I N F O R M A T I O N E N
PREISVERLEIHUNG DES THEODOR LESSING PREISES FÜR AUFKLÄRERISCHES HANDELN
AN MdEP ILKA SCHRÖDER
Laudatio von Sacha Stawski gefolgt vom Redetext von Ilka Schröder (MdEP)
- EIN "MUST-READ"-Text für JEDEN!!!!
[Weiterleitung, bzw. Veröffentlichung dieser Redetexte ist nicht nur gestattet, sondern ausdrücklich erwünscht.]
- INHALTSANGABE DIESER SONDERAUSGABE...
- Bisherige Presse zu der Veranstaltung.....
- Laudatio von Sacha Stawski (Gründungsmitglied von Honestly-Concerned.org) für Ilka Schröder (MdEP)...
- Redetext von Ilka Schröder (MdEP) zur Verleihung des Theodor-Lessing-Preises für aufklärerisches Handeln.... - EIN "MUST-READ" FÜR JEDEN!!!!!!!!!!!
- Pressemitteilung zur Preisverleihung des Theodor Lessing Preises für aufklärerisches Handeln an MdEP Ilka Schröder...
- WEITERE INFORMATIONEN ÜBER DIE VERANSTALTUNG FINDEN SICH UNTER FOLGENDEN LINKS...
- Bisherige Presse zu der Veranstaltung.....
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ISRAELNETZ - Engagement für Israel: Erstmals "Theodor Lessing Preis" vergeben
HANNOVER (inn) - Die Abgeordnete des Europäischen Parlaments, Ilka Schröder, ist mit dem Theodor Lessing Preis für aufklärerisches Handeln ausgezeichnet worden. Der Preis wurde in diesem Jahr erstmals von der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (Arbeitsgemeinschaft Hannover), der von Studierenden der Universität Hannover gegründeten Initiative Antisemitismuskritik sowie dem in Hannover ansässigen Deutsch-Israelische Bildungsverein vergeben.
Die Preisverleihung fand in Hannover statt. In seiner Laudatio würdigte Nahost-Experte und Gründungsmitglied der medienkritischen Internetgruppe Honestly Concerned, Sacha Stawski, die 25jährige Abgeordnete für ihr vorbildliches Engagement gegen Antisemitismus und ihre "außerordentlichen Anstrengungen", das von Gewalt und Terror geprägte tägliche Geschehen im Nahen Osten und die diesbezügliche Rolle der EU aufzuklären. "Frau Schröder hat sich im Europäischen Parlament vielfach engagiert, um dort einen parlamentarischen Untersuchungsausschuß einzuberufen, der die Finanzierung der Palästinensischen Autonomiebehörde durch die Europäische Union überprüfen soll", sagte Sacha Stawski.
Die Parlamentarierin setzte sich auch gegen Widerstände für eine Aufklärung der Öffentlichkeit ein, so Stawski weiter. "Die Palästinensische Autonomiebehörde finanziert ihre Tätigkeit zu einem erheblichen Teil aus Zuwendungen der Europäischen Union. Seit Jahren wird auch von unabhängigen Kritikern darauf hingewiesen, daß der Verbleib dieses Geldes nicht transparent ist und daß Teile dieses Geldes in die Finanzierung des palästinensischen Terrors fließen. Die EU war bisher nicht bereit, dieser Kritik in angemessener Weise nachzugehen. Frau Schröder hat sich als Parlamentarierin im Europäischen Parlament engagiert dafür eingesetzt, einen parlamentarischen Untersuchungsausschuß einzuberufen, der die Verwendung der Zuschüsse an die Palästinensische Autonomiebehörde überprüfen soll. Insbesondere hätte ein derartiger Ausschuß zu prüfen, ob EU-Gelder tatsächlich zur Vorbereitung oder Anstiftung von Terroranschlägen in Israel und zur Finanzierung von Hetze gegen Juden und Israelis ve rwendet worden sind. Obwohl ein Viertel der Parlamentarier sich per Unterschrift für einen solchen Ausschuß aussprachen, entschieden sich die Fraktionsvorsitzenden des EU-Parlamentes für die Einsetzung eines informellen und unverbindlichen Arbeitskreises, der diese Frage unter Ausschluß der Öffentlichkeit aufklären soll", so Stawski.
Auch Kay Schweigmann-Greve, Vorsitzender der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (Arbeitsgemeinschaft Hannover), würdigte das Engagement der EU-Parlamentarierin. "Ilka Schröder gehört auf EU-Ebene zu den engagiertesten Befürwortern für Demokratie und Sicherheit im Nahen Osten", sagte Schweigermann-Greve.
Der Theodor Lessing Preis für aufklärerisches Handeln ist mit einem hochwertigen künstlerischen Werk dotiert und wird an eine Person vergeben, die außerordentliche Beiträge zur Aufklärung eines wichtigen politischen Zusammenhangs leistet. -
HAZ - Zur Person
Ilka Schröder, Mitglied des Europäischen Parlaments, ist am Donnerstag in Hannover mit dem erstmals verliehenen „Theodor-Lessing-Preis für aufklärerisches Handeln“ ausgezeichnet worden. Die inzwischen parteilose Abgeordnete, die über die Liste der Grünen in das Straßburger Parlament eingezogen war, wurde gewürdigt, weil sie beharrlich einen Parlamentarischen Untersuchungsausschuss zur Finanzierung der Palästinensischen Autonomiebehörde durch die EU gefordert hatte. Seit Jahren beklagen Kritiker, dass durch die Behörde Jassir Arafats EU-Fördergeld in die Finanzierung palästinensischen Terrors fließe. das -

Foto: JH
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- Redetext von Sacha Stawski (Gründungsmiglied von Honestly-Concerned.org)...
- Laudatio für Ilka Schröder - Hannover - 25.09.2003
Man muß nicht mit allen Entscheidungen in der politischen Laufbahn von Frau Schröder übereinstimmen, um sich ein Vorbild an Ihrem Einsatz für Israel und gegen Anti-semitismus zu nehmen....
Liebe Frau Schröder, sehr verehrte Damen und Herren,
Es ist mir eine besondere Ehre an dieser Stelle zu Ihnen sprechen zu dürfen und ich möchte mich i.B. bei Herrn Klimnik für die heutige Einladung bedanken.
Ich muß gestehen: dies ist meine erste Laudatio, und erst recht meine erste Laudatio für eine Abgeordnete des Europäischen Parlaments. Sie, Frau Schröder, sind seit nicht einmal vier Jahren im Europäischen Parlament haben sich aber bereits heute mit Ihrem Engagements für Israel einen einzigartigen Ruf geschaffen.
In meiner Arbeit für Honestly-Concerned, einer Initiative besorgter Bürger gegen Antisemitismus und für eine wahrhaftige Berichterstattung insbesondere über den Nahostkonflikt, bin ich schon oft über den Namen „Ilka Schröder“ gestolpert. Immer wieder tauchte ihr Name in Zusammenhang mit Unterschriftsaktionen gegen Anti-semitismus und für eine kritische Auseinandersetzung mit dem Mißbrauch von EU Hilfsgeldern an die Palästi-nensische Autonomiebehörde auf. Zu diesem Zeitpunkt wußte ich jedoch nicht wer diese Frau Schröder ist...
Der Lebenslauf von Frau Schröder ist faszinierend – angefangen von dem jungen Alter von Frau Schröder – gerade einmal 25, bis hin zu Ihrer Ausbildung, aber vor allem ihres politischen Engagements. Im Alter von gera-de mal 15 trat sie dem Bündnis 90 / die Grünen bei, und blieb bis 2001 Mitglied. Schon in jungen Jahren setzte sie sich gegen ein Deutsches Engagement im Jugoslawienkrieg ein. Einige mögen das kritisch gesehen haben – interessant für mich aber waren Ihre Beweggründe. Es war nämlich das erste militärische Engagement Deutschlands nach 1945. Trotz ihrer jungen Jahre folgten Sie nicht dem Trott der professionellen Pazifisten, sondern Sie handelten aus einem deutschen Geschichtsbewußtsein heraus. Ebenso möchte ich erwähnen, daß sie sich schon früh auf Europäischer, bzw. International Ebene engagierten. So waren Sie Vorsitzende der Eu-ropäischen Grünen Jugendorganisation. Seit 1999 sind sie das jüngste Mitglied des Europäischen Parlaments, wobei ich nicht hoffe, daß Sie das möglichst lange bleiben, denn selbstverständlich wollen wir, daß ebenso junge und engagierte Menschen, wie Sie es sind, nachrücken und Ihnen den Titel „jüngstes Mitglied“ wieder nehmen mögen.
Neben Ihrer politischen Laufbahn haben Sie, Frau Schröder, es geschafft, Ihr Studium fortzusetzen. Mit einem Master of Arts in International Relations wollen sie es am Ende dieses Jahres an der Freien Universität Berlin zum Abschluß zu bringen. 2002 haben sie bereits Ihren Bachelor of Arts in Political Theory bekommen. Nun ja, als so aktiver Politiker, wie Sie es seit dem 15. Lebensjahr sind, an der Universität erst später die Theorie zum eigenen Handeln zu lernen, ist wohl eher ungewöhnlich. Ich wage mal zu behaupten, daß andere Politiker we-der die Theorie noch die Praxis wirklich kennen, so wie Sie uns das als Jungpolitiker in bewundernswerter Wei-se bereits heute immer wieder demonstrieren.
Meine Damen und Herren, in der Welt in der wir alle leben ist das, wofür sich Frau Schröder einsetzt, mehr als selten geworden. Für die meisten Menschen in diesem Land ist es selbstverständlich geworden, ein Anti-Kriegsengagement für einen vehementen Anti-Amerkianismus, Antizionismus und sogar Antisemitismus zu mißbrauchen. Wohl könnte man den Pazifismus mit Blick auf die Deutsche Geschichte loben. Doch darf dieser Einsatz nicht zu einem pauschalisierten Engagement gegen die vermeintlichen Goliaths dieser Welt werden, und das nur aufgrund einer tendenziösen oder - vorsichtig ausgedrückt - problematischen Medienberichterstat-tung. Man kann da leicht auf die falsche Bahn geraten, wenn nicht mehr Gerechtigkeit oder ein berechtigtes Handeln das Kriterium sind.....
Der Schwache, das vermeintliche Opfer, verdient nicht automatisch unsere Solidarität, nur weil er schwach ist. Diese Mentalität ist destruktiv. Denn sowie der böse Starke besiegt und geschlagen ist, müßten wir automatisch wieder Seite wechseln. Haben die Alliierten etwa den Zweiten Weltkrieg gegen die Nazis geführt, weil sie stark waren, oder weil sie das Böse waren. Und gemäß dieser verbreiteten David und Goliath Mentalität müßten wir uns heute mit den armen und verfolgten Nazis , den Rassisten und Antisemiten solidarisieren, weil sie die Schwachen sind während die freiheitliche Demokratie zum starken Goliath geworden ist. Ich möchte das nur mal so mit einem vielleicht hinkenden Vergleich in den Raum stellen, um das Absurde dieser Mentalität hervor-zuheben.
Ein aktuelles Beispiel lieferten die so genannten Friedensdemonstrationen. Da wurden nicht nur Amerikanische Fahnen verbrannt, sondern auch Israelische. Die Israelkritik endete aber nicht mit dem symbolischen Verbren-nen der Israelischen Fahne. Israels pures Existenzrecht wurde in Frage gestellt und schließlich wurde sogar in der Propaganda die israelische Verteidigungspolitik mit der systematischen Ermordung von 6 Millionen Juden während der Schoah gleichgesetzt.
Die meisten Menschen in diesem Land wähnen sich gerne in dem Glauben, daß Antisemitismus nicht mehr zum Deutschen Alltag gehöre. Das ist ein Irrtum und um so mehr müssen wir Menschen ehren und loben, die sich über die schleichenden und immer lauter werdenden Klischees und Vorurteile in unserem Land hinwegset-zen und offen aussprechen, was andere unter den Teppich kehren. Nicht nur die unmittelbar betroffenen Juden müssen Ihren aktiven Einsatz gegen den Antisemitismus loben. Sie tun etwas Entscheidendes für die seelische Gesundheit des ganzen deutschen Volkes. Wir alle wissen heute, daß das Krebsgeschwür des Antisemitismus nicht nur Juden trifft. Der rassistische Wahn der Nazis hat vor nur 60 Jahren die halbe Welt in Trümmer gelegt .
Meine Damen und Herren, die Zahlen sprechen für sich. Egal ob Sie lieber wissenschaftliche Studien des Siegmund-Freud-Institus anschauen, die feststellen, daß 36% der Deutschen die Äußerung „Ich kann gut ver-stehen, daß manchen Leuten Juden unangenehm sind“ verständlich finden , oder einer Umfrage des Spiegels, bzw. von NFO Infratest glauben wollen, die feststellt, daß 35% der 18-29-jährigen eine Analogie zwischen dem israelischen Vorgehen und dem Nazi-Völkermord sehen das Ergebnis bleibt immer das Gleiche. Auch das Er-gebnis einer ADL Studie wonach nur 32% der Deutschen meinen, daß Juden zu viel Macht in der Geschäfts-welt haben würden ist nicht ermutigender.
Aber anstatt Sie nur mit Statistiken zu überhäufen, möchte ich Sie lieber mit aktuellen Beispielen allein aus den letzten 2 Wochen konfrontieren. Es handelt sich hierbei um einen Ausschnitt von Schlagzeilen aus der Rubrik „Innenpolitik“ des elektronischen Informationsdienstes, wie ihn Honestly Concerned nahezu täglich per Internet verschickt.
Freitag 19.09.2003:
e110 - Brandstifter zünden Straubinger Disko an - Hakenkreuze geschmiert
e110 - Weitere Festnahme im Neonazi-Umfeld - Mutmaßlicher Rechtsextremist in Berlin gefaßt
WELT- Haftbefehl gegen 17-jährige mutmaßliche Rechtsextremistin
Donnerstag 18.09.2003:
e110 - Unbekannte verunstalteten Autos und Schulgebäude mit Hakenkreuzen
e110 - Mit Sprengung gedroht - Neonazis beschimpften Pizzabäcker
IKG/dpa/APA - Deutsche Polizei-Gewerkschaft: Zu wenig Einsatz gegen Rechtsextreme
AP - Rechtsextremistische Bombenbauer von Jena gehen straffrei aus
dpa - Rasche Anklage gegen verhaftete Neonazi-Bande nicht absehbar
e110 - «Neue Dimension» - Spiegel und Schily sehen Warnung vor Neonazis bestätigt
SZ - Günther Beckstein - Bedrohung durch eine "Braune Armee Fraktion"
SZ - Hintergrund - Das Netz der Rechtsextremisten - Münchner Neonazis um Martin Wiese haben enge Kontakte zu Gesinnungsgenossen in anderen Bundesländern.
SZ - Skinhead-Schläger - Verbindung zu Bombenbauern - Die Skinheads, die am Wochenende in München einen dunkelhäutigen Amerikaner angegriffen haben, standen in Verbindung mit den rechtsextremistischen Drahtziehern der geplanten Attentate.
Sonntag 14.09.2003:
AP - Elf Skinheads überfallen Ausländer in München
e110 - Berge: Grabstellen von KZ-Häftlingen geschändet
e110 - Rechte aus dem Norden randalieren in Thüringen
e110 - Umgeknickte Pflanzen - Riesiges Hakenkreuz in Maisfeld entdeckt
AP - Antisemitismus wächst laut Verfassungsschutz
e110 - Die «Rollkommandos» von Biesenthal - Vietnamesisches Geschäft schon neun Mal Ziel von Anschlägen
WELT - Neonazis sind immer auf der Jagd nach Waffen und Sprengstoff - Verfassungsschutz registriert Zunahme an Straftaten
Dienstag 11.09.2003:
e110 - Zwangsarbeiter-Mahnmal in Leegebruch geschändet
e110 - Berlin: 24-jähriger Iraner beschimpft und geschlagen
e110 - Junge Neonazis terrorisieren Backnang - Polizei ist Jugendlichen auf der Spur
dpa - NS-Vergleich des Berliner Finanzsenators sorgt für Wirbel
HAGALIL/KONTRASTE - Bespuckt, Beleidigt, Boykottiert: Ein deutscher Jude gibt auf - Die Geschichte von Dieter T. ist keine laute Geschichte, sie ist keine Sensationsstory, keine die große Schlagzeilen macht. Die Geschichte von Dieter T. beginnt und endet hier an seinem koscheren Geschäft, einem Lebensmittelladen im bürgerlichen Berlin-Tegel
Und so weiter, und so weiter....
Und leider meine Damen und Herren ist die Situation was den Rest von Europa betrifft um keinen Deut besser. An dieser Stelle reicht die Zeit nicht, um auf europäische Ereignisse im Detail einzugehen. Ich möchte jedoch wenigstens an die Haltung der Österreichischen Regierung gegenüber der Jüdischen Kultusgemeinde erinnern, die vor dem finanziellen Ruin steht und bereits 32 Kündigungen an Angestellte der Gemeinde ausgesprochen hat. Es sollten auch physische Gewaltakte gegen Juden und Jüdische Institutionen in Frankreich und anderen Ländern Europas erwähnt werden. Nicht zuletzt war nach der Ermordung von Anna Lindh von einer starken rechtsextremem Gefahr in Schweden die Rede .
Sehr verehrte Damen und Herren, warum schweife ich vom Thema Ilka Schröder ab?!? Die Antwort ist einfach: Weil es keine Selbstverständlichkeit ist, sich für Juden, Jüdisches Leben oder für Israel einzusetzen, weder in Deutschland, noch in Europa.
Soviel zum Thema Antisemitismus.
Ungleich problematischer ist das Thema Nahost und speziell Israel. Die Bevölkerung kennt aus den Medien vor allem Bilder wie diese.....
Beispiel 1:
Böse, radikale, gewalttätige Israelische „Siedler“
Die TAZ veröffentlicht dieses Bild von einem israelischen Mädchen, dessen Familie in den Gebieten lebt. Das Mädchen hat einen Stein in den Händen, denn es wollte eine Mauer bauen, um israelische Soldaten daran zu hindern, illegale Außenposten zu räumen. DIESES Mädchen hat den Stein auf niemanden geworfen, im Gegensatz zu anderen Kindern in der Region. Trotzdem lautet die schriftliche Beschreibung dieses Bildes: „Gewalt von Kindesbeinen an: jüdische Siedlerin in Ofra“. Dasselbe Bild erschien übrigens auch in der „Welt“ neben einem Bericht über die „Jungen radikalen Siedler“.
Beispiel 2:
Aus der Welt - Bild Untertitel: Die zwei Gesichter des Leids: Eine palästinensische Mutter (l.) trauert im Dorf Rantis um Ihren Sohn, einen Attentäter vom Dienstag. Eine junge Israelin weint unmittelbar nach dem schweren Bombenanschlag auf ein Cafe in Jerusalem um die Opfer.
-> Mit anderen Worten: Eine Gleichstellung von Tätern und Opfern!!!
Beispiel 3:
SZ – Endloser Kreislauf von Terror und Vergeltung
gefolgt von der noch etwas größeren und fetteren Überschrift:
Israel bombardiert Haus eines Hamas-Führers
-> Mit anderen Worten: Verteidigung = Vergeltung = Terror
Beispiel 4 - Ein Beispiel passend zum Thema des von Frau Schröder in die Diskussion gebrachten Untersuchungsausschusses....
Sicherlich ist es mehr als angemessen zu hinterfragen warum gerade ein solches Bild zu dem eigentlichen Artikelthema – nämlich dem Missbrauch von EU Geldern durch die PA gewählt wurde!!!!
Meine Damen und Herren, das vom Betrachter wahrgenommene Bild ist letztendlich immer das Gleiche. Israel ist der böse Goliath, die Palästinenser die unterdrückten Davids, denen man zu Hilfe eilen müsse. Niemand ist aufgefordert, die Politik der israelischen Regierung in jedem Punkt und automatisch gutzuheißen, so wie wohl nicht jeder Deutsche ja zu allem sagt, was der Bundeskanzler sagt oder tut. Aber es gibt zwei entscheidende Punkte, die jenseits von rechts oder links liegen und ganz besonders hier in Deutschland angesichts der eige-nen Geschichte nicht geduldet werden dürfen. Das eine ist die bis heute von einigen muslimischen Staaten und radikalen palästinensischen Gruppen propagierte Infragestellung des Existenzrechtes Israels als jüdischer Staat. Wer diese Vorstellungen direkt oder indirekt unterstützt oder aber mit blindlings verteilten europäischen Steuergeldern fördert, will offenbar vollenden, was Hitler mit seiner Schoah schon weitgehend gelungen ist.
Europäische Politiker sind immer wieder die ersten, die israelische Verteidigungsmaßnahmen als abscheuliche Vergeltungsmaßnahmen verurteilen. Sie können oder wollen nicht sehen, daß Israel wie jeder andere Rechts-staat handelt und nicht gemäß dem vermeintlichen biblischen Prinzip der Rache, fälschlich als „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ bezeichnet. Noch schlimmer ist Europas Mitschuld und Mitverantwortung an den blutigen Vor-gängen in Nahost.
Manche meinen, daß Mitleid mit der Palästinensischen Bevölkerung gleichzeitig Feindseligkeit gegenüber Israel bedeuten müsse. Der Eindruck überwiegt, als müsse Kritik an der Israelischen Regierung mit finanzieller Unter-stützung für die Palästinensische Autonomiebehörde aufgewogen werden. Millionen und Abermillion Euros flie-ßen jedes Jahr von der EU an die Palästinensischen Autonomiebehörde. Dabei kümmert es nur wenige Men-schen wie Ilka Schröder und ein paar Andere, daß ein Teil dieser Gelder zur Finanzierung von Hass und Terror oder zur Bereicherung Einzelner mißbraucht werden. Die EU hat sich bisher rigoros geweigert, diese Tatsachen auch nur zu untersuchen, obgleich inzwischen nicht nur aus israelischen Quellen die Beweise auf dem Tisch liegen. Gerade erst am vergangenen Sonntag ist wieder einmal bei einer Buchhaltungsprüfung des IWF (Inter-nationalen Währungsfonds) , bekannt geworden, daß Herr Arafat $ 900 Millionen aus öffentlichen Geldern in von ihm kontrollierte Spezialkontos überwiesen hat.
Meine Damen und Herren, Ilka Schröders Engagement ist zu verdanken, daß der Mißbrauch europäischer Steuergelder für höchst zweifelhafte Zwecke wie Terror und Hass, schnöder Massenmord und Rassismus we-nigstens diskutiert werden. Nichts ist gegen zweckgebundene und genau kontrollierte Finanzierung von Pro-jekten wie Abwasseranlagen, Müllabfuhr oder dem Aufbau von Frauenorganisationen einzuwenden, die den Menschen zugute kommen. Aber Millionensummen zu überweisen und dann nicht zu prüfen, was den Dritt-klässlern in europäisch geförderten Schulbüchern beigebracht wird, ist eine Sünde. Unter keinen Umständen sollten wir Europäer einen abscheulichen Heldenkult um Selbstmordattentäter finanzieren. Das kommt einer Förderung von Massenmord gleich.
Frau Schröder hat mit Ihrem Engagement Außerordentliches geleistet. Sie hat in mühsamer Einzelarbeit ein Drittel aller Abgeordneten des Europaparlaments, etwa 160 Abgeordnete aus allen Fraktionen und allen 15 EU-Staaten dazu bewegt eine Petition zur Einrichtung eines Untersuchungsausschusses zu den EU-Zahlungen an die PA zu unterschreiben. Seither scheute sie keine Mühe dieses Thema immer wieder an die Tagesordnung zu setzen – lange nachdem Mitunterzeichner der Petition wieder verstummt sind und sich mit der rechtswidrigen Entscheidung der Fraktionsvorsitzenden zufrieden gegeben haben den Antrag nicht dem Plenum vorzulegen, sondern lediglich mit einer nicht-öffentlichen Kommission das Thema aus der Welt zu schaffen. Auch heute noch kämpft Frau Schröder für eine öffentliche Untersuchung dieses Themas. Ihnen, Frau Schröder gebührt dafür Dank, Respekt und Unterstützung.
Bei dem Wort Unterstützung komme ich nicht darum an das Engagement eines jeden Einzelnen der hier Anwe-senden zu appellieren. Frau Schröder, wie auch andere Mitglieder des Europäischen Parlaments sind gewählte Abgeordnete. Sie sind letztlich auf die Unterstützung ihrer Wählerschaft angewiesen. Genauso sind sie ver-pflichtet, auf Petitionen und Anliegen ihrer Wähler zu reagieren. Ähnliches gilt auch für Mitglieder der Presse, deren Redaktionen auf Leser oder Zuschauer angewiesen sind. In beiden Fällen haben Sie die Möglichkeit Ein-fluß zu nehmen....
Es gibt es Organisationen wie Honestly-Concerned, die ich heute mit Stolz vertrete. Wir sind um die Wahrhaf-tigkeit der Berichterstattung bemüht und verleihen unseren Grundsätzsätzen vermehrt durch Leserbrief- und Unterschriftenaktionen unserer wachsenden Mitgliedschaft Nachdruck. Jeder von Ihnen kann zu Stift und Zettel greifen, oder einfacher noch einen PC anschalten und einen Brief oder ein eMail an seinen Abgeordneten, sei-ne Zeitung oder seine Fernsehredaktion schreiben. Immer noch meinen zu viele Menschen, daß sich andere bemühen würden und daß man nicht selber handeln müsse – die Realität besagt etwas anderes. Wenn es nicht Personen wie Ilka Schröder gäbe, die sich so engagieren, gäbe es auch keine Hoffnung auf den von Frau Schröder beantragten Untersuchungsausschuß. Den brauchen wir nicht, um vielleicht Korruption aufzudecken. Wir brauchen ihn vor Allem, um festzustellen, ob wir die blindlings finanzierten Projekte wirklich mit unserem Gewissen vereinen können, oder ob wir uns vielleicht einer Beteiligung an Mord und Totschlag und an einer Unterstützung von Terror schuldig machen. Gleichgültig ob wir friedensbewegt, pazifistisch oder antiamerika-nisch eingestellt sind, gegen den Krieg predigen und Partei für die Palästinenser ergriffen haben, weil die an-geblich die Schwächeren sind: Das bedeutet noch längst nicht, daß wir Europäer deshalb den Wahnsinn von Selbstmordattentaten und damit auch einen Massenmord an Juden mitfinanzieren sollten durch wegschauen. Zum Wohl des palästinensischen Volkes, das hoffentlich eines Tages den Weg zu einem friedlichen nachbar-schaftlichen Leben neben ihren jüdischen Nachbarn im Staat Israel finden mögen, sollte klar sein, daß eine Verherrlichung von Selbstmord zwecks blindem Mord an Unschuldigen ein gesellschaftlicher Wahn ist, der nicht nur Israelis das Leben kostet, sondern die Palästinenser von innen moralisch zerstört.
Meine Damen und Herren, abschließend möchte ich ein persönliches Wort in eigener Sache an Sie richten. Auch wenn ich heute nicht gekommen bin um über die Aktivitäten von Honestly-Concerned zu sprechen, so bitte ich Sie dennoch eines der ausliegenden Flugblätter mitzunehmen und sich in unsere Mailingliste einzutra-gen. Die „Fakten“ wie sie uns in den Medien präsentiert werden, sind oft nur ein Teil der Wahrheit. Jeder sollte das hinterfragen. Honestly-Concerned bietet einen einzigartigen Pressespiegel mit Hintergrundinformationen zu den Themen des heutigen Abends – also dem Nahostkonflikt, Antisemitismus und Rechtsextremismus. Ebenso fordern wir sie auf, Leserbriefe zu schreiben und sich an unseren Aktionen zu beteiligen. Frau Schröder hat be-reits bewiesen, daß sie bereit ist, ihr vorgelegte Informationen zu hinterfragen. Sie hat dem auch ein wirklich ehrliches persönliches Engagement folgen lassen. Sie müssen nicht mit allen Entscheidungen in der politischen Laufbahn von Frau Schröder übereinstimmen, um sich ein Vorbild an Ihrem Einsatz für Israel und gegen Anti-semitismus zu nehmen.
Danke für Ihre Aufmerksamkeit und Danke Frau Schröder!
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Appendix – Einige weitere Beispiele für all zu häufig gezeigte stereotypischen Bilder von Israel, oder Juden in den Medien...
Beispiel 5:
Ein etwas älteres Bild aus den Zeiten der Wahlen in Israel....
Das Böse Israel:
Beispiel 6:
Das ist das Dumme Israel...
Beispiel 7:
Das letzte Bild hat etwas mit dem Thema „Jüdische Weltverschwörung“ zu tun, an die leider all zu viele Men-schen glauben wollen. So berichtet der „Tagesspiegel“ am 4. Juni über die Vorbereitungen des amerikanischen Präsidenten Bush auf den Akaba-Gipfel mit Sharon und Abu-Mazen. Neben dem Bericht wird Bush gezeigt, umzingelt von Orthodoxen Rabbinern. Das Bild wurde ein Jahr vorher aufgenommen. Warum hat man es jetzt aus dem Archiv geholt?
Bild Untertitel: INNIGES VERHÄLTNIS: Präsident George W. Bush bei einem Treffen mit orthodoxen Rabbinern vor einem Jahr.
- Laudatio für Ilka Schröder - Hannover - 25.09.2003
- Redetext von Ilka Schröder (MdEP).... - EIN "MUST-READ" FÜR JEDEN!!!!!!!!!!!
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Rede zur Verleihung des Theodor-Lessing-Preises für aufklärerisches Handeln
am 25.09.2003 in HannoverMeine sehr verehrten Damen und Herren!
Haben Sie herzlichen Dank für Ihre Einladung und die Verleihung dieses Preises an mich. Sie haben mir für mein Engagement gegen die EU-Politik im Nahen Osten und die indirekte Finanzierung antisemitischer Terror-Attacken einen Preis für aufklärerisches Handeln verliehen. Lassen sie mich ein paar Worte über die Grenzen der Aufklärung sprechen.
Schnittlauch, meine Damen und Herren, hat mit Antisemitismus und Antizionismus eigentlich gar nichts zu tun. Außer wenn das reizvolle Küchenkraut aus Israel kommt und in die EU eingeführt werden soll. Dann kann dieses Lauchgewächs Auslöser heftigster antizionistischer Hassattacken sein, und zum Beweis dafür werden, dass Israel absichtlich und aus Prinzip gegen das Völkerrecht, gegen abgeschlossene Verträge und gegen Treu und Glauben verstößt — jedenfalls, wenn das Europäische Parlament, wie vor zwei Wochen, über das Assoziierungsabkommen mit Israel diskutiert.
Die Sache ist eigentlich recht einfach: Waren aus Israel unterliegen bei der Einfuhr in die EU, wie Waren aus vielen anderen Ländern auch, geringeren Zöllen. Das wurde in den 70er Jahren vereinbart, als die Europäische Gemeinschaft noch ein treuer Verbündeter von USA und Israel war. Heute will man Israel destabilisieren und schwächen, um diesem Staat einen Frieden aufzuzwingen, der ihn wehrlos macht. Ein Mittel dazu können auch Zölle auf Schnittlauch sein — und auf anderes Obst und Gemüse. Zwischen Israel und der EU gibt es bekanntlich Meinungsverschiedenheiten darüber, was die Grenzen von Israel sind, und was die Hauptstadt von Israel ist. Die EU betrachtet Gaza, Westbank und Ost-Jerusalem als Palästina, Israel hält den Status für völkerrechtlich ungeklärt, bis es einen endgültigen Friedensvertrag gibt. Die EU möchte Israel nun ihre Sicht aufzwingen, in dem sie Produkte aus den sog. „besetzten Gebieten" und aus Ost-Jerusalem mit höheren Zöllen belegen will.
Allerdings nicht alle Produkte. Die EU will nur jene Produkte aus diesen Gebieten, die von Juden produziert werden, mit höheren Zöllen belegen, denn mit den Palästinensischen Autonomiegebieten hat die EU ja auch ein Zollabkommen.
Wären Sie vor drei Wochen in Straßburg gewesen , Sie hätten angesichts der Debatten über Israel nicht geglaubt, dass die Europäische Union einer der größte Finanziers des Kriegs gegen Israel ist. Es wäre Ihnen unwahrscheinlich vorgekommen, dass europäische Länder Schulbücher mit antisemitischen Texten finanziert haben, und Sie hätten es für ein Gerücht gehalten, dass im Europäischen Parlament eine Fotoausstellung über den angeblichen „Apartheidstaat" Israel stattgefunden hat - während man übrigens eine Ausstellung über den türkischen Völkermord an den Armeniern 1917 verboten hat, weil man befürchtete, sie sei zu kontrovers.
Der Gestus, mit dem Israel angeklagt wird, und zwar nicht nur der illegalen Einfuhr von Schnittlauch wegen, ist der des getäuschten Gutmütigen, der jetzt endgültig der Geduldsfaden gerissen ist. Man hat sich wirklich bemüht, Israel seine Existenz zu verzeihen. Aber dieser Staat will einfach nicht aus Dankbarkeit für dieses großzügige Entgegenkommen alle Waffen strecken und sich dem europäischen Protegé Arafat auf Gnade und Ungnade ergeben. Darum verlangt man im Europäischen Parlament, welches glücklicherweise wenig zu sagen hat, die Aufhebung des Assoziierungsabkommens. Die Kommission ist da gelassener, sie treibt Handel mit Israel und finanziert den palästinensischen Krieg.
Nun gehört Heuchelei zur Politik dazu, insbesondere in der Europäischen Union. Jeder weiß, dass wenn die Kommission eine Empfehlung für „leichter zugängliche, gerechtere und besser funktionierende Asylsysteme" vorlegt, es darum geht, die Opfer europäischen und amerikanischen Wirtschaftswachstums schneller in die Folterkeller der geschätzten Handelspartner zurückzutransportieren.
Und doch geht es um mehr, als nur um Heuchelei, wenn man sich das wachsende europäische Selbstbewusstsein gegen Israel und die USA ankuckt. Denn es sind nicht nur ein paar Vorder- und Hinterbänkler im sowieso recht unwichtigen Europäischen Parlament die gegen Israel hetzen; und Antizionismus ist auch nicht nur das Steckenpferd von Außenkommissar Christopher Patten. Das Wachsen des Antiamerikanismus und Antizionismus in Europa, die Zunahme antisemitischer Übergriffe in Europa zeigen, das wir es mit einem bedrohlichen Bündnis von offizieller Politik und Massenstimmung zu tun haben. Dass in diesem Bündnis linke Gesellschaftskritik zur Planke im europäischen Ticket verkommt, dass die Linke in den letzten zwei Jahren zum Backstage-Chor der EU-Großmachtpolitik wurde, das alles ist tragisch.
In einer Zeit, in der wieder einmal weltweit „die Juden" an allem Schuld sein sollen, was der globalisierte Kapitalismus so anrichtet, ist das Bündnis zwischen europäischem Antizionismus und arabischem Antisemitismus, das Israel zu destabilisieren und in letzter Konsequenz zu zerstören sucht, sehr bedrohlich. Dieses Bündnis ist umso effektiver, als dass es die Emanzipation der EU von den USA begleitet.
Die Europäische Union ist seit dem Oslo-Prozess einer der wichtigsten Geldgeber der Palästinensischen Autonomiebehörde. Als die ersten Vorwürfe laut wurden, diese Mittel könnten benutzt worden sein, um der PA „Schwarze Kassen" zur Finanzierung ihres Kriegs gegen Israel zu schaffen, habe ich eine Initiative gestartet, einen Untersuchungsausschuss im Europäischen Parlament einzurichten.
Dass die Hilfen der Europäischen Union für die PA nicht ordentlich ausgegeben wurden, ist im Parlament und in der Kommission ein offenes Geheimnis. Trotzdem gab es viel Widerstand dagegen, einen Untersuchungsausschuss einzurichten.
Das ist auch kein Wunder, wenn man sich die europäische Politik in diesem Bereich ansieht.
Denn die EU ist bei diesem Krieg — und es ist ein Krieg gegen Israel, den die PA da führt — alles andere als ein neutraler Beobachter. Seit Beginn der 90er Jahre versucht die EU — basierend auf den hervorragenden Beziehungen, welche die BRD zu den meisten arabischen Ländern hatte und hat — in dieser Region eine Rolle zu spielen. Man kann sagen, das nach dem NATO-Krieg gegen Jugoslawien 1999 der Friedensprozess im Nahen Osten das nächste Testfeld europäischer militärischer Großmachtambitionen ist. Das haben damals auch hellsichtige israelische Politiker schon während des Bombardements von Belgrad prognostiziert. Die EU hat sich seit 1992 zur Schutzmacht der Palästinenser aufgeworfen. Dabei agiert die EU nicht nur als einheitlicher Staatenbund, auch verschiedene Mitgliedsländer tun sich hervor — auf der Ebene diplomatischer Unfreundlichkeiten gegen Israel wie durch die direkte Unterstützung palästinensischer Einrichtungen.
Nach außen hin erklären die Einrichtungen der Europäischen Union immer, dass sie — ganz ausgewogen — beide Seiten ermahnen würden, doch wieder Frieden miteinander zu halten. Doch wer die Resolutionen liest, wer die Politik der EU verfolgt, der weiß, dass dem nicht so ist. Man muss nur einmal im Foyer des EP die Ausstellungen über Israel und Palästina sehen, in denen Israel des Soziozids beschuldigt wird, und als Apartheid-Staat gebrandmarkt wirkt, um zu wissen, auf welcher Seite die EU steht. Während die israelische Seite immer wieder mit konkreten Forderungen konfrontiert und jeder Schritt Israels ausführlich kommentiert und kritisiert ist, wird von der PA immer nur abstrakt gefordert, alles mögliche gegen die Attentate zu tun. Man ist wirklich gegen Selbstmordattentate. Auch wenn sie von den Stellen, die man mit Geld versorgt, in Auftrag gegeben werden. Verständnis hat man aber selber sehr viel, und darum kann man Zweifel daran haben, dass die EU-Offiziellen bei Treffen mit ihren Schützlingen von Hamas, Fatah und anderen Mörderbanden allzu lange auf dem Thema Selbstmordattentate insistierten.
Die propagandistische Unterstützung wird durch die finanzielle ergänzt.
Während der letzten zwei Jahre (2000-2001) belief sich die tatsächlich gezahlte Gesamtsumme der EU-Hilfen in den Palästinensischen Gebieten auf mindestens 330 Millionen Euro.
An einem besonders frappanten Beispiel möchte ich Ihnen zeige, worin die EU-Politik besteht. Mit dem MEDA-Programms unterstützt die EU die Mittelmeer-Anrainer-Staaten. Dieses Programm wurde plötzlich wichtig, als kurze Zeit nach dem Ausbruch der Al-Aqsa-Intifada Israel beschloss, bestimmte Steuern und Abgaben, die Israel bis dahin für die PA eingezogen hatte, nicht weiter an die PA zu übermitteln, sondern einzufrieren. Die israelische Regierung begründete diesen Vertragsbruch damit, dass die PA mit ihren Geldern terroristische Aktivitäten gegen Israel unterstütze. In dieser Situation beschlossen die Europäer nicht, wie man vermuten möchte, der Sache auf den Grund zu gehen, und zu überprüfen, ob solche Vorwürfe an den Empfänger von so viel europäischem Geld begründet seien. Die Vorwürfe wurden vielmehr pauschal als „israelische Propaganda" abgetan. Ende des Jahres 2000 wurde der Beschluss gefällt, der PA kurzfristig 90 Millionen € zusätzlich zur Verfügung zu stellen, allerdings unter Auflagen, unter anderem einer ordentlichen Kontrolle. Wiewohl die PA erklärte, diese Forderungen einhalten zu wollen, geschah eher das Gegenteil. Das hielt die EU-Außenminister im Juni 2001 aber nicht davon ab, der PA fortlaufend 10 Millionen Euro pro Monat per direkter Budgetzuzahlung zur Verfügung gestellt. Diese Direktzahlungen belaufen sich auf mehr als 10% des gesamten Budgets der PA.
Also, um es noch mal zu verdeutlichen: Israel sagt, es gibt kein Geld mehr, weil es befürchtet, dass dies für antisemitische Terrorakte verwendet werden könnte — und die EU hat nichts Eiligeres zu tun, als genau in diese Finanzlücke zu springen und das Geld zur Verfügung zu stellen. Und zwar als direkte Budgetunterstützung, d.h. als nicht-zweckgebundene, allgemeine Unterstützung.
Die Reaktion der Kommission auf das Material, das die Israelis vorlegten, war — vorsichtig ausgedrückt — nicht sonderlich überzeugend. Letztlich wiederholte der zuständige Kommissar dauernd, es gäbe keine Anhaltspunkte für die Vorwürfe. Wenn er doch mal zu einem der vielen „nicht-existenten" Anhaltspunkte Stellung nahm, dann wich er allen konkreten Vorwürfen aus, machte absurde Vergleiche, widerlegte Vorwürfe, die niemand gemacht hatte, erläuterte technische Details, die mit der Angelegenheit nichts zu tun hatten — und dies mit der einschläfernden Beharrlichkeit einer tibetanischen Gebetsmühle.
Wundert es Sie jetzt noch, dass das Europäische Parlament nicht ernsthaft vorhat, zu überprüfen, ob die Gelder europäischer Steuerzahler benutzt worden sein könnten, um antisemitische Mordanschläge zu finanzieren? Man hat wirklich Wichtigeres zu tun. Ich sage nur: Schnittlauch.
Aber warum sollte die Palästinensische Autonomiebehörde überhaupt Geldmittel für antisemitische Terrorakte verwenden? Ein Blick auf die gesamtpolitische Situation kann das beantworten. Es ist mittlerweile durch eine Fülle von Fakten erwiesen, dass die sogenannte Al-Aqsa-Intifada ein von der PA geplanter Krieg war, beruhend auf dem Beschluss, sich von dem Besuch Ariel Sharons auf dem Tempelberg provoziert fühlen zu wollen. Das Ziel des Kriegs war es, von Israel die Gründung eine palästinensischen Staates zu den Konditionen der PA zu erzwingen. Die PA hat für ihren Krieg gegen Israel von der palästinensischen Gesellschaft keinen Widerstand, sondern vielmehr begeisterte Zustimmung erhalten hat. Das ist eine Folge davon, dass seit Mitte der 90er Jahre in den PAG und in allen anderen arabischen Ländern eine wahre Flut von antisemitischer Literatur erschienen ist, die reißenden Absatz fand. Darunter zum Beispiel die „Protokolle der Weisen von Zion", Fords Buch über „die internationalen Juden" oder Adolf Hitlers „Mein Kampf". Partiell handelt es sich aber auch um höchst moderne Holocaust-Leugnungs-Literatur aus Europa und den USA, teilweise eigene Arbeiten von syrischen, saudi-arabischen, libanesischen oder palästinensischen Autoren. Unter diesen Autoren befinden sich hohe Funktionäre der jeweiligen Regimes; antisemitische Hetzartikel finden sich in regierungsnahen Zeitungen; antisemitische Statements werden von offiziellen Studentenverbänden und angesehenen Professoren auf nationalen, pan-arabischen und internationalen Konferenzen formuliert. Die ganze Verbreitung dieser Literatur wäre ohne die wohlwollende Unterstützung oder mindestens stillschweigende Duldung des jeweiligen Staatsapparates, als auch der PA gar nicht möglich. Auch die neuen Schulbücher, von der PA produziert und von verschiedenen europäischen Ländern finanziert, sind nicht frei von antisemitischen Klischees.
Die geistige Mobilmachung gegen Israel hatte also schon lange vor dem September 2000 begonnen.
Wir wissen natürlich wenig über die Vorgänge in der palästinensischen Gesellschaft. Nicht nur wegen sprachlicher Barrieren, sondern auch, weil Oppositionelle und so genannte Kollaborateure durch Terror und Einschüchterung zum Schweigen gebracht werden. Es scheint jedoch so, als ob der Antisemitismus Wurzeln im Nahen Osten geschlagen hat, dass ein eigenständiger arabischer Antisemitismus entstanden ist. Wir sollten uns darum nicht in der falschen Sicherheit wiegen, die antisemitische Welle in der arabischen Welt, sei nur eine kurzfristige Blüte der Kriegspropaganda, die mit einer Entspannung der Situation wieder verschwinden würde.
Es ist klar, dass bei der Verfolgung der Kriegsziele antisemitische Terrorakte eine große Rolle spielen. Sie machen das Leben in Israel schwer erträglich, sie führen zu einem Ansteigen der Auswanderung und zu einem Sinken der Einwanderung. Im übrigen können die Israelis tun und lassen, was sie wollen — für ihre Gegner ist es immer nur Ausdruck des "zionistischen Imperialismus".
Das Ziel dieses Kriegs gegen Israel ist die Destabilisierung der israelischen Gesellschaft, die Schwächung Israels als militärischer und politischer Faktor und letztendlich die Zerstörung Israels. Die Anschläge auf Israelis werden nicht nur von oppositionellen Kräften in den PAG verübt, sondern von Brigaden, die der Fatah nahe stehen. Sie werden logistisch und militärisch von Polizei- und Geheimdienstapparaten der PA unterstützt, es werden von Israel als „Terroristen" gesuchte Leute auf die Gehaltsliste der PA gesetzt. Nun gibt es, um es einmal polemisch zuzuspitzen, einen Wettbewerb in Sachen Mord und Totschlag: Zwischen den Brigaden, die der PA nahe stehen auf der einer und jenen Einheiten, die von Syrien, dem Iran und bis vor Kurzem dem Irak bezahlt wurden auf der anderen Seite. Diese Konkurrenz findet natürlich auch auf finanziellem Gebiet statt. Wer zahlt, bestimmt die Melodie. Die PA hat noch ein paar zusätzliche Nachteile, die sie ausgleichen muss, will sie nicht die Kontrolle verlieren: Ihre Doppelstrategie, Anschläge zu verüben und mit Israel über ein Ende des Terrors zu verhandeln, könnte in den Augen der antisemitisch verhetzten Bevölkerung wie Verrat an der palästinensischen Sache wirken. Außerdem muss die PA auch von ihrer Verantwortlichkeit für die Lebensumstände in den PAG ablenken.
Sie werden mir die Ausführlichkeit verzeihen, aber ich denke, dass ohne diesen Kontext nur schwer zu verstehen wäre, warum der — so gut wie bewiesene — Vorwurf von „Schwarzen Kassen" der PA fast automatisch zur der Vermutung führt, dass aus diesem Schattenhaushalt Anschläge gegen israelische Bürger und Einrichtungen finanziert wurden.
Bleibt die Frage offen, warum die Europäische Union, warum das Europäische Parlament dies scheinbar nicht wahrhaben will. Ich denke, dass dies an einer weitgehenden Interessenidentität zwischen EU und PA in Bezug auf den Konflikt liegt. Diese wesentliche Übereinstimmung ist die sogenannte "Internationalisierung des Konflikts". Die PA wünscht diese Internationalisierung, weil sie sich von den Europäern eine engagierte Parteinahme für ihre Interessen verspricht. Nicht zu unrecht, wie man vermuten darf.
Die EU als Staatenbund will die Internationalisierung des Konflikts, um den Bedarf nach ihrer Vermittlerrolle deutlich zu machen. Je länger und härter der Konflikt ausgetragen wird, umso deutlicher zeigt sich nach europäischer Lesart, dass die USA nicht in der Lage sind, den Friedensprozess zu moderieren. Daraus schlussfolgert die EU, dass beide Seiten einfach, des guten Onkels aus Europa mit seinen demokratischen und ökologischen Werten, seinem Sozialstaat und seiner Zivilgesellschaft bedürfen, um diesen Konflikt zu lösen. Wie gut für beide Seite, dass es Europa gibt, und wie schlecht für die Welt, dass die eine Seite, nämlich Israel, sich einfach eine Wild-West-Politik à la USA leistet. Der Bewusstseinszustand des durchschnittlichen Parlamentsmitglieds unterscheidet sich von dem durchschnittlichen Teilnehmer einer deutschen Friedensdemonstration nicht, und ich halte diese Mischung aus Naivität, Moralismus, Antiamerikanismus und Antizionismus für eine ernsthafte Gefahr.
Die EU leistet sich den Zynismus, den Konflikt, den sie angeblich so gerne gelöst sehen möchte, am Kochen zu halten, in dem sie die eine Seite finanziert. Denn nur so lange der Krieg dauert, gibt es auch Bedarf für eine Lösung. Deswegen darf die PA natürlich nicht vorher klein beigeben — also muss sie so gestärkt werden, dass sie weiter machen kann. Das ist der ziemlich unmenschliche Zweck der humanitären Hilfe der EU. Die Palästinenser spielen hier die unschöne Rolle des Kanonenfutters für Europe's hidden war against the US . Nur nebenbei sei bemerkt, dass das vermutlich niemand von denen "anti-arabisch" findet, die sonst dieses Wort so gerne in den Mund nehmen.
Nun werden die Befürworter dieser Beihilfen einwenden, dass es der EU nur darum gehe, die Leiden des palästinensischen Volkes zu mildern. Doch das scheint mir selbst bei der humanitären Hilfe fragwürdig. Nicht nur, weil PA-Beamte Lebensmittelhilfen verkauft haben, also die europäischen Konservenbüchsen ihre eigentlichen Empfänger gar nicht erreicht haben. Ich möchte an dieser Stelle von den eher kleinbürgerlichen Formen der Korruption und Erpressung schweigen, die sich die hohen und kleinen Funktionäre der PA leisten. Vorsichtig formuliert: Angesichts der Höhe der Hilfen für die PAG, ist es merkwürdig, dass Unterernährung und Mangelversorgung dort so weit verbreitet sind.
Auch die Rolle der UNO ist in diesem Zusammenhang äußerst fragwürdig. Es ist nicht nur das UN-Flüchtlingshilfswerk für Palästinenser, das in trauter Zusammenarbeit mit den arabischen Staaten alles tut, um das Flüchtlingsproblem offen zu halten, und damit der PA ein Mittel in die Hand gibt, mit der Forderung nach einem „Rückkehrrecht" jeden ernsthaften Friedensprozess zu verhindern. Schaut man sich die UN-Resolution an, die permanente einseitige Verurteilung Israels, den Ausschluss Israels von wichtigen UN-Gremien, die Ignoranz gegenüber den Handlungen und Taten der arabischen Staaten und der PA, der Parteinahme von UN-Institutionen für die PLO wie etwa mit dem weltweiten „Palästina Tag" — dann kann man sagen, der Ton mag gemäßigter geworden sein, seit jener 1975er Resolution, die „Zionismus" mit „Rassismus" gleich setzt, der Geist ist derselbe geblieben.
Sie haben nunmehr viel von mir über Außenpolitik gehört. Sie haben gehört, was die Interessen an der Destabilisierung Israels sind, aber was hat das mit Antisemitismus zu tun?
Meine Damen und Herren, das offene Auftreten als Antisemit ist in Europa verpönt. Wenn man seine Vorstellung zum Ausdruck bringen will, die Juden seien eine Macht, die durch das Geld die Welt beherrschte, so tut man das in der Regel vorsichtig: Als Kritik an der israelischen Politik, als Hinweise auf eine mächtige jüdische Lobby in den USA, über Verschwörungen rund um den 11. September, als Klage über den angelsächsischen Raubtierkapitalismus. Per se ist nichts davon antisemitisch, aber all diese Vorstellungen sind anschlussfähig zum Antisemitismus, und genau darum reichen sie oft aus, um die entsprechenden Vorstellungen über angebliche jüdische Weltherrschaftspläne aufzurufen.
Es ist aber noch in einem anderen Sinn bedeutend. Antisemitismus ist eine Form der „konformistischen Rebellion". Das heißt einer Opposition im Namen der herrschenden Werte und Vorstellungen gegen den momentanen Zustand der Gesellschaft — für den die Juden verantwortlich gemacht werden. Antisemitismus ist genau darum empfänglich für scheinbare oder wirkliche Billigung von „oben", weil sie ihn darin bestätigt, Verteidiger der Gesellschaft gegen eine böse Minderheit zu sein. Machen wir uns nichts vor: Der Antisemitismus war auch vor dem 11. September in Europa nicht verschwunden, sondern ist seit 1989 kontinuierlich gestiegen. Die politischen Ereignisse seitdem haben nicht den Antisemitismus wachsen lassen, sondern den Mut seiner Bekenner, ihn offen zu äußern. Die Verbindung von Antisemitismus und Anti-Amerikanismus hat eine längere Geschichte, aber erst jetzt durch die Wendung der Europäischen Union gegen die USA erhielt sie die öffentliche Legitimation. Das heißt wiederum nicht, dass sie mit einer offiziellen Verurteilung, selbst wenn sie ernst gemeint wäre, wieder verschwinden würde; sie würde dann vielmehr die Anhänger ein weiteres Mal von der Macht der Juden bestätigen. Man wird die verhärteten Antisemiten nicht bekehren können, aber man kann ihnen entgegentreten; man kann die offizielle Billigung durch UNO und EU bekämpfen. Nichts stärkt eine so unmenschliche Ideologie wie den Antisemitismus mehr, als wenn er sich die Reputation von angesehenen Institutionen zu nutze machen kann, und sich das Mäntelchen moralischer Empörung über Menschenrechtsverletzungen umhängen kann.
Es ist in diesem Zusammenhang kein Zufall, dass von palästinensischer und europäischer Seite der Krieg im Nahen Osten zur Relativierung der Shoah benutzt wird. Die Shoah als Ausdruck der Vernichtungsdrohung, die der Antisemitismus weltweit immer enthält, ist die zentrale Legitimation Israels. Will man der Verteidigung Israels gegen seine arabischen und palästinensischen Nachbarn die Legitimität streitig machen, ein Verteidigungskampf gegen ein antisemitisches-nationales Projekt zu sein, dann muss man Israel als den eigentlichen Aggressor darstellen, und versuchen die Leiden der Palästinenser und die Shoah zu parallelisieren. Das funktioniert bei nüchterner Analyse der Fakten nicht, und genau darin liegt m.E. das Geheimnis der Resistenz gegenüber den Fakten. Man kann sich den Mund fusselig reden, Fakten um Fakten anhäufen, Argument um Argument anbringen - gegen den Beschluss, die Palästinenser als Opfer zu sehen, wird man nicht ankommen. Das sind die Grenzen der Aufklärung, auch aber nicht nur im Europäischen Parlament.
Der deutsche Außenminister Joseph Fischer vermeidet hier die geschichtslose Gleichsetzung, die er beim Kosovo-Krieg gemacht hat, und er wird nicht müde zu betonen, dass Deutschland eine besondere Verpflichtung gegenüber Israel hat, und dass die Shoah singulär sei. Daraus entsteht häufig die Einschätzung, zumindest der deutsche Außenminister sei doch in dieser Frage recht vernünftig. Ich kann nur entschieden vor diesem Missverständnis der deutschen Außenpolitik warnen. Denn diese Argumentation der besonderen Verantwortung Deutschlands ist nichts weiter als die Vorbereitung für deutsche Blauhelme in Ost-Jerusalem, denn dies wäre, wie ein deutsches Magazin richtig feststellt, „das letzte Tabu deutscher Außen- und Militärpolitik nach Adolf Hitler"
Das wäre ein so offensichtliche Vergangenheitsbewältigung, vor deren ideologischen und politischen Folgen ich nicht stark genug warnen kann. Schon heute wird es immer mehr Mode, die Erinnerung an die Shoah gegen Israel zu benutzen, gegen den Kampf gegen Antisemitismus und Antizionismus, z.B. wenn man von den „Opfern der Opfer" schwätzt. Oder wenn der eigene Antizionismus als Kampf gegen den anti-arabischen Rassismus drapiert wird. Die größte Gefahr geht aber heute davon aus, dass das was als Globalisierungskritik, Anti-Amerikanismus und Antizionismus in den Köpfen von Millionen von Menschen spukt, zu einem von der europäischen Politik unterstützten und benutzten Common Sense wird.
Im Kampf gegen diesen gefährlichen Mix aus Ressentiment und nationale Interessen stößt man schmerzhaft auf die Grenzen der Aufklärung. Schon Theodor Lessing hat dieses Phänomen beobachtet. Als ihn die völkischen Studentenverbände in trauter Einigkeit mit der bürgerlichen Öffentlichkeit wegen seines Porträts des Kandidaten Hindenburg bei der Reichspräsidentenwahl 1925 anfeindeten, schrieb er sinngemäß: Er könne sagen, schreiben oder tun, was er wolle, es werde immer als Beleg für seine Niederträchtigkeit und finsteren Absichten ausgelegt. Solche abgeschottete Wahrnehmung, die keine Tatsache und kein Argument zur Kenntnis nehmen mag, sofern sie das eigene Weltbild in Frage zu stellen drohen, ist mit Aufklärung nur schwer beizukommen. Aber, und das ist ja unser Problem, mit nichts anderem lässt sich der Antisemitismus wirksam bekämpfen als mit der Aufklärung, die sich ihrer eigenen Ohnmacht bewusst wird. Karl Marx soll mal gesagt haben: „Es gibt nichts Verführerischeres als die Vernunft". Lassen Sie uns alles dafür tun, dass der Mann recht behält.
Vielen Dank.
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Pressemitteilung zur Preisverleihung des Theodor Lessing Preises für Aufklärerisches Handeln an MdEP Ilka Schröder...
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Deutsch-Israelischer Bildungsverein e.V.
Tel. (0511) 283-1187
Email dibv2001@...
Deutsch-Israelische Gesellschaft
Arbeitsgemeinschaft Hannover
Email Gabriele.Lehmberg@...
Initiative Antisemitismuskritik
www.initiative-antisemitismuskritik.tk
Am Donnerstag, den 25. September um 19.00 Uhr findet eine Preisverleihung an MdEP Ilka Schröder im Accor Hotel Mercure Hannover City, Willy-Brandt-Allee 3, 30169 Hannover (gegenüber dem neuen Rathaus) statt. Frau Schröder hat sich im Europäischen Parlament vielfach engagiert, um dort einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss einzuberufen, der die Finanzierung der Palästinensischen Autonomiebehörde durch die Europäische Union überprüfen soll. MdEP Ilka Schröder wird die erste Preisträgerin des neuen THEODOR LESSING PREISES FÜR AUFKLÄRERISCHES HANDELN sein. Dieser Preis ist mit einem hochwertigen künstlerischen Werk dotiert und wird an eine Person vergeben, die außerordentliche Beiträge zur Aufklärung eines wichtigen politischen Zusammenhangs leistet.
Die Palästinensische Autonomiebehörde finanziert ihre Tätigkeit zu einem erheblichen Teil aus Zuwendungen der Europäischen Union. Seit Jahren wird auch von unabhängigen Kritikern darauf hingewiesen, dass der Verbleib dieses Geldes nicht transparent ist und dass Teile dieses Geldes in die Finanzierung des palästinensischen Terrors flössen. Die EU war bisher nicht bereit, dieser Kritik in angemessener Weise nachzugehen. Frau Schröder hat sich als Parlamentarierin im Europäischen Parlament engagiert dafür eingesetzt, einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss einzuberufen, der die Verwendung der Zuschüsse an die Palästinensische Autonomiebehörde überprüfen soll. Insbesondere hätte ein derartiger Ausschuss zu prüfen, ob EU-Gelder tatsächlich zur Vorbereitung oder Anstiftung von Terroranschlägen in Israel und zur Finanzierung von Hetze gegen Juden und Israelis verwendet worden sind. Obwohl ein Viertel der Parlamentarier sich per Unterschrift für einen solchen Ausschuss aussprachen, entschieden sich die Fraktionsvorsitzenden des EU-Parlamentes für die Einsetzung eines informellen und unverbindlichen Arbeitskreises, der diese Frage unter Ausschluss der Öffentlichkeit "aufklären" solle.
Die Verleiher des THEODOR LESSING PREISES FÜR AUFKLÄRERISCHES HANDELN sind die Deutsch-Israelische Gesellschaft (Arbeitsgemeinschaft Hannover), die von Studierenden der Universität Hannover gegründete Initiative Antisemitismuskritik sowie der in Hannover ansässige Deutsch-Israelische Bildungsverein e.V. Diese gesellschaftliche Gruppen wollen mit der Verleihung des neuen THEODOR LESSING PREISES FÜR AUFKLÄRERISCHES HANDELN an MdEP Ilka Schröder ihre außerordentlichen Anstrengungen ehren, das von Gewalt und Terror geprägte tägliche Geschehen im Nahen Osten und die diesbezügliche Rolle der EU aufzuklären. „Ilka Schröder gehört auf EU-Ebene zu den engagiertesten Befürwortern für Demokratie und Sicherheit im Nahen Osten" sagte Kay Schweigmann-Greve, Vorsitzender der Deutsch Israelischen Gesellschaft (Arbeitsgemeinschaft Hannover). Die Laudatio wird Herr Sacha Stawski, Gründungsmitglied der bekannten medienkritischen Internetgruppe Honestly Concerned (www.honestlyconcerned.org) halten.
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