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  1. NEUES VON ULRICH W. SAHM....


    1. ULRICH W. SAHM – Der Hacker-Krieg in Nahost
      Jerusalem, 19. Januar 2012 - Am Donnerstag erwischte es Banken in den arabischen Emiraten und die Zentralbank im Gazastreifen. Eine israelische Hackergruppe habe sie laut Medienberichten lahm gelegt. Am Mittwoch war die Tawadul (Börse) von Saudi Arabien unzugänglich. Die Saudis dementierten, aber am Donnerstag war deren Webseite immer noch nicht erreichbar. Israelische Hacker behaupteten Anonym im Fernsehen, nur einen „Warnschuss“ abgegeben und „keinen größeren Schaden angerichtet“ zu haben. Zuvor hatte „Omar“ aus Saudi Arabien die Internet-Zugänge zur Tel Aviver Börse, die Web-Seiten von El Al und anderer israelischer Firmen gesperrt. Im Nahen Osten scheint ein virtueller Krieg ausgebrochen zu sein. Fast jeden Tag wird ein anderes Ziel zu Fall gebracht.
      Obgleich das englische Wort „Hacker“ im Hebräischen üblich ist, hat die Akademie für die Hebräische Sprache inzwischen zwei Wortschöpfungen vorgestellt, damit in den Nachrichten ein original-hebräisches Wort verwendet werde. Da wird zwischen einem Hacker unterschieden, der nur stört und vielleicht eine Nachricht auf der angegriffenen Homepage hinterlässt und Hackern, die in die Computer einzudringen, geheime Daten stehlen und Zerstörungen anrichten.
      Der “saudische Hacker” Omar Habib, 19, hat von Pachuca in Mexiko aus Zehntausende persönliche Daten israelischer Kreditkartenbesitzer ergattert und veröffentlicht, angeblich von schlecht gesicherten Kundenlisten israelischer Firmen. Die Kreditkartenfirmen reagierten schnell und sperrten die Kartennummern für Einkäufe im Internet. Bei der Tel Aviver Börse und bei EL AL sei kein echter Schaden entstanden, sagten deren Sprecher. Die Hacker hätten die Zugänge zu den Webadressen mit Anfragen überflutet, sodass sie für normale Benutzer nicht mehr zugänglich waren.
      Der israelische Vize-Außenminister Dani Ayalon bezeichnete die Angriffe als „Terroranschläge“. "Die USA haben erklärt, dass jeder Angriff auf den kybernetischen Raum einer Kriegserklärung gleichkomme und einen Raketenangriff nach sich ziehen könnte”, sagte Ayalon. „Das ist ein gutes Modell für uns alle.“ Der Hacker Omar hackte daraufhin die Webseite von Ayalon und forderte eine Entschuldigung.
      Der Internet-Krieg hat nicht erst gestern begonnen. Schon seit Jahren verkünden immer wieder gehackte israelische Webseiten vom „siegreichen Kampf des palästinensischen Widerstandes“. Gelegentlich trifft es Internetauftritte der israelischen Armee und sogar des Mossad. Entweder stürzen sie ab oder verbreiten feindliche Propagandasprüche, bis Techniker den Schaden wieder kuriert haben. Auch türkische Hacker haben sich schon auf israelischen Webseiten angemeldet. Einige vermeintlich palästinensische oder arabische Hackerangriffe sollen sogar von Computern in Israel selbst ausgegangen sein. Israelische Banken und Kreditkartenfirmen blockierten Anfang der Woche als Gegenmaßnahme den Zugang von Nutzern aus Arabischen Ländern. Doch das nützte nicht viel. Gil Shwed, Gründer der israelischen Computerfirma Check Point, erklärte der Zeitung Haaretz, dass arabische Hacker Computer in Israel als Schnittstelle zu benutzen.
      Israelische Start-up Firmen waren unter den ersten in der Welt, die kurz nach der Erfindung des Internet Sicherheitsprogramme herstellten und in aller Welt erfolgreich verkauften. Sie kannten die Schutzmaßnahmen, sich vor ungewünschten Viren, Trojanern, Würmern und anderen elektronischen Schädlingen zu schützen. Gleichzeitig wurden sie verdächtigt, selber Viren verbreitet zu haben, um ihre Anti-Viren-Programme gewinnbringend zu verkaufen.
      Jenes berühmt gewordene Virus Stuxnet, das angeblich über Siemens-Computer in den Iran gelangt ist und mit Computerbefehlen die Zentrifugen zu Anreicherung von Uran durchdrehen ließ, sei laut Medienberichten von israelischen und amerikanischen Experten entwickelt worden sein.
      Hackerattacken sind ärgerlich aber nicht wirklich schädlich, solange sie nicht in Computersysteme eindringen, die Verkehrsampeln, die Stromverteilung oder militärische Anlagen steuern. Israelische Sicherheitsexperten schwören, dass ihre lebenswichtigen Systeme „absolut sicher“ seien.
      Dem widersprechen lachend drei blinde palästinensische Brüder aus Kafr Kassam bei Tel Aviv, Mundir, Mushid und Schadi Badir. In einem Fernsehinterview sagten sie: „Nur wer kein Handy benutzt, den Strom ausschaltet und den Laptop wegwirft ist sicher vor Angriffen aus dem Netz.“ Die Brüder saßen schon im Gefängnis, weil sie geheime Pfeiftöne von Telefongesellschaften hören und entziffern konnten. Auf fremde Kosten führten sie teure Auslandsgespräche indem sie mit Pfeiftönen die Rechnungscomputer der Handyfirmen umprogrammierten. Mit 91 Hertz werde eine Rechnung belastet und mit 97 Hertz das Gespräch beendet. Die Brüder, wegen Inzucht von Geburt an blind, hätten schon im Alter von acht Jahren Dinge gehört, die andere Menschen nicht hören können. Nach monatelangen Ermittlungen wurden sie 1999 verhaftet, nachdem sie die Telefonzentrale des Armeesenders gehackt hatten. Bis heute ist unbekannt, mit welchen Methoden sie wirklich arbeiteten. Nach fünfjähriger Haft, inzwischen zum Besseren bekehrt, von israelischen Sicherheitsfirmen zurückgewiesen, beraten sie heute von Kafr Kassem aus Firmen und Banken in den arabischen Emiraten und warnen sie vor Sicherheitslücken. Die Tastatur ihrer Handys und der „Werkzeugkasten in ihren übernatürlich empfindlichen Ohren“ dient ihnen als Arbeitsgerät. 
    2. ULRICH W. SAHM – Reportage: „Himmelsreiter macht plumps“
      Jerusalem, 16. Januar 2012 - „Vorsicht Lebensgefahr. Archäologische Ausgrabung“. Das verwitterte Schild am Drahtverhau beim Treffpunkt mit israelischen Militärs verrät nur die halbe Wahrheit. Das Militär hat zum Übungseinsatz der Minidrohne „Skyrider“ (Himmelsreiter) eingeladen.
      Der Militärjeep fährt uns über einen schlammigen Feldweg zu einem steinigen Hügel. Der Soldat am Steuerrad gibt sich Mühe, eine Horde kläffender Hunde nicht zu überfahren. Beduinen leben am Feldweg in ärmlichen Blechhütten, ein roter Traktor vor der Haustür und drei Satellitenschüsseln auf dem Dach.
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      Die Himelsreiter-Einheit mit mit 200.000 Euro auf dem Rücken
      Ein Dutzend Soldaten mit großen Rucksäcken auf dem Rücken und drolligen Tarnhüte über ihre Helme gestülpt, marschiert uns schweren Schrittes entgegen. Auf dem Hügel ziehen sie mit geübten Griffen eine Zeltplane in Tarnfarben über ihre abgelegten Rücksäcke, während sich die Hälfte der Soldaten mit dem Gewehr im Anschlag rund um die Rucksäcke positioniert.
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      Der Leitcomputer
      Den Journalisten, die gerade über die Autobahn nach Amikam mitten in Israel gekommen sind, erklärt der Offizier: „Wir befinden uns jetzt im Libanon und wollen die Hisbollah-Miliz beobachten. Sehr Ihr da unten die Schnellstraße Nr. 70? Das ist für uns die internationale Grenze.“ Der Offizier brüllt ein paar unverständliche Befehle. Die Soldaten ziehen Metallplatten, einen Computer, Landkarten und anderes Gerät aus ihren Rucksäcken hervor. In wenigen Minuten haben sie einen kompletten Spielzeug-Flieger mit Propeller und Flügeln mit einer Spannweite von drei Metern zusammengeschraubt.
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      Der Himmelsreiter wird zusammengeschraubt
      Ein Soldat rupft Gras und lässt es zu Boden bröseln. „So prüft er die Windrichtung“, erklärt Aviv, Ausbilder der high-tech Mini-Drohnen-Einheiten. Ein langes, mit einem Pflock im Boden verankertes Gummiband wird unter dem Rumpf des grauen Propellerflugzeugs eingeklinkt. Ein Soldat wirft den Himmelsreiter in den Wind und der verschwindet kaum sichtbar unter den Wolken.
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      Startbereit Ein Gummiband statt Startbahn
      „Der Himmelreiter ist eine rein israelische Erfindung. Der Kommandeur einer Panzereinheit oder einer Infanteriebrigade wollte mal eben schauen, ob sich der Feind jenseits des Hügels versteckt oder ob palästinensische Kinder ein paar Gassen entfernt in einem Dorf sammeln, um Steine zu werfen“, erklärt Aviv den Anstoß zur Entwicklung der Mini-Drohne für die Infanterie. Während des Gazakriegs Ende 2008 wurde Himmelsreiter erstmals in Kampfhandlungen eingesetzt. Vier Soldaten können das komplette, 200.000 Euro teure System mitsamt Leitsystem, Lenkcomputer, drei Flugzeugen und Ersatzbatterien auf dem Rücken mitschleppen. Innerhalb von zehn Minuten kann das mit Nachtsicht-, Thermo- und anderen Kameras ausgestattete Beobachtungsflugzeug aus 1000 Metern Höhe kaum hörbar zwei Stunden lang das Gelände in einem Radius von 15 Kilometern überfliegen und beobachten.
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      Aviv beobachtet auf Mini-monitor, was der Himmelreiter "sieht"
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      Mit Straßenkarte und Laptop wird der Himmelsreiter gelenkt

      Während des Krieges 2008 seien nur sieben Einheiten im Einsatz gewesen. Die Maschinen würden heute täglich in zahlreichen Einheiten eingesetzt. „Wir haben nicht ein einziges der nur 30.000 Euros billigen Flugzeuge verloren“, sagt Aviv. Die mit Elektromotor betriebenen Propellermaschinen mögen weder Regen noch zu starke Windböen. Vollautomatisch prüft der kaum sichtbare Vogel Windrichtung und Stärke, bis sich das Flugzeug zur Landung entscheidet. Es benötigt nicht einmal eine Landbahn.
      Die Himmelsreitereinheit im "Kampfposition" unter dem Tarntuch
      Plötzlich geht alles ganz schnell. In geringer Höhe bäumt sich der Himmelsreiter auf und stürzt zum Boden. „Im Rumpf ist ein Airbag (Luftkissen) angebracht, wie im Auto. Darauf landet er weich“, erklärt Aviv. Soldaten sammeln die unversehrte Maschine ein. Unter ihr hängt jetzt ein grauer Sack. Den stopfen die Soldaten schnell wieder in den Rumpf. Innerhalb weniger Minuten ist alles in den Rucksäcken für den nächsten Einsatz verstaut.
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      Nach der Landung wird der Airbag wieder im Rumpf verstaut
      Was heute die hochmodernen „Augen“ der Bodentruppen sind, vollgestopft mit Elektronik, erinnert irgendwie an das Kinderlied:
      „Hoppe, hoppe Reiter...dann macht der Reiter plumps.“
    3. ULRICH W. SAHM – Fundsache: Jeremias bei den Taliban
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      Jerusalem, 13. Januar 2012 - Afghanische Hirten haben in den Bergen der Samangan Provinz in einer Höhle ein mittelalterliches Archiv mit jüdischen Texten entdeckt. Die rund 150 Pergamente, teilweise unleserlich und in schlechtem Zustand, werden von Experten der Hebräischen Universität in Jerusalem untersucht und entziffert.
      Einige mit einem Datum versehene Manuskripte in Judeo-Arabisch und Judeo-Persisch stammen aus dem 11. Jahrhundert, sagte Professor Schaul Schaked. Die Manuskripte seien zweifellos echt und enthalten eine alte Übersetzung des biblischen Buches Jeremias ins Persische und bislang unbekannte wissenschaftliche Abhandlungen des jüdischen Gelehrten Saadja Gaon. Die Manuskripte stammen von einem jüdischen Händler, der auch Buch über seine Schuldner geführt hat, sagte Schaked. Der Fund wirft neues Licht auf alte fast unbekannte jüdische Gemeinden. Robert Eisenman, ein bekannter Forscher der 2000 Jahre alten Tote Meer Rollen erwartet neue Erkenntnisse über die Rhadaniten in Zentralasien, mittelalterliche jüdische Händler, deren Netzwerk Asien mit Europa verband. Diese Rhadaniten seien im 11.
      Jahrhundert “völlig verschwunden”. Schaked meint, dass der Besitzer des Archivs Karaiter gewesen sein könnte, eine bis heute existierende jüdische Sekte, die nur die biblischen Schriften anerkennt und nicht die spätere rabbinische Literatur. Eisenmann geht einen Schritt weiter und spekuliert, dass der Fund vielleicht sogar ein Hinweis auf die mythologischen „zehn verlorenen Stämme“ Israels sein könnte, die in biblischer Zeit in Richtung Osten, dem heutigen Afghanistan, Pakistan und Indien gewandert und dann untergegangen seien.
      Immer wieder tauchen indische Stämme auf, die vermeintlich Nachkommen dieser „verlorenen Stämme“ seien und den Staat Israel auffordern, sie im Rahmen des „Rückkehrgesetzes für Juden“ einwandern zu lassen.
      Auf Anfrage sagte Schaked, dass die Dokumente sich heute bei Antiquitätenhändlern in London und in Israel befänden. Sie hätten sich bei Schaked gemeldet und ihm per Email Photos geschickt, woraufhin er nach London gereist sei, um sie in Augenschein zu nehmen. Die Händler verlangen für die alten Manuskripte „Millionenbeträge“. Schaked hofft, dass sich Spender finden, um sie zu erwerben und bei der Nationalbibliothek in Jerusalem zu hinterlegen, wo sie auch fachgerecht präpariert und konserviert werden könnten, ähnlich wie die Tote-Meer-Rollen. Die meisten Texte seien auf Papier geschrieben worden und einige wenige auf Pergament. Die buchhalterischen Texte seien von besonderem Interesse, weil die Wissenschaftler hoffen, aus ihnen etwas über die Hintergründe des Besitzers dieser kleinen Bibliothek zu lernen. „Doch solche nicht-literarische Texte sind besonders schwer zu entziffern und zu verstehen, weil ein Händler seine Geschäftsgeheimnisse nicht für jeden Lesbar notiert hat“, sagte Schaked.

    4. ULRICH W. SAHM  - Ulrich Sahms Brief zu Mitri Raheb
      Sehr geehrter Herr Professor Herzog,

      mit Erstaunen und großer Verwunderung habe ich gelesen, dass Sie die Laudatio bei der Verleihung des deutschen Medienpreises unter anderem für Pastor Mitri Raheb halten werden.

      Raheb mag viele Verdienste innerhalb seiner winzigen Kirchengemeinde haben. Er hat auch lukrative „Begegnungszentren“ und andere Einrichtungen in Bethlehem initiiert. Doch dass diese für Begegnungen und Versöhnung mit Juden dienen, wie man überall lesen kann, ist aus rein technischen Gründen falsch. Wegen Lebensgefahr nach mehreren Morden ist es bis heute jüdischen Israelis strikt verboten, palästinensisch verwaltetes autonomes Gebiet zu betreten, also auch Bethlehem.

      Dann hat sich Raheb wiederholt als rassistischer Hetzer gegen Israel und Juden hervorgetan. Seine Worte klingen teilweise, als seien sie der deutschen „Blut und Boden“ Ideologie entnommen.

      Als Jugendsünde kann man vielleicht die von ihm erfundene „palästinensische Befreiungstheologie“ verzeihen. An ihren Vorläufer, der „deutschen Befreiungstheologie“, wollen die heutigen deutschen Theologen nur ungern erinnert werden.

      Bei einer vielbeachteten Konferenz „Christus beim Checkpoint“ in Bethlehem 2010, hat Raheb nach „fünf Jahren theologischer Arbeit“ neue Thesen aufgestellt.

      Seine erste These besagt, dass die Bibel nur in „Palästina“ verfasst worden sein konnte. Nur in kleinen Teilen sei sie außerhalb „Palästinas“ aufgeschrieben worden. Hierzu sei angemerkt, dass erst der römische Kaiser Hadrian dem Land „Judäa“ im Jahr 136 nach Christi den Namen „Palästina“ verpasste. Rahebs Formulierung beinhaltet eine absichtliche politische Geschichtsklitterung.

      Als zweite These behauptet er, dass nicht die Juden oder gar Israel die „Fortsetzung der Völker des Landes“ seien, sondern das palästinensische Volk. „Israel stellt das Rom der Bibel dar, nicht die Menschen des Landes.“ Dieses ist ein ungeheuerlicher Satz, der wohl keines Kommentars bedarf und schlimmere Bedeutung hat als nur eine legitime politische Meinungsäußerung.

      Raheb empfindet sich rassisch als Palästinenser gar dem in Bethlehem geborenen David und Jesus näher als Benjamin Netanjahu. Denn er, Raheb, sei „jenseits der Straße“ zur Welt gekommen, wo Jesus geboren wurde. Ministerpräsident Netanjahu hingegen gehöre einem „osteuropäischen Stamm an“, der im Mittelalter zum Judentum konvertiert sei.

      Derartige Rassentheorien sollten eigentlich seit 1945, mit dem Ende des Nationalsozialismus, in Deutschland nicht mehr aufgestellt werden.

      Ich muss hier nicht ausführen, dass sogar die Nazis niemals von einer christlichen „Rasse“ gesprochen haben, zumal das Christentum eine Glaubensreligion ist, der man sich ungeachtet von Rasse, Hautfarbe oder Geschlecht durch die Taufe anschließt. Das Judentum hingegen ist eine Art Volksstamm in den man hineingeboren wird, oder dem man sich durch Konversion anschließen kann. (Das ist vergleichbar mit der Zugehörigkeit zum deutschen Volk! Bis vor wenigen Jahren galt, dass die deutsche Volkszugehörigkeit allein durch den Vater vererbt wird. Wer in Deutschland eine deutsche Mutter hatte aber einen ausländischen Vater, blieb staatenlos. Ebenso kann man Deutscher durch Naturalisierung werden entsprechend den geltenden Vorgaben.)

      Einem europäischen Juden wie Netanjahu die authentische Zugehörigkeit zum Judentum abzusprechen, zumal Hitler ihn bedenkenlos nach Auschwitz geschickt hätte, wo auch die kath. Nonne Edith Stein ermordet worden ist, ist übelster Rassismus und zeugt von einem völligen Unverständnis des christlichen Selbstverständnisses. Rassismus ist es dann auch, wenn sich der christliche Pastor als authentischen Nachfolger Davids oder Jesu darstellt, sogar „im Glauben“, wie er behauptete. Seine Aussage entspricht den verbreiteten Versuchen, nicht nur den Staat Israel zu delegitimieren, sondern den, oder gewissen Juden die Zugehörigkeit zum jüdischen Volk abzuerkennen. Rahebs durchsichtige Absicht ist es, Netanjahu und anderen europäischen Juden das Recht abzusprechen, in Israel zu leben. In jedem Fall widerspricht es Ihren eigenen Aussagen zum Existenzrecht Israels und deutscher Verpflichtung gegenüber Juden, die Sie bei ihrem Besuch in Israel geäußert haben, und den ich damals miterleben durfte.

      Des weiteren sagte Raheb: „Eigentlich sind die palästinensischen Christen die einzigen in der Welt, die, wenn sie über ihre Vorfahren sprechen, ihre eigentlichen Vorfahren meinen und auch ihre Vorfahren im Glauben.“ Anders formuliert: allein Palästinenser sind wegen der Zusammensetzung ihres Blutes wahre Christen. Diese These dürfte kein aufrechter gläubiger Christ in der Welt akzeptieren.

      Sehr geehrter Professor Herzog: Ich erwarte, dass Sie sich mit ihrem moralischen Gewicht als unser ehemaliger Bundespräsident nicht dazu ausbeuten lassen, die Laudatio für einen derartigen Rassisten und Hetzers im Pastorengewand ausnutzen lassen.

      mfg

      Ulrich W. Sahm

      Mitschrift des Vortrags von Mitri Rahebs Vortrag:

      http://christatthecheckpoint.com/lectures/Mitri_Raheb.pdf

      Tondatei des Vortrags:

      http://christatthecheckpoint.com/audio/MitriRaheb_NaimAteek.mp3 


      • dazu auch
        von BSB und JB:
        An den
        Bundespräsidenten a. D.
        Herrn Prof. Dr. Roman Herzog
        Sehr geehrter Herr Herzog,
        wir haben erfahren, dass am 24 Februar d. J. der deutsche Medienpreis an vier Preisträger verliehen werden soll, darunter Pastor Mitri Raheb aus Bethlehem. Sie seien für die Laudatio vorgesehen.
        Deshalb möchten wir Sie auf ein Problem aufmerksam machen:
        Pastor Raheb und sein Umkreis verbreiten seit Jahren theologische Ideen, die primär einer theologischen Untermauerung arabisch-palästinensischer Politik dienen. Sie zielen direkt ab auf eine Delegitimierung des jüdischen Staates.
        Einen Höhepunkt seiner langjährigen Bestrebungen stellt sein Vortrag dar, den er im März 2010 auf der Konferenz „Christ at the Checkpoint“ in Bethlehem zum Thema „Kontextuale palästinensische Theologie und Realitäten vor Ort“ hielt. Der Vortrag präsentiert seine neuste „Erkenntnis“, dass nicht die Juden das Volk des „Alten Testaments“ seien, sondern arabische Palästinenser. Juden wie etwa Netanjahu und seine Vorfahren seien eine dem Land historisch fremde Macht wie das damalige Rom.
        Sie können diesen Vortrag – zur eigenen Prüfung – finden unter:
        http://www.christatthecheckpoint.com/lectures/Mitri_Raheb.pdf
        Pastor Raheb selbst ist bei dieser Angelegenheit natürlich nicht das eigentliche Problem, denn es gibt immer Menschen mit, um es milde zu sagen, merkwürdigen Ideen.
        Das entscheidende Problem liegt darin, dass dieser Pastor und seine Mitarbeiter eine so hohe Populariät genießen: in liberalen protestantischen Kreisen, in der Kirchenverwaltung und darüber hinaus im säkularen Bereich. Raheb bekam bereits 2008 den „Internationalen Aachener Friedenspreis.“
        Wollen Sie zu diesen – man kann es nicht anders nennen - judenfeindlichen Vorgängen wirklich beitragen mit Ihrer geplanten Laudatio?
        In einer Meldung des Pressebüros des Deutschen Medienpreises vom 13. 1.12 heißt es, Raheb setze sich für „die Verständigung von Christen, Moslems und Juden“ ein. Der Preis werde vergeben für „herausragende Symbole der Menschlichkeit“.
        Ein Kommentar hierzu erübrigt sich.
        Es heißt zudem darin, Raheb habe in Bethlehem „eine ganze Infrastruktur“ von sozialen Einrichtungen geschaffen.
        Würde Ihnen das für eine Laudatio ausreichen?
        Hamas und Hisbollah schaffen auch soziale Einrichtungen.
        Einen Kommentar zu Rahebs Vortrag von einem englischen Religionswissenschaftler, in Jerusalem arbeitend, Malcom Lowe, könnten Sie bei Interesse finden unter:
        http://www.stonegateinstitute.org/2573/palestinian-theologian-theology
        in Deutsch:
        http://www.nicht-mit-uns.com/nahost-infos/texte/4Lowe111110.htm
        Wir danken Ihnen vorweg für Ihre Aufmerksamkeit.

      • und:
        von BSB und JB:

        An den
        Präsidenten der Deutsch-Israelischen Gesellschaft
        Sehr geehrter Herr Robbe,
        Wir möchten Sie davon Kenntnis setzen, dass im Februar d. J. der deutsche Medienpreis u. a. an einen Pfarrer aus Bethlehem verliehen werden soll, an Mitri Raheb, der für seine judenfeindlichen Vorstellungen - alles in theologische Sprache gehüllt - bekannt ist.
        Bundespräsident a. D. Prof. Dr. Roman Herzog soll die Laudatio halten.
        Wir haben deshalb an Herrn Herzog geschrieben, dabei die notwendigen Informationen mitgesandt und Herrn Herzog gebeten, sein Vorhaben zu prüfen und zu überdenken.
        Wir leiten den Brief auch an Sie weiter.
        Vielleicht können Sie - auf Ihnen geeignet erscheinende Weise, aber mit dem Gewicht Ihres Amtes - Herrn Herzog darin unterstützen, sein Vorhaben zu überdenken.
        Irrtümer kann man korrigieren, und bei der heute zu bewältigenden Informationsflut kann man sich tatsächlich leicht irren.

  2. NEUESTE KURZMELDUNGEN VON ISRAELNETZ....


    1. "Die Pforten der Hölle waren offen"
      BERLIN (inn) - Christen und Juden haben in Berlin gemeinsam der Wannseekonferenz vor 70 Jahren gedacht. Am 20. Januar 1942 hatten führende Nazis am Großen Wannsee den Holocaust geplant, das Datum gilt als Startschuss des organisierten Judenmordes. Die ehemalige Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth rief Deutsche und Juden am Freitag dazu auf, "Pioniere des Friedens" zu sein.
      "Wir dürfen nicht vergessen und wir wollen nicht vergessen", sagte Axel Nehlsen, Geschäftsführer des Vereins "Gemeinsam für Berlin", und eröffnete so die Gedenkveranstaltung in der Französischen Friedrichstadtkirche anlässlich des 70. Jahrestages der Wannseekonferenz. Am 20. Januar 1942 hatten sich ranghohe Nationalsozialisten am Großen Wannsee getroffen um die Vernichtung der Juden detailliert zu planen. Das Datum gilt als Beginn des Holocaust, auch wenn bereits vorher Juden in Konzentrationslagern ermordet worden waren.
      Zur Gedenkveranstaltung in Berlin hatten nun die "Initiative 27. Januar" und "Gemeinsam für Berlin" eingeladen. Die Initiative engagiert sich für die jüdisch-christlichen Beziehungen, "Gemeinsam für Berlin" vernetzt Christen in der Hauptstadt. Ehrengäste waren israelische Politiker wie Lia Schemtov, Holocaust-Überlebende, aber auch Politiker aus Deutschland, etwa Süssmuth, Bundestagspräsidentin a.D. Schirmherr der Veranstaltung ist Wolfgang Thierse, Vizepräsident des Deutschen Bundestages.
      "Wichtigste Aufgabe ist Schalom"
      Süssmuth betonte, wie wichtig es sei, dass die Verbrechen der Nazis nicht vergessen würden. Die jüngsten Neonazimorde in Deutschland zeigten, wie lange es dauern könne, bis Taten aufgedeckt würden. Zu den anwesenden Holocaust-Überlebenden sagte sie: "Sie haben in Israel entscheidend dazu beigetragen, dass nicht falsches Zeugnis abgelegt wurde." Bis zum heutigen Tag werde immer wieder versucht, zu verfälschen und etwa die Wichtigkeit der Wannseekonferenz für die Organisation des Judenmordes zu verharmlosen. Sie würdigte diejenigen, "die trotz aller tiefen Verletzungen wieder gewagt haben, mit uns zu sprechen".  Gerade jüdische Gemeinden seien wichtige Brückenbauer in Europa und darüber hinaus. "Wir brauchen Austausch, Begegnung", sagte sie, und fuhr fort: "Unsere wichtigste Aufgabe ist Schalom - Pioniere des Friedens zu sein."
      Der ehemalige außenpolitische Sprecher der SPD, Gert Weisskirchen, beschrieb die Tage der Wannseekonferenz mit den Worten: "Die Pforten der Hölle sind schon offen gewesen", die Endlösung habe früher begonnen. "Das ist der Grund, warum wir gedenken", sagte Weisskirchen. "Wir müssen die Pforten der Hölle verschließen." Bastiaan Belder, Vorsitzender der EU-Israel-Parlamentariergruppe, nutzte sein Grußwort für scharfe Kritik an der Islamischen Republik Iran. Der Staat sei heute die größte Gefahr für die Juden. "Megalügen" wie die Leugnung des Holocausts würden Israel eines Tages zu Fall bringen. Er mahnte: "Keine Naivität gegenüber der Arabellion" und drängte auf "europäische Wachsamkeit". Nach Wannsee, nach Auschwitz, sei die Realität eines jüdischen Lebens in Europa ein "Wunder Gottes". Emmanuel Nahshon, Gesandter der israelischen Botschaft, betonte die Verantwortung, die auf den Schultern eines jeden Deutschen liege. "Es reicht nicht, von Toleranz und Demokratie zu sprechen", sagte er, und weiter: "Wir sind verpflichtet, den Dialog und die Freundschaft zu pflegen."
      Im Innersten noch im Ghetto
      Harald Eckert, Vorsitzender der "Initiative 27. Januar", warnte vor einer "Umdeutung" der Verbrechen der Nazis. Heute sei des Öfteren die Rede davon, dass die Juden dem palästinensischen Volk eben jene Verbrechen antäten, die sie selbst im Dritten Reich hätten erleben müssen. Eckert verbat sich solche Äußerungen und rief zur weltweiten Vernetzung der Unterstützer Israels auf.
      Die Knessetabgeordnete Schemtov, die sich besonders für die Beziehungen mit evangelikalen Christen einsetzt, rief dazu auf, die "junge Generation" dazu zu erziehen, "dass sich ein solches Unglück nicht wiederholen darf". Die harte Realität zeige, dass Holocaustüberlebende heute meist unter der Armutsgrenze lebten. "Ihnen muss geholfen werden", forderte Schemtov und würdigte den Einsatz evangelikaler Organisationen für diese Menschen. Welche Verzweiflung die Verbrechen der Nationalsozialisten noch heute hervorrufen, machte die Ansprache einer Überlebenden deutlich. Gita Koifman, Vorsitzende der Gesellschaft für Konzentrationslager- und Ghetto-Überlebende, erklärte, den Tränen nahe: "Es ist unmöglich, uns im Innersten aus dem Ghetto zu befreien."
      Von: A. Wirth
    2. Terrorzelle ausgehoben
      DSCHENIN (inn) - Die israelischen Sicherheitskräfte haben im Westjordanland zehn Vertreter des Islamischen Dschihad festgenommen. Die Palästinenser hatten nach eigenen Angaben Anschläge und die Entführung eines Israelis geplant.
      Die Basis der Terrorzelle befand sich in Dschenin. Sie stand in direktem Kontakt mit dem Hauptquartier des Islamischen Dschihad in der syrischen Hauptstadt Damaskus. Von dort hatten die Palästinenser hohe Geldsummen erhalten, um terroristische Aktivitäten zu finanzieren. Ferner wurden ihnen Anweisungen zur Art der Anschläge erteilt, die sie planen und verüben sollten. Dies meldet die Tageszeitung "Yediot Aharonot".
      Die zehn Verdächtigen wurden bei Razzien in den vergangenen Wochen festgenommen. Am Donnerstag gab der Inlandsgeheimdienst Schabak die Informationen zur Veröffentlichung frei. Während der Festnahmen entdeckten die Sicherheitskräfte ein Kilogramm Kalium, das für die Herstellung von Sprengstoff verwendet werden kann. Auch ein Maschinengewehr vom Typ AK-47, 150 Patronen und 2.000 Schekel (400 Euro) wurden gefunden. Nach Angaben des Schabak war das Geld für Terroraktivitäten bestimmt.
      Im Verhör gestanden die Palästinenser, die Zelle in Nordsamaria gegründet zu haben, um Schussangriffe gegen Siedler und Patrouillen zu verüben. Zudem hätten sie vorgehabt, einen israelischen Zivilisten oder Soldaten zu entführen. Dieser sollte dann als Pfand für die Freilassung von inhaftierten Palästinensern dienen.
      Von: E. Hausen
    3. Netanjahu überreicht Bibel an Judenretter
      AMSTERDAM (inn) - Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu hat am Donnerstag in Amsterdam den Judenretter Johan van Hulst getroffen. Dabei überreichte er dem emeritierten Professor für Erziehungswissenschaften eine Bibel zum Dank für seine großen Taten während des Zweiten Weltkrieges.
      Der Ehrentitel "Gerechter unter den Völkern" wurde Professor van Hulst 1972 für die Rettung jüdischer Kinder während der deutschen Besatzung verliehen. Der nunmehr 101-Jährige half mehr als 500 Jungen und Mädchen.
      Der Titel "Gerechter unter den Völkern" wird seit 1953 von der Jerusalemer Holocaustgedenkstätte Yad Vashem an Menschen verliehen, die in der NS-Zeit zur Rettung von Juden beigetragen haben. Es handelt sich um die höchste Auszeichnung des Staates Israel. Sie ist ausschließlich Nichtjuden vorbehalten.
      Von: M. Ströher
    4. Neuer Radweg in Nordisrael
      NAZARETH (inn) - Der Jüdische Nationalfonds (JNF) hat in Zusammenarbeit mit dem Rat der Jesreelebene und den anliegenden Kommunen einen neuen Radweg vorgestellt. Der 9,5 Kilometer lange Weg führt im Norden des Landes von der Ortschaft Givat Ela in den Kefar Horesch-Wald.
      Der baumartenreiche Wald wurde in den 1930er Jahren durch den JNF gepflanzt. Der Vorsitzende des JNF Efi Stenzler sagte: ""Durch den intensiven Ausbau und die Beschilderung der Radwege, gibt der JNF eine Antwort auf die Forderungen der Tausenden Israelis nach sicheren und professionellen Radwegen".
      Am heutigen Freitag wird der Radweg eingeweiht. Das meldet die israelische Tageszeitung "Ha´aretz".
      Von: M. Schubert
    5. EU kritisiert palästinensische Todesstrafe
      GAZA (inn) - Die Europäische Union hat die Todesstrafe im Gazastreifen angeprangert. Seit Jahresbeginn wurden in dem palästinensischen Gebiet zwei Menschen zum Tode verurteilt.
      Einem Bericht der palästinensischen Nachrichtenagentur "Ma´an" zufolge verhängte am 11. Januar ein Militärgericht die Todesstrafe gegen einen 48-jährigen Mann. Ihm wird Kollaboration und Verschwörung zum Mord vorgeworfen. Ein weiteres Todesurteil sprach am vergangenen Montag das Zivilgericht in Gaza gegen einen 27-jährigen Palästinenser aus, der seinen Bruder ermordet hat.
      Die EU reagierte in einer Mitteilung: "Die EU-Vertretungen in Jerusalem und Ramallah verurteilen die Todesstrafe, die am Mittwoch, dem 11. Januar, durch das Militärgericht Gaza verhängt wurde", heißt es darin. Sie europäischen Repräsentanten erinnern "an den festen Widerstand der EU gegen die Anwendung der Todesstrafe unter allen Umständen".
      Weiter schreiben die Gesandtschaften: "Die EU meint, dass die Abschaffung der Todesstrafe zur Steigerung der menschlichen Würde und zur fortschreitenden Entwicklung der Menschenrechte beiträgt. Sie hält die Todesstrafe für grausam und unmenschlich, die es nicht schafft, für Abschreckung gegen kriminelles Verhalten zu sorgen und eine inakzeptable Leugnung der menschlichen Würde und Unversehrtheit darstellt."
      Die EU-Vertretungen fordern: "Die de facto-Behörden in Gaza sollten davon ablassen, Hinrichtungen von Häftlingen zu vollziehen und sich mit dem de facto-Moratorium bezüglich Hinrichtungen einverstanden erklären, das die Palästinensische Autonomiebehörde verfügt hat, wo die Abschaffung der Todesstrafe im Einklang mit dem weltweiten Trend anhängig ist."
      Das Palästinensische Zentrum für Menschenrechte (PCHR) forderte Präsident Mahmud Abbas auf, "solch eine grausame und unmenschliche Strafe nicht zu ratifizieren". Die Organisation fügte hinzu: "Der Aufruf zur Abschaffung der Todesstrafe spiegelt keine Toleranz für diejenigen wider, die wegen unterschiedlicher Verbrechen verurteilt wurden, sondern vielmehr einen Aufruf zur Anwendung abschreckender Strafen, die unsere Menschlichkeit beibehalten."
      Seit 1994 sind im Westjordanland 25 und im Gazastreifen 98 Todesstrafen verhängt worden. Seitdem die Hamas im Juni 2007 gewaltsam die Macht im Gazastreifen übernahm, gab es dort 37 Todesurteile, schreibt "Ma´an".
      Von: E. Hausen
    6. Ägyptische Krankenwagen für Gaza
      EL-ARISCH / GAZA (inn) - Der ägyptische Rote Halbmond hat am Donnerstag 29 Krankenwagen nach Gaza gesandt. Am Vortag hatte die Organisation bereits eine Tonne medizinischer Güter über den Grenzübergang Rafah in den Gazastreifen transportiert.
      Der Rote Halbmond in Ägypten koordinierte außerdem eine Lieferung der kuwaitischen medizinischen Hilfe für den Gazastreifen. Das meldet die palästinensische Nachrichtenagentur "Ma´an" unter Berufung auf Jaber al-Arabi, den Leiter der Rettungsorganisation.
      Von: M. Schubert
    7. Hamas-Parlamentssprecher erneut in Haft
      RAMALLAH (inn) - Israelische Sicherheitskräfte haben am Donnerstag den palästinensischen Parlamentssprecher Asis Dwaik festgenommen. Dem Hamas-Anhänger wird eine Beteiligung am Terror vorgeworfen.
      Die Festnahme ereignete sich am Dschaba-Checkpoint bei Ramallah. Dwaik war zu diesem Zeitpunkt auf dem Weg nach Hebron. Die israelische Armee bestätigte eine entsprechende Mitteilung des palästinensischen Parlamentes. Sie begründete die Maßnahme mit dem Verdacht auf terroristische Aktivitäten. Ein Begleiter des Hamas-Anhängers wurde nach kurzer Zeit freigelassen.
      Dwaiks Stellvertreter Ahmad Bahr forderte Ägypten und die Arabische Liga auf, sich für eine baldige Freilassung einzusetzen. Der Sprecher der Hamas-Regierung im Gazastreifen, Taher Nunu, beschuldigte Israel, die Arbeit im palästinensischen Parlament sabotieren zu wollen. Die Hamas rief den palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas dazu auf, die Gespräche mit Israel einzustellen.
      Bereits im Jahr 2006 war Dwaik von israelischen Sicherheitskräften inhaftiert worden. Dies war Teil einer Serie von Festnahmen infolge der Entführung des Soldaten Gilad Schalit, der im vergangenen Oktober freikam. Dwaik wurde 2008 wegen Zugehörigkeit zu einer Terrorgruppe zu drei Jahren Haft verurteilt und kam 2009 aus der Haft frei.
      Von: E. Hausen
    8. Thailand erkennt Palästinenserstaat an
      BANGKOK / RAMALLAH (inn) - Das Königreich Thailand hat "Palästina" als unabhängigen Staat mit den "Grenzen von 1967" anerkannt. Damit ist das südostasiatische Land in diesem Jahr das erste Land, welches "Palästina" als Staat akzeptiert. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas dankte der thailändischen Regierung für die Anerkennung.
      Die ständige Vertretung Thailands bei den Vereinten Nationen in New York hatte in einem offiziellen Brief die Entscheidung verkündet. Die thailändische Regierung "hat den Staat Palästina offiziell anerkannt und hat den Prozess eingeleitet um mit dem Staat Palästina zum frühestmöglichen Zeitpunkt diplomatische Beziehungen aufzubauen und sie auf eine offizielle Ebene zu heben." Das meldet die palästinensische Nachrichtenagentur WAFA.
      Der Ausdruck "Grenzen von 1967" bezieht sich auf die Waffenstillstandslinien von 1949.
      Von: M. Schubert
    9. Abbas trifft Merkel
      BERLIN (inn) - Die Bundesregierung wertet die jüngsten israelisch-palästinensischen Gespräche in Jordanien als guten Ausgangspunkt für Verhandlungen. Dies sagte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Donnerstag nach einem Treffen mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas (Fatah) in Berlin.
      Die Gespräche "sollten genutzt werden, um aus dieser Situation in richtige Verhandlungen zu kommen", forderte Merkel laut einer Mitteilung der Bundesregierung auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Abbas. "Wir haben über den Stand dieser Gespräche gesprochen. Leider gibt es noch nicht sehr viele Fortschritte, aber wir werden auch von unserer Seite alles dafür tun auch in Gesprächen mit der israelischen Seite, hier doch noch einen Fortschritt zu erreichen." Die Bundeskanzlerin fügte an: "Es geht darum, eine Zwei-Staaten-Lösung für einen jüdischen Staat Israel und einen palästinensischen Staat zu finden."
      Zur Lage im Westjordanland und im Gazastreifen sowie zu den Auseinandersetzungen zwischen Hamas und Fatah teilte Merkel mit: "Wir haben von unserer Seite den Präsidenten ermutigt, den Versöhnungsprozess voranzubringen. Deutschland unterstützt sehr aktiv die palästinensischen Gebiete. Wir wollen, dass dort eine wirkliche wirtschaftliche Entwicklung stattfinden kann. Wir können auch sagen, dass das im Westjordanland an vielen Stellen bereits gelungen ist." Ein weiteres Thema sei die Entwicklung in der Region gewesen, vor allem die Gewalt in Syrien, die ein Ende finden müsse.
      Die CDU-Politikerin sagte: "Deutschland wird seine Unterstützung für den Friedensprozess weiter deutlich machen. Wir werden das auch noch einmal durch Kontakte mit Israel unterstreichen. Wir hoffen, dass die Gespräche in Jordanien doch noch zu einem guten Ende führen."
      Abbas würdigt deutsche Hilfe
      Abbas dankte Merkel und der deutschen Bundesregierung "für die großartige Unterstützung, die für die Stabilität und Sicherheit in unserer Region sowie auch für den Aufbau der Institutionen eines palästinensischen Staates geleistet wird. Diese Unterstützung für den Frieden in unserer Region bekommen wir sowohl materiell als auch politisch".
      Der palästinensische Präsident versicherte: "Wir halten uns daran, ernsthafte Verhandlungen auf festen Grundlagen durchzuführen, die auf die internationale Legitimität und auf die Entscheidungen des Quartetts, die am 23. September 2011 getroffen worden sind, bauen." Er fügte hinzu: "Wir sind auch auf die israelischen Praktiken auf palästinensischem Boden eingegangen; denn wenn der Siedlungsbau und die Besetzung Ostjerusalems fortgesetzt würden, dann würde dies den Friedensprozess torpedieren. Dies gilt auch für die Praktiken der israelischen Siedler, die Bäume und Moscheen in Brand stecken und die Bürger angreifen."
      Abbas sagte weiter. "Die bilateralen palästinensisch-deutschen Beziehungen entwickeln sich prächtig. Die deutsche Bundesregierung hat mit den Palästinensern einen Lenkungsausschuss gebildet, der uns bei der Errichtung der Institutionen eines unabhängigen palästinensischen Staates hilft. Dafür danken wir der Bundeskanzlerin noch einmal."
      Auf eine entsprechende Frage entgegnete der Fatah-Chef: "Dass Deutschland ein Freund Israels ist, stört uns nicht, denn Deutschland ist sowohl ein Freund Israels als auch ein Freund von uns. Aufgrund dieser Stellung, die Deutschland hat, kann Deutschland eine wichtige Rolle im Friedensprozess spielen."
      Zuvor war Abbas bereits mit Bundespräsident Christian Wulff und Außenminister Guido Westerwelle zusammengetroffen. Von Berlin aus reiste er weiter nach Russland.
      Von: E. Hausen
    10. Israelisches Sonderstück: Schönste Münze des Jahres
      IOLA (inn) - Die israelische Zwei-Schekel-Münze "Jonah im Walfischbauch" ist zur Münze des Jahres gekürt worden. Dabei wurde sie in der Kategorie "Künstlerisch beste Münze" nominiert.
      Die Sondermünze gewann im jährlichen internationalen Wettbewerb des amerikanischen Verlagshauses "Krause Publications" den ersten Preis und setzte sich gegen ihre 95 Mitbewerber durch. Laut des israelischen Wirtschaftsmagazins "The Marker" wurde sie von einer Jury zur schönsten Münze gewählt. Sie konnte sich außerdem gegen die neun Sieger der übrigen Kategorien behaupten und wurde somit zur "Münze des Jahres" gewählt. Das
      Zwei-Schekel-Stück, mit einem eigentlichen Wert von umgerechnet rund 0,4 Euro, ist die 16. Gedenkmünze in einer Folge mit Bildern aus der Bibel.
      "Krause Publications" ist ein führender Hersteller von Münzen und Papiergeldbüchern. Es ehrt jährlich die besten Münzen im Rahmen des "World Money Fair in Berlin" mit dem Award zur "Münze des Jahres".
      Von: M. Ströher
    11. "Israelische Drohnen helfen der PKK"
      ANKARA (inn) - Türkischen Geheimdienstberichten zufolge haben kurdische Rebellen israelische Drohnen für ihre Spionage eingesetzt. Auf Grundlage der Ergebnisse habe die Kurdische Arbeiterpartei (PKK) Trainingslager an strategisch günstigen Stellen errichtet.
      Wie die türkische Zeitung "Today's Zaman" unter Berufung auf Geheimdienstagenturen schreibt, seien vor etwa zwei Monaten unbemannte Flugzeuge vom Typ Heron beobachtet worden. Diese seien von Israel gesteuert gewesen und hätten in den Provinzen Hatay und Adana für die terroristische PKK spioniert.
      Nach Angaben von "Today's Zaman" haben die Geheimdienste einen Bericht erstellt, nachdem zwei israelische Herons entdeckt worden seien. Diese hätten Informationen über türkische Militäreinheiten gesammelt, um PKK-Operationen in den beiden Regionen zu unterstützen. Demzufolge habe die Partei in Nordsyrien, nahe der Grenze zu Hatay, Trainingslager gegründet - "wo die türkischen Militärgrenzposten verhältnismäßig schwach sind". Dies sei auf Grundlage der gesammelten Geheimdienstinformationen geschehen.
      Weiter heißt es, das PKK-Mitglied Kenan Yıldızbakan sei wiederholt ins israelische Gebiet gereist. Dies habe den Verdacht bestärkt, dass es eine mögliche Verbindung zwischen Israel und der Kurdenpartei gebe. Yıldızbakan hatte im Juni 2010 einen Raketenangriff auf die türkische Marinebasis in İskenderun befehligt, das zu Hatay gehört. Dabei wurden sieben Soldaten getötet und sechs weitere verwundet.
      Von: E. Hausen


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Sun Jan 22, 2012 11:56 pm

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