- TEIL 1 - Kurzkommentare & Kurzmeldungen
- TEIL 2 - LINKS zu empfohlenen Artikeln & Webseiten aus der WESTLICHEN Presse
- BRANDAKTUELL / THEMEN DES TAGES....
- EINIGE AKTUELLE LINK-EMPFEHLUNGEN AUS DEM COP NEWSLETTER...
- ZUM THEMA "ISRAEL ALLGEMEIN"...
- ZUM THEMA "PALÄSTINENSISCHE AUTONOMIEBEHÖRDE, KUREI, ABBAS, FATAH, PLO, HAMAS, PFLP & CO....
- ZUM THEMA "ISRAELS NACHBARN"....
- SONSTIGE INTERESSANTE ARTIKEL & HINTERGRUNDINFORMATIONEN....
- TEIL 3 - LINKS zu empfohlenen Artikeln & Webseiten aus der ARABISCHEN Presse
- TEIL 4 - LINKS zum NACHDENKEN, ÄRGERN UND/ODER REAGIEREN...
- TEIL 5 - Liste der nachfolgenden eMails, Artikel (& Attachments)...
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Der nachfolgende Pressespiegel soll dazu beitragen ein möglichst WAHRHAFTIGES Bild über die Geschehnisse in Nahost zu bekommen.
Die hier veröffentlichten Artikel repräsentieren nicht in jedem Fall die Meinungen der Redaktion, oder der restlichen Mitglieder der Honestly-Concerned Mailingliste. Dies gilt i.B. für die im letzten Abschnitt dieser Ausgabe veröffentlichten Leserbriefe und -beiträge einzelner Mitglieder.
JEDE WEITERVERÖFFENTLICHUNG DER BEI UNS VERÖFFENTLICHTEN BRIEFE ODER KOMMENTARE, OHNE VORHERIGE GENEHMIGUNG DER URSPRÜNGLICHEN ABSENDER ODER DER REDAKTION, IST STRIKT UNTERSAGT!
- ULRICH W. SAHM Riesiges Jerusalem-Modell ist umgezogen
Jerusalem, 5. Juli 2006 - Das steinerne Modell der Stadt Jerusalem des Jahres 66 nach Christi ist in jeweils ein Quadratmeter große Teile zersägt und innerhalb von 66 Tagen vom Holylandhotel zum Israel Museum "umgezogen". Das Hektargroße Modell entstand 1966 und war immer schon für Pilger- und Touristengruppen ein beliebtes Besuchsziel. Jetzt ist es gleich neben dem "Schrein des Buches", wo die Tote Meer Rollen aus der Zeitenwende aufbewahrt werden, neu aufgebaut worden.
Das dreidimensionale Modell im Maßstab 1:50 bietet einen ziemlich wahrheitsgetreuen Anblick der Stadt, wie sie im Jahr 66, dem Beginn des jüdischen Aufstandes gegen die Römer, etwa 30 Jahre nach der Kreuzigung Jesus und ein halbes Jahrhundert nach der gewaltigen Bautätigkeit des Königs Herodes ausgesehen haben dürfte. Der führende Experte für die Herodianische Zeit, der Archäologe Michael Avi-Yonah, hatte das Modell entsprechend dem damaligen Wissen 1966 entworfen, also in einer Zeit, als Juden keinen Zugang zur historischen Altstadt hatten. Als Quelle dienten ihm die Schriften des jüdisch-römischen Historikers Josefus Flavius, zeitgenössische jüdische Schriften (Mischna) und auch das Neue Testament. Doch immer wieder mussten die Gebäude ihren Platz wechseln oder ganz weggeräumt werden, sowie archäologische Ausgrabungen seit 1968 den Wissenschaftlern neue Erkenntnisse schenkten. Heute, wie vor fast 2000 Jahren, stand im Mittelpunkt der Stadt der Tempelplatz mit dem Tempel, wie ihn Herodes innerhalb von 10 Jahren mit 10.000 Bauarbeitern errichten ließ. Die Römer schliffen freilich im Jahr 70 diesen Tempel bis auf die Grundfesten. Heute steht an seiner Stelle der muslimische Felsendom.
Außerhalb einer Stadtmauer, deren Verlauf bis heute nicht ganz gesichert ist, hat Avi-Yona einen Steinbruch mit einem Miniaturhügel stehen lassen. "Das ist Golgatha", sagt der Kurator Dudi Mevorach. Mit dem Finger weist er auf eine üppige Villa mit drei Eingängen (heute unter dem armenischen Viertel): "Das war die Villa des Hohepriesters Kaiphas". Ob Pontius Pilatus in der Antoniaburg oder eher in dem üppigen Regierungspalast des Herodes nahe des heutigen Jaffator seine "Hände in Unschuld gewaschen" habe, sei wissenschaftlich nicht nachweisbar, meint Mevorach. Aber die im Modell wiederentstandenen Gebäude lassen der Fantasie freien Lauf, sich in die Umgebung hineinzuversetzen, wie sie Jesus erlebt und gesehen hat.
Das Modell, vor genau 40 Jahren entstanden, hat inzwischen einen eigenen historischen Wert, "und deshalb werden wir sehr behutsam Änderungen einführen", sagt Mevorach bei einer Presseführung wenige Tage vor der offiziellen Einweihung des Modells. So sei das Grab des Königs David auf dem Zionsberg eine christliche, muslimische und modern-israelische Tradition. "In Wirklichkeit hat es wohl eher südlich des Tempelberges gestanden." Auch der Siloah-Teich, wo Jesus einen Blinden heilte, steht im Modell noch an falscher Stelle, da wo ihn mittelalterliche Traditionen vermuteten, und nicht dort, wo ihn israelische Archäologen mitsamt den Originalstufen als 50x70 Meter großes Wasserbecken vor nur einem Jahr wiederentdeckt haben.
"In Jesu Zeit hat es in Jerusalem keine Statuen gegeben, sondern nur einen riesigen Tempel mit goldenem Dach für nur einen Gott", beschreibt Mevorach das "überwältigende Gefühl", das Pilger aus Galiläa vor zweitausend Jahren befallen haben muss, als sie die Stadt betraten und den mächtigen Tempel mit goldenen Dachzinken erblickten.
"Durch reinen Zufall", so Museumsdirektor James Snyder, "verbinden sich an dieser Stelle wieder alte und moderne Tempel." In der Tat erhebt sich neben der Nachbildung des biblischen Tempels die weiße Kuppel des "Schreins des Buches" - die Nachbildung eines Deckels der Tongefäße, in denen sich in der Wüste die Ledermanuskripte der Qumran-Sekte erhalten haben. Im Hintergrund ist die Knesset zu sehen, "der Tempel israelischer Demokratie".
- INN 05.07.2006, 14:57 Uhr Bericht: Massive Probleme unter Gaza-Evakuierten
JERUSALEM (inn) - Der Rat des ehemaligen Siedlungsblocks Gusch Katif im Gazastreifen hat die akuten Probleme zahlreicher evakuierter Israelis angeprangert. Viele leiden offenbar unter Selbstmordgedanken, Depressionen, Beziehungsproblemen und finanzieller Not.
Gemeinsam mit dem "Legalen Forum für Israel" legte der Rat dem Knesset-Komitee für Staatskontrolle am Dienstag einen Bericht vor. Demnach geht rund ein Drittel der aus dem Gazastreifen evakuierten Kinder nicht mehr regelmäßig zur Schule. Die Kinder, die die Schule regelmäßig besuchten, litten unter starker Benachteiligung bei der Notengebung.
Zur Untermauerung ihrer Bestandsaufnahme schreiben die Israelis, man habe bei den Jugendlichen außerdem zwölf Selbstmordversuche registriert. Dutzende Jugendliche gäben zudem an, Selbstmordgedanken zu haben. Zehn Fälle von Essstörungen seien bekannt geworden, sowie neun Aufenthalte von Jugendlichen in einer psychiatrischen Klinik. Des Weiteren sei der Drogen- und Alkoholmissbrauch erheblich gestiegen.
Auch die Erwachsenen leiden
Auch die Erwachsenen litten unter den Konsequenzen der Evakuierungen. So gebe es immer öfter starke Beziehungsprobleme, 50 Scheidungen seien zudem seit der Evakuierung vor rund einem Jahr vollzogen worden. Von den arbeitsfähigen Siedlern sind 51 Prozent derzeit arbeitslos. Gesundheitsprobleme sind laut des Berichts auch in dieser Altersgruppe mental und physisch vermehrt zu verzeichnen. Depressionen, Wutanfälle, Ängste, Panikattacken, Überdosen von Medikamenten und Herzattacken zählten dazu.
Neben den persönlichen Problemen werde auch die finanzielle Not immer stärker. Die Siedler hatten sich nach ihrer Ankunft in Israel Möbel und Kleidungsstücke neu kaufen müssen, außerdem sei viel Geld für psychologische Behandlungen bezahlt worden.
Die Regierung hatte den Siedlern zuvor finanzielle Entschädigung zugesichert, die meisten Familien warteten allerdings bis heute auf die Zahlungen.
Der Bericht kritisiert zudem die schlechte Handhabung der Probleme seitens der Regierung und fordert diese auf, mehr Sozialarbeiter einzustellen. Zusätzlich solle ein unabhängiges Kommitee gegründet werden, das klare Kriterien für die Entschädigungszahlungen an die Siedler festlegt, berichtet die Tageszeitung "Ha´aretz" weiter.
- INN 05.07.2006, 14:15 Uhr Olmert will Biotechnologie-Parks im Negev
BE´ER SCHEVA (inn) - Die israelische Regierung will das Wüstengebiet Negev urban ausbauen und Technologiezentren errichten. Entwicklungen besonders im Bereich der Biotechnologie sollen ausländische Investoren in Zukunft anlocken.
Auf der "Negev-Konferenz" in Be´er Scheva erläuterte Israels Premier Ehud Olmert am Dienstag die Pläne der Regierung, den Negev zu entwickeln. So könne eine Vision wahr werden, die bereits der erste Premier des Landes, David Ben Gurion, hatte. Dieser hatte stets betont: "Die Zukunft des Landes liegt im Negev."
"Und die Zukunft wird durch Aktionen gebaut, nicht durch Worte", knüpfte Olmert an die Worte Ben Gurions an. "Wenn wir, die Regierung und das Volk, nicht gemäß dieser Vision handeln, bleibt es eine Vision." Falls es Israel gelinge, den Negev urban besser zu nutzen, könne das ein Modell für andere Ländern sein. "Ich glaube, es könnte ein Licht für andere Nationen werden", fügte Olmert laut einem Bericht des Wirtschaftsmagazins “Globes” hinzu.
"Die Regierung hat der Entwicklung des Negev eine hohe Priorität eingeräumt". Dies zeige der Budget-Plan über drei Milliarden Euro für 2006. Olmert sieht vor allem enormes Potential für High-Tech-Unternehmen, Entwicklungszentren, moderne Landwirtschaft und Tourismus.
Besonderes Augenmerk sollte dabei auf Biotechnologie gelegt werden. Eine der wichtigsten Entscheidungen sei daher gewesen, die Biotechnologie an der Ben Gurion-Universität im Negev zu investieren. Insgesamt flössen in dieses Projekt 90 Millionen Dollar. So könne Israel zu einem Pionier auf dem Feld der Human-Wissenschaften werden. Darin stecke "fast unbegrenztes wirtschaftliches Potential", so der Premier.
"Neben der Ben Gurion-Universität wird es mit Unterstützung der Regierung ein Wissenschafts- und Technologiepark entstehen." Andere Bereiche, die im Negev weiterentwickelt werden sollen, seien die Militärtechnologie, die Ausbildung sowie die Infrastruktur und das Transportsystem. So könne der Negev besser ans Kernland angebunden werden.
Bei alledem müsste darauf geachtet werden, dass die im Negev lebenden Beduinen unterstützt würden. "Es kann keine Entwicklung des Negev geben, wenn man sich nicht mehr um die Beduinen kümmert."
Der Negev macht etwa 60 Prozent der Fläche des Staates Israel aus.
- INN 05.07.2006, 14:11 Uhr Palästinenser erhalten 100 Millionen Dollar von Arabern
RAMALLAH (inn) - Die Arabische Liga und Saudi-Arabien haben insgesamt 100 Millionen Dollar an die Palästinenser überwiesen. Es seien die ersten Fördermittel, die die Palästinenser nach dem Wahlsieg der Hamas im Januar erhielten, so ein Sprecher der Arabischen Liga.
Nabil Scha´ath, ein Berater des Vorsitzenden der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA), Mahmud Abbas, erklärte, dass das Geld die radikal-islamische Hamas-Regierung umgehe. Es soll laut seiner Information am Montag direkt an Abbas überwiesen worden sein. Dessen Aufgabe sei es nun, die Ausgaben der Fördermittel zu kontrollieren. "Dies ist ein flüchtiger Eindruck der Hoffnung. Ein Schritt in Richtung Aushöhlung der Belagerung", sagte Scha´ath nach einem Treffen mit dem Generalsekretär der Arabischen Liga, Amr Mussa, vor Journalisten.
Zudem sagte Scha´ath nach dem Treffen in Kairo, dass die Arabische Liga und Saudi-Arabien jeweils 50 Millionen Dollar überwiesen hätten. Die Hamas wisse von der Zahlung. "Die Überweisung geschah in Abstimmung mit der palästinensischen Regierung."
Seit März hatten arabische Staaten Fördergelder für Palästinenser gesammelt. Das Geld konnte jedoch nicht überwiesen werden, da die internationalen Banken diesen Schritt aus Angst vor Sanktionen der USA verweigerten. Dies berichtet die Tageszeitung "Ha´aretz".
Internationale Sponsoren hatten sich im Juni geeinigt, finanzielle Hilfsmittel für das Gesundheitswesen oder soziale Werke der Palästinenser zu spenden. Ebenso wollten sie weiterhin die Hamas boykottieren.
Im Juni war es zweimal vorgekommen, dass Mitglieder des palästinensischen Kabinetts einige Millionen Dollar – versteckt in deren Reisegepäck - von Ägypten in den Gazastreifen überbrachten.
Geberländer froren Gelder im Januar ein
Die Europäische Union (EU), die USA und andere Geberländer hatten finanzielle Hilfsmittel an die palästinensische Regierung, hunderte Millionen Dollar, nach dem Sieg der Hamas eingefroren. Ein Grund dafür war, dass die radikal-islamische Gruppe Israel nicht als Staat anerkenne. Zudem befürworte die Hamas jegliche Unterstützung des Terrors.
Viele Geberländer beschlossen, die Überweisung der Gelder wieder aufzunehmen. Damit wollten sie einen Zusammenbruch der palästinensischen Wirtschaft umgehen. Die Weltbank und die EU entwarfen einen Plan, wie die Finanzierung am besten angebracht sei. Sie setzten beispielsweise auf eine Zusammenarbeit mit Abbas. Dieser gilt als Mitglied der Fatah-Bewegung als größter politischer Rivale der Hamas. Dazu bat die EU auch die Arabische Liga, sich an dem Finanzierungsplan zu beteiligen.
- INN 05.07.2006, 14:05 Uhr "Arbeitsunfall": Zwei Tote bei Explosion in Gaza
GAZA (inn) - Bei einer Explosion in Gaza sind am Mittwochmittag zwei Palästinenser ums Leben gekommen. Offenbar waren sie mit der Herstellung eines Sprengsatzes beschäftigt.
Die Palästinenser gehörten der radikal-islamischen Hamas an. Zudem wurden weitere Menschen bei der Detonation verletzt, meldet der Informationsdienst "Walla". Anfänglich hatten Augenzeugen von einem israelischen Raketenangriff gesprochen. Dies wurde jedoch von der Armee zurückgewiesen.
- INN 05.07.2006, 12:22 Uhr Schwerer Anschlag verhindert
ARIEL (inn) - Die israelische Armee hat einen großangelegten Anschlag in Israel vereitelt.
Ein Palästinenser wollte am Mittwoch ein Selbstmordattentat in Israel verüben, er wurde jedoch zuvor mit einem Sprengstoffgürtel nahe der jüdischen Ortschaft Ariel im Westjordanland gefasst.
Die Armee hatte bereits am Montag Informationen vom israelischen Inlandsgeheimdienst Schin Beit erhalten, wonach ein Selbstmordattentäter vom Westjordanland nach Israel gebracht werden sollte. Die Truppen nahmen demzufolge einen Palästinenser in der jüdischen Ortschaft Barkan bei Ariel fest. Wie die Tageszeitung "Jerusalem Post" berichtet, befand sich der Terrorist in einem Taxi. Er führte einen einsatzbereiten Sprengstoffgürtel mit sich.
Experten brachten den Sprengstoff kontrolliert zur Explosion. Der Verdächtige wurde von Sicherheitskräften zur Vernehmung abgeführt.
Bewaffnete Araber gefasst
In der Nacht zum Mittwoch nahmen Sicherheitskräfte an der israelisch-ägyptischen Grenze zudem zwei bewaffnete Araber fest. Ihre Fahrzeuge, mit denen sie die Grenze überquerten, wurden konfisziert, schreibt die Tageszeitung "Jerusalem Post".
Am Mittwochmorgen lagen den Sicherheitskräften insgesamt 90 Terrorwarnungen vor, darunter 19 konkrete Hinweise auf geplante Anschläge. Hinter den meisten mutmaßlich geplanten Attentaten wurde die Terrorgruppe Dschihad al-Islami vermutet.
- INN 05.07.2006, 12:17 Uhr Homo-Parade: Oberrabbi appelliert an Papst
JERUSALEM (inn) - Israels Oberrabbiner Schlomo Amar hat Papst Benedikt XVI. um Beistand gebeten - das katholische Kirchenoberhaupt soll sich dafür einsetzen, dass eine mehrtägige Homosexuellen-Parade in Jerusalem verhindert wird.
In einem Brief forderte der Rabbi den Papst dazu auf, "sich stark und eindeutig gegen dieses schreckliche Phänomen zu bekennen, aus der Hoffnung heraus, dass ein genereller Protest von verschiedenen religiösen Führern die verlorenen Herzen wecken wird, die sich selbst täuschen und ihren Seelen einen unermesslichen Schaden zufügen. Außerdem soll der Protest den willigen Missetäter davor abschrecken, den menschlichen Weg zu verfluchen und zu verderben".
"Wie Schweine-Parade auf Tempelberg"
Am Dienstag trafen sich religiöse Knesset-Abgeordnete in einer Sondersitzung zu der geplanten Parade. Daran nahmen auch führende Vertreter von jüdischen, christlichen und moslemischen Organisationen teil. Nissim Se´ev von der ultra-orthodoxen Schas sagte: "Die Homo-Parade in Jerusalem ist eine Parade von Schweinen auf dem Tempelberg. Es ist eine abscheuliche Parade des Schmutzes." Er fragte die ebenfalls anwesenden Organisatoren: "Wollt ihr Jerusalem in Brand stecken? Wollt ihr uns eure sexuellen Tendenzen aufzwingen?" Zwei Abgeordnete, welche die Parade befürworten, kritisierten die Äußerungen als "Aufhetzung".
Unterstützung von Moslems
Doch die jüdischen Parlamentarier bekamen Unterstützung von ihren moslemischen Kollegen. "Wir sind diesem Problem in der arabischen Gesellschaft bisher nicht begegnet", bemerkte Ibrahim Zarzur (Ra´am-Ta´al). "Dies ist ein falsches Phänomen, das nicht bevollmächtigt werden sollte, indem diese provokative Parade genehmigt wird." Der arabische Abgeordnete Chaleb Mgadalah von der Arbeitspartei rief die Organisatoren auf, ihre Pläne angesichts der Proteste aus den drei monotheistischen Religionen zu überdenken.
Ja´akov Margi (Schas) wandte zudem ein: "Noch ist nicht entschieden, ob Homosexualität eine Krankheit oder eine Perversion ist. 'Stolz' ist ein verabscheuungswürdiges Attribut, das ausgerottet werden sollte."
Ein Vertreter der Vereinigung von Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transsexuellen protestierte laut der Tageszeitung "Ha´aretz": "Jerusalem gehört nicht nur euch. Wir sind nicht hierher gekommen, um auf den Straßen Sex zu haben."
Nach den Plänen der Veranstalter soll die Parade am 11. August beginnen und sechs Tage dauern.
- INN 05.07.2006, 11:49 Uhr Israel bombardiert erneut palästinensisches Innenministerium
GAZA (inn) - Israelische Flugzeuge haben erneut das palästinensische Innenministerium in Gaza-Stadt bombardiert. Dabei wurden drei Personen verletzt, und es entstand großer Sachschaden.
Dies berichtet die Tageszeitung "Ha´aretz". Erst am Freitag hatten israelische Kampfhubschrauber das Gebäude beschossen.
Die Luftwaffe bombardierte in der Nacht zum Mittwoch zudem ein Trainingslager der Hamas in Rafah im südlichen Gazastreifen. Ein weiteres Ziel der Angriffe war eine Schule im nördlichen Gazastreifen, die von der Hamas geführt wird.
Die Angriffe erfolgten nur wenige Stunden nachdem Israel die Hamas beschuldigt hatte, den "Terror eskalieren zu lassen". Israels Premier Ehud Olmert hatte eine Intensivierung der Militäraktionen angekündigt, nachdem eine palästinensische Kassam-Rakete erstmals eine Schule in Aschkelon getroffen hatte.
- INN 05.07.2006, 11:37 Uhr Kassam-Rakete trifft erstmals Aschkelon
ASCHKELON (inn) - Erstmals hat eine palästinensische Kassam-Rakete die israelische Küstenstadt Aschkelon erreicht. Sie schlug in einer Schule ein.
Am Dienstag gegen 19 Uhr landete die selbstgebaute Rakete im Innenhof der Ronson-Schule. Zu diesem Zeitpunkt befand sich niemand in dem Gebäude; viele Schüler waren mit ihren Eltern jedoch in der Nähe der High School, um sich für das neue Schuljahr einzuschreiben. Niemand wurde verletzt.
Die Rakete flog zwölf Kilometer durch die Luft. Bisherige Modelle hatten eine geringere Reichweite. Das Modell verfügte über zwei Antriebe, wie die israelische Armee laut einem Bericht der Tageszeitung "Ha´aretz" später feststellte. Sie wurde offenbar von einer Abschussrampe zwischen Beit Hanun und den ehemaligen jüdischen Siedlungen Dugit und Alei Sinai gestartet. In Aschkelon, das nördlich des Gazastreifens liegt, leben etwa 110.000 Menschen.
Die "Issadin al-Kassam-Brigaden", ein militärischer Arm der Hamas, erklärten sich für den Angriff verantwortlich.
"Weitreichende Konsequenzen" für Raketenabschuss
Israels Premierminister Ehud Olmert sagte: "Dieser Angriff auf das Herz Aschkelons ist ein sehr ernstzunehmender Vorgang, der eine noch größere Gewichtung der Terror-Aktivität der Hamas bedeutet, welche die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) regiert." Olmert kündigte "weitreichende Konsequenzen ohnegleichen" an. "Die Hamas-Organisation wird die erste sein, die das fühlt." Olmert machte die Hamas für den Angriff verantwortlich, da sie die Autonomiegebiete kontrolliere.
Palästinenser schossen am Dienstag vier weitere Kassam-Raketen auf Israel ab. Diese landeten südlich von Aschkelon und nahe Sderot. Sie richteten keinen größeren Schaden an.
Die Armee hatte zuvor bereits gewarnt, dass die Terroristen versuchten, die Reichweite der Kassams zu erhöhen. Die Gruppe "Islamischer Dschihad" besitze mehrere Dutzend Katjuscha-Raketen, so die Armee. Diese können weiter als 20 Kilometer fliegen.
- INN 05.07.2006, 11:29 Uhr Terrorist erschossen
JERICHO (inn) - Bei einer Razzia nahe Jericho haben israelische Sicherheitskräfte am Mittwoch einen bewaffneten Palästinenser erschossen. Dieser hatte zuvor das Feuer auf die Israelis eröffnet.
Die Sicherheitskräfte umstellten ein Gebäude im Flüchtlingslager Ein Sultan, in dem sich der gesuchte Palästinenser versteckt hatte. Sie forderten ihn auf, das Haus zu verlassen. Doch der Terrorist schoss auf die Israelis. Als diese das Feuer erwiderten, kam er ums Leben.
Bei dem Getöteten handelt es sich um Mahmud Schahin Hajmur, ein Mitglied der Al-Aksa-Märtyrer-Brigaden. Die Gruppierung gehört zur Fatah-Partei von Palästinenserchef Mahmud Abbas. Hajmur wird für Terroranschläge auf israelische Ziele verantwortlich gemacht. So soll er an dem Mord an einem israelischen Taxifahrer beteiligt gewesen sein, der 2001 nahe Karmiel in Galiläa tot aufgefunden worden war.
Bei einer Hausdurchsuchung fanden die Sicherheitskräfte eine Tasche mit einer Mörsergranate. Das berichtet die "Jerusalem Post".
- INN 04.07.2006, 16:35 Uhr Israelisches Team nimmt an Kinderfußball-WM in Deutschland teil
MÜNCHEN / BERLIN (inn) - Bei dem internationalen Finale der Kinderfußball-Weltmeisterschaft in Deutschland tritt auch eine israelische Fußballmannschaft am Dienstag und Mittwoch an. Diese hatte sich im Vorfeld für das Turnier in München qualifiziert.
Veranstalter ist der deutsche Kindersender "Jetix". Teilnehmen werden 24 Jungen- und Mädchenteams unter anderem aus Brasilien, Frankreich, Georgien, Ungarn und Spanien, so der Sender auf seiner Homepage.
Ziel des so genannten "Jetix Kids Cup" ist die Förderung von Fair Play, kulturellem Austausch und einer aktiven Lebensart. Das Turnier findet bereits zum siebten Mal in Folge statt.
Weitere Informationen auf www.jetixTV.de
Auch "Peres Center for Peace"-Team in Deutschland
Eine Mannschaft des vom israelischen Vize-Premierminister Schimon Peres initiierten "Peres Center for Peace" kämpft vom 1. bis zum 8. Juli in Berlin-Kreuzberg um den Sieg des "streetfootballworld 06". Das Team besteht aus vier Israelis und ebenso vielen Palästinensern im Alter von 16 bis 20 Jahren.
Mit der Einladung zu diesem Straßenfußballturnier würdigen die Veranstalter die erfolgreiche Arbeit des "Peres Centers for Peace". Es nutzt Fußball als Weg zur Verständigung zwischen Israelis und Palästinensern.
Insgesamt nehmen 24 Mannschaften aus allen fünf Kontinenten teil. Sie alle kommen aus Projekten, die Fußball entweder als Weg zu Frieden und Gewaltverzicht oder auch gegen Drogen, Armut und Aids einsetzen. "Streetfootballworld" ist ein weltweites Netzwerk von Straßenfußball-Teams aus über 70 solcher Projekte.
Nähere Information unter www.streetfootballworld.org
- INN 04.07.2006, 16:32 Uhr Wohlfahrts-Organisationen der Hamas wegen Terrors geschlossen
RAMALLAH (inn) - Israelische Sicherheitskräfte haben in der Nacht zum Dienstag im Westjordanland neun Wohltätigkeitseinrichtungen der Hamas geschlossen. Sie dienten offenbar terroristischen Zwecken.
Die Armee erhielt Geheimdienstinformationen, wonach mildtätige Aktivitäten nur als Vorwand für Geldzahlungen an Terroristen und Familien von Selbstmordattentätern genutzt wurden. "Anstatt dass das Geld wirklich karitativen Zielen zukam, wurde es für terroristische Ziele, für Selbstmordattentäter und ihre Familien genutzt", erklärte ein ranghoher Beamter gegenüber dem israelischen Armee-Sender.
Hunderte Dokumente, Dutzende Computer und andere technische Ausrüstungsgegenstände wurden von den Sicherheitskräften konfisziert. Sie wollen herausfinden, welche Zusammenhänge zwischen den Wohltätigkeitseinrichtungen und den Terror-Aktivitäten der Hamas bestehen.
Weiterhin nahm die Armee einige von Israel gesuchte Terroristen in verschiedenen Gebieten im Westjordanland fest. Vier Hamas-Terroristen wurden in Hebron verhaftet und in der Autonomiestadt Kalkilja. Zwei weitere Hamas-Mitglieder wurden in Bethlehem gefasst. Ein anderer Terrorist wurde an einem Kontrollpunkt südlich von Nablus (Sichem) festgenommen. Er führte 14 Messer mit sich.
- Botschaft des Staates Israel Selbstmordattentat im Zentrum Israels vereitelt
Die israelische Armee hat am Mittwoch einen groß angelegten Anschlag im Zentrum Israels vereitelt. Der Palästinenser wurde mit einem Sprengstoffgürtel im Industriegebiet „Barkan“ in Ariel (Westjordanland) gefasst. Experten brachten den Sprengstoff kontrolliert zur Explosion. Der Verdächtige wurde von Sicherheitskräften zur Vernehmung abgeführt.
Die Armee hatte bereits am Montag Informationen von der Sicherheitsbehörde „Shabak“ erhalten, wonach ein Selbstmordattentäter von Samaria ins Zentrum Israels gebracht werden sollte. Daraufhin wurden große Truppen im Westjordanland aufgestellt, die Armee errichtete Straßensperren und kontrollierte verdächtige Fahrzeuge.
Am Mittwochmorgen lagen den Sicherheitskräften insgesamt 19 konkrete Terrorwarnungen vor. Die meisten Hinweise führen ins nördliche Westjordanland (Samaria) und zur Terrorgruppe „Islamischer Jihad“.
In Jericho (südliches Westjordanland) haben Soldaten einen Palästinenser erschossen. Mahmoud Jaberi war aktives Mitglied der Fatah-Terrorgruppe und stand auf der israelischen Fahndungsliste. Spezialeinheiten umstellten sein Haus im Flüchtlingslager „Ein Sultan“ und forderten ihn auf, sich zu ergeben. Als Jaberi zu fliehen versuchte, eröffneten die Soldaten das Feuer. Bei der Durchsuchung des Hauses fanden die Soldaten eine Tasche mit Sprengstoff. Jaberi war für mehrere Terrorattentate verantwortlich, darunter die Ermordung des Taxifahrers Simcha Ron (60) aus Nahariya vor fünf Jahren. (Ynet, 5.7.)
- Botschaft des Staates Israel Neue Qassam-Rakete mit 12 km Reichweite in Ashqelon gelandet
Nach dem palästinensischen Raketenangriff auf die Küstenstadt Ashqelon hat das israelische Sicherheitskabinett am Mittwoch eine Ausweitung der Offensive im Gazastreifen beschlossen. Erstmals hatten Palästinenser das Zentrum der Stadt beschossen und den Parkplatz einer Schule getroffen. Dabei wurde niemand verletzt. Dies war der nördlichste Einschlag einer palästinensischen Rakete, die je aus dem Gazastreifen auf Israel abgeschossen wurde. Die Stadt liegt etwa 10-15 km vom Gazastreifen entfernt und hat 120.000 Einwohner.
Die Hamas („Izz-a-Din-al-Qassam-Brigaden“) übernahm die Verantwortung für den Angriff.
„Dies ist eine bedeutende Eskalation im Kampf gegen den Terror, für den die Hamas-Organisation verantwortlich ist“, sagte Olmert in einer Rede in der Residenz des amerikanischen Botschafters anlässlich des 4. Juli. „Der Anschlag war ein Versuch, israelische Zivilisten zu treffen, die innerhalb der souveränen Grenzen Israels leben, und er wird weit reichende Konsequenzen nach sich ziehen“, sagte der Ministerpräsident.
Die Hamas teilte mit, dass es sich um eine verbesserte Version der ursprünglichen Qassam-Rakete mit einer Reichweite von 15 km gehandelt habe. Die Armee teilte später mit, dass die Rakete eine Reichweite von 12 km hatte. Sie wurde vom nördlichsten Punkt der Stadt „Beit Hanoun“ im nördlichen Gazastreifen abgefeuert. In der vergangenen Woche schlug eine Rakete mit einer Reichweite von 10 km auf dem Friedhof von Ashqelon ein. Von der Terrorgruppe „Islamischer Jihad“ weiß man, dass sie im Besitz von Katjuscharaketen des Typs „Grad“ mit einer noch größeren Reichweite ist.
Am frühen Dienstagmorgen wurden zwei Qassam-Raketen aus dem Gazastreifen abgefeuert, beide verfehlten ihr Ziel und fielen auf palästinensisches Territorium.
Der Angriff auf die Ronson-Schule ereignete sich wenige Stunden nach dem Überraschungsbesuch des Ministerpräsidenten in Sderot. Die Stadt ist seit Monaten fast täglichen Angriffen mit Qassam-Raketen ausgesetzt.
Seit Juli 2005 sind insgesamt mehr als 600 Qassam-Raketen auf Israel abgeschossen worden. In Sderot kamen bisher 5 Israelis durch Qassam-Raketen ums Leben, davon zwei Kleinkinder. 38 Personen wurden verletzt. Eine Schule in Sderot ist seit zwei Monaten wegen der täglichen Angriffe geschlossen. (Haaretz, 5.7.)
- Botschaft des Staates Israel „Angriff auf Ashqelon ist eine Kriegserklärung“, Zeev Schiff, Haaretz, 5.7.06
Der Beschuss des Stadtzentrums von Ashqelon am Dienstag durch eine Rakete aus dem Gazastreifen ist eine unmissverständliche Aufforderung der Hamas zum Krieg. Anscheinend sind die Palästinenser, die die Rakete abfeuerten, Mitglieder des militärischen Flügels der Hamas. Doch es ist sehr gut möglich, dass ein iranischer oder syrischer Faktor, der den militärischen Konflikt mit Israel verstärken will, zu diesem Schritt angespornt hat.
Bei diesem Beschuss handelt es sich um den weitesten Raketenangriff, der bisher von palästinensischem Gebiet aus stattgefunden hat. Schon zuvor haben Raketen die Außenbezirke Ashqelons getroffen. Aber im Allgemeinen zielten diese Raketen auf das Kraftwerk am Stadtrand. Und trotzdem stellte Israel den Strom für Gaza nicht ab.
Es ist gut möglich, dass die Rakete, die Ashqelon gestern traf, eine russische Grad-Rakete ist, denn diese hat eine längere Reichweite als die Qassam-Raketen. Dies zeigt, dass Raketen von Ägypten aus in den Gazastreifen geschmuggelt werden, wahrscheinlich über Grenzübergänge in der Nähe der Philadelphi-Route. Die Rakete am Dienstag traf den Parkplatz einer zu diesem Zeitpunkt leeren Schule. Doch sie hätte auch überall sonst und zu jeder anderen Zeit in Ashqelon einschlagen können.
Durch das Abfeuern einer Rakete umgingen die Palästinenser die Panzerkolonne der israelischen Armee, die in den nördlichen Gazastreifen eingerückt ist. Der palästinensische Schritt ist ein Versuch, auf Grund der Aktivitäten der israelischen Armee auf palästinensischem Gebiet ein neues Gleichgewicht zu schaffen. Wenn Israel ein Elektrizitätswerk in Gaza trifft und die Büros von Ismail Haniyeh, dem Premierminister der palästinensischen Autonomiebehörde, zerstört, dann benutzen die Palästinenser ihre Raketen, um dadurch zu zeigen, dass sie die militärische Stärke besitzen, ein Gegengewicht zu schaffen.
Die Bedeutung des Raketenangriffs vom Dienstag liegt für Israel darin, dass die gegenwärtige Kriegsrunde –in der Hamas die Kontrolle über die Straße insbesondere im Gazastreifen aufrecht hält- hart wird. Denn im Lauf der Zeit haben sich die Palästinenser mit vielen Waffen und Raketen versorgt. Eine weitere Schwierigkeit für Israel besteht in der Existenz vielfältiger palästinensischer Gruppen –inklusive „Piraten“-Gruppen-, die nicht immer in Kontakt miteinander stehen, und in der Existenz wetteifernder Führer innerhalb der Hamas selbst.
Während der vergangenen Woche haben israelische Vertreter wiederholt damit gedroht, was die Palästinenser zu erwarten haben, sollten sie den entführten Soldaten Gilad Shalit nicht freilassen. Es ist klar, dass das Problem nicht länger nur noch auf die Frage begrenzt ist, wie man Shalits Leben retten kann. Sondern es ist eine direkte Konfrontation mit der Hamas und weiteren palästinensischen Organisationen und deren Unterstützer in der palästinensischen Öffentlichkeit.
Die Hamas hat ihren Vorstoß verstärkt, und Israel bleibt kaum eine andere Möglichkeit, als sich mit dieser Bedrohung auseinanderzusetzen, so wie es jedes andere Land dieser Welt mit Sicherheit auch tun würde. Israel befindet sich in einer komplizierten Lage. Es muss wählen zwischen der Zustimmung zu einem Gefangenenaustausch, dem Austausch militärischer Schläge mit den Palästinensern –ein Austausch, der Israel nirgendwohin führen wird- und der Verstärkung seiner Offensive, um die Hamas-Regierung zu stürzen. Israel wird wahrscheinlich die letztgenannte Option wählen.
Wie auch immer Israel entscheiden wird, es muss gründlich über eine Auswegstrategie nachdenken, auch wenn es in seinem Kampf gegen den Terror ein solches Konzept im Allgemeinen nicht in Betracht zieht. Es ist auch klar, dass Israel auf große Schwierigkeiten treffen wird, der Welt seine Position zu erklären. Es ist überhaupt nicht sicher, dass Israel hier die Oberhand behält, obwohl es einer Terrororganisation gegenübersteht, die zur Zerstörung Israels aufruft. (Ze’ev Schiff, Haaretz, 5.7.)
- Botschaft des Staates Israel „Die Wege der Entführer blockieren“: Botschafter Stein in der Berliner Zeitung, 5.7.06
Botschafter Shimon Stein erklärt die Motive und Ziele zum Einmarsch in den Gazastreifen sowie Israels Sicht auf den Konflikt.
Berliner Zeitung online:
http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/politik/565946.html
- Botschaft des Staates Israel 30 Jahre nach Entebbe: Gedenkveranstaltung in der Knesset
Mit einer Sondersitzung hat die Knesset am Dienstag (4.6.) dem 30. Jahrestag der Entebbe-Operation gedacht. Knesset-Sprecherin Dalia Itzik sagte, dass die Militäroperation von Entebbe (Uganda) ein Ausdruck dafür war, dass Israel nicht vor Terror kapituliert.
„Heute wie damals steht Israel zu seiner Politik, keine Kompromisse gegenüber Terror und Mördern einzugehen, die uns Leid zufügen wollen, und es wird sich keinen Erpressungen fügen.“ An der Gedenkzeremonie in der Knesset nahmen auch Soldaten teil, die die Operation durchführten sowie israelische Staatsbürger, die aus der Geiselhaft 1976 befreit wurden.
Der Likud-Vorsitzende Benyamin Netanyahu, dessen Bruder, Yonathan, der einzige Soldat war, der bei der Befreiung der über 100 Geiseln getötet wurde, sagte, dass der Tod seines Bruders seinen Weg in die Politik begründete. „Er änderte mein Leben und brachte es auf den jetzigen Weg.“ Netanyahu sagte weiter „ich werde ihn und seinen Mut sowie seine Tapferkeit bis zum Ende meiner Tage im Herzen tragen, so wie ich es in meiner Jugendzeit tat.“
Der stellvertretende Ministerpräsident Shimon Peres, der zum damaligen Zeitpunkt als Verteidigungsminister im Kabinett von Yitzhak Rabin diente, sagte, dass sich die Aktion in einem Wandlungsprozess von einer Operation in eine Legende befindet. (Haaretz, 5.7.)
Mehr Information zur Operation „Yonathan“ unter folgenden Links auf der Internetseite des Israel Ministry of Foreign Affairs:
http://www.mfa.gov.il/MFA/Foreign%20Relations/Israels%20Foreign%20Relations%20since%201947/1974-1977/168%20Statement%20in%20the%20Knesset%20by%20Prime%20Minister%20Rabhttp://www.mfa.gov.il/MFA/Foreign%20Relations/Israels%20Foreign%20Relations%20since%201947/1974-1977/169%20Interview%20with%20Prime%20Minister%20Rabin%20on%20CBS%20Tel
- Botschaft des Staates Israel Intel vermarktet neue Prozessoren, die in Haifa entwickelt wurden
In den letzten Monaten hat Intel schwer daran gearbeitet, die Schlacht für die Eroberung des Marktes der Dual Core-Prozessoren vorzubereiten, die die Server verbessern sollen. Intel unterhält Gespräche mit Analysten, hat die Architektur auf der Konferenz des Intel Developer Forum in den USA vorgestellt und für die Journalisten ihr Mantra auswendig gelernt: wir werden den Konkurrenten AMD zerschmettern. Derzeit liegt der Marktanteil von AMD bei 20%.
Nun beginnt der erste Schritt des Prozesses, den Intel mit der Serie Intel Xeon Processor 5100 dual-core-architecture plant, die zuvor den Code-Namen Woodcrest trug. Es handelt sich um Prozessoren, die auf der dual-core-architecture basieren, die für die Prozessoren bestimmt sind – eine Architektur, die im Entwicklungszentrum von Intel in Haifa entwickelt wurde. (Haaretz, 27.6.)
- Botschaft des Staates Israel Crazy Line wird vier weitere Geschäfte in Deutschland eröffnen
Die israelische Frauenmodekette „Crazy Line“ wird bis Ende 2007 400.000 Euro in die Eröffnung von vier weiteren Geschäften in Deutschland investieren. Die Kette eröffnete vor einem halben Jahr eine erste Filiale in Deutschland auf einem Gelände von 220 qm im Einkaufszentrum „Centro“ in Oberhausen. Das Einkaufszentrum verfügt über 250 Läden verschiedener führender internationaler Modelabels, und es wird täglich von 200.000 Kunden besucht.
Die vier Geschäfte werden unter dem Konzept eröffnet, das die Kette in Israel und in Deutschland nutzt: warme Gestaltung, viel Holz und großzügige Umkleidekabinen. Eran Lewin, Stellvertretender Generaldirektor für Vermarktung bei Crazy Line, sagte: „Nach dem Erfolg des ersten Geschäfts in Deutschland und nachdem wir den deutschen Markt, die Nachfrage und die Figur der deutschen Kundin, sowie das Kaufverhalten der Frauen in Deutschland etwa ein Jahr lang studiert haben, erwartet die Kette eine Expansion in Deutschland und in der ganzen Welt.“
Crazy Line unterhält derzeit 54 Läden in Israel. Die Kette produziert und vermarktet Bekleidung und Accessoires für Frauen mit Kleidergröße 40 – 50. Das Model Shiraz Tal führt die Werbekampagne unter dem Motto „mehr Frau denn je“ an. Die Firma befindet sich in Besitz der Familie Lewin. (Yedioth Ahronoth, 27.6.)
- Botschaft des Staates Israel Neueinwanderung 2006: Jewish Agency rechnet mit 24.000
Diesen Sommer werden 2.000 Neueinwanderer aus Nord-Amerika, Frankreich und Großbritannien in Israel erwartet. Die Jewish Agency hat in Kooperation mit zwei Organisationen, die bei der Immigration und Integration behilflich sind, 10 Sonder-Flüge gechartert. Es handelt sich um die nord-amerikanische Organisation „Nefesh B’Nefesh“ und die französische Organisation AMI (Aliyah Meilleur Integration). Erstmals seit Jahrzehnten werden 650 Neueinwanderer aus Frankreich innerhalb von 24 Stunden in Israel ankommen.
Die Jewish Agency geht dieses Jahr von insgesamt 24.000 Neueinwanderern aus. 2005 waren es 22.657. Allein aus Frankreich wird mit 3.500 Immigranten gerechnet. Seit Jahresbeginn beobachtet man einen besonderen Anstieg des Interesses von Juden aus Großbritannien für eine Übersiedlung nach Israel. (Ynet, 5.7.)
- Botschaft des Staates Israel Verleihung des „Jerusalem Award“ 2006 an Dr. Günther Beckstein
Einladung zur Verleihung des „Jerusalem Award“ 2006
„because the dream still matters!“
Der World Zionist Organization Jerusalem und
Zionistische Organisation Deutschland e.V. (ZOD)
An Dr. Günther Beckstein
Bayerischer Staatsminister des Innern und Stellvertreter des Ministerpräsidenten
Montag, 10. Juli 2006
19:30 Uhr
Sophiensaal
Sophienstraße 6
80333 München
Redner:
Dr. Robert Guttmann, Präsident der ZOD
S.E. Shimon Stein, Botschafter des Staates Israel in Deutschland
Charlotte Knobloch, Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland und Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde in München und Oberbayern
Programm:
Sechshändig am Klavier: Die Brüder Ruzicka
Audiovisuelle Show mit Kindern und Jugendlichen der Zionistischen Jugend Deutschland, Snif München, Mark Tiktiner, Allan Edelhajt, Maja Zylberszac & Tanzgruppe.
Info: http://www.zod-info.de
- Botschaft des Staates Israel Erfolgsgarantie fürs Elfmeterschießen gefunden
Nach einer Untersuchung von Prof. Michael Bar-Eli von der Universität in Be’er Sheva gibt es eine 100% Treffergarantie fürs 11-Meterschießen, wenn auf den oberen Teil und in die Ecken des Tores geschossen wird.
1996 begann Prof. Bar-Eli in Zusammenarbeit mit der Erziehungswissenschaftlerin Prof. Ilana Rituv von der Hebräischen Universität in Jerusalem 300 Elfmeterschüsse der wichtigsten Fußballspiele in Israel und im Ausland zu untersuchen.
Ergebnis: Richtung des Ballschusses – in die Mitte des Tors oder ins Eck – hat keinen Einfluss auf die Trefferquote. Sondern ausgerechnet das Ausmaß der Höhe hat Einfluss auf die Trefferquote. Nach Angaben von Bar-Eli „haben von 300 Schüssen, die untersucht wurden, alle diejenigen getroffen, die in den oberen Teil des Tors geschossen wurden.“ Wenn der Torwart im Zentrum des Tors steht und in eine Ecke springt, kann er nicht die hohen Ecken des Tors erreichen, erklärte er. Deshalb, so die Meinung der Forscher, verspricht ein Elfmeterschuss in eine der oberen Ecken des Tors eine 100%ige Erfolgschance. Viele haben aber Angst in die Ecke zu schießen, weil sie das Tor verfehlen könnten.
Bar-Eli ist überzeugt, dass die Fußballtrainer ihre Spieler psychologisch nicht ausreichend auf den Elfmeterschuss vorbereiten, und sie unter hohem emotionalen Druck stehen. Demgegenüber hat der Torwart seiner Meinung nach wenig zu verlieren, denn seine Chancen, einen Ball zu halten sind sowieso sehr gering. (Haaretz, 4.7.)
- Botschaft des Staates Israel Wie die Hamas das „Gefangenendokument“ interpretiert 29. Juni 2006
Bis dato hat die Führung der Hamas in den palästinensischen Autonomiegebieten und im Ausland nur begrenzt auf die jüngste Unterzeichnung des Dokuments mit dem Namen „Nationales Schlichtungsdokument“ (so genanntes „Gefangenendokument“) durch Hamas, Fatah und andere palästinensische Gruppen reagiert. Die Kommentare von offiziellen Vertretern der Hamas können als aufrichtige und ehrliche Analysen des Dokuments in seinem endgültigen Entwurf betrachtet werden. Sie zeigen, dass die Organisation den endgültigen Wortlaut als große Errungenschaft ansieht. Die klare Implikation ist, dass die Hamas ihre Prinzipien nicht aufgegeben hat, während im Gegensatz dazu die Fatah-Bewegung gezwungen war, sich in ihren Positionen flexibel zu zeigen und sich dem Hamas-Standpunkt anzunähern.
Zwei der bedeutendsten Elemente in den verschiedenen Aussagen der Hamas sind: a) Die Akzeptanz des „Gefangenendokuments“ durch die Organisation bedeutet in keiner Weise, dass die Hamas die Existenz des Staates Israel anerkennt. b) Der Inhalt des Dokuments ermöglicht es der Hamas, die Option des „bewaffneten Widerstands“ auch innerhalb der Grenzen Israels vor 1967 aufrechtzuerhalten.
Es folgen einige Aussagen von Hamasführern zum „Gefangenendokument“:
Der stellvertretende Leiter des politischen Büros der Hamas in Damaskus, Moussa Abu Marzouk, antwortete (in der libanesischen Zeitung Al Nahar am 28. Juni) auf die Frage, ob die Hamas durch die Zustimmung zum „Gefangenendokument“ indirekt Israel anerkenne: „Das Dokument akzeptiert nicht die Grenzen von `67, sondern bezieht sich nur auf konzentrierten Widerstand in den `67er Grenzen. Deshalb ist die Angelegenheit eine ganz andere als die Anerkennung Israels.“
Salah al-Bardaweel, ein Hamas-Sprecher des Legislative-Rates, sagte: „Wir drückten unsere Zustimmung zu einem (palästinensischen) Staat auf dem Gebiet, das `67 besetzt wurde, aus. Doch wir sagten nicht, dass wir zwei Staaten zustimmen.“ (Reuters, 27. Juni).
Waal al-Hasini, ein Hamas-Mitglied des Legislativ-Rates (palästinensischen Parlaments), betonte: „Wir werden niemals die Legitimität des Staates Israel innerhalb der Grenzen (Bezug auf das Gebiet innerhalb der „grünen Linie“ vor `67) anerkennen. Das bedeutet nicht, dass wir Israel nicht als existierendes Faktum anerkennen. Wir erkennen die Existenz Israels an, doch nicht auf unserem Land. Wir werden Israel keine Gegenleistung für den Rückzug geben.“ (Washington Times, 28. Juni).
Mashir al-Masri, ein Mitglied des Legislativ-Rates, äußerte ähnliche Bemerkungen wie al-Hasini und fügte hinzu, die Hamas habe zugestimmt, ihre Anschläge in Zukunft auf die Westbank und den Gazastreifen zu konzentrieren, jedoch nicht, die Anschläge in diesen Gebieten einzuschränken.
Hamas-Sprecher Sami Abu Zahari sagte, das Dokument ermögliche es der Hamas, ihre „Widerstandsagenda“ gegen Israel aufrecht zu erhalten. (The Times, The Independent, 28. Juni).
Nachtrag
Die Hamas veröffentlichte auf ihrer Website (am 28. Juni) einen Entwurf des unterzeichneten Dokuments. In der Einführung zu diesem Dokument präsentiert die Organisation die Forderungen, die sie im Verlauf des Gesprächs mit anderen Gruppierungen bezüglich Änderungen erhoben hatte. Eine Studie dieser Änderungen wirft in mehreren bedeutenden Punkten Licht auf die authentischen Positionen der Organisation:
„Es muss einen klaren Text bezüglich der Nicht-Anerkennung der Legitimität der Besatzung geben ohne das Wort „1967“ zu nennen, da die Hamas ganz Palästina (inklusive den Staat Israel) als besetztes Gebiet betrachtet.“
„Die Ausdrücke „internationales Recht“ und „die nationalen Rechte werden im Lauf der Zeit nicht unwirksam“ müssen hinzugefügt werden. Die Worte „die unserem Volk Gerechtigkeit widerfahren lassen“ müssen gemeinsam mit dem Ausdruck „internationale Legitimität“ platziert werden. Gemäß der Hamas wahren legitime internationale Entscheidungen die nationalen Rechte der Palästinenser nicht, und eine Anzahl dieser Entscheidungen verstoßen sogar gegen internationales Recht. Die Hinzufügung des Ausdrucks „das historische Recht unseres Volkes auf das Land unserer Väter und Vorväter“ betont, dass wir nicht einmal eine Handbreit des Landes Palästina aufgeben können.“
„Wir müssen das Recht auf legitimen Widerstand mit allen Mitteln garantieren, und wir müssen den Ausdruck „Widerstand auf die `67er Grenzen fokussieren“ einfügen.“
Obwohl dieser Satzteil unverändert blieb und genehmigt wurde, fügte die Hamas in der Einführung zum Dokument einen Text ein, der besagt, dass „Widerstand“ nicht auf die `67er Grenzen eingeschränkt werden könne. Die Hamas entschied auch, dass die Operationen gegen Soldaten und Siedler in der Westbank verstärkt werden müssen, ohne dabei das Recht auf „Widerstand“ in den palästinensischen Gebieten von 1948 zu streichen.
Quelle: Mitteilung des Israel Ministry of Foreign Affairs, 29.6.2006
- Botschaft des Staates Israel Festnahme von drei Verdächtigen im Mordfall Eliyahu Asheri
Nach Angaben palästinensischer Sicherheitskreise haben sich die drei Palästinenser, die der Entführung und des Mordes am 18-jährigen Eliyahu Asheri (25.6.) verdächtigt werden, israelischen Soldaten gestellt. Die Männer sind Mitglieder der „Al-Aqsa-Märtyrer-Brigaden“ und wurden vor einigen Tagen von der palästinensischen Polizei unter Verdacht festgenommen.
Die drei Männer ergaben sich, nachdem israelische Truppen in der Nacht die Hauptwache der Polizei von Ramallah drei Stunden lang umstellt hatten. Die mutmaßlichen Entführer hielten sich in dem Gebäude versteckt. Es gab vereinzelte Schusswechsel. Mittlerweile haben sich die Truppen wieder aus dem Gebiet zurückgezogen.
Im Norden des Gazastreifens wurde bei einem Luftangriff kurz nach Mitternacht ein Mitglied der radikal-islamischen Hamas getötet. Die Luftwaffe habe auf Palästinenser geschossen, die in der Nähe israelischer Stellungen eine Bombe gelegt hätten, erklärte die Armee.
Am Dienstagmorgen schossen Palästinenser drei Qassam-Raketen aus dem nördlichen Gazastreifen auf Israel ab. Eine Rakete landete neben dem Kibbuz Yad Mordechai, zwei auf unbebautem Gebiet in der Nähe des Kibbuz Nahal Oz. Es gab keine Verletzten.
Ministerpräsident Ehud Olmert und Verteidigungsminister Amir Peretz entschieden am Dienstag, dass der Armeeeinsatz im nördlichen Gazastreifen ausgeweitet wird. Wann die seit Tagen angekündigte groß angelegte Operation im Gazastreifen beginnt, wurde noch nicht festgesetzt.
Einwohner der Stadt Sderot teilten mit, dass der Raketenbeschuss auf die Stadt seit dem Vorrücken der Armee in den Gazastreifen drastisch zurückging. Die Munizipalität in Sderot gab an, dass die Zahl der Angriffe im Vergleich zu vor zwei Wochen um 90 Prozent abnahm. (Ynet, 4.7.)
