichnet - war ein wichtiger Wendepunkt auf dem Weg zur "Endlösung" der sogenannten "Judenfrage".
      Er gab zu erkennen, dass das Naziregime den Rubikon überschritten hatte und sich bei seinem "Krieg gegen die Juden" nicht länger von der öffentlichen Meinung im Westen würde abschrecken lassen.
      Die wirtschaftliche Enteignung der deutschen Juden, ihre völlige soziale Ächtung und öffentliche Erniedrigung folgten rasch. Juden wurde die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel untersagt, ebenso der Besuch von Konzerten,
      Theatern, Kinos, Einkaufszentren und Stränden sowie das Sitzen auf öffentlichen Bänken....
    7. ACHGUT - Bürger Moslem - Von Frank A. Meyer
      Sind die Muslime in Europa heute, was die Juden gestern waren? Eine verfolgte und gefährdete Minderheit? Sind Islamfeindlichkeit und Judenfeindlichkeit also letztlich dasselbe? Handelt, wer den Islam bekämpft, wie ein Antisemit?
      In der Debatte um ein Minarettverbot fallen Sätze wie der von Hisham Maizar, Präsident der Föderation islamischer Dachorganisationen Schweiz: «Es gibt eindeutige Parallelen zwischen Antisemitismus und Islamfeindlichkeit. Etwa die Sündenbockmentalität: Wenn in Afghanistan jemand hustet, dann ist der Schweizer Muslim dafür verantwortlich.»
      In Afghanistan wird nicht gehustet. In Afghanistan wird gemordet: durch schwer bewaffnete Stammeskrieger, durch Selbstmordattentäter, durch die Taliban, durch grausamste Fundamentalisten. Dagegen wird vom Westen Krieg geführt. Es ist ein Krieg für ein bisschen Freiheit und ein bisschen Gleichheit: für ein menschenwürdiges Dasein der Frauen, für Schulen, die auch Mädchen offenstehen.
      Niemand macht Schweizer Muslime für den Terror in Afghanistan - für das «Husten» der Taliban - verantwortlich. Auch nicht für andere Untaten, die im Namen Allahs begangen werden.
      Zwischen Islamgegnerschaft und Antisemitismus herrscht ein sehr wichtiger Unterschied:
      Ziel des Antisemitismus war stets die Verweigerung von gleichen Rechten. Juden wurden gesellschaftlich geächtet, indem man sie stigmatisierte, ihnen Kleidung aufzwang, die sie auf den ersten Blick als Juden erkennbar machte; indem man den Kontakt mit ihnen mied, christliche Kinder nicht mit jüdischen Kindern spielen liess; indem man Juden in Ghettos ausgrenzte; indem man sie verfolgte durch die Inszenierung von blutigen Pogromen....
    8. CLEMENS HENI - Suicide bombing is „not necessarily antisemitic“… - Suicide bombing against Jews in Israel is “not necessarily antisemitic” - German Professor Wilhelm Kempf lectures in Dublin about today’s antisemitism
      Wilhelm Kempf, since 1977 professor of psychology at the University of Konstanz in the southwest of Germany, gave a lecture on „
      Israel-criticism and modern anti-Semitism“ at the conference of the International Society for Political Psychology in Dublin, June 14-17, 2009.
      Before analyzing his paper in detail, some more information about Kempf. He is not known as an expert in research on antisemitism, rather as psychologist with a background of “peace and conflict” research. As early as 1999 he published a piece on the Israeli-Palestinian conflict in comparison with the conflict in Northern Ireland. He compares two incomparable conflicts by ignoring the ideological core of anti-Zionist Islamic antisemitism. He goes so far as to claim that a suicide killing by Hamas on April 6, 1994, in Afula, was not resulting “from the ‘extremism’ of Hamas per se”.
      He does not analyze Hamas ideology. Instead he conforms with mainstream “peace research”, which is in fact a strange terminology for people who have no problem with fascist regimes like today’s Iran or dictatorships in the Arab World, often driven by religious, Muslim, fanaticism and antisemitic public or political culture (see cartoons in Egypt, Saudi, or Syrian newspapers etc.)....
    9. NACHRICHTEN.AT - "Wer nicht hüpft, der ist ein Jude" - 0:3 gegen Hapoel Tel Aviv hinterlässt einen schalen Beigeschmack. Einige Rapid-Fans sollen durch antisemitische Parolen aufgefallen sein.
      So soll am Donnerstagabend, wie das Nachrichtenmagazin profil in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, "wenige Minuten nach Spielbeginn [...] von einem Teil der Rapid-Fans folgender Sprechgesang deutlich zu hören" gewesen sein: "Hey, hey, wer nicht hüpft, der ist ein Jude."
      Rapids Pressechef Sharif Shoukry dementiert. "Stimmt nicht. Wir haben uns vorher mit den Fans abgestimmt, und es wurde lediglich gerufen: 'Wer nicht hüpft, ist Israeli'." Die UEFA hätte Rapid dafür in einem Report gelobt, erklärt Shoukry.
      Laut profil platzten mitten in den Jubel der Hapoel-Fans zum 0:1 Rufe wie "Judenschweine" oder "Juden, kusch".
      Erst vor zwei Wochen geriet der Vizemeister beim Auswärtsspiel in Tel Aviv in die Schlagzeilen, da auf TV-Bildern ein Rapid-Fan zu sehen war, der die Hand zum Hitlergruß hob. Gegen den Mann wurde ein dreijähriges Stadionverbot verhängt.
      Rufe wie den eingangs erwähnten gab es heuer schon ein Mal zu hören. Beim Champions-League-Qualifikationsspiel von Red Bull Salzburg gegen Maccabi Haifa sollen einige Salzburg-Anhänger den entbehrlichen Gesang ebenfalls zum Besten gegeben haben.
    10. DEUTSCHLANDFUNK - "Wo es kritisch wird, schickt man häufig den Zentralrat vor" - Vizepräsident des Zentralrats der Juden: Politik und Medien instrumentalisieren Zentralrat für unbequeme Themen -Salomon Korn im Gespräch mit Ernst Rommeney und Ulrich Ziegler
      Der Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Salomon Korn, hat der deutschen Politik und den Medien vorgeworfen, den Zentralrat und "sogenannte Funktionsjuden" für unbequeme Moralthemen zu instrumentalisieren.
      Salomon Korn, stellvertretender Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland. (Bild: AP)
      Salomon Korn, stellvertretender Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland. (Bild: AP)
      Deutschlandradio Kultur: Hat der Zentralrat mittlerweile noch den richtigen Namen?
      Salomon Korn: Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat den richtigen Namen, weil es der historischen Situation angemessen ist, dass er sich nicht umbenannt hat. Die Zuwanderung der Juden aus der ehemaligen Sowjetunion hat die Frage, die es ja schon vor zehn und 20 Jahren gab, ob der Zentralrat der Juden in Deutschland sich nicht umbenennen sollte in "Zentralrat der Deutschen Juden", obsolet gemacht, weil es sicherlich noch ein, zwei Generationen dauern wird, bis diese Frage tatsächlich beantwortet werden kann.
      Deutschlandradio Kultur: Aber interessanterweise wird diese Frage wieder gestellt in den letzten Wochen und Monaten - von Rafael Seligmann, auch Charlotte Knobloch. Warum in dieser Zeit dennoch die Diskussion, wenngleich Sie sagen, wir haben eigentlich im Moment ein anderes Problem?
      Salomon Korn: Ich glaube, das hängt mit der Biografie derjenigen zusammen, die diese Frage aufwerfen. Charlotte Knobloch und Rafael Seligmann sind von ihrer Abstammung her deutsche Juden, wie man so schön sagt, und sind dem deutschen Kulturbereich wesentlich stärker verbunden als die Juden, die nach dem Krieg aus dem Osten Europas hierher gekommen sind und die heute noch im Wesentlichen die Geschicke der Gemeinden bestimmen. Das Bedürfnis, offensichtlich sich mehr und mehr zu Deutschland zu bekennen, ist bei den Juden, deren Eltern, Großeltern und Vorfahren hier groß geworden sind und hier gelebt haben, natürlich über ihre Biografie wesentlich größer und stärker als bei den anderen. Aber die anderen, die eben nicht aus dem deutschen Kulturbereich stammen, bilden die Mehrheit. Und die werden am Ende entscheiden, wann diese Umbenennung erfolgt, wobei das eine reine Etikettierung und eine völlig oberflächliche Angelegenheit ist. Denn es ist viel wichtiger zu wissen, wie man sich innerlich fühlt.
      Ich will Ihnen mal ein Beispiel geben, ein ganz banales: Also, in dieser Woche wurde Theo Zwanziger mit dem Leo-Baeck-Preis ausgezeichnet. Das hat mich an ein Bild erinnert, das ich schon mal früher gebraucht habe, wenn es darum geht zu zeigen, wie sich die Juden in Deutschland allmählich in diese Gesellschaft generieren - von Generation zu Generation. Die Generation, die unmittelbar hierher kam '45 und danach und auch hier in Deutschland geblieben ist - es sind ja nicht so viele gewesen, ich glaube, 15.000 zunächst -, die hatten zu Deutschland mehr als nur ein ambivalentes Verhältnis. Sie hatten ein ablehnendes Verhältnis, einfach aus der Biografie heraus, weil ihre Eltern und ihre Familienangehörigen ermordet waren - von Deutschen. Für sie war diese Erde mit Blut getränkt und ist es wohl auch bis ans Lebensende. Daher wollen viele von ihnen auch nicht in deutscher Erde begraben werden, sondern haben sich ihr Grab in Israel gekauft.
      Diese Generation hat - jetzt komme ich sozusagen auf Theo Zwanziger zurück -, während die deutsche Nationalmannschaft spielte in den 50er- und 60er-Jahren, immer darauf gehofft, dass die deutsche Nationalmannschaft verliert, immer. Das hat sich mit der nächsten Generation geändert. Die nächste Generation war ambivalent gegenüber der deutschen Nationalmannschaft. Und es war ihr, ich weiß nicht, ob es ihr gleich war oder nicht oder ob sie heimlich doch dafür waren, dass die deutsche Nationalmannschaft gewinnt. Nach außen hin haben sie es nicht gezeigt, aber die ansässige Mannschaft, die ansässige Bundesligamannschaft - ob Bayern München oder Frankfurt oder Hertha BSC - zu der hat man gehalten in der zweiten Generation. Die musste gewinnen. Ob die deutsche Nationalmannschaft gewann oder nicht, das war dieser zweiten Generation nicht so wichtig. Jetzt, in der dritten Generation, stelle ich fest, es ist dieser dritten Generation sehr wichtig, dass sowohl die ansässige Bundesligamannschaft als auch die deutsche Nationalmannschaft gewinnt. 


      1. AD HOC NEWS - Politik instrumentalisiert Zentralrat für Moralthemen
        Medien und Gesellschaft würden sich nicht trauen, bestimmte moralische Fragen selbst zu behandeln Der Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Salomon Korn, hat Politik und Medien vorgeworfen, den Zentralrat für unbequeme Moralthemen zu instrumentalisieren. So versuchten Politiker und auch ein Großteil der Bevölkerung, das unbequeme Thema extremistischer Tendenzen an den Zentralrat zu delegieren, kritisierte Korn am Samstag im Deutschlandradio Kultur.
        Die verantwortlichen Bürgermeister, Minister oder Ministerpräsidenten würden auf den Zentralrat vertrauen, statt sich selbst die notwendigen Gedanken zu machen.
        Medien und die Gesellschaft würden sich nicht trauen, bestimmte moralische Fragen selbst zu behandeln, kritisierte Korn. Er bezeichnete dieses Verhalten als «partielle Selbstentmündigung in moralischen und ethischen Fragen». Für Themen, die Juden, den Zentralrat oder Israel betreffen, würden in Deutschland «sogenannte Funktionsjuden» eingespannt, sagte Korn.
        Kurz vor dem 71. Jahrestag der Reichspogromnacht fühlten sich Juden in Deutschland zunehmend zu Hause, sagte Korn. Je stärker Generation für Generation in diese Kultur «mit ihren jüdischen, christlichen Wurzeln» eingebunden werde, desto stärker werde auch die Bindung an diese Kultur und dieses Land, sagte der Vizepräsident des Zentralrats. Korn verwies beispielhaft auch auf die Identifikation jüngerer Juden in Deutschland mit der Fußballnationalmannschaft.

      2. EVANGELISCH - Zentralrats-Vize: Juden fühlen sich zunehmend zu Hause
        Wer baut, der bleibt: Modell der neuen Mainzer Synagoge, deren Grundstein vor einem Jahr gelegt wurde. Foto: dpa  
        Wer baut, der bleibt: Modell der neuen Mainzer Synagoge, deren Grundstein vor einem Jahr gelegt wurde. Foto: dpa
         
        Religionen -
        Die Bindung der in der Bundesrepublik lebenden Juden an Deutschland ist nach Einschätzung von Salomon Korn, Vizepräsident des Zentralrats der Juden, beständig gewachsen. In Deutschland leben rund 200.000 Juden. Viele von ihnen sind nach dem Ende des Kommunismus aus Osteuropa zugewandert. 
         
        "Juden fühlen sich in Deutschland zunehmend zu Hause", sagte Korn am Samstag im Deutschlandradio Kultur. Er verwies auf die Identifikation jüngerer Juden in Deutschland mit der Fußball-Nationalmannschaft. So habe die erste Generation der Juden nach dem Zweiten Weltkrieg immer gehofft, dass die deutsche Mannschaft verliert. Die zweite Generation habe begonnen, zu den Bundesligamannschaften ihrer jeweiligen Städte zu halten. "Jetzt in der dritten Generation stelle ich fest, dass es dieser dritten Generation sehr wichtig ist, dass sowohl die ansässige Bundesligamannschaft als auch die deutsche Nationalmannschaft gewinnt."
         
        Korn warf Politik und Medien vor, den Zentralrat für Moralthemen zu instrumentalisieren. So versuchten Politiker und auch ein Großteil der Bevölkerung, das unbequeme Thema extremistischer Tendenzen an den Zentralrat zu delegieren. Die verantwortlichen Bürgermeister, Minister oder Ministerpräsidenten würden auf den Zentralrat vertrauen, statt sich selbst die notwendigen Gedanken zu machen. Allerdings äußerte Korn auch Selbstkritik: "Ich gebe zu, wir sind tatsächlich manchmal wie die Gänse auf dem Kapitol. Wir schnattern, wenn wir glauben, dass was los ist. Und manchmal schnattern wir vielleicht einmal zu viel." Es könne sein, dass das zu einer Inflationierung führt. "Das will ich alles nicht bezweifeln, aber es ist ein Prozess auf Gegenseitigkeit", sagte Korn.
    11. FR - Interview zum 9. November - Ein anderes Land 
      Frau Korenke, was stört Sie an dem Gedenktag 9. November?
      Ich bin gegen den 9. November aus ganz vielen Gründen. Erstmal ist schon die Benennung dieses Tages ausgespochen seltsam. Warum heißt das Reichskristallnacht? Das ist von den Nazis vorgegeben. Das finde ich nicht akzeptabel. Als Gedenktag finde ich den Tag der Befreiung von Auschwitz am 27. Januar viel besser geeignet. Im Übrigen bin ich davon überzeugt, dass man die Mehrfachbedeutung des 9. November nicht in einen Gedenktag packen kann. Was am 9. November 1989 passiert ist, gibt uns Anlass zu größter Freude.
      Wie sehen Sie das, Frau Lior?
      Ich sehe das sehr differenziert. Für meinen Großvater markierte der 9. November 1938 eine Zäsur: Für ihn begann der Holocaust und es wurde ihm klar, dass er nicht länger in Deutschkland bleiben wollte. Er reiste gemeinsam mit meiner Großmutter nach Palästina und sie loteten aus, ob sie dort leben könnten. Denn mein Großvater hatte keinen Zweifel mehr, dass in einem Land, in dem man Bücher verbrennt, bald auch Menschen verbrannt werden könnten...
      Frau Korenke, der 9. November ist ein schwerer Tag, am 10. November ist alles vorbei. Komische Sache, oder?
      Die Erinnerungskultur der Deutschen ist in den USA wie in Israel anerkannt.
      Diese Erinnerungskultur ist ungeheuerlich.
      Was meinen Sie damit?
      Ungeheuer ausgeprägt in diesem Sinne: Wenn in Schwanheim ein Feuerwehrverein Jubiläum feiert, wird selbstverständlich derer gedacht, die damals ausgeschlossen worden sind, weil sie Juden waren. Wenn irgendwo ein Haus neu gebaut wird, gedenkt man selbstverständlich jener, die dort mal gelebt haben und Juden gewesen sind. Von den Stolpersteinen sind ja auch nicht wenige verkauft worden. Der 9. November ist für mich nur die Spitze dieser Aktivitäten. Warum aber gedenkt man überhaupt? Aus Reue? Hinter all dem Gedenken steckt der Wunsch nach Entlastung, deshalb ist auch oft am 9. November stets ein Israeli dabei. Weil wir den Israelis zumuten, dass sie uns verzeihen. Bestimmt haben die Gedenkenden hehre Motive, das zu tun, ich aber kann das wenig akzeptieren. Es kann doch dafür keinen Mechanismus geben. Mein Engagement kommt von einer ganz anderen Seite. Mir geht es um Israel. Ich kann überhaupt nicht verstehen, dass man für die toten Juden alles tut, aber man möglichst vermeidet, mit den lebenden Juden umzugehen... 
      Wenn wir in 20 Jahren des 9. Novembers gedenken, dürfte das dann nicht viel anders als heute sein, Frau Korenke?
      Ich bin mit solchen Verallgemeinerungen zurückhaltend. Ich habe erst kürzlich eine würdevolle Veranstaltung zum Gedenken erlebt, die von dem Bemühen von Schülern stark getragen worden ist. Und doch bleibt die Frage: Was bedeutet Erinnerung? Ist Erinnerung gleich "Nie wieder"? Oder ist Erinnerung Völkerverständigung? Gerade bei den Jungen ist die Distanz gegenüber Israel viel ausgesprägter als bei den Älteren, die würden sich doch gar nicht wagen, Israel zu kritisieren. Also bleibt die Frage nach dem Wert des Erinnerns.
      Was also könnte die Erinnerungskultur gut gebrauchen, Frau Korenke?
      Sie braucht eine Internationalisierung und eine Aktualisierung. Die Erinnerung bezieht sich nicht auf die Gegenwart, sie bleibt allein in Historie verhaftet.
      Das aber hängt vielleicht auch damit zusammen, dass es im Einwanderungsland Deutschland kein gemeinsames Geschichtsbewusstsein mehr gibt, das Identität stiften könnte.
      Deswegen ist es nötig, das Thema Erinnerungskultur ganz neu zu betrachten. Spätestens dann, wenn es keine Zeitzeugen mehr gibt. Dann brauchen wir neue Glaubwürdigkeiten.
      Wie diskutieren Sie die Zukunft der Erinnerung, Frau Lior?
      Die Deutschen wissen alles über den Holocaust, über diese Geschichte. Sie sind voll damit. In der Gegenwart wollen sie viel mehr über den Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern erfahren. Ich bin in einem Land des Krieges aufgewachsen, junge Deutsche im Frieden. Sie verstehen die Lage in Israel nicht. Ich möchte auch in Frieden leben, aber so einfach wie sich das manche Deutsche vorstellen, ist das nicht zu machen. Ich kann junge Deutsche nur ermuntern, nach Israel zu kommen, um die Situation zu verstehen.
       
    12. LIZAS WELT - Richard Wagners Negerküsse
      Daniel Barenboim dirigiert zum 9. November den „Lohengrin" am Brandenburger Tor, und ein Herr namens Wagner findet das so toll wie sonst nur Negerküsse.

      Vorspiel

      Jubel, Trubel, Heiterkeit
      Seid zu Heiterkeit bereit
      Mein Name ist Hase, ich weiß Bescheid
      Wer eine schöne Stunde verschenkt
      Weil er an Ärger von gestern denkt
      Oder an Sorgen von morgen
      Der tut mir leid
      Mein Name ist Hase, ich weiß Bescheid   
      Trauerspiel

      Allenthalben begegnet einem die Forderung, doch nicht alles gar so negativ zu sehen. Und sie hat etwas Richtiges: Das Gute an den Feierlichkeiten zum zwanzigsten Jahrestag des Mauerfalls ist beispielsweise, dass sie in wenigen Stunden vorbei sind. Und auch historisch gesehen ist das größte anzunehmende Unglück nicht eingetreten: Das Vierte Reich ist nämlich ausgeblieben.
      Das real existierende Deutschland 2009 genügt aber schon. Der Schutzwall, der kein antifaschistischer war, sondern Zonenbewohner zuvörderst von kapitalismusinduziertem Konsum und demokratischen Mindeststandards abhielt, ist perdu, und mit ihm – das ist noch keine große Dialektik – auch die Versicherung gegen eine Wiederkehr deutscher Normalität. Nicht der blanke Wahn des Nationalsozialismus, sondern seine in demokratischen Jargon verpackte Fassung wurde nach 1989 restauriert: Was dem Antisemiten früher der Jude war, ist ihm nun der Judenstaat, und beim Blick zum „Bündnispartner“ tief im Westen verstaubt nicht die Sonne, sondern der Verstand, und es grönemeyert in nunmehr gesamtdeutschem Konsens: „Du kommst als Retter in jeder Not, zeigst der Welt deinen Sheriffstern, schickst Sattelschlepper in die Nacht, bringst dich in Stellung: Oh, Amerika, du hast viel für uns getan. Oh, Amerika, tu uns das nicht an.“ Die einstige Teilung Deutschlands zwischen Ost und West ist aufgehoben; ihr folgte die zwischen Stadt und Land. Während in den Metropolen tonangebend Linke, Liberale und selbsterklärte Alternative den Islamofaschismus vor der eigenen Haustür (geografisch genauer: meist „nur“ im benachbarten Stadtbezirk) als zu respektierende kulturelle Eigenart salvieren, geht es in den Provinzen, die oft nicht allein im Osten ausländerfrei geprügelt wurden, mit der NPD sowie ihren Kamerad- und Anhängerschaften noch sehr konventionell respektive führerkompatibel zu.....
       
      1. NRHZ - Aktuelles - Wagners Urenkel protestiert gegen “Lohengrin“-Vorspiel am 9. November - Reichspogromnacht vergessen?
    13. MATTHIAS KÜNTZEL - Amerika auf Abwegen - Obamas Dialogpolitik mit dem iranischen Regime
      Bei den jüngsten Irangesprächen in Genf und Wien waren es nicht die Winkelzüge der Iraner, die Erstaunen auslösten, sondern die Politik der USA. Während früher Washington den Druck auf Iran zu erhöhen suchten und Europa auf die Bremse trat, ist es heute Obama, der auf die Bremse tritt, während Frankreich und Großbritannien auf Sanktionen pochen. Während George W. Bush den Islamismus in Iran anprangerte, schmeichelt sich sein Nachfolger mit Komplimenten und Verharmlosungen ein. Während es früher die Europäer waren, die ihre Misserfolge im „Dialog“ als Erfolge präsentierten, übernimmt heute Washington diesen Part.
      Das Schlüsseldatum der alten amerikanischen Iranpolitik ist der 23. Dezember 2006. An diesem Tag hatten die USA nicht nur erreicht, dass der Sicherheitsrat die Mullahs einstimmig aufforderte, unverzüglich alle Arbeiten an der Urananreicherung und den Plutoniumprojekten einzustellen. Gleichzeitig wurden zur Durchsetzung dieser Forderungen Sanktionen gegen Iran verhängt. Diese Sanktionen verbieten bis heute jeden Nuklearhandel mit Iran. Ihre materielle Reichweite war und ist begrenzt – doch wiegt ihr juristisches Gewicht bis heute schwer. Einstimmig stufte damals der Sicherheitsrat die Atompolitik Irans in Resolution 1737 als eine Bedrohung des internationalen Friedens ein. Erstmals wurde für den Fall, dass Teheran den UN-Aufforderungen nicht nachkommt, mit einer Druckerhöhung nach Artikel 41, Absatz VII der UN-Charta gedroht. Artikel 41 listet auf, wie ein Staat nicht-militärische genötigt werden kann, UN-Beschlüsse zu befolgen: Durch die teilweise oder vollständige Einstellung der wirtschaftlichen und politischen Beziehungen, durch Blockierung aller Verkehrsverbindungen, durch Unterbrechung des Post- und Funkverkehrs.
      Das Schlüsseldatum der neuen amerikanischen Iranpolitik ist der 11. September 2009. An diesem Tag willigten die USA in Irangespräche ein, bei denen die iranische Urananreicherung in Natanz und die neu entdeckte Geheimanlage in Qum ausdrücklich nicht auf der Tagesordnung standen. Gespräche zu Bedingungen, die allein von Teheran diktiert wurden – dies allein kam einer Missachtung der Beschlüsse des Sicherheitsrats gleich. ...
    14. Zu guter letzt noch ein wichtiger Veranstaltungshinweis...
      Der Goldstone-Report und seine Folgen
      Podiumsdiskussion
      Montag, 23. November, 19 Uhr
      Neue Synagoge, Oranienburger Straße 28-30, Berlin
      Podiumsteilnehmer:
      - Emmanuel Nachshon, Gesandter des Staates Israel
      - Richard Herzinger, Redakteur der Welt am Sonntag
      - Levi Salomon, Jüdische Gemeinde zu Berlin
      - Moderation: Sacha Stawski, Vorsitzender und Chefredakteur Honestly Concerned e.V.
      Weitere Podiumsteilnehmer sind angefragt.
      Im Anschluss wird es einen Empfang geben.
      Der Mitte September veröffentlichte sogenannte Goldstone-Bericht kommt zu dem Schluss, dass sowohl die israelischen Streitkräfte als auch die radikalislamische Hamas im Gaza-Krieg Kriegsverbrechen und vermutlich auch Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen haben. Die Untersuchung unter Leitung des ehemaligen südafrikanischen Richters Richard Goldstone wurde vom UN-Menschenrechtsrat in Auftrag gegeben, welcher von autokratisch regierten Staaten dominiert wird.
      Der israelische Staatspräsident Shimon Peres griff den Bericht scharf an und nannte ihn eine „Verhöhnung der Geschichte“, da dieser nicht zwischen einem Aggressor und einem Staat unterscheide, der sein Recht auf Selbstverteidigung wahrgenommen habe.
      Auch die Quellen, auf die der Bericht Bezug nimmt, wurden von verschiedenen Seiten beanstandet. Es wurden unter anderem Publikationen und Zeugenaussagen unterschiedlicher NGOs wie Human Rights Watch, Palestinian Center for Human Rights und Breaking the Silence verwendet - alles Organisationen, die schon in der Vergangenheit durch anti-israelische Aktivitäten aufgefallen sind. Überdies kommen einige der Kommissionsmitglieder aus dem Umfeld dieser NGOs, so hatte etwa Goldstone eine führende Position bei Human Rights Watch inne und trat erst im Zuge der Entstehung der Untersuchungskommission aus der Organisation aus.
      Obwohl Goldstone selber bestätigte, dass sein Bericht vor einem Gericht keine Beweiskraft habe, nahm der UN-Menschenrechtsrat Mitte Oktober eine sich auf ihn stützende Resolution an. Neben der ausdrücklichen Billigung des Goldstone-Reports wird in der Resolution auch das Vorgehen Israels in den besetzten Gebieten wie beispielsweise der Siedlungsbau und die Zugangsbeschränkungen verurteilt.
      Israel lehnte die Resolution als einseitig und ungerecht ab. Selbst Goldstone, auf dessen Report sich die Resolution beruft, hatte bereits vor der Veröffentlichung des Abstimmungsergebnisses den Wortlaut der Empfehlung kritisiert, da sie keinerlei Verurteilung der Hamas beinhalte. Die palästinensische Autonomiebehörde dagegen begrüßte die Resolution und erklärte, gegen die vermeintlichen Kriegsverbrechen Israels weiter vorgehen zu wollen. Auch die Hamas beglückwünschte sich zu ihrem "Sieg" über Israel.
      Nun ist geplant, die oben genannte Resolution der UN-Vollversammlung vorzulegen, welche die Möglichkeit hat, internationale juristische Aktionen gegen Israel zu fordern. Demnach könnte der Fall theoretisch auch an den internationalen Strafgerichtshof in Den Haag weitergeleitet werden.
      Welche Hintergründe der Goldstone-Report hat, welche Funktion er im internationalen Diskurs einnimmt und welche Rezeption er hier in Deutschland erfährt - darüber wollen wir am Montag, den 23. November um 19 Uhr im Centrum Judaicum diskutieren. 

           

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    3.      Die nachfolgende Sonderausgabe soll dazu beitragen ein möglichst WAHRHAFTIGES Bild über alles Rund um die Themen "Innenpolitik/Antisemitismus" und dem "Nahostkonflikt" zu bekommen. Die hier veröffentlichten Artikel und Links repräsentieren nicht unbedingt die Meinungen der Redaktion, oder der restlichen Mitglieder der Honestly Concerned Mailingliste.

    JEDE WEITERVERÖFFENTLICHUNG DER BEI UNS VERÖFFENTLICHTEN BRIEFE ODER KOMMENTARE, OHNE VORHERIGE GENEHMIGUNG DER URSPRÜNGLICHEN ABSENDER ODER DER REDAKTION, IST STRIKT UNTERSAGT!


    TEIL 1 – Offener Brief an Bundespräsidenten Köhler...  
     

    1. OFFENER BRIEF AN DEN BUNDESPRÄSIDENTEN HORST KÖHLER...

      Sehr geehrter Herr Bundespräsident,

      In Ihrem Schreiben an Arno Hamburger bezüglich der Ordensangelegenheit Felicia Langer, sprachen Sie Ihr Bedauern darüber aus, daß die Auszeichnung Gefühle von Menschen verletzt hat, "an deren Sehnsucht nach Frieden und Gerechtigkeit es keinen Zweifel geben kann". Auch teilten Sie mit, daß "alle an dem Ordensverfahren beteiligten Stellen des Bundes und des Landes zutiefst bekümmert seien und wünschten, die Verwerfungen ließen sich ungeschehen machen", daß dafür jedoch die Grundlage fehle.

      Wie ernst aber können Ihre Beteuerung bezüglich der «unwandelbaren« Solidarität Deutschlands mit Israel und dem jüdischen Volk gemeint sein, wenn Sie nun auch noch persönlich eine Laudatio auf einen Mann halten, der Frau Langer noch übertrumpft, in dem er dem Staat Israel unverblümt und in aller Gänze das Existenzrecht aberkennt?

      In Zeiten des Internets werden Sie sich sicherlich nicht darauf berufen, nichts von den Aussagen Mankells, zuletzt vom August dieses Jahres, in Bezug auf Israel gewußt zu haben. Wie also sonst sollen wir Ihre Verehrung gegenüber einem ausgesprochenen Israelhasser und Antisemiten verstehen (gemäß der vom Bundestag verabschiedeten Antisemitismusdefinition der European Union Agency for Fundamental Rights)?

      Wenn die Auswahl der von Ihnen geehrten Personen als Indikation für die Stimmung in diesem Land gegenüber Israel gesehen werden soll, dann sollten sich jene, „an deren Sehnsucht nach Frieden und Gerechtigkeit es keinen Zweifel geben kann" demnächst wohl wieder sehr warm anziehen.... 

      Mit bestürzten Grüßen,

      Das Honestly Concerned Redaktionsteam



      1. ddp - Henning Mankell mit Osnabrücker Friedenspreis geehrt
        Henning Mankell mit Osnabrücker Friedenspreis geehrt
        Der schwedische Schriftsteller Henning Mankell hat am Freitag in Osnabrück den mit 25 000 Euro dotierten Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis 2009 erhalten. Der Autor der Wallander-Krimis wurde damit für sein Engagement in Afrika geehrt. Bundespräsident Horst Köhler sagte in seiner Laudatio, «es gibt wohl kaum einen anderen europäischen Erfolgsautor, der sein Wirken so intensiv mit Afrika verknüpft hat wie Henning Mankell». Er sei «ein Beispiel für gelebten Respekt vor Afrika».
        Die Preisverleihung an Mankell verstehe er auch als Beleg, dass man in der «Friedensstadt» Osnabrück wisse, dass dauerhafter Frieden weit mehr sei, als die Abwesenheit von Krieg, sagte Köhler. Der Zusammenhang zwischen Armut und Gewalt sei wohlbekannt. Wenn Menschen keine Perspektiven hätten, dann breche der Dämon der Gewalt sehr schnell aus. Das sei nicht nur in Afrika so.
        Mankell lebt abwechselnd in Schweden und Mosambik, wo er ein Theater gegründet hat und sich im Kampf gegen Aids und Armut engagiert. «Sein Leben und Engagement vor Ort inspirierte ihn zu seinem variationsreichen Afrika-Werk, das dem Werk Erich-Maria Remarques auf eindrucksvolle Weise entspricht», hieß es in der Begründung der Jury.
        Der Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis wird seit 1991 alle zwei Jahre für belletristische, journalistische oder wissenschaftliche Arbeiten vergeben, die sich mit dem Thema Frieden auseinandersetzen. Der Schriftsteller Remarque (1898-1970) war in Osnabrück geboren worden. Der Friedenspreis ging 2007 an den Direktor des Remarque-Instituts für Europäische Studien an der New York University, Tony Judt. Weitere bisherige Preisträger sind unter anderen Lew Kopelew, Hans Magnus Enzensberger und Uri Avnery.

      2. AP - Bundespräsident ehrt Henning Mankell - Freitag, 18. September, 13:05 Uhr
        Osnabrück (AP) Bundespräsident Horst Köhler hat bei der Verleihung des Erich-Maria-Remarque-Friedenspreises an Henning Mankell das Afrika-Werk des schwedischen Autors gewürdigt. «Henning Mankell ist ein Beispiel für gelebten Respekt vor Afrika», sagte Köhler am Freitag in Osnabrück. Bei ihm werde der Afrika nicht auf Kriege, Krankheiten und Katastrophen reduziert, sondern komme als «Kontinent voller Kreativität und kultureller Vielfalt zu Wort». Der Remarque-Friedenspreis der Stadt Osnabrück ist mit 25.000 Euro dotiert....
        Wie kaum ein anderer europäischer Erfolgsautor habe Mankell sein Wirken intensiv mit Afrika verknüpft, betonte das Staatsoberhaut. Im Gegensatz zu vielen anderen wisse der Autor, der die Hälfte des Jahres in Mosambik verbringe, wovon er spreche. In seinen Werken, wie «Die flüsternden Seelen, «Der Chronist der Winde» oder «Die rote Antilope», erlebe man «den Lebensmut, den Zusammenhalt, die Aufgeschlossenheit der Menschen Afrikas».
        In den Büchern Mankells über Afrika spielten Gewalt und Krieg stets eine Rolle. Er weise aber auch immer auf Zusammenhänge der Gewalt mit Armut, Rohstoffausbeutung, Wassernot und unfairen Handelsbedingungen hin. Der Schriftstelle zeige «konkret auch die Fäden der Ausbeutung, deren Ende zu uns selber führen», sagte Köhler weiter. «Er hält uns damit den Spiegel vor Augen.»....
        1. Hamburger Abendblatt - Remarque-Preis an Henning Mankell
        2. Deutsche Welle - Remarque-Friedenspreis an Henning Mankell überreicht
        3. Bieler Tagblatt - Mankell erhält Remarque-Friedenspreis
        4. Bild.de - Mankell fordert mehr Hilfen für Afrika
        5. sz-online - Ein Mann, der Böses schreibt und Gutes tut
        6. kreiszeitung.de - Friedenspreis an Mankell
        7. Neue OZ Online - „Armut bekämpfen ist unsere einzige Chance“ - Remarque-Preis im Zeichen Afrikas
        8. news aktuell (Pressemitteilung) - Kommentar zu Auszeichnungen
        9. www.africa-live.de - Henning Mankell erhält Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis 2009
        10. NDR Online - Henning Mankell erhält Osnabrücker Friedenspreis

      3. Ein Leserbrief an HC zum Thema Mankell... 
        From: E.W.
        Sent: Friday, September 18, 2009 10:02 PM 
         
        Sehr geehrtes Honestly Team, 
        Henning Mankell ist der  für seine engagierte Schilderung des Lebens in Afrika und der Probleme des Kontinents ist der schwedische Autor Henning Mankell am Freitag mit dem Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis der Stadt Osnabrück ausgezeichnet worden. Ausgerechent einen (Warum eigentlich Erich) Eva-Maria Remarque Preis?
        Unter den als „zersetzend“ indizierten Autoren waren mit Kurt Tucholsky und Carl von Ossietzky, mit Heinrich und Klaus Mann, Bertolt Brecht, Alfred Kerr, Eva Maria Remarque, mit Erich Kästner, Ernst Toller und Joseph Roth jüdische und pazifistische, kommunistische und liberale Repräsentanten der Weimarer Kultur 
        Für seine Hetze gegen Israel bekommt er dann wohl demnächst den Nobelpreis ?
        Schreibe gerade Leserbriefe an alle möglichen Zeitungen.
        Sehr geehrte Damen und Herren,
        Ich hoffe nur, das unser geschätzter Bundespräsident weiss, wen er diesmal auszeichnet, nach Frau Langer nun der nächste Antisemit, wobei Herr Mankell noch viel schärfer artikuliert, er fordert sogar die Auslöschung Israels als den Staat der Juden, so ein Zitat von Ihm Ende Juli/Anfang August im berüchtigten Aftonbladet.
        "[...] 1948, als ich geboren wurde, erklärte Israel seine Unabhängigkeit auf besetztem Gebiet. Es gibt keinerlei Gründe dafür, dass dies eine völkerrechtlich legitime Handlung war. Man besetzte ganz einfach palästinensisches Land. Und man fährt fortlaufend fort, diesen Landbesitz zu vergrößern, etwa durch den Krieg 1967 und heute durch die ständige Zunahme an Siedlungen. [...] Eine Zwei-Staaten-Lösung bedeutet nicht, dass die historische Besatzung aufgehoben wird.
        Israel wird es genauso ergehen wie Südafrika unter der Apartheidzeit. Die Frage ist nur, ob die Israelis Vernunft annehmen werden und freiwillig einer Abwicklung Des Apartheidstaates zustimmen werden. Oder ob es zwangsweise geschehen wird.
        Auch kann niemand sagen, wann es geschieht. Der endgültige Aufruhr wird natürlich von innen kommen. Aber plötzliche Veränderungen in Syrien oder Ägypten werden dazu beitragen können.
        Ebenso wichtig ist selbstverständlich, dass die USA es sich bald nicht mehr leisten können, diese abscheuliche Kriegsmaschine zu bezahlen, die Steine werfende Jugendliche von einem normalen Leben in Freiheit fernhält.
        Wenn Veränderungen kommen, wird es von dem einzelnen Israeli abhängen, ob er oder sie bereit ist, auf seine Privilegien zu verzichten und in einem palästinensischen Staat zu leben. (Er befürwortet also ein jüdisches Leben nur als Dhimmi, unter der Knute der PalAraber, obwohl er genauestens weiß, das dies nicht gut gehen kann und welche Demütigungen die Juden hinnehmen müssten. Anm. Von R.)  Ich stieß auf meiner Reise auf keinen Antisemitismus. Hingegen auf einen normalen Hass auf die Besatzer. Es ist wichtig, diese Dinge auseinander zu halten.
        [...]
        Der Staat Israel hat nur eine Niederlage zu erwarten, wie alle Besatzungsmächte.
        Die Israelis vernichten Leben. Aber sie können nicht die Träume zerstören. Der Untergang dieses verächtlichen Apartheidsystems ist das einzig denkbare Resultat, DA es notwendig ist.
        Die Frage lautet also nicht ob, sondern wann es geschieht. Und natürlich auch, auf welche Weise."
        Zitatende.......
        Der Dokumentation dieses Ahmadinejad-kompatiblen Pamphlets Mankells, in dessen Logik jeder einzelne jüdisch-israelische Zivilist auch im Kerngebiet Israels wie ein "Besatzer" behandelt und - notfalls "zwangsweise" - der anstelle Israels zu errichtenden Herrschaft eines "palästinensischen Staates" unterworfen werden kann, stellt  also Deutschland einen Preis zur Verfügung ?
        Die Nichtrespektierung der Souveränitätsrechte Israels und Bekundungen der Sympathie für Gewalt gegen loyale israelische Bürger firmieren bei deutschen Menschenrechtlern also unter "Kultur" und "Völkerverständigung". Diese Art der Legitimierung antiisraelischer Hetze gemahnt unwillkürlich an die Tradition einer Dichotomisierung von Kultur und Zivilisation, die Henryk M. Broder, wie folgt, aufs Korn genommen hat: "In Deutschland legt man größten Wert auf die Kultur und verachtet die Zivilisation. Ich lege größten Wert auf Zivilisation, weil ich die für etwas Verpflichtendes, Verbindliches halte. Kultur hingegen ist individuell. Mein Lieblingsbeispiel als Erklärung geht so: Kultur ist, wenn ich Ihnen den Kopf abhacke und daraus eine Blumenvase mache, Zivilisation hingegen ist, wenn ich dafür ins Gefängnis gehe
        "Widerlich diese Aussagen, Er rät den Juden, sie mögen doch bitte so freundlich sein und UNTER den PalArabern leben, obwohl er genau weiss, wer die Feinde der Juden sind.....und das nach Langer, den Verurteilungen durch die parteiliche Kommission der UNO, nach Hetze und Antisemitismus in Europa auf den höchsten Stand seit Hitler.
        Hier noch einmal sein Artikel auf schwedisch:
        http://www.aftonbladet.se/kultur/article5283239.ab
        Können wir das verantworten ? Ich muss nur noch mit dem Kopf schütteln. Israel zum Abschuss freigegeben ?
        Mit traurigen Grüßen
        E. W.

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    TEIL 2 - Henning Mankell zum Thema Israel...  


    1. Henning Mankell in seinen eigenen Worten zum Thema Israel...


      1. GENERALDELEGATION PALÄSTINAS IN DEUTSCHLAND - Von Apartheid gestoppt
        Vor gut einer Woche besuchte Henning Mankel Palästina und Israel. Er gehörte zu einer Schriftstellerdelegation mit Vertretern aus verschiedenen Kontinenten. Sie sollten an einer palästinensischen literarischen Konferenz teilnehmen. Die Einweihung sollte im Palästinensischen Nationaltheater in Jerusalem stattfinden. Gleich nachdem die Delegation sich versammelt hatte, kam schwer bewaffnetes israelisches Militär und Polizei und teilte ihnen mit, dass sie sie zu stoppen gedächten. Auf die Frage warum, kam als Antwort: „Sie sind ein Sicherheitsrisiko.“
        Im Folgenden erhalten Sie Mankels Erfahrungsbericht in der Übersetzung von Einar Schlereth.
        Es ist natürlich Nonsens zu behaupten, dass wir in jenem Augenblick eine terroristische Bedrohung für Israel darstellten. Aber gleichzeitig hatten sie ja auch Recht. Sicher stellen wir eine Bedrohung für Israel dar, wenn wir nach Israel kommen und sagen, was wir von der israelischen Unterdrückung der palästinensischen Bevölkerung halten. Es war ja auch nicht merkwürdig, dass ich und tausende andere damals eine Bedrohung für das Apartheidsystem in Südafrika darstellten. Worte sind gefährlich.
        Das waren auch meine Worte, die ich sagte, als es den Veranstaltern gelungen war, die Einweihung in das französische Kulturzentrum zu verlegen, das sich bereitwillig gezeigt hatte:
        ”Das was wir jetzt erleben, ist eine Wiederholung des verächtlichen Apartheidsystems, das einst die Afrikaner und Farbige als Bürger zweiter Klasse in ihrem eigenen Land behandelte. Aber wir dürfen nicht vergessen, dass dieses Apartheidsystem nicht mehr existiert. Es wurde durch menschliche Kraft auf den Müllhaufen der Geschichte Anfang der 1990-er Jahre geworfen. Es geht eine direkte Linie zwischen Soweto, Sharpeville und dem, was kürzlich in Gaza geschah.”
        In den folgenden Tagen besuchten wir Hebron, Bethlehem, Jenin und Ramallah. Wir wanderten einen Tag in den Bergen zusammen mit dem palästinensischen Verfasser Raja Shehadeh, der uns zeigte, wie sich die israelischen Siedlungen ausdehnten, palästinensisches Land konfiszieren, Wege zerstören, neue bauen, die nur von Siedler benutzt werden dürfen. Schikanen an den verschiedenen Grenzübergängen lagen auf der Hand. Natürlich war es einfacher für meine Frau Eva und mich durchzukommen. Aber jene in unserer Delegation, die syrische Pässe hatten oder deren Herkunft palästinensisch war, wurden desto mehr schikaniert. Bring den Koffer aus dem Bus, pack ihn aus, stell ihn wieder rein, hole ihn wieder heraus...
        ...Der Staat Israel hat nur eine Niederlage zu erwarten, wie alle Besatzungsmächte.
        Die Israelis vernichten Leben. Aber sie können nicht die Träume zerstören. Der Untergang dieses verächtlichen Apartheidsystems ist das einzig denkbare Resultat, da es notwendig ist.
        Die Frage lautet also nicht ob, sondern wann es geschieht. Und natürlich auch, auf welche Weise...

      2. AFTONBLADET - Stoppad av apartheid - Henning Mankell om hur israelisk militär försökte tysta den internationella palestinska litteraturfestivalen
        Henning Mankell var själv en av de författare från hela värl

        Henning Mankell var själv en av de författare från hela världen som deltog i den palestinska litteraturfestivalen 23–28 maj. För Aftonbladet skriver han om resan och varför dagarna är räknade för Israel.
        Israel i maj 2009. För en dryg vecka sedan besökte jag Israel och Palestina. Jag ingick i en författardelegation med representanter från olika kontinenter. Vi skulle medverka i en palestinsk litterär konferens. Invigningen skulle ske på den Palestinska Nationalteatern i Jerusalem. Just när vi hade samlats kom tungt beväpnad israelisk militär och polis och meddelade att dom tänkte stoppa oss. På frågan varför, var svaret:
        – Ni utgör en säkerhetsrisk.
        Det är naturligtvis nonsens att påstå att vi i det ögonblicket utgjorde ett terroristiskt hot mot Israel. Men samtidigt hade dom ju också rätt. Visst utgör vi ett hot när vi kommer till Israel och säger vad vi tycker om israelernas förtryck av den palestinska befolkningen. Det är inte konstigare än att jag och tusentals andra en gång utgjorde ett hot mot apartheidsystemet i Sydafrika. Ord är farliga.
        Det var också vad jag sa när arrangörerna lyckats flytta hela invigningen till det franska kulturcentret som ställt sig villiga:
        – Det vi nu är med om är en upprepning av det föraktliga apartheidsystem som en gång behandlade afrikaner och färgade som andra klassens medborgare i sitt eget land. Men vi ska inte glömma att detta apartheidsystem inte längre existerar. Det kastades av mänsklig kraft på historiens sophög i början av 1990-talet. Det går en rak linje mellan Soweto, Sharpville och det som nyligen inträffade i Gaza.

        Under de dagar som följde besökte vi Hebron, Betlehem, Jenin och Ramallah. Vi gick i bergen en dag tillsammans med den palestinske författaren Raja Shehadeh som visade oss hur israeliska bosättningar sprider ut sig, konfiskerar palestinskt land, förstör vägar, bygger nya som bara bosättarna får använda. Trakasserierna låg nära till hands vid de olika gränsövergångarna. Det gick naturligtvis lättare för min fru Eva och mig att ta oss igenom. Men de i delegationen som hade syriska pass eller var palestinier i ursprunget, utsattes desto mer. Ta ut väskan ur bussen, packa upp den, ställa in den igen, ta ut den på nytt...


        • Übersetzung einiger "netter" Schlüsselzitate...
          1. "der Staat Israel ist in seiner gegenwärtigen Form ohne Zukunft. Jene, die eine Zwei-Staaten-Lösung vertreten, denken ausserdem falsch.
            1948, als ich geboren wurde, erklärte Israel seine Unabhängigkeit auf besetztem Gebiet. Es gibt keinerlei Gründe dafür, dass dies eine völkerrechtlich legitime Handlung war."
          2. "Man besetzte ganz einfach palästinensisches Land. Und man fährt fortlaufend fort, diesen Landbesitz zu vergrössern, etwa durch den Krieg 1967 und heute durch die ständige Zunahme an Siedlungen. Hin und wieder wird eine Siedlung abgerissen, um den Schein aufrechtzuerhalten. Aber bald taucht sie woanders wieder auf. Eine Zwei-Staaten-Lösung bedeutet nicht, dass die historische Besatzung aufgehoben wird."
          3. "Israel wird es genauso ergehen wie Südafrika unter der Apartheidzeit. Die Frage ist nur, ob die Israelis Vernunft annehmen werden und freiwillig einer Abwicklung des Apartheidstaates zustimmen werden. Oder ob es zwangsweise geschehen wird.…
            Wenn Veränderungen kommen, wird es von dem einzelnen Israeli abhängen, ob er oder sie bereit ist, auf seine Privilegien zu verzichten und in einem palästinensischen Staat zu leben."


      3. NRHZ - Globales - Israels Militär griff in internationales palästinensisches Literaturfestival ein - Von der Apartheid gestoppt - Von Henning Mankell
        Henning Mankell, geboren 1948 in Stockholm, ist ein schwedischer Schriftsteller und Theaterregisseur und lebt abwechselnd in Schweden und in Maputo (Mosambik), wo er ein Theater leitet. Bekannt wurde er in Deutschland vor allem durch seine Kriminalroman-Reihe über Kurt Wallander. Dafür er hielt er 2008 den Europäischen Preis für Kriminalliteratur Ripper Award. 2009 erhielt er den Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis der Stadt Osnabrück für seine Afrika-Romane. Hier berichtet er über aktuelle Erfahrungen in Palästina und Israel. – Die Redaktion.
        Vor gut einer Woche besuchte ich Israel und Palästina. Ich gehörte zu einer Schriftstellerdelegation mit Vertretern aus verschiedenen Kontinenten. Wir sollten an einer palästinensischen literarischen Konferenz teilnehmen. Die Einleitung sollte im Palästinensischen Nationaltheater in Jerusalem stattfinden. Gleich nachdem wir uns versammelt hatten, kam schwer bewaffnetes israelisches Militär und Polizei und teilte uns mit, dass sie uns zu stoppen gedächten. Auf die Frage warum, kam als Antwort: „Sie sind ein Sicherheitsrisiko.”...
        1. TLAXCALA - Von Apartheid gestoppt
        2. PALESTINE FESTIVAL OF LITERATURE - Stopped by Apartheid - Henning Mankell


    2. Andere über Mankell und seine Haltung zum Thema Israel...


      1. ACHGUT - Fundstück - 19.09.2009 - Mankell bekommt den Langer-Preis
        Der schwedische Schriftsteller Henning Mankell erhält heute in Osnabrück den mit 25.000 Euro dotierten Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis 2009.
        http://www.haz.de/Nachrichten/Feuilleton/Uebersicht/Henning-Mankell-erhaelt-Osnabruecker-Friedenspreis
        http://www.dw-world.de/dw/function/0,,12356_cid_4704085,00.html
        http://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/mankell108.html 
        Wofür Mankell geehrt wird:
        “[...] 1948, als ich geboren wurde, erklärte Israel seine Unabhängigkeit auf besetztem Gebiet. Es gibt keinerlei Gründe dafür, dass dies eine völkerrechtlich legitime Handlung war. Man besetzte ganz einfach palästinensisches Land. Und man fährt fortlaufend fort, diesen Landbesitz zu vergrößern, etwa durch den Krieg 1967 und heute durch die ständige Zunahme an Siedlungen. [...] Eine Zwei-Staaten-Lösung bedeutet nicht, dass die historische Besatzung aufgehoben wird.
        Israel wird es genauso ergehen wie Südafrika unter der Apartheidzeit. Die Frage ist nur, ob die Israelis Vernunft annehmen werden und freiwillig einer Abwicklung Des Apartheidstaates zustimmen werden. Oder ob es zwangsweise geschehen wird.
        Auch kann niemand sagen, wann es geschieht. Der endgültige Aufruhr wird natürlich von innen kommen. Aber plötzliche Veränderungen in Syrien oder Ägypten werden dazu beitragen können.
        Ebenso wichtig ist selbstverständlich, dass die USA es sich bald nicht mehr leisten können, diese abscheuliche Kriegsmaschine zu bezahlen, die Steine werfende Jugendliche von einem normalen Leben in Freiheit fernhält.
        Wenn Veränderungen kommen, wird es von dem einzelnen Israeli abhängen, ob er oder sie bereit ist, auf seine Privilegien zu verzichten und in einem palästinensischen Staat zu leben. Ich stieß auf meiner Reise auf keinen Antisemitismus. Hingegen auf einen normalen Hass auf die Besatzer. Es ist wichtig, diese Dinge auseinander zu halten.
        Der Staat Israel hat nur eine Niederlage zu erwarten, wie alle Besatzungsmächte.
        Die Israelis vernichten Leben. Aber sie können nicht die Träume zerstören. Der Untergang dieses verächtlichen Apartheidsystems ist das einzig denkbare Resultat, DA es notwendig ist.
        Die Frage lautet also nicht ob, sondern wann es geschieht. Und natürlich auch, auf welche Weise.”
        http://www.aftonbladet.se/kultur/article5283239.ab

      2. KSTA - Israelkritik - Grenze ja – Tabu nein - Von Tobias Kaufmann, 10.08.09, 19:09h, aktualisiert 10.08.09, 19:11h
        Von Henning Mankell bis Felicia Langer: Es gibt eine Grenze zwischen Kritik am Staat der Juden und Judenhass – und diese Grenze ist klar definiert. Das angebliche „Tabu Israelkritik“ beklagen nur jene, die nichts Gutes im Schilde führen.
        „Jene, die eine Zwei-Staaten-Lösung vertreten, denken falsch ... Der Untergang dieses verächtlichen Apartheidsystems ist das einzig denkbare Resultat, da es notwendig ist.“ Diese aktuelle Aussage zu Israel stammt vom schwedischen Krimi-Autor Henning Mankell. Sie wird derzeit gern zustimmend zitiert, auch in Leserbriefen. Von Menschen, die bekennen, israelkritisch zu sein, den Vorwurf des Antisemitismus aber scharf zurückweisen. Oft prophylaktisch. Israelkritik und Antisemitismusverdacht, das scheint zusammen zu gehören. Stets wird betont, dass es möglich sein müsse, Israel zu kritisieren, ohne in „diese Ecke“ gedrängt zu werden.
        Dieser Forderung ist zuzustimmen. Niemand würde sie ernsthaft bestreiten. Ob Besatzung oder Krieg, ob Siedlungen oder Bürgerrechte - es gibt keinen Aspekt israelischer Politik, der nicht in Leitartikeln und Interviews, im Parlament oder am Stammtisch angegriffen, hinterfragt und beanstandet würde. Nur selten entzündet sich daran eine Antisemitismus-Debatte....

      3. INGO WAY - Henning Mankell haßt keine Juden, er will nur, daß sie verschwinden
        Eines kann man dem linken europäischen Jet Set nicht nachsagen: daß es damit hinter dem Berg halten würde, was es von dem einzigen Staat mit jüdischer Bevölkerungsmehrheit tatsächlich hält. So deutlich sämtliche Register des antizionistischen Antisemitismus gezogen – „Israel ist ein Besatzerstaat, und zwar schon seit 1948; Israel ist ein Apartheidsstaat; die Palästinenser sind die ausschließlich Guten, die jüdischen Israelis die ausschließlich Bösen; eine friedliche Zweistaatenlösung kommt nicht in Frage, Israel muß komplett verschwinden“ -  wie nun Henning Mankell, hauptberuflich Verfasser langweiliger und schlechtgelaunter Krimis, hat allerdings schon lange keiner mehr (er hieße denn Felicia Langer). Mankell schreibt,
        der Staat Israel ist in seiner gegenwärtigen Form ohne Zukunft. Jene, die eine Zwei-Staaten-Lösung vertreten, denken ausserdem falsch.
        1948, als ich geboren wurde, erklärte Israel seine Unabhängigkeit auf besetztem Gebiet. Es gibt keinerlei Gründe dafür, dass dies eine völkerrechtlich legitime Handlung war.
        Lediglich einen UNO-Beschluß, aber UNO-Beschlüsse sind eben nur dann sakrosankt, wenn sie sich gegen den jüdischen Staat richten.
        Man besetzte ganz einfach palästinensisches Land. Und man fährt fortlaufend fort, diesen Landbesitz zu vergrössern, etwa durch den Krieg 1967 und heute durch die ständige Zunahme an Siedlungen. Hin und wieder wird eine Siedlung abgerissen, um den Schein aufrechtzuerhalten. Aber bald taucht sie woanders wieder auf. Eine Zwei-Staaten-Lösung bedeutet nicht, dass die historische Besatzung aufgehoben wird.
        Denn Israel muß weg. Eine Koexistenz zwischen Juden und Arabern im Nahen Osten würde den europäischen Antisemiten nicht befriedigen.
        Israel wird es genauso ergehen wie Südafrika unter der Apartheidzeit. Die Frage ist nur, ob die Israelis Vernunft annehmen werden und freiwillig einer Abwicklung des Apartheidstaates zustimmen werden. Oder ob es zwangsweise geschehen wird. …
        Wenn Veränderungen kommen, wird es von dem einzelnen Israeli abhängen, ob er oder sie bereit ist, auf seine Privilegien zu verzichten und in einem palästinensischen Staat zu leben.
        Auf fremdem Arsch ist gut durch’s Fegefeuer reiten, nicht wahr, Herr Mankell?
        Ich stiess auf meiner Reise auf keinen Antisemitismus. Hingegen auf einen normalen Hass auf die Besatzer. Es ist wichtig, diese Dinge auseinanderzuhalten. …
        Natürlich, wie stünde man denn sonst auch da?
        Die Israelis vernichten Leben. Aber sie können nicht die Träume zerstören. Der Untergang dieses verächtlichen Apartheidsystems ist das einzig denkbare Resultat, da es notwendig ist.
        Die Frage lautet also nicht ob, sondern wann es geschieht. Und natürlich auch, auf welche Weise.
        Die Gewaltphantasien, die ihm bei der Fromulierung dieses Satzes für den Leser deutlich spürbar durch den Kopf gingen, behält Mankell dankenswerterweise erst einmal für sich.
        Das ganze läßt nur einen Schluß zu: Boykottiert Wallander!

      4. WADIBlog - Henning Mankell & die Niederlage der Juden - 09. August 2009, von Hans Branscheidt
        Auf der Webseite der GENERALDELEGATION PALÄSTINAS IN DER BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND: http://www.palaestina.org/news/beitraege/zeigeBeitrag.php?ID=782
        Israel wird es genauso ergehen wie Südafrika unter der Apartheidzeit. Die Frage ist nur, ob die Israelis Vernunft annehmen werden und freiwillig einer Abwicklung des Apartheidstaates zustimmen werden. Oder ob es zwangsweise geschehen wird. 
        Auch kann niemand sagen, wann es geschieht. Der endgültige Aufruhr wird natürlich von innen kommen. Aber plötzliche Veränderungen in Syrien oder Ägypten werden dazu beitragen können. 
        Ebenso wichtig ist selbstverständlich, daß die USA es sich bald nicht mehr leisten können, diese abscheuliche Kriegsmaschine zu bezahlen, die Steine werfende Jugendliche von einem normalen Leben in Freiheit fernhält. 
        Wenn Veränderungen kommen, wird es von dem einzelnen Israeli abhängen, ob er oder sie bereit ist, auf seine Privilegien zu verzichten und in einem palästinensischen Staat zu leben. Ich stieß auf meiner Reise auf keinen Antisemitismus. Hingegen auf einen normalen Haß auf die Besatzer.  
        Es ist wichtig, diese Dinge auseinanderzuhalten. 
        Der Staat Israel hat nur eine Niederlage zu erwarten, wie alle Besatzungsmächte. 
        Mankell : bei dem es in seinen Krimis nie ohne mindestens eine Total-Skalpellierung der Haut von Opfern abgeht, dieser Mankell spricht zu uns als Filetstück-Linker + Antiimperialist, der noch weiß, was “Besatzungsmacht” bedeutet, speziell wenns um Juden angeht: 
        Diese hatten sich bekanntlich nach ausreichendem Training in ihren Militärcamps Auschwitz-Birkenau, Buchenwald, Bergen-Belsen - und wie sie alle hießen - darauf verabredet, in imperialistischer Absicht Palästina zu besetzen, wo noch niemals jemand von ihnen zuvor gewesen war. Nur um dann mit bewaffneter Unterstützung ihres Panzerkreuzers “USS Exodus” vor Gaza Beach zu stranden.  
        Nun weigern sie sich offenbar, ihr Unrecht einzusehen und möchten nicht in einem “Palästinensischen Staat” leben, den die Juden zwar nie niederwarfen, weil es noch nie nicht einen solchen je gegeben hat, sondern wo recht eigentlich nur ihr Entwurf als erster moderne Staatsform hatte: die von den Vereinten Nationen legitimierte Heimstatt Israel. Am vorläufigen Ende eines 5000 Jahre währenden Judenprogroms, den die Täter noch nie als “Antisemitismus” verstanden wissen wollten.  
        Henning Mankell lehrt uns daher erneut, die Dinge wieder falsch auseinanderzuhalten.
        Siehe auch: Bliebe er doch bei öden Krimis!
        http://www.wadinet.de/blog/?p=1887

      5. WADIBlog - Bliebe er doch bei öden Krimis! - 28. Juni 2009, von Thomas von der Osten-Sacken
        Henning Mankell, bekannt für seine schnarchlangweiligen Krimis mit dem bedenkentragenden Kommissar Wallander, der ständig leidet, weil sein schöner Sozialstaat Schweden angeblich vor die Hunde geht, muss sich jetzt auch noch in die lange Reihe drittklassiger Schriftsteller begeben, die Israel ganz schlimm finden und ihm den Untergang wünschen. Also der Mann hat eine Reise getan und dann folgendes von sich gegeben:
        Was ich während dieser Reise sah, war völlig eindeutig: der Staat Israel ist in seiner gegenwärtigen Form ohne Zukunft. Jene, die eine Zwei-Staaten-Lösung vertreten, denken ausserdem falsch.
        1948, als ich geboren wurde, erklärte Israel seine Unabhängigkeit auf besetztem Gebiet. Es gibt keinerlei Gründe dafür, dass dies eine völkerrechtlich legitime Handlung war. Man besetzte ganz einfach palästinensisches Land. Und man fährt fortlaufend fort, diesen Landbesitz zu vergrössern, etwa durch den Krieg 1967 und heute durch die ständige Zunahme an Siedlungen. Hin und wieder wird eine Siedlung abgerissen, um den Schein aufrechtzuerhalten. Aber bald taucht sie woanders wieder auf. Eine Zwei-Staaten-Lösung bedeutet nicht, dass die historische Besatzung aufgehoben wird. 

        Israel wird es genauso ergehen wie Südafrika unter der Apartheidzeit. Die frage ist nur, ob die Israelis Vernunft annehmen werden und freiwillig einer Abwicklung des Apartheidstaates zustimmen werden. Oder ob es zwangsweise geschehen wird.Ebenso wichtig ist selbstverständlich, dass die USA es sich bald nicht mehr leisten können, diese abscheuliche Kriegsmaschine zu bezahlen, die Steine werfende Jugendliche von einem normalen Leben in Freiheit fernhält.
        Wenn Veränderungen kommen, wird es von dem einzelnen Israeli abhängen, ob er oder sie bereit ist, auf seine Privilegien zu verzichten und in einem palästinensischen Staat zu leben. Ich stiess auf meiner Reise auf keinen Antisemitismus. Hingegen auf einen normalen Hass auf die Besatzer. Es ist wichtig, diese Dinge auseinanderzuhalten.
        Den letzten Abend sollten wir in Jerusalem beenden, wo wir angefangen hatten. Aber das Theater war wieder vom Militär geschlossen worden. Es musste woanders vonstattengehen.
        Der Staat Israel hat nur eine Niederlage zu erwarten, wie alle Besatzungsmächte.
        Die Israelis vernichten Leben. Aber sie können nicht die Träume zerstören. Der Untergang dieses verächtlichen Apartheidsystems ist das einzig denkbare Resultat, da es notwendig ist.
        Die Frage lautet also nicht ob, sondern wann es geschieht. Und natürlich auch, auf welche Weise.
        Das ist alles so grottig, wie seine Krimis und ebenso banal und dumm. Kurz der Mann ist nur ein weiterer schrifstellernder Antisemit, ders eine Chance wittert mit derartigen Äußerungen noch ein bißchen zu punkten.

      6. ACHGUT - Fundstück - 07.08.2009 - Henning Mankell löst die Palästinafrage 
        Israel wird es genauso ergehen wie Südafrika unter der Apartheidzeit. Die Frage ist nur, ob die Israelis Vernunft annehmen werden und freiwillig einer Abwicklung des Apartheidstaates zustimmen werden. Oder ob es zwangsweise geschehen wird… Wenn Veränderungen kommen, wird es von dem einzelnen Israeli abhängen, ob er oder sie bereit ist, auf seine Privilegien zu verzichten und in einem palästinensischen Staat zu leben. Ich stiess auf meiner Reise auf keinen Antisemitismus. Hingegen auf einen normalen Hass auf die Besatzer. Es ist wichtig, diese Dinge auseinanderzuhalten.
        http://gfbvberlin.wordpress.com/2009/07/30/israels-apartheidspolitik-ein-offener-brief-henning-mankells/#comment-150 
        Jostein Gaarder hat es schon getan:
        Es gibt keine Umkehr. Es ist an der Zeit, eine neue Lektion zu lernen: Wir erkennen den Staat Israel nicht länger an. Wir konnten das südafrikanische Apartheid-Regime nicht anerkennen, und ebenso wenig das afghanische Taliban-Regime. Und es gab viele, die Saddam Husseins Irak oder die ethnischen Säuberungen der Serben nicht anerkannten. Wir müssen uns nun an den Gedanken gewöhnen: der Staat Israel in seiner jetzigen Form ist Geschichte. Wir glauben nicht an die Idee eines von Gott auserwählten Volkes. Wir lachen über die Hirngespinste dieses Volkes und weinen über seine Untaten. Als Gottes auserwähltes Volk zu handeln ist nicht nur dumm und arrogant, sondern ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Wir nennen es Rassismus.
        http://kulturtechnik.twoday.net/stories/2507599/


        1. Eine Gruppe, die sich explizit von Mankell distanziert hat:
          GfbV (Gesellschaft für bedrohte Völker) -
          Stellungsnahme der GfbV zum offenen Brief von Henning Mankell und der Veröffentlichung auf diesem Blog 
          Die Aussagen im offenen Brief des Schriftstellers Henning Mankell zur Lage in Israel und Palästina stehen in eklatantem Widerspruch zur Position der Gesellschaft für bedrohte Völker zu diesem Thema. Dass sein Brief auf diesem Blog veröffentlicht wurde, war ein schwerer Fehler. Dafür entschuldigt sich der Autor und der Vorstand unserer Menschenrechtsorganisation. Unglücklicherweise kursiert der Blogeintrag auf mehreren anderen Blogs und hat zu zahlreichen Kommentaren geführt. Für die Kommentare dankt die GfbV, möchte aber nochmals mit aller Deutlichkeit betonen, dass entgegen der Darstellung auf anderen Blogs, Mankells Position in keinster Weise diejenige der GfbV wiedergibt.
          Die Stellung der Gesellschaft für bedrohte Völker zu
          Israel und Palästina wurde in mehreren Presseerklärungen und Texten in den letzten Jahren deutlich formuliert. Man kann sie wie folgt zusammen fassen:
          Die Spirale der Gewalt muss endlich durchbrochen werden. Nicht nur die Palästinenser sind nach der Staatsgründung Israels 1948 Flüchtlinge geworden. Israel selbst wurde von Flüchtlingen, Überlebenden des Holocausts gegründet. Die geflüchteten jüdischen Minderheiten der arabischen Welt wurden dort aufgenommen.
          Israel bleibt verletzbar, umgeben von 20 autoritär regierten und meist hochgerüsteten arabischen Staaten mit rund 300 Millionen Einwohnern. Im arabischen Raum wurden Minderheiten wie die assyro-chaldäischen Christen, Yeziden und Kurden im Nordirak, Schwarzafrikaner im Südsudan, den Nuba-Bergen und Darfur Opfer von Genozid. Andere ethnische und religiöse Minoritäten müssen sich gegen Diskriminierung, Unterdrückung oder Verfolgung wehren.
          Frieden im „Heiligen Land“, in Israel und Palästina, der Rückzug der israelischen Truppen (aus den seit 1967 besetzten Gebieten), die gegenseitige Anerkennung sind nur durch eine entschiedene offensive Friedenspolitik des Westens, der USA und Europas möglich. Deshalb sind militärische Sicherheitsgarantien der NATO, der USA und der UN unverzichtbar. Dazu gehört aber auch die Entmilitarisierung eines zukünftigen Staates Palästina. Deutschland ist besonders verpflichtet, die Zerstörung Israels zu verhindern. Jede deutsche Regierung muss sich für die Aufnahme Israels in die Europäische Union einsetzen, sofern eine israelische Regierung dieses eines Tages wünscht.
          Sarah Reinke für die GfbV

        2. DIE FREIE WELT - Antiisraelische Hetze enttabuisiert 
          Die Auszeichnung der Hamas- und Hisbollah-Apologetin Felicia Langer mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse hat - wie zu erwarten war - auch jene Segmente der deutschen "Zivilgesellschaft", die sich in Sachen "Israel-Kritik" bisher eher zurückgehalten hatten, dazu ermuntert, ihrem Ressentiment gegen den einzigen freiheitlichen Verfassungsstaat des Nahen Ostens freien Lauf zu lassen.
          Die 'Enttabuisierung' eines Antiisraelismus, der sich nicht darin erschöpft, Israel einseitig für die Nichtexistenz eines souveränen arabisch-"palästinensischen" Staates verantwortlich zu machen, sondern die Staatsgründung Israels als solche zu delegitimieren trachtet, läßt sich paradigmatisch an einer Veröffentlichung im Blog der Berliner Sektion der "Gesellschaft für bedrohte Völker" (GfbV) aufzeigen. Zwar hatte diese Menschenrechts-NGO niemals israelfreundliche Positionen vertreten, sondern vielmehr den "Israel-Kritikern" Uri Avnery, Rupert Neudeck und Ludwig Watzal eine Plattform geboten. Aber das Recht Israels auf eine souveräne Existenz war bislang auch seitens der GfbV nicht bestritten worden, und von den antisemitischen Äußerungen etwa des ex-grünen "Israel-Kritikers" Jamal Karsli, eines zeitweiligen Weggefährten der GfbV, hatte sich die NGO distanziert.
          In offenem Gegensatz zu einer solchen Positionierung wurde am 30. Juli unter dem Titel
          "Israels Apartheidpolitik? Ein offener Brief Henning Mankells" für einen wütenden Angriff auf die jüdische Republik geworben, dessen Autor - der Schwede Mankell - ausdrücklich nicht für eine "Zweistaatenlösung", sondern für die Verwerfung einer solchen Option zugunsten der Zerstörung Israels plädiert:...

      7. TAPFER IM NIRGENDWO - Freitag, 7. August 2009 - Gebt mir ein freies Palästina! 
        Folgenden Brüller habe ich jüngst von
        Henning Mankell gelesen:
        "Israel wird es genauso ergehen wie Südafrika unter der Apartheidzeit. Die Frage ist nur, ob die Israelis Vernunft annehmen werden und freiwillig einer Abwicklung des Apartheidstaates zustimmen werden. Oder ob es zwangsweise geschehen wird […] Wenn Veränderungen kommen, wird es von dem einzelnen Israeli abhängen, ob er oder sie bereit ist, auf seine Privilegien zu verzichten und in einem palästinensischen Staat zu leben."
        Was für Privilegien meint Henning Mankell eigentlich? Man möge mich berichtigen, wenn ich es etwas falsch verstanden habe, aber so wie es aussieht, möchte ein palästinensischer Staat keine Juden auf seinem Gebiet akzeptieren. Ich höre sowohl von palästinensichen Organisationen, als auch aus vielen europäischen und amerikanischen Mündern die Forderung, erst einmal mögen alle jüdischen Siedler verschwinden, bevor ein palästinenischer Staat gegründet werden könne. Mit anderen Worten: Für viele Menschen scheint nur ein "judenreines" Palästina ein wahres Palästina zu sein....

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    TEIL 3 - Bundestagswahlen 2009... 


    1. DIE SPD ANTWORTET AUF UNSERE WAHLUMFRAGE... 
      From: Raabe, Karola [mailto:Karola.Raabe@...]
      Sent: Thursday, September 17, 2009 3:03 PM
      To: wahlumfrage@...
      Subject: SPD-Antworten auf Ihren Wahlprüfstein  

      SIEHE http://www.honestly-concerned.org/Temp/WPS-429.doc

      Sehr geehrte Damen und Herren,  
      Bezug nehmend auf Ihr Schreiben vom 04. August übersende ich Ihnen im Namen von Kajo Wasserhövel unsere Antworten auf Ihren Wahlprüfstein. 
      Gemeinsam mit unserer Bundestagsfraktion haben wir für die Beantwortung der Wahlprüfsteine bei der diesjährigen Bundestagswahl ein einheitliches zentrales Verfahren vereinbart. 
      Wir freuen uns daher über Ihr Interesse an unserem Regierungsprogramm.
      Für uns sind Ihre Forderungen und Anliegen, wie auch die von anderen gesellschaftlichen Gruppierungen, Vereinen, Verbänden und Institutionen, ein wichtiger Impuls für unsere zukünftige Arbeit. 
      Mit freundlichen Grüßen
      i.A. Karola Raabe  
      SPD-Parteivorstand
      Karola Raabe
      Projektgruppe Wahlprüfsteine (WPS)
      Tel.-Nr.:       030 / 25 991 - 515
      Fax-Nr.:        030 / 25 991 - 296
      E-Mail:         karola.raabe@...  
      POSTANSCHRIFT:
      Willy-Brandt-Haus, Wilhelmstr. 141
      10963 Berlin



      • Antworten der SPD zum Fragenkatalog
        Von HC Honestly-Concerned-Redaktion

         

        zu A:      Antisemitismus

        zu den Frage 1 bis 3:

        Die SPD lehnt jede Form von Antisemitismus kategorisch ab und verurteilt sie auf das Schärfste.

        Antisemitische Einstellungen und Verhaltensweisen sind bei Rechtsextremen vorhanden, aber auch in weiten Teilen der Bevölkerung sehr verbreitet, die man nicht zum rechtsextremen Spektrum zählen kann. Die SPD betrachtet die Bekämpfung des Antisemitismus deshalb als gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Politik und Zivilgesellschaft müssen sich langfristig engagieren. Auch der organisierte Rechtsextremismus muss konsequent bekämpft werden. Hier ist insbesondere der Staat gefordert, die Organisationsformen, die er zur Verfügung stellt und privilegiert vor dem bewussten Missbrauch der Antidemokraten zu schützen. In diesem Zusammenhang bekräftigen wir unsere Auffassung, dass die NPD eine aggressiv-kämpferische Grundhaltung gegenüber unserer freiheitlichen demokratischen Grundordnung hat. Sie ist antisemitisch, rassistisch, fremdenfeindlich und antidemokratisch. Deshalb stehen wir dafür, dass bald ein erneutes Verbotsverfahren vorangebracht wird.

        Die SPD setzt sich seit Jahren für langfristige Strategien und wirksame Instrumente ein. Mit der Regierungsübernahme im Jahr 1998 hat die SPD den Kampf gegen Rechtsextremismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit auf die politische Agenda gesetzt und mit einem ersten Bundesprogramm im Jahr 2001 auf die Gefahr von Rechts reagiert. Gegen den massiven Widerstand von CDU/CSU hat die SPD auch in der Großen Koalition dafür gesorgt, dass die Förderung der Projekte gegen Rechts nahtlos fortgeführt werden.

        Darüber hinaus werden wir die Bundesprogramme für den Kampf gegen Rechts verstetigen. Im Regierungsprogramm sagen wir unmissverständlich: Wir verstehen Rechtsextremismus-Prävention nicht als Projekt, sondern als institutionalisierte Arbeit und gesamtstaatliche Aufgabe. Diese wollen wir nachhaltig und kontinuierlich unterstützen.

        Die geplante Bundesstiftung gegen Rechtsextremismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit, für die sich die SPD einsetzt, ist ein deutliches Signal: Wir wollen Rechtsextremismus künftig noch stärker entgegen treten. Dazu müssen Finanzierungsstrukturen für gute Initiativen nachhaltig angelegt sein. Modellförderungen und Projekte, die nach wenigen Jahren auslaufen, reichen nicht aus.

        Gerade weil wir die Problematik des fortgesetzten Antisemitismus’, von Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit sehr ernst nehmen, hat der SPD Parteivorstand eine Arbeitsstelle Starke Demokratie geschaffen. Die Referentin in der Arbeitsstelle „Starke Demokratie“ ist Mitglied der „Task Force on Antisemitism“ im „American Jewish Committee“ (AJC).

        Hinweisen möchten wir auch auf die Bedeutung des "Arbeitskreises Jüdischer Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten", indem sich erstmals seit der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten wieder Juden und Jüdinnen als politische Gruppe in einer Volkspartei organisieren. Auch bei den Themen Erinnerungspolitik, Integration sowie der Bekämpfung von Antisemitismus und Rassismus sind die Mitglieder wichtige Gesprächspartner.

        Wir müssen zudem weiter wachsam sein und weiter bestehende Ressentiments und Vorurteile aufbrechen. Wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten dulden auch im politischen Diskurs keine rassistischen oder antisemitischen Parolen und Stereotype.

         

        zu Frage 4:

        Gewalt und Diskriminierung gegenüber Juden und Muslimen müssen wirksam bekämpft werden. Wir sehen den Anstieg antisemitischer und antiislamischer Vorfälle– nicht nur bei Jugendlichen - mit großer Sorge.

        Die SPD verurteilt jegliche Form von Gewalt und Beleidigungen gegenüber religiösen Menschen. Antisemitismus und Islamophobie sind gesellschaftliche Probleme und wir verfolgen einen präventiven Ansatz, dass diese Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeiten nicht weiter verbreitet und erfolgreich zurückgedrängt werden.

         

        zu Frage 5:

        Die in der Bundestagsresolution genannte „Working Definition of Antisemitism“ des „Office for Democratic Institutions and Human Rights“ der OSZE ermöglicht es, die gegenwärtigen Manifestationen des Antisemitismus in ihrer Breite besser beschreiben zu können. Dazu zählen neben überkommenen antisemitischen Ausdrucksformen insbesondere Diskurse über die Gesellschaft und die Politik Israels, die Leugnung und Relativierung des Holocaust sowie in jüngster Zeit in verstärktem Maße kursierende populäre Verschwörungstheorien über eine angebliche jüdische Weltmacht.

        Die SPD Bundestagsfraktion hat den Antrag „Den Kampf gegen Antisemitismus verstärken, jüdisches Leben in Deutschland weiter fördern“ nicht nur inhaltlich stark mitgestaltet sondern auch geschlossen dafür gestimmt  (Drucksache 16/10775).

         

        zu Frage 6:

        Die SPD begrüßt die Besetzung des Expertengremiums aus Wissenschaftlern und Praktikern. Wir werden uns als Partner anbieten und freuen uns auf die Zusammenarbeit mit diesem Gremium. Die erarbeiteten Vorschläge, Berichte und Empfehlungen werden auch unsere konkrete Arbeit im Kampf gegen den Antisemitismus bestimmen.

         

        zu Frage 7:

        Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten, die sich gegen Antisemitismus engagieren, sind vielfältig vernetzt. Das gilt auch für die oben erwähnte Arbeitsstelle „Starke Demokratie“. Die zuständige Referentin ist als Mitglied der „Task Force on Antisemitism“ im AJC in Kontakt mit fast alle relevanten Projekten, Initiativen und Organisationen auf diesem Gebiet.

         

        zu B       Israel

        zu C       Iran

        zu D       Nahost-Berichterstattung

        Die SPD und die deutsche Bundesregierung setzen sich seit langem für eine Zwei-Staaten-Lösung in dem israelisch-palästinensischen Konflikt ein. Das Ziel ist ein dauerhafter Frieden zwischen Israel und einem lebensfähigen Nachbarstaat Palästina.

        Entlang der sogenannten „roadmap“ hat die SPD dem Friedensprozess wichtige Impulse gegeben und immer wieder auf eine Erneuerung des Dialogs gedrängt – zwischen den Konfliktparteien sowie unter Einbeziehung der Nachbarstaaten. Nachdrücklich haben wir stets auch für eine starke und konstruktive Rolle des Nahost-Quartetts aus USA, Russland, der EU und den Vereinten Nationen geworben. Nach der kriegerischen Auseinandersetzung zwischen Israel und dem Libanon im Sommer 2006 hat die SPD ein umfassendes politisches Gesamtkonzept für eine nachhaltige Friedensperspektive vorgelegt, das Eingang in die deutsche und auch europäische Politik gefunden hat.

        Mit dem Amtsantritt des neuen US-Präsidenten Barack Obama hat sich ein Fenster für neue Impulse und Fortschritte zu Frieden im Nahen Osten geöffnet, das es durch umsichtiges und koordiniertes politisches Handeln der internationalen Gemeinschaft zu nutzen gilt. Umfassende neue Friedensgespräche mit dem Ziel einer Zwei-Staaten-Lösung müssen dringend aufgenommen werden. Hierfür sind als erste Schritte Gesten des guten Willens von beiden Konfliktparteien erforderlich. Dazu gehören vor allem der Siedlungsstopp und konkrete Verbesserungen der Lebensbedingungen der Palästinenser seitens Israels und weitere Sicherheitsanstrengungen und ein klarer Gewaltverzicht seitens der Palästinenser. Von zentraler Bedeutung für eine erfolgreiche Neubelebung des Friedensprozesses ist zudem, dass die Nachbarstaaten von Anfang an in die Friedensbemühungen mit einbezogen werden.

        Im Konflikt über das Atomprogramm des Iran setzen wir uns auch weiterhin für eine verhandelte Lösung im Rahmen der Vereinten Nationen ein, die Kooperationsanreize setzt, aber auch Sanktionen – wenn notwendig – nicht ausschließt.


        1. Unsere anderen bereits erhalten Antworten von den Parteizentralen der FDP und der LINKEN...
        2. Und hier nochmals unsere Fragen:
           
       
  • From: joerg
    Sent: Monday, September 21, 2009 4:28 PM
    To: forum-parteien@...
    Subject: Wahlprüfstein ISRAEL: Ihre Entscheidungshilfe am 27. September...
    Importance: High



    ... Wahlprüfstein Israel
     
    bitte auf die jeweiligen Grafiken klicken:



             ... 5 Fragen
     

     
         ... 5 Parteien


        ... 500 Antworten

    Ihre Entscheidungshilfe am 27. September 2009!
    Checken Sie die Homepage ...



    www.projekt-bundestagswahl.de
     
    jetzt!

    Bitte leiten Sie diese Info an interessierte Wähler weiter!

    Es kommen täglich neue Politiker-Antworten hinzu.



    PROJEKT BUNDESTAGSWAHL 2009
    Eine Wähler-Initiative der ICEJ und "Christen an der seite Israels" in Zusammenarbeit mit dem
    Christlichen Forum für Israel
    (
    CFFI) und der Europäischen Koalition für Israel (ECI)

    Koordinationsbüro: Christen an der Seite Israels e.V., Martin Lehmann
    Ehlener Str. 1 · 34289 Zierenberg ·
    Telefon (0 56 06) 37 59, Fax 10 00
    eMail:
    info@...e
    · www.projekt-bundestagswahl.de
     
    Redaktion und Marketing: Jörg Haller
    Weidegrund 8, 30900 Wedemark · Telefon (05130) 3075 · Fax 3037
    joerg.haller@...

    Initiatoren:
    Dr. Jürgen Bühler, Direktor der
    Internationalen Christlichen Botschaft Jerusalem
    Harald Eckert, 1. Vorsitzender
    Christen an der Seite Israels e.V.

    Spendenkonto: Kasseler Sparkasse, BLZ 520 503 53 · Konto 140 000 216


  • DIE JÜDISCHE - Die Linke bezeichnet die designierte Terrorganisation Hamas wörtlich "als Bündispartner".
    Die Münchner Kandidatin der Linken Gohlke für die Bundestagswahl am 27.9. bezeichnete die Hamas als Bündnispartner der Linken.
    In einem langen Antwortbrief auf abgeornetenwatch.de zu Fragen über die Hamas, Achmadineschad und das Existenzrecht Israels und immerhin auf die direkte Frage: "Ist für Sie die Hamas eine Terrororganisation?" Geschickt schrieb sie nach einer schamlosen Suade, die Israel das Existenzrecht rundum abspricht: "...das macht Hamas noch lange nicht zu unserem ersten Bündnisspartner".
    Dass Hamas dann mindestens der zweite Bündnispartner für die Linke sein soll, geht unzweifelhaft aus dem ganzen Zusammenhang hervor. Eine Bedrohung Israels durch den Antisemitismus und Islamofaschismus der Hamas bestreitet sie schon dadurch, dass sie solche Wahrnehmungen und Beurteilungen unter der Rubrik rechtsextreme Hirnkrankheit einsortiert. 
      
     
     


    1. ABGEORDNETENWATCH - Frage zum Thema AußenpolitikVon: Albert Pelka
      Was sagen Sie zur Hamas, ihren Raktenangriffen bis zum Ende des Jahres 2008, und zum Existenzrecht Israels. Ist Hamas für Sie eine Terrororganisation? Sollten deren Untergruppierungen in der BRD mit allen gesetzlichen Mittel daran gehindert werden Propaganda und Terrorfinancing für den Dschihad zu machen? Da Sie oft und gerne einen reinen Sozialismus beschwören und Rudi Dutschke für sich bemühen, haben wir stalinistisches Blockdenken in der sogenannten Plästinafrage von der Linken zu erwarten, die altbekannte volle DDR-"Solidarität" für palästinensischen (und wie wir heute wissen auch deutschen) Terrorismus? Wie stehen Sie zur iranischen Opposition, jener die es nur auf der Straße geben darf, hat nach Ihrer Ansicht Achmadinedsch ein bischen recht?
      Kurzum die Gretchenfrage: Wie halten Sie es mit der Demokratie angesichts eines aufmarschierenden Islamofaschismus?
      (Vernommen habe ich schon, dass die PDS sich einmal sogar schriftlich beim DDR-Volk "entschuldigt habe", wie Sie zu meinen sich rühmen. Und kein Misverständnis Ihrerseits, Lafontaine halte ich für einen der wenigen honorablen Polit-Akteure im deutschen Lügensumpf und Dutschke für so eine Art Propheten einer direkten Demokratie)
      Antwort von Nicole Gohlke
      5Empfehlungen
      12.09.2009 
       

      Nicole Gohlke
      Sehr geehrter Herr  Pelka ,
      ich habe länger überlegt, ob und wie ich auf Ihre Frage antworte. Denn der Ton, in dem Sie Ihre Anfrage stellen, macht mir eine Beantwortung ziemlich schwer - sie ist gespickt mit Vorwürfen und Unterstellungen und macht insgesamt den Eindruck, als seien Sie mehr an einem Forum, um diese Vorwürfe abladen zu können interessiert, als an einer ehrlichen politischen Auseinandersetzung mit mir.
      Aus Ihrer "Anfrage" lassen sich für mich letztlich folgende Fragen herausfiltern:
      • Ist "Islamofaschismus" die "Gretchenfrage", die es derzeit zuallererst zu beantworten gilt?
      • Wie kann die Oppositionsbewegung im Iran unterstützt werden?
      • Was positioniere ich mich im Nahostkonflikt?

      Ich versuche die Fragen in dieser Reihenfolge zu beantworten.
      Ich lehne den Begriff des "Islamofaschismus" ab.
      Erstens beinhaltet er eine unhistorische Relativierung des deutschen und europäischen Faschismus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Zweitens wird er von der politischen Rechten als Kampfbegriff gegen muslimische Minderheiten in Europa genutzt, die spätestens seit dem 11. September 2001 zum Sündenbock gemacht werden für eine Politik des Krieges und der Besatzung im Nahen und Mittleren Osten.
      Die "Gretchenfrage" der Demokratie ist meiner Ansicht nach auch nicht jener "Islamofaschismus" von dem Sie reden, sondern die Ungleichverteilung des Reichtums und damit verbunden die Ungleichverteilung der gesellschaftlichen Teilhabe. Demokratie braucht zuallererst die Möglichkeit für jeden einzelnen, am gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Leben teilzuhaben -unabhängig von seiner Herkunft und religiöser Überzeugung.
      Zur Wahlfälschung von Ahmadinedschad und der folgenden Demokratiebewegung im Iran, wurde bereits am 20.6. eine Resolution des Bundesparteitags der LINKEN unter dem Titel "Solidarität mit den Menschen in Iran" beschlossen:
      "Die Partei DIE LINKE solidarisiert sich mit den Protesten der Menschen im Iran gegen den vermuteten Wahlbetrug und unterstützt die iranische Demokratiebewegung, die seit Jahren gegen die herrschende Politik im Iran kämpft." (online unter die-linke.de )
      Gleichzeitig darf aus unserer Sicht aber die iranische Demokratiebewegung nicht durch eine militärische Aggression des Westens gegen den Iran behindert werden. Bomben bringen niemals Demokratie, sondern Tod, Leid und Verzweiflung und damit den Nährboden für weitere Gewalt und Diktatur. Dass in der Presse aus dieser Ablehnung der Bombardierungen eine Zustimmung zu Ahmadinedschad konstruiert wird, bleibt Propaganda gegen DIE LINKE.
      Im Rahmen dieser kurzen Antwort möchte ich zur Frage des Israel-Palästina Konflikts nur ein paar aus meiner Sicht zentrale Argumente vorbringen.
      Zunächst glaube ich nicht, dass in Deutschland das "Nahost-Problem" gelöst werden kann, aber ich denke, dass eine weitere Anfeuerung des Konfliktes unterbunden werden muss. Dazu zählt als allererstes, dass Waffenexporte nach Israel endlich gestoppt werden müssen. Nur durch einen Waffen- und Rüstungsboykott in Konfliktregionen können Krieg und Terror zumindest erschwert werden. Als zweites sollte sich linke Außenpolitik nicht in erster Linie an militärischen, sondern an zivilgesellschaftlichen Vertretern in der Region orientieren, die schon längst bewiesen haben und jeden Tag aufs neue beweisen, dass Juden und Muslime gemeinsam gegen ein politisches Regime der Besatzung und des Krieges aktiv werden. Drittens: Die Hamas ist historisch nicht Ursache, sondern Folge von Besatzung, Eroberung, Landraub und jahrzehntelanger Drangsalierung. Man kann sie nicht für einen über 60 Jahre alten Konflikt verantwortlich machen, wenn sie erst seit gerade mal 20 Jahren existiert. Das macht sie sicherlich noch lange nicht zu unserem ersten Bündnispartner. Dennoch wird es nötig sein, und das ist mein viertes Argument, dass die Hamas als gewählte Volksvertretung in Gaza und als einflussreiche Kraft in der palästinensischen Bevölkerung mit an den Verhandlungstisch kommt, wenn es um die Zukunft einer gerechteren und friedlicheren Gesellschaft im Nahen Osten geht.
      Nicole Gohlke  

    2. ACHGUT - Nicole und der Nahe Osten
      Zunächst glaube ich nicht, dass in Deutschland das “Nahost-Problem” gelöst werden kann, aber ich denke, dass eine weitere Anfeuerung des Konfliktes unterbunden werden muss. Dazu zählt als allererstes, dass Waffenexporte nach Israel endlich gestoppt werden müssen. Nur durch einen Waffen- und Rüstungsboykott in Konfliktregionen können Krieg und Terror zumindest erschwert werden. Als zweites sollte sich linke Außenpolitik nicht in erster Linie an militärischen, sondern an zivilgesellschaftlichen Vertretern in der Region orientieren, die schon längst bewiesen haben und jeden Tag aufs neue beweisen, dass Juden und Muslime gemeinsam gegen ein politisches Regime der Besatzung und des Krieges aktiv werden. Drittens: Die Hamas ist historisch nicht Ursache, sondern Folge von Besatzung, Eroberung, Landraub und jahrzehntelanger Drangsalierung. Man kann sie nicht für einen über 60 Jahre alten Konflikt verantwortlich machen, wenn sie erst seit gerade mal 20 Jahren existiert. Das macht sie sicherlich noch lange nicht zu unserem ersten Bündnispartner. Dennoch wird es nötig sein, und das ist mein viertes Argument, dass die Hamas als gewählte Volksvertretung in Gaza und als einflussreiche Kraft in der palästinensischen Bevölkerung mit an den Verhandlungstisch kommt, wenn es um die Zukunft einer gerechteren und friedlicheren Gesellschaft im Nahen Osten geht. http://www.abgeordnetenwatch.de/nicole_gohlke-180-25290.html#questions

  • WELT -  Wahlreporter - Wen Juden wählen
    60 Jahre Bundesrepublik bedeuten auch 60 Jahre bundesrepublikanisches Judentum. Mindestens 120.000 Juden in Deutschland machen heute zwar eine eher winzige Wählergruppe aus, aber dennoch: Wen wählen, wenn man jüdisch ist?
    Dies zu Beginn: Ich werde nun keine Wahlempfehlung in irgendeine Richtung geben. Ich möchte lediglich schauen, wie das Verhältnis der etablierten Parteien zum Judentum ist und welche jüdischen Befragten sich für welche Partei erwärmen können. Natürlich setzen sich Parteien aus Individuen zusammen, weshalb man von Einzelbeispielen nicht auf ein Gesamtbild schließen sollte. Und selbstverständlich ist das deutsche Judentum pluralistisch – auch in Sachen Bundestagswahl 2009. „Ohne lange nachzudenken: CDU“, sagt mir Sammy (22). Die konservative Sichtweise der Partei gerade in Bezug auf Familie sage ihm zu. Auch die Stärkung der Sicherheit im Innern durch Wolfgang Schäuble habe ihm im Gegensatz zu den meisten Bürgerrechtlern zugesagt. Ob ihn das „C“ im Parteinamen als orthodoxen Juden störe, frage ich ihn. „Nein. Dass die CDU explizit nur für Christen sein soll, ist mir bisher entgangen. Ihre Werte sprechen doch generell religiöse Menschen an.“ Oft höre ich eine ähnliche Position allerdings nicht, zugegebenermaßen. Dass viele Altnazis in die Partei der Christdemokraten nach dem Krieg aufgenommen wurden, ist vielen noch sehr bewusst. Dass ein NS-Marinerichter wie Hans Filbinger, der vier Todesurteile zu verantworten hatte, sogar Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg werden konnte, verschreckt jüdische Wähler ebenso wie die antisemitischen Äußerungen vom ehemaligen CDU-Politiker Martin Hohmann oder die Spendenaffäre der hessischen CDU, bei der für den Wahlkampf von Roland Koch illegale Spenden dubios und geschmacklos als „Erbe verstorbener Mitbürger jüdischer Abstammung“ ausgewiesen wurden. Natürlich handelt es sich dabei niemals um die Parteilinie, Hohmann wurde zudem auch aus der Partei ausgeschlossen. Dass aber Roland Koch trotzdem weiterhin Ministerpräsident Hessens ist und der heutige baden-württembergische Ministerpräsident Günter Oettinger Hans Filbinger sogar als „Gegner des NS-Regimes“ bezeichnen kann und er dafür keine negativen Folgen zu befürchten hat, bleibt jüdischen wie wohl auch den meisten nichtjüdischen Deutschen unbegreiflich und schmerzt sehr. Dennoch habe ich selbst von jüdischen Wählern, die auch oben genannten Gründen nicht die CDU wählen werden, viel Lob für Angela Merkel gehört, die sich stets sehr klar von solchen Geschehnissen distanziert hat und bisher viel Gutes für das Judentum in Deutschland und das Verhältnis Deutschlands zu Israel getan hat. Die SPD scheint meiner Einschätzung nach einen guten Stand bei vielen Juden zu haben. Auch wenn das allgemeine Tief der SPD auch hier zu spüren ist, begrüßt man es sehr, dass die SPD einen eigenen Arbeitskreis für jüdische Sozialdemokraten hat und das Judentum im Hamburger Grundsatzprogramm der SPD als Teil der Wurzeln der Sozialdemokratie betrachtet wird, wird von jüdischer Seite selbstverständlich positiv aufgenommen. Gern verweisen manche Sozialdemokraten auch auf deutsche Juden, die wichtig für die Sozialdemokratie waren: Karl Marx, Rosa Luxemburg, Ferdinand Lassalle und Paul Singer. „Ich finde es gut, dass die SPD uns richtig wahrnimmt. Historisch denke ich bei der Partei an Willy Brandts berühmten Kniefall vor dem Ehrenmal des jüdischen Ghettos von Warschau. Aber trotzdem wähle ich nach der heutiger Tagespolitik. Und da geht es gerade vor allem um die Finanzkrise und wer sie am besten lösen kann. Und ich vertraue da den Sozialdemokraten am meisten“, erzählt mir Noam (27). In Bezug FDP auf die SPD fallen den meisten Juden in Deutschland wohl zwei Namen: Ignatz Bubis und Jürgen Möllemann. Ignatz Bubis war langjähriger Vorsitzender des Zentralrats der Juden und seit 1969 Mitglied der Freidemokraten. Ihm zu Ehren vergibt die parteinahe Friedrich-Naumann-Stiftung das Ignatz-Bubis-Stipendium für Promovierende, die für die Verständigung zwischen Juden und Christen arbeiten. Das trifft auf positive Resonanz bei den von mir Angesprochenen. Geht es allerdings um Jürgen Möllemann, der von 1970 bis 2003 hohe Parteiämter und Bundesministerämter inne hatte, überschlägt sich die Kritik. Möllemann warf 2002 den ehemaligen Ministerpräsidenten Israels, Ariel Scharon, und Michel Friedman vor, den Antisemitismus zu befördern; nämlich durch die Politik Scharons bzw. durch Friedmans „intoleranter und gehässiger Art“ (Möllemann). Der indirekte Vorwurf, Juden seien eigentlich selbst schuld am Antisemitismus, weil er eine bloße Reaktion auf den Charakter und das Verhalten der Juden seien, stand seiner Zeit im Raum und wurde von Jürgen Möllemann nie zurückgenommen. Entschuldigungsversuche blieben unglaubhaft. „Ich habe es in dem Zusammenhang sehr bedauert, dass Hildegard Hamm-Brücher die FDP aus Protest gegen die Israel-Hetze und Judenfeindlichkeit von Herrn Möllemann verlassen hat. Sie hat immerzu so viel für jüdisches Leben in Deutschland und die Aussöhnung getan.   

          
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    TEIL 4 - Eine Unterschriftenaktion...  
      

    1. WJC - PETITION FÜR EINEN BOYKOTT DER AHMADINEDSCHAD-REDE VOR DER UNO-VOLLVERSAMMLUNG
      Liebe Freunde,
      Mahmoud Ahmadinedschads Iran bedroht die Welt.
      Wir fordern:
      STOPPT DIE MENSCHENRECHTSVERLETZUNGEN! – Viele Iraner werden für ihre politische Überzeugungen ins Gefängnis geworfen. Frauen und religiöse Minderheiten werden im Iran unterdrückt und Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientung verfolgt.
      STOPPT IRANS UNTERSTÜTZUNG FÜR TERRORISTEN! - Iran verbreitet seine extremistische Ideologie in alle Welt. Das Regime  unterstützt Terrorgruppen wie Hamas und Hisbollah mit Geld, Ausbildung und Waffen.
      STOPPT AHMADINEDSCHADS HETZREDEN! - Irans Präsident Ahmadinedschad hat wiederholt den Holocaust bestritten, antisemitische Verschwörungstheorien verbreietet und gedroht, Israel von der Landkarte auszuradieren.
      STOPPT IRANS DRANG NACH DER ATOMBOMBE! – Iran trotzt den Sanktionen des UNO-Sicherheitsrates und weigert sich, mit der Internationalen Atomenergieagentur zusammenzuarbeiten. Es verfolgt aggressiv sein Nuklearprogramm und wird möglicherweise schon bald in der Lage sein, eine Atombombe zu bauen, wenn die Welt jetzt nicht entschieden handelt.
      Kurzum: Iran ist gegenwärtig die größte Gefahr für Sicherheit, Freiheit und Stabilität in der Welt.
      FORDERN SIE DEN BOYKOTT VON AHMADINEDSCHADS UNO-REDE! - Mahmoud Ahmadinedschad hat angekündigt, Ende September 2009 vor der UNO-Vollversammlung in New York zu reden. Mehrmals hat er in den vergangenen drei Jahre solche Treffen für seine Zwecke missbraucht und Reden gehalten, in denen er alle Schuld an den Problemen in der Welt den “zionistischen Mördern” und der “westlichen Zivilisation” anlastete. Es ist daher höchste Zeit, dass die Vereinten Nationen dem Ahmadinedschad-Zirkus ein Ende bereiten und ihm nicht länger die Legitimation geben, auf die er er aus ist.
      Der Jüdische Weltkongress ist der Überzeugung, dass die Mitglieder der Vereinten Nationen Ahmadinedschads Rede vor der UNO-Vollversammlung boykottieren sollten.
      Helfen Sie uns dabei. Klicken Sie hier, um diese Petition zu unterstützen, und lesen Sie auf unserer Webseite, was Sie noch alles tun können, um gegen die iranische Bedrohung anzugehen.

     

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    TEIL 5 - SONSTIGES...
     

    1. Wieder ein ganz besonderes Gewinnspiel zu Rosh HaShana…

      Honestly Concerned gibt Ihnen die Möglichkeit ein chassidisches Konzert zu erleben: Klesmer-Virtuose Avrum Burstein - Eine Berühmtheit in der chassidischen Welt:

      Jedes Jahr pilgern Tausende von chassidischen Juden in das Städtchen Uman in der Ukraine, um das Grab des "Wunderrabiners" Nachman anlässlich Rosch HaSchana (jüdisches Neujahrsfest) aufzusuchen. Da es chassidische Tradition ist, vor und nach Festtagen aufzuspielen, dürfen keine Musiker fehlen. Einmal im Städtchen angekommen, suchen sie alle den Kopf der Agudas Klesmorim Jeruschalajim auf, der ebenfalls jedes Jahr aus Israel anreist: das musikalische Allround-Talent Avrum Burstein, der alle Spieler koordiniert. In der chassidischen Welt ist dieser stets gut gelaunte und quirlige Mann eine Berühmtheit. Außerhalb der chassidischen Welt ist sein Name noch nicht bekannt, denn chassidische Musiker musizieren nur für chassidisches Publikum. In diesem Jahr unterbricht Burstein seine Reise nach Uman, um das erste öffentliche chassidische Konzert anzubieten – und dies im Internationalen Theater in Frankfurt und mit 9 weiteren Steichern, Bläsern, Pianist und Akrobaten! In traditioneller Tracht bieten er und seine Begleiter Melodien der Chassidischen Hochzeit und danach der jüdischen Hohen Feiertage (Neujahr und Versöhnungstag). Dazu kommen Klesmermelodien der Chassidischen Tänze. Dieses Konzert ist also eine (kleine) Sensation, da üblicherweise nur vor einem chassidischen Publikum musiziert wird!

      Wir verlosen heute in Kooperation mit dem Internationalen Theater Frankfurt 3 x 2 Karten für AGUDAS KLESMORIM JERUSCHALAJIM am 23.09.2009 20.00 Uhr im INTERNATIONALEN THEATER FRANKFURT Hanauer Landstr. 7 (Zoo-Passage). Weitere Infos zum Konzert bei  www.jerusalem-klezmer.org und bei www.ITF-Frankfurt.de

      Frage: Welches traditionelle Instrument wird zu Rosch HaSchana geblasen und warum?

      Lösung mit Ihren Namen und Adresse bitte bis zum 22. September 2009 15:00 Uhr an Gewinnspiel@... mailen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

    2. EINLADUNG - BUCHPRÄSENTATION: "Jüdische Soldaten in Deutschland gestern, heute und morgen" - Mittwoch, 30. September 2009

       
      SIEHE http://www.honestly-concerned.org/Temp/Juedische-Soldaten-Program-Siegburg-30-09-09.pdf
       

    3. NN -  Langer zog doch Nazi-Vergleiche - Vorwürfe gegen Israel-Kritikerin
      NÜRNBERG (Eig. Ber./nn) - Die Israel-Kritikerin Felicia Langer hat den jüdischen Staat, anders als bisher von ihr behauptet, doch mit dem NS-Regime verglichen.
      So hat sie nach Informationen unserer Zeitung ein israelisches Gefangenenlager und andere Militär-Einrichtungen Israels als «Konzentrationslager» bezeichnet. An anderer Stelle hieß es bei Langer, israelische Soldaten führten Befehle aus, «die mich doch sehr an Begebenheiten in unserer Geschichte erinnern».
          
       


      1. NN - Langer nannte israelisches Gefangenenlager ein «KZ»
        Aussagen der Israel-Kritikerin belegen: Sie hat den jüdischen Staat mit dem NS-Regime verglichen - Lob für Hamburger
        Im Streit um das Bundesverdienstkreuz für die Israel-Kritikerin Felicia Langer hat Benjamin Weinthal, Deutschland-Korrespondent der Jerusalem Post in Berlin, exklusiv für die NN nach Dokumenten geforscht.
        Der Wirbel um die hohe deutsche Auszeichnung für Felicia Langer reißt nicht ab. Die Jüdin hatte vergangene Woche gegenüber den Nürnberger Nachrichten dementiert, den jüdischen Staat jemals mit dem NS-Regime verglichen zu haben. Es ist brisant, Parallelen zwischen dem Nationalsozialismus und Israel zu ziehen, denn ein solcher Vergleich wird nach einer EU-Definition als Antisemitismus gewertet.
        Jetzt liegen den NN Äußerungen Langers aus Dokumenten des amerikanischen Kongresses, der Vereinten Nationen und aus einem ihrer Bücher vor, die den von ihr abgestrittenen Nazi-Vergleich belegen. So hat Felicia Langer ein israelisches Gefangenenlager während des Libanon-Krieges 1982 als «das Konzentrationslager Ansar im Südlibanon» bezeichnet. In ihrem 2001 erschienen Buch «Quo vadis Israel? Die neue Intifada der Palästinenser», schreibt sie über die israelische Armee: «Die Soldaten führten die Befehle ihrer Vorgesetzen aus. Das erinnert mich doch sehr an Begebenheiten in unserer Geschichte.» Zudem beschrieb sie eine militärische Einrichtung in Israel als «Konzentrationslager von Sarafand.»
        Konfrontiert mit diesen Äußerungen in Bezug auf Israel, wollte Langer keine Stellungnahme mehr abgeben. Arno Hamburger, Vorsitzender der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) Nürnberg, meint dazu, er habe gewusst, dass das Dementi Langers «unwahr» sei. Hamburger hatte seine Bundesverdienstkreuze aus Protest gegen die Ehrung Langers zurückgegeben. Für Kritiker Langers gibt es «keine Zweifel» an ihrem Vergleich Israels mit dem NS-Regime. Viele ihrer Statements seien antisemitisch. Sie sei eine regelrechte «Israel-Hasserin.»
        Hamburger erfährt unterdessen neben Kritik auch viel Lob aus dem ganzen Bundesgebiet für die Rückgabe seiner Orden. In einem Brief, den das Bundespräsidialamt an den Nürnberger IKG-Vorsitzenden geschrieben hatte, war von tiefem Bedauern über Verletzungen die Rede, die Langers Ehrung ausgelöst habe. Alle Beteiligten, so hieß es weiter in dem Schreiben, wünschten, die entstandenen Verwerfungen ließen sich ungeschehen machen. Dafür fehle jedoch die Grundlage.
        Jetzt schrieb das Präsidium der Jüdischen Gemeinde Bremen an Arno Hamburger: «Mit der Rückgabe Ihrer wohlverdienten Auszeichnungen an das Präsidialamt haben Sie die richtige Form des Protests gefunden - gegen die Israel-Hasserin, gegen die Ausbreitung der israelfeindlichen und letztendlich antisemitischen Stimmung in Deutschland. Sie sind damit für die Würde des deutsch-jüdischen Dialogs eingetreten, haben Stolz bewahrt, die Gerechtigkeit angemahnt.»
        Außerdem äußerte sich Stephan J. Kramer, Generalsekretär der Zentralrat der Juden in Deutschland, auf Anfrage: «Arno Hamburger gebührt Hochachtung und Anerkennung. Er ließ seinen Worten Taten folgen und hat damit erneut Glaubwürdigkeit und Charakterstärke bewiesen. Durch die Rückgabe seiner Orden vermochte Hamburger das Bundespräsidialamt wachzurütteln und zu einer Reaktion zu bewegen.»
        Die Entscheidung Hamburgers, seine Orden zurückzugeben, nannte Kramer gleichwohl «traurig»: «Wie kaum ein anderer hat sich Hamburger seit Jahrzehnten unermüdlich für die christlich-jüdischen und die deutsch-israelischen Beziehungen eingesetzt.»
         

      2. Erst vor ein paar Tagen... Hier nochmals das Lügeninterview...
        NN
        Felicia Langer spricht von «Schmutz-Kampagne» - Israel-Kritikerin wehrt sich: «Ich vergleiche Israel nicht mit den Nazis»
        NÜRNBERG - Im Streit um das Bundesverdienstkreuz für die Israel-Kritikerin Felicia Langer meldet sich die Geehrte jetzt selbst zu Wort. Sie spricht von einer «Schmutz-Kampagne» gegen ihre Person und drückt ihr Unverständnis über den Brief des Bundespräsidialamtes an Arno Hamburger aus.
        Wie mehrfach berichtet, hatte Hamburger, Vorsitzender der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) Nürnberg, aus Protest gegen Langers Auszeichnung seine beiden Bundesverdienstkreuze zurückgegeben. Sie betreibe eine maßlose «Hetze» gegen Israel, hatte er zur Begründung angegeben...
         


      3. AHUVAISRAL - Nachtrag „Felicia Langer“ – und die Bundesverdienstkreuze des Arno Hamburger
        Wie ich der „Jüdische Allgemeine“ vom 10. September 2009 entnehmen konnte, hat Arno Hamburger, Vorsitzender der Israelischen Kultusgemeinde Nürnberg und Mitglied des SPD-Stadtrats in Nürnberg, in der ersten Septemberwoche 2009  seine beiden Bundesverdienstkreuze (1980 das Bundesverdienstkreuz am Bande und 1989 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse) zurückgegeben. Hamburger, *1923 in Nürnberg geboren, emigrierte  1939 allein über Italien nach Palästina, diente in der britischen Armee und  war als Dolmetscher an den Nürnberger Prozessen tätig. Seit 60 Jahren engagiert er sich gegen Rechtsextremismus und wurde immer wieder dafür von Alt – und Neonazis angefeindet und beschimpft.
        Über die Verleihung des Bundesverdienstkreuz an Felicia Langer im Juli 2009 hat Arno Hamburger am 24. Juli in einem Brief an den Bundespräsidenten Hort Köhler Protest erhoben – im Interview wörtlich:
        "mit einer wie Felicia Langer habe ich nichts gemein. Ich kann und will nicht die gleiche Auszeichnungen tragen, mit den Frau Langer geehrt wurde"  5 Wochen hatte er auf eine Antwort aus Berlin gewartet – noch bevor am 04. 09.2009 dann eine Antwort zu seinem Brief kam, dessen Inhalt Hamburger akzeptiert und bedankt sich beim Bundespräsidenten und dem Chef des Bundespräsidialamtes dafür  „dass meine Gefühle verstanden wurden und dass man versucht hat, die Umstände der Verleihung zu erklären.“ Arno Hamburger hat in die Tat umgesetzt, was er zum Thema ausgesprochen hatte – Hochachtung muss ihm dafür ausgesprochen werden – denn die Entscheidung dazu war mit Sicherheit keine leichte für ihn!
        AhuvaIsrael hat selber am 27. 07. 09 einen Brief an den Bundespräsidenten Horst Köhler geschrieben. Wie ich bereits vorher ankündigte gebe ich hier diesen Brief und die Antwort, vom Bundespräsidialamt an mich vom 04. 09.09. zum Nachlesen frei:
        F.langer    
        1-Bundespräsidialamt 04

      4. HC - Unterstützung für Arno Hamburger...

        SIEHE http://www.honestly-concerned.org/Temp/Schreiben-Bremen-Hamburger.pdf 
  • APIC - Jüdischer Museumsdirektor wird Ziel antisemitischer Entgleisungen
    Hohenems A, 17.9.09 (Kipa) Hanno Loewy, Direktor des Jüdischen Museums in Hohenems, ist nach einem offenen Brief an den rechtspopulistischen FPÖ-Spitzenkandidaten zur Landtagswahl in Vorarlberg, Dieter Egger, zur Zielscheibe antisemitischer Äusserungen geworden. Im Gespräch mit der Presseagentur Kipa zeigt sich Loewy "ziemlich verstört", dass es von Seiten hoher kirchlicher Würdenträger bislang keine eindeutige Stellungnahme gegeben habe...
  • LIZAS WELT - Skandal im Sperrbezirk
    Im Januar stürmte die Polizei die Wohnung eines 25jährigen Studenten und seiner Freundin in Duisburg und entfernte unter dem Gejohle von mehreren tausend israelfeindlichen Demonstranten zwei am Balkon und an einem Fenster befestigte Israelflaggen. Vor wenigen Tagen wurde eine 30jährige Studentin in Bochum zu einer Geldstrafe verurteilt, weil sie durch das Zeigen einer israelischen Flagge die Teilnehmer einer antiisraelischen Demonstration „provoziert“, eine „gefährliche Situation“ geschaffen und gegen das Versammlungsgesetz verstoßen haben soll. Nun gibt es einen neuerlichen Tiefpunkt: Am vergangenen Samstag verbot die Polizei den Teilnehmern einer Kundgebung gegen den „Al-Quds“-Aufmarsch von Islamisten und Neonazis unter anderem das Zeigen einer Flagge mit einem hebräischen Schriftzug sowie das Abspielen israelischer Musik – „um die Eskalationsgefahr einzudämmen“, wie ein Polizeisprecher sagte....


    1. HAGALIL - Berliner Zustände September 2009: Polizei verbietet jüdische Musik und duldet den “Hitlergruß”
      Am vergangenen Samstag haben knapp 400 Islamisten, die aus dem gesamten Bundesgebiet und teilweise aus dem europäischen Ausland angereist waren, in Berlin an dem jährlichen antisemitischen Aufzug zum sogenannten “Al-Quds-Tag” teilgenommen. An einer zeitgleichen Gegenkundgebung des Bündnisses “No Al-Quds-Tag” nahmen mehr als 300 Menschen teil – trotz widriger Umstände. Zu einem handfesten Skandal könnte sich das Verhalten der Polizei, bzw. der polizeilichen Einsatzleitung an diesem Tag entwickeln…
    2. JP - Israel supporters charge German police with excessive force at rally - Sep. 16, 2009 - BENJAMIN WEINTHAL, Jerusalem Post correspondent , THE JERUSALEM POST
      Gentile and Jewish activists slammed the Berlin police department for heavy-handed tactics used against their protest of the annual anti-Israel Al-Quds Day march in the German capital on Saturday.
      Jörg Fischer-Aharon, a spokesman for the "No Al-Quds Day" coalition, told The Jerusalem Post on Monday that the police had aggressively barricaded protesters into a side street, placing unusually strict restrictions on their movement. The officers also clamped down on the display of Hebrew and English-language banners, including the Jerusalem city flag...
  • WSJ - Iran's European Enablers - How Tehran out-negotiated and out-organized EU diplomats. - By BENJAMIN WEINTHAL
    The dearth of academics, journalists and policy makers focusing on the dangers of European-Iranian economic relations puts Emanuele Ottolenghi in a lonely place—but all the more significant for that.
    In "Under a Mushroom Cloud: Europe, Iran and the Bomb," Mr. Ottolenghi not only lays out the scope of Iran's military aims, but reveals Tehran's codependence with European industry and provides concrete prescriptions for how continental leaders can stop Iran from developing a nuclear bomb.
    To appreciate the depth of Mr. Ottolenghi's analysis, consider that he wrote his book before the June 12 Iranian election and the turbulence that followed.
    He correctly identifies Supreme Leader Ayatollah Ali Khamenei as the "last word" in Iran, and captures what should now be common knowledge: that "a country that treats its citizens brutally and threatens its neighbors cannot be trusted with nuclear weapons."....


     

         
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    Der ERIK-VERLAG bietet Organisationsmittel, Drucksachen und Corporate Design für die steuer-, wirtschafts- und rechtsberatenden Berufe. Aktuell für das Lohnbüro: Fragebogen zur versicherungsrechtlichen Beurteilung geringfügiger Beschäftigungen und Beschäftigungen in der Gleitzone.

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    Date: Tue Sep 8, 2009 12:37 am
    Subject: "SONDERAUSGABE" - Was lange währt, wird endlich gut! Bundespräsident Köhler bedauert die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Felicia Langer
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    Bundespräsident Köhler bedauert die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Felicia Langer

     


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