Search the web
Sign In
New User? Sign Up
Honestly-Concerned-SPECIAL-NOTICES · Honestly-Concerned-SPECIAL-NOTICES-ONLY
? Already a member? Sign in to Yahoo!

Yahoo! Groups Tips

Did you know...
Real people. Real stories. See how Yahoo! Groups impacts members worldwide.

Best of Y! Groups

   Check them out and nominate your group.
Having problems with message search? Fill out this form to ensure your group is one of the first to be migrated to the new message search system.

Messages

  Messages Help
Advanced
"SONDERAUSGABE" - Reaktion und Informationen zu dem Bremer Intervie   Message List  
Reply | Forward Message #21 of 319 |

S ON D E R A U S G A B E  
  
 

HONESTLY-CONCERNED LESER REAGIEREN AUF DAS INTERVIEW VON "Dr. JÖRG BREMER",
dem Nahostkorrespondent der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ),
im Hessischen Rundfunk
...
 

 


INHALTSANGABE
  • Vorwort
  • Unter diesen Adresse können die FAZ und de Hessischen Rundfunk kontaktiert werden...
  • Wichtiger Hinweis - Honestly-Concerned wird im n-tv Forum diskutiert...  LESENSWERT! 
  • Für alle die sich nicht an unseren ersten "Zusammenstoß" mit Herrn Dr. Bremer erinnern, nachfolgend die Links zu den entsprechenden vorangegangenen Sonderausgaben...
  • Eine Beschreibung der Sendung des HR 1, in der Herr Bremer interviewt wurde und sich genötigt sah seine verdrehte Perspektive über Honestly Concerned zu äußern...
  • Eine Abschrift des Interviewausschnitts mit Jörg Bremer, dem Nahostkorrespondenten der FAZ, aus ISRAELNETZ.de 
    (Siehe auch ATTACHMENT für eine wortwörtliche Abschrift des Interviews von einem Mitglied unserer Mailingliste, Christian M.)
  • Ausschnitte/Kopien einiger Eurer Briefe an mich zu diesem Thema....
    (Bitte UNBEDINGT daran denken diese auch direkt an den Hessischen Rundfunk und an die FAZ zu schicken!!!!)
  • Herr Bremer meint das wir nur "ZWEI" seiner unzähligen Artikel kritisiert hätten.... hier noch etwas mehr an kommentierte Bremer-Material... 

 


VORWORT

Honestly-Concerned, also WIR ALLE, die Mitglieder einer der beiden Honestly-Concerned Mailinglisten sind, wurden verleumdet, ja geradezu in unserer Redefreiheit, und in den Zielen die sich diese Gruppe gesetzt hat, angegriffen, und einige Leser haben bereits reagiert.... 

-->  Alle anderen sind auch weiterhin dazu aufgerufen Leserbriefe an den Hessischen Rundfunk und an die FAZ zu schicken!!!!!!

Nachfolgend eine (absichtlich) unkommentierte Abschrift des Gesprächs von Dr. Jörg Bremer mit HR1, aus ISRAELNETZ.de, "Ein Journalist über Christen und "Likudniks": Einseitigkeit bloßstellen". Außerdem findet Ihr in der Anlage eine Abschrift des Radiointerviews von einem unserer Mailinglistenmitglieder, Christian M., der bei seiner Abschrift besonders auf eine wortwörtliche Wiedergabe geachtet hat, inkl. den "iihh's...", "ähhh's..." und anderen "Wortpatzern", die bei Israelnetz ausgelassen wurden (selbstverständlich aber ohne aber den eigentlichen Inhalt zu verändern, oder die Bedeutung des gesagten zu verändern). Des weiteres steht Euch weiterhin eine Aufnahme des Interviewausschnitts als MP3 (1MB) Online, unter http://www.honestly-concerned.org/other/Joerg_Bremer_im_HR1.zip, zu Verfügung.

Das Interview mit Jörg Bremer war Teil der Sendung "Christliche Fundamentalisten auf dem Vormarsch", am Dienstag, 1.10.2002 von 18 - 19 Uhr (wiederholt von 23 - 24 Uhr). Ich persönlich möchte mich weiterhin noch nicht zu den Aussagen des Herrn Bremer äußern (zumindest nicht mehr als ich es bereits getan habe). Ich halte EURE Kommentare und Reaktionen für wesentlich wichtiger in diesem Zusammenhang, denn IHR seit Honestly-Concerned, genau wie ich. (Ich sehe meine Rolle nicht anders als Eure, außer das ich mir selber auferlegt habe die (meist) täglichen Mails zusammenzustellen.)

Als Teil dieser Sonderausgabe übersende ich Euch eine vollständige Zusammenfassung der bisher bei mir eingegangenen Reaktionen auf die Bremer Aussagen, zusammen mit dem gesammelten Material über Herrn Dr. Bremer - unser eigenes "Bremer Dossier"....

Für die zahlreichen bisherige EMails und die ermutigenden Worte bin ich Euch allen sehr dankbar. Gleichzeitig hoffe ich, daß sich noch einige mehr von Euch direkt bei HR1 und der FAZ zum Thema Bremer Gehör verschaffen werden (mit Kopien von Euren Briefen an
info@...)...  Hier ist jeder von Euch gefragt!!!!

Unabhängig dessen, hoffe mit dem gesammelten Material einen Gesprächstermin bei der FAZ, wie auch beim HR1 erwirken zu können. Sollte jemand von Euch Interesse haben bei solch einem Gespräch anwesend zu sein, sofern wir denn einen Termin bekommen, bitte ich Euch mich dies per email (
info@...) wissen zu lassen.

Zu guter letzt ein Lob an uns alle: Wir haben es geschafft. Auch wenn es uns überhaupt erst seit Mai diesen Jahres gibt, haben wir es geschafft DEN Nahostkorrespondenten der angesehenen FAZ aus der Ruhe zu bringen. Viele andere Journalisten, Politiker, und andere sind auf uns aufmerksam geworden... wir sind dabei eine "Institution" zu werden, die man vermehrt zur Kenntnis nimmt und somit vermehrt etwas in Bewegung bringt.... DANKE!!!!!

Viele Grüße,

Sacha



 Unter diesen Adresse könnt Ihr die FAZ und den Hessischen Rundfunk kontaktieren...
(Ich empfehle Briefe unbedingt per email und aber auch per Fax zu schicken!)

 

  1. Kontaktinformationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung:
    • Online Kontaktformular (als Empfängeroption "Leserbriefe an die FAZ" wählen) 
    • Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH
      z.Hd. Leserbriefredaktion
      Hellerhofstr. 2-4
      60327 Frankfurt am Main
      Tel.: (69) 7591-1474
      Fax: (69) 75
      91-1743
      Email:
      leserbriefe@...
    • Jörg Bremer
      Email:
      bremer@...



  2. Kontaktinformationen für den Hessischen Rundfunk:
    • Online Kontaktforumular
    • Hessischer Rundfunk, Wellenleitung hr1
      60222 Frankfurt am Main
      Telefon: 069/ 155 3099 
      Telefax: 069/ 155 4099
    • hr1-Hörertelefon: 069/ 155 4011
    • E-Mail: hr1@...
 

 
Wichtiger Hinweis - Honestly-Concerned wird im n-tv Forum diskutiert...

 
Ulrich Sahm hat die Abschrift des Bremer Interviews im N-TV Nahost Forum eingestellt und wird seit dem fleißig diskutiert....
SOLLTET IHR EUCH UNBEDINGT ANSCHAUEN (und ggf. mitdiskutieren)!!!!!
 



Für alle die sich nicht an unseren ersten "Zusammenstoß" mit Herrn Dr. Bremer erinnern,
nachfolgend die Links zu den entsprechenden vorangegangenen Sonderausgaben...
 
 
  



Eine Beschreibung der Sendung des HR 1, in der Herr Bremer interviewt wurde
und sich genötigt sah seine verdrehten Eindrücke von Honestly Concerned zu äußern....


HR 1 - Christliche Fundamentalisten auf dem Vormarsch
Spartenkanal für Fromme - Jetzt läuft Bibel TV

El Dorado für Ausgeflippte - Wie Christen in Jerusalem agitieren

Pietismus, Opus Dei u. a. Hardcore-Christen - Die Konkurrenz der Amtskirchen

Uns Deutschen fehlt Glaubenswissen. Sagt Kardinal Meisner. Glaubenswissen - also zum Beispiel die Kenntnis darüber, was die Erbsünde ist. Oder die Dreifaltigkeit. Wer das jetzt nicht sofort erklären kann, der muss ab sofort den Bibel-Kanal im Fernsehen einschalten. Den kann jeder auf Astra empfangen, verkabelte Christen schauen allerdings in die Röhre. Rein christliche Sender gibt es in den USA schon lange - dort beschränken sie sich allerdings nicht auf das Wort Gottes. Auf diesen Kanälen wird Politik gemacht - im Sinne christlichen Fundamentalismus. Kommt das jetzt auch in Deutschland? Mehr dazu heute Abend in DER TAG. 

Quelle: http://www.hr-online.de/hf/hr1/sendungen/dertag/index.html



Eine Abschrift des Interviewausschnitts mit Jörg Bremer,
dem Nahostkorrespondenten der FAZ, aus ISRAELNETZ.de


   Ein Journalist über Christen und "Likudniks": Einseitigkeit bloßstellen

von Elisabeth Hausen

Israelische Anhänger des Likud-Blocks und "rechtsgerichtete Christen" bilden "offenbar eine gefährliche Allianz". Diese These stammt vom Hessischen Rundfunk. Die Frankfurter Radiomacher befragten dazu in der Sendung "Der Tag" (HR 1) vom 1. Oktober den Jerusalem-Korrespondenten der "Frankfurter Allgemeinen (FAZ)", Jörg Bremer. Was der bekannte Journalist so alles erzählt ... – nachstehend die Abschrift des Gesprächs:

HR: "Jörg Bremer, Sie sind Korrespondent der FAZ in Jerusalem und Sie beobachten seit einiger Zeit, daß sich Anhänger der rechten israelischen Likud-Partei neuerdings mit rechten christlichen Gruppen zusammentun. Was ist das Ziel?"

Jörg Bremer: "Ich glaube, hier geht es darum - und das betrifft nicht nur die Likud-Leute hier in diesem Land, sondern weltweit Likud-Leute, also Juden, in der Regel auch säkulare Juden - die Pressebewegung in den Ländern zu verfolgen. Also: Likudniks in den Vereinigten Staaten, in England, aber auch in Frankreich, und eben auch in Deutschland, sind dabei, sich die Zeitungen genau anzusehen und zu gucken: Steht da irgendwas drin, was unserem Ministerpräsidenten Sharon wehtun könnte? Steht da irgendwas drin, was antisemitisch sein könnte? Da es ja in vielen Ländern gar nicht viele Juden gibt und auch gar nicht viele Likudniks, sind die sehr dankbar, wenn sich dann eben auch diese rechten christlichen Gruppierungen an sie heranwagen, für die ja alles das richtig ist, was in diesem Lande geschieht - weil es ja von Gott kommen muß."

HR: "Das ist, so wie Sie es beschreiben, Gesinnungsschnüffelei. Wer ist denn davon konkret betroffen?"

Bremer: "Also, ich bin auch so eins von den Opfern gewesen. Der Alexander von Sobeck, unser ZDF-Korrespondent, ist ein anderes deutsches Opfer. Es gibt derzeit zum Beispiel eine Riesenkampagne gegen die New York Times, die in vielerlei Hinsicht immer wieder darunter zu leiden hat, daß es sehr viele Juden gibt - aber eben auch im Southern Bible Belt der Vereinigten Staaten eine Unzahl von fundamentalistischen Christen, die der Meinung sind: Eine richtige Israelberichterstattung muß in jedem Falle auch das gut finden, was welche Regierung auch immer macht.

Das sind zum Teil bei diesen Christen dann eben gar keine Kenner dieses Landes. Das sind zum Teil auch keine Menschen, die Politik kennen oder die den Likud unterstützen. Sondern sie sind der Meinung: In der Bibel steht, daß das, was in diesem Lande geschieht, biblisch richtig ist und gottgewollt. Also kann es gar nicht falsch sein, was welche Regierung auch immer in diesem Lande tut."

HR: "Also, Herr Bremer, das würde ich gern genauer wissen. Wenn Sie es uns nicht an Ihrem Beispiel schildern wollen, aber vielleicht nochmal am Beispiel des Kollegen vom ZDF. Was passiert da konkret? Das heißt, Leute werden aufgefordert von rechten christlichen Gruppen, Briefe an den Sender zu schreiben – und dann?"

Bremer: "Ja, so ist es. Ich kann ja gern über meinen eigenen Fall sprechen, weil der mich doch ein wenig betroffen gemacht hat. Weil ich eigentlich wirklich nicht als Antisemit gelten will. Nein, ich lebe gern in diesem Lande Israel, ich bin für einen starken Staat Israel. Aber zwei Artikel reichten dieser Gruppe aus - und ich schreibe nun täglich welche. Zwei Artikel aus einmal April, einmal irgendwann im Juli reichten einer Gruppe aus, die sich Honestly Concerned nennt, diesen Bremer fertigzumachen. Und dann werden lange, lange Leserbriefe formuliert und unendliche Verknüpfungen von Unterstellungen und böswilligen Bemerkungen aneinandergereiht, und dieser Brief wird ins Internet gestellt.

Dann wird versucht, möglichst viele andere Gruppierungen und andere Leute, vor allem eben weil es ja so viele Israelis und Likudniks in Deutschland nicht gibt, vor allen Dingen eben religiös christliche betroffene Menschen dazu zu finden, die dann in der Regel denselben Brief, nur mit einem anderem Absender, an meine Redaktion schicken. Die Idee ist, den Korrespondenten zu trennen von seiner Zeitung, die Berichterstattung der ganzen Zeitung fertigzumachen, die Einseitigkeit bloßzustellen.

Ich war so betroffen und so fertig zunächst, daß ich dachte: Das kann ja wohl nicht wahr sein, was lesen die da? Und ich fühlte mich wirklich sehr in meiner eigenen Professionalität getroffen und habe dann sehr schnell gemerkt, daß es sich hier gar nicht nur um Likudniks handelt, sondern in sehr viel größerer Zahl um diese Christenmenschen. Ich habe einfach christlich zurück argumentiert, habe dann über das Leid bestimmter Menschen in den palästinensischen Gebieten gesprochen, über Christen in Bethlehem, in Beit Sahur und in Beit Jala. Und ich habe bemerkt, daß die dann aufhorchten und dachten: Um Gottes willen, ja. Das sind Christen. Ja, und dann wurden die Leute unsicher, und so konnte ich diese Aktion gegen mich durchbrechen."

HR: "Anhänger des Likud und christliche Fundamentalisten – das ist offenbar eine gefährliche Allianz auf Kosten der Meinungsfreiheit. Jörg Bremer, Jerusalem-Korrespondent der FAZ, vielen Dank."
 
 


Ausschnitte/Kopien einiger Eurer Briefe an mich zu diesem Thema....
(Bitte UNBEDINGT daran denken diese auch direkt an den Hessischen Rundfunk und an die FAZ zu schicken!!!!)

 

  • HANNELORE N.:
    ...obgleich bereits 74 Jahre alt, hatte ich in den letzten Tagen zu viel zu tun, um mich auf einen Brief an >Honestly concered< konzentrieren zu können, aber ich halte es für nötig, Ihnen wenigstens kurz zu schreiben. Ich bin sehr froh, daß es diese Gruppe gibt, und ich stehe voll hinter den Punkten 1-4 des Textes >
    Aktivitäten und Ziele< der Initiative >Honestly concernd<.   Leider ist der Antisemitismus hier in Deutschland durchaus nicht verschwunden, er hat sich nur eine neue Maske aufgesetzt, und leider beachten das möglicherweise nicht einmal Journalisten und tun das Ihre, ihn am Leben zu halten.... Bedauerlicherweise ist es heute in Deutschland sehr verbreitet, Israel massiv zu kritisieren, und unglücklicherweise geschieht das auch durch Leute, die es eigentlich besser wissen müßten, weil sie in Israel als Beobachter leben. Wissen sie aber auch wirklich, wie ein großer Teil der dort in Israel lebenden Menschen  denkt und fühlt? Ich habe jedoch den Eindruck, daß die Mitglieder der Honestly-Gruppe es wirklich wissen und mit den Israelis fühlen. Die Palästinenser spielen jedoch (mit wessen Unterstützung auch immer) ein absolut falsches Spiel, und das sollte unbedingt  und auf jede nur mögliche Weise unterbunden werden.
    Mit dem Wunsch, daß Sie mein Denken und Fühlen verstehen,  grüße ich Sie herzlich. Dr. H. N. 
     
  • CHRISTIANE S.:
    ...ich habe gerade das o. g. Interview bei Israelnetz gelesen. Mir fehlen fast die Worte, um diese bodenlosen Unverschämtheiten einigermaßen höflich zu kommentieren. Selbst wenn bei HC einige Likudanhänger oder bibeltreue Christen dabeisein sollten, so ist das kein Grund, solche Diffamierungen auszustoßen. Ich persönlich finde das Meinungs- und Pressespektrum mehr als ausgewogen. Ich frage mich, ob H. Bremer die Beiträge von Ulrich Sahm oder aus der - übrigens sehr regierungskritischen - renommierten israelischen Zeitung Haaretz jemals gelesen hat. Und ist es wirklich so, daß beim HR neuerdings Passagen wie "die in vielerlei Hinsicht immer wieder darunter zu leiden hat, daß es sehr viele Juden gibt" unwidersprochen durchgehen!!!
    So jetzt ist die Wut etwas raus. Bin gespannt auf evtl. Reaktionen. Hoffentlich kriegst Du breite Unterstützung!
         

  • Dr. J. G. Richter - Vorsitzender d. Landesausschusses der Jüd. Gemeinden in Hessen:
    ...da ist sie wieder, die Mär von der jüdischen Weltverschwörung diesmal gerichtet gegen die "Meinungsfreiheit". Merke: Wer Selbstmordattentate verurteilt ist entweder christlicher Fundamentalist oder - noch schlimmer - jüdischer Likudnik! oder wie sagt Bremer im Zusammenhang mit der "Kampagne gegen die New York Times": "Es gibt zuviele Juden"!
    Schalom
    Dr.J.G.Richter
    Vorsitzender d. Landesausschusses der Jüd. Gemeinden in Hessen
    Vorstand der Jüd. Gemeinde Wiesbaden
    (kein "Likudnik", eher Arbeiterpartei, SPD-Mitglied und über die vielfältigen Masken des Antisemitismus "honestly concerned" 
     
     

  • ANDREA L.:
    ...Einem [ ] Bekannten bei Ha'aretz, der im Redaktionsteam ist, habe ich heute folgendes geschrieben:

    "....Joerg Bremer, the Middle-East correspondent of the Frankfurter Allgemeine Zeitung, has started a campaign against "honestly concerned" via radio, which perhaps soon will go on also via newspapers and TV, let's see. I told you recently about his strange reportage in the Frankfurter Allgemeine Zeitung (August, 16th), in which Bremer quoted -among other faults- the very special opinion of Meron Benvenisti as general opinion of Ha'aretz. Members of "honestly concerned" criticized this misrepresentation. The result was, that Bremer got very angry and now he uses every chance to defame "honestly concerned". Yesterday late evening there was a radio-talk in which he called the members of this group "fundamentalistic Christians", "rightist" and "Likud-friends" and he described us as if we were paid by Sharon himself for doing this work of criticizing German medias regarding their biased reportages about the Middle-East conflict. Well, such reproaches are not so easy to bear for me as somebody who has already left the society of fundamentalistic Christians -due to the fact that they are such fundamentalistic and therefore not to bear for me- and feels much more well in the society of (very) liberal Jews, as somebody who has voted for the Red-Green coalition in the German Bundestagswahl and as somebody who would never vote for Sharon in case I were Israeli. So, seems Bremer doesnt understand that all what we want to have is indeed a non-biased and correct reportage. I thought that somehow it's almost funny: Ha'aretz has the goal to report in a non-biased, democratic way and is therefore called by many Israelis "leftist" and "Arab-friend" and so on. "Honestly concerned" has the same goal as Ha'aretz but gets the opposite titles by the Germans, namely -as I mentioned above- "rightist", "Likud-friend" and so on. The radio-station, which had the talk with Bremer, refuses -up to now- a clarification by "honestly concerned", in which Sacha Stawski could mention our goals. So, that's German democrac(z)y!...."

    Hoffe, dass dies uns wenigstens bei Ha'aretz in ein besseres Licht rückt, falls Bremer uns auch in Israel diffamiert haben sollte!....


    • EIN LESERBRIEF VON ANDREA L. AN DEN HESSISCHEN RUNDFUNK...
      Sehr geehrte Damen und Herren vom HR 1, sehr geehrter Herr Bremer,

      als Mitglied der Gruppe "honestly concerned" habe ich mit Interesse Ihr Interview vom 1.10.02 verfolgt und war offen gestanden etwas erstaunt darüber, dass ich anscheinend in einer Schublade mit dem Etikett "rechtsgerichtet, Likudnik, fundamentalistischer Christ" stecke, alles Etiketten, die -soweit mir bekannt ist- nicht auf mich zutreffen! Habe ich doch z. B. meine Stimme bei den Bundestagswahlen keiner rechten Partei gegeben, würde ich doch z. B. -wäre ich Israeli- nicht die Likud-Partei wählen, widerstrebt mir doch z. B. aufs äußerste das Fundamentalistische in jeder Religion, welcher auch immer.
      Dass Herr Bremer aufgrund der massiven Kritik, vor allem nach einem Artikel, der am 16.08. unter dem Titel "Israel bereitet sich auf Angriff vor" in der FAZ stand, getroffen ist, ist verständlich. Unverständlich ist hingegen, dass er dieser Kritik auf derartig einseitige, diffamierende Art und Weise begegnet, erweckt dies doch vor allem bei "honestly-concerned"-Mitgliedern den Eindruck, dass sie mit ihrem Vorwurf der Einseitigkeit, der Unsachlichkeit und des Schubladen-Denkens Recht hatten.

      Dass der Hessische Rundfunk Herrn Bremer eine Gelegenheit bot, sich zu äußern und sich in gewissem Maß zu rechtfertigen, ist ebenfalls verständlich. Unverständlich ist hingegen, dass der HR sich der Meinung von Herrn Bremer anscheinend ohne Prüfung derselben anschließt und zögert, "honestly concerned" gleichermaßen zu Wort kommen zu lassen. Sieht so das Demokratie-Verständnis des HR aus? Wenn ja, könnte dies eine Art "Beweis" dafür sein, wie wichtig die Arbeit von "honestly concerned" ist, die ihren Sinn und Zweck nicht darin sieht, mit Hilfe aller sich zur Verfügung stellender Menschen die Likud-Partei zu unterstützen, sondern darin, zu einer dringend nötigen objektiven Berichterstattung im Nahostkonflikt beizutragen und etwas gegen den ständig wachsenden Antisemitismus zu tun.

      Übrigens: Bevor der HR anderen unterstellt, auf Kosten der Meinungsfreiheit zu handeln (wie im Schlusswort des Interviews gesagt wurde), sollte er sich m. E. selbst überprüfen, ob nicht er selbst derjenige ist, der auf Kosten der Meinungsfreiheit handelt (vor allem in diesem Fall)!

      Mit freundlichen Grüßen,

      Andrea L.
      PS: Dies ist ein Brief, der meiner eigenen Feder entstanden ist und mir von keinem anderen (weder Mitglied des Likud, noch Mitglied von "honestly concerned", noch Mitglied einer fundamentalistisch christlichen Gemeinde, noch sonst wem) diktiert worden ist. Ich habe also nicht nur einen anderen Absender unter einen vorgefertigten Brief geschrieben, wie es Herr Bremer im Interview beschrieben hat!
       
       
  • ANONYM:
    Anhand dieses Interviews stellt sich heraus:
     
    1) Er hat keine Ahnung, wer und was Honestly Concerned ist. 
    2) Er hat mehrfach in seinen Artikeln angedeutet, von Juden verfolgt oder geschnitten zu werden. 
    3) Er hat einen gesunden und blinden Hass auf Scharon.  
    4) Er will nur nicht als Antisemit "gelten", ist aber ein ziemlich eingefleischter. 
    5) Er hat wohl überhaupt nicht mit Reaktionen "gerechnet", zumal er ja selber beschreibt, mit welchem großartigen Trick er christliche Fundis wie Sacha Stawski "aufhorchen" ließ. Bremer ahnt gar nicht (weil er längst von der Liste gestrichen worden war) dass die Spam-Mail, die er an Sacha geschickt hat, an niemanden (mit Ausnahme von mir und vielleicht einigen Anderen) weitergeleitet worden ist, dass also die wahren "christlichen Fundis" unter den Likudleuten von Honestly Concerned mangels Wissen gar nicht aufhorchen konnten. Bremer "bricht" also Widerstand mit einer von ihm selber konstruierten Verschwörungstheorie.  
    6) Bremers Behauptungen sind üble Verleumdungen gegen eine ehrenwerte Gruppe (Honestly Concerned). Solche Verleumdungen und Unterstellungen darf man nicht auf sich sitzen lassen und deshalb sollte da per Rechtsanwalt Klage gegen den HR und Bremer und bei Presserat eingereicht werden, im Wesentlichen mit der Forderung nach Gegendarstellung.  
    7) Dass Bremer nur wegen zwei Artikeln "fertig gemacht" werden sollte, obgleich er täglich schreibt, liegt einfach daran, dass die Kritik an Bremers Artikeln nicht zu einer Kampagne gegen seine Person ausarten sollte und niemand sich die Mühe macht, täglich seine Artikel zu prüfen. Auch Möllemann hat nur zwei oder drei Bemerkungen gemacht, die aber so schlimm waren, dass sie eine lange Debatte auslösten. Und wenn Bremer in einem Artikel ohne Quellenangabe behauptet, dass Scharon (also Israel) die absicht hatte 7480 Palästinenser bei einem der Einmärsche in Ramallah umzubringen, und bei anderen Gelegenheiten ebenso schlimme wie ungeheuerliche Behauptungen in die Welt setzt, so ist es keine Einschränkung der Meinungsfreiheit, dieses ihm per Leserbrief anzukreiden. Wofür gibt es denn sonst Leserbriefe. Und sachlich reagiert hat er auf die Vorwürfe schließlich auch nicht. Im Gegenteil, seine Reaktion war ein strafbares Bombardieren mit Emails (Spam), das auch nicht aufhörte, nachdem Sacha ihn darum gebeten hatte. 
     

  • ELVIRA G. - 1:
    ...Jörg Bremer, früher Korrespondent in Polen, soweit ich weiß, hat den Ruf, psychisch instabil zu sein, doch das ist nicht gerichtsrelevant. Man muß eine Liste für Unterschriften zusammenstellen, damit er als Korrespondent der FAz abberufen wird!
    Von Sobeck ist auch so eine Type, das stimmt, aber er hat bisher noch kein Eklat dieser Klasse verursacht!
    Gruß, danke für Deine Arbeit!

  • ELVIRA G. - 2:
    Derart unqualifizierte Äußerungen sind eines guten Journalisten unwürdig und fallen auf ihn zurück. Die FAZ als sein Arbeitgeber verliert damit ebenfalls erheblich an Glaubwürdigkeit, was die Bericherstattung aus Israel anbelangt.
    Antisemitisch motivierte Menschen sehen sich übrigens oft als "Opfer der jüdischen Weltverschwörung". Was soll man da noch dazu sagen?
    Übrigens, ich bin viellleicht ein Nudnik, aber weder  fundamentale Christin noch Likudnik und schätze die Arbeit von Honestly concernd sehr!

  • ANONYM:
    ...I read the interview and I am speechless.  This, together with Bremer's reporting, and the articles attacking the AJC study, and the recent Marx article, are a sad commentary on the deep-rooted anti-Semitism in conservative (well , at least in some of them) Germans.  There is anti-Semitism among others as well, but often in different forms. 
    "Our" chancellor, "German victim" "NY TIMES - many Jews," "one-sided reporting." 
    I am thinking about sending the collection of articles to Jan Reetsma, or someone who can analyze the level of anti-Semitism contained in these articles.

  • HERBERT E.: 
    Z
    u dem mit Herrn Bremer geführten Interview habe ich einige Anmerkungen zu machen:

    1. Mich würde interessieren, was „rechte christliche Gruppen" sein sollen. Es hat den Anschein, dass jeder, der nicht auf dem humanistisch-liberal kirchlichen Kurs Christ ist, sondern an Gott glaubt, wie ihn die Bibel beschreibt, und die Bibel ernst nimmt, in die weit rechte bis rechtsextreme Ecke gestellt wird – unabhängig z.B. von dem, was er/sie tatsächlich wählt.

    2. Wenn Herr Bremer die Juden, die ihn kritisieren, wie auch die Mainstream-kritischen Juden in der übrigen Welt mit Likud-Anhängern gleich stellt, so ist das eine bequeme, plakative und FALSCHE Darstellung. Gerade das amerikanische Judentum, wie auch die weitaus absolute Mehrheit der Israelis ist – ohne notwendigerweise dem Likud zurechenbar zu sein – kritisch gegenüber Journalisten wie Bremer. Sie alle zu „Likudniks" zu machen, ist schlichtweg eine Unverschämtheit; vor allem, da für Bremer „Likudnik" etwas äußerst Negatives und Unanständiges zu sein scheint.

    3. Diese „rechten christlichen Gruppierungen" werden von vielen Juden – aus Angst vor Missionsbemühungen – sogar abgelehnt; je „religiöser" viele Juden sind, desto christenfeindlicher verhalten sie sich oft. Das gilt vor allem für den AJC in den USA, aber auch z.B. für große Teile des BJSD in Deutschland (der allerdings eine studentische, keine religiöse Vereinigung ist). Herrn Bremers „Kausalitäten" stimmen nicht mit den Realitäten überein.
    Und noch einmal: Was soll „rechte christliche Gruppen" bedeuten? Er liefert keinerlei Definition dafür; aber die Definiton „rechts" soll und muss negativ wirken. Für mich als Leser heißt das, dass alles, was nicht auf Bremers Linie oder links davon ist, nicht akzeptiert werden darf, weil es „rechts" ist – und das offenbar unabhängig von den Argumenten, die aus diesen angeblich rechten Gruppierungen kommen.

    4. Die vom Hessischen Rundfunk behauptete „Gesinnungsschnüffelei" stammt aus dem Wörterbuch der Antidemokraten. Einer Gruppe wie honestlyconcerned das zu unterstellen – oder auch dem Likud das zu unterstellen – ist eine bodenlose Unverschämtheit.
    Was honestlyconcerned tut, hat mit Gesinnungsschnüffelei nichts zu tun. Es ist die Dokumentation von Äußerungen und ihre Gegenüberstellung zu Tatsachen. Wenn Herr Bremer etwas anderes behauptet, dann lügt er. Seine Beschreibung der Aktivitäten angeblicher Likudniks und „rechter christlicher Gruppierungen" entspricht nicht den Tatsachen, so sehr er das auch so sehen will, um eigene Unstimmigkeiten seiner Seite zu verdecken und mit Kritik nicht umgehen zu müssen.

    5. Gerade das Beispiel der New York Times entspricht nicht dem, was Bremer behauptet. Der Times wurden immer wieder Unwahrheiten, Halbwahrheiten und Verdrehungen von Tatsachen nachgewiesen. Darum steht sie in der Kritik.

    6. „...die der Meinung sind: Eine richtige Israelberichterstattung muß in jedem Falle auch das gut finden, was welche Regierung auch immer macht". Das ist offensichtlich Bremers Variante der Möllemann-Behauptung, die israelische Regierung dürfe nicht kritisiert werden – und genauso falsch. Noch einmal: Es geht darum, die Tatsachen objektiv richtig zu berichten. Das geschieht häufig nicht und das wird kritisiert. Darum geht es, nicht um die Regierung Israels und ihre tatsächlichen und vermeintlichen Gräueltaten. Das Problem des Herrn Bremer ist aber, dass die falschen Berichte sich auf diese vermeintlichen Gräueltaten Israels und seiner Regierung beziehen und damit Kritik an verfälschender Berichterstattung auch das schlechte Licht verbessern müsste, in das die Regierung Sharon gestellt wird. Daraus macht Herr Bremer, dass die Regierung Sharon nicht kritisiert werden darf. Sind solche Schlüsse zulässig? Ich finde, sie sind unehrenhaft, unehrlich und böse diffamierend.

    7. Die Christen, die sich kritisch zu Berichten des Herrn Bremer äußern, kennen Israel zum größten Teil besser, als er es wahr haben möchte. Für Christen hat dieses Land – nicht das politische, sondern das geographische – einen hohen emotionalen Wert. Und im Gegensatz zu vielen anderen Menschen, darunter viele Korrespondenten vor Ort – kümmern sie sich um die ganze Geschichte des Landes, nicht nur die der letzten Jahre, ungefiltert von palästinensischer und linksliberaler oder sozialistisch-kommunistischer Weltsicht. Es sind sehr viele schon dort gewesen und haben selbst ihre Eindrücke gesammelt – und dann zurück Zuhause fest gestellt, dass die Berichterstattung unserer Medien mit ihren Erfahrungen nicht überein stimmt. Das zu äußern und Berichterstattung darauf hin abzuklopfen und den entsprechenden Journalisten die Meinung kund zu tun, gehört zu den selbstverständlichen Rechten unserer Demokratie.

    8. Offensichtlich hat Herr Bremer ein sehr seltsames Bild von bibeltreuen Christen. Die Bibel sagt sehr viel zu Gott, Jesus und Israel aus. Sie sagt aber nicht: „Die Juden sind die Übermenschen, die nie Fehler machen." Sie sagt auch nicht, dass alles, was israelische Politiker tun, grundsätzlich richtig ist. Ich weiß nicht, ob er sich jemals mit den von ihm so kritisierten Christen in eine echte Diskussion begeben hat; und wenn, ob er sich deren Position einmal vorurteilsfrei angehört hat, um zu sehen, was daran richtig und was vielleicht falsch sein könnte. Er zieht Schlüsse aus dem, was ihm an Protest zugegangen ist. Aber er setzt sich mit den Kritikpunkten nicht auseinander, sondern urteilt pauschal ab, weil sein Standpunkt angegriffen wird. Wie, bitte soll denn aber Diskussion statt finden, wenn Kritik auf diese Weise abgetan wird und eine wirkliche Auseinandersetzung mit ihr – und damit mit der eigenen Position – nicht statt finden soll?

    9. Wenn Herr Bremer sich beschwert, dass nur zwei Artikel reichten, um „diesen Bremer fertig machen zu wollen" (eine unsinnige Behauptung; es geht um wahrhaftige Berichterstattung, nicht um die Person dieses Journalisten), dann hat er sich mit dieser Kritik einfach nicht auseinander gesetzt. Er ist weiterhin nicht bereit, auf die Kritikpunkte einzugehen. Und wenn er meint, dass diese zwei Artikel nicht ausreichen, um ihm diese Kritik zukommen zu lassen, dann frage ich mich: Waren diese beiden Artikel so außergewöhnlich und so unrepräsentativ für die Arbeit Herrn Bremers? Lassen sie ein so falsches Bild aufkommen? Warum schreibt er das dann nicht denen, die ihn kritisierten? Mir scheint aber – nach seiner Email-Schwemm-Aktion gegen honestly-concerned.org und nach der Art seine Beschwerden über die vorgenommene Kritik –, dass diese angenommene Repräsentativität korrekt ist. Und dann ist die Kritik erst recht angebracht.

    10. Es scheint mir weiterhin, dass Herr Bremer selbst das tut, was er anderen vorwirft. Die „Verknüpfungen und Unterstellungen" habe ich oben ansatzweise beschrieben. Wie sie in den an ihn gerichteten kritischen Schreiben vorhanden sein sollen, müsste er einmal darlegen. Das geschieht aber nicht. Statt dessen wird pauschaliert und geklagt.
    Die eigene Verknüpfung und Unterstellung von Aktivitäten geht gerade im nächsten Absatz wieder los, nachdem er sie den „Likudniks und rechten Christen" unterstellt: Er sagt, es ginge darum, „den Korrespondeten zu trennen von seiner Zeitung, die Berichterstattung fertig zu machen, die Einseitigkeit bloß zu stellen."
    In einem Punkt hat er Recht: Die Einseitigkeit bloß zu stellen, ist ein wichtiges Ziel. Denn Einseitigkeit kann sich ehrlicher Journalismus nicht leisten. Allerdings ist ja Herr Bremer der Meinung, er sei objektiv und die anderen seien einseitig. Hier liegt sein Problem; er scheint das aber zum Anlass zu nehmen, alle Kritik aus dieser Richtung abzulehnen und sich mit ihr nicht auseinanderzusetzen. Ein Eingehen darauf kommt wohl überhaupt nicht in Frage.

    Das von ihm behauptete „christliche Zurückargumentieren" würde mich interessieren, bisher kenne ich es nicht. Und wenn das heißt, „das Leid bestimmter Menschen in den palästinensischen Gebieten" anzusprechen: Das kenne ich recht wohl, aber ich sehe die gesamte Lage und konzentriere mich nicht auf die Israelis als die Hauptschuldigen oder sogar einzig wahren Schuldigen an dieser Lage.

    Herrn Bremer – und mit ihm der Moderation des Interviews – unterstelle ich mehr Gefahr für die Meinungsfreiheit als den von ihm angegriffenen Gruppierungen. Er greift die Meinungsfreiheit an, wo sie nicht seiner Meinung entspricht, stellt sich keiner Diskussion, die auf die Kritikpunkte an seinen Berichten eingeht und schlägt pauschal und undifferenziert mit pauschalierten und diffamierenden Behauptungen um sich – diese Kritiker sollen ruhig gestellt werden. DAS ist eine Gefahr für die Meinungsfreiheit, nicht Kritik an bestimmten Arten der Berichterstattung.

    Um zum guten Schluss den Vorurteilen von Herrn Bremer bezüglich seiner Kritiker etwas Futter zu geben:

    Ich bin evangelikal-charismatischer orientierter Christ. Ich bin Wechselwähler. Ich wüsste nicht, welche israelische Partei ich zur Zeit wählen würde, wenn ich israelischer Staatsbürger wäre. Ich kenne keine Menschen persönlich, die den Likud vertreten, sondern nur entsprechende Israelis und das aus den Medien. Sollte ich mit entscheiden können, wer den Likud führt, dann wäre Ariel Sharon nicht meine Wahl.
    Ich habe mir meine Meinung zum Nahostkonflikt ohne jegliche Hilfen „rechter" israelischer Gruppierungen gebildet, sondern aus eigener Recherche, vor allem im Internet (und zwar auf israelischer wie auch arabischer Seite). In der Tat befinden sich in meinem Freundes- und Bekanntenkreis sehr wenige Menschen, von denen ich weiß, dass sie Juden sind.

    Das scheint mir nicht dem Profil zu entsprechen, das Herr Bremer in seiner Klage über Kritik gegen ihn anspricht. Alles, was dort hinein passt, ist meine christliche Prägung. Sie aber als fundamentalistisch und rechts zu charakterisieren, wäre unverschämt falsch.
     

  • LESERBRIEF VON BARBARA E. AN DEN HR & AN DIE FAZ
    An:
    Per E-mail und Fax:
    Frankfurter Allgemeine Zeitung
    und
    Hessischer Rundfunk

    Betr.: Interview mit Herrn Bremer in der Sendung "Der Tag" (HR 1) vom 1. Oktober 2002
     
    Sehr geehrte Damen und Herren,
     
    ich wehre mich gegen die Behauptungen Ihres Jerusalem-Korrespondenten Jörg Bremer und gegen die in dem Sendungstitel  (so etwa:) "Gefährliche Allianz rechter Christen und Likud-Anhänger" enthaltenen einseitigen Unterstellungen!
     
    Ich begrüße sehr, daß es eine Internetplattform wie Honestly Concerned gibt, in der Menschen aller (oder keiner) Konfessionen ihre Meinung zu Themen jüdischen Lebens und israelischer Politik äußern können, um das immer wieder auftretende Phänomen des Antisemitismus in den verschiedensten Formen aufdecken zu helfen.
    Das es notwendig ist, die Öffentlichkeit suchen, ist unbestritten. Und warum sollte es nicht erlaubt sein, öffentliche Medien kritisch zu prüfen und sich mit Leserbriefen oder Einlassungen an diese Medien zu wenden?? Dies als eine Art Verleumdungskampagne "..um einen Journalisten fertig machen zu wollen..." zu empfinden, halte ich für sehr bedenklich! Und dann das offene Forum, zu dem jeder, der einigermaßen seriöse Absichten hat, Zugang haben kann, als eine Gruppe von Extremisten, rechten christlichen Fundamentalisten und Anhängern einer bestimmten Regierungspartei zu diffamieren, ihm Einseitgkeit vorzuhalten, die es aus dem gemeinsamen Glauben "...weil Gott es so will.." schöpfen würde...das ist makaber und eigentlich auch unverfroren!
     
    Sie sollten überdenken, ob Ihr Korrspondent eventuell ein wenig zu subjektiv auf Reaktionen zu seinen Beiträgen reagiert!? Und ein Sender, der kritiklos diese Inhalte ausstrahlt sollte es eigentlich besser wissen. Ein Versuch wäre es immerhin wert gewesen, die letzten Presseberichte, e-mails etc. aus Honestly Concerned einer eigenen Prüfung zu unterziehen.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Barbara E.

  • LESERBRIEF VON RUTH F. AN HR1:
    Sehr geehrte Damen und Herren vom Hessischen Rundfunk,

    ich bin bei meiner Internetlektuere auf folgendes, am 1. Oktober 2002, von Ihrem Hause gefuehrtes Interview mit Herr Dr. Joerg Bremer gestossen. Dabei kamen mir so einige Gedanken, die ich Ihnen, vor allem jedoch demjenigen Mitarbeiter, der das Interview gefuehrt hat, gerne mitteilen wuerde.

        HR: "Jörg Bremer, Sie sind Korrespondent der FAZ in Jerusalem und Sie beobachten seit einiger Zeit, daß sich Anhänger der rechten israelischen Likud-Partei neuerdings mit rechten christlichen Gruppen zusammentun. Was ist das Ziel?"

        Jörg Bremer: "Ich glaube, hier geht es darum - und das betrifft nicht nur die Likud-Leute hier in diesem Land, sondern weltweit Likud-Leute, also Juden, in der Regel auch säkulare Juden -

    Meine Ueberlegung: Inwiefern trifft es zu, dass es weltweit Likud-Leute gaebe? Der Likud ist eine in Israel eingetragene Partei. Nur israelische Staatsbuerger koennen in Israel waehlen, und mit Ausnahme von Soldaten oder Diplomaten auf Auslandsmission gibt es kein Briefwahlrecht. Natuerlich moegen einige eingetragene Likud-Parteimitglieder einen Wohnsitz im Ausland haben, aber deren Zahl duerfte zu gering sein, um eine Formulierung wie “weltweit Likud-leute” zu rechtfertigen. Sollte hier der Versuch gemacht worden sein, das emotianal belastete Wort “Jude” durch “Likud-Leute” zu ersetzen? Der folgende Halsatz, der dann auch noch spezifiziert, dass es sich gerade auch um nicht-religioese Juden handeln soll, scheint dies nahezulegen. Die Kombination von “weltweit” mit “Jude” ruft zumindest bei mir die Assoziation wach “judische Weltverschwoerung”. Erleben Sie das anders?

        die Pressebewegung in den Ländern zu verfolgen. Also: Likudniks in den Vereinigten Staaten, in England, aber auch in Frankreich, und eben auch in Deutschland, sind dabei, sich die Zeitungen genau anzusehen und zu gucken: Steht da irgendwas drin, was unserem Ministerpräsidenten Sharon wehtun könnte? Steht da irgendwas drin, was antisemitisch sein könnte? Da es ja in vielen Ländern gar nicht viele Juden gibt und auch gar nicht viele Likudniks, sind die sehr dankbar, wenn sich dann eben auch diese rechten christlichen Gruppierungen an sie heranwagen, für die ja alles das richtig ist, was in diesem Lande geschieht - weil es ja von Gott kommen muß."

        HR: "Das ist, so wie Sie es beschreiben, Gesinnungsschnüffelei.

    Mein Verstaendnis von Gesinnungsschnueffelei ist ein ganz anderes. Der Begriff “Schnueffeln” bezieht sich doch wohl eindeutig auf das Aufstoebern von Dingen oder Meinungen, die eher verborgen, auf keinen Fall jedoch oeffentlich sind. Da Zeitungsartikel jedoch grundsaetzlich veroeffentlichte “Gesinnungen” darstellen, eruebrigt sich das Schnueffeln voellig. Was hier mit dem Wort “Gesinnungsschnueffelei” pejorativ beschrieben wird, ist doch nichts weiter als ein kritisches Zeitungslesen von einem bestimmten Standpunkt aus. Mir erscheint es bedenklich, dass der Hessische Rundfunk Herrn Bremer in solcher Weise Stichworte liefert.

        (…)
        Jörg Bremer: "… Zwei Artikel aus einmal April, einmal irgendwann im Juli reichten einer Gruppe aus, die sich Honestly Concerned nennt, diesen Bremer fertigzumachen. Und dann werden lange, lange Leserbriefe formuliert und unendliche Verknüpfungen von Unterstellungen und böswilligen Bemerkungen aneinandergereiht, und dieser Brief wird ins Internet gestellt.

    Nachdem heute auch Zeitungsartikel im Internet erscheinen, kommt es mir merkwuerdig vor, dass die Veroeffentlichung von Leserbriefen im Internet nicht akzeptabel sein soll. Auch der Vorwurf der Laenge erscheint mir unangebracht. Interessanterweise geht Herr Bremer weder auf seine Artikel noch auf die angeblichen Unterstellungen oder boeswilligen Bemerkungen ein, noch bittet sein Interviewer um ein Beispiel. Liesse sich dieses Vorgehen nicht auch bereits als Verknüpfung von Unterstellungen und böswillige Bemerkung beschreiben?

        (…)  
        HR: "Anhänger des Likud und christliche Fundamentalisten - das ist offenbar eine gefährliche Allianz auf Kosten der Meinungsfreiheit. Jörg Bremer, Jerusalem-Korrespondent der FAZ, vielen Dank."

    Im Schreiben von Leserbriefen, egal aus welcher Ecke und mit welcher Zielsetzung, eine Gefaehrdung der Meinungsfreiheit herzuleiten, scheint mir extrem unpassend. Eher liesse sich doch wohl der Versuch von Mitarbeitern angesehener Medien, wie der FAZ und dem Hessischen Rundfunk, kritische Leserbriefe mit solchen Anwuerfen abzuweisen, als Angriff auf die Meinungsfreiheit verstehen.

    Mit freundlichen Gruessen

    Ruth F . 
    Beer Sheva
    Israel 
     
     

  • LESERBRIEF VON ANTJE C. N. AN HR1:
    Sehr geehrte Damen und Herren,
     
    eigentlich dachte ich, daß Herr Bremer den Bogen schon lange überspannt hat mit seinem ungenauen Journalismus, der mehr Meinungsmache als Berichterstattung ist.

    Da aber auch Sie nicht genau zu recherchieren scheinen, hier eine kleine Anmerkung.

    Herr Bremer wird nicht wegen zwei Artikeln der letzten Monate von einer bestimmten Organisation "fertig gemacht". Ich schreibe mir seit mehr als zwei Jahren ab und an wegen seiner Falschmeldungen die Finger mit Leserbriefen an die Redaktion der FAZ wund.

    Ich weiß, daß ich längst nicht die einzige bin, die nicht erst seit einigen Wochen, sondern Monaten, Jahren sich wegen Herrn Bremers äußerst unerquicklichem und einseitig-propagandistischem "Jounalismus" an seinen Arbeitgeber wendet.
     
    Mit schockierten Grüßen über das miese Niveau der deutschen Medienlandschaft,

    Antje C. N., Jerusalem

  • MICHAEL S.:
    ...Meine erste Reaktion auf das Bremer-Interview war, dem Verfolgungswahn unseres Freundes weitere Nahrung zu geben und mich durch einen Brief an den Hessischen Rundfunk als religionslosen, aber radikal proamerikanischen Unternehmensberater aus dem Sauerland zu outen (mit Alt-68ger Connections zu RAF-Sympathisanten, versteht sich), der hier die Fäden spinnt, um Hilfe des Likud und der christlichen Fundamentalisten die Pressefreiheit in Hessen zu unterdrücken
    :-)

    Durch meinen Beruf bin ich es jedoch gewohnt, eine Situation erstmal zu analysieren, bevor ich zur Aktion schreite, zumal Jörg Bremer den Protest gegen seine Mitteilungen sicher schon einkalkuliert hat.

    Das Problem, das wir hier haben, ist, dass die Medien und die in ihnen Tätigen Kritik an sich selbst nur schwer verarbeiten. Traditionell wird das als Eingriff in die Pressefreiheit gewertet und löst Abwehrreflexe aus.

    Um das Problem richtig anzugehen, muss man meines Erachtens genauer als früher verstehen, wie die Propaganda in die Informationskette hineinkommt und wie sie über die verschiedenen Bearbeitungsschritte schließlich an den Konsumenten geliefert wird.

    In der guten alten Zeit des Kalten Krieges war es relativ leicht, die pateilichen Meldungen der jeweiligen anderen Seite zu erkennen und zu durchschauen. Heute jedoch speisen alle möglichen PR-Agenturen im Auftrag aller möglicher großen und kleinen Interessengruppen, Kriegsparteien und Gewaltunternehmern ihre nützlichen Propagandastories in die Medien. Ohne wirklich zu begreifen, wie das abläuft, ist die Kritik da möglicherweise wenig wirksam, vielleicht in dem einen oder anderen Fall sogar kontraproduktiv.

    Deshalb mein Vorschlag: Lass mich mal zwei oder drei Tage über die Sache nachdenken und dann einen Vorschlag machen.

    Der Bremersche Verfolgungswahn ist so abstrus, dass es gar nicht schadet, wenn er ein paar Tage unwidersprochen im Raum steht - jedenfalls im aufgeklärten Deutschland. (Anders mag es dort sein, wo Christen und Juden zur Zeit der Gegenstand von offiziellen Hasspredigten sind).


    • Weiteres Mail von Michael S.:
      ...[Ich sehe mich] bestätigt meine Annahme, dass die Propaganda keineswegs "organisiert" ist, sondern weitgehend durch die Befindlichkeit der Beteiligten zustandekommt, die eben "nur ihren Job machen" und ihren eigenen Vorurteilen aufsitzen.

      Was mich allerdings dabei umtreibt, ist die Frage, wie es kommt, dass die Bremerschen Ausfälle so auffällig zeitgleich mit den Wendungen der propagandischen Grosswetterlage eintreffen.

      Dass die amerikanische Aussenpolitik durch die angebliche Rücksichtnahme auf christliche Fundamentalisten und auf jüdische Lobby bestimmt wird, ist ein Klischee, dass nach meinem Eindruck seit ein paar Tagen erst "am Markt" ist. Und pünktlich ist Jörg Bremer zur Stelle, um es zu verbreiten.

      Nicht anders war es beim Auftauchen der Vertreibungstheorie vor ein paar Wochen, die Bremer ebenfalls kräftig unterstützte.

      Ich stelle mir vor, dass Auslandskorrespondenten wie Bremer gezielt mit entsprechendem Material versorgt werden und diese im Laufe der Zeit die Fähigkeit zum kritischen Vorsortieren verlieren.

      Auffällig ist auch, dass er für seine Auslassungen über Honestly Concerned offenbar überhaupt keine Recherche betrieben hat, sondern sich einfach darauf verläßt, dass es schon stimmen wird, dass die Gruppe mit Fundichristen zusammenarbeitet. Auch der Fall des Kollegen vom ZDF, der angeblich auch ein Opfer ist, wird nur angerissen, Fakten werden nicht mitgeteilt. Kann es sein, dass das wahnhafte Denken von Hamas, Djihad (nicht anders als das von ETA, RAF etc.) auf den jahrelang im Umfeld arbeitenden Journalisten gewissermassen überschlägt?

      Auffällig ist ferner die Skandalisierung des organisierten Leserbriefschreibens. Jeder Schrebergartenverein bombardiert dei Redaktion mit Briefen, wenn er meint, sein Anliegen nicht richtig wiedergespiegelt zu sehen, die Freunde von Herta Däubler-Gmelin beklagen sich beim Schwäbischen Tagblatt über den verantwortlungslosen Reporter usw. - sowas gehört zum Beruf des Journalisten.

      Vielleicht macht es Sinn, wenn ich an den Hessischen Rundfunk schreibe, mit dem Tenor: Hier bin ich, laut Ahnenpass und Lohnsteuerkarte höchstwahrscheinlich weder Jude noch christlicher Fundamentalist, und, ja, ich habe den Leuten von Honestly Concerned geraten, sich gegen antiisraelitische Darstellungen des Nahostkonflikts nicht nur mit Zeitungsanzeigen, sondern auch mit Leserbriefen zu wehren. Denn das ist unser gutes Recht und sorgt für Meinungsvielfalt. Und wenn das eine christlich-jüdische Verschwörung ist, dann ist es eben eine - wer was dagegen hat, der soll halt sehen, wo er bleibt. Einleitend dazu vielleicht ein paar Sätze zur Entstehung von Honestly Concerned, und das ganze kurz und knapp.

      Mit Klage und Forderung nach Gegendarstellung würde ich gerne noch ein paar Tage warten und in der Zwischenzeit das ganze nochmal in Ruhe überdenken. Denn wie gesagt, diese Reaktion könnte einkalkuliert sein (Erst heisst es im Interview, dass er über sich selbst nicht sprechen könne, dann tut er es doch - was sind das für dunkle Mächte, denen er sich da möllemanesk entgegenbäumt?). Auch würde dem Unsinn erneute Publizität verschafft.

      Gruss

      Michael

      PS: Ist das Wort "Likudnik" eine Erfindung von Herrn Bremer oder kommt es sonst auch schon mal vor? Ich assoziiere (vielleicht irrig) die Endung -nik mit irgendwelchen Eliten der verflossenen Sowjetunion, also eine ziemlich bedrohliche Spezies.
       

  • RALF T.:
    ...ich habe das Interview des Hessischen Rundfunks mit Jörg Bremer gelesen. Es ist wirklich unglaublich und kaum noch nachvollziehbar, was er da wieder einmal absondert.

    Bremer glaubt, eine "gefährliche Allianz" zwischen rechtsgerichteten christlichen Gruppen und Anhängern der rechten Likudpartei zu beobachten. Seine diesbezüglichen diffusen Aussagen haben die gleiche Qualität wie seine Israelberichterstattung in der FAZ, sie verkleistern die Wirklichkeit, für die Bremer den Blick schon lange verloren hat.

    Er sieht eine weltweite Konspiration von Likudleuten "also Juden, in der Regel auch säkulare Juden", die sich als Presse-Beobachter betätigen und nichts anderes im Sinn haben, als nach israelschädlicher oder antisemitsischer Berichterstattung zu suchen. Sieht man einmal davon ab, dass eine derartig eingeschworene und festgefügte Bewegung nur in der Phantasie Bremers exististiert, so gibt es allerdings sehr wohl Menschen und Organisationen unterschiedlicher Herkunft, die an einer ausgewogenen Nahost-Berichterstattung interessiert sind und sich dafür einsetzen. Er schlussfolgert weiter: "Da es ja in vielen Ländern gar nicht viele Juden gibt und auch gar nicht viele Likudniks," besteht allein schon aus diesem Grund ein in seinen Augen naheliegendes Interesse, sich mit "rechten christlichen Gruppierungen" zusammenzutun. Für die ja sowieso "alles das richtig ist, was in diesem Lande geschieht - weil es ja von Gott kommen muss."
    Bremers gestörte Wahrnehmung zeigt sich nicht erst an dieser Stelle. So bleibt völlig unklar, was er unter  "rechten christlichen Gruppierungen" und "fundamentalistischen Christen" versteht, zwei im Interview mehrfach verwendete Bezeichnungen. Es sind lediglich leere Schlagworte, die eine bestimmte Grundstimmung erzeugen sollen. Wenn er solchen auch noch unterstellt alles für richtig zu halten, was in Israel geschieht, und "eine richtige Israelberichterstattung muss in jedem Falle auch das gut finden, was welche Regierung auch immer macht...Sie sind der Meinung: In der Bibel steht, dass das, was in diesem Lande geschieht, biblisch richtig ist und gottgewollt. Also kann es gar nicht falsch sein, was welche Regierung auch immer in diesem Lande tut." dann zeigt das nur, dass er keinerlei Kenntnis von der Überzeugung solcher Christen hat, die mit Interesse die Vorgänge in Israel beobachten. So wird auch von diesen die Politik Israels kritisch beobachtet und keinesfalls alles sanktioniert, was sich dort ereignet. Da es sich beim gegenwärtigen Staat Israel um eine säkulare Demokratie wie jede andere handelt, ist eine Überzeugung unter solchen Gruppierungen, wie Bremer sie unterstellt, einfach nicht vorhanden. Darüber hinaus gibt es ebensowenig eine solche homogene, christliche Auffassung in der Haltung zu Israel, auch unter solchen, die Bremer als "fundamentalistische Christen" bezeichnet. Sie kann sogar in einer völligen Ablehnung Israels bestehen (wie z.B. James McKeever von James McKeever Ministries oder R.B. Yerby von Grace Abounding Ministries in den USA).

    Bremer erwähnt als Beispiel  solcher "Gesinnungsschnüffelei" eine "Riesenkampagne", die derzeit gegen die New York Times geführt wird. Nun ist die einseitige und z. Teil unwahre Berichterstattung der NY Times allerdings kein Geheimnis. Als Beispiel sei hier nur der Artikel zu einem Bild erwähnt, das die NY Times als Aufmacher für einen Artikel zum Ausbruch der Intifada missbrauchte
    http://www.nahostfocus.de//page.php?id=78.
    Die wahre Gesinnung Bremers wird auf jeden Fall deutlich in der Aussage: "Die "New York Times, ... (hat) in vielerlei Hinsicht immer wieder darunter zu leiden ..., dass es sehr viele Juden gibt." Das also ist offenbar sein Problem.

    Und natürlich ist Bremer das Opfer einer gezielten Kampagne. Man muss hellhörig werden, wenn seine Statements beginnen mit: "Ich will wirklich nicht als Antisemit gelten." Aus seinem Munde klingen Solidaritätserklärungen wie: "...ich bin für einen starken Staat Israel." unglaubwürdig, zielen seine Antworten in diesem Interview und seine Israelberichterstattung doch in die entgegengesetzte Richtung. Nachdem er sich nun mit solchen Erklärungen ausreichend abgesichert glaubt, geht er dann auf Honestly-Concerned los, die zwei seiner Artikel kritisiert haben. Er ist überzeugt, dass die sich vorgenommen haben "diesen Bremer fertigzumachen".  Und vor allem: "Die Idee ist, den Korrespondenten zu trennen von seiner Zeitung, die Berichterstattung der ganzen Zeitung fertigzumachen, die Einseitigkeit bloßzustellen."  Er wirft hier Honestly-Concerned eine Vorgehensweise vor, die er in seinem Artikel in der FAZ Nr. 189 v. 16.08.2002 konsequent einsetzt, indem er einen Teil für das Ganze setzt, dort einen Haaretz-Meinungsartikel als Haaretz-Berichterstattung oder gar Verlautbarung der israelischen Presse ausgibt. Du hast ja den Artikel Bremers heftig und berechtigt kritisiert.

    Bremer ist durch diese Aktion in seiner Eitelkeit verletzt, oder wie er sagt, fühlte er sich "wirklich sehr in" seiner "eigenen Professionalität getroffen". Eine eigenartige Professionalität, glaubt er doch jetzt, die wahren Schuldigen, die hinter Honestly-Concerned stehen, erkannt zu haben: "...und habe dann sehr schnell gemerkt, dass es sich hier gar nicht nur um Likudniks handelt, sondern in sehr viel größerer Zahl um diese Christenmenschen."
    Du hast in deinem Statement ja schon klar gemacht, dass auch diese Mutmaßung Bremers ins Leere geht: Honestly-Concerned Mitglieder weder Anhänger der Likudpartei noch bibeltreue, "fundamentalistische" Christen, noch heißen solche, die automatisch alles gut heißen, was die israelische Regierung tut, noch ist Sharon "ihr" Ministerpräsident. Statt dessen wehren sie sich gegen Tatsachenverdrehung oder -auslassung, durch welche die Schuld am Nahostkonflikt fahrlässig oder gar mutwillig allein der israelischen Seite zugeschoben wird!"

    Eine "gefährliche Allianz auf Kosten der Meinungsfreiheit", die der Fragesteller des HR ausmacht, gibt es vielmehr bei Journalisten wie Jörg Bremer, der im Konzert einseitiger Israelberichterstattung und einer manipulierenden Terminologie dem Antisemitismus und einer Anti-Israel-Haltung immer neue Nahrung gibt, indem er aus Opfern Täter macht.
    Bremer verschleiert hier wie in seiner Berichterstattung statt zu klären. Er macht Aussagen, die nicht oder schlecht recherchiert sind, benutzt Schlagworte, deren Inhalt unklar ist, und stellt Aussagen in einen Zusammenhang die ein Bild zu erzeugen, das seinen Vorstellungen entspricht. Journalistische Sorgfaltspflicht ist für ihn ein Fremdwort. Es ist höchst bedenklich wenn Journalisten einer angesehenen Tageszeitung wie der FAZ unter derartigen Wahrnehmungsstörungen leiden.
     

  • IRINA R.:
    ...gerade jetzt habe ich dieses schändliche interview mit dem Jörg Bremer abgehört. 
    Das ist eine Frechheit ohne gleichen, was er über uns gesagt hat. Ich weiß nicht ob wirklich die Likudniks mit den  "fundam." Christen sich zusammen tun, aber  das hat mit uns und unseren Zielen überhaupt nichts zu tun. Natürlich werden wir (Slata, Moritz und ich) einen Brief an die FAZ und HR1 schreiben .

    Dir (zur Beruhigung) möchte ich nur eins sagen:
    Unsere arbeit bringt erste Resultate. Schau mal wie unruhig Bremer geworden ist. Das hat mit seiner journalistischen Ehre, od. wie er das formuliert hat, nichts zu tun. Er hat verstanden, daß  es Leute gibt, die ihm auf die Finger schauen und die nicht zulassen, daß alles so einfach so weiter geht - deshalb geht er nach vorne, zum Angriff auf uns. Du muß in seinen Wespennest sehr tief gerührt haben, wenn er darüber sogar schon in einem Radiointerview spricht.
    Wäre, vielleicht, nicht schlecht  auch ein paar Artikel über uns von unseren Freuden zu bekommen???  Was meinst du dazu?
    Hast du oder jemand von uns eine möglichkeit auf HR1 auch aufzutretten und über usere Tätigkeit dort berichten?
    Auf alle Fälle alles gute und auf gute weitere Zusammenarbeit.
    Bremer macht uns nicht fertig.

  • ANONYM:
    ....gute Arbeit!
    dieser schmock muß öffentlich bloß gestellt werden. wenn er glaubt, daß es "zu viele juden gibt", sollte man seine meinung so vielen leuten, wie möglich darlegen und das ganze noch mehr publik machen. vielleicht wieder mit einer anzeige..?
    viele grüße :-)
     

  • JÖRG H.:
    ...Ich werde den HR3 mal anrufen, ob sie uns auch eine Gegendarstellung gewähren, oder uns einladen.

    Der "Möllemann" der deutschen Presse darf über den Äther gehen... also müssen wir auch gehört werden, wenn er schon Unwahrheiten über uns erzählt.

    Im übrigen sollte man zumindest auch schreiben, daß man eine Unterlassungklage gegen Herr Bremer prüft, denn Herr Bremer behauptet hier wissentlich die Unwahrheit über Bürger, die sich gegen Antisemitismus einsetzen. Grundsätzlich ist es aber kann es keineswegs das Ziel sein, Rechtstreite vom Zaun zu brechen.

    Im übrigen haben sich nicht nur Leute von Honestly Concerned bei der FAZ beschwert, und bei Herrn Sobeck, sondern auch andere, vor allem auch in ihrem privaten Namen.

    Also der Mann ist leicht zu durchschauen, und die FAZ und die anderen Medien müssen ein schlechtes Gewissen bekommen, ihn zu beschäftigen oder zu
    interviewen.

    Was sagt eigentlich Marcel Reich Ranicki zu dem Bremer??


    PS: die Hervorhebungen von Israelnetz sind klasse (entlarvend!)


  • CHRISTIAN M.:
    ...danke für die Aufnahme des Interviews. Leider war nicht nur das Interview mit Jörg Bremer, sondern die ganze Sendung schockierend. Ein Frontalangriff auf bibelgläubige Christen und wie im Interview zu hören auch auf Juden.

    Fundamentalistische (auf G'tt und die Bibel vertrauende) Christen und Juden, wurden mit fundamentalistischen radikalen Moslems (Terroristen) und armen Geisteskranken (Jerusalemsyndrom) in einen Topf geworfen.
    Nur eine völlig aus der Luft gegriffene Behauptung, ... Der erst vor einigen Jahren zum lebendigen Glauben gekommene Unternehmer Norman Rentrop wolle mit Bibel TV nur Geld verdienen! - Frage, "wie denn, ohne Werbung?", ein Fernsehsender kostet viel Geld, damit kann man kein Geld verdienen, zumindest nicht mit den Programmen wie Bibel TV sie sendet. Das müssten Medienfachleute eigentlich wissen...

    Ausserdem hatte ich den Eindruck wärend der ganzen Sendung, das ich ein gemeingefährlicher Verbrecher bin, weil ich mich auch zu diesen schrecklichen auf ihr Fundament (die Bibel) gegründeten Gläubigen zähle. ;-)

    meine Quintessenz nach dieser Sendung: Hütet Euch vor diesen Bibelgläubigen Christen und Juden, seht nicht ihre Fernsehprogramme und hört nicht ihre Radioprogramme, und kauft nicht bei ihnen......, wählt nicht ihre Parteien.....sonst fressen sie Euch....glaubt nicht an ihren G'tt, der angeblich wirklich existieren soll, wie sie immer wieder behaupten...hütet Euch vor ihren missionarischen Aktivitäten..., am besten grenzt sie aus, gebt ihnen gar keinen Raum zur Entfaltung...., diesen grausamen...., glücklichen, fröhlichen, freundlichen, liebevollen, friedfertigen, höflichen, sich um das Wohl des anderen Besorgten Individuen...

    ....kommt einem dies nicht irgendwie bekannt vor???

    "Es wird sein wie zu Zeiten Noahs...," sagte der Sohn Davids einmal...

    Also, was interessant ist, das Jörg Bremer im Interview sagt, er wäre auch für ein starkes Israel...!!! ??? was meint er damit ??? einerseits nein, andererseits wieder ja..., seltsam...


  • MARKUS V.:
    Herr Bremer und keine Ende - was kann HC als HC machen?

    Ihr lieben,

    zunächst möchte ich mich als Mitglied dieser Liste für Euren Einsatz recht herzliche bedanken.

    Jetzt kurz zu obigen Thema:

    Ich denke, uns stehen eine Reihe von Möglichkeiten zur Verfügung, hier zu reagieren.

    1. Herr Bremer und die FAZ werden mit Mails überflutet

    2. Es können rechtliche Schritte versucht werden

    3. HC und seine Mitglieder gehen einen anderen Weg.

    Punkt 1 führt zu nichts. Egal wie unwahr die Angriffe auch sein mögen, der Effekt ist fast null. Ganz im Gegenteil. Oder glaubt jemand, Herr Bremer und die FAZ
    sind dumme Schuljungen? Sie wissen genau, das eine Beschwerdeflut in Gang gesetzt wird. Und das Ergebnis? Genau das wollen diese Personen aber.

    Punkt 2 ist zunächst legitim. Was bleibt wäre beispielsweise eine Verleumdungsklage. Nur ist diese ohne große Aussicht auf Erfolg. Dem Recht auf Pressefreiheit ist nur schwerlich etwas entgegenzusetzen. Wir stoßen hier wieder auf das alte Problem, das Herr Bremer keine Person direkt angesprochen hat (siehe AOL Board).

    Punkt3 ist aus meiner Erfahrung am wirkungsvollsten. HC veröffentlicht eine Gegendarstellung an Rundfunk- und Presse. Mehr nicht.
    Warum? Man muß sich einfach die Frage stellen, will sich HC auf ein Niveau begeben, was andere diktieren? Hat HC solch einen geistigen Austausch nötig?
    Wenn jemand private Auseinandersetzungen mit Herrn Bremer betreiben möchte, so kann er dies selbstverständlich machen. Ich persönlich denke, das die Verantwortung die HC und damit auch die Mitglieder tragen weit aus größer ist, als sich dumpfe Mailschlachten mit diesen Damen und Herren zu liefern.

    Die FAZ und Ihre Schreiberlinge werden schon die entsprechenden Fehler machen - Geduld bitte. Das gilt auch für andere "Könige" der Presse.

    Ich bin davon überzeugt, das es wichtigere Themen gibt, wie Herr Bremer.

    Denn: Israel hat ein Recht zu leben wie alle anderen auch. Israel hat ein Recht auf sich selbst. Israel besteht aus Menschen die Fehler machen. Aber Israel hat auch ein Recht, anerkannt zu werden, ein Recht auf eine ausgewogene Presse. Der letzte Punkt ist mehrheitlich nicht mehr gegeben.

    Deshalb reicht aus meiner Sicht eine Gegendarstellung aus. Deshalb dürfen wir uns nicht festbeißen an einer Person. Deshalb sollten wir geistige Überlegenheit
    demonstrieren.

    Mir ist bewußt, das diese Art nicht jedem gefällt, ich vermute einmal die wenigsten werden diese Gedanken verfolgen.

    Aber es wird immer schwieriger, immer mehr stellen sich Israel in den Weg - deshalb müssen wir schlauer sein.

    Ich möchte ausdrücklich darauf verweisen, das ich keinen in dieser Liste für dumm halte, bitte nicht falsch verstehen. Ganz im Gegenteil.

    Das sind meine Gedanken zu dem was HC machen sollte. Wenn sich jemand persönlich angesprochen fühlt, so muß er auch handeln.

    Wir müssen unterscheiden zwischen Handlungen von HC und persönlichen Handlungen.


    • Weiteres Mail von Markus V.... konkrete Kommentare zu Passagen aus dem Interview...
      Israelische Anhänger des Likud-Blocks und "rechtsgerichtete Christen"

      A: Rechtsgerichtete Christen gibt es nicht. Entweder ist man Christ oder Namenschrist.

      bilden "offenbar eine gefährliche Allianz".

      A: Sacha, wir sind gefährlich.

      Diese These stammt vom Hessischen Rundfunk.

      A: Oder von Bremer?

      Die Frankfurter Radiomacher befragten dazu in der Sendung "Der Tag" (HR 1) vom 1. Oktober den Jerusalem-Korrespondenten der "Frankfurter Allgemeinen (FAZ)", Jörg Bremer. Was der bekannte Journalist so alles erzählt ... – nachstehend die Abschrift des Gesprächs:

      HR: "Jörg Bremer, Sie sind Korrespondent der FAZ in Jerusalem und Sie beobachten seit einiger Zeit, daß sich Anhänger der rechten israelischen Likud-Partei neuerdings mit rechten christlichen Gruppen zusammentun.

      A: Mich hat noch keiner aus Israel angesprochen.

      Was ist das Ziel?"Jörg Bremer: "Ich glaube, hier geht es darum - und das betrifft nicht nur die Likud-Leute hier in diesem Land, sondern weltweit Likud-Leute, also Juden, in der Regel auch säkulare Juden - die Pressebewegung in den Ländern zu verfolgen. Also: Likudniks in den Vereinigten Staaten, in England, aber auch in Frankreich, und eben auch in Deutschland, sind dabei, sich die Zeitungen genau anzusehen und zu gucken:

      A: Na und?

      Steht da irgendwas drin, was unserem Ministerpräsidenten Sharon wehtun könnte?

      A: So ein Blödsinn

      Steht da irgendwas drin, was antisemitisch sein könnte?

      A: Es gibt nur einen Antijudaismus

      Da es ja in vielen Ländern gar nicht viele Juden gibt und auch gar nicht viele Likudniks, sind die sehr dankbar, wenn sich dann eben auch diese rechten christlichen Gruppierungen an sie heranwagen, für die ja alles das richtig ist, was in diesem Lande geschieht - weil es ja von Gott kommen muß.

      A: Jetzt dreht er durch

      "HR: "Das ist, so wie Sie es beschreiben, Gesinnungsschnüffelei. Wer ist denn davon konkret betroffen?"Bremer: "Also, ich bin auch so eins von den Opfern gewesen. Der Alexander von Sobeck, unser ZDF-Korrespondent, ist ein anderes deutsches Opfer.

      A: Sobeck lügt ja auch.

      Es gibt derzeit zum Beispiel eine Riesenkampagne gegen die New York Times, die in vielerlei Hinsicht immer wieder darunter zu leiden hat, daß es sehr viele Juden gibt - aber eben auch im Southern Bible Belt der Vereinigten Staaten eine Unzahl von fundamentalistischen Christen,

      A: Fundamentalisten haben Sadat umgebracht. Ich habe aber keine Bombe im Schrank.

      die der Meinung sind: Eine richtige Israelberichterstattung muß in jedem Falle auch das gut finden, was welche Regierung auch immer macht. Das sind zum Teil bei diesen Christen dann eben gar keine Kenner dieses Landes.

      A: Woher weiß er das?

      Das sind zum Teil auch keine Menschen, die Politik kennen oder die den Likud unterstützen. Sondern sie sind der Meinung: In der Bibel steht, daß das, was in diesem Lande geschieht, biblisch richtig ist und gottgewollt. Also kann es gar nicht falsch sein, was welche Regierung auch immer in diesem Lande tut."

      A: Er hat eine Krankheit, sehr schlimm

      HR: "Also, Herr Bremer, das würde ich gern genauer wissen. Wenn Sie es uns nicht an Ihrem Beispiel schildern wollen, aber vielleicht nochmal am Beispiel des Kollegen vom ZDF. Was passiert da konkret? Das heißt, Leute werden aufgefordert von rechten christlichen Gruppen, Briefe an den Sender zu schreiben – und dann?"Bremer: "Ja, so ist es. Ich kann ja gern über meinen eigenen Fall sprechen, weil der mich doch ein wenig betroffen gemacht hat. Weil ich eigentlich wirklich nicht als Antisemit gelten will. Nein, ich lebe gern in diesem Lande Israel, ich bin für einen starken Staat Israel. Aber zwei Artikel reichten dieser Gruppe aus - und ich schreibe nun täglich welche. Zwei Artikel aus einmal April, einmal irgendwann im Juli reichten einer Gruppe aus, die sich Honestly Concerned nennt, diesen Bremer fertigzumachen. Und dann werden lange, lange Leserbriefe formuliert und unendliche Verknüpfungen von Unterstellungen und böswilligen Bemerkungen aneinandergereiht, und dieser Brief wird ins Internet gestellt. Dann wird versucht, möglichst viele andere Gruppierungen und andere Leute, vor allem eben weil es ja so viele Israelis und Likudniks in Deutschland nicht gibt, vor allen Dingen eben religiös christliche betroffene Menschen dazu zu finden, die dann in der Regel denselben Brief, nur mit einem anderem Absender, an meine Redaktion schicken. Die Idee ist, den Korrespondenten zu trennen von seiner Zeitung, die Berichterstattung der ganzen Zeitung fertigzumachen, die Einseitigkeit bloßzustellen. Ich war so betroffen und so fertig zunächst, daß ich dachte: Das kann ja wohl nicht wahr sein, was lesen die da? Und ich fühlte mich wirklich sehr in meiner eigenen Professionalität getroffen und habe dann sehr schnell gemerkt, daß es sich hier gar nicht nur um Likudniks handelt, sondern in sehr viel größerer Zahl um diese Christenmenschen. Ich habe einfach christlich zurück argumentiert, habe dann über das Leid bestimmter Menschen in den palästinensischen Gebieten gesprochen, über Christen in Bethlehem, in Beit Sahur und in Beit Jala. Und ich habe bemerkt, daß die dann aufhorchten und dachten: Um Gottes willen, ja. Das sind Christen. Ja, und dann wurden die Leute unsicher, und so konnte ich diese Aktion gegen mich durchbrechen.
      "HR: "Anhänger des Likud und christliche Fundamentalisten – das ist offenbar eine gefährliche Allianz auf Kosten der Meinungsfreiheit. Jörg Bremer, Jerusalem-Korrespondent der FAZ, vielen Dank."

      Schluß aus, mir ist schlecht.



Herr Bremer meint das wir nur "ZWEI" seiner unzähligen Artikel kritisiert hätten....
hier noch so einiges mehr an kommentiertem Bremer-Material
 
 

  • Ein Korrespondent, der sich seit 10 Jahren im jüdischen Staat aufhält schreibt am 1.10.2002:

    Am Samstag, also am Schabbat, schickte Außenminister Powell Botschafter Kurtzer zu Scharon auf dessen Farm im Negev. Sein Auftrag war es, Scharon aufzufordern, die Krise schnell zu beenden. In Israel, wo eine Verletzung der Schabbatruhe schon zu Regierungskrisen geführt hatte, wurde diesmal nicht verstanden, daß Kurtzers Besuch ein Hinweis auf die Dringlichkeit der Angelegenheit war.

     
    • KOMMENTAR:
      Der weiß nicht, da ß  selbst der frömmste Jude auch am Sabbat Besuch empfangen darf. Bremer erfindet eine Regierungskrise an einer Stelle, wo selbst in Mea Schearim niemand etwas einzuwenden hätte.
       
       

  • Angst und Hoffnungslosigkeit haben sich in Jerusalem ausgebreitet / Von Jörg Bremer

    JERUSALEM, 4. April. Der Wein geht nicht aus. Es fehlt auch nicht an Wasser
    und Strom wie bei den palästinensischen Nachbarn. Von Jerusalem sind es nach
    Ramallah nur vier und nach Bethlehem gerade einmal zwei Kilometer. Doch
    zahllose Kontrollpunkte und Panzer versperren den Weg. Für die meisten
    Israelis verläuft die Grenze schon mitten in der Stadt - dort wo der
    jüdische "Westen" an den arabischen "Osten" grenzt. Angst und
    Hoffnungslosigkeit haben sich nicht nur in Ramallah und Bethlehem
    festgesetzt, sie halten schon seit Wochen auch Jerusalem im Griff.

    Die jüdische Pessachwoche ging am Mittwoch ohne fröhliche Feiern zu Ende.
    Nach marokkanischer Tradition treffen sich eigentlich Familien am Donnerstag
    zu "Maimouna" in den Parks und an den Stränden, um zu grillen. In diesem
    Jahr verzichteten sie darauf. Nicht nur die schweren Gewitterwolken, sondern
    vor allem die Erinnerung an die letzten Selbstmordanschläge waren die Gründe
    dafür. Allein im März kamen mehr als 120 Menschen ums Leben. Am
    Pessachseder, dem festlichen Beginn der Feiertage, kamen vor einer Woche 25
    Personen bei einem Anschlag in Netanja ums Leben.

    "Scharon kämpft auf Kosten Israels"

    "Aber macht uns nun Scharons zweiter Libanon-Feldzug sicherer?" fragt ein
    Mann aus Jerusalem. Der Ministerpräsident sei doch nur zu feige, endlich die
    Mauer zu bauen, um Israel von den Palästinensern abzugrenzen.

    "Er kämpft auf Kosten von Israel die Schlacht für seine eigene
    Siedlerideologie. Israels Sicherheit ist nur ein Vorwand." Eine deutsche
    Familie, die Freunde auf beiden Seiten der Kontrollpunkte hat, berichtet,
    daß sie sich über die wenigen israelischen Bekannten freuen müsse, die noch
    den Kontakt aufrechterhielten. Die meisten israelischen Nachbarn hätten kein
    Verständnis für den Versuch, den Gefühlen auf beiden Seiten gerecht zu
    werden. Besonders hart formuliert es ihr aus Amerika stammender Nachbar:
    "Diese Selbstmörderpalästinenser sind Schweine, und ich bitte dich, lass'
    keinen von ihnen in unser Haus. Die bringen uns alle um."

    Viele Israelis können die Palästinenser nicht mehr verstehen. "Haben wir der
    Autonomiebehörde nicht alles in Camp David angeboten?" fragt sogar
    Außenminister Peres. Sie hätte einen Staat, einen Teil von Jerusalem und
    wohl bald hundert Prozent des Westjordanlandes bekommen können. Wie er reden
    zahlreiche Israelis. Sie vergessen dabei aber, daß dieses nie schriftlich
    festgehaltene "Angebot" erst in den letzten Tagen der Gespräche zwischen
    Israelis und Palästinensern im ägyptischen Badeort Taba gemacht wurde. Aber
    im Januar 2001 hatte die "zweite Intifada" längst begonnen, und
    Ministerpräsident Barak kämpfte um seine Wiederwahl. Die israelischen
    Angebote während der Verhandlungen in Camp David im Juli 2000 waren noch
    vager. Doch Avinoam Brog, der Bruder des damaligen Ministerpräsidenten,
    sagt, Ehud Barak "hat sein Bestes gegeben, und das hat Arafat mit Mord und
    Krieg beantwortet".

    Die Tür des Weingeschäfts in der "Deutschen Kolonie" in Jerusalem bewacht
    ein Mann mit einer Pistole am Gürtel und einer Mokkatasse in der Hand. Er
    hält sie verriegelt. Sein Blick ist starr auf die Straße gerichtet. Gerade
    jetzt sei die Lage wegen der Militäraktionen und den palästinensischen Toten
    besonders gefährlich. Er glaubt - wie wohl die meisten in Israel - nicht
    daran, daß diese Operation "Schutzwall" tatsächlich Israel Sicherheit
    bringen könne. An einem der großen Tische sitzt ein Pärchen, das nichts von
    Politik wissen will, und trinkt Wein. "Wir sind von zu Hause hierher
    geflohen, weil dort nur politisiert wird. Und hier dürfen wir auch nicht
    sein, denn zu Hause hat man Angst um uns."

    Am Tisch nebenan meint ein Israeli, der früher Journalist war: "Ich schäme
    mich, ein Israeli zu sein. Wir haben uns nie für die Palästinenser
    interessiert. Arafat sollte ein Unterpolizist für israelische Belange sein,
    eine Art Judenrat im Konzentrationslager", sagt er. Den demokratischen
    Aufbau hätten die Europäer organisieren sollen. Jetzt wundere sich Scharon
    darüber, daß in den Autonomiegebieten Korruption und Gewalt herrschen. "Aber
    wie kann man einen guten Nachbarn bekommen, wenn man Kollaborateure aus
    ihnen macht, die dann die eigenen Leute anschwärzen müssen? Ich habe es
    erlebt und kann das Bild meiner Jugend nicht vergessen: Mir wird übel, wenn
    ich palästinensische Gefangene sehe, die Nummern für ihr Verhör auf den
    Unterarm gemalt bekommen, und sei es auch nur mit abwaschbarem Stift." Damit
    habe die Armee schnell aufgehört, wendet ein anderer Israeli ein. Der
    Vergleich mit der Schoa sei falsch. Doch der KZ-Überlebende bleibt dabei:
    "Alte Bilder werden durch diese neuen wach. Das ist nicht mein Israel mit
    Demokratie und Menschenwürde."

    Eine Psychologin berichtet über die Familien, die jetzt mit "Streßsymptomen"
    in die Praxis kämen. "Da brechen Familien auseinander, wenn ein Kind bei
    einem Anschlag umkommt. Aber selbst wenn gar nichts passierte, litten schon
    viele. Besorgte Mütter könnten nicht mehr schlafen; ihre wachsende
    Nervosität lasse Väter oft aggressiv werden. Sie müsse dann als Psychologin
    erklären, daß das normale Symptome in einer solchen Situation seien, die man
    ausleben und miteinander teilen müsse, damit man sie übersteht. Patienten
    aus den Autonomiegebieten habe sie nicht mehr, israelische Araber aus
    Ostjerusalem schon. Diese kommen aber schon seit Monaten ungern in den
    Westen der Stadt aus Angst vor Soldaten und Kontrollen. Zu oft wurden sie
    dabei erniedrigt, mußten sich halb entkleiden und lange auf ihre Papiere
    warten." "Dort im ,Osten' entwickelt sich Getto-Angst", fährt die
    Psychologin fort, "denn nach Ramallah oder Bethlehem können diese Leute auch
    nicht. Die Menschen haben Beklemmungen, oft auch ein schlechtes Gewissen,
    weil es ihnen besser geht als ihren Familienangehörigen jenseits der Grünen
    Linie."

    Forderung nach der Aufgabe von Siedlungen

    In dem Weinlokal spielt klassische Musik, aber das Dröhnen der Hubschrauber
    draußen ist noch zu hören. "Jetzt nehmen sie Bethlehem wieder ein", sagt ein
    junger Israeli. "Dort machen sie für die israelische Sicherheit vieles
    kaputt und gehen wieder raus; und dann gehen sie wieder rein und dann wieder
    raus." Der Mann wird in den nächsten Wochen seinen Reservedienst leisten. Er
    will nicht verweigern. "Ich sehe keinen Sinn in der militärischen Sache;
    aber vielleicht kann ich meine Soldaten disziplinieren. Damit sie wenigstens
    nicht plündern. Ich kann auch meine Kameraden nicht im Stich lassen."

    Nach einer am Donnerstag veröffentlichten Umfrage steigt die Zahl der
    Israelis, die die Siedlungen im Westjordanland und Gaza-Streifen aufgeben
    wollen: 66 Prozent sind für deren Aufgabe; 52 Prozent halten die Siedlungen
    für ein Hindernis bei der Lösung des Konfliktes. Und 68 Prozent der
    Befragten sind der Meinung, daß Ministerpräsident Scharon überhaupt keinen
    Plan hat.


    • Kommentar oder vielleicht sogar Vorschlag für einen Leserbrief:

      Die Selbstmordanschläge sind nur noch "Erinnerung". Für den Großteil der
      Bevölkerung wohl immer noch eine Realität, wenn die Straßen so leer sind.

      Obgleich laut Umfragen 76 Prozent der Israelis hinter Scharon stehen und den
      jetzigen Feldzug befürworten, entdeckt Bremer bei seiner Straßenumfrage nur
      folgende Israelis, die gemäß ihrer Aussage meinen dass:
      1) Der Feldzug Israel nicht sicherer mache
      2) Rückzug, Mauer und Abgrenzung sei die Lösung
      3) Das sei eine Schlacht für "Scharons Siedlerideologie"
      4) Sicherheit Israels sei nur Vorwand
      5) Bremers "deutsche Familie" werde von Israelis geschnitten, weil sie
      "Gefühlen auf beiden Seiten gerecht" wird. (Komisch, aber fast alle von ihm
      zitierten Israelis empfinden eher nur Gefühle für palästinensische
      Positionen als für Israels Politik.)
      6) Ein Israeli, der (eine offenbar unbegründete) Angst vor Palästinensern
      hat, bezeichnet jene als "Schweine", ist wohl ein Rassist oder Extremist,
      zumal er ja auch aus Amerika stammt, weshalb da ja wohl nichts anderes zu
      erwarten ist.
      7) "Viele Israelis" , die wie Peres reden, sind schlicht falsch informiert,
      weil Baraks angebliche Angebote an die Palästinenser wegen Wahlkampf "vage"
      waren, und deshalb wohl unannehmbar.
      8) Immerhin, nach Bremers Meinung, ein einziger, völlig unbefangener und
      unparteiischer Israeli, der Barak das "Beste" bescheinigt und Arafat
      beschuldigt, mit "Krieg" geantwortet zu haben: Baraks eigener Bruder.
      9) Die Lage ist für Israelis nicht etwa wegen der Welle der Terroranschläge
      gefährlich, die Israel zu unterbinden versucht, sondern erst recht wegen der
      militärischen Aktionen und der "palästinensischen Toten". (Bremer
      unterschlägt, dass es etwa 70 palästinensische Tote gegeben hat, gegenüber
      etwa 120 israelischen Toten im März allein)
      10) Der Wächter glaubt natürlich nicht, dass die Operation Schutzwall
      "Sicherheit" bringen werde. Wenn das laut Bremer die Meinung "der meisten"
      Israeli ist, scheinen die Umfrageergebnisse gefälscht und der Massenandrang
      bei der Rekrutierung (angeblich 120 Prozent, also mehr als die Armee
      brauchen konnte) gefälscht zu sein.
      11) Der nächste Gesprächspartner schämt sich gar, Israeli zu sein und
      bestätigt die Nazi-Ideologie der Juden und das Nazi-Verhalten der Israelis.
      Behauptet, dass Israel den Arafat "ein Unterpolizist für israelische Belange
      sein, eine Art Judenrat im Konzentrationslager" sein sollte.
      12) Die Behauptung einer Psychologin: "Da brechen Familien auseinander, wenn
      ein Kind bei einem Anschlag umkommt. Aber selbst wenn gar nichts passierte,
      litten schon viele." Eigentlich unglaublich und unverständlich. Und dass
      Kinder schon leiden, wenn nichts passiert, Mütter nervös und Väter aggressiv
      werden, zeugt eigentlich davon, dass mit diesen Juden etwas nicht stimmt.
      13) Die eigentliche Aussage der Psychologin: keine palästinensische
      Patienten mehr zu haben. Schuld sind die Kontrollen, Soldaten und Angst, die
      bei den Palästinensern begründet zu sein scheint, bei den Juden offenbar
      nicht.
      14) Obgleich das Thema wohl eigentlich eher die Stimmung auf der
      israelischen Seite zu sein scheint, wird hier konkret über die Leiden der
      Palästinenser berichtet (Erniedrigung und Entkleidung bei Kontrollen). Die
      Folgen der Selbstmordattentate sind eher nur "Erinnerung" und "Leiden selbst
      wenn nichts passiert" siehe oben. Das Entkleiden scheint wohl mit einem
      ziemlich abscheulichen Voyeurismus der Juden zusammenzuhängen. Bremer
      erklärt es nicht , doch die Israelis haben erst damit begonnen, als
      Selbstmordattentäter mit explosiven Gürteln kamen. Es ist eine fürchterliche
      Erniedrigung, aber lieber sterben? Mehrere Israelis sind schon gestorben,
      weil sie gewisse Palästinenser unvorsichtigerweise nicht aufgefordert haben
      (in sicherer Entfernung) sich zu entkleiden.
      15) Und schon gibt es auch den Expertenbeweis dafür, dass die Israelis
      eigentlich Nazis sind: Sogar die "israelischen Araber" Jerusalems (dieser
      Begriff stimmt gar nicht, außer für die Bewohner des halben Dorfes Beth
      Zafafa, ein paar hundert Menschen) entwickeln schon "Ghetto-Angst", also
      offenbar ein klinisches Problem, das typisch für die Verbrechen von
      Nazi-Opfern ist. Und dieses offenbar sehr schlimme Syndrom haben sie nur,
      weil sie wegen der jetzigen Lage (seit sieben Tagen) nicht nach Ramallah
      oder Bethlehem fahren können. Das Ghetto-Angst Syndrom, das die Opfer von
      Nazi-Verbrechern erhalten, scheint auf mit schlechtem Gewissen und
      "Beklemmungen" zusammenzuhängen, wenn es Menschen besser geht als anderen.
      16) Ein junger Israeli, der mutmaßlich seine Armee sehr gut kennt,
      kritisiert die Soldaten in Bethlehem: "Dort machen sie für die israelische
      Sicherheit vieles kaputt" Er will nur dienen, weil: "vielleicht kann ich
      meine Soldaten disziplinieren. Damit sie wenigstens nicht plündern."
      Offenbar ist die israelische Armee eine wildernde plündernde
      mittelalterliche Horde, die es nur auf die Reichtümer der Palästinenser
      abgesehen hat. Immerhin hat Bremer einen Israeli mit Moralgefühl entdeckt,
      einen der die allgemein üblichen Verbrechen stoppen will.
      17) Und dann die Quintessenz, weil doch immer schon klar war, dass die
      Siedlungen das einzige wahre Problem sind, nicht etwa der Terror oder
      anderes. Und wie kann es anders sein, dass laut Bremer 68 Prozent der
      Israelis gegen Scharon sind,  weil er "keinen Plan" habe.
      Eigentümlicherweise ist Scharons Popularität bei Umfragen bisher noch zu
      keinem Zeitpunkt unter 50 Prozent gesunken.

      Die Welt ist bei Bremer wieder in Ordnung: die Israelis sind Nazis,
      Plünderer, Rassisten und sonstige Verbrecher, Scharon ist Kriegstreiber mit
      Siedlerideologie. Die Militäraktion ist grundlos, planlos, mörderisch. Die
      Israel leiden sogar, wenn "nichts passiert" und werden dann aggressiv.
      Wirklich leiden tun nur Palästinenser, an eigentümlichen Krankheiten, die
      ihnen nur Nazis antun könnten

      Schon unglaublich, welche "Stimmung" Bremer in seiner nächsten Umgebung
      entdeckt, denn bekanntlich wohnt er selber dort in der "German Colony",
      gleich um die Ecke bei dem Weinlokal.


  • Kerzen gegen Panzer - Immer mehr Palästinenser halten sich nicht an die Ausgangssperre und demonstrieren für Arafat / Von Jörg Bremer

    RAMALLAH, 25. September. Es herrscht wieder Ausgangssperre in Ramallah. Doch
    die Einwohner scheren sich nicht mehr darum und gehen auf die Straße: "Wir
    sind es satt, wir haben keine Angst mehr; wir gehorchen den Israelis nicht
    mehr", sagt der Apotheker Mahmud. Viele hatten sich in den vergangenen Tagen
    von israelischen Panzern und Soldaten nicht mehr abschrecken lassen. Sie
    demonstrierten für den in seinem Hauptquartier belagerten Vorsitzenden der
    palästinensischen Autonomiebehörde, Arafat. "Die Zivilbevölkerung übernimmt
    wie in der ersten Intifada die Initiative. Das müssen die Israelis am
    meisten fürchten, denn das wird die internationale Solidarität auf unsere
    Seite bringen", sagt Mustafa Barghouti. Der palästinensische Arzt leitet
    eine Organisation, die über die Lage der Zivilbevölkerung in den
    Autonomiegebieten informiert. Er ist nicht mit dem in Israel inhaftierten
    Fatah-Führer in Ramallah verwandt, der denselben Namen trägt. Im Gegensatz
    zu seinem Namensvetter war er immer gegen Gewalt war und gehört auch nicht
    Arafats Fatah-Organisation an. "Ich hoffe, wir halten die Gewalttäter von
    diesen neuen Demonstrationen ab", sagt Barghouti.

    Doch militante Aktivisten denken offenbar nicht daran aufzugeben. Eine neue
    Internetseite der islamistischen Hamas-Organisation fordert Mütter auf, ihre
    Söhne als Selbstmordattentäter für Palästina zu opfern. Erst in der
    vergangenen Woche kamen in Israel neun Personen bei zwei Attentaten ums
    Leben. In der Fatah-Organisation werden seit der Belagerung von Arafats
    Amtssitz die Rufe nach Vergeltung lauter. Das mit Unterstützung von
    EU-Fachleuten ausgehandelte "Deeskalationspapier" der Fatah ist nur schwer
    durchzusetzen. Es bezeichnet zwar Soldaten und bewaffnete Siedler weiter als
    berechtigte Ziele für die "Selbstverteidigung", will aber Selbstmordterror
    verhindern. Reformer wie Arafats Stellvertreter Abu Mazen werden von
    Fatah-Mitgliedern bedroht, das Haus des Abgeordneten Nabil Amr wurde
    beschossen.

    Mustafa Barghouti läßt sich davon nicht beirren: "Seit genau zwei Jahren
    versucht Israel, militärisch zu siegen. Jetzt bringt die palästinensische
    Nation den Panzern und der Armee eine empfindliche Niederlage bei. Die
    Okkupation versagt dabei, die Palästinenser zum Schweigen zu bringen." Vor
    einigen Wochen zeigte erstmals eine Meinungsumfrage, daß eine Mehrheit der
    Palästinenser bereit wäre, gewaltlos zu demonstrieren - wenn das möglich
    wäre und Erfolg brächte. Zugleich hält eine Mehrheit aber auch weiter den
    bewaffneten Widerstand für sinnvoll.

    Er habe zuerst Angst gehabt, sich über die Ausgangssperre hinwegzusetzen,
    sagt der Apotheker. Aber dann habe er mehrere Kollegen angerufen, andere
    Berufsorganisationen hätten sich angeschlossen. "Und dann waren wir alle auf
    der Straße." Am Montag zogen Tausende durch das Zentrum Ramallahs. Es waren
    vor allem Frauen, Kinder und Alte, die mit Kochtöpfen und Pfannen Lärm
    machten. Israelische Soldaten hielten sich im Hintergrund. Andernorts
    verlief der Protest nicht so friedlich. Es fielen Schüsse, und es gab
    Verletzte. Auch Demonstranten hätten geschossen, teilte die Armee mit. In
    Nablus, wo in den vergangenen 95 Tagen nur 86 Stunden lang die
    Ausgangssperre aufgehoben wurde, nahmen besonders viele Menschen an
    Demonstrationen teil. "Da muß man einfach raus. Da ist die Angst vor den
    israelischen Schüssen geringer als die Beklemmung in der engen Wohnung",
    berichtet eine Deutsche am Telefon, die in Nablus lebt. "Es ist auch einfach
    der Stolz, der uns raustreibt gegen diese uniformierte Brut der
    Erniedriger", fügt sie hinzu.

    Spätestens, wenn morgens die Ladeninhaber die eisernen Rolläden ihrer
    Geschäfte nicht hochziehen, wissen die Einwohner von Nablus und Ramallah,
    daß die israelische Armee wieder eine Ausgangssperre verhängt hat. Manche
    rennen dennoch schnell über die Straße, um am Hintereingang ein paar
    Zigaretten zu kaufen. Vor zehn Tagen kam in Ramallah ein Junge ums Leben,
    der das versucht hatte. Frisches Brot oder Gemüse gibt es an solchen Tagen
    nicht. In Nablus fand im neuen Schuljahr noch an keinem Tag Unterricht
    statt. In Ramallah wird er provisorisch in den Wohnvierteln organisiert. In
    regelmäßigen Abständen fahren israelische Militärfahrzeuge mit heulender
    Sirene durch die Stadt - "um zu sehen, daß wir artig sind? Das hat nichts
    mit Sicherheit zu tun", sagt Barghouti. Jeder Terrorist könnte mit seinen
    Bomben durch die Gassen türmen. "Das ist reine Erniedrigung, und damit ist
    es nun vorbei." Es sei unmöglich, ein "ganzes Volk, Frauen, Männer und
    Kinder, unter förmlichem Hausarrest zu halten, ihnen zu verbieten, ihre
    Straßen und Bürgersteige zu benutzen. Das ist kollektive Bestrafung,
    einmalig in der Geschichte", sagt Barghouti.

    In Ramallah wurde für Arafat demonstriert. Die Demonstranten empfinden seine
    Belagerung als eine Demütigung ihrer Nation. Schon vor Monaten hatte
    Barghouti versucht, friedliche Protestzüge zu organisieren. Aber erst nach
    der jüngsten Belagerung von Arafats Hauptquartier kamen viele.

    Aus dem mit Stacheldraht und einem Graben abgeriegelten Gebäude meldete sich
    jetzt Arafats Sicherheitschef im Westjordanland, Tirawi, dessen Auslieferung
    Israel verlangt. Im israelischen Rundfunk sagt er, er habe keine Angst vor
    dem Tod. Der Vater von vier Kindern meint: "Ihr könnt schon weitermachen und
    auch mich töten. Das ist möglich. Aber ihr tötet nie mein Volk." Bis es am
    vergangenen Donnerstag zu den beiden Selbstmordanschlägen gekommen ist, sei
    es sechs Wochen ruhig geblieben und kein Israeli sei ums Leben gekommen. Im
    selben Zeitraum habe die Armee aber 76 Palästinenser getötet, sagt Tirawi.

    Um drei Uhr soll am Mittwoch in Ramallah wieder eine Ausgangssperre verhängt
    werden. Bis dann müssen Besucher entscheiden, ob sie in Ramallah übernachten
    oder nach Jerusalem fahren. Der Apotheker und andere Freunde laden zum
    Verweilen ein. Heute sei ein Marsch mit Kerzen zu den Panzern in der Nähe
    von Arafats Hauptquartier geplant. "Der zivile Ungehorsam gegen die illegale
    Repression durch die Israelis wird in den kommenden Wochen und Monaten
    zunehmen", erwartet Barghouti.

    Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.09.2002, Nr. 224 / Seite 3


    • KOMMENTARE:
      "Manche rennen dennoch schnell über die Straße, um am Hintereingang ein paar
      Zigaretten zu kaufen. Vor zehn Tagen kam in Ramallah ein Junge ums Leben,
      der das versucht hatte."

      So wurde es behauptet und beschönigt. Doch selbst die Palästinenser haben da
      eine andere Version veröffentlicht: "Abdel Salam Samren, a ten-year-old boy
      from Ramallah, was this morning shot and killed by Israeli soldiers.
      Witnesses say some boys had been throwing stones at an Israeli tank as it
      drove up the main road, the boys running then away. Abdel Salam walked out
      from his home, on the same road as the tank, oblivious to the other boys and
      the stone throwing. Upon seeing the tank he tried to hide but soldiers shot
      him in the chest."

      "Bis es am vergangenen Donnerstag zu den beiden Selbstmordanschlägen
      gekommen ist, sei es sechs Wochen ruhig geblieben und kein Israeli sei ums
      Leben gekommen. Im selben Zeitraum habe die Armee aber 76 Palästinenser
      getötet, sagt Tirawi"

      Auch wenn es legitim ist, jemanden zu zitieren, auch wenn er falsches
      behauptet, so wäre es wohl die Pflicht eines gewissenhaften Journalisten
      gewesen, solche "Fakten" zu überprüfen und zu relativieren, wenn sie
      tatsächlich falsch sind. Zwischen den beiden großen Selbstmordattentaten am
      4. August und dem 19. September, also jenen "ruhigen" sechs Wochen kamen 8
      Israelis ums Leben, bei insgesamt über 390 Feuer- und anderen
      Zwischenfällen, die der israelische Militärsprecher registrierte.


  • Der Aufstand ist längst ein Krieg - Nach zwei Jahren Intifada: 600 Israelis und 1900 Palästinenser getötet / Von Jörg Bremer

    RAMALLAH, 29. September. Am 29. September vor zwei Jahren sind bei
    gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Polizisten und Demonstranten in
    Jerusalem sieben Palästinenser ums Leben gekommen. Sie waren die ersten
    Opfer der "zweiten Intifada". Für Israelis und Palästinenser ist der
    Aufstand in den palästinensischen Gebieten längst zu einem Krieg geworden,
    der nicht enden will. Der palästinensische Terror kostete bisher etwa 600
    Israelis das Leben. Etwa 1900 Opfer zählten die Palästinenser.

    Am Tag davor hatte der damalige Oppositionsführer Scharon den Tempelberg in
    Jerusalem aufgesucht, obwohl Palästinenser und Mitglieder der israelischen
    Regierung lange Zeit dagegen waren. Scharons Abstecher auf das Areal, das
    auch den Muslimen heilig ist, verlief geordnet. Doch am Tag danach kam es
    zum "Massaker der Sieben", wie der zuständige Sicherheitsoffizier die
    Gewalttätigkeiten nach dem Freitagsgebet nannte. Die israelische Polizei war
    auf die Wut der Araber nicht vorbereitet, vor allem nicht auf die der
    arabischen Bewohner im Norden Israels. Bei den folgenden Demonstrationen in
    Galiläa machten Polizisten schneller von ihren Schußwaffen Gebrauch als bei
    Protesten jüdischer Israelis, wie offizielle Ermittlungen ergaben: Es kamen
    13 israelische Araber ums Leben.

    Was möglicherweise als friedlicher Protest begann, wurde - von Fatah-Führern
    wie Marwan Barghuti in Ramallah organisiert - zu einem bewaffneten Kampf.
    Die Autonomiebehörde trat der Gewalt nicht wirksam entgegen. Ihr
    Vorsitzender Arafat sah sich vielmehr von dem Druck befreit, die Behörde zu
    reformieren und gegen die Korruption vorzugehen. Israel setzte wiederum vor
    allem darauf, zu zeigen, wer der Stärkere sei. Schon am 9. November 2000
    tötete die israelische Armee erstmals "präventiv" einen Fatah-Führer mit
    ein


    (Message over 64k, truncated.)
Sun Oct 6, 2002 1:15 pm

Sacha_Stawski
Offline Offline
Send Email Send Email

Attachment
401.dat
Type:
application/octet-stream
Attachment
Abschrift des Interviews mit Jörg Bremer in der HR1 Sendung.doc
Type:
application/msword
Forward
Message #21 of 319 |
Expand Messages Author Sort by Date

[Honestly-Concerned.org]S ON D E R A U S G A B E HONESTLY-CONCERNED LESER REAGIEREN AUF DAS INTERVIEW VON "Dr. JÖRG BREMER", dem Nahostkorrespondent der...
Sacha Stawski
Sacha_Stawski
Offline Send Email
Oct 6, 2002
1:27 pm
Advanced

Copyright © 2009 Yahoo! Inc. All rights reserved.
Privacy Policy - Terms of Service - Guidelines - Help